v.l.n.r.: M. Kißkalt, S. Mail, A. Peter, M. Zimmermann, M. Dichristin, D. Burau, M. Rohde

Vielfältige und ermutigende Begegnungen

Ratstagung der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF)

Samantha Mail, David Burau, Dr. Michael Rohde, Matthias Dichristin und BEFG-Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann waren als Delegierte des Bundes vom 23. bis 26. September auf dem EBF-Council in Albanien. Dr. Michael Kisskalt für EBM INTERNATIONAL und André Peter für die Jüngerschaftsbewegung Biglife waren ebenfalls aus Deutschland angereist. Matthias Dichristin berichtet von den Eindrücken während der Ratstagung.

„Warum Gott Leid in der Welt zulässt, können wir wieder in zehn oder 20 Jahren diskutieren. Jetzt stehen wir morgens auf, beten, hören einander zu und schauen, wo wir helfen können.“ Dieser Satz von Pastor Igor Bandura, dem Vizepräsidenten und Projektmanager des ukrainischen Baptistenbundes hat manche aus der deutschen Delegation tief bewegt, auch sein Hinweis darauf, dass diese einfachen und gleichzeitig so wirksamen Schritte des Dienens auch für unsere Hauptamtlichen Teil der Ausbildung sein sollten. Auf dem EBF-Council wurde wieder deutlich, wie sehr Gott inmitten aller Krisen wirkt.

Der Präsident des albanischen Baptistenbundes Edmond Pulacaj hat uns in seinem wunderschönen „Land der Adler“ im Namen des kleinen Baptistenbundes willkommen geheißen. In Albanien gibt es neun Gemeinden, die sehr aktiv sind. Eine Sozialarbeit in Lezhe, wo Pastor Edmond arbeitet, unterstützt German Baptist Aid seit vielen Jahren. Präsidiumsmitglied David Burau und ich konnten das Projekt und die Gemeinden im Anschluss an den Rat noch besuchen.

Die vielfältigen Begegnungen, wie mit Igor Bandura aus der Ukraine, waren das Highlight in den Tagen. Mit Pastor César Sotomayor aus Graz, der die Partnerschaften in der EBF-Region koordiniert, konnten Gespräche geführt werden, wie wir uns zukünftig als Gemeindebund in diesem Bereich einbringen. Aktuell wird eine Arbeit in der Westbank unterstützt und wir wollen gerne in der Region aktiv bleiben. Dazu gab es auch Gespräche mit dem Generalsekretär des irakischen Baptistenbundes, Pastor Ara Badalian aus Bagdad. Und der belarussische Generalsekretär Pastor Leonid Milhovich berichtete ein wenig von dem Rehabilitationsprojekt für Alkoholkranke in Minsk, das ebenfalls seit langer Zeit von German Baptist Aid unterstützt wird.

Begegnung mit Projektpartner Leonid Milhovich (Mitte)

Ein Miteinander ist möglich: Podiumsgesrpäch mit Dimitrina Oprenova (r.)

Maximilian Zimmermann und Igor Bandura im Gespräch

Es war auch ermutigend, die Teilnehmenden des neuen Ausbildungsprogrammes des Internationalen Baptistischen Theologischen Seminars in Amsterdam (IBTS) zu erleben. Neun junge Menschen aus verschiedenen Ländern vernetzen sich für zwölf Monate, nehmen an unterschiedlichen (Online-)Veranstaltungen teil und haben dabei enge Begleitung. Der EBF-Council markiert Anfang und Ende des Jahres. Die 18- bis 20-Jährigen kommen aktuell unter anderem aus Tadschikistan, Portugal, Frankreich, Bulgarien und Italien.

Inhaltlich ging es viel um die Apostelgeschichte: Daniel McGinnis vom Theologischen Seminar St. Hild in Yorkshire hat an drei Vormittagen seine Forschung über dieses Bibelbuch zur Entstehung von Kirche präsentiert. Passend dazu entfaltete der Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes, Dr. Elijah Brown, wie innerhalb der baptistischen Welt bis 2033 eine Bewegung zu Apostelgeschichte 2 angestoßen werden soll, dem sogenannten Acts2-Movement. Auf fünf Pfaden sollen Menschen ganzheitlich mit der guten Nachricht von Jesus in Berührung kommen.

Das Highlight der Konferenz war vielleicht ein Podium, dass die ehemalige Vizepräsidentin der Baptist World Alliance, Pastorin Dimitrina Oprenova aus Sofia, Bukarest, mit ihrem Mann Teodor feinfühlig moderiert hat. Stimmen aus dem Libanon, aus Israel und der Ukraine haben nebeneinander über ihre Erfahrungen mit Gott im Krieg gesprochen und ganz offen die Frage diskutiert, ob Versöhnung möglich ist. In dieser Gesprächsrunde konnte manche Frage nicht abschließend geklärt werden, aber es war beeindruckend zu erleben, mit welcher Hingabe und Treue die Christinnen und Christen in diesen Ländern Gott und ihren Mitmenschen dienen. Joy El Kazzi von der Organisation Thimar im Libanon, mit der German Baptist Aid viele Hilfen umsetzt, erzählte davon, wie tägliche Bombenalarme das Leben prägen und wie die Hoffnung dabei manchmal sinkt: „Aber wir glauben in allem, dass Gott treu ist und die Welt in seiner Hand hält. Diese Zuversicht lässt uns täglich weitermachen.“ Sie und Igor Bandura sind Gesichter unserer Partner, die wir schon lange persönlich kennen und zu denen in den Jahren der Zusammenarbeit eine echte vertrauensvolle Verbindung entstanden ist.

Wir sagen den Geschwistern immer wieder in unseren Begegnungen zu, dass wir für sie beten. Dazu möchten wir auch die Bundesgemeinden herzlich ermutigen.

Ein Artikel von Matthias Dichristin