Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland https://www.befg.de Die Nachrichten aus dem Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden de-de Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Fri, 30 Sep 2022 18:40:23 +0200 Fri, 30 Sep 2022 18:40:23 +0200 TYPO3 EXT:news news-3284 Tue, 27 Sep 2022 11:31:17 +0200 Miteinander Gemeinde bauen Timo Neumann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/miteinander-gemeinde-bauen/ Zu Erntedank bittet der Bund um Kollekten und Spenden zur Förderung verschiedener Arbeiten, darunter um Spenden an das Bundesopfer für die allgemeine Arbeit des BEFG. Zu Erntedank bittet der Bund um Kollekten und Spenden zur Förderung verschiedener Arbeiten, darunter um Spenden an das Bundesopfer für die allgemeine Arbeit des BEFG. Ein Spendenbrief dazu berichtet über Pastor Qorban Sultani von der EFG Hamburg-Altona, der in der Deutsch-Persischen Gemeindeentwicklung aktiv ist und im Pastoralen Integrations- und Ausbildungsprogramm des Bundes (PIAP) ausgebildet wurde.

Aufgewachsen ist Qorban in den Bergen Afghanistans, auf einem kleinen Bauernhof, wo er die vier Jahreszeiten und auch deren Bedeutung für die Ernte in ihrer Unterschiedlichkeit hautnah erlebt hat. „Gerade der Sommer war immer heikel. Entweder gab es so gut wie keinen Regen oder es war direkt Flut.“ Sorgen um die Ernte betreffen ihn jetzt zwar nicht mehr direkt. Das Klima hat sich jedoch auch in Deutschland stark verändert. Auch hierzulande sind die Ernten zusehends bedroht von Dürre oder Starkregen.

In der Spendenbitte des Bundes schreiben der Kaufmännische Geschäftsführer Volker Springer und Generalsekretär Christoph Stiba dazu: „Beim Betrachten des Gabentischs zu Erntedank merken wir: Viel weniger ist selbstverständlich. Wir blicken anders auf unser Essen, auf unsere Natur, die Bäume und Felder – und auch auf den sozialen Frieden und den Weltfrieden. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir unsere Nächsten nicht aus den Augen verlieren, dass wir Gemeinschaft stärken und unseren Glauben sichtbar bezeugen! Das tun wir in unseren rund 800 Bundesgemeinden.“

Dabei sind Spenden und Kollekten zur Förderung der allgemeinen Arbeit elementar. Durch sie kann der Bund seine rund 800 Gemeinden auf vielfältige Weise in ihrem missionarischen und diakonischen Auftrag unterstützen. An der Theologischen Hochschule beispielsweise werden die Hauptamtlichen von Morgen ausgebildet. Die Akademie Elstal unterstützt die vielen Engagierten durch ein umfangreiches Fortbildungsangebot – darunter „Führen und Leiten“. Das Seminar gibt Gemeindeverantwortlichen wichtige Werkzeuge an die Hand, um mit Konflikten umzugehen und gemeinsame Ziele zu finden und umzusetzen. Und in Katastrophenfällen kann der BEFG über seine internationalen Partner schnell und zielgerichtet Hilfe leisten.

Außerdem fördert der Bund die Vielfalt und das internationale Miteinander in den Gemeinden – durch Programme wie PIAP, in dem auch Qorban ausgebildet wurde, und die Deutsch-Persische Gemeindeentwicklung, in der er aktiv ist. Das Netzwerk bietet allen Engagierten, die gemeinsam mit farsisprachigen Glaubensgeschwistern Gemeinde und Gesellschaft gestalten, Informationen, Impulse, Materialien, Austausch und Schulungen.

Qorbans Pastorenkollege in Hamburg-Altona, Carsten Hokema, erinnert sich: „Seit Jahren gehören Leute aus Afghanistan und dem Iran in unsere Gemeinde. Aber in den letzten zwei Jahren haben wir ordentlich Gas gegeben, was das Miteinander der unterschiedlichen Herkunftsleute angeht. Das verändert das Gemeindeleben. Es bereichert, es ist vielfältiger geworden.“

Zu der Deutsch-Persischen Gemeindeentwicklung und dem Miteinander der beiden Hamburger Pastoren Qorban Sultani und Carsten Hokema gibt es auch ein kurzes Video. Allen Gemeinden und Einzelpersonen, die durch Spenden und Kollekten die Arbeit des Bundes unterstützen, danken Christoph Stiba und Volker Springer herzlich.

]]>
news-3266 Sat, 17 Sep 2022 11:07:00 +0200 Versöhnt leben – Versöhnung stiften Frank Fornaçon, Pastor i.R., Kassel und Schmiedeberg https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/versoehnt-leben-versoehnung-stiften/ „Dass die Versöhnung mit Gott zum Versöhnungshandeln befähigt, ist sicherlich ein herausragender Gedanke der ‚Rechenschaft vom Glauben‘“, schreibt Pastor i.R. Frank Fornaçon. Im Lied „Wie ein Fest nach langer Trauer“ von Jürgen Werth wird in poetischer Sprache die Versöhnung gefeiert. Wenn Gott und Mensch sich in den Armen liegen, wie der Verlorene Sohn bei der Heimkehr, dann freut sich die ganze Welt.

Im Refrain heißt es: „So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein. So ist Versöhnung, so ist vergeben und verzeih'n.“ Was in der Rechenschaft vom Glauben in theologischen Sätzen gesagt wird, muss im Alltag gelebt werden.

Dass die Versöhnung mit Gott zum Versöhnungshandeln befähigt, ist sicherlich ein herausragender Gedanke der Rechenschaft vom Glauben (RvG). Sie unterstreicht die soziale Dimension des Glaubens und geht über die auf den Einzelnen bezogenen evangelikalen und pietistischen Ansätze hinaus. Die Aufzählung der zu versöhnenden Gruppen –  „Verständigung zwischen den Generationen, sozialen und politischen Gruppen, Parteien, Klassen, Rassen und Völkern“ – erscheint aber doch zeitgebunden. So würden wir heute zum Beispiel nicht mehr von Rassen sprechen. Der Begriff soll sogar aus dem Grundgesetz getilgt werden, da er die Trennung der Menschheit erst konstruiert, die es dann zu überwinden gilt. Die Versöhnung der Rassen ist etwas anderes als die immer noch nötige Bekämpfung des Rassismus. Die Unterteilung der Menschheit entstammt nicht der Bibel, sondern ist Erbe der Kolonialgeschichte. Mit der Unterwerfung Amerikas und Afrikas war die Konstruktion von Rassen und deren unterschiedliche Qualitäten ein Mittel, um die Ausbeutung von Menschen zu begründen.

Ob es auch innerhalb baptistischer Gemeinden in Deutschland Rassismus gibt? Danach sollte man die Mitglieder fragen, die am ehesten rassistischem Verhalten ausgesetzt sind. In meiner Gemeinde, die eigentlich für ihre interkulturelle Vielfalt bekannt war, waren wir der Bitte einer Initiative Schwarzer Menschen in Nordhessen gefolgt. Wir haben eine Ausstellung zum Thema Rassismus in der Kirche gezeigt und schwarze Gemeindemitglieder wurden in einem Film ausführlich interviewt. Zwei der Interviewten bedankten sich bei mir mit Tränen in den Augen, dass sie endlich einmal danach gefragt wurden, wie sie sich fühlen.

Vom Klassengegensatz ist seit dem Ende des Sozialismus in Europa auch nicht mehr die Rede. Die Welt ist aber immer noch eingeteilt in Arme und Wohlhabende. Dass die Menschen am unteren Rand der ökonomischen Möglichkeiten schweigsam sind, heißt nicht, dass es nicht einen tiefen Graben gibt, der auch in der Gemeinde zu spüren ist, es sei denn, die Gemeinde hat sich auf eine einzige gesellschaftliche Schicht konzentriert und besteht nur noch aus Gleichen. Aber dann stellt sich die Frage, ob diese Gemeinde wirklich die Kirche Jesu ist, in der er mit Armen und Reichen zu Tisch sitzt. (Hier ist zum Beispiel an das Gleichnis vom Großen Abendmahl in Lukas 14,15-24 zu denken.)

Ein Lebensbereich, in dem zur Zeit heftige Gegensätze ausgetragen werden, ist die Respektierung unterschiedlicher geschlechtlicher Orientierungen. Die gab es natürlich auch schon bei der Formulierung der RvG, aber Fragen der Rechte von Homosexuellen waren – gerade in der Kirche – noch weitgehend mit einem Tabu belegt. Erst mit der gesellschaftlichen Emanzipation von Menschen mit individueller sexueller Orientierung, die weitgehend ohne Rückendeckung durch Christen erfolgte, stehen die Gemeinden vor der Frage, ob sie wirklich eine Kirche für alle sein wollen, wie es ihrer Berufung entspricht. Oder begnügt sich eine Gemeinde damit, nur für die Mehrheit der Gesellschaft offen zu sein.

Dass die RvG von Grundfreiheiten und nicht von Grundrechten spricht, klingt auf den ersten Blick charmant. Die Formulierung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Freiheit sich auch in Rechten wiederfinden muss. In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 heißt es: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Damit wird ein Wunsch formuliert, der in der Wirklichkeit bis heute mit Füßen getreten wird. 40,2 Millionen Menschen leben in Sklaverei, darunter 71 Prozent Frauen und Mädchen und 10 Millionen Kinder. Eine Sklavin kann man für 80 Euro kaufen. Die Organisation International Justice Mission berichtet, wie viele Produkte in unseren Supermarktregalen und Online-Shops unter Umständen von Sklaven produziert werden und wie man verhindern kann, Sklavenarbeit zu unterstützen.

Dass die Glaubens- und Gewissensfreiheit ausdrücklich erwähnt werden, ist Teil des baptistischen Erbes. Die individuelle Freiheit, seinen Glauben zu wählen, einer Religion anzugehören und sie auch wechseln zu können, ist ein wesentliches Grundrecht. Niemand darf über das persönliche Gewissen eines Menschen Macht ausüben. Ein Volkslied weiß das schon seit langem: „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? Sie rauschen vorbei wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger sie schießen. Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei.“ Aber was ist, wenn sich diese Gedanken in konkreten Taten äußern wollen, wenn man sie weitergeben will oder auch bestimmte Handlungen unterlassen möchte? Dann kommen auch die anderen Menschenrechte ins Spiel, wie das Recht auf Versammlungsfreiheit, auf körperliche Unversehrtheit und auf Meinungsfreiheit. Die Menschenrechte verstehen sich nicht von selbst. So hat die Islamische Liga in ihrer Kairoer Erklärung der Menschenrechte, gerade die individuellen Rechte eingeschränkt und die kollektiven betont. Hier ist politische Wachsamkeit nötig, um das Recht jedes Menschen, seinen Glauben wählen und leben zu können, zu wahren. Dazu gehört auch die Freiheit, überhaupt nicht zu glauben.

Die RvG fordert uns mit diesem Absatz heraus, in unbekanntem Terrain Wege der Versöhnung zu suchen. Es wird Streit geben, welche Wege die richtigen sind, weil es keine vorgefertigten Antworten gibt. Aber der Streit ist notwendig, um Gottes und der Menschen willen.

Einladung zum Weiterdenken

1. Die Debatte um das neue Selbstbestimmungsgesetz, durch das Menschen leichter ihre Geschlechtszugehörigkeit ändern können, macht manche besorgt. Die eindeutige Zuordnung zu einem Geschlecht sei doch schon von Anfang an vorgegeben. Was bedeutet es dann aber, wenn ein – wenn auch geringer – Teil der Menschen nicht so eindeutig als Mann oder Frau identifiziert werden können. Sollen andere über deren Geschlecht entscheiden oder sie selbst?

2. Einige schlagen vor, in der Gemeinde für einen Gebetstag für die verfolgten Christen zu veranstalten. Jemand möchte, dass statt dessen für alle gebetet werden soll, die um ihres Glaubens (oder Unglaubens) willen verfolgt werden. Wie stehst Du zu dem Vorschlag?

Erschienen in: Die Gemeinde 19/2022, S.14-15.

]]>
news-3267 Thu, 15 Sep 2022 13:02:00 +0200 Wachsendes freikirchliches Zeugnis des Glaubens Prof. Dr. Carsten Claußen https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wachsendes-freikirchliches-zeugnis-des-glaubens/ Neun Tage mit buntem Programm und dem Ringen um ein möglichst klares Zeugnis des Evangeliums in den Herausforderungen unserer Zeit. Vom 31. August bis zum 8. September fand in Karlsruhe die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) statt. Insgesamt trafen sich 660 Delegierte und weitere 2.000 Teilnehmende aus aller Welt. Nachdem der BEFG in diesem Jahr einen Mitgliedsantrag beim ÖRK gestellt hat, war Dr. Carsten Claußen, Professor an der Theologischen Hochschule Elstal, als delegierter Beobachter zu der Konferenz eingeladen. Im Folgenden schildert er einige seiner Eindrücke.

Neun Tage voller bunter Gottesdienste mit Liedern in vielen Sprachen, inspirierenden Bibelarbeiten und Austausch in Kleingruppen, internationalen Begegnungen mit Brüdern und Schwestern vieler Konfessionen aus aller Welt und natürlich auch mit kontroversen Beratungen im Ringen um ein möglichst klares Zeugnis des Evangeliums in den Herausforderungen unserer Zeit – so ließe sich die Vollversammlung des ÖRK zusammenfassen. Oder auch mit dem Leitthema der Tagung: „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“. Denn genau diese Liebe Christi war immer wieder in den vielen Begegnungen und im gemeinsamen Feiern spürbar.###3_IMAGES###Erstmals überhaupt fand die Vollversammlung des ÖRK in Deutschland statt. So viele Christen und Christinnen verschiedener Konfessionen aus aller Welt treffen sich sonst nirgendwo wie bei dieser gewöhnlich alle acht Jahre stattfindenden Konferenz. Insgesamt verbindet der ÖRK über 580 Millionen Christinnen und Christen aus 352 Kirchen in mehr als 120 Ländern.

Innerhalb einer kleinen Talkshow, bei der auch BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba anwesend war, begrüßte Dr. Benjamin Simon im Auftrag des ÖRK drei von jenen Kirchen, die sich auf den Weg zur Mitgliedschaft gemacht haben. Neben dem BEFG waren eine reformierte Kirche aus Malawi und eine Pfingstkirche aus Liberia vertreten. Darin spiegelt sich eine deutliche Entwicklung der vergangenen Jahre, die der amtierende Generalsekretär des ÖRK, der rumänisch-orthodoxe Priester Prof. Dr. Ioan Sauca, mit folgenden Worten zum Ausdruck brachte:„Evangelikale und pfingstkirchliche Gläubige, die früher eine gewisse Distanz zum ÖRK wahrten, kommen nun näher, engagieren sich zusammen mit uns und gehen Partnerschaften ein, basierend auf den Werten des Gottesreiches und auf unserem Glaubenszeugnis. Es mag überraschen: Die meisten der in den vergangenen drei Jahren eingereichten Anträge auf Mitgliedschaft im ÖRK kamen von evangelikalen Kirchen und/oder Pfingstkirchen.“###3_IMAGES###Auch der Leiter der Weltweiten Evangelischen Allianz, Bischof Prof. Dr. Thomas Schirrmacher und der Vorsitzende des Pentecostal World Fellowship, Reverend Dr. William M. Wilson, brachten durch persönliche Grußworte die wachsende Verbundenheit mit dem ÖRK zum Ausdruck. So wird das Glaubenszeugnis des ÖRK gestärkt und durch die Stimme der Freikirchen etwas lauter und deutlicher.

Am Sonntag nahmen etwa dreißig Baptisten und Baptistinnen aus aller Welt am Gottesdienst der EFG Karlsruhe teil und wurden von Pastor Hans Kolthoff und den Gemeindegliedern herzlich willkommen geheißen. Die Predigt hielt die französische Theologin Dr. Valérie Duval-Poujol. Bei einem anschließenden Mittagsessen gab es reichlich Gelegenheit zum Austausch.###3_IMAGES###Was bleibt von der Vollversammlung des ÖRK? In den Dokumenten der Vollversammlung ist das Ringen um Versöhnung und Einheit deutlich wahrzunehmen. Hier finden sich unter anderem scharfe Worte gegen den russischen Krieg gegen die Ukraine, deutliche Worte der Hoffnung auf einen gerechten Frieden im Nahen Osten ebenso wie auf der koreanischen Halbinsel, das Drängen hin zu Taten gegen die weltweite Klimakrise, Statements gegen Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Über all dem gilt, wie es in der Abschlussbotschaft heißt: „Wir sind aufgefordert, uns in der Liebe Gottes zu versöhnen und Zeugnis abzulegen für die Liebe, die in Christus offenbart wurde.“ Dieses Zeugnis können wir in Wort und Tat gemeinsam mit den Brüdern und Schwestern aus den vielen Mitgliedskirchen des ÖRK ablegen.

]]>
news-3262 Fri, 09 Sep 2022 08:39:00 +0200 Wanderausstellung zum Täufergedenken Verein „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.“ https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wanderausstellung-zum-taeufergedenken/ Eine Wanderausstellung zum Täufergedenken kann ab sofort ausgeliehen oder gekauft werden. Die Wanderausstellung zum Täufergedenken ist fertiggestellt. Auf acht Roll-ups werden Informationen zur Geschichte der Täufer vermittelt und jedes „gewagt!“-Jahresthema anhand von zwei Biografien vertieft. Fragen zu den Jahresthemen laden zur Reflexion und Diskussion ein. Eingesetzt werden kann die Ausstellung bei Gemeinde-Events, ökumenischen oder kommunalen Veranstaltungen, bei Tagungen oder Großverstanstaltungen.

Zum ersten Mal wurde die Ausstellung bei der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe gezeigt.
 
Die Roll-ups können ausgeliehen oder gekauft werden. Es gibt eine deutsche und eine englische Version.

Das Täufergedenken, das im Jahr 2025 begangen wird, erinnert an den täuferischen Zweig der Reformation im 16. Jahrhundert, auf den sich eine Reihe von Kirchen und Freikirchen weltweit berufen. Viele Christen und Christinnen wollten als mündige Menschen gemeinsam und konsequent ein an biblischen Maßstäben orientiertes Leben führen; insbesondere die Bergpredigt mit ihrem Aufruf zu Nächstenliebe und Gewaltverzicht bot Orientierung.

]]>
news-3263 Thu, 08 Sep 2022 10:19:19 +0200 Raus aus der Komfortzone https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/raus-aus-der-komfortzone-1/ Der Verein Andere Zeiten e.V. fördert kreative Projekte von Gemeinden und Gruppen und verleiht einen Missionspreis. Der Verein Andere Zeiten e.V. fördert kreative Projekte von Gemeinden und Gruppen und verleiht einen Missionspreis, dieses Jahr zum Thema „Raus aus der Komfortzone: Wie gelingen Begegnungen mit Kirchen- und Glaubensfernen?“

Viele Menschen, auch in Gemeinden des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), kennen den ökumenischen Verein Andere Zeiten e.V. in Hamburg. Der Verein hat das weit gefasste missionarische Ziel, Menschen in Verbindung zu Glauben und Kirche zu bringen, unter anderem durch Materialien und Initiativen zum Kirchenjahr.

Besonders bekannt wurde „Andere Zeiten“ mit dem Kalender „Der andere Advent“, der seit 25 Jahren erscheint, im letzten Jahr mit 710.000 verkauften Exemplaren. Mit den daraus erzielten Erlösen fördert der Verein fortlaufend Projekte von Gemeinden und Gruppen, die die Menschen in ihrer Sehnsucht nach Sinn und Spiritualität abholen und kreativ zum Glauben einladen. „Förderanträge können mit einer Projektbeschreibung und einem Kostenplan jederzeit gestellt werden und werden großzügig und wohlwollend vom Vereinsvorstand behandelt“, so Pastorin i.R. Andrea Schneider. Sie berichtet, dass einige BEFG-Gemeinden bereits von „Andere Zeiten“ eine Förderung erhalten haben, was ihrem Projekt maßgeblichen Schub gegeben hat. Aus den geförderten Projekten wählt der „Andere Zeiten“-Vorstand jedes Jahr besonders innovative Projekte als Kandidaten für den jährlich von „Andere Zeiten“ vergebenen Missionspreis aus. Aber auch unabhängig von einer Vorstandsempfehlung können sich Gemeinden und Initiativgruppen um den Missionspreis bewerben.

Andrea Schneider, Vertreterin der Freikirchen in der Jury des Missionspreises, macht Mut, sich sowohl um eine Förderung als auch um den Missionspreis zu bewerben: „Es lohnt sich.“ So wurde zum Beispiel schon 2008 das von Carsten Hokema initiierte Projekt „ewigkite“ entscheidend gefördert. Im Jahr 2020 gewann zusätzlich zu einer fünfstelligen Fördersumme das Projekt des Eisenbahnwaggon-Cafés der EFG Elstal den 1. Andere Zeiten-Missionspreis. Nach Ende der Corona-Beschränkungen konnte dieser Preis im Mai 2022 bei einem Missionspreisfest in Kassel feierlich gewürdigt werden.

Der Missionspreis hat jedes Jahr ein Rahmenthema. Für das Jahr 2023 lautet es: „Raus aus der Komfortzone: Wie gelingen Begegnungen mit Kirchen- und Glaubensfernen?“ Andrea Schneider hofft, dass es zu diesem Thema viele Projekte in BEFG-Gemeinden gibt, und freut sich auf entsprechende Bewerbungen.

Einsendeschluss dafür ist der 31.Dezember. Weitere Informationen zur Förderung und zum Missionspreis finden sich unter www.anderezeiten.de.

]]>
news-3245 Thu, 01 Sep 2022 12:15:00 +0200 Der eine Leib Christi und die getrennten Kirchen Manfred Ewaldt und Ulf Beiderbeck https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-eine-leib-christi-und-die-getrennten-kirchen/ Von John Wesley gibt es das geflügelte Wort: „Meine Gemeinde (parish) ist die Welt.“ Will die Welt, inklusive der anderen Kirchen, das überhaupt und brauche ich nicht doch eine Heimatgemeinde? Von John Wesley (Gründerfigur des Methodismus) gibt es das geflügelte Wort: „Meine Gemeinde (parish) ist die Welt.“ Will die Welt, inklusive der anderen Kirchen, das überhaupt und brauche ich nicht doch eine Heimatgemeinde?

