
Gemeinsam verwurzelt, gemeinsam wachsen
BEFG-Delegation besucht Partnerbund in Namibia
Seit dem Jahr 2024 besteht zwischen der National Baptist Convention of Namibia (NBCN) und dem BEFG eine Partnerschaft und seit 2026 ist die NBCN Vollmitglied von EBM INTERNATIONAL. Der namibische Bund besteht aus vier Associations (Landesverbänden) und insgesamt 83 Gemeinden. Nachdem NBCN-Generalsekretär Lukas Ndjamba und Partnerschaftskoordinator Jonas Kakenge Mbwenga den BEFG bereits in den letzten Jahren in Deutschland besucht hatten – in Elstal zur Unterzeichnung der Partnerschaft und in Kassel zur Bundesratstagung –, war es uns als BEFG ein dringendes Anliegen, nun einen Gegenbesuch bei unseren Partnern in Namibia zu machen.
Am 26. August hat sich nun eine kleine Delegation unseres Bundes auf den Weg gemacht, um unseren Partnerbund in Namibia zu besuchen. Anlass war die National Assembly, also die Ratstagung des namibischen Bundes. Wir, Volker Bohle (Präsidium des Bundes), Maximilian Zimmermann (Generalsekretär des Bundes) und Agathe Dziuk (Gemeindejugendwerk), kamen nach einem langen Nachtflug in den frühen Morgenstunden des 27. August in Windhoek, der Hauptstadt Namibias an. Die meisten Gemeinden des namibischen Bundes liegen zwar im Norden des Landes, jedoch hat die Assembly, auch aus logistischen Gründen, in der Hauptstadt stattgefunden. Wir sind in Namibia sehr herzlich und zuvorkommend von Lukas Ndjamba und Jonas Kakenge empfangen worden und recht zentral in Windhoek auf dem Gelände der Namibia University of Science and Technology untergebracht worden. Obwohl wir aus dem Spätsommer der Nordhalbkugel in den Spätwinter der Südhalbkugel geflogen sind, waren die Temperaturen denen in Deutschland sehr ähnlich.
Am Morgen des darauffolgenden Tages wurden wir von unseren Gastgebern abgeholt und fuhren gemeinsam auf das Gelände der weitläufigen Augustine Secondary School in Windhoek. In der Veranstaltungshalle der Schule fand die Assembly in den folgenden beiden Tagen statt. Die Leitung sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Versammlung hießen uns sehr herzlich willkommen. Auch die Geschwister aus Südafrika waren inzwischen angekommen, unter anderem vertreten durch Charles Makoaeba Junius Serokolo, Präsident der Baptist Convention of South Africa, und Ria Tintswalo Mojapelo, Regionalrepräsentantin von EBM INTERNATIONAL für das Südliche Afrika. Die Versammlung war geprägt von viel Gemeinschaft, gemeinsamem Singen sowie Predigten und Seminare und stand unter dem Thema: „Rooted to growth“ ( „Verwurzelt, um zu wachsen“ ) – in Anlehnung an Kolosser 2,6-7: „Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.“
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich in Seminaren Themen gewidmet wie „Konfliktlösung in Gemeinden“, „Frauen in einer wachsenden Organisation stärken und empowern“, aber auch „Stärkung und Empowering der jungen Generation“. Das letztgenannte Seminar führten Volker Bohle und Agathe Dziuk mit den jungen Menschen der Konferenz durch. Weitere inhaltliche Teile, zu denen wir eingeladen waren, waren ein Seminar zum Thema „Leitungskonzepte“, eine Predigt zum Konferenzthema und eine Bibelarbeit zu der Frage: „Stärkung der Beziehung von Ortsgemeinde und Bund – warum eine Bundesgemeinschaft ein Segen ist“. Es war für mich deutlich spürbar, dass besonders das letzte Thema die Menschen bewegt hat. Schon die ersten Gemeinden des Neuen Testaments waren dadurch verbunden, dass sie voneinander wussten, füreinander gebetet haben, füreinander gesorgt haben, miteinander geteilt haben und durch Menschen miteinander verbunden waren. Auch die Gemeinden in Namibia brauchen einander und profitieren spürbar voneinander, indem sie durch die National Baptist Convention miteinander verbunden sind; auch wenn es – wie wahrscheinlich in den meisten Ortsgemeinden dieser Welt – immer wieder den Willen braucht, vom Miteinander zum Füreinander zu kommen.
Im Rahmen der Konferenz gab es auch ein Treffen der Delegation unseres Bundes mit der Leitung des namibischen Bundes, der NBCN-Exekutive. Von beiden Seiten der Partnerschaft ist betont worden, dass wir dankbar sind, gemeinsam und auf Augenhöhe seit 2024 unterwegs zu sein. Die Partnerschaft ist zunächst auf fünf Jahre angelegt.
