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Online-Werkstattgespräch

„Gemeindearbeit mit älteren Menschen – weiter denken“

Mit gerontologischem Basiswissen Schwerpunkte für die Gemeindearbeit der Zukunft setzen

Gemeindearbeit der Zukunft kann die reichhaltigen Ressourcen der vielen Älteren nutzen und hat zugleich die Aufgabe, die Älteren teilhaben zu lassen und sie bei nachlassenden Kräften zu unterstützen. Dafür ist es notwendig, Veränderungsprozesse wahrzunehmen und Kenntnisse zu erwerben über das, was sich körperlich, psychisch und sozial mit dem Älterwerden verändert. Darauf eingestellt zu sein, hilft für die Gestaltung der Gemeindearbeit mit Älteren – für heute und für morgen.

Der Werkstatttag lädt ein, mit dem erworbenen Wissen und eigenen Erfahrungen aus der Gemeindearbeit Ideen für den Umsetzungsprozess unter professioneller Beratung zusammenzustellen und zu fokussieren.

Weitere Informationen stehen auch im Impulsbrief des Forums Älterwerden


Online-Werkstattgespräch am 02. Oktober 2020

Am 2. Oktober fand ein Onlinewerkstattgespräch zu den Bedürfnissen, Potenzialen und Ressourcen älterer Menschen in der Gemeinde statt. Dagmar Lohan, Referentin im Fachbereich Familie und Generationen, berichtet.

Welchen Bedarf haben ältere Menschen innerhalb der Gemeinde? Welche Ressourcen und Potenziale bringen sie mit? Und wie kann beides miteinander vereinbart werden?

Zu diesen Fragen initiierte das Forum Älterwerden im BEFG ein Online-Werkstattgespräch. 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am 2. Oktober dabei und brachten ihre eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen ein. Grundlage für das Gespräch waren zwei Impulsfilme von Prof. Dr. Ralf Dziewas, Professor für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie der Theologischen Hochschule Elstal. Darin stellte er die verschiedenen Altersphasen dar und erläuterte die Milieuvielfalt im Alter ausführlich dar.

Der Austausch in kleineren Gruppen und in der großen Runde war rege und zeigte deutlich auf, dass die älteren Erwachsenen in einer Gemeinde nicht über einen Kamm zu scheren sind und dass manch gutes Angebot nicht alle erreicht und alle Bedürfnisse abdeckt. In einer Umfrage unter den Teilnehmenden wurde deutlich, dass ein Bewusstsein für die Vielfalt und die unterschiedlichen Milieus vorhanden ist oder sich entwickelt. Dass sich diese Erkenntnisse aber in der Realität der Gemeindearbeit nicht unbedingt wiederfinden.

In ihrem Impuls hob Dagmar Lohan, Referentin im Fachbereich Familie und Generationen, hervor, dass Individualisierung und Vielfalt in den Gemeinden längst gelebt wird. Sie machte deutlich: „Die Herausforderung besteht darin, dass ein hohes Maß an Toleranz und Kreativität gefragt ist, um hier neue Wege zu finden und sie mutig zu gehen. Altern ist ein Prozess, der jeden Menschen begleitet und sich sehr unterschiedlich ausdrückt. So werden in der Gemeindearbeit heute und zukünftig eher Interessen, Lebensentwürfe und persönliche Glaubensentwicklungen eine Rolle spielen. Der Versuch, definierte Altersgruppen dauerhaft für ein Gruppenangebot zu gewinnen, wird schon heute weniger angenommen.“

In ihrem Schlusswort wies Jutta Teubert, Moderatorin und Leiterin des Forum Älterwerden, darauf hin, dass es heute und zukünftig um Gemeindearbeit MIT Älteren und nicht für sie gehen sollte. Selbstbestimmtheit und Teilhabe haben dabei große Bedeutung. Sie machte Mut, Neues auszuprobieren, denn: „Es gibt noch viel zu tun!“  So ging eine motivierende Veranstaltung zu Ende, die Lust darauf macht, ältere Menschen in und um die Gemeinde herum neu zu entdecken und sich auf den Weg zu machen.

Ein Bericht von Dagmar Lohan


Die Lebensphasen im Alter

Lebensphasen im Alter

Die Milieuvielfalt im Alter

Milieus im Alter