Die Überschrift dieses Abschnittes der „Rechenschaft vom Glauben“ nimmt uns sofort hinein in die ökumenische Spannung dieses Themas. „Ein Leib“ und „getrennte Kirchen“ – solche Trennung des einen Leibes kann nicht gut sein! Wir kennen es zwar nicht anders, aber wenigstens in der Theorie haben wir alle das Gebet Jesu bejaht, dass wir eins sein sollen (Joh 17, 22f). Bekanntermaßen ist das auch mit leiblichen Geschwistern nicht immer so einfach. Da bleibt vieles offen und unvollkommen. Warum sollte es unter Christen besser laufen?

Auch unsere Rechenschaft vom Glauben steigt auf der Erfahrungsebene ein. Gemeinschaft ist real sicht- und erlebbar. Die örtliche Versammlung der Glaubenden ist der Rahmen. Das wird besonders im Vollzug der Taufe und in der Teilnahme am Abendmahl erlebbar. Letzteres wird umschrieben als Brotbrechen. Das passt zum Bild des Leibes. Soll so die noch nicht mögliche Abendmahlsgemeinschaft mit einigen Kirchen umschifft werden?

Überhaupt empfinden wir die Beschreibung der örtlichen Versammlung in Abhängigkeit von den beiden traditionellen evangelischen Sakramenten problematisch. Kann Gemeinde nicht auch in gemeinsamer Anbetung, Diakonie und Evangelisation als Gemeinschaft erlebt werden, die Nachfolgegemeinschaft ausmacht?

Einheit des Leibes Christi und Eph 4,1-6

Zwei Mal kommt der Bibeltext aus Epheser 4, 3-6 als Beleg vor: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe usw. Mehr „ein“ geht nicht. Dabei müssen wir bedenken, dass gerade die „eine Taufe“ uns zwar mit fast allen anderen Christen verbindet, aber in dem besonderen Zusammenhang von Glauben und Taufe, den wir betonen, auch wieder unterscheidet. Diese Spannung ist auszuhalten, nicht nur von der Minderheit der Kirchen in täuferischer Tradition. Auch die anderen Kirchen haben ihr Problem damit.

Die Charta Oecumenica als „Selbstverpflichtung der europäischen Kirchen und ökumenischen Organisationen“ nimmt ebenfalls Epheser 4,3-6 als Ausgangsbasis für die Berufung zur Einheit. Es ist der Bezug auf das gemeinsame Fundament, die gemeinsame Hoffnung und Berufung in die Nachfolge zu dem einen Gott, der uns zusammenhält. Sie formuliert das Ziel, ein gemeinsames Verständnis der Heilsbotschaft Christi zu erarbeiten, das sichtbare Einheit inklusive der gegenseitigen Anerkennung von Taufe und volle Abendmahlsgemeinschaft ermöglicht.

Nicht die ganze Welt umarmen, aber offen bleiben

Der Leib Christi umspannt die ganze Welt. Aber wir können nicht die ganze Welt umarmen. Es bleibt eine Spannung zwischen überschaubarer Ortsgemeinde und abstrakter überfordernder Größe des gesamten Leibes Christi. Schon innerhalb derselben Kirche ist nicht immer die Einheit auf den ersten Blick zu erkennen. Trotzdem wollen wir uns aufeinander einlassen.

Schon im Neuen Testament gab es diese Probleme, die sogar in die Gemeinden hineinwirkten. In Galatien hatten die Christen mit jüdischem Hintergrund die Tischgemeinschaft mit den nichtjüdischen Christen aufgekündigt. An dieser Stelle ist Paulus extrem empfindlich, vgl. Galater 2. Da ermahnt er sogar öffentlich Petrus (oder Kephas, wie er ihn in hebräischer Version nennt), den Grundfels der Kirche.

In unserer Zeit tritt Konfession an die Stelle der Volkszugehörigkeit damals. Und auch wenn ein offenes Abendmahl heute von Seiten der Baptisten kein Problem sein mag, so war es doch in unserer Geschichte lange nicht möglich. Dass es heute anders ist, lässt hoffen, selbst dieses Problem zu überwinden.

Vielfalt als Chance

So wird die Verschiedenheit unterschiedlicher Konfessionen und Kirchen in der RvG zwar als Chance für „bereichernde Vielfalt“ gesehen, aber doch auch als Hindernis für die „sichtbare Gemeinschaft“ und damit für ein „glaubwürdiges Zeugnis“ in der Welt. Wenn die Christen nicht miteinander können, ist es schwer, die Liebe Gottes zu begreifen.

Es kommt darauf an, die anderen trotz ihrer differierenden Einsichten wertzuschätzen. Wir müssen damit umgehen, dass Kirchen und Gemeinden ihren Glauben in sehr unterschiedlicher Weise leben. Immerhin schenkt der Geist die vielen Gaben. Gott hat keinen Einheitschristen geschaffen, sondern sucht die Einheit der Christen. Und die Verschiedenheit der Kirchen bietet unterschiedlichen Menschen die Chance, sich in einer davon einzugliedern. Die Chancen, dass unterschiedliche Menschen eine Heimat für sich und ihren Glauben finden, überwiegen unseres Erachtens die Probleme der Konfessionen bei Weitem.

Auch wenn andere Christen sich mal irren, kündigen wir ihnen nicht die Gemeinschaft auf. Wir wollen uns nicht bekämpfen, sondern arbeiten und beten für die Einheit, zu der uns Gott führen soll. Die Charta Oecumenica geht sehr weit in der Erwartung an das Miteinander der Kirchen: „Wir verpflichten uns, auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu handeln, wo die Voraussetzungen dafür gegeben sind und nicht Gründe des Glaubens oder größere Zweckmäßigkeit dem entgegenstehen.“

Sichtbare Einheit als Herausforderung

Die sichtbare Einheit der Kirchen und Gemeinden muss unser dauerhaftes Ziel bleiben. Bei einem Besuch im Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf berichtete ein dortiger Gesprächspartner, dass die Zahl der Mitglieder im ÖRK sinke. Das Positive im Klang seiner Stimme überraschte uns, wurde aber gleich deutlich, als er sagte: „Es treten keine Kirchen aus, aber immer wieder passiert es, dass Kirchen sich zusammenschließen [So ist unser schwedischer baptistischer Schwesterbund seit einigen Jahren Teil der Equmeniakyrkan, international unter dem Namen Uniting Church of Sweden bekannt]. Das freut uns natürlich.“ Allerdings musste er auch zugeben, dass viele dieser Zusammenschlüsse durch äußere Faktoren in Gang gekommen waren, Druck und Verfolgung, Schrumpfung, fehlende Leitungspersönlichkeiten u.a.m.

Trotzdem ist es ein guter Weg, wenn Christen entdecken, dass sie auch miteinander eine Kirche sein können. Das ist eine bleibende Herausforderung für jeden Christen in der Gemeinschaft aller Glaubenden.

Wir haben als BEFG beschlossen, die Mitgliedschaft im ÖRK zu beantragen, um auch äußerlich die Bewegung aufeinander zu sichtbar zu machen. Gemeinsam auf dem Weg sein, öffnet mehr Kontaktflächen zum Austausch und Gebet füreinander. So kann Christus verherrlicht werden und zwar sichtbar in dieser Welt.

Einladung zum Weiterdenken:

 - Weiß ich nicht nur, welche anderen Kirchen und Konfessionen im Umfeld meiner Gemeinde vorkommen, sondern auch, was sie prägt und aktuell beschäftigt?

- Der Text behauptet, dass wir für Erneuerung, mehr gegenseitige Anerkennung und Einheit beten. Wollen und tun wir das in unseren Gemeinden, in unserem Gebet?

- Welche Schritte „aufeinander hin“ passieren schon, können wir uns vorstellen und nehmen wir uns vor?

Erschienen in: Die Gemeinde 18/2022

]]>
news-3253 Thu, 01 Sep 2022 11:00:00 +0200 Besuch der Ausstellung „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ Friedemann Gillert https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/besuch-der-ausstellung-hey-hamburg-kennst-du-duala-manga-bell/ „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“– eine Einführung in die Ausstellung aus baptistischer Sicht „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ heißt die Ausstellung im „MARKK – Museum am Rothenbaum“ in Hamburg. Darin geht es um die Lebensgeschichte der kamerunischen Königsfamilie und deren friedlichen Widerstand gegen die Gier der Kolonialherren. Friedemann Gillert von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Eberswalde hat eine Einführung in die Ausstellung aus baptistischer Sicht erarbeitet. Gemeinsam mit jungen Christen und Christinnen verschiedener ethnischer Herkunft vom Projekt Triple C hat er die Hamburger Ausstellung besucht und die Geschichte der kamerunischen Prinzessin Maria Mandessi Bell erzählt.

Fast jedes deutsche Gymnasium wirbt damit, dass Austauschschüler unterrichtet werden, schließlich verschafft der Kontakt mit fremden Kulturen eine neue Weltsicht.

Dass Reisen bildet, wussten auch unsere Vorfahren und so sorgten finanziell unabhängige Eltern auch im vergangenen Jahrhundert dafür, dass ihre Sprösslinge im Ausland neue Erfahrungen sammeln konnten.
Was haben wohl die Eltern der kamerunischen Prinzessin Maria Mandessi Bell geplant, als sie ihre Tochter im Jahr 1911 aus der Kolonie Kamerun nach Deutschland reisen ließen? Das Elternhaus der Familie glich, wie alte Fotos beweisen, so manch gutbürgerlichem deutschen Haushalt im Kaiserreich. Schwere Gründerzeit-Möbel, Teppiche, Silbergeschirr, … all das umgab die junge Maria in ihren Kinderjahren. Es muss für die junge Prinzessin aus der alten afrikanischen Duala-Familie bescheiden gewirkt haben, als sie in das deutsche Kaiserreich kam und bei eher ärmlichen Pastorenfamilien freundlich aufgenommen wurde. Sie wurde Mitglied in den Baptistengemeinden Wolfsdorf, Eberswalde und Berlin.

Überall bestaunte man das schwarze, dichte Haar, die wunderschöne dunkle Haut der jungen Frau. Maria versprühte Charme und Liebreiz. Trotz ihrer Jugend, Maria war erst fünfzehn Jahre alt, war sie mit einem gebildeten jungen Mann der afrikanischen Oberschicht (Adolf Ngoso Din) verlobt.

Zwischen den jungen Leuten muss es eine tiefe Zuneigung gegeben haben. Maria war durchaus mit der Verlobung einverstanden. Ihrer Zukunft als Ehefrau eines vermögenden Mannes schien nichts im Weg zu stehen.

Bis hierhin ist der Lebenslauf des jungen Paares durchaus wenig spektakulär, doch die große Politik mischt sich in das Leben dieser sympathischen Frau dramatisch ein.

Deutschland nennt sich „Schutzmacht“, vertritt aber nur eigene koloniale Ziele. Die Konflikte der unterschiedlichen europäischen Länder eskalieren, der erste Weltkrieg steht unmittelbar bevor.
Inmitten dieser Kriegstreiberei versucht ihr Verlobter, als Abgesandter des Königs, Gehör beim deutschen Kaiser zu finden. Er findet Unterstützung durch Reichstagsabgeordnete und Anwälte.

All diese Dinge erzählte ich einer christlichen Jugendgruppe, die die Ausstellung „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ besuchte. Junge Menschen, die annehmen, dass unschuldige Menschen weder im Gefängnis landen dürfen, noch dass Ihnen Schaden an Leib und Leben zugeführt werden darf. Erschüttert vernehmen die jungen Leute, wie Maria miterlebt, dass in ihrem netten Gastland ihr Verlobter inhaftiert und später unter dem Vorwand des Hochverrates sogar zum Tode verurteilt wird. Er vertraute, wie der König in Kamerun, darauf, dass der deutsche Kaiser ein christlicher Herrscher sei und deutsches Recht gilt. Maria erlebt kurz nach Ausbruch des ersten Weltkrieges ihre erste schwere Lebenskrise: Ihr Verlobter wird ein Opfer deutscher Kolonialpolitik.

Unfassbar, dass Maria nicht ihren unerschütterlichen Glauben an einen liebenden Gott verliert. Sie verurteilt nicht ihre deutschen Freunde, denen sie auch nach dem Krieg im Glauben tief verbunden bleibt.
Diese starke Frau reift an ihren Schicksalsschlägen. Sie lebte in Kamerun, im Senegal und in Frankreich, wo sie schließlich ihre Kinder alleine in Paris erzieht und als Netzwerkerin im Universitätsviertel Quartier Latin für alle afrikanischen und karibischen Studenten Ansprechpartnerin wird. Die antikoloniale Bewegung der Negritude hatte dort und im Verlag ihrer Tochter ein Hauptzentrum.

Junge Menschen in Deutschland und in Kamerun brauchen Vorbilder im Glauben, im Vertrauen und in der Standhaftigkeit gegenüber jeder Willkürherrschaft. Zwei Jahrzehnte nach ihrem Tod habe ich von Maria Mandessi Bell gehört, die von 1912 bis 1914 zu meiner Gemeinde gehörte. Sie beeindruckt mich bis heute immer wieder. Ich habe das Gefühl, dass dies nicht nur mir so geht, sondern auch manchem Besucher der Ausstellung.

]]>
news-3254 Wed, 31 Aug 2022 15:54:22 +0200 Connected: Stand des BEFG bei #LK22 Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/connected-stand-des-befg-bei-lk22/ Passend zum Thema der Konferenz „Connected“ (verbunden) nutzte der BEFG seinen Stand beim Willow Creek Leitungskongress, um sich zu vernetzen – und seine Bildungsarbeit vorzustellen. Passend zum Thema der Konferenz „Connected“ (verbunden) nutzte der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) seinen Stand beim Willow Creek Leitungskongress #LK22 Ende August in Leipzig, um sich zu vernetzen. Vertreterinnen und Vertreter der Theologischen Hochschule Elstal und der Akademie Elstal stellten die Bildungsarbeit des Bundes vor.

Vom 25. bis 27. August kamen bei dem Kongress 4.650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Messe Leipzig und an acht Übertragungsorten zusammen. Redner und Rednerinnen wie der Theologe Prof. Dr. Michael Herbst, die US-amerikanische Neurowissenschaftlerin Prof. Tali Sharot, der Gemeindegründer Renke Bohlen, die Theologin Daniela Mailänder oder der Gründer der „International Justice Mission“ Gary Haugen gaben zahlreiche praxisnahe und ermutigende Impulse, wie Leiterinnen und Leiter Herausforderungen bewältigen und Gemeinde bauen können. Wege zu finden, um nach den Umbrüchen durch die Corona-Pandemie wieder mit Menschen in Verbindung zu kommen – dieses Motiv zog sich wie einer roter Faden durch die Tage. Jan Primke vom BEFG-Arbeitskreis Musik und Gemeinde war Teil der Band, die in jeder Session einen mitreißenden Lobpreis gestaltete.

„Die Suche nach dem Aufbruch: Wie kann es in diesen unsicheren Zeiten vorangehen?“ Diese Frage zog sich für Daniel Mohr, den Leiter der Akademie Elstal, durch den Leitungskongress und auch durch viele Gespräche am Stand des BEFG: „Darin ging es um die Suche nach dem passenden Studienplatz, die Weiterbildung von Gemeindeleitungen und den Umgang mit ganz unterschiedlichen Gemeindesituationen – oft herausfordernd, aber auch mit viel Freude und einem guten Kaffee.“ Gesine Möller, Studentin an der Theologischen Hochschule Elstal, führte anregende Gespräche zu den Bildungsangeboten. So sei eine Person über die Möglichkeit begeistert gewesen, dass auch in der zweiten Lebenshälfte ein Theologiestudium möglich ist und eine Perspektive bietet. Und auch die „Möglichkeiten der Schulungen durch die Akademie“ seien auf positive Resonanz gestoßen.###3_IMAGES###Neben Gesprächen über die Angebote des BEFG und seiner Bildungseinrichtungen fand auch viel inhaltlicher Austausch statt. So waren für Agathe Dziuk, Referentin für Diakonie und Gesellschaft an der Akademie, „die Gespräche eine gute Möglichkeit, ein Stimmungsbild bezüglich der Fragen und Bedürfnisse unserer Ortsgemeinden – nicht nur auf meinen Arbeitsschwerpunkt bezogen – einzufangen“.

Für Prof. Dr. Oliver Pilnei von der Theologischen Hochschule war es nicht nur „sehr schön, etliche Elstaler Absolventinnen und Absolventen zu treffen und sich auszutauschen.“ Ebenso sei die Vernetzung mit Vertretern von Hochschulen, die nicht im eigenen Netzwerk sind, für ihn „erhellend und hilfreich“ gewesen.

Auch für BEFG-Generalsekretär und „Willow Creek Deutschland“-Vorstandsmitglied Christoph Stiba ist die überkonfessionelle Vernetzung ein großer Mehrwert der Leitungskongresse. „Bei Willow geht es darum, sich mit Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen zu vernetzen, um neue Impulse für die Mitarbeit und die Leitung in Kirche und Gemeinde zu suchen und zu teilen.“

Auf der Seite von „Willow Creek Deutschland“ lassen sich die Impulse des #LK22 in mehreren Berichten nachlesen.

]]>
news-3252 Thu, 25 Aug 2022 11:15:13 +0200 "Das ‚innere Haus‘ der Menschen muss wieder aufgebaut werden“ Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/das-innere-haus-der-menschen-muss-wieder-aufgebaut-werden/ Bei seinem Besuch im Ahrtal konnte sich Udo Hermann ein Bild von der Situation der Menschen vor Ort machen und den Fluthilfe-Seelsorger Klaus Haubold (Bild) in seinem Wirkungsfeld erleben. „Diese Flut hat nicht nur die Immobilien erschüttert, sondern auch unsere Seelen“, so die Worte einer Wirtin aus dem Ort Ahrweiler zu Udo Hermann, der vom 12. bis 14. August das Ahrtal besuchte. Bei seinem Aufenthalt konnte sich das Mitglied des Lenkungsausschusses der Fluthilfe und der Geschäftsführung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ein Bild von der Situation der Menschen vor Ort machen und den Fluthilfe-Seelsorger Klaus Haubold in seinem Wirkungsfeld erleben.

„Über ein Jahr nach der Flut geht es zwar immer noch um die Wiederherstellung der zerstörten Gebäude, vor allem aber geht es darum, dass ‚das innere Haus‘ der betroffenen Menschen wiederaufgebaut wird.“ Dieses Fazit zieht Udo Hermann nach seinen Gesprächen mit den Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Schuld, Dernau, Altenburg und Altenahr.

„Es war sehr bewegend, sich die Geschichten der Leute von der Flutnacht anzuhören. Viele haben noch die Schreie im Ohr, die sie in jener Nacht gehört haben, ohne helfen zu können“, berichtet er. „Ein Ehepaar erzählte mir, dass der Mann zu Beginn der Überflutung das Haus verließ, um anderen zu helfen. Er kam dann nicht mehr ins Haus zurück und rettete sich zu einer Kirche, die auf einer Anhöhe stand. Von dort aus konnte er sein Haus sehen, bei dem das Wasser immer höher stieg. Da auch das Handynetz zusammengebrochen war, war es ihm nicht möglich, mit seiner Frau Kontakt aufzunehmen. ‚Ich wusste nicht, ob sie noch am Leben war‘, schilderte er die bangen Stunden, die er durchlebte. Die Frau hatte sich ins Obergeschoss gerettet. Weit entfernt von der Küche mit den Messern. ‚Ich hatte solche Angst vor dem Wasser, ich weiß nicht, ob ich mir sonst mit einem Messer das Leben genommen‘, sagte sie mir.“ Ebenso erschütternd für Udo Hermann war die Nachricht, dass sich erst kürzlich zwei junge Ersthelfer das Leben genommen haben. „Ob die Traumata der Flutnacht dafür ursächlich sind weiß niemand. Aber so wird es im Ahrtal erzählt und gedeutet. Was aber fest steht: Die Folgen der traumatischen Erlebnisse sind noch gar nicht abzusehen.“###3_IMAGES###Um der seelischen Not dieser und anderer Menschen zu begegnen, wird Pastor Klaus Haubold am 1. September als Beauftragter für pastorale Seelsorge gemeinsam vom BEFG und von Bund Freier evangelischer Gemeinden (Bund FeG) angestellt. Der Vertrag des gemeinsamen Fluthilfe-Koordinators, Ralf Beyer, läuft noch in diesem Jahr aus. Die Seelsorgetätigkeit im Ahrtal übt Klaus Haubold schon länger aus. Sein Wohnhaus war ebenfalls von den Wassermassen überschwemmt worden. Mit einem vollgelaufenen Keller kam er im Vergleich zu anderen Flutopfern jedoch noch glimpflich davon. „Die grausamen Leidgeschichten, die ich im Laufe der Zeit gehört habe, werde ich wohl nie wieder vergessen“, meint er.

Für die Menschen vor Ort, so sagt er, sei es wichtig, dass sie jemanden zum Reden haben und professionelle Hilfe erfahren. Dabei greift er auf ein Netzwerk von Seelsorgerinnen und Seelsorgern aus beiden freikirchlichen Gemeindebünden zurück. Dieses Netzwerk leistet wertvolle Arbeit für die von den Folgen der Flut Betroffenen – nicht nur im Ahrtal. Der Fluthilfefonds von BEFG und dem Bund FeG unterstützt diese wichtige Hilfe mit Kostenübernahmen, wo sie nötig sind.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Hoffnungswerk e.V. sind schon seit den ersten Tagen nach der Flut für die Betroffenen da. Der Verein wurde nach der Flutkatastrophe gegründet, um Menschen in Not zu unterstützen. Nach der praktischen Hilfe am Anfang stehen jetzt Begegnungen und Gespräche im Mittelpunkt des Engagements. Zwei Café-Busse, ein Kids-Bus, ein Begegnungsort in Ahrweiler und bald ein Begegnungsort in Altenahr helfen dabei und auch eine Traumapädagogin ist vor Ort. Das eine oder andere Projekt des Hoffnungswerks wurde schon mit Geldern aus den Fluthilfefonds unterstützt. Nun soll die Stelle von Klaus Haubold mitfinanziert werden, dessen positive Akzeptanz in der Dorfgemeinschaft bei diesem Besuch deutlich wurde. So berichtet Udo Hermann: „Klaus Haubold kennt wirklich jeden. Als wir mit dem Auto fuhren, hielt er zweimal an, um jemanden zu begrüßen. Als wir durch die Straßen liefen, winkte er hier, grüßte dort und kannte alle, die wir trafen, mit Namen. Ganz oft blieben wir auch stehen, er stellte mich vor und ich konnte mich mit den Leuten unterhalten.“ Diese hätten ihn umstandslos in ihre frisch renovierten Häuser eingeladen und offen von dem erzählt, worunter sie immer noch leiden: „Die Menschen im Ahrtal freuen sich über jeden der kommt und dieses wunderbare Stückchen Erde besucht. Es ist für sie eine starke moralische und auch finanzielle Unterstützung in ihrem Bemühen ihre Heimat wiederaufzubauen. Sie freuen sich über ehrliches Interesse und sind nur zu gerne bereit zu erzählen.“###3_IMAGES###Zur Arbeit von Leuten wie Klaus Haubold und den Engagierten vom Hoffnungswerk sagen sie anerkennend: „Ihr seid gekommen, Ihr habt geholfen und vor allem: Ihr bleibt“ - Sätze wie diesen hören die Helferinnen und Helfer immer wieder und sind dafür dankbar.

