Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland https://www.befg.de Die Nachrichten aus dem Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden de-de Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Sun, 08 Mar 2026 10:42:08 +0100 Sun, 08 Mar 2026 10:42:08 +0100 TYPO3 EXT:news news-3942 Mon, 02 Mar 2026 14:11:24 +0100 Praxisnahes Studium: Damit Gemeinden fit für die Zukunft sind Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/praxisnahes-studium-damit-gemeinden-fit-fuer-die-zukunft-sind Es ist bewährte Tradition, zu Ostern die Theologische Hochschule Elstal mit einer Spende zu unterstützen, ob persönlich oder mit der Osterkollekte in der Gemeinde. Danke dafür! Es ist seit 1959 eine bewährte Tradition, zu Ostern die Theologische Hochschule Elstal mit einer Spende zu unterstützen, ob individuell oder mit der Osterkollekte in der Gemeinde. Im Theologiestudium erwerben die Studentinnen und Studenten Kompetenzen, mit denen sie später Gemeinden missionarisch und diakonisch verändern oder begründet und ganz bewusst Altbewährtes bewahren können. 

Dafür spenden

An der Theologischen Hochschule Elstal wird es ab Oktober den neuen Master-Studiengang „Theologie und innovative Gemeindeentwicklung“ geben. „Er ist besonders als Angebot für Interessierte aus freikirchlichen Gemeinden konzipiert und kann auch studiert werden, während man berufstätig ist“, erklärt Ralf Dziewas, Professor für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie an der TH Elstal. Ermöglicht werde dies „durch eine Mischung aus Onlinestudium, eigenständigem Lernen, Praxis vor Ort sowie einzelnen Präsenzwochen“. Nach dem Abschluss sei eine Ordination in den pastoralen oder diakonischen Dienst möglich. 

„Zielgruppe sind Personen, die in Gemeinden aktiv sind, und sich für eine berufliche Tätigkeit im Gemeindekontext weiterbilden wollen“, erläutert Dziewas weiter. Voraussetzung: ein vorheriger Studienabschluss in einem anderen Fach als Theologie. Neben dem Eintauchen in Bibel und Theologie lege der Studiengang einen Schwerpunkt auf Innovation: Wie können Gemeinden fit für die Zukunft gemacht werden? Wie kann man neue Formen christlicher Gemeinschaften und Gemeinden gestalten? Dziewas verweist darauf: „Auch Handwerkszeug für Gemeindegründungen wird von erfahrenen Praxispartnern vermittelt.“

„Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden fördert und begleitet bereits seit längerem zahlreiche Gemeindegründungsprojekte in Deutschland, um Wege zu Menschen zu finden, die neue Formen des Glaubens suchen“, ergänzt Christoph Stiba, Generalsekretär des Bundes.

„Besonders schätze ich die praxisnahe Vorbereitung auf die Arbeit in Gemeinde und Diakonie“, lobt etwa die Studentin Annegret Lewin. Um diese für die Gemeinden gewinnbringende praxisorientierte Richtung vermitteln zu können, bedürfe es ständig weiterer Investitionen, betont Volker Springer, kaufmännischer Geschäftsführer des Bundes. Und bittet deshalb um Spenden für die TH Elstal. 

Denn auch die rasante technische Entwicklung sowie neue Gewohnheiten von Menschen werden an der TH Elstal aufgegriffen. Die digitale Verkündigung der Botschaften Jesu ist längst Realität, wissen Lehrende und Studierende gleichermaßen zu berichten. Im Unterricht zum Beispiel bringt der technische Fortschritt Pauline Burkhardt ganz konkret weiter: „Als alleinerziehende Mutter sind die hybriden Möglichkeiten der TH Elstal für mich ein wirklicher Segen. Ich kann sowohl in Präsenz als auch von Zuhause an den Vorlesungen teilnehmen. Für eine flächendeckende, stabile und nutzerfreundliche Umsetzung braucht es jedoch kontinuierlich Mittel. Wer heute in Hybridlehre investiert, stärkt Menschen in besonderen Lebenssituationen den Rücken.“

Gleiches gilt für die Teilnehmer an den offenen Lehrveranstaltungen für die Gemeinden. Pastorin Katrin Laug aus Gelsenkirchen etwa besuchte vergangenes Semester als virtuelle Gasthörerin die Vorlesung „Herausforderungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“: „Die Online-Teilnahme an der Vorlesung gab mir die Möglichkeit, mich mit einem konkreten Thema tiefer zu beschäftigen, für dessen Ausarbeitung ich in meinem alltäglichen Gemeindedienst sonst keine Kapazitäten habe. Ich habe die Vorlesung als fachlich fundiert und gut verständlich erlebt und der Praxisbezug wurde durch den Austausch miteinander deutlich“, lobt die Pastorin dieses Angebot. 

