Zusammen das Heute gestalten

Junge Delegierte beim Bundesrat gestalten mit

Bei der Online-Bundesratstagung konnte jede Gemeinde in diesem Jahr erstmals zusätzlich zur regulären Zahl der Abgeordneten einen jungen Menschen unter 35 Jahren delegieren.

„Der Bundesrat war ein tolles Erlebnis“, findet Alessa Hagel, junge Delegierte der EFG Heidelberg. „Ich konnte sehr viel über den Bund und die verschiedenen Bereiche lernen, mich vernetzen und bei den verschiedenen Wahlen mitreden und abstimmen.“ Alessa Hagel war eine von 73 jungen Delegierten.

Denn der Bundesrat hat 2019 beschlossen, allen Gemeinden für Delegierte unter 35 Jahren ein zusätzliches Mandat einzuräumen. „Mit dieser Entscheidung haben wir als Bundesgemeinschaft die Weichen dafür gestellt, dass junge Menschen noch mehr als bisher gehört und in Entscheidungen einbezogen werden“, so BEFG-Präsident Michael Noss. Das sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn die jüngere Generation werde gebraucht, um Gemeinden mitzugestalten. Und er fügte hinzu: „Wir wollen junge Menschen gerne nicht nur als Verantwortungsträger von morgen wahrnehmen, sondern mit ihnen zusammen das Heute gestalten.“

Die jungen Delegierten hatten während der Konferenz zwei extra Treffen, um einander kennenzulernen und sich zu vernetzen. „Wir haben gemerkt, wie wertvoll es ist, diese Gruppe von Menschen zu haben, die in ihrer Generation und in ihren Anliegen verbunden sind“, sagte Naomi Maußer bei dem Bericht der jungen Delegierten im Plenum des Bundesrats. „Wir wollen den Bund bunt gestalten und wir wollen unsere Stimme hörbar machen.“ Jonas Löding, Vorsitzender des GJW-Bundesvorstands, der die Treffen der jungen Delegierten vorbereitet hatte, berichtete aus den Treffen, dass dabei angeregt wurde, eine Generationenquote für das Präsidium einzuführen, damit junge Leute auch vermehrt in Gremien des Bundes vertreten sind. Er kündigte einen entsprechenden Antrag für den kommenden Bundesrat an. Außerdem äußerte er den Wunsch, dass sich der Bund mit dem Thema „queere Menschen in unseren Gemeinden“ auseinandersetzt. Beide zeigten sich begeistert über den Austausch und bedankten sich für die Möglichkeit.

„Ich finde es richtig gut, dass wir so viele verschiedene Menschen sind. Allerdings haben manche in ihren Beiträgen die Angewohnheit, sehr schwierige Fachbegriffe einzubauen, die man teilweise googlen muss“, merkte GJW-Vorstandmitglied Jennifer Aworour an. „Vielleicht kann da ja mehr drauf geachtet werden. Gerade für junge Delegierte, die das erste Mal dabei sind, ist es vielleicht dann echt sehr komplex und hemmt einen vielleicht auch sie für 'nen Redebeitrag zu melden, weil man nicht sicher ist, ob man alles richtig verstanden hat.“

Alessa Hagel resümierte: „Auch wir jungen Delegierten wurden wahrgenommen und unsere Stimme zählte genauso wie alle anderen. Besonders schön fand ich auch die Treffen der jungen Delegierten vor und bei der Bundesratsversammlung, auf denen wir uns austauschen und vernetzen konnten. Alles in allem kann ich jedem und vor allem allen Jüngeren nur empfehlen, an der Bundesratstagung teilzunehmen, sich zu informieren und mitzureden.“ Die nächste Bundesratstagung findet 2022 über Himmelfahrt statt, und alle Gemeinden werden ermutigt und gebeten, zusätzlich junge Menschen zu delegieren.

Ein Artikel von Jasmin Jäger