Viel Grund zur Dankbarkeit gab es auch beim Abschluss des Besuches von Udo Hermann. Gemeinsam mit der Baptisten-Kirche Dormagen feierte er ein Jahr nach der Flut den Wiedereinzug in das Gemeindezentrum, dessen Sanierung mit Geldern aus dem BEFG-Fluthilfefonds unterstützt worden war. Gleichzeitig wurde im Gottesdienst auch der langjährige Gemeindepastor Roger Bahr verabschiedet. So stand dieser Tag unter Überschrift „Neubeginn und Aufbruch“. „Da wurde viel Segensreiches und Gutes deutlich und es war wirklich spürbar, dass Gott auch durch Krisenzeiten trägt“, sagte Udo Hermann. „Den Menschen im Ahrtal und in anderen Gegenden, die von der Flut getroffen wurden, wünsche ich von Herzen, dass sie diese Erfahrung auch machen können.“

]]>
news-3251 Thu, 25 Aug 2022 10:00:00 +0200 „I have a dream“ Marisa Lange / Stiftung Creative Kirche https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/i-have-a-dream-1/ Am 28. August jährt sich der Tag an dem Martin Luther King seine „I have a dream“-Rede gehalten hat. Sein mutmachender Appell zum gesellschaftlichen Zusammenhalt ist auch Thema des Chormusicals. Er war ein Hoffnungsträger für Millionen, ein unerschrockener Aktivist gegen Rassismus und ein begnadeter Prediger: Mit seiner legendären „I have a dream“-Rede am 28. August 1963 – vor 59 Jahren – führte der Baptistenpastor Martin Luther King seinen Zuhörerinnen und Zuhörern in Washington ein Amerika vor Augen, in dem Schwarze und Weiße wie Brüder und Schwestern gleichberechtigt miteinander leben.

Dieser mutmachende Appell zum gesellschaftlichen Zusammenhalt ist bis heute aktuell – gerade in Krisenzeiten wie diesen: 10.000 Sängerinnen und Sänger des Chormusicals Martin Luther King tragen den Geist von „I have a dream“ in den kommenden Monaten in Konzerthallen in zwölf Städte im deutschsprachigen Europa.

Vieles haben Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler in den letzten Jahrzehnten im Kampf gegen Diskriminierungen aller Art erreicht. Doch zeigen zum Beispiel gezielte Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA und rassistische Vorfälle im Alltag auch bei uns, wie viel noch zu tun bleibt. Das Plädoyer des Friedensnobelpreisträgers King für Mut und Zivilcourage ist also keineswegs angestaubt und überholt: Er hat Menschen motiviert, sich auf den Weg zueinander zu machen, sich für eine bessere Gesellschaft zu engagieren – gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten, ohne Gewalt, überzeugt von der guten Sache.

Der US-Pastor zeigte damals den Menschen, dass jede und jeder etwas bewegen kann. Entscheidend dabei ist, sich für eine Sache nicht allein, sondern mit anderen zusammen einzusetzen. Gemeinsam statt allein: Ein solcher Zusammenhalt untereinander wird dringend benötigt, auch in Deutschland und Europa in der aktuellen Zeit. Zusammenhalten, gemeinsam Handeln – dafür stehen und davon singen auch die Chöre und das Musicalensemble des King-Musicals.

Das Herzstück einer jeden Aufführung ist der „Mega-Chor“, bestehend aus Laien-Sängerinnen und -sängern, die bei eigenen und gemeinsamen Proben die 22 mitreißenden Lieder des Stückes einüben. Mitsingen kann jede und jeder, unabhängig von einer Mitgliedschaft in Chor oder Kirche. Die jüngste Sängerin ist 7 Jahre alt, der älteste 91 Jahre alt. Am Tag der Aufführung vereinen sich die Stimmen des zwischen 500 und 1.300 Personen starken Chores zusammen mit den Musicalprofis zu einem eindrucksvollen Klangerlebnis. Insgesamt sind es 10.000 Aktive.

Die Botschaft von Pastor King von der Gleichberechtigung aller Menschen ist eine konkrete politische Utopie, nach der bis heute viele streben. Sie hat Ernst und Tiefe – und wird im Chormusical doch spannend, unterhaltsam und gefühlvoll in einer imposanten und einzigartigen Bühnenshow präsentiert.

Bei den bisher 20 Aufführungen in den Jahren 2019 und 2020 begeisterten 16.000 Sängerinnen und Sänger weit über 61.000 Zuschauende.

Das Engagement des Projektes für Verständigung und Menschenrechte wurde durch das Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) gewürdigt. Verliehen durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ist das Chormusical Preisträger des Wettbewerbes „Aktiv für Demokratie und Toleranz“. Der BEFG ist Kooperationspartner des King-Musicals.

]]>
news-3250 Tue, 23 Aug 2022 13:22:00 +0200 Unterwegs auf den Spuren der Täufer des 16. Jahrhunderts Mennonitischer Geschichtsverein e. V. https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/unterwegs-auf-den-spuren-der-taeufer-des-16-jahrhunderts/ Eine 20köpfige Gruppe aus Mennoniten und Baptisten hat sich im August 2022 auf den Weg gemacht, um mehr über die Täufer des 16. Jahrhunderts zu „erfahren“. Eine 20köpfige Gruppe aus Mennoniten und Baptisten hat sich im August 2022 auf den Weg gemacht, um mehr über die Täufer des 16. Jahrhunderts zu „erfahren“ – überwiegend mit dem Fahrrad, aber auch zu Fuß oder mit dem Bus. Dabei standen die Biographien unterschiedlicher Täufer und Täuferinnen im Mittelpunkt, die die erstaunliche Vielfalt des mitteldeutschen Täufertums repräsentieren. Eingeladen hatte der Mennonitische Geschichtsverein, der zusammen mit anderen Akteuren die Erinnerung an die Täuferbewegung der Reformation wachhalten und pflegen will – gerade auch im Hinblick auf die erste Glaubenstaufe, die sich im Jahr 2025 zum 500. Mal jährt.

In Eisenach lernte die Gruppe Fritz Erbe kennen, einen Täufer, der zwischen 1533 und 1548 im Storchenturm und auf der Wartburg gefangen gehalten wurde. Der Grund: Er hatte sein Kind nicht zur Taufe gebracht. Nächste Station des Radpilgerwegs war Reinhardsbrunn bei Gotha, wo 1530 sechs Frauen und Männer hingerichtet worden waren. Sie waren die ersten Täufer, die unter einer lutherischen Regierung umgebracht wurden. Besonders berührte das Schicksal von Barbara Unger, die nach ihrer Taufe zusammen mit ihrem Mann untertauchte, um sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen, und ihre vier Kinder zurückließ. Am Spirituellen Zentrum in Reinhardsbrunn empfing Pfarrer Christfried Bölter die Pilger und berichtete von den Plänen, am Hinrichtungsort, dem Igelsteich, einen Gedenkort zu schaffen. Die Gruppe wanderte von Reinhardsbrunn zum Igelsteich und legte dort Steine mit den Namen der Hingerichteten ab.

In Erfurt setzte sich die Radpilgergruppe mit den apokalyptischen und mystischen Strömungen des mitteldeutschen Täufertums auseinander, hatte doch in Erfurt 1527 eine Gruppe um den Kürschner Hans Römer versucht, die Herrschaft in der Stadt durch einen gewaltsamen Umsturz an sich zu reißen.

Von Erfurt aus unternahm die Gruppe einen Ausflug ins Saaletal. Dort besuchte sie das Karlstadt-Museum in Orlamünde, das an den Reformator Andreas Bodenstein von Karlstadt erinnert. Er gilt als einer der „Väter“ des Täufertums im Saaletal südlich von Jena. Nächste Station war Kleineutersdorf, wo an Hans Peißker erinnert wird, in dessen Mühle täuferische Versammlungen stattfanden. Im November 1535 wurde dort eine 16köpfige Täufergruppe verhaftet und von Philipp Melanchthon verhört. Die Pilgergruppe ließ sich auf der Leuchtenburg die Verliese zeigen, in denen die Täufer gefangen gehalten wurden. Drei Männer aus dieser Gruppe, nämlich Hans Peißker, Jobst Möller und Heinz Kraut, wurden 1536 am Ufer der Saale bei Jena hingerichtet. Und auch dort wurden Steine mit den Namen der Hingerichteten zum Gedenken abgelegt. Die Gruppe hofft, dass am Saaleufer bald ein dauerhafter Erinnerungsort geschaffen werden kann.

„Es hat uns sehr bewegt, dass Menschen für ihren Glauben den Tod in Kauf genommen haben“, sagte Astrid von Schlachta, die Vorsitzende des Mennonitischen Geschichtsvereins. Demnächst wird eine Broschüre erscheinen, die über die Biographien der hingerichteten mitteldeutschen Täuferinnen und Täufer informiert. Die Broschüre, die beim Mennonitischen Geschichtsverein bestellt werden kann, wird auch Hinweise geben, wie die einzelnen Stationen aufgesucht werden können.

]]>
news-3243 Tue, 16 Aug 2022 11:58:47 +0200 Gemeindegründung weiterdenken Klaus Schönberg, Referent für Gemeindegründung https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gemeindegruendung-weiterdenken/ 40 Gründer und Gründerinnen im BEFG trafen sich vom 5. bis 7. August in der Ferienstätte „Auf dem Ahorn“. 40 Gründer und Gründerinnen im BEFG trafen sich vom 5. bis 7. August in der Ferienstätte „Auf dem Ahorn“. Das GründungsLab ist das jährliche zentrale Meeting für Weiterbildung, Inspiration und Ermutigung im Bereich Gemeindegründung. Vorbereitet wird das Treffen vom GründungsHub. BEFG-Gemeindegründungsreferent Klaus Schönberg berichtet.

Als Hub bezeichnet man im Englischen einen Verbindungs- oder Knotenpunkt. Der GründungsHub ist ein Thinktank für Gemeindegründung im BEFG. Die Mitglieder verstehen sich als Vordenkerinnen und Vordenker der Gemeindegründung. Das Hub ermöglicht, die ganz unterschiedlichen Gründungsmodelle im BEFG miteinander zu verbinden.###3_IMAGES###Das Thema, eine Startup-Kultur zu entwickeln, wurde vom Hauptreferenten Stefan Hänsch vom ICF Berlin kompetent, inspirierend und persönlich entfaltet. Trainiert wurde das freie Sprechen anhand eines zufälligen Stichwortes mit anschließendem Feedback. Im kollegialen Coaching lernten die Gründer und Gründerinnen eine neue Methode und erlebten, wie hilfreich eine gegenseitige Beratung auf Augenhöhe sein kann. Rouven Hönes (Gundelfingen) und Simon Kreiter (Kirchardt), die beide gerade einen weiteren Standort als Multisite-Church gegründet haben, brachten einen inspirierenden Input zum Thema Gemeindemultiplikation. Mit einem Schwert in der Hand hielt Stefan Panter (Saarbrücken) eine eindrückliche Andacht über die in Epheser 6,11-18 beschriebene Waffenrüstung Gottes.

Intensive Gebetszeiten, Lobpreis und ein Raum der Stille, gestaltet durch Katrin Böttche (Plauen), halfen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des GründungsLabs, das Gehörte zu verankern. Die abendliche Wein-Lounge rundete die vollen Tage ab. Christoph Busch (Deggendorf) sagte, dass er „erschöpft angekommen war, aber inspiriert und ermutigt wieder gefahren ist“. Die sechs Inputs des GründerLabs wurden als Live-Podcast aufgenommen. Sie werden ab August im Gruendercast, dem Podcast zum Thema Gemeindegründung, veröffentlicht.

Fotos: Christoph Busch

]]>
news-3242 Wed, 10 Aug 2022 10:29:21 +0200 Mutig und mit Herz in die Welt gehen Mirko Thiele https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/mutig-und-mit-herz-in-die-welt-gehen-1/ Vom 1. bis 6. August kamen 500 Menschen zum Bundesjugendtreffen (BUJU) nach Otterndorf, um unter dem Thema „Mutiges Herz“ Gott und das Leben zu feiern. Vom 1. bis 6. August kamen 500 Menschen zum Bundesjugendtreffen (BUJU) nach Otterndorf, um unter dem Thema „Mutiges Herz“ Gott und das Leben zu feiern. Mirko Thiele, Referent für Kommunikation im Gemeindejugendwerk (GJW), berichtet.

Vier Jahre mussten wir warten - und es hat sich gelohnt! Bei vielen Jugendlichen war die Vorfreude besonders groß, war es für sie doch das allererste BUJU, weil wir uns pandemiebedingt 2020 und 2021 nicht treffen konnten. Neben den Teilnehmenden aus BEFG-Gemeinden konnten wir auch etwa 70 junge Geflüchtete aus der Ukraine begrüßen.

Inspiration für das BUJU-Thema war das hebräische „Ometz Lev“ aus Psalm 27. „Ein mutiges, festes, starkes und zuversichtliches Herz ist genau das, was junge Menschen brauchen, um im Blick auf die Zukunft, nicht verzagt den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sie mit Gottvertrauen und Ideenreichtum zu gestalten“, ist Udo Rehmann, Leiter des Gemeindejugendwerks, überzeugt. Und so wurde das BUJU eine Woche, in der junge Menschen Glaubensschritte gehen konnten, weil sie gemerkt haben, dass es Gott ist, der ihrem Leben Hoffnung und ein Ziel gibt.

In gemeinsamem Lobpreis mit der BUJU-Band, Bibelarbeiten morgens und inhaltlichen Sessions an den Abenden entfalteten wir miteinander die inhaltliche Tiefe und Vielfalt, die sich hinter den zwei Worten „Mutiges Herz“ verbirgt. Christoph Bartels, Natalie Georgi, Benedikt Elsner und Maximiliane Kedaj predigten ermutigend und herausfordernd über das pumpende, das zerbrochene, das starke und das brennende Herz. Für die ukrainischen Teilnehmenden gab es Synchronübersetzungen, damit sie auch den Predigten folgen konnten###3_IMAGES###Aus einer großen Auswahl an Seminaren zu unterschiedlichen Glaubens- und Lebensthemen konnten die Teilnehmenden die aussuchen, die für sie relevante Themen vertieften: „Dein Leben als Gottes Geschichte“ zum Beispiel oder „Gebet im Alltag“ oder auch „Wie umgehen mit schwierigen Bibeltexten?“

Schaut Euch die Bilder und Videos vom BUJU auf www.buju.de an! Die sind bunt, wild, voller Lebenslust und Freude. Sportangebote, Open Stage, Essensstände, all das war ein wichtiger Teil von einem BUJU, das das Leben und die Gemeinschaft feiert. Nora (15) hat in dem bunten Festivalprogramm viele besondere Momente erlebt. „Für mich haben Teezeremonien, Lobpreis, Gespräche mit alten und neuen Freunden und die gesamte Stimmung das BUJU richtig besonders gemacht“, erzählt sie. „An jeder Ecke des BUJU hat man Herzlichkeit, Offenheit und Zusammenhalt gespürt. Das Gefühl, mit vielen Leuten für das gleiche Thema zu brennen und sich darüber in tiefen Gesprächen austauschen zu können, hat mir in den letzten Jahren mit Corona besonders gefehlt.“

Wenn Menschen Jesus begegnen, von Gedanken über Gott bewegt werden, lässt sich das oft nicht präzise in Worte fassen, geschweige denn auf Bildern festhalten. Nora beschreibt ihre persönlichen Erlebnisse so: „Mir ist in den Morningsessions immer wieder bewusst geworden, dass Jesus ganz Mensch und ganz Gott war, dass er also genau weiß, wie es sich anfühlt, Mensch zu sein und Probleme zu haben. Dass zu seiner menschlichen Seite auch Verletzlichkeit und Hoffnungslosigkeit gehörten, hat mir die Geschichte im Garten Gethsemane in der Predigt von Natalie Georgi sehr deutlich vor Augen geführt.“ ###3_IMAGES###Es war nie das eine oder das andere – Das Leben feiern und Gott begegnen ist beim BUJU eng miteinander verwoben. Dennis Sommer vom Seelsorgeteam zieht folgende Bilanz: „Ich konnte erleben, wie sehr die Teilnehmenden und Mitarbeitenden das BUJU vermisst hatten. Die Atmosphäre seit der ersten Session war voll von guter Aufregung, purer Freude und Glaubenssehnsucht. Die Tiefe der Gespräche und die Offenheit der Menschen in der Seelsorge haben mich beeindruckt.“

Und „unterm Strich“? Nun, das ist das Schöne am BUJU, darunter wird kein Strich gezogen. Dahinter steht immer ein Doppelpunkt: Die Erlebnisse und Entscheidungen des BUJU wirken weiter nach, begleiten uns in den Alltag, prägen das Leben vieler Menschen, lange nachdem der letzte BUJU-Song verhallt ist.

]]>
news-3240 Wed, 03 Aug 2022 13:19:26 +0200 Gerechtigkeit als sichtbares Zeichen von Gottes Reich Dr. Michael Gruber mit Originalmeldungen von Merritt Johnston (BWA) https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gerechtigkeit-als-sichtbares-zeichen-von-gottes-reich/ Über 600 Baptistinnen und Baptisten aus mehr als 65 Ländern nahmen an der Jahrestagung des Baptistischen Weltbundes (BWA) im US-Bundesstaat Alabama teil, 150 von ihnen online. Über 600 Baptistinnen und Baptisten aus mehr als 65 Ländern nahmen vom 10. bis 15. Juli an der Jahrestagung des Baptistischen Weltbundes (BWA) im US-Bundesstaat Alabama teil, 150 von ihnen online. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause befassten sich die Teilnehmenden, darunter drei Delegierte aus Deutschland, bei der ersten hybriden BWA-Konferenz schwerpunktmäßig mit der Frage, wie Christen sich für die Gleichbehandlung von Menschen – unabhängig von deren Hautfarbe und Kultur – einsetzen können.

Erklärtes Ziel der Konferenz war es, sich theologisch mit Gerechtigkeit auseinanderzusetzen und Werkzeuge zu entwickeln, wie die BWA, ihre Mitgliedsbünde und deren Gemeinden sich für Gleichbehandlung einsetzen können. Im Eröffnungsgottesdienst wurde der berühmte Baptistenpastor und Menschenrechtler Dr. Martin Luther King zitiert: „Unsere Generation wird eines Tages nicht nur die hasserfüllten Worte und Taten der schlechten Menschen zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der guten.“ Dem habe die BWA schon immer etwas entgegengesetzt und werde es in dieser herausfordernden Zeit weiterhin tun, so die Botschaft.

Die BWA-Arbeitsgruppe für ethnische Gerechtigkeit, zuständig für die inhaltliche Planung der Konferenz, hatte das Grundsatzpapier „Ausgleichende ethnische Gerechtigkeit – ein Ruf zu aufblühender Gerechtigkeit“ verfasst, das von den Delegierten der Konferenz einstimmig angenommen wurde. Auch die auf Basis des Papiers entwickelte Resolution „Ausgleichende ethnische Gerechtigkeit“ verabschiedete die Konferenz. Darin wird festgehalten, dass weltweit zu beobachtende Entwicklungen „ein erneuertes Engagement für die zeitlosen Prinzipien ethnischer Gerechtigkeit und menschlicher Freiheit erfordern, basierend auf der grundlegenden theologischen Überzeugung, dass alle Menschen in Gottes Bild gemacht sind und es deshalb verdienen, mit Respekt behandelt zu werden und aufblühende Gerechtigkeit zu genießen“. Die Resolution schließt mit der Empfehlung, dass alle Baptisten das Grundsatzpapier studieren und sich vor Ort in ihren Kommunen dafür einsetzen sollen. Die Delegierten verabschiedeten eine weitere Resolution zum Schwerpunktthema der Konferenz. Diese beschreibt „eine biblische Grundlage für Reparationsleistungen für von Menschenhandel Betroffene“ und erkennt an, dass es an vielen Orten und in vielen Nationen auch heute noch „Auswirkungen von Menschenhandel“ (im Original „slavery“, also Sklaverei) gibt.###3_IMAGES###Zwei weitere Resolutionen, die von den Delegierten verabschiedet wurden, befassen sich mit der Situation in der Ukraine sowie in Myanmar. Die Ukraine-Resolution verurteilt die „nicht provozierte und ungerechtfertigte Invasion des souveränen Staates Ukraine durch Russland“ und ruft „die EU, die G7 und andere internationale Zusammenschlüsse zu einer Verdopplung ihrer Unterstützung für die Ukraine“ auf. Die Resolution lobt den Einsatz des ukrainischen Baptistenbundes und der Bünde anderer Länder sowie der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) und der BWA für Geflüchtete. Die Myanmar-Resolution verurteilt den Militärputsch vom Februar 2021. Seitdem sei die Gewalt in ihrem Land eskaliert und habe zu unermesslichem Leid geführt, wie die Präsidentin des Asiatischen Baptistischen Frauenbundes, Vernette Myint Myint San, berichtete. Die Resolution fordert für Myanmar „eine echte Demokratie, in der die Rechte religiöser und ethnischer Minderheiten geachtet werden“.