Wer immer sich aus einer Gemeinde für theologische Fragen interessiere, könne online zugeschaltet werden oder sich künftig manche Lehrveranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt als Video ansehen, macht Dziewas auf die neuen Angebotsarten aufmerksam. „Das ist besonders für Ehrenamtliche interessant“, ist er überzeugt. Eine jener Ehrenamtlichen Gasthörerinnen ist Andrea Kroneisl, Diakonin einer österreichischen Baptistengemeinde. Sie nahm kürzlich an einer Vorlesung über das Alte Testament teil: „Das ist so genial, dass man auch von Wien aus als Gasthörer teilnehmen kann! Es macht Spaß, die Ideen und Überlegungen der jungen Leute zu hören, und es gibt so viel Neues, das ich lerne“, begeistert sich die Wienerin. 

Bei allen Neuerungen ist es dem Studierenden Alexander Hämmerling jedoch auch wichtig, zu betonen: „Für mich ist die TH Elstal der Inbegriff von theologischer Weite und ein Ort, an dem der Glaube hinterfragt, gefordert und gefördert wird. Gleichzeitig laden die Lehrenden und der Unterricht dazu ein, immer auf die Mitte, auf Jesus, zu schauen.“ Ähnlich sieht es Kaspar Hollmann. Er studiert an der TH Elstal, „weil man hier denken darf und nicht theologisch oder philosophisch bevormundet wird.“

Und Kathryn Powell ist dankbar für ihr Studium an der TH Elstal, denn hier habe sie „lebendige Theologiekurse erlebt“, mit Kommilitonen und Professoren, „die in der Praxis verwurzelt und vom Evangelium geprägt“ seien. „Ich kann hier in einem baptistischen Kontext studieren, mich mit anderen aus der Konfession vernetzen und mich auf meinen zukünftigen Dienst und meine Gemeindearbeit vorbereiten. Und das alles mit einer guten Portion Freude.“

Es sei seit Jahrzehnten eine bewährte Tradition, mit einer Osterspende die Theologische Hochschule Elstal zu unterstützen, erinnern Stiba und Springer. Sie sei eine Hochschule im Wandel, die gezielt in moderne Lehrformate und technische Infrastruktur investiere, damit die künftigen Pastoren und Pastorinnen sowie Diakone und Diakoninnen praxisnah in den Gemeinden wirken können, betonen beide. Genau dafür brauche die Hochschule weiter Unterstützung. Deshalb bitten Stiba und Springer wieder darum, die Theologische Hochschule Elstal zu Ostern mit einer besonderen Spende zu bedenken.

 

 

]]>
news-3940 Thu, 26 Feb 2026 09:36:30 +0100 „Was macht dich froh und frei?“ – Vom Evangelium, dem Redeparadox und der Mäusejagd Diane Brandt https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/was-macht-dich-froh-und-frei-vom-evangelium-dem-redeparadox-und-der-maeusejagd Theologisch fundiert, kreativ und geistlich: 14 Frauen erarbeiteten Predigtminiaturen in Mölln. Nicht die Frage, ob Frauen anders als Männer predigen, sondern die Feststellung, dass in freikirchlichen Kontexten Frauen unter den Predigenden dramatisch unterrepräsentiert sind, motivierte Pastorin Anja Neu-Illg (Baptistengemeinde Rostock), Anfang Februar im Möllner Tagungszentrum „Tannenhof“ eine Predigtschulung für Frauen anzubieten. Der Einladung gefolgt waren 14 Frauen im Alter von Mitte 30 bis 70, überwiegend – aber nicht ausschließlich – aus Gemeinden des Bundes. Manche hatten schon öfter in der eigenen Gemeinde oder als Gast gepredigt, andere wagten sich zum allerersten Mal an diese Aufgabe heran.

Das Seminar unter der Leitung von Neu-Illg war didaktisch klug aufgebaut und von methodischer Vielfalt gekennzeichnet und hatte die inhaltliche Aufbereitung einer Predigt (nicht etwa die Vortragsweise) im Fokus. Im Zentrum stand den Bericht über die Begegnung von Maria aus Magdala mit Jesus am Ostermorgen (Johannes 20,11-18).