Ein besonderes Ereignis war die Ordination von fünf Pastoren im Rahmen der Versammlung. Die angehenden Pastoren ließen sich in bewegender Weise auf ihren Dienst in den Ortsgemeinden verpflichten. Sie wurden dann im Anschluss gemeinsam mit ihren Ehefrauen von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Versammlung persönlich gesegnet und damit für den Dienst gestärkt. Der sich daran anschließende Jubel, Tanz und Gesang haben uns tief beeindruckt.
Am Sonntag hatten wir die Gelegenheit, den Gottesdienst in der Ongulumbashe Baptist Church in Windhoek zu besuchen. Das Gemeindehaus befindet sich in einem so genannten „informal settlement“, also in einem Stadtgebiet, in dem die Menschen vor allem in Wellblechhütten leben. Das Gemeindehaus war im Jahr 2024 durch eine Flut schwer beschädigt worden. Der BEFG konnte durch finanzielle Hilfe dazu beitragen, dass das Gebäude wiederhergestellt werden konnte. Auch hier wurden wir wieder herzlich empfangen. Wir haben einen Gruß des Bundes ausgerichtet und die Gemeinde um Gebet für uns und unseren Bund gebeten.
Agathe Dziuk und ich sind am selben Tag wieder zurück nach Deutschland geflogen. Volker Bohle ist mit Vertretern des Bundes für eine weitere Woche in den Norden des Landes gereist, denn zwei Drittel der Gemeinden (53) befinden sich im Norden und Nordosten Namibias, entlang des Okavangoflusses. Der Besuch der Gemeinden im Norden hat gezeigt, dass die Partnerschaft nicht nur auf der Leitungsebene wichtig ist, sondern dass sie auch in der Begegnung mit den Ortsgemeinden selbst, ihren Mitgliedern und verantwortlichen Mitarbeitenden von Bedeutung ist. Die Verkündigung in den sehr lebendigen Gottesdiensten, mit viel Musik und Tanz, aber auch eine Schulung für leitende Mitarbeitende vor Ort wurden positiv wahrgenommen. Es ist zudem gut aufgenommen worden, direkte Gespräche mit Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendarbeit, den Frauengruppen und Gemeindeleitungen zu führen.
Die Beschreibung der Partnerschaft des Bundes mit der National Baptist Convention of Namibia (NBCN) als eine „in via“-Partnerschaft ist sehr zutreffend. Die Begleitung auf dem Weg der NBCN, Mitglied von EBM INTERNATIONAL zu werden, was wir im Rahmen des Partnerschaftsvertrages beschlossen haben, ist bereits abgeschlossen. Gleichzeitig ist es gut, noch einige Zeit beratend gemeinsam unterwegs zu sein. Frauen bilden, wie fast überall in Afrika, eine starke Gruppe in den Gemeinden. Da es in unserem Bund keine klassische Frauenarbeit mehr gibt, stellt sich die Frage, wie hier Partnerschaft bilateral gestaltet werden kann. Der bereits begonnene Austausch auf der Ebene der Pastorinnen und Pastoren in Zoom-Treffen kann weiterhin ein guter Teil dieser Partnerschaft sein. Im Bereich der Jugendarbeit ist die Begegnung und der Workshop mit den Jugendvertretern auf unserer Bundesratstagung ein guter Anfang.
Da die Pastoren in Namibia alle im Nebenamt und ehrenamtlich ihren Dienst wahrnehmen, ist die gemeinsame Entscheidung, in die Bereiche von Leiterschaft und Theologie zu investieren, sehr hilfreich. Das geschieht auch in der Zusammenarbeit mit EBM INTERNATIONAL, vor allem aber mit den EBM -Partnerbünden, der Baptist Convention of South Africa, deren Vertreterinnen und Vertreter auch an der Konferenz teilgenommen haben, aber auch mit der Baptist Convention of Malawi.
Gemeinsam verwurzelt im Glauben an Jesus Christus wollen wir in den kommenden Jahren diesen besonderen Weg einer Partnerschaft gehen, Gemeinden aus unterschiedlichen Kontinenten und Kulturen, mit unterschiedlichen Herausforderungen und Chancen. Dazu gehört auch das Gebet füreinander. Und wir sind dankbar dafür, dass die Geschwister der NBCN auch für uns in unseren Veränderungsprozessen vor Gott eintreten. Gemeinsam verwurzelt, um gemeinsam zu wachsen.
Ein Artikel von Dr. Maximilian Zimmermann