Der Einsatz gegen Rassismus wurde während der Konferenz von ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet. So lud etwa das BWA-Hilfswerk Baptist World Aid zu einem Gespräch zum Thema „Entkolonialisierung von Hilfsprojekten: eine Frage der Gerechtigkeit“ ein. BWAid-Direktorin Marsha Scipio betonte, es gelte, versteckte Strukturen der Benachteiligung niederzureißen: „Es ist für unseren Sektor herausfordernd, sich zu transformieren, indem Befugnisse und Ressourcen an die Menschen vor Ort übergeben werden.“

Der Menschenrechtspreis der BWA wurde an Dr. Daniel L. Buttry übergeben. Thomas Klammt würdigte den Baptistenpastor, Leiter und Missionar in seiner Laudatio dafür, dass er weltweit als Anwalt für Versöhnung tätig war. Mit seinem Lebenswerk „Peace Warriors“ (Friedenskrieger) hat sich Buttry für Gewaltlosigkeit und Frieden eingesetzt und war weltweit als Mediator tätig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag in Indien und Myanmar. Dort, im ehemaligen Burma, wirkte er unter anderem von 1989 bis 1992 als einziges nicht-burmesisches Mitglied im Friedenskomitee mit, das zwischen der Militärregierung und Aufständischen vermittelte. Später leitete er dort ein internationales Team, das den Prozess der Versöhnung unterstütze.###3_IMAGES###Neben Klammt, der als Referent für Integration und Fortbildung für den BEFG arbeitet und der BWA-Exekutive angehört, waren auch der Student Jonathan Kedaj und Prof. Dr. Andrea Klimt von der Theologischen Hochschule Elstal bei der Jahrestagung dabei. Klimt arbeitet in den BWA-Kommissionen „Theologische Ausbildung“ und „Baptistische Spiritualität und Anbetung“ mit. „Auch in den Kommissionen wurde überwiegend zum Thema Rassismus gearbeitet“, so Klimt. Eine Arbeitsgruppe habe sich etwa damit befasst, wie in multiethnischen, multikulturellen und missionsorientierten Kontexten – sensibel für Rassismus – über Gerechtigkeit gepredigt werden kann. Auch ging es um die Frage, wie man mit künstlerischen Elementen wie Musik oder Bildern mit Menschen arbeiten kann, die durch Rassismus traumatisiert wurden. „In den einzelnen Arbeitsgruppen bin ich hautnah mit der leidvollen Erfahrung meiner afroamerikanischen Geschwister und der Geschwister aus den Kolonialländern in Berührung gekommen und auch mit ihrer Freude über die verabschiedeten Resolutionen“, so Klimt. „Die Hoffnung auf Veränderung war spürbar, und wir selbst sind ein Teil dieser Veränderung, wenn wir uns für Gerechtigkeit, Versöhnung und Reparationen einsetzen.“

Im „National Memorial for Peace and Justice“ in Montgomery (Alabama), der nationalen Gedenkstätte der Vereinigten Staaten für die Opfer der rassistischen Lynchjustiz in dem Land, fand am Ende ein Gottesdienst statt. Bryan Stevenson, der die Errichtung der Gedenkstätte maßgeblich vorangetrieben hatte, sagte in seiner Predigt: „Ich bin überzeugt, dass das Gegenteil von Armut Gerechtigkeit ist.“ Stevensons Worte hätten ihn besonders beeindruckt, so der Elstaler Student Jonathan Kedaj, der als Mitglied der BWA-Initiative für Religionsfreiheit 21Wilberforce an der Jahrestagung teilnahm: „Bryan Stevenson setzt sich als Anwalt und Bürgerrechtler für die Rechte Verurteilter ein. Seine Predigt legte den Finger auf Rassismus, Ungleichheit und Machtmissbrauch.“ BWA-Präsident Dr. Tomás Mackey, Generalsekretär Dr. Elijah Brown und andere BWA-Offizielle formulierten eine Selbstverpflichtung der BWA im Einsatz gegen Rassismus. Mackey sagte: „Als Gottes Volk kommen wir aus allen Himmelsrichtungen zusammen, als Repräsentanten der baptistischen Familie, und geloben feierlich in der Gegenwart des dreieinen Gottes, Gerechtigkeit im Allgemeinen, speziell jedoch ethnische Gerechtigkeit hochzuhalten als ein sichtbares Zeichen von Gottes Reich.“

]]>
news-3238 Fri, 29 Jul 2022 11:04:55 +0200 Unbequemes: Bitte streichen!? Andrea Kallweit-Bensel, BEFG-Präsidiumsmitglied, Pastorin, Dozentin an der BTA Wiedenest https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/unbequemes-bitte-streichen/ Wie kann „Gemeindezucht“ in einem Zug mit Seelsorge heute noch in einem Glaubensbekenntnis vorkommen? „Sollte dieser Abschnitt nicht endlich umgeschrieben werden? – „Das mit der Gemeindezucht haben wir doch hoffentlich längst hinter uns!“ – „Seelsorge ist annehmend und nicht ausgrenzend!“ Wie kann „Gemeindezucht“ in einem Zug mit Seelsorge heute noch in einem Glaubensbekenntnis vorkommen?

Der Abschnitt zu „Seelsorge und Gemeindezucht“ ist derzeit der umstrittenste in der „Rechenschaft vom Glauben“ (RvG). Dabei wirft vor allem der zweite Teil Fragen auf.

Im ersten Absatz geht es um die Seelsorge in der Gemeinde. Diese wird zunächst in ihrer umfassendsten Form beschrieben: Menschen, die in der geistlichen Gemeinschaft der Gemeinde Jesu leben, sind füreinander da. Sie trösten und ermutigen einander. Sie beten füreinander. Sie teilen Freuden und Ängste miteinander: „Einer trage der anderen Last“ (1. Petr 4,10f.; Gal 6,2). Das geschieht in der Gemeinde, weil sie Gemeinde Jesu ist. Gemeinde ist von Christus gesetzt als heilende Gemeinschaft, als ein Ort, der zum Leben und zur Nachfolge befähigt. Darum ist ein ganzer Abschnitt in der RvG der Seelsorge gewidmet. Es geht um Ermutigung, um Trösten, um Zurechtbringen. Gemeinde Jesu ist Lebens-Ermöglicherin.

Doch dann: Bitte streichen! Das ist vielfach die erste Reaktion, wenn jemand den zweiten Absatz, in dem es um Gemeindezucht geht, liest. Darf man denn über einen Menschen und seinen Glauben urteilen? Darf man jemanden aus der Gemeinde ausschließen?

Viele Ältere erinnern sich daran, dass noch in den 1970er Jahren, als die RvG formuliert wurde, Gemeindezucht häufig dann praktiziert wurde, wenn es um Fragen von Liebe und Sexualität ging. So mussten sich damals noch vielfach Paare, die unverheiratet ein Kind erwarteten, vor der Gemeinde entschuldigen. Zusammenleben ohne Trauschein hatte häufig den Ausschluss aus der Gemeinde oder zumindest den Ausschluss aus der Mitarbeit zur Folge. Gemeindezucht wurde in der Praxis häufig sehr einseitig verstanden. Nämlich als: „Bitte streichen! Wenn Du nicht so lebst, wie wir es für richtig halten.“ Noch früher waren Ordnung und Sauberkeit zu Hause ein Kriterium für geordnetes Christsein. Heute ist das anders. Sollten wir dann diese Sätze aus der RvG nicht bitte endlich streichen?

Allerdings: Der Absatz zu Gemeindezucht ist nicht so einseitig zu lesen. Hier geht es zunächst einmal um die Frage, wie mit denjenigen Gemeindemitgliedern zu verfahren ist, bei denen der Glaube erkaltet ist. Menschen also, die schon jahrelang keinen Kontakt zur Gemeinde mehr pflegen. Hier fragen sich viele Gemeinden, spätestens beim jährlichen Überweisen der Bundesbeiträge, ab wann denn gelten kann: Bitte Streichen! Die RvG setzt ausdauerndes seelsorgerliches Bemühen voraus, also kein vorschnelles Streichen, sondern einen langen Atem, ein Mitgehen auf der „zweiten Meile“. Aber sie nimmt es auch ernst, dass manche Menschen ihrer Gottes- und Gemeindebeziehung keine Bedeutung mehr zumessen. Eine Gemeinde, die sich als von Christus zueinander und zu ihm in Beziehung gestellt sieht, wird auch eine solche Entscheidung, die mit dem inneren und äußeren Verlassen der Gemeinde verbunden ist, ernst nehmen. Das wird sich dann auch im Mitgliederverzeichnis niederschlagen. Dabei darf es nicht in erster Linie um die Beiträge gehen, sondern um die Frage nach dem Gemeindeverständnis: Als EFGs verstehen wir uns als eine – mehr oder weniger – verbindliche Gemeinschaft von Nachfolgern Jesu. Wir haben in unseren Gemeinden durchaus einen weiten Raum für die Gestaltung dieser Verbindlichkeit, aber dieser Raum endet auch. Das ist in der Regel da, wo keinerlei Kontaktwunsch mehr gegeben ist. Das „Bitte streichen!“ bleibt dennoch mit der Hoffnung und dem Gebet verbunden, dass Menschen zurückfinden in die Gemeinschaft.

Auch wenn es sich meistens um einen schmerzlichen Schritt handelt, werden viele den Gedanken noch mitdenken können, dass es auch ein Ende der Mitgliedschaft geben kann. Schwierig wird es bei folgendem Satz in der RvG: „Bei wissentlicher und willentlicher Verfehlung und Sünde gegen Gottes offenbaren Willen und dem Verharren darin kann die Gemeinde nur noch zu diesem Mittel der Gemeindezucht greifen.“ Bitte streichen! Darf man das denn tun? Und wenn ja: Wann? Sollen wir diese Sätze aus der RvG nicht endlich bitte streichen?

Noch stehen sie da. Und vielleicht ist es gut, sich mit den angeschnittenen Fragen auseinanderzusetzen. Hilfreich ist ein Blick auf die Bibeltexte, die diesem Abschnitt in der RvG zugeordnet sind: In Matthäus 18,15ff. geht es um offensichtliches Fehlverhalten – welcher Art das ist, wird nicht benannt. Dieses soll nicht breitgetreten werden, darüber soll nicht hergezogen werden, sondern der betreffende Mensch soll zur Umkehr herausgefordert werden, und zwar in geordneten Schritten. Und selbst, wenn am Ende „Bitte streichen!“ steht, dann „sei er dir wie ein Zöllner und Heide“, für den Jesus gekommen ist, damit er zurückgewonnen wird. Diese Hoffnung drückt auch die RvG sehr deutlich aus. Der Text in 1. Korinther 5,1-13 bezieht sich auf eine Beziehung, die im damaligen säkularen Umfeld als absolut schändlich galt und durch die die Gemeinde öffentlich in Misskredit gebracht worden ist. Die herangezogenen Texte reden also von öffentlich bekanntem Fehlverhalten, durch das die Gemeinde beschädigt wurde. In beiden Texten geht es schlussendlich um das Zurechtbringen und Gewinnen.

Auch im heutigen Kontext gibt es ethischen Fragen, die problematisch im Miteinander und für das Ansehen der Gemeinde sind. Die Themen haben sich geändert. Heute wird darauf geachtet, ob sich ein Christ diskriminierend verhält oder äußert – und was das für seine Mitarbeit in der Gemeinde bedeutet. Gemeinde wird sich weiterhin die Frage stellen müssen, wie verbindliche Christus-Nachfolge auch ethisch erkennbar wird. Und sie wird fragen, wie sie Menschen – sich selbst – zum Nachdenken und zur Umkehr bringt. Nicht durch Übereinander-Reden, sondern Miteinander-Reden. Nicht von oben herab, sondern, wie es die RvG ausdrückt, immer „in der Beugung darüber, nicht fest genug geglaubt und nicht innig genug geliebt zu haben“.

Bitte streichen? Es kann sein, dass dieser Abschnitt in der RvG in den nächsten Jahren überarbeitet wird. Aber die Frage nach einem heilsamen Umgang mit menschlichem Fehlverhalten und Sünde ist weiterhin zu stellen. Denn, wenn Gemeinde verbindlich in der Nachfolge Jesu lebt, dann wird sie als Lebens-Ermöglicherin in seinem Sinne leben und damit auch Menschen zurücklieben wollen. Auch das gehört zur Seelsorge.

Und dann heißt es: „Darf sich ändern!“

Einladung zum Weiterdenken

1. Wie reden wir übereinander in der Gemeinde? Und was können wir da besser machen? 

2. Streichen? Oder wie lang darf unser Atem sein?

3. Welche ethisch relevanten Themen der Nachfolge stehen in unserem heutigen Denken im Fokus und wie gehen wir mit denjenigen um, die das anders sehen und leben, als wir es für gut halten?

Erschienen in: Die Gemeinde 17/2022, S. 18-19.

]]>
news-3230 Sun, 24 Jul 2022 08:34:00 +0200 Berufen und begabt, selbständig und verbunden Prof. Dr. Oliver Pilnei, Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/berufen-und-begabt-selbstaendig-und-verbunden/ Der fünfte Abschnitt von Teil 2 der Rechenschaft vom Glauben (RvG) thematisiert die Grundstruktur und Gestalt der Gemeinde Jesu. Der fünfte Abschnitt von Teil 2 der Rechenschaft vom Glauben (RvG) thematisiert die Grundstruktur und Gestalt der Gemeinde Jesu. Das geschieht anhand der drei Stichworte Geistesgaben, Dienste und Ordnungen, die in jeweils einem Absatz entfaltet werden. Ziffer 5 antwortet somit auch auf die Frage, was die Leitung der Gemeinde legitimiert und wie sie auszuüben ist.

Mit der gottesdienstlichen Feier und dem Genuss der Gnadenmittel (Abschnitte 1-4) geht das Geschenk von Gnadengaben und Charismen einher. Unter Bezug auf die einschlägigen neutestamentlichen Texte (1Kor 12-14; Röm 12,1-8; Eph 4,11-16) wird im ersten Satz unterstrichen, dass Sinn und Zweck der Charismen ausschließlich in der Auferbauung des Leibes Christi bestehen. Da alle Glieder mit Gnadengaben beschenkt sind, wirken alle am Aufbau der Gemeinde mit. Sämtliche Fragen, die Form und Gestalt der Gemeinde betreffen, sind daher im Blick auf dieses Ziel zu bedenken.

Mit drei Begriffspaaren werden Gaben benannt, die Gottes Geist insbesondere gibt, um dieses Ziel zu erreichen. Damit wird unterstrichen, dass diese Gaben eine besondere Funktion für das übergeordnete Ziel erfüllen, dem die Gemeinde als Ganze dient. Daher müssen diese Gaben, wie der zweite Absatz zeigt, geordnet werden. Es handelt sich um Gaben, die das Evangelium inhaltlich erschließen (Verkündigung und Lehre), anderen seine Lebenskraft weitergeben (Liebe und Fürsorge) und die Gemeinde orientieren (Leitung und aktuelle Weisung).

Der Ansatz bei den Gnadengaben führt die Verfasser der Rechenschaft vom Glauben zu der weitreichenden Festlegung, dass das Priestertum aller Gläubigen die der Gemeinde von Jesus gegebene Grundstruktur ist. Diese Aussage liegt in der Logik der Argumentation. Wenn jeder Christ durch den Glauben an Christus selbst direkt Zugang zu Gott hat und wenn durch das Wirken des Geistes Gottes jedes Glied am Leib Christi mit Gaben beschenkt ist, dann muss sich das auf die Gestalt der Gemeinde auswirken. Die reformatorische Entdeckung der Rechtfertigung durch den Glauben wird somit konsequent auf die Gestalt der Kirche angewendet. Damit unterscheidet sich das baptistische Bekenntnis allerdings von anderen protestantischen (Frei)Kirchen, wie z. B. der Evangelisch-methodistischen Kirche, die eine bischöfliche Struktur hat.

Die getroffene Festlegung weckt natürlich sofort die Folgefrage, wie die vielfältigen Gnadengaben so ausgeübt werden, dass sie nicht zu einem Durcheinander führen, sondern eine dienende, bereichernde und stärkende Wirkung haben. Darauf geht der zweite Absatz ein, indem er festhält, dass Frauen und Männer in spezielle Dienste berufen und für diese ausgebildet werden. Es kommt zu einem Miteinander von Ämtern, also speziellen – und so müsste ergänzend gesagt werden: ordinierten – Diensten und allgemeinen Geistesgaben. Dass die RvG in diesem Zusammenhang ausdrücklich von Ämtern spricht, ist deutlich zu kennzeichnen. Sie beugt damit dem weitverbreiteten Missverständnis vor, Baptisten würden keine Ämter kennen. Das tun sie aber aus gutem Grund. Deshalb bildet der BEFG gezielt für diese Ämter aus und ordiniert geeignete Personen, indem er sie öffentlich und feierlich beauftragt. Im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden handelt es sich um die Dienste von Pastoren, Diakonen und – im Christusforum (ehem. Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden) – Pastoralreferenten. Frauen und Männer werden aus guten theologischen Gründen gleichermaßen für diese Ämter ordiniert.

Als sachliche Begründung für die Berufung in spezielle Dienste nennt die RvG die „besondere Begabung durch den Heiligen Geist“, die bei einzelnen Personen erkannt wird. Ergänzend wäre die dem Reformator Martin Luther folgende Begründung zu nennen, dass die Gemeinschaft der Gläubigen eine solche Ordnung erfordert, weil nicht alle immer und zur gleichen Zeit verkündigen, unterweisen und leiten können. Um des Friedens und der Auferbauung willen ist die Berufung in und die Ausbildung für Ämter und das Delegieren von Aufgaben erforderlich.

Der letzte Satz des zweiten Absatzes will das Verhältnis von Geistesgaben und Ämtern klären, ist aber nicht eindeutig, wenn er festhält, dass sie „in gleicher Weise der Sammlung und Sendung der Gemeinde Jesu Christ dienen“. Die Wendung „in gleicher Weise“ kann entweder auf Geistesgaben und Ämter bezogen werden. Dann würde richtigerweise festgehalten, dass mit der Unterscheidung der beiden Größen keine Wertung vorgenommen wird. Sie sind nicht ungleich, sondern gleich! Allerdings würde dann unterschlagen, dass die Weise durchaus unterschiedlich ist: die einen sind hauptamtlich, in Form einer Anstellung tätig, die anderen ehrenamtlich. Das muss wahrgenommen, reflektiert und verantwortlich gestaltet werden, denn das Miteinander von haupt- und ehrenamtlichen Diensten kann auch eine Quelle für Konflikte sein. Die Wendung ließe sich aber auch auf „Sammlung und Sendung“ beziehen. Dann würde ausgesagt werden, dass Geistesgaben und Ämter sowohl dem einen als auch dem anderen dienen. Aber das versteht sich eigentlich von selbst.

Der dritte Abschnitt führt den Gedanken dahingehend weiter, dass er aus dem bisher Gesagten zum einen die Selbständigkeit der Ortsgemeinde ableitet, zum anderen im gleichen Atemzug die Verbundenheit der Gemeinden untereinander hervorhebt, die in Gestalt des Gemeindebundes zum Ausdruck kommt. Damit wird dem Missverständnis vorgebeugt, die Gemeinschaft der Gemeinden sei ein beliebiger Aspekt, dem sich eine gleichsam autarke Ortsgemeinde je nach Bedarf und Finanzlage auch entziehen kann. Die Selbständigkeit der Ortsgemeinde und die Verbundenheit mit anderen Gemeinden gehören als einander ergänzende und bereichernde Prinzipien zum Wesen der Gemeinde Jesu Christi, denn die VerBUNDenheit „durch den einen Herrn und den einen Geist“ ist ein Instrument „der Sendung der Gemeinde in dieser Welt“.

Einladung zum Weiterdenken

1. Welche Aspekte in diesem Abschnitt der RvG sind überraschend oder auch irritierend neu?

2. Welche Stärken und Schwächen am Prinzip der selbständigen Ortsgemeinde nehmt ihr wahr?

3. Welche Impulse für die Förderung von Charismen und die Leitung der Gemeinde könnt ihr den erwähnten Bibeltexten und dem hier behandelten Abschnitt der RvG entnehmen?

4. Wie können ehren- und hauptamtliche Dienste einander sinnvoll ergänzen und bereichern? Welche gegenseitigen Erwartungen erschweren das?

5. Wie gestaltet eure Gemeinde die Verbundenheit mit dem BEFG bzw. einzelnen Gemeinden? Wie könnte sie ggf. intensiviert werden?

Erschienen in: Die Gemeinde 15+16/2022.

]]>
news-3234 Fri, 22 Jul 2022 10:18:53 +0200 Hilfe für die Ukraine Matthias Blum, Eva Maria Czysch, Holger Meyer und Thomas Maier https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/hilfe-fuer-die-ukraine/ Im Rahmen der Hilfsaktion „Immanuel Albertinen hilft“ fährt seit Ende März alle 14 Tage ein Hilfstransport nach Chełm in Polen. Die baptistische Immanuel Albertinen Diakonie hat in Kooperation mit dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) die Hilfsaktion „Immanuel Albertinen hilft“ für die Ukraine gestartet. In Abstimmung mit den Baptistenbünden in der Ukraine und in Polen fährt seit Ende März alle 14 Tage ein Hilfstransport nach Chełm in Polen. Konzerngeschäftsführer der Immanuel Albertinen Diakonie Matthias Blum sowie die Mitarbeitenden Eva Maria Czysch, Holger Meyer und Thomas Maier berichten, was sie vor Ort erlebt haben.

Ein Stück dem Krieg näher

Von unserem Logistikzentrum in Werder an der Havel bei Berlin aus führt eine Autobahn direkt bis in die Ukraine. Gefühlt, ohne auch nur einmal abzubiegen. Berlin, Frankfurt/Oder und dann nur noch geradeaus an Warschau und Lublin vorbei. Über 800 Kilometer, das sind knapp 8 Stunden Fahrt mit dem Auto. Wir sind unterwegs, um uns direkt einen Eindruck vor Ort zu machen. Unser Ziel: die kleine polnische Gemeinde Chełm, nur 25 km von der polnisch-ukrainischen Grenze entfernt. Wir, das sind Matthias Blum, Eva Maria Czysch, Holger Meyer und Thomas Maier, alle von der Immanuel Albertinen Diakonie. Matthias Blum, der gleichermaßen auch unser Fahrer ist, bringt uns mit Sicherheit und Ausdauer ans Ziel und wohlbehalten wieder zurück.