Nach zweimaliger Lektüre des Textes wurden erste Eindrücke, Erinnerungen und Assoziationen notiert. Daraufhin wurde über verschiedene Aspekte der Predigt und der Predigtsituation nachgedacht, zum Beispiel über das „Redeparadox“, als Theologinnen über Gott reden zu müssen, gleichzeitig aber als Menschen, dies nicht zu können; über den unerfüllbaren Anspruch, im eigenen Leben die Botschaft des Evangeliums widerzuspiegeln; über das Privileg – und die Notwendigkeit –, zu reden, obwohl andere es besser könnten. Und über Authentizität, die zurzeit in vielen Freikirchen einen hohen Stellenwert genießt, aber nicht so weit ausgereizt werden darf, dass „too much information“ aus dem Privatleben der Predigerin mitgeteilt wird.

Im Mittelpunkt aber stand das Evangelium des Textes – verstanden als Antwort auf die Frage: „Was an diesem Text macht dich froh und frei?“  – sowie das Thema des Textes und das Ziel einer Predigt.

In einer weiteren Einheit erarbeiteten die Teilnehmerinnen in Kleingruppen die wesentlichen Schritte einer Exegese. Sie erörterten unter anderem den Kontext der Perikope, die handelnden und redenden Personen, die genauen Abläufe der Handlung und der Dialoge. Diese wurden nicht nur schriftlich, sondern auch zeichnerisch zusammengetragen.

Nachdem dann jede für sich gleich mehrere Themen, frohe und freimachende Botschaften des Textes sowie auch ein Predigtziel festgehalten hatte, ging es ans Schreiben von „Predigtminiaturen“, Texten mit einer Sprechlänge von rund drei Minuten. Diese konnten zum Beispiel Einleitung oder Schluss oder ein Teil aus der Mitte einer Predigt sein. Neu-Illg ermutigte die Teilnehmerinnen, auch literarische Formen wie den inneren Monolog auszuprobieren, und erinnerte daran, das Ziel der Predigt nicht aus den Augen zu verlieren.

Bevor die Predigtminiaturen vorgetragen werden sollten, ging es auf Mäusejagd. Neu-Illg nahm dabei ein Sprichwort auf, das der englische Baptistenprediger Charles Spurgeon oft zitierte: „Niemals den Pflug anhalten, um eine Maus zu fangen!“ Wer versucht, beim Pflügen Mäuse zu fangen, verliert sein Ziel aus den Augen. Die Furche wird schief. Mäuse, die auf Nebenspuren durch eine Predigt huschen und vom Predigtziel ablenken könnten, müssen in einem letzten Schritt eingefangen und beseitigt werden.

Schließlich wurden am Samstagabend in einer bewegenden Runde die erarbeiteten Predigten gehalten. Eine nach der anderen trugen fast alle Frauen Texte vor: innere Monologe, dialogisch gehaltene Texte, Lyrik – auch eine Predigt in klassischer Form mit mehreren Punkten und einer Aufforderung war dabei. Gemeinsam wurden die Arbeiten und die neu gewonnene Sprachfähigkeit gefeiert.

Eingerahmt wurden die Tage von Morgen- und Abendandachten sowie von einem Gottesdienst am Sonntagvormittag. Diese Zeiten der Stille und des Gebets luden ein, das Gelernte und Erlebte in Gottes Hände zu legen. Im Gottesdienst am Sonntag war Gelegenheit, die Botschaft vom auferstandenen Herrn und von Maria, die ihn sah und mit ihm sprach, noch einmal zu reflektieren, bevor die Teilnehmerinnen am Nachmittag nach Hause gingen, um – wie Maria – zu verkündigen, was sie mit Jesus und mit Gottes Wort erlebten und erleben.

 

 

 

 

 

]]>
news-3939 Tue, 24 Feb 2026 12:36:35 +0100 Erinnerung an vier Jahre Krieg in der Ukraine Referat für Kommunikation https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/erinnerung-an-vier-jahre-krieg-in-der-ukraine Gebet, Gedenken und Solidarität anlässlich des vierten Jahrestages des Kriegsbeginns in der Ukraine. Anlässlich des vierten Jahrestages des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine am 24. Februar sind Gemeinden und Einzelpersonen zu Gebet, Gedenken und Solidarität aufgerufen.

