
Foto: Farhad Zarif
Einzigartig - Theologische Weiterbildung für Menschen mit Migrationsgeschichte
Pastorales Integrations-und Ausbildungs-Programm
Dass an einem Seminartag ein iranischer Pastor die Trinitätslehre erklärt, eine namibische Pastorin den Blick auf die geistliche Welt richtet, ein englischer Professor zur persönlichen Spiritualität ermutigt, und ein deutscher Referent die pastoralen Aufgaben und Rollen entfaltet, und das alles in verständlichem Deutsch und getränkt mit Gemeindeerfahrungen – das gibt es wohl nur im Pastoralen Integrations- und Ausbildungs-Programm des BEFG!
Im März 2026 traf sich die aktuelle Gruppe zum letzten Mal: elf Teilnehmende aus fünf Geburtsländern, beruflich ausgebildet als Erziehungswissenschaftlerin, Friseurmeisterin, Sozialarbeiter, Ingenieur, Altenpfleger, Regisseur, Mediziner, wohnhaft in Hamburg, Bremen, Datteln, Essen, Leverkusen, Mainz, Worms, Erlangen und München.
Seit Herbst 2023 war diese Gruppe miteinander unterwegs, intensiv begleitet von der einzigartigen Studienleitung aus vier Personen mit vier verschiedenen Muttersprachen, zwei davon selbst durch PIAP qualifiziert und in Gemeinden des BEFG angestellt. Inhaltlich wurden die Blockseminare unterstützt durch das Kollegium der Theologischen Hochschule und von Verantwortlichen des BEFG.
Diesmal zum Beispiel vom Kaufmännischen Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, der in einer Gesprächsrunde nicht nur über Finanzen und Rechtsstrukturen, sondern auch über seinen persönlichen Glauben und seine Berufung zu erzählen wusste. Bei einem festlichen Abend haben wir ein leckeres Drei-Gänge-Menü genossen und sehr viel Wertschätzung für die Leitung und die Teilnehmenden des Kurses ausgedrückt, mit Dankesworten, Geschenken, Geschichten.
In ihren Abschlussarbeiten haben die Teilnehmenden ihre persönliche PIAP-Geschichte reflektiert:
- „Ich habe während des Kurses erkannt, dass Gott mir die ganze Zeit beigestanden ist: Er hat für meine Familie gesorgt, er hat mir Disziplin gegeben, als es notwendig war, er hat meinen Arbeitgeber berührt, damit ich die freie Zeit für die verschiedenen Aktivitäten bekomme.“
- „Die größte Lektion, die ich in diesen drei Jahren gelernt habe, ist, dass Gemeindeleitung nicht nur bedeutet, andere zu leiten, sondern vor allem, mein eigenes Herz zu leiten. Auch mein Verständnis von Mission hat sich verändert. Mission ist für mich heute weniger ein Programm und mehr eine Beziehung.“
- „Ich lernte, geistliche Erfahrungen kritisch zu prüfen und zwischen subjektivem Empfinden und geistlicher Leitung zu unterscheiden. Dadurch wurde mein Glaube nicht schwächer, sondern tragfähiger und stärker verwurzelt.“
- „Was ich gelernt habe: Man kann verschiedene Meinungen haben und sich trotzdem dann in Liebe begegnen, wenn wir die Meinungen als Meinungen betrachten und nicht als persönlichen Angriff wahrnehmen. Für mich ist das oft schwierig und da muss ich noch an mir arbeiten.“
- „Die Stärke von PIAP ist das Personalteam. Sie besteht nicht nur aus Akademikern, sondern aus authentischen Christen mit unterschiedlichen Praxiserfahrungen im Gemeindedienst. Sie vermitteln nicht nur theologisches Hochschulwissen, sondern vereinfachen komplexe Lehrinhalte mit zahlreichen Beispielen aus ihrer Praxis-Erfahrung.“
- „Meine drei Jahre bei PIAP haben mich sehr verändert, und ich habe gelernt, erst zuzuhören, dann zu reagieren. PIAP vermittelte mir nicht nur Methoden, sondern half mir auch, eine Haltung der Liebe, des Zuhörens und der Verantwortung gegenüber anderen zu entwickeln.“
- „Die Ausbildung ist eine sehr gute Möglichkeit für Menschen, die keine Gelegenheit haben, an einer Universität zu studieren. Ich empfehle sie gerne weiter.“
Wir freuen uns, dass wir für den Abschluss nun Zertifikate ausstellen dürfen, und die Teilnehmenden dann ihre Ordination als Pastorin bzw. Pastor im BEFG planen können. Im Herbst 2026 soll ein neuer PIAP-Kurs beginnen – Informationen und Bewerbungsmöglichkeit hier: www.befg.de/piap
Ein Artikel von Thomas Klammt