Als wir in Chełm ankommen, steuern wir direkt die dortige Baptistengemeinde an. Wir sind verabredet mit Jonasz. Er ist 30 Jahre alt und der Sohn des Pastors. Eigentlich ist er Senior Wirtschaftsprüfer bei einer der großen internationalen Organisationen und lebt in einer anderen Stadt. Aber als der Krieg in der Ukraine ausbrach und dann über Nacht plötzlich der Flüchtlingsstrom nach Polen begann, war die Baptistengemeinde gefragt und Jonasz. Vor etwas mehr als 50 Jahren hatte diese Gemeinde eine moderne Backsteinkirche gebaut. Eigentlich viel zu groß, wie Jonasz uns erzählt. Die rund 90 Gemeindeglieder mit im Schnitt 70 sonntäglichen Gottesdienstbesuchern konnten die räumliche Größe bisher bei weitem nicht füllen. Aber nun stellte sich die Größe des Gebäudes als wesentlicher Hilfs-Baustein dar.

Die großen Herausforderungen werden gemeinsam gemeistert

Von Tag zu Tag kommen immer mehr Geflüchtete und die ankommenden Hilfesuchenden müssen versorgt werden mit Essen, zum Teil mit Kleidungsstücken und vor allem aber mit humanen Schlafmöglichkeiten. Ab den ersten Tagen wird die Kirche zur Anlaufstelle: Sie wird ausgeräumt für Schlafbetten und Verpflegungsplätze. Freiwillige Helferinnen und Helfer müssen gefunden und angeleitet werden. Es stellt die Gemeinde vor extreme Herausforderungen. Innerhalb von drei Monaten werden in der Baptistengemeinde in Chełm über 4.800 Menschen versorgt. Insgesamt fanden bis zu 280 Schlafbetten in der Kirche Platz. Der finanzielle und logistische Aufwand kommt schnell an seine Grenzen. Es zeigt sich, dass das Netzwerk der Baptistengemeinde trägt und auch die Menschen in der Nachbarschaft unterstützen tatkräftig.

Nicht nur aus dem polnischen Gemeindebund kommt Hilfe, sondern auch die internationale Gemeinschaft trägt. Dazu gehört auch der deutsche Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Zusammenarbeit mit der Immanuel Albertinen Diakonie. Im Rahmen der gemeinsamen Spendenaktion „Immanuel Albertinen hilft“ liefern wir über unsere Logistik- und Einkaufsgesellschaft Hospital LogiServe umgehend Lebensmittel und medizinisches Material. Seit Ende März fährt alle 14 Tage ein LKW nach Chełm.###3_IMAGES###

Viele großartige freiwillig Mitarbeitende sind da

Wir sind sehr bewegt und bewundern zugleich die Entschlossenheit von Jonasz und den vielen ehrenamtlichen Helfern. Doch das ist noch nicht alles.

Die Baptistengemeinde in Chełm hat am Rande des Ortes eine große Lagerhalle angemietet und kauft inzwischen mit Spendenmitteln Lebensmittel von den Großhändlern, um sie dann mit großen 38-Tonner-LKWs zusammen mit den von uns gelieferten medizinischen Artikeln in die Ukraine zielgerichtet zu den Menschen zu bringen. Jonasz hat sich auch bereits persönlich ein Bild von der Lage in der Ukraine gemacht. Er berichtete von Irpin, Butscha und Kiew. Bis hinter die Frontline des Krieges ist er gefahren, um sicher zu gehen, dass die Lieferungen dort ankommen, wo sie benötigt werden und dort auch verteilt werden können. Zweimal wöchentlich macht sich inzwischen ein LKW Richtung Kiew auf. 1.200 Paletten mit Hilfsgütern wurden innerhalb der letzten 5 Monate geliefert.

Kostete der Einkauf von Lebensmittel für eine vollgepackte Palette zu Beginn noch rund 800 Euro, so hat sich auf Grund von Inflation und des Krieges der Preis auf mittlerweile um 50 Prozent auf 1.200 Euro erhöht. Auch das fordert Jonasz tagtäglich heraus und erfordert Kreativität und Spontanität, um weitere finanzielle Mittel einzutreiben.

Beeindruckende Menschen packen selbstverständlich mit an

Wir fahren gemeinsam zum Lager am Rande der Stadt. Eine riesige Lagerhalle aus Betonelementen tut sich vor uns aus. Wir steigen aus dem Auto, gehen die Rampe hoch und durch das weit geöffnete Ladetor. Gleich am Eingang ein großes Schild: „We love Ukraine, we support Ukraine“. Auf der linken Seite ein Plakat in Handschrift mit Gebetszeilen. Wir gehen hinein. Im dunklen Licht erblicken wir sechs junge Menschen, die um einen Tisch stehen. Sie machen wohl gleich Feierabend. Angestrengt und müde schauen sie uns mit einem Lächeln und zugleich mit einem fragenden Gesichtsausdruck an: „Was die wohl von uns wollen?“ Wir stellen uns vor. Gut, dass Eva Maria Czysch mit dabei ist, die mit ihrem Sprachschatz beim Übersetzen aushilft. Im weiteren Gesprächsverlauf ist es dann auch oft Englisch, das eine gemeinsame Verständigung ermöglicht.

Kazik, Martin, Ola, Maxim, Katia und Maddie stellen sich vor. Schon aus ihren Worten, ohne dass wir alles verstehen, ist ihr großes Engagement und ihre Leidenschaft zu entnehmen. Sie alle arbeiten ehrenamtlich bei der Verteilung der Hilfslieferungen mit. Sie sind ein Teil eines großen Teams. Maddie, die 22-jährige junge Frau aus den USA, hat ihr Studium unterbrochen und ist auf eigene Kosten nach Polen gekommen, um zu helfen. In den nächsten Tagen wird sie in die Ukraine weiterfahren, um dann vor Ort die Auslieferung zu koordinieren. Sie zeigt uns im Schnelldurchlauf Fotos auf dem Smartphone von ausbrannten Panzern in den Wäldern der Ukraine, auf die Friedenstauben in den ukrainischen Nationalfarben gemalt worden sind. Ein Zeichen der Hoffnung an jenem verlassenen Ort.###3_IMAGES###

Auch wir sind dabei gefragt

Wir sind tief bewegt und auch etwas beschämt von solch einem Mut und selbstloser Hingabe. Wir inspizieren die große Lagerhalle. Eine fast unüberschaubare Menge an abgepackten Palletten sind darin gestapelt, gefüllt mit Nudeln, Konserven, Mehl, Linsen, Milch, Keksen und vielem mehr. Ein Teil geht direkt an die Frontlinie. Wir entdecken nun auch einige medizinische Artikel, die wir durch unser Hilfsprojekt schon seit Wochen regelmäßig liefern.

Unsere Lieferungen werden dringend gebraucht, wie uns Jonasz versichert. Während die Lebensmittel vor Ort eingekauft werden können, sind medizinische Hilfsgüter nicht so leicht zu bekommen. Holger Meyer, der Geschäftsführer von Hospital LogiServe, ist auch deshalb mitgekommen, um im Detail abzusprechen, wie und ob wir hier nachsteuern müssen. Klar ist auf jeden Fall: Weitere Lieferungen werden dringend benötigt.

Wir sitzen abends nochmal in einem Restaurant am Marktplatz der Kleinstadt zusammen. Jonasz sitzt mit am Tisch. Sein Handy klingelt fast ununterbrochen. Es geht fast immer um die Ukrainehilfe. Er legt sein Handy zur Seite und hört uns mit müden Augen zu. Unser Interesse und auch unser tiefes Bewegtsein kann er aus unseren Gesichtern ablesen und selbst unsererseits unausgesprochene Fragen und Gedanken beantworten.

Obwohl wir noch einige wenige Kilometer von der Ukraine entfernt sind, ist es doch ein beklemmendes Gefühl, so nah an dem Land zu sein, in dem gerade ein grausamer Krieg herrscht. Es ist so viel anders und näher als die Informationen aus den Medien zu sehen und zu lesen. Klar ist, wir wollen und müssen weiter helfen. Und wir haben mit der Baptistengemeinde in Chełm und mit Jonasz vertrauenswürdige Partner. 

Unsere Hilfe und Unterstützung kommt an

Am nächsten Morgen fahren wir frühmorgens zum Warenlager. Zwei weitere Helfer, Kazimierz und Mariusz, öffnen die Türen zur Halle. Dort treffen wir unseren polnischen Fahrer Dariusz, der am Donnerstag zuvor unsere Hilfslieferung aus dem Lager in Werder abgeholt hat und dann über Nacht durchgefahren ist. Er freut sich, dass er uns bei der Aktion „Immanuel Albertinen hilft“ unterstützen kann. Er fährt gerne regelmäßig die Strecke.

Mit Hubstablern ist der LKW schnell entladen, wartet doch bereits ein 38-Tonner-LKW zur Beladung für eine Fahrt an die Front in die Ukraine. Das Team der Ehrenamtlichen packt kräftig an. Es geht schnell und geräuscharm vonstatten. Ein eingespieltes Team. Wir hoffen und beten, dass alles gut geht.

Nach einem kurzen Austausch und Instant-Kaffee mit Keksen fahren wir zurück nach Berlin. Wir tauschen uns aus. Wir sind froh und dankbar vor Ort gewesen zu sein und von den Hilfsaktionen der Baptistengemeinde berichten zu können. Zugleich beschäftigen uns diese Eindrücke und hinterlassen nachhaltige Spuren.

Sie wollen „Immanuel Albertinen hilft“ unterstützen?
Dann nutzen Sie das Ukraine-Spendenkonto der Immanuel Albertinen Diakonie gGmbH.

Empfängerin: Immanuel Albertinen Diakonie gGmbH
IBAN: DE75 1005 0000 1050 0031 40
Verwendungszweck: Spende Ukraine Immanuel Albertinen hilft, Ihr Name, Ihre Adresse

oder Sie spenden via PayPal: spenden(at)immanuelalbertinen.de
Text für "Mitteilung eingeben": Spende Ukraine Immanuel Albertinen hilft, Ihr Name, Ihre Adresse

Oder an die Ukraine-Hilfe des BEFG:

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
Verwendungszweck: P 45 022 Krieg Ukraine

]]>
news-3223 Sun, 10 Jul 2022 06:14:00 +0200 „Sie teilten das Brot mit Freuden“ Alexander Rockstroh, Geschaftsführer im ChristusForum Deutschland https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/sie-teilten-das-brot-mit-freuden/ Alexander Rockstroh hinterfragt in diesem Artikel, was die Feier des Abendmahls in den Gemeinden heute bezeugt. Jugendliche berichten, dass sie die Feier des Abendmahls im Gottesdienst oft als steif und verklemmt empfinden. Nur noch wenig ist dabei von den Feiern der christlichen Urgemeinde zu spüren, von der die Apostelgeschichte berichtet, „sie brachen das Brot mit Freuden“.

Nun ist das Abendmahl eine ernste Sache, weil es mit der Buße und der Erforschung des eigenen Gewissens verbunden ist. Und wir denken dabei an den Tod und das Leiden Jesu Christi. Er ist gestorben für meine Schuld und Sünden.

Man spricht auch von einem Erinnerungsmahl. Paulus sagt in 1. Korinther 11, dass er von Jesus Mitteilungen über das Abendmahl bekommen habe und weitergeben müsse. So stehen in den Versen 24 und 25 die Worte Jesu: „Das ist mein Leib für euch dahingegeben. Das tut zu meinem Gedenken. Ebenso der Kelch. Er ist der neue Bund in meinem Blut. Das tut, so oft ihr trinkt, zu meinem Gedenken!“ Das meint: Denkt dabei an mich!

Unsere Erinnerung, die wir beim Abendmahl pflegen, geht zurück auf das Mahl, das Jesus mit seinen Jüngern noch vor dem Verrat durch Judas, vor seiner Verurteilung, vor seinem Tod und vor seiner Auferstehung feierte. Es war damals ein Abschieds- und Vermächtnismahl! Das Abendmahl verträgt einen feierlichen und bedächtigen Rahmen, aber eine tiefe Freude und Fröhlichkeit ist ausdrücklich erwünscht.

Denn wenn wir heute Abendmahl feiern, darf das unter einem anderen Vorzeichen geschehen. Und zwar nicht unter den Vorzeichen des Leidens und Sterbens, des Abschiednehmens, des baldigen Todes und der Traurigkeit, sondern unter dem Vorzeichen der Auferstehung und der Hoffnung auf die herrliche Wiederkunft Jesu Christi!

Was bezeugen wir also mit unseren Mahlfeiern? Blasen wir Trübsal, als wäre der Stein vor dem Grab Jesu noch nicht weggerollt? Oder haben wir eine Strahlkraft, weil wir Nachfolgerinnen und Nachfolger des Auferstandenen Christus sind? Es ist kein gutes Zeugnis, wenn uns andere Menschen attestieren, wir wären in der Buße steckengeblieben.

Das Abendmahl ist eben nicht nur ein Erinnerungsmahl. Es ist auch ein Mahl der Verkündigung. In 1.Korinther 11,26 sagt Paulus: „Wenn ihr das Mahl feiert, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt!“

Ein toter HERR kann nicht wiederkommen, sondern nur ein auferstandener und lebendiger HERR. Nirgendwo anders als in der Abendmahlfeier kann die Gemeinde Jesu Christi eindrucksvoller bekennen, weitersagen und den Nachweis erbringen, dass Jesus Christus allein Retter und Versöhner mit Gott ist.

So stimmen wir im Abendmahl ein neues Lied an und keine alte Leier. So spielen wir während der Feiern keine Beerdigungslieder, sondern wir jubilieren. So hüllen wir uns nicht in gekünsteltes Schweigen, sondern strahlen den Bruder und die Schwester an und sprechen Worte des Lebens: „Christi Leib für dich gegeben. Christi Blut für dich vergossen!“

Was wir im Abendmahl miteinander feiern und verkündigen, wirkt nach außen. Und unser Leben verkündigt manchmal mehr als unsere Worte. Wenn uns Menschen beim Beten, in der Gemeinschaft und beim Brotbrechen zuschauen dürfen, dann wirkt das oftmals berührender und einladender als manch sprachlich brillante Predigt. In der Apostelgeschichte werden wir ermutigt, neben vielen Dingen, die sich verändern, hier ganz bewusst stetig und beständig zu bleiben:

„Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.“ (Apg 2,42)

Die Bedeutung der Mahlfeier ist ungebrochen hoch. Die Erinnerung an Tod und Auferstehung Jesu sowie die Verkündigung durch das Abendmahl, dass das volle gegenwärtige Heil in Christus ist. Deshalb gehört das Abendmahl zum festen Bestandteil unserer Versammlungen und Gottesdienste: als Erinnerung und als Verkündigung.

Die zentrale Bedeutung der Mahlfeier besteht nach wie vor darin, sich immer wieder bewusst zu machen, dass die Gnade Gottes Grundlage allen Glaubens und Lebens ist. Daraus folgt das Bedürfnis der Erlösten, eine tiefe, innige, greifbare und „schmeckbare“ Gemeinschaft mit ihrem Herrn Jesus Christus, ihrem Erlöser, zu haben.

Es tut gut, sich als Christen bei aller ethischen, missionarischen, sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung immer wieder die Grundlage und Hoffnung unseres Heils in Christus bewusst zu machen. So wie Christus die Liebe zu Gott als „das größte und erste Gebot“ bezeichnet (Mt 22, 38), so kann eine bewusst gestaltete Abendmahlspraxis mit diesem Fokus eine geistliche Erneuerung unserer Liebe zu Gott und den Menschen sein. Wenn sie nicht einfach als Anhängsel an den Gottesdienst oder rein gewohnheitsmäßig praktiziert wird, kann sie Raum geben für besondere Erfahrungen der Gemeinschaft mit Jesus.

Abendmahl kann ein wirklicher „Augenöffner“ sein. Besonders eindrucksvoll erscheint die Gegenwart Christi im Erlebnis der „Emmausjünger“ nach dem Tode Jesu. Worte scheinen bei den beiden desillusionierten Jüngern wenig bewirkt zu haben, als Jesus sie bei ihrer Rückkehr ins Privatleben einholte. Aber als Jesus ihnen das Brot brach, gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn (Lk 24,30f).

Eine Mahlfeier, die Dank, Lobpreis und Anbetung des Gekreuzigten und Auferstandenen in den Fokus rückt und die teilnehmenden Geschwister wahrnimmt, wird sich segensreich für das Klima in der Gemeinde auswirken. Wenn Raum für Versöhnung und Vergebung gegeben wird, kann sich Heilung der Beziehungen einstellen.

So wie Jesus selbst ein starkes Verlangen hatte, mit seinen Jüngern Tisch-Gemeinschaft zu haben (Lk 22, 15), so kann seine Sehnsucht auch seine Nachfolger neu motivieren, die Gemeinschaft mit ihm zu suchen.

Wenn es gelingt, Feiern des Herrenmahls als diesen vorrangigen Raum der Christus-Begegnung zu gestalten, dann sind lebendiger Lobpreis und Weltverantwortung, Heil und Heiligung, Sammlung und Sendung keine Alternativen mehr, sondern Ausdruck des Reichtums der Gnadengaben der Gemeinde in dieser Welt.

Einladung zum Weiterdenken

1. Wie kann die Abendmahlspraxis eine Bereicherung des Gemeindelebens werden?

2. Wie feiern wir das Abendmahl und feiern wir wirklich?

Erschienen in: Die Gemeinde 14/2022, S. 16-17.

]]>
news-3226 Thu, 07 Jul 2022 12:10:00 +0200 Ermutiger und Begleiter für den Glaubensweg Timo Neumann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ermutiger-und-begleiter-fuer-den-glaubensweg/ Der BEFG bittet diesen Sommer um Spenden zur Förderung der Arbeit des GJWs. Diese ermöglichen mitunter Highlights wie das BUJU, das in diesem Jahr endlich wieder stattfinden kann. „Junge Menschen in eine Beziehung mit Jesus zu führen: Alle Dinge, die wir im GJW tun, sind auf diesen Zweck ausgerichtet“, so formuliert Udo Rehmann den Auftrag des Gemeindejugendwerks. Der BEFG bittet diesen Sommer um Spenden zur Förderung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Diese ermöglichen mitunter solche Highlights wie das BUJU, das in diesem Jahr endlich wieder stattfinden kann.

„Die biblische Botschaft soll für Kinder und Jugendliche erlebbar werden und jede Ortsgemeinde ein phantasievoller und sicherer Lebensraum sein. Wir wollen, dass die jungen Menschen eine persönliche Beziehung zu Jesus erfahren, die ihrem Leben Sinn und Hoffnung gibt und sie herausfordert – dass sie Verantwortung in der Gemeinde und in der Gesellschaft übernehmen,“ führt der Leiter des Dienstbereichs Kinder und Jugend weiter aus.

In der Spendenbitte, die einige Haushalte auch postalisch erhalten haben, heißt es dazu weiter: „Motivierte und befähigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielen dabei eine entscheidende Rolle. Das GJW unterstützt die Engagierten in den Gemeinden mit verschiedenen Materialien, die die biblische Botschaft zeitgemäß, innovativ und kreativ erlebbar machen.“

Zu diesen Materialien zählen beispielsweise die KIGO-App Miteinander Gott entdecken, die Kunterbunte Box, mit der sich Kinder und die Mitarbeitenden gemeinsam auf eine spannende Reise durch eine biblische Geschichte begeben – analog in den Gemeinderäumen und multimedial im Internet – oder auch StartUP für den Gemeindeunterricht, das Mitarbeitende befähigt, in tragfähige Beziehungen zu den Teens zu investieren und mit ihnen gemeinsam die Bibel zu entdecken.

Außerdem organisiert das GJW Veranstaltungen wie MLI (Mitarbeiten.Leiten.Inspirieren), wo Mitarbeitende vom 23. bis 25. September in Leipzig die Möglichkeit haben werden, aus gemeinsamem Lobpreis und durch lebensnahe Predigten neue Kraft zu schöpfen und in über 20 Seminaren und Workshops für ihren Dienst neu inspiriert und befähigt zu werden.

Zudem steht das Highlight für Kinder und Jugendliche kurz bevor. Das BUJU kann nach mehrjähriger Corona-Pause wieder stattfinden, vom 1. bis 6. August in Otterndorf am Elbstrand. „Gerade persönliche Begegnungen sind für junge Menschen auf ihrem Glaubensweg prägend und wichtig. Die vielen Herausforderungen der Gegenwart erfordern viel Mut von der jungen Generation. So lautet das diesjährige Thema auch ‚Mutiges Herz‘. Wir wünschen uns, dass Jugendliche beim BUJU Gott begegnen und sich ermutigen lassen, um seinetwillen Glauben und Leben zu gestalten“, heißt es in der Spendenbitte des Bundes.

Das Festival bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich als Gemeinschaft im Glauben gegenseitig zu bestärken, andere Christinnen und Christen kennenzulernen und Glaubensbegleitern zu begegnen. Um die Wichtigkeit solcher Begegnungen weiß auch Udo Rehmann aus eigener Erfahrung: „Als 14-Jähriger habe ich mal eine Freizeit verpasst. Danach hatte ich das Gefühl, alle hatten etwas mit Jesus erlebt, nur eben ich nicht. Ein junger Erwachsener hat das damals vermutlich irgendwie verstanden und hat sich Zeit genommen, hat mit mir Bibel gelesen. Und zum ersten Mal verstand ich, wie sehr die Texte mich persönlich und mein Leben meinen. Es war der Moment, in dem ich meine Beziehung zu Jesus in der Taufe wirklich bejaht habe – durch diesen Mitarbeiter.“

Anmeldungen zum BUJU sind weiterhin möglich. Spenden für die Kinder- und Jugendarbeit können auch ganz bequem online getätigt werden.

]]>
news-3225 Thu, 07 Jul 2022 09:21:34 +0200 Von Hoffnung, Frust und langem Atem Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/von-hoffnung-frust-und-langem-atem/ Zwölf Monate ist es her, seit verschiedene Gegenden Deutschlands und andere Länder von verheerenden Überschwemmungen getroffen wurden. Ein Jahr nach der Flut fällt die Bestandaufnahme recht unterschiedlich aus. In allen Fällen aber wird deutlich: Es ist ein langer Atem nötig. Ein Jahr ist es her, seit Unmengen von Regen in den verschiedenen Gegenden Deutschlands und anderer Länder dafür gesorgt haben, dass kleine Bäche zu großen Flüssen wurden, die über die Ufer traten und verheerende Überschwemmungen verursachten. Ein Jahr nach der Flut fällt die Bestandaufnahme recht unterschiedlich aus. Auch Gemeinden und Einzelpersonen des BEFG waren und sind betroffen. Die Fluthilfe des BEFG hat von Anfang an geholfen. Insgesamt wird deutlich: Es ist ein langer Atem nötig.