Anlässlich des seit vier Jahre andauernden Kriegs in der Ukraine hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ihre Mitgliedskirchen zu einem gemeinsamen Friedensgebet am 24. Februar aufgerufen. Als Gebetsanregung verweist die ACK auf einen liturgischen Text der Fachkommission für Gottesdienst und Agende der Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), der auch von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) empfohlen wird. Ziel ist es, Zeichen der Solidarität mit den Leidtragenden des Krieges zu setzen und den Ruf nach Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung im gemeinsamen Gebet hörbar zu machen. Der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Christoph Stiba, ermutigt Gemeinden, dieses Gebet in ihre Gottesdienste zu integrieren und darüber hinaus neue Gebetsformate zu wagen: „Warum nicht auch eine Gebetsnacht machen oder direkt am 24. Februar zu einem Gebetsabend zusammenkommen? Gott hört. Kyrie eleison. Herr, erbarme dich.“

Darüber hinaus lädt die Europäische Baptistische Föderation (EBF) zu einem besonderen internationalen Online-Gebetstreffen ein. Dieses findet am Mittwoch, 25. Februar, um 19 Uhr (MEZ) statt und dauert etwa eine Stunde. Das Treffen ist Teil der monatlichen internationalen Gebetsinitiativen der EBF und steht in diesem Monat ausdrücklich im Zeichen des Gedenkens an den Kriegsbeginn sowie der Fürbitte für die Menschen in der Ukraine. Mitwirkende sind Alan Donaldson, Generalsekretär der EBF, Elijah Brown, Generalsekretär des Baptistischen Weltbunds (BWA), sowie Igor Bandura, Vizepräsident des Ukrainischen Baptistenbundes. Sie berichten über die aktuelle Lage, geben geistliche Impulse und stellen Hilfsprojekte vor, darunter die „Hope Heats Ukraine Campaign“, eine Winterhilfsinitiative für die Ukraine. Das Online-Gebet wird zweisprachig durchgeführt: in englischer Sprache mit simultaner deutscher Übersetzung. 

Weitere Informationen sowie Hinweise zu Spendenmöglichkeiten finden sich unter befg.de/ukraine.

 

]]>
news-3934 Tue, 17 Feb 2026 13:17:29 +0100 Wenn’s um die Kasse geht Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wenns-um-die-kasse-geht Für alle, die in den Gemeinden die Kasse verwalten und sich um die Finanzen kümmern, gibt es wieder eine interessante Online-Tagung zu Rechts- und Finanzfragen. Bequem von zu Hause aus. Für alle, die in den Gemeinden die Kasse verwalten und sich um die Finanzen kümmern, gibt es wieder eine interessante Online-Tagung zu Rechts- und Finanzfragen. Bequem von zu Hause aus. Auch Gemeindeleiterinnen und Gemeindeleiter können sich zu Rechtsfragen informieren: am Wochenende vom 28. bis 29. März. Fundiertes Wissen hält den Rücken frei.

Die Online-Tagung wird gemeinsam vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) und der Freikirchen.Bank in Bad Homburg ausgerichtet. Ziel ist es, die ehrenamtlich Engagierten in der Kassenführung und in der Gemeindeleitung für ihre Aufgaben fit zu machen oder sie immer wieder auf den neuesten Stand zu halten. Denn wer Bescheid weiß, macht seine Aufgabe gerne.

Für Neueinsteiger und Kenner

Seminare zu Finanz- und Rechtsfragen sind vor allem für Neueinsteiger unerlässlich. Und auch die langjährigen Kenner der Materie erfahren immer wieder etwas Neues. Deshalb ist die Teilnahmegebühr von 100,- € gut angelegtes Geld für die Kassen- und Gemeindeverantwortlichen. Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass es neue rechtliche und steuerliche Regelungen zu beachten gibt. Erfahrene Rechts-, Steuer- und Finanzexperten unterrichten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Seminareinheiten von 30 bis 45 Minuten. Auch einzelne Fälle aus der Praxis der Gemeinden können besprochen werden. „Nur Mut! Sagt uns, wo der Schuh drückt und wir suchen nach Lösungen und Antworten“, ermutigt Volker Springer, kaufmännischer Geschäftsführer des BEFG. Für Konkretes aus dem Alltag der Teilnehmenden gibt es zudem eigene Frage-Antwort-Zeiten. Denn Ziel der Tagung ist es, möglichst viel Gewinn für die alltägliche Arbeit der Kassen- und Gemeindeverantwortlichen zu erreichen. Wichtig auch: Auf diese Weise können Kontakte zu Fachleuten geknüpft werden, die womöglich für spätere Fälle oder Problemlagen dienlich sein können. Aber auch der Austausch unter den Teilnehmenden hat sich stets als hilfreich erwiesen. Netzwerken dient immer auch der Verbesserung des eigenen Wissensstands und führt zu einem sicheren Umgang mit der eigenen Ehrenamtsaufgabe.

Immer auf neustem Stand bleiben

Aus dem Tagungsprogramm: Zu Grundsätze der Kassenführung wird wieder Elke Müller von der Freikirchenbank vortragen. Volker Springer erklärt unter anderem den Rechtsstatus der Gemeinden des Bundes. Aber auch die Finanz- und Lohnbuchhaltung, wichtige rechtliche Rahmenbedingungen sowie das Spenden- und Urheberrecht werden vorgestellt. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Gemeinden sich neben Mitgliederbeiträgen neue Finanzierungsquellen erschließen können: durch klassisches Fundraising bis hin zur Beantragung von Projektmitteln bei privaten oder öffentlichen Stiftungen.

