Die Fenster der „Kreuzkirche Mainz“ zeigen ineinanderverwobene Linien, gewissermaßen sinnbildlich für die Gemeinschaft der Ortsgemeinden mit dem Bund: alle ziehen letztlich an einem Strang.

Wachstum und gelebte Vielfalt

Letzte Ratstagung des Landesverbandes Südwest

In der „Kreuzkirche Mainz“ trafen sich am 21. März 2026 die 33 Delegierten der Gemeinden des Landesverbandes Südwest (Rheinland-Pfalz und Saarland) zum letzten Mal, um die Überleitung in die neue Struktur des BEFG zu besprechen. Als Gäste nahmen zudem Almut Siodlaczek (Mitglied des BEFG-Präsidiums), Lea Herbert (Leiterin des GJW) und die neue Regionen-Koordinatorin Michelle Mackels teil.

Almut Siodlaczek hob in ihrem Bericht aus dem Präsidium hervor, dass der Ansatz der UB25-Reform darin bestehe, die bislang „gefühlte Zentralisierung“ des Bundes hin zu einer deutlichen Erweiterung der Bundesarbeit für die Basis der Gemeinden weiterzuentwickeln. Almut ermutigte die Gemeinden, stärker als bisher konkret auf junge Gläubige zuzugehen, um diese für einen vollzeitlichen Dienst zu gewinnen. Für Interessenten biete die Theologische Hochschule Elstal beste Voraussetzungen in der Ausbildung.

Von Tipps und Gemeindewachstum

Besonderen Wert legte die Ratsversammlung dieses Mal auf den Erfahrungsaustausch untereinander. In den Berichten aus den Gemeinden drückte sich die Vielfalt des gelebten Glaubens aus. Die Gemeinde Alzey informierte über eine persisch-sprachige Gruppe in ihrer Gemeinde, die ein KI-unterstütztes Übersetzungsprogramm nutzt, ein Beispiel, das auch bei weiteren Gemeinden auf Interesse stieß. Aus Bad Kreuznach war zu erfahren, dass die Gemeinde dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert und aufgrund von Wachstum im Bereich Kinder- und Jugendarbeit nach einem größeren Gebäude sucht. Die Credogemeinde in Remagen und die Gemeinde Bendorf verabschiedeten sich, da sie künftig einer anderen Region angehören werden. Aus der EFG Bendorf war noch zu erfahren, dass die Gemeinde bis vor kurzem drohte, altersbedingt „auszusterben“. Seit kurzem haben es sich jedoch vier junge Christen zur Aufgabe gemacht, die Gemeinde neu zu beleben. Daher der Appell aus der Gemeinde: „Betet für Bendorf!“ Auch in der EFG Ingelheim wurde ein Veränderungsprozess gestartet. Die Kinder- und Jugendarbeit wächst, allerdings fehlt es an jungen Erwachsenen. Gute Nachrichten gab es ebenfalls aus der EFG Worms am Rhein. Dort gab es positive Erfahrungen mit gästeorientierten Veranstaltungen, indem die Gemeinde zielgruppenorientierte Gottesdienste anbot. Auch die Jugendgruppe wächst kontinuierlich.

Wachstum und Erweiterung erlebt auch die EFG Osthofen. Nach drei Jahren Bauzeit konnten dort vor kurzem neue Räume eröffnet werden. Von sonntäglich 100 bis 120 Gottesdienstbesuchern konnte die Gastgebergemeinde Mainz berichten. Unter ihren Gläubigen gibt es zudem eine große Gruppe iranischer Christen, die derzeit vor allem von der aktuellen politischen Situation bewegt sind.

Saarbrücken hat sich im Laufe des Jahres dazu entschieden, „Willkommensgemeinde“ zu werden, nachdem es über das Thema Umgang mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen einige Austritte gegeben hatte. Die Gemeinde steht nun vor finanziellen Herausforderungen und hat außerdem andere Räume bezogen. Dennoch lautet ihr Jahresthema zuversichtlich „Wie im Himmel“.

Harmonischer Abschied und Neubeginn

Der Landesverband Südwest gründete im September 2025 ein Starterteam, dessen Mitglieder – darunter auch Personen unter 30 Jahren – die Umsetzung der Strukturreform engagiert voranbringen. Ab September dieses Jahres ist beabsichtigt, eine Person für Gemeindeentwicklung und eine für Junge Gemeinden zu je fünfzig Prozent einzustellen. Damit liegt der Südwesten mit an der Spitze des Reformprozesses des Bundes.

Begonnen mit einem Gottesdienst voller Lobpreis endete die harmonische Ratstagung mit Abschlussgesang und Klavierbegleitung durch Pastor Mathis Hochhaus. Zurück bleibt der Eindruck, dass das „Haus Südwest“ für die Zukunft wohlbestellt ist.

Ein Artikel von Tom Goeller