„Ehrlich gesagt bin ich ein wenig in Sorge, wenn ich an den bevorstehenden Jahrestag der Flutkatastrophe denke“, sagt Ralf Beyer, gemeinsamer Fluthilfekoordinator vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) und vom Bund Freier evangelischer Gemeinden (Bund FeG). „Bei vielen Menschen wird da einiges wieder hochkommen von den traumatischen Ereignissen, die sie vor einem Jahr erlebt haben.“ Leider seien viele Menschen in den betroffenen Gebieten sehr frustriert und enttäuscht, weil der Wiederaufbau so schleppend vorangehe und sie sich von offizieller Seite in ihrer Not alleingelassen fühlten, gibt er zu bedenken. Er und sein Netzwerk von Helferinnen und Helfern werden aber – wie bereits in den vergangenen zwölf Monaten – vor Ort und für die Menschen da sein. 12.000 bis 18.000 Personentage haben sie im vergangenen Jahr an Hilfseinsätzen organisiert, schätzt Beyer. Dies sei von den Leuten vor Ort sehr bewusst wahrgenommen und wertgeschätzt worden. So schrieb ihm unlängst eine Familie: „Ohne euch hätten wir oft sehr gefroren und auch Hunger gehabt. Ihr wart monatelang unser Anker, hattet stets Kaffee und Kuchen und vor allem ein offenes Ohr für uns.“###3_IMAGES###Dass nach Schlamm schaufeln und Schutt wegstemmen mehr und mehr die Notwendigkeit der psychosozialen Hilfe in den Vordergrund rückt, stellt auch Udo Hermann, Mitglied der Bundesgeschäftsführung des BEFG, fest, der dem Lenkungsausschuss Fluthilfe von BEFG und Bund FeG angehört: „Diese lange Zeit, in der in manchen Gebieten noch nichts vorangeht, ist sehr belastend für die Leute. Deshalb vermitteln wir schon seit einiger Zeit Therapeutinnen und Seelsorger, um die Menschen in der Aufarbeitung der Geschehnisse zu begleiten.“

Jens Mankel, Seelsorgereferent in beiden freikirchlichen Bünden, koordiniert die Vermittlung von Seelsorge, Beratung, Therapie, Supervision und Schulung für die Betroffenen und Helfenden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Über seine Vermittlung fand auch ein Traumaseminar in der EFG Hagen statt, die durch die Flut so große Schäden erlitten hat, dass eine Totalsanierung nötig ist. Pastor Ronald Hentschel zeigt sich begeistert: „Dieses Seminar war fantastisch. Es ist sehr gut in unserer Gemeinde angenommen worden.“ Kurz nachdem die Wassermassen die Kirche überflutet hatten, sei man noch davon ausgegangen, dass nur das Gebäude zerstört sei. Doch auch Privatpersonen waren betroffen. Gerade in diesem Zusammenhang sei es sehr hilfreich gewesen, dass durch den Fluthilfefonds des BEFG und des Bundes FeG sehr kurzfristig und unbürokratisch geholfen werden konnte. Die Bewilligung finanzieller Mittel durch offizielle Stellen dauert sehr lange, das hat auch die Gemeinde in Hagen feststellen müssen: „Die Vorplanung lief super“, so Hentschel, „aber seitdem brauchen wir viel, viel Geduld.“ Dennoch blicke man hoffnungsvoll in die Zukunft. „Wir haben diesen Einschnitt genutzt und den Wiederaufbau so geplant, dass wir uns nach Abschluss der Bauarbeiten energetisch auf der Höhe der Zeit befinden mit einer Heizungsanlage mit Wärmepumpe und allem, was dazu gehört.

Die kleine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Wuppertal-Barmen „Köbners Kirche“ muss auch noch warten. Das Untergeschoss des Gemeindehauses, das Wasserschäden erlitten hatte, konnte zwar trockengelegt werden, weiter ist aber noch nichts geschehen. „Wir müssen erst einmal eine Lösung finden, dass so etwas nicht wieder passiert, bevor wir renovieren und neues Mobiliar anschaffen“, sagt Ute Hoffmann von „Köbners Kirche“. Das denkmalgeschützte Gebäude war bereits vom letzten Hochwasser 2018 betroffen. 2019 hatte der der Sturm „Friederike“ Teile des Kirchendachs zerstört. Mit der Flut 2021 wurde die Gemeinde also in kürzester Zeit wiederholt gebeutelt. Mit 50.000 Euro aus der Fluthilfe konnte zunächst Soforthilfe geleistet werden. Ein Gutachten für künftige Schutzmaßnahmen ist mittlerweile erstellt, Ideen gibt es auch, nur die Finanzierung ist noch völlig unklar. Der Gottesdienstraum ist glücklicherweise verschont geblieben.###3_IMAGES###Das war in der EFG Dormagen nicht der Fall. Dort musste die Gemeinde in den vergangenen Monaten ihre Gottesdienste im Schützenhaus oder in der Kulturhalle feiern. Sie hat auch das Konzept der Hauskirche ausprobiert: Mehrere kleinere Gruppen von Gottesdienstbesuchern und -besucherinnen feierten in Privatwohnungen. „Aber wir haben gemerkt: Die Leute haben große Sehnsucht nach einem zentralen Gebäude, einem festen Treffpunkt – wo man auch mal Dinge planen kann und nicht nur von Woche zu Woche lebt“, sagt Gemeindepastor Roger Bahr. Auch hier müsse man überlegen, wie man sich langfristig schützt. „Als neulich Starkregen angesagt war, haben wir kurzerhand Sandsäcke vor die Tür gelegt, aber das ist ja auch keine Lösung auf Dauer“, so Bahr. Dennoch ist die Kirche soweit wiederhergestellt, dass die Gemeinde hofft, am 14. August Einweihungsgottesdienst feiern zu können. Roger Bahr, für den das gleichzeitig auch ein Abschiedsgottesdienst ist, ist dafür sehr dankbar: „Uns bekannte Privatleute waren Gott sei Dank nicht betroffen und bei unserem Gemeindeleben im Provisorium haben alle immer toll mit angepackt.“ Auch diese Gemeinde konnte auf das Wissen und das Netzwerk des Fluthilfekoordinators Ralf Beyer zurückgreifen.###3_IMAGES###Gut 1,6 Millionen Euro an Spendengeldern sind beim BEFG eingegangen. Rund 600.000 Euro wurden davon bislang eingesetzt – im Wesentlichen zur Unterstützung von betroffenen Privatpersonen und Gemeinden. Es wurden davon aber in der Region tätige Hilfsorganisationen und ihre konkreten Angebote mitfinanziert. Ein größerer sechsstelliger Betrag ist zur Unterstützung der direkt betroffenen BEFG-Gemeinden zurückgestellt, um auf Abruf schnell zur Verfügung zu stehen.

Dass der Wiederaufbau von Region zu Region in sehr unterschiedlichem Tempo abläuft, beobachtet auch Ralf Beyer: „Es gibt Gegenden, da ist vieles schon neu und schöner als vorher, aber es gibt eben auch die Regionen, in denen es noch genauso aussieht wie vor einem Jahr, wo noch nicht mal klar ist, ob die Häuser abgerissen werden dürfen oder nicht.“ Besonders schlimm sei es in der kalten Jahreszeit gewesen, wenn Menschen noch in Wohnungen mit kaputten Scheiben leben mussten und kaum ein Fenster erleuchtet war. Jemand sagte dazu: „Es sieht aus, als schaue man in lauter dunkle Löcher.“ Um in diese Dunkelheit Licht zu bringen, werden Beyer und viele weitere Helferinnen und Helfer auch nach dem Jahrestag weiterhin präsent sein, um die Sorgen der Menschen zu teilen und zu helfen. Und dann gibt es auch Rückmeldungen, die Zuversicht vermitteln und Hoffnung schenken: „Ich finde es so bemerkenswert, wie feinfühlig ihr immer wieder an all Eure Mitmenschen denkt. Und wie sensibel ihr mit den Herausforderungen umgeht und sie meistert! Ihr seid so groß! Das größte Flut-Geschenk! Danke!“

]]>
news-3214 Sun, 26 Jun 2022 08:12:00 +0200 Glaube und Taufe Prof. Dr. Christoph Stenschke, Dozent für Neues Testament an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/glaube-und-taufe/ Dieser Abschnitt der Rechenschaft vom Glauben gilt mit der Taufe dem Herzstück baptistischen Selbstverständnisses. Dieser Abschnitt der Rechenschaft vom Glauben gilt mit der Taufe dem Herzstück baptistischen Selbstverständnisses. Immerhin heißen Baptisten (vom griechischen Wort baptizo) auf Deutsch Täufer. Dabei geht es nicht um die Taufe an sich – sie verbindet Baptisten mit fast allen anderen Christen – sondern um den besonderen Zusammenhang von Glauben und Taufe, wie dieser Abschnitt heißt.

Freilich gilt auch hier, dass das baptistische Verständnis der Taufe Teil einer konfessionell geschlossenen Gesamtinterpretation des Evangeliums ist. [1] Dieses Verständnis der Taufe teilen Baptisten mit der Täuferbewegung der Reformationszeit (vgl. das Täufergedenken im Jahr 2025) und mit anderen Gemeindebünden, die aus dieser Bewegung hervorgegangen sind, etwa den Mennoniten, aber auch mit anderen glaubenstaufenden Traditionen wie den Brüdergemeinden (Christusforum). Sie alle betonen, dass Glauben und Taufe ganz eng zusammengehören: Nur Menschen, die das Evangelium gehört, verstanden und angenommen haben, sollen auf ihren Glauben an Jesus Christus hin getauft werden. Diese Reihenfolge entspricht dem Neuen Testament: „Wer da glaubt und getauft wird …“ (Mk 16,16) oder „… die sein Wort annahmen, ließen sich taufen“ (Apg 2,41).

Der erste Absatz dieses Abschnitts fasst wesentliche neutestamentliche Aussagen zu Aneignung des in Jesus Christus geschenkten Heils zusammen. Die Initiative war, ist und bleibt bei Gott. Im Evangelium bietet er seine Gnade an – darauf antworten Menschen und müssen antworten! Gott wirkt Glauben, zugleich werden Menschen zum Glauben aufgerufen. Erst dann haben sie Anteil an Gottes Heilshandeln in Jesus Christus. Sie lassen sich Gottes Urteil gefallen, wenden sich ihm zu und vertrauen auf ihn. Gott beschenkt die Glaubenden mit seinem Heil. Genannt werden hier Vergebung und ewiges Leben. Im NT ist außerdem etwa von Versöhnung, Frieden mit Gott und Erlösung die Rede. Dieses Vertrauen hat Folgen: Christen wenden „sich von allem Bösen ab, bekennen fortan Jesus Christus als ihren Herrn und erklären sich bereit, als Glied der Gemeinde ein verbindliches Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu führen“. Ich habe die Formulierungen der RvG in den Plural gesetzt, da es sich um ein kollektives Geschehen handelt … so sehr auch jeder einzelne Mensch aufgefordert ist, im Glaubensgehorsam auf das Evangelium zu antworten.

Der folgende Absatz erklärt, wie sich Glauben und Taufe zueinander verhalten. Die Taufe bezeugt, dass Menschen zum persönlichen Glauben gekommen sind, daher – sachlich richtig – nicht Erwachsenentaufe (das Alter ist nicht entscheidend), sondern Glaubenstaufe. Daher kommt die entsprechende Taufformel: „Aufgrund deines Glaubens an Jesus Christus taufe ich dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19). Nur Freiwillige werden getauft; wenn auch gut gemeint, soll in der Gemeinde niemand zur Taufe gedrängt werden.

Während das Abendmahl regelmäßig gefeiert wird, werden Menschen nur einmal getauft. Daher lehnen auch Baptisten eine Taufwiederholung im Sinne einer Wiedertaufe ab. Dennoch taufen sie Menschen, die als Säuglinge getauft wurden, weil sie in diesem Akt bestenfalls eine Segenshandlung und Willensbekundung der Eltern, Taufpaten und Gemeinde sehen, aber keine gültige Taufe im Sinn des Neuen Testaments. Daher sind Baptisten keine „Wiedertäufer“, wie man sie oft polemisch bezeichnet hat.

Viel wichtiger als Bezeichnungen ist die letzte Anmerkung: Taufe ist kein Schlusspunkt, sondern ein Doppelpunkt: Der Start in ein neues Leben unter der Herrschaft Gottes.

Der dritte Abschnitt umreißt, was in der Taufe geschieht. Sie ist Bestätigung: zum einen persönliche, leiblich erfahrbare Bestätigung des Zuspruchs des Evangeliums an die Täuflinge durch den Täufer und die anwesende Gemeinde und zum anderen Bekenntnis der zu taufenden Menschen. Treffend wird dieses Bekenntnis in der RvG zusammengefasst:

Jesus Christus ist auch für mich gestorben und auferstanden. Mein altes Leben unter der Herrschaft der Sünde ist begraben, durch Christus ist mir neues Leben geschenkt. Gott gibt mir Anteil an der Wirkung des Todes Jesu Christi. Er lässt auch die Kraft seiner Auferstehung an mir wirksam werden, schon jetzt durch die Gabe des Heiligen Geistes und einst durch die Auferweckung zum ewigen Leben.

Darum werden Taufwillige in der Regel zu einem Gespräch eingeladen und „geprüft“. Haben sie das Evangelium verstanden und angenommen? Haben sie noch Fragen? Oft werden sie zudem aufgefordert, vor ihrer Taufe ihren Glauben vor der Gemeinde zu bekennen, ein „Zeugnis“ zu geben. Wenn auch nicht unbedingt in diesen oder anderen geschliffenen Worten, sollten diese Inhalte und Erkenntnisse im persönlichen Bekenntnis vorkommen, sonst kann eine Glaubenstaufe zur Farce werden.

All dies geschieht in dem Wissen, dass Glaube wächst, sich verändern kann, sich im Alltag bewähren muss und angefochten ist – daher die Gemeinde als Gemeinschaft der Glaubenden. Viele Gemeinden stellen den Getauften Begleiter zu Seite, die ihnen auf dem Weg der Nachfolge helfen und ihnen den Weg in die Gemeinde ebnen.

Taufe ist kein „krönender Abschluss“, sondern führt in die Gemeinschaft der Gemeinde. Darum sollten Taufen auch im Kontext der versammelten Gemeinde stattfinden. Die Zugehörigkeit zu Christus und seinem Leib lässt sich von einer Ortsgemeinde nicht trennen; hier bringen Christen ihre Zeit, ihre Mittel, ihre Begabungen und Geistesgaben ein, um Gottes und der Gemeinde willen! Christen brauchen einander! In der Verbindlichkeit einer Mitgliedschaft und der regelmäßigen Teilnahme am Gemeindeleben erfahren Christen gegenseitige Hilfe, Ermutigung, Trost und Korrektur … das geht digital nur begrenzt oder auf Dauer gar nicht.

Wie in jedem knapp und präzise formulierten Bekenntnistext bleiben auch in diesem Abschnitt einige Fragen zur Theologie und Praxis offen. Etwa ab welchem Alter man davon ausgehen darf, dass Menschen das Evangelium verstehen und glauben können. Ist das nur individuell erkennbar (an welchen Kriterien?) oder hält man sich einfach an das staatlich festgesetzte Alter der Religionsmündigkeit (14 Jahre)?

[1] Vgl. C. H. Ratschow, „Konfession/Konfessionalität“, TRE 19 (1990), (419–426) 419.

Einladung zum Weiterdenken

1. Wie habe ich den engen Zusammenhang zwischen Glauben und Taufe bisher erlebt? Wie war das bei meiner eigenen Taufe? Was ist vom Zuspruch des Evangeliums und dem Bekenntnis des Glaubens noch übrig?

2. Welche Rolle spielt die Taufe in unserer Gemeinde – von einer gelegentlichen Tauffeier abgesehen?

3. Sollten wir Menschen taufen, die aber nicht zu einer Gemeinde gehören wollen?

Erschienen in: Die Gemeinde 13/2022, S. 16-17.

]]>
news-3216 Thu, 16 Jun 2022 15:49:10 +0200 Ukraine-Hilfe europäischer Baptisten geht unvermindert weiter Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ukraine-hilfe-europaeischer-baptisten-geht-unvermindert-weiter/ Die Hilfe der EBF und ihrer Mitgliedsbünde für ukrainische Geflüchtete geht unvermindert weiter. Der BEFG unterstützt die Arbeit seiner Partner und organisiert eigene Hilfstransporte. Die Hilfe der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) und ihrer Mitgliedsbünde für ukrainische Geflüchtete geht unvermindert weiter. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) unterstützt die Arbeit seiner Partner und organisiert eigene Hilfstransporte.

Der ukrainische Baptistenbund bietet aktuell etwa 8.000 Geflüchteten in 300 Unterkünften Zuflucht. 50 Prozent der polnischen Baptistengemeinden wurden zu Flüchtlingsunterkünften umgestaltet, die rund 1.600 Menschen aus der Ukraine Raum bieten. Insgesamt wurden in der Ukraine bisher über 50.000 Menschen und in Polen rund 9.000 Menschen aus dem Fördertopf der EBF unterstützt.

Mit den Spendengeldern seiner Ukraine-Hilfe unterstützt der BEFG die EBF und auch seine Partnerbünde in der Ukraine, in Polen und in anderen Nachbarländern der Ukraine. Auch Hilfstransporte fördert und organisieret der deutsche Bund, um die Geflüchteten mit Lebensmitteln und anderen notwendigen Dingen wie etwa Hygieneartikeln zu versorgen. So hat der Bund zuletzt Lebensmittel im Wert von 30.000 Euro auf den Weg geschickt, die nach einer Woche in Mykolajiw in der Südukraine angekommen sind. Die Baptisten dort bieten den Bewohnerinnen und Bewohnern im Keller ihres Gemeindegebäudes einen Schutzraum vor Bombenangriffen und verteilen die Lebensmittel. Der nächste Lebensmitteltransport wird bereits geplant. Zudem organisiert die Immanuel Albertinen Diakonie mit dem BEFG und in Abstimmung mit den ukrainischen und polnischen Baptistenbünden vierzehntägig Hilfstransporte mit medizinischem Material in die Ukraine.###3_IMAGES###In seinem Newsletter Bund kompakt am 16. Juni hat der BEFG seine Gemeinden auch erneut zu Gebet aufgerufen: „Bitte lasst uns weiter für die vielen Menschen beten, die unter diesem Krieg und den anderen Kriegen weltweit leiden. Lasst uns beten für Zuversicht, Hoffnung, Mut und Trost – für ein Ende der kriegerischen Handlungen, für Frieden!“

]]>
news-3215 Wed, 15 Jun 2022 08:40:27 +0200 Wie Jesus Einzelne und Gemeinden sendet Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wie-jesus-einzelne-und-gemeinden-sendet/ Gemeinden berichten, wie sie das Andachts-Kalender-Notiztagebuch von Ostern bis Pfingsten genutzt haben. „Dich schickt der Himmel! – Unterwegs notiert“ heißt es auf dem Cover des Andacht-Kalender-Notiztagebuchs, das viele Gemeinden und Einzelpersonen des BEFG von Gründonnerstag bis Pfingsten begleitet hat. „Dich schickt der Himmel“ ist auch das Jahresthema des BEFG. Hier berichten beispielhaft einige Gemeinden, wie sie das Heft genutzt und sich als „Himmelsgesandte“ erfahren haben.

„Mich über längere Zeit mit der Sendung Jesu und der Gemeinde auseinanderzusetzen, hat bei mir noch einmal ganz neu das Staunen hervorgebracht, wie vielfältig unsere Gemeinde im Laufe ihrer Jahre geworden ist,“ stellte ein Gemeindemitglied der EFG Berlin-Weißensee fest. Dort hatte das Predigtteam um Pastor Torsten Milkowski bereits im Vorfeld die einzelnen Wochenthemen frühzeitig inhaltlich vorbereitet, so dass neben den Anregungen aus dem Heft und der dazu gehörigen Internetseite eigene Ideen in Predigten und Gottesdiensten umgesetzt werden konnten. „Auf jeden Fall wirkten sich die kreativen Impulse auf die Gestaltung der Gottesdienste und Andachten in diesem Zeitraum aus. Sie waren abwechslungsreich und frisch,“ so ein junger Mensch, der die Gemeinde seit der Coronazeit immer mal wieder gerne besucht.

