Miriam Schaufelberger, Alexandra Hensel, Andreas Bochmann, Martina Jänicke, Claudia Sokolis-Bochmann, Jens Mankel, Thorsten Graff, Olaf Kormannshaus, Anna Eberbach und Tilo Kuhlmann (v.l.)

Sexualisierte Gewalt benennen

Neues von der Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG

Die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hat ihre Arbeitsweise festgelegt: Offen gestaltete Interviews mit Betroffenen sollen künftig den Kern ihrer Arbeit bilden. Ziel ist es, sexualisierte Gewalt im Raum des BEFG sichtbar zu machen, zu dokumentieren und aus den Erkenntnissen heraus Empfehlungen zum besseren Schutz vor weiterer Gewalt zu entwickeln.

Die 2025 eingesetzte Kommission trifft sich seitdem regelmäßig, um Grundlagen ihrer Tätigkeit zu erarbeiten – darunter die sensible Gestaltung der Gespräche mit von sexualisierter Gewalt betroffenen Personen. Im Fokus steht dabei, zu verstehen, wie innerkirchliche Strukturen Übergriffe ermöglicht oder begünstigt haben könnten. Wurden Täterinnen und Täter geschützt oder durften sie weiterhin Funktionen ausüben? Gab es Mitwissende in den Gemeinden? Diese Fragen sollen systematisch beleuchtet werden.

„Um Fälle sexualisierter Gewalt benennen zu können, benötigen wir Informationen und Erfahrungsberichte“, sagt Sprecherin Anna Eberbach. „Wir sind allen dankbar, die bereit sind, ihre Geschichte mit uns zu teilen.“

Die Interviews sollen 2026 beginnen. Die Kommission legt dabei großen Wert auf Sicherheit und Vertraulichkeit: Nur geschulte Personen führen die Gespräche, alle erhobenen Daten werden anonymisiert und unter strikter Beachtung des Datenschutzes ausgewertet. Zugleich kennt die Kommission ihre Grenzen: Sie kann keine therapeutische oder juristische Begleitung bieten. Betroffene erhalten auf Wunsch Hinweise auf weiterführende Unterstützungsangebote.

Die Arbeit der Kommission ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Am Ende dieser Zeit soll ein Bericht stehen, der bekannte Fälle der Vergangenheit, strukturelle Ursachen sowie den Umgang mit Betroffenen zusammenführt und die bis dahin geschehene Arbeit der Kommission beschreibt.

Weitere Informationen zum konkreten Beginn der Gespräche und der Arbeit der Kommission werden im Rahmen des kommenden Bundesrates und laufend auf befg.de/aufarbeitung veröffentlicht.

Ein Artikel von Jasmin Jäger