Hier gibt es weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung.

]]>
news-3933 Mon, 09 Feb 2026 10:00:00 +0100 Musikreiches Workshopwochenende in Sandkrug Dina Willms, Teilnehmerin https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/musikreiches-workshopwochenende-in-sandkrug Mehrere parallele Workshops zu musikalischen Themen fanden an einem Wochenende im Januar 2026 in Sandkrug statt. Das Workshop-Wochenende im Januar 2026 von BEFG-Musik in den ev. Gästehäusern in Sandkrug war ein Feuerwerk aus Kreativität, Know-How und ganz viel Freude an der Musik.

40 Teilnehmer:innen reisten zur Weiterbildung in den Bereichen Klavierbegleitung, Singleitung und Vocal Coaching aus ganz Deutschland an. Fünf Dozierende (Oliver Seidel, Daniel Warschun, Jan Schröder, Sabine Heilmann und Christoph Zschunke) ließen uns teilhaben an ihrer Leidenschaft für berührende Musik in attraktiven Gottesdiensten. Ihr Herzblut für Gesang, Rhythmik und Piano übertrug sich sofort auf uns Teilnehmende.

In Kleingruppen von fünf bis acht Teilnehmer:innen wurde offener Einzelunterricht angeboten, bei dem die anderen zuhören und zuschauen konnten. So konnte alle von allen lernen. Auch das eine oder andere Lied aus den letzten Jahren, das vielleicht schon in Vergessenheit geraten war, wurde dabei wieder neu entdeckt, neu belebt, frisch arrangiert.

Morgens und abends traf man sich in großer Runde zum Einsingen, Rhythmus Warmup, Start in den Tag, Andacht, Tagesausklang. Hier wurde unter anderem auch der neue Kanon von Sabine Heilmann zur Jahreslosung erstmalig im Chor getestet und noch leicht überarbeitet. Nebenbei wurden die neuesten Chorlieder aus dem Chorbuch „Deinetwegen“ kennengelernt und geprobt, dabei Techniken zum Erlernen neuer Lieder ausprobiert.

Am Ende nahm jede:r viele Anregungen und neue Ideen für Arrangements in Chor und Gottesdiensten mit in seine Heimatgemeinde.

Ein Wochenende voller Eindrücke und Anregungen, dass nach Wiederholung schreit. Einfach ein MUSS für alle Musiker:innen und Musikbegeisterten in den Gemeinden!

 

]]>
news-3930 Wed, 04 Feb 2026 07:38:28 +0100 Ruf zur Einheit Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ruf-zur-einheit Bei ihrer Tagung haben die ACK-Delegierten der Landesverbände und des Bundes ihre ökumenischen Erfahrungen ausgetauscht und über die neue Version der Charta Oecumenica diskutiert. Bei ihrer Tagung am 30. und 31. Januar in Elstal haben die ACK-Delegierten der Landesverbände und des Bundes ihre ökumenischen Erfahrungen ausgetauscht und über die neue Version der Charta Oecumenica diskutiert.

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) und seine Gemeinden pflegen ökumenische Beziehungen unter anderem in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Zu Beginn eines Jahres treffen sich die ACK-Delegierten der Landesverbände und des BEFG, um sich unter der Leitung von Pastor Manfred Ewaldt über ihre Erfahrungen auszutauschen. Zu Gast war diesmal Lea Schlenker von der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), die den Prozess der Bearbeitung der Charta Oecumenica seitens der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) maßgeblich mitgestaltet hat.

„Die ökumenische Bewegung ist das Werk des Heiligen Geistes, der Gläubige und Kirchen zur gegenseitigen Liebe und zur Antwort auf den Ruf zur Einheit ermutigt“, heißt es in der Charta Oecumenica. Die Charta ist ein Text, den Kirchen Europas gemeinsam erarbeitet und 2001 unterzeichnet haben. 2022 haben die KEK und der Rat der Europäischen Bischofkonferenz (CCEE) eine Revision der Charta beschlossen. Die Charta sollte bekräftigt und weitergedacht werden, berichtete Lea Schlenker. Sie stellte den Delegierten die neue Fassung vor, die im November 2025 von KEK und CCEE im Rom unterzeichnet wurde. Zeitgleich veröffentlichte die ACK die deutsche Übersetzung des Textes.

Die revidierte Fassung enthält vier neue Kapitel zu den Themen Jugend, Frieden, Migration und Digitalisierung. Sie ist nun in folgende vier – statt drei – Abschnitte gegliedert: „Wir glauben die ‚eine, heilige, katholische und apostolische Kirche‘“, „Auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Kirchen“, „Begegnungsräume in Europa“ sowie „Felder gemeinsamer Verantwortung und gemeinsamen Engagements in Europa“. In Kleingruppen zu den einzelnen Abschnitten setzten sich die Delegierten mit dem Inhalt und den Formulierungen der Charta auseinander und fragten sich, welche Impulse sie für ihr ökumenisches Engagement mitnehmen können. Zahlreiche Selbstverpflichtungen in der Charta fordern die Christinnen und Christen sowie Kirchen zu wachsender Einheit und gemeinsamem Handeln auf.

Pastor Manfred Ewaldt, Mitglied im Vorstand der ACK, eröffnete die Tagung mit einer Begrüßungsrunde und der Frage, wie die einzelnen Delegierten zu ihrem Engagement in der Ökumene kamen. Begeistert erzählten sie von persönlichen Erfahrungen und ihrem „Ja“ zur Ökumene. Gott habe viele Kinder mit unterschiedlicher Kleidung, sagte eine Delegierte und unterstrich die Vielfalt der Gemeinde Jesu. Manfred Ewaldt machte darauf aufmerksam, dass Gemeinden mit interkulturellen Projekten, die Juden, Muslime und Christen zusammenbringen, sich bei „Weißt du, wer ich bin?“ um Förderung bewerben können.

In vielen regionalen ACKs wurde im vergangenen Jahr das Täufergedenken thematisiert, und auch das erste ökumenische Konzil von Nizäa, das vor 1.700 Jahren stattgefunden hat, wurde aufgegriffen. Mona Kuntze berichtete vom Christinnenrat und dem Weltgebetstag der Frauen, der 2026 von Frauen aus Nigeria gestaltet wird. Jasmin Jäger, die Leiterin der Geschäftsstelle der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), wies auf das 100-jährige Jubiläum der VEF hin, zu dem auch ein Magazin veröffentlicht werden soll.

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba erinnerte an das Abschlussdokument der Gespräche zwischen BEFG und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands: „Kirchengemeinschaft auf dem Weg“. Pastor Dr. Christian Wehde vertritt den BEFG in Kontaktgesprächen zwischen der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), um Möglichkeiten der Kirchengemeinschaft auszuloten. „Das Miteinander in der Ökumene fußt nicht auf einem gemeinsamen Taufverständnis, sondern auf dem Glauben an Jesus Christus“, so Stiba. Er berichtete zudem, dass Pastor Dr. Jochen Wagner, freikirchlicher Referent in der Ökumenischen Centrale der ACK, zum Honorarprofessor an der Theologischen Hochschule Elstal (TH Elstal) ernannt wurde.

Prof. Dr. Carsten Claußen von der TH Elstal war als offizieller Vertreter des BEFG bei der Sitzung des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Bei dieser Tagung im südafrikanischen Johannesburg wurde der BEFG am 23. Juni 2025 als Vollmitglied in den ÖRK aufgenommen. Damit endete eine zweijährige Übergangszeit der Beteiligung und Konsultation mit den Mitgliedskirchen des ÖRK. Einen ausführlichen Bericht gibt es hier. Aus dem Deutschen Ökumenischen Studienausschuss (DÖSTA) berichtet Claußen, dass die Studie „Sprache(n) des Gebets“ noch dieses Jahr veröffentlicht wird. Das Thema soll auch bei der Delegiertentagung im Januar nächsten Jahres behandelt werden.

Am Ende der Tagung verabschiedete Manfred Ewaldt den ausscheidenden Generalsekretär Christoph Stiba aus der Runde und würdigte ihn als „kompetenten und energischen Gesprächspartner mit einem großen Herzen für die Sache der Ökumene“. Stiba betonte die Bedeutung der ökumenischen Arbeit auch für die neuen BEFG-Regionen, die die Landesverbände ablösen werden, und ermutigte, sich weiter für die Einheit der Gemeinde Jesu einzusetzen.

]]>
news-3928 Wed, 28 Jan 2026 15:20:42 +0100 Sexualisierte Gewalt benennen Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/sexualisierte-gewalt-benennen Die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG hat ihre Arbeitsweise festgelegt: Offen gestaltete Interviews mit Betroffenen sollen künftig den Kern ihrer Arbeit bilden. Die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hat ihre Arbeitsweise festgelegt: Offen gestaltete Interviews mit Betroffenen sollen künftig den Kern ihrer Arbeit bilden. Ziel ist es, sexualisierte Gewalt im Raum des BEFG sichtbar zu machen, zu dokumentieren und aus den Erkenntnissen heraus Empfehlungen zum besseren Schutz vor weiterer Gewalt zu entwickeln.

Die 2025 eingesetzte Kommission trifft sich seitdem regelmäßig, um Grundlagen ihrer Tätigkeit zu erarbeiten – darunter die sensible Gestaltung der Gespräche mit von sexualisierter Gewalt betroffenen Personen. Im Fokus steht dabei, zu verstehen, wie innerkirchliche Strukturen Übergriffe ermöglicht oder begünstigt haben könnten. Wurden Täterinnen und Täter geschützt oder durften sie weiterhin Funktionen ausüben? Gab es Mitwissende in den Gemeinden? Diese Fragen sollen systematisch beleuchtet werden.

„Um Fälle sexualisierter Gewalt benennen zu können, benötigen wir Informationen und Erfahrungsberichte“, sagt Sprecherin Anna Eberbach. „Wir sind allen dankbar, die bereit sind, ihre Geschichte mit uns zu teilen.“

Die Interviews sollen 2026 beginnen. Die Kommission legt dabei großen Wert auf Sicherheit und Vertraulichkeit: Nur geschulte Personen führen die Gespräche, alle erhobenen Daten werden anonymisiert und unter strikter Beachtung des Datenschutzes ausgewertet. Zugleich kennt die Kommission ihre Grenzen: Sie kann keine therapeutische oder juristische Begleitung bieten. Betroffene erhalten auf Wunsch Hinweise auf weiterführende Unterstützungsangebote.

Die Arbeit der Kommission ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Am Ende dieser Zeit soll ein Bericht stehen, der bekannte Fälle der Vergangenheit, strukturelle Ursachen sowie den Umgang mit Betroffenen zusammenführt und die bis dahin geschehene Arbeit der Kommission beschreibt.

Weitere Informationen zum konkreten Beginn der Gespräche und der Arbeit der Kommission werden im Rahmen des kommenden Bundesrates und laufend auf befg.de/aufarbeitung veröffentlicht.

]]>
news-3927 Wed, 28 Jan 2026 13:07:45 +0100 100 Jahre VEF Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/100-jahre-vef Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) feiert am 29. April ihr 100-jähriges Bestehen. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) feiert am 29. April ihr 100-jähriges Bestehen. 

Die VEF wurde 1926 von vier Freikirchen – darunter auch der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden – gegründet und verbindet inzwischen 15 Freikirchen. Sie zählt rund 300.000 Mitglieder und mehr als 500.000 Menschen nehmen regelmäßig an Gottesdiensten und gottesdienstähnlichen Veranstaltungen teil. „Uns verbindet der Glaube an Gott, der in Jesus Christus seine Liebe für alle Menschen zeigt“, so VEF-Präsident Marc Brenner. „Wir blicken dankbar zurück auf ein Jahrhundert Geschichte: Unsere Freikirchen waren und sind immer noch Orte, an denen Menschen Hoffnung finden, Gemeinschaft erleben, den persönlichen Glauben an Gott entdecken und konkrete Hilfe erfahren, wenn sie in Not sind.“ In der VEF arbeiten die Freikirchenbünde über theologische Unterschiede hinweg zusammen. So äußert sich die VEF zum Beispiel in Stellungnahmen zu aktuellen Themen wie Migration oder Schöpfungsbewahrung, und wird sichtbar durch einen gemeinsamen Beauftragten, der freikirchliche Themen in die Politik einbringt, oder durch Radioandachten und Fernsehgottesdienste. „Wir haben den Wunsch, auch in Zukunft, als vom Staat unabhängige Kirchen, das Evangelium von der Liebe Gottes allen Menschen in Wort und Tat zu verkündigen.“ Zu den geladenen Gästen für die Jubiläumsfeier in Berlin mit Gottesdienst und Festakt gehört auch der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Feierlichkeiten werden live gestreamt, sodass weitere Interessierte online daran teilnehmen können. Weitere Informationen folgen in Kürze auf vef.de/100Jahre.

]]>
news-3925 Tue, 20 Jan 2026 11:23:00 +0100 Ehemaliger BEFG-Präsident Emanuel Brandt gestorben https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ehemaliger-befg-praesident-emanuel-brandt-gestorben Emanuel Brandt ist am 14. Januar 2026 im Alter von 75 Jahren gestorben. Der frühere Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), Emanuel Brandt, ist am 14. Januar 2026 im Alter von 75 Jahren gestorben. Brandt war von 2007 bis 2009 Präsident des BEFG und prägte den Bund darüber hinaus durch vielfältiges kirchliches und diakonisches Engagement. In ihrem Nachruf würdigen BEFG-Präsidentin Pastorin Natalie Georgi und Generalsekretär Pastor Christoph Stiba Emanuel Brandt als Persönlichkeit, die den Bund „mit Leidenschaft, Integrität und Liebe zur Gemeinde mitgestaltet hat“. In dankbarer Erinnerung bleibe er zudem für „seine Klugheit, seine Wortgewandtheit, seinen Weitblick und seine Fähigkeit, Menschen zu vernetzen“. Bezugspunkt und Grundlage seiner Tatkraft seien „die Liebe, die er von Jesus in seinem Leben erfahren hatte und seine Liebe zu Jesus“ gewesen. [Nachruf als PDF herunterladen]

Nachruf auf Emanuel Brandt


* 20. Oktober 1950         † 14. Januar 2026

Emanuel Brandt, ehemaliger Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), ist am 14. Januar im Alter von 75 Jahren gestorben. 

Emanuel Brandt wurde am 20. Oktober 1950 als eins von insgesamt sieben Kindern von Herta und Edwin Brandt in Northeim geboren und wuchs in Oldenburg/O., und Berlin auf. Er absolvierte ein Jura-Studium in Berlin und arbeitete als Rechtsanwalt bei Esso in Hamburg. Ab 1987 war er im Hauptamt langjähriger Verwaltungsdirektor und ab 1997 Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerks Tabea in Hamburg. Von 2007 bis 2009 war Brandt im Ehrenamt Präsident des BEFG. Darüber hinaus engagierte er sich ehrenamtlich sowohl in der Gemeindearbeit als auch in vielen verschiedenen Gremien innerhalb und außerhalb des BEFG. So war er über viele Jahre Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, Vorsitzender des Verbands Freikirchlicher Diakoniewerke und stellvertretender Vorsitzender des Diakonischen Rats des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 

Emanuel Brandt war sehr weit vernetzt und verfügte über ein tiefes Verständnis der Strukturen und Dynamiken der Kirchenlandschaft in Deutschland. Sein Rat und seine Mitwirkung waren in zahlreichen Entscheidungsprozessen gefragt, und sein Einfluss in kirchenpolitischen Fragen war spürbar. 

Das diakonische Engagement war ihm – sowohl im beruflichen Kontext als auch im Ehrenamt – stets ein Herzensanliegen. Er bezeichnete „Mission und Diakonie als zwei Seiten einer Münze“ und brachte damit zum Ausdruck, dass für ihn die Weitergabe des Glaubens und der konkrete Dienst am Menschen untrennbar zusammengehören und gemeinsam einen wesentlichen Ausdruck christlicher Verantwortung in Kirche und Gesellschaft bilden.

Emanuel Brandt strahlte ein erkennbares Vertrauen auf Gottes Führung aus mit einem klaren Blick für die Herausforderungen seiner Zeit. Dabei betonte er die Bedeutung verbindlicher Gemeinschaft, in der Glaube gelebt, Hoffnung weitergegeben und diakonisches Handeln als Antwort auf Gottes Liebe erfahrbar wird. Sein Engagement galt daher nicht nur der inneren Stärkung der Gemeinden, sondern auch der Öffnung der Freikirche für gesellschaftliche Fragen und für ein glaubwürdiges christliches Zeugnis in Wort und Tat. Als überzeugter Freikirchler war ihm dabei stets an einem geschwisterlichen Miteinander der Kirchen in der Ökumene gelegen, in der er das eigene Profil der baptistischen Tradition bewusst und konstruktiv einbrachte.

Bei seiner Wahl zum Präsidenten des BEFG im Bundesrat 2007 sagte Emanuel Brandt, dass er froh sei, dass seine Eltern ihm „Jesus lieb gemacht“ hätten. Die Liebe, die er von Jesus in seinem Leben erfahren hatte, und seine Liebe zu Jesus waren ihm zeitlebens wichtig sowie Bezugspunkt und Grundlage seiner Tatkraft. Sein tiefes Vertrauen zu Jesus und in Gottes Führung bleiben uns Vorbild.

Wir behalten Emanuel Brandt in dankbarer Erinnerung für seine Klugheit, seine Wortgewandtheit, seinen Weitblick und seine Fähigkeit, Menschen zu vernetzen – und dafür, dass er unseren Bund mit Leidenschaft, Integrität und Liebe zur Gemeinde mitgestaltet hat.

Seiner Frau Karla, seinen Kindern und allen Angehörigen sprechen wir unsere tiefe Anteilnahme