Die Gemeinde am Döhrener Turm in Hannover hatte sich ebenfalls längerfristig auf die Aktion vorbereitet und diese „als Chance gesehen, gemeinsam als Gemeinde eine Zeit lang mit einem verbindenden Thema unterwegs zu sein“, so Gemeindeleitungsmitglied Dr. Meike Lierse. Neben wöchentlichen Gottesdiensten zum Thema inklusive Mittagessen und Predigtnachgespräch wurde auf Grundlage der ergänzenden Materialien extra ein Heft für die Kleingruppenarbeit in der Gemeinde erstellt, so dass auch neue Gruppenleitende ein Treffen moderieren konnten. Die Kindergottesdienste orientierten sich ebenfalls an den vorgegebenen Themen. „Die Abwechslung aus geistlicher Tiefe und gemeinsamen Spaß tat gut“, hieß es aus den Hauskreisen. „Insgesamt bewerten wir die Aktion für uns als gelungen, insbesondere auch weil es generationsübergreifend angelegt war und Menschen miteinander ins Gespräch über das kamen, was wir als Zentrum unserer Gemeinde sehen: Jesus“, stellt Dr. Meike Lierse fest. „Das Thema ‚Dich schickt der Himmel‘ geht für uns als Gemeinde weiter: Im September ist es das Leitthema unserer Gemeindefreizeit. Insofern sind wir weiterhin gemeinsam unterwegs.“

Dass das Thema weitergeht, ist auch im Sinne des Redaktionskreises des Andachts-Kalender-Notiztagebuchs. Joachim Gnep, Leiter des BEFG-Dienstbereichs Mission, sagte: „Das Heft war von Gründonnerstag bis Pfingsten konzipiert. Die Materialien bleiben aber natürlich auf unserer Internetseite abrufbar. Wir freuen uns sehr, wenn diese auch weiterhin gelesen und genutzt werden – und so zur Inspiration werden können. Die Sendung Jesu hört ja mit Pfingsten nicht auf, sondern fängt da eigentlich erst an.“

Carsten Hokema war neben Christiane Vachek ebenfalls Mitglied des Redaktionskreises. Er ist auch Gemeindepastor in der Christuskirche Hamburg-Altona: „In unserer Gemeinde haben etwa 50 Leute das Heft zu ihrem täglichen Begleiter zwischen Ostern und Pfingsten gemacht. Gelobt wurde dabei die Vielfalt der Gedankenanregungen – auch in der didaktischen Aufbereitung. Grundsätzlich kann ich sagen, dass das Bewusstsein zugenommen hat, dass wir vom Himmel zu den Menschen geschickt sind, mit denen wir leben.“

Michael Lefherz, Pastor der EFG Potsdam erzählte, dass von dem weiterführenden Material besonders die kreativen Predigtentwürfe, welche besondere Perspektiven auf die Jesus-Geschichten lieferten, auf gute Resonanz stießen. Vor allem auch das griffige Gesamtthema „Dich schickt der Himmel“ sei sehr positiv aufgenommen worden. Die Hefte wurden vor allem persönlich genutzt, es gab keine Restexemplare mehr.###3_IMAGES###Aus der Baptistengemeinde in Hanau berichtete Diakonin Angelika Wunderlich, dass es wöchentliche Abendimpulse gab, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer inspiriert wurden, „neue Blicke und Impulse für das Miteinander und unser Gemeindeleben zu finden, so wie Jesus ein Herz für die Menschen hatte.“ Auch die Teilnehmer der Männerabende in Hanau zeigten sich begeistert von dem Heft: „Gerade die vielen neuen und frischen Impulse für das Miteinander haben uns dazu ermutigt, uns immer wieder neu in unserem Standpunkt zu hinterfragen und dabei Gottes Willen für uns zu ergründen. Alles in allem eine echte Bereicherung.“

In der Gemeinde am Weidkamp in Essen hatte ein Hauskreis, dem vorwiegend Iranerinnen und Iraner angehören, zum Austausch über das Thema Gastfreundschaft eingeladen. „Dort haben wir sehr praktisch und lebhaft voneinander Neues gelernt und viel miteinander gelacht“, wusste Margarethe Tamm, Initiatorin der Aktion, zu berichten.

Pastor Jonathan Schreijäg aus Schwäbisch Hall zog ebenfalls ein positives Fazit: „Wir waren sehr begeistert und würden uns freuen, wenn die Aktion oder eine ähnliche Aktion Wiederholung finden würde.“

Auch die Gemeinde Ober-Ramstadt hatte das Andachts-Kalender-Notiztagebuch an ihre Mitglieder, Freunde und Freundinnen verteilt und in manchem Gottesdienst das Begleitmaterial zu diesem Heft auf kreative Weise genutzt. Im Pfingstgottesdienst zum Abschluss der Aktion, hörten die Besucherinnen und Besucher dann diese echte „Dich schickt der Himmel“-Geschichte:

Sehr einsam fühlt sie sich, seit sie vor einem Jahr Witwe geworden ist. So einsam, dass sie es zu Hause nicht mehr aushält und weinend auf die Straße geht. Eine unbekannte Frau spricht sie an und fragt, warum sie weint. Sie klagte ihr ihre Situation und die Unbekannte fragt, ob sie für sie beten darf. Die traurige Frau freut sich sehr darüber, denn sie hat schon oft dafür gebetet, dass Gott gläubige Menschen in ihre Nähe schickt. Es stellte sich heraus, dass die Unbekannte vor einem dreiviertel Jahr in die Nachbarschaft gezogen ist. Die Einsame berichtet von der Gemeinde, die sie seit einiger Zeit besucht und dass sie dort nur am Gottesdienst teilnehmen kann, wenn sie jemand mit dem Auto mitnimmt. „Da würde ich gerne einmal mitgehen“, antwortet die Nachbarin. Diese Begebenheit erzählt die verwitwete Frau im Pfingstgottesdienst der EFG Ober-Ramstadt. Mit Blick auf die Bankreihen im Gottesdienstraum schließt sie ihren Bericht mit den Worten: „Und da sitzt sie mit ihrem Mann.“ Da ruft die neue Nachbarin aus der Reihe: „Und ich habe an dem Tag dafür gebetet, dass Gott mir jemanden zeigt, dem ich zum Segen werden kann.“

]]>
news-3211 Sun, 12 Jun 2022 08:20:00 +0200 Gemeinde bilden Prof. Dr. Andrea Klimt, Professorin für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gemeinde-bilden/ Eine Gemeinde hat viele Aufgaben, aber eine Lebensäußerung tritt an dieser Stelle besonders hervor: In der Gemeinde wird Glauben gelebt, gefeiert und weitergegeben. Eine Gemeinde hat viele Aufgaben, aber eine Lebensäußerung tritt an dieser Stelle der Rechenschaft vom Glauben unter anderen besonders hervor: In der Gemeinde wird Glauben gelebt, gefeiert und weitergegeben.

„Die Sendung der Gemeinde in die Welt findet ihre Zuspitzung in der öffentlichen Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus an alle Menschen und in der biblischen Unterweisung ihrer Glieder und der Kinder.“

Die Gemeinde hat einen Auftrag nach außen und nach innen. Durch sie wird das Evangelium allen Menschen mitgeteilt (nach außen) und Menschen, die zur Gemeinde gehören, werden im Glauben angeleitet (nach innen). So wird die Sendung der Gemeinde konkret. Menschen werden zum Glauben eingeladen und die, die dieser Einladung folgen, werden im Glauben ausgebildet und begleitet. Dabei werden die Kinder besonders in den Blick genommen. Sehr spannend ist hier die Formulierung, die für die „Rechenschaft vom Glauben“ gewählt wurde. Die Frage nach den handelnden „Personen“ wirkt erhellend: Wer verkündigt und wer unterweist denn hier? Zu erwarten wäre, dass die Gemeinde hier aktiv wird oder einzelne Personen in der Gemeinde: Eine Verkündigerin oder ein Lehrer. Davon ist aber nicht die Rede. Auch die Gemeinde als Ganze handelt hier nicht. Bei genauerer Betrachtung entdecken wir, dass im zweiten Abschnitt Jesus Christus selbst der Handelnde ist und nur er: „In den Versammlungen der christlichen Gemeinde richtet Jesus Christus seine Herrschaft auf, indem er seinen Jüngern sein Wort gibt, seine Vergebung zuspricht, seine Liebe zuwendet und ihnen den Heiligen Geist schenkt.“

Die „Rechenschaft vom Glauben“ fragt unser Verständnis von Gemeinde und Gottesdienst an: Wie spiegelt sich das in unseren Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen wider, dass Jesus selbst der Handelnde ist? Was bedeutet das für unser Handeln, unsere Aktivitäten? Wie sehr sollen wir selber handeln und was sollen wir besser einfach wachsen oder geschehen lassen, einfach nur zur Geltung kommen lassen?

Das eigene Handeln kann auch sehr anstrengend sein. Wir sprechen von Gemeinde-„ARBEIT“. Hinter einem festlichen Gottesdienst, einer überzeugenden Predigt oder einem ansprechenden Bibelunterricht stecken sorgfältige Vorbereitungen und oft viele Stunden wertvoller kreativer Überlegungen. Aber das Eigentliche können wir mit all unserer guten Vorbereitung nicht erzeugen: Glauben. Hier kann das in der „Rechenschaft vom Glauben“ Gesagte sehr entlastend wirken: Jesus ist der Handelnde. Er richtet seine Herrschaft auf. Vielleicht auch durch das, was wir tun oder auch trotz unseres Tuns. Bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass es hier nicht um „Programme“ und Veranstaltungen gehen kann, sondern um eine natürliche Lebensäußerung des Glaubens, initiiert durch den Heiligen Geist. Die dem Abschnitt zugeordneten Bibeltexte (Gal. 3,2; Joh. 20,22f; Apg. 4,31) unterstreichen dies noch einmal in besondere Weise. Der Glaube wird durch den Heiligen Geist geschenkt. Er führt Menschen in die Gemeinschaft miteinander und in die Nachfolge.

In den folgenden Zeilen wird der Gottesdienst noch konkreter in den Fokus gerückt. Auch hier wird zunächst das Handeln Jesu herausgestellt: „Im Gottesdienst verpflichtet Jesus Christus die Seinen zur Nachfolge und zum Gehorsam, zum Glauben und zum Dienst, zur Liebe und zur Hoffnung. Im Gottesdienst ruft Jesus Christus Menschen, die noch keine Christen sind, zur Entscheidung des Glaubens und zur Hingabe ihres Lebens an Gottes Herrschaft.“ Hier kann gefragt werden, ob der Gottesdienst damit nicht überfrachtet ist und ob diese Aufzählung dem Wesen eines Gottesdienstes gerecht wird. Der Gottesdienst als Feier des Glaubens muss keinen Zweck verfolgen. Er muss nicht zur Belehrung oder zur Mission verwendet werden. Zugespitzt könnte man auch sagen, er darf nicht zu missionarischen oder belehrenden Zwecken missbraucht werden. Aber die Feier unseres christlichen Glaubens, so wie sie im Gottesdienst geschieht, kann zur Verkündigung des Evangeliums werden. Sie wird zur „Darstellung“ unseres Glaubens und wirkt auf diese Weise missionarisch, d.h. der Heilige Geist kann hier durch die Predigt, die Gemeinschaft, die Gebete, das Lob Gottes wirken.

Der zweite Abschnitt nimmt jetzt die Gemeindebildungsarbeit in den Blick. Durch das „Studium der Bibel“ und die „Übersetzung des Evangeliums in die heutige Zeit“ sollen die Gemeindeglieder zu einem Leben im Glauben befähigt werden. Auch hier ist das handelnde Subjekt interessant, nämlich die „christliche Unterweisung“ kommt hier ihrer Aufgabe nach.

Anschließend wechselt das Subjekt zur „christlichen Gemeinde“. Endlich wird nun ihre Aufgabe angesprochen. Ihre „besondere Aufgabe“ besteht in der „Unterweisung der Kinder und Jugendlichen“. Hier fällt auf, dass der Gemeinde eine spezielle Verantwortung zukommt. Während in den Zeilen zuvor Jesus Christus selber der Handelnde ist und durch den Heiligen Geist Glauben entfacht, wird hier die Gemeinde in die Verantwortung genommen, die „junge Generation zum Glauben an Jesus Christus und zum Leben in seiner Nachfolge“ zu ermutigen. Kinder und Jugendliche werden insbesondere dadurch ermutigt, wenn wir sie und ihre Fragen und Interpretationsansätze ernst nehmen, wenn wir ihren wachsenden Glauben fördern und begleiten, uns ihren Ängsten und Sorgen zuwenden und sie an Entscheidungsprozessen in unseren Gemeinden beteiligen. Ernst nehmen wir Kinder und Jugendliche, wenn wir uns fragen, was wir auch von ihnen lernen können oder was wir mit ihnen gemeinsam lernen können, z.B. Sorge um die Schöpfung Gottes oder besonders vertrauensvoll zu beten und vieles mehr. Wenn wir so als Kinder, Jugendliche und Erwachsene in einer Gemeinde gemeinsam in einem intergenerationellen Lernprozess sind, dann schwindet auch das Gefälle bzw. die Asymmetrie, die dem Wort „unterweisen“ anhaftet. Kommunikations- und Lernprozesse beschreibt man heute eher mit Begriffen wie „Vermittlung – Aneignung – Verständigung“. Gottes Wort wird vermittelt und Menschen unterschiedlicher Generationen eignen es sich an, und sie verständigen sich untereinander darüber. Und in mit und unter diesen Kommunikationsprozessen wirkt der Geist Jesu Christi, der allein Glauben bewirken kann und der die treibende Kraft zur Weitergabe des Glaubens ist.

Einladung zum Weiterdenken

1. Wie geschieht in unserer Gemeinde die Weitergabe des christlichen Glaubens?

2. Was sind Inhalte in unseren Gottesdiensten und wie verhält sich das zu dem, was in der Rechenschaft vom Glauben über die christliche Versammlung und den Gottesdienst steht?

3. Wie geschieht die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in unseren Gemeinden?

4. Wie wird in unserer Gemeinde das Miteinander der Generationen gestaltet, sodass Kinder und Jugendliche zu Glauben ermutigt werden?

Erschienen in: Die Gemeinde 12/2022, S. 16-17.

]]>
news-3207 Thu, 02 Jun 2022 16:26:39 +0200 Miteinander reden, glauben, lieben und hoffen Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/miteinander-reden-glauben-lieben-und-hoffen/ BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba haben in ihrem Bericht auf der Bundesratstagung dazu eingeladen, auch über kontroverse Themen ins Gespräch zu kommen. BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba haben in ihrem Bericht auf der Bundesratstagung dazu eingeladen, auch über kontroverse Themen ins Gespräch zu kommen.

„In ‚glauben – lieben – hoffen‘ finden Jugendliche und junge Erwachsene Antworten auf 103 Fragen rund um Glauben und Bibel. Das Buch gibt ihnen eine Orientierungshilfe, um sich selbst eine Meinung zu Glaubensfragen zu bilden“, heißt es auf der Internetseite des Gemeindejugendwerks. Das Buch „glauben – lieben – hoffen“ habe für Bewegung gesorgt, berichtete BEFG-Präsident Michael Noss. „Das Präsidium des Bundes hat entschieden zu diesem Buch keine Stellungnahme zu schreiben“, erklärte Noss. Das Präsidium stehe zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch wenn es in Einzelfragen möglicherweise unterschiedliche Erkenntnisse gebe. Nach Abklingen des Applauses führte er als weiteren Grund an, dass auch andere Angestellte des Bundes Bücher veröffentlichen, die auch Widerspruch hervorrufen und nach ihrem Inhalt unterschiedlich beurteilt werden können. „Wir lassen uns nicht mit diffamierenden Erklärungen in Einklang bringen oder durch Blogs oder Social Media Beiträge treiben, sondern wir laden zum Dialog ein“, so Noss. „Wir stehen zum Gespräch bereit und kommen gerne auch in Eure Gemeinden.“

Generalsekretär Christoph Stiba unterstützte die Gesprächsbereitschaft und lud zum Gespräch über die Artikelserie zur „Rechenschaft vom Glauben“ ein. Der Theologische Ausschuss des Präsidiums und das Kollegium der Theologischen Hochschule Elstal veröffentlichen 2022 in jeder Ausgabe der Zeitschrift „Die Gemeinde“ und online jeweils einen Beitrag der Artikelserie. „Es ist gut, wenn wir über die ‚Rechenschaft vom Glauben‘, über die Grundlagen, die wir gemeinsam als Bundesrat beschlossen haben, nachdenken und sie gegebenenfalls in einem Gesprächsprozess verändern, wo nötig“, warb Christoph Stiba für das Gesprächsangebot.

Der Bundesrat hat in der Folge mit der Zielsetzung einer gemeinsamen Verständigung beschlossen, innerhalb des Bundes im laufenden Kalenderjahr ein konstruktives Gespräch zu strittigen Themen des Buches „glauben – lieben – hoffen“ anzuregen und zu moderieren.

„Wir haben noch mehr Themen und Gesprächsprozesse, in die wir eintreten wollen“, so Stiba. „Bei Gott sind alle willkommen: beliebte und ausgegrenzte, angepasste und unkonventionelle Menschen, Angehörige von Minderheiten und von Mehrheiten. Vielfalt ist von Gott gewollt und soll in unseren Gemeinden leben“, zitiert Christoph Stiba die Resolution des Bundesrates, die 2016 zum Thema „Bunte Gemeinde: Staunen über Christus im Anderen“ formuliert wurde. Es sei ein großer Schmerz, dass es Menschen in Gemeinden gab und gibt, die Angst haben, sich zu „outen“, weil sie befürchten und es erlebt haben, dann von der Gemeinschaft der Gläubigen ausgegrenzt zu werden. „Das darf nicht sein!“, fordert Stiba. „Wir wollen in unserem Bund und in unseren Gemeinden eine Kultur fördern, in der ein angstfreier Raum für ein offenes Miteinander möglich ist.“ Im Namen des Präsidiums und der Bundesgeschäftsführung sprach Christoph Stiba die Einladung aus, über den Umgang mit sexueller Identität und Vielfalt um der Menschen willen ins Gespräch zu kommen. Dazu soll es in Kürze Materialien und Gesprächshilfen geben. „Lasst uns gemeinsam Christus im Anderen entdecken!“

Ein Gesprächsprozess, der bereits vor mehr als 30 Jahren begonnen hat, ist die Frage von Frauen auf der Kanzel. Seit nun mehr 30 Jahren werden Frauen im BEFG als Pastorinnen ordiniert. Präsident Michael Noss erinnerte an die mühsamen Anfänge und bat die Frauen, die aufgrund ihres hauptamtlichen Dienstes in Gemeinden leiden mussten, stellvertretend um Verzeihung, wie hier nachgelesen werden kann.

Noss und Stiba thematisierten auch die Missbrauchsvorwürfe gegenüber der Southern Baptist Convention, die nicht mehr Mitglied im Baptistischen Weltbund (BWA) ist. Über 700 Pastoren werde von einer unabhängigen Untersuchungskommission in den USA Missbrauch vorgeworfen und der Leitung der Kirche werde vorgeworfen, mehr am Schutz der Kirche als am Aufdecken von Missbrauch interessiert gewesen zu sein. „Missbrauch, Vertuschung, Einschüchterung und Diffamierung in einer Kirche muss eindeutig widersprochen werden“, so Stiba. „Dem widerspricht das Evangelium, dem widerspricht die Barmherzigkeit Gottes, dem widerspricht alles, was uns wichtig ist.“ Deshalb gebe es im BEFG eine unabhängige Anlaufstelle gegen sexualisierte Gewalt und präventiv das Konzept „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“. Er ermutigte dazu, die Anlaufstelle in den Gemeinden bekannt zu machen und Mitarbeitende präventiv zu schulen.

Auch auf die neuesten Recherchen in Bezug auf das Gesundheitswerk Bethel, bei denen sich erstmals zwei Diakonissen öffentlich über die Missstände im Werk äußern, gingen Stiba und Noss am Ende ihres Berichtes ein und wiesen darauf hin, dass Anne Traub, Gemeindemitglied der EFG Leverkusen, für die Unterstützung der Diakonissen ein Spendenkonto eingerichtet habe.

]]>
news-3206 Thu, 02 Jun 2022 14:37:15 +0200 Erleben, was Gott in dieser Welt bewirkt Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/erleben-was-gott-in-dieser-welt-bewirkt/ Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) macht sich auf den Weg einer Partnerschaft mit der National Baptist Convention of Namibia (NBCN). Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) macht sich auf den Weg einer Partnerschaft mit der National Baptist Convention of Namibia (NBCN). Über Chancen und Ziele der Partnerschaft mit dem südwestafrikanischen Land berichteten auf der Bundesratstagung Koordinatorin Regina Claas, Präsidiumsmitglied Volker Bohle und Generalsekretär Christoph Stiba. „Der Blick über den eigenen Tellerrand kann für beide Seiten eine echte Bereicherung sein“, wie Claas hervorhob.

Die ehemalige BEFG-Generalsekretärin Regina Claas, die in den letzten Jahren als Missionarin von EBM INTERNATIONAL im südlichen Afrika gearbeitet hat, beleuchtete zunächst die Perspektive des afrikanischen Bundes: Es sei „den Namibiern wichtig, zu Baptisten aus einem nichtafrikanischen Land in Beziehung zu treten, um ihren Horizont zu erweitern, sich über das Glaubens- und Gemeindeleben und die Missionsarbeit auszutauschen und sich gegenseitig beim Gemeindebau zu unterstützen.“ Auch finanzielle Unterstützung für die besonderen Herausforderungen in ihrem Land sei ein Aspekt, wie die deutsche Koordinatorin der Partnerschaft berichtete. „Umgekehrt brauchen wir auch die Namibier als Schwestern und Brüder, die ihren Glauben unter ganz anderen Bedingungen leben als wir, und die Gott oftmals auf eine ganz unmittelbare Weise erfahren, die uns vielleicht fremd geworden ist“, so Claas. „Es tut auch uns gut, über den eigenen Tellerrand zu schauen und die Welt aus der Perspektive anderer Kulturen und Glaubensformen wahrzunehmen. So wächst unser Verständnis für das, was Gott in dieser Welt bewirkt.“

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba betonte, nach den positiven Erfahrungen mit den zurückliegenden Partnerschaften des BEFG mit den Baptistenbünden in Malawi und Südafrika freue er sich sehr auf das Miteinander. „Es gibt gemeinsame Erfahrungs- und Lernfelder, in denen wir uns gegenseitig unterstützen können, etwa in Mission und Diakonie oder der Frauenarbeit, in der die Namibier sehr stark aufgestellt sind.“ Auch die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte sei ein wichtiges Thema für die Partnerschaft mit der NBCN, so Stiba.

Präsidiumsmitglied Pastor Bohle, der viele Jahre als Afrika-Referent für EBM INTERNATIONAL gearbeitet hat und jetzt Pastor einer Berliner Ortsgemeinde ist, stellte das Konzept einer In Via Partnerschaft „auf dem Weg“ vor. „In einer ersten Phase wird es bis 2023 darum gehen, dass Menschen aus unserem und dem namibischen Bund einander kennenlernen und wir Erwartungen an die Partnerschaft formulieren. In einer zweiten Phase wollen wir bis 2027 miteinander in ganz unterschiedlichen Projekten unterwegs sein. Danach sollen Beziehungen auf Ebene von Ortsgemeinden weiterentwickelt und gepflegt werden.“ Hierin werde deutlich, dass das Miteinander über die Leitungsebene hinausgehen soll, wie Bohle mit Verweis auf die Partnerschaft mit Malawi hervorhob: „Wir freuen uns, wenn wieder deutsche Gemeinden eine Partnerschaft mit einer namibischen Gemeinde starten, was den eigenen Glaubenshorizont erweitern und bereichern kann!“

Auf der Seite www.befg.de/Namibia werden die Grundsätze, Ziele, Phasen und mögliche Konkretisierungen der Partnerschaft ausführlich vorgestellt. 

]]>
news-3205 Thu, 02 Jun 2022 12:14:01 +0200 30 Jahre Ordination von Frauen im BEFG Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/30-jahre-ordination-von-frauen-im-befg/ Seit 1992 werden Frauen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) als Pastorin ordiniert. Seit 1992 werden Frauen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) als Pastorin ordiniert. „Verzeiht uns!“, bat BEFG-Präsident Michael Noss stellvertretend die Frauen, die aufgrund ihres hauptamtlichen Dienstes in Gemeinden leiden mussten. Auf dem Bundesrat berichteten zudem vier Pastorinnen aus verschiedenen Generationen von ihren Erfahrungen.

„Das war mühsam“, erinnerte Präsident Michael Noss an die zaghaften Anfänge, als man im BEFG begann, über die Zulassung von Frauen als „Predigerinnen“ nachzudenken. „Der erste Schritt wurde gegangen, indem zwei Frauen am Seminar zum Studium zugelassen wurden“, so Noss auf der Bundesratstagung im Rahmen des Berichtes des Präsidenten und des Generalsekretärs. Er habe es nie verstanden, dass man Unterschiede zwischen Männern und Frauen macht, wenn es um das Begabungspotential geht. „Die ersten Frauen, die ihren Dienst als Hauptamtliche, im Dienst einer Pastorin – wie sie damals noch nicht heißen durften – aufgenommen haben, haben schwer leiden müssen. Und es ist hier der Ort, an dieser Stelle auch zu sagen: Verzeiht uns!“ Die Entschuldigung des Präsidenten wurde von tosendem Applaus der Delegierten unterstützt.

„Gott begabt Menschen, Männer und Frauen, und er stellt sie in seinen Dienst. Seit 30 Jahren dürfen sie jetzt auch Pastorinnen heißen – und nicht mehr nur theologische Mitarbeiterin“, fügte Michael Noss dankbar hinzu. Dass es immer noch Gemeinden gibt, die das anders sehen, gehöre zu unserer Vielfalt als Gemeindebund. Aber auch in diesem Punkt gelte: „Lasst uns im Gespräch bleiben und miteinander reden!“

„30 Jahre Ordination zur Pastorin – so lange und so kurz“, blickte Pastorin Andrea Kallweit-Bensel, Präsidiumsmitglied und Dozentin an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest, auf die Zeit zurück. Nach 30 Jahren sei es keine Jubelveranstaltung, aber eine Wegmarke. Sie berichtete: „Auf der Bundeskonferenz 1992 – vor 30 Jahren – wurde nach sehr emotionalen und konträren Beratungen beschlossen, dass Frauen zur Pastorin ordiniert werden können.“ Aber schon vorher habe es Frauen in Ost und West gegeben, die ihren pastoralen Dienst versehen haben. „Im Westen, in Hamburg, war Carmen Rossol die erste Frau, die am Theologischen Seminar studiert hat und dann auch in ihrer Gemeinde Pastorin genannt wurde“, so Kallweit-Bensel. Sie selbst wurde 1987 als theologische Mitarbeiterin ordiniert, war in ihrer Gemeinde jedoch stets „die Pastorin“. Auch wenn sie zum Teil sehr heftigen Widerstand zu überwinden hatte, zeigte sie sich dankbar für diese Wegmarke und den gemeinsamen Weg bis dorthin. ###3_IMAGES###Franziska Suhail, Pastorin der EFG Schleswig, ist in einer Brüdergemeinde aufgewachsen und mittlerweile über zehn Jahre im Gemeindedienst. Sie ist dankbar für Kolleginnen, die ihr auf ihrem Weg Vorbild und Gegenüber waren und bis heute sind, die Themen vorangebracht und Gemeinden neu bewusstgemacht haben. „Ich bin dankbar für Gemeinden, die sich darauf eingelassen haben, dass auch Frauen ‚ganz gut‘ predigen können“, so Suhail. Denn sie habe – insbesondere bei der Verteilung von Reisediensten – auch die Erfahrung gemacht, dass Frauen nicht auf allen Kanzeln willkommen sind. Und Gemeinden, die immer noch skeptisch gegenüber Frauen auf der Kanzel sind, sagte sie: „Ihr verpasst etwas!“ Nach Abklingen des Applauses erzählte sie, dass sie schon bei der Vermittlung in den pastoralen Dienst aufgrund ihres Geschlechts bereits vor der Einladung in eine Gemeinde abgelehnt wurde – mit der Begründung, dass dann zu viele Frauen in der Gemeindeleitung vor Ort wären. Das mache sie betroffen, wenn Frauen ihre Berufung abgesprochen wird. Dennoch sei sie dankbar für diese Wegmarke und für Gemeinden, die allen Hauptamtlichen den Rücken stärken.

„Ob ich eine Frau bin oder nicht, ist für meine Predigt irrelevant“, davon ist Maike Böhl, seit kurzem Pastorin in der EFG Uetersen, überzeugt. In einer Gemeinde habe sie ein Kompliment für ihre „gute Predigt obwohl sie eine Frau ist“ erhalten. Das sei ihr „bitter aufgestoßen“. „Auch, wenn ich schlecht gepredigt hätte, hätte das nichts mit meinem Geschlecht zu tun gehabt“, so Böhl. Sie erlebt Frauen im pastoralen Dienst als selbstverständlich. Sie wünscht sich, dass ganz bewusst Frauen für Predigten angefragt werden und dass Gemeinden weiterhin Frauen im Dienst thematisieren, damit bei aller Selbstverständlichkeit die biblischen Grundlagen und der exegetische Rahmen bekannt sind.

Die Sprecherin der Pastorinnen, Sigrid Falk, Pastorin in der EFG Marburg, berichtete, dass der Anteil von Pastorinnen im aktiven pastoralen Dienst derzeit bei 17 Prozent liegt, im Anfangsdienst sind es zurzeit fast 37 Prozent. Alle drei Jahre gebe es zudem eine Pastorinnentagung zum Austausch und zur Fortbildung. „Dadurch, dass Frauen Pastorinnen geworden sind, hat sich am pastoralen Dienst viel verändert“, sagte sie. Teilzeitanstellungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien zum Beispiel mehr in den Fokus gerückt. Auch die Vorstellung von Pastorenehepaaren und Singlepastorinnen passe nicht zu dem klassischen Bild eines Pastors. „Die Lebensentwürfe sind unterschiedlich und diese Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen miteinander, von uns gemeinsam im Dienst der Gemeinde im Reich Gottes für unseren Herrn Jesus – das öffnet uns den Himmel.“

]]>
news-3204 Thu, 02 Jun 2022 09:51:01 +0200 Bundesrat 2022: Lust auf Studium und Gemeinde Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesrat-2022-lust-auf-studium-und-gemeinde/ Der Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde stellte bei der Bundesratstagung Wege in den hauptamtlichen Gemeindedienst vor. Der Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde stellte bei der Bundesratstagung Wege in den hauptamtlichen Gemeindedienst vor. Ob Gemeindepastorin, also Ordinierte Mitarbeiterin, oder Jugendreferent – vielfältige Studien-Programme führen in den gemeindlichen Dienst.

Zu Beginn des Berichts aus dem Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde wurde das Reportage-Video „Vielfalt im Studium erleben“ gezeigt. Darin erzählt unter anderem Lissy Lilja, Diakonin für Junge Gemeinde in der Baptisten-Kirche Dormagen, was sie am Studium an der Theologischen Hochschule schätzen gelernt hat – nämlich die Theorie zu lernen und die Möglichkeit, diese auch in der Praxis anzuwenden und Gemeindearbeit in der Bandbreite, mit unterschiedlichen Generationen, kennenzulernen. „Die Studierenden an der Theologischen Hochschule Elstal bilden ab, was in den Gemeinden an Diversität und theologischen Haltungen lebt“, berichtete der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Michael Kißkalt, auf der Bundesratstagung. „An der Theologischen Hochschule lernen sie zu diskutieren, sich zu positionieren und einander auch mit unterschiedlichen Positionen zu respektieren.“

Der Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde richtet sich mit seinen Angeboten zum einen speziell an die Ordinierten und angehenden Ordinierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zum anderen an die Gemeinden. Dazu gehört neben der Vermittlung in den Gemeindedienst auch die Weiterbildung von Pastorinnen und Pastoren sowie Diakoninnen und Diakonen###3_IMAGES###Das Studium an der Theologischen Hochschule Elstal soll flexibler gestaltet werden und ein neues Programm für Seiteneinsteiger wird zurzeit erarbeitet, da der Bedarf an Hauptamtlichen in den Gemeinden steigt: „Weil das Leben unterschiedliche Geschichte schreibt, gibt es neben dem regulären Weg über ein Theologiestudium in Elstal in den Dienst, auch andere Wege zur Ordination, wie zum Beispiel das Kontaktstudium und das Pastorale Integrations- und Ausbildungs-Programm (PIAP)“, so Thomas Klammt, Referent für Integration und Fortbildung. Das klassische Kontaktstudium in seiner bisherigen Form werde komplett überarbeitet und gehe nächstes Jahr neu an den Start. Das neue Seiteneinsteiger-Programm richte sich danach, was die oder der Einzelne an theologischer Ausbildung, pastoraler Erfahrung und Integration in den BEFG mitbringt. Insbesondere nach einer Bibelschulausbildung könne man von dem neuen Programm profitieren und den Weg in den pastoralen Dienst und damit auch zur Ordination individuell und flexibel gestalten.

„In Gemeinden gibt es auch viele Anstellungen von Jugendreferentinnen und -referenten“, so Udo Hermann, Leiter des Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde, und fragte: „Haben junge Leute Lust auf Gemeinde?“ Präsidiumsmitglied Andrea Kallweit-Bensel, die als Dozentin für praktische Theologie und Neues Testament an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest junge Leute ausbildet, antwortete ihm: „Ja, sie haben Lust auf Gemeinde, aber sie suchen Gemeinden mit Gestaltungsspielräumen, in denen sie kreativ und innovativ sein können, in denen sie nicht gleich für den Gemeindebrief schreiben müssen, sondern auf Insta und Co. aktiv sein können und wo sie Mentorinnen und Mentoren haben.“ Auch die Work-Life-Balance sei der jungen Generation wichtig. Prof. Dr. Christoph Stenschke, Leiter des Akademischen Aufbauprogramms und Dozent für Neues Testament, stellte die neue berufsbegleitende Ausbildung BTA.dual vor. Die Ausbildung sei ein Multi-Tool und vor allem praktisch. Sie helfe, den Glauben zu vertiefen, besser zu verstehen, der Gemeinde treuer zu dienen, Jesus mehr zu lieben und vieles mehr.

Lust auf Studium und Gemeinde kann auch das neue Orientierungsjahr nxtchapter machen. Unter dem Motto „Gemeinschaft erleben, Glauben vertiefen, Gaben entdecken“ bietet nxtchapter jungen Menschen die Möglichkeit, ein Jahr für sich zu nehmen, die Bibel und Theologie kennenzulernen und Gott neu zu erleben und sich auszuprobieren. Fiona Waddell, Studentin an der Theologischen Hochschule Elstal, stellte nxtchapter in einem Video bei der Bundesratstagung vor.

]]>
news-3203 Wed, 01 Jun 2022 12:05:03 +0200 Das werdende Leben fördern und schützen Hannelore Becker https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/das-werdende-leben-foerdern-und-schuetzen/ Die Stiftung „Chance zum Leben“ des BEFG setzt sich für das werdende Leben ein, indem sie Schwangere und Familien in finanziellen Notlagen unterstützt. Im Juni wird die Stiftung 20 Jahre alt. Die Stiftung „Chance zum Leben“ des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) setzt sich für das werdende Leben ein, indem sie Schwangere und Familien in finanziellen Notlagen unterstützt. Im Juni wird die Stiftung 20 Jahre alt. Geschäftsführerin Hannelore Becker berichtet über das Konzept bei der Gründung, eine „geniale diakonische Idee“, Hochs und Tiefs in zwei Jahrzehnten und über ein neues Konzept, durch das die Stiftung in Zeiten steigender sozialer Nöte gut für die Zukunft aufgestellt ist, um Menschen zu helfen und Leben zu schützen.

Wenn wir glauben, dass jeder Mensch ein Gedanke Gottes ist, dann muss es unser Anliegen als Christen sein, auch das werdende Leben zu schützen und zu fördern. Gleichzeitig wäre es viel zu einfach, Frauen zu verurteilen, die sich aus sozialen Gründen für eine Abtreibung entscheiden. Doch ziemlich sicher ist, dass keine Frau diese Entscheidung leichtfertig trifft und dass viele Frauen bis an ihr Lebensende unter dieser Entscheidung leiden.

Am Anfang war ein Anstoß…

Das waren die Konfliktpunkte, die dazu geführt haben, dass Brüder unseres Bundes die Entscheidung getroffen haben: Wir wollen etwas dafür tun, dass Frauen eine Hilfe bekommen, damit sie dem neuen Leben eine Chance geben. Federführend bei der Idee einer Stiftung war Pastor Hartmut Wahl.

Natürlich dauerte es noch etwas, bis es losgehen konnte, denn für die Gründung einer Stiftung war ein Stiftungskapital von 100.000,00 DM erforderlich. Aber im Juni 2002 startete die Stiftung „Chance zum Leben“ nach Erreichen des Stiftungskapitals und der Anerkennung der Satzung. Der Start war in Berlin, denn durch ein Krankenhaus dort kam auch der Anstoß.###3_IMAGES###Das Anliegen war, Frauen im Schwangerschaftskonflikt mit einer finanziellen Hilfe zu ermutigen, sich für das werdende Leben zu entscheiden. Am Anfang nutzten vor allem die Schwangerenberatungsstellen der Immanuel-Group in Berlin das Angebot der Stiftung. Inzwischen ist die Stiftung auch anderen Beratungsstellen bekannt, auch denen der evangelischen und katholischen Kirche und freien Trägern.

…dann kam eine praktische Idee

Wie konnte man die Hilfe nun ganz praktisch konkretisieren? Es sollte eine direkte Hilfe für das Baby sein. Etwas, das für ein Jahr spürbar den Geldbeutel entlastet. Nun, wer Kinder hat oder hatte, weiß, wie gerade die Windelpakete eine stetige Belastung auf dem Kassenzettel sind oder waren. So entstand die geniale diakonische Idee: Windel- bzw. Drogeriegutscheine!

Wachsen und Bekanntwerden…

2007 übernahm das Diakoniewerk Kirchröder Turm die Trägerschaft, und seit 2010 arbeite ich als Referentin mit einer 450-Euro-Stelle, um die Anträge zu bearbeiten, Sponsoren zu finden und die Stiftung in den Gemeinden unseres Bundes bekannt zu machen.

Die ersten Jahre konnte ich finanzielle Unterstützungen von den Drogeriemarktketten dm und Rossmann bekommen. Denn was lag bei Windelgutscheinen näher, als die Drogeriemärkte mit einzubinden! Leider kann ich beide Drogeriemärkte in den letzten Jahren nicht mehr für diese Win-Win-Aktion gewinnen.

Aber ich habe Gemeinden in ganz Deutschland besucht und bin ich dankbar für Gemeinden und Menschen, denen die Arbeit der Stiftung am Herz liegt und die sie durch Spenden, Daueraufträge, Kollekten und Jahresdankopfer unterstützen. Dadurch war über all die Jahre die Möglichkeit gegeben, alle eingegangenen Anträge zu bearbeiten und zu bewilligen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle allen Spenderinnen und Spendern!

Mir ist es vor allem und immer noch ein Anliegen, dass die Gemeinden unseres Bundes die Stiftung und ihr großartiges Angebot kennen und auch selbst nutzen. Es gibt doch auch in unserem Gemeindeumfeld Familien, die an der Armutsgrenze leben und dankbar sind, wenn von irgendwoher Unterstützung kommt. Die Stiftung bietet sozusagen einen „diakonischen Fonds“, der für Schwangere und Familien genutzt werden kann.

Im Laufe der Zeit hat sich die Zahl der Anträge vervielfacht von knapp 20 in den ersten Jahren bis auf 130 im letzten Jahr. Aber das liegt nicht nur daran, dass die Stiftung bekannter geworden ist, sondern auch daran, dass die Nöte größer geworden sind. Die steigenden Energiekosten machen Familien, die schon am Rand der Existenz stehen, zunehmend Probleme. Pandemiebedingte Kündigungen oder Arbeitsverlust haben manchen Familien finanziell den Boden unter den Füßen weggezogen, und ungeplante Schwangerschaften verschärfen den finanziellen Druck dann erheblich. Die Nöte, Probleme, Familienkonstellationen und Herkünfte sind so unterschiedlich wie Menschen und Schicksale eben sind.

…und weiter mit neuer Satzung und neuen Kompetenzen

Ende 2021 haben wir eine neue Satzung und ein neues Konzept erarbeitet. Vier Verantwortliche mit unterschiedlichen Kompetenzen können mehr bewegen, als eine Referentin mit einem kleinen Beirat.  So gibt es nun einen Vorstand: Mareike Klaus ist Vorstandsvorsitzende, Pastorin und BEFG-Referentin für Diakonie und Gesellschaft Agathe Dziuk ist stellvertretende Vorsitzende. Diakonin Sabrina Hemmen gehört dem Vorstand ebenfalls an, und ich arbeite nun als Geschäftsführerin für die Stiftung. Außerdem haben wir einen Stiftungsrat berufen, der aus Menschen besteht, die die Stiftung schon seit längerem auf ihrem Herzen haben und vielfältig unterstützen. Auch sie sollen Vervielfältiger der guten Sache sein, denn die finanziellen Nöte und die Zahl von Alleinerziehenden und Familien am oder unter dem Existenzminimum wird durch Inflation, Krieg und Pandemie wohl noch weiter zunehmen.

Etwas für das werdende Leben und das Leben der Kleinsten in unseren Familien zu tun, dazu kann und will die Stiftung Chance zum Leben auch weiter – gerade bei steigenden finanziellen Nöten –  helfen.

]]>
news-3202 Tue, 31 May 2022 11:59:45 +0200 Finanzen des Bundes: Es gibt einiges zu tun Timo Neumann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/finanzen-des-bundes-es-gibt-einiges-zu-tun/ Im Finanzbericht auf der Bundesratstagung dankte der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, allen Gemeinden sowie Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung. Im Finanzbericht auf der Bundesratstagung dankte der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, allen Gemeinden sowie Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung, stellte die aktuellen Haushaltszahlen vor und kündigte mit Blick auf die kommenden Jahre Konsolidie-rungsmaßnahmen an.

Das Ergebnis für das zurückliegende Haushaltsjahr 2021 weist mit 21.000 Euro ein leichtes Plus auf. Die Auswirkungen der Pandemie seien weiterhin spürbar, so Springer. Durch die vielen Veranstaltungsabsagen mussten weniger Honorare, Mieten, Reisekosten und ähnliches gezahlt werden. Dagegen fehlten auf der anderen Seite eine Reihe von Teilnehmerbeiträgen. Mittlerweile sei es jedoch zu einer Normalisierung bei den Präsenzveranstaltungen gekommen. „Der Corona-Effekt schwindet, was auch in den Planungen für 2022 berücksichtigt wurde“, berichtete der kaufmännische Geschäftsführer.

2021 hätten zudem Objektverkäufe aufgelöster Gemeinden die Einnahmenseite positiv beeinflusst. „Das sind einmalige Effekte, die wir in unseren Planungen nicht berücksichtigen. Diese Einnahmen wurden vollständig den Rücklagen zugeführt, vorwiegend mit dem missionarischen Ziel, Gemeindeneugründungen zu fördern.“

Die rückläufigen Mitgliederzahlen in den Gemeinden haben bereits seit 2020 erkennbare Auswirkungen auf die Bundesbeitragszahlungen. Die Spenden an das Bundesopfer waren 2021 deutlich rückläufig. Dementsprechend schwierig habe sich auch die Planung für den Haushalt 2022 gestaltet.

Der kaufmännische Geschäftsführer blickte angesichts sinkender Einnahmen noch weiter in die Zukunft. „Das Einsparpotential bei den Kosten ist inzwischen stark begrenzt. Der Druck auf den Haushalt wächst.“ Eine Umstrukturierung sei nötig – mit dem Ziel, das Kostenniveau zu senken. Diesen Ansatz unterstrich auch das Präsidium: „Der Haushaltplan 2022 ist strukturell defizitär, die Mitgliederzahlen rückläufig. Das macht eine Konsolidierung unumgänglich“, betonte die Vorsitzende des Finanzausschusses Dorothee Oesemann.

Für Springer ist klar: „Die Haushaltsplanung 2022 gibt uns einen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Konsolidierungserfordernisse. Es gibt in den nächsten Jahren einiges zu tun – in allen Dienstbereichen des Bundes, für uns als Bundesgemeinschaft mit allen Mitgliedsgemeinden, gemeinsam mit den Landesverbänden und den Gemeindejugendwerken.“

Die Notwendigkeit zeige sich auch mit Blick auf die bisherigen Entwicklungen im laufenden Haushaltsjahr. Nach den beiden Corona-Jahren würden die beiden wichtigsten Einnahmepositionen jetzt noch mehr an Bedeutung gewinnen. Insbesondere das Bundesopfer sei bis dato zu niedrig. „Wir freuen uns über jede Spende zur Förderung unserer gemeinsamen Bundesarbeit. Und wir bitten alle Gemeinden, sich in der von den Delegierten beschlossenen Höhe an den Bundesbeiträgen zu beteiligen!“

Für das kommende Jahr beschlossen die Delegierten eine Erhöhung der Bundesbeiträge um 1,50 Euro auf dann 74,50 Euro pro Jahr und Mitglied. Insbesondere unter Berücksichtigung der Inflationsrate sei das eine moderate Erhöhung im Bereich der erwartbaren Tariferhöhung.

Präsidium und die Finanzsachverständigen des Bundesrates dankten Springer und seinem Team ausdrücklich für ihr Engagement, für die offene, konstruktive und zielorientierte Zusammenarbeit. Einen weiteren Dank richteten sie an alle Gemeinden und die vielen Einzelspenderinnen und -spender.

Dem schloss sich auch Volker Springer an und verwies dabei besonders auf die hohe Spendenbereitschaft in der Bundesgemeinschaft. Über 1,6 Millionen Euro wurden für die Flutopfer gesammelt. Und auch im laufenden Jahr wurden bereits fast 1,6 Millionen für die Opfer des Ukraine-Krieges gespendet.

Rückblickend auf die Bundesratstagung hält Volker Springer fest: „Es ist bewegend zu sehen, wie sich die Bundesgemeinschaft für in Not Geratene einsetzt und diese auch mit hohem finanziellen Engagement unterstützt. Wir sind imstande, Großes zu leisten. Das stimmt mich auch für die kommenden Herausforderungen für den Bund selbst hoffnungsvoll!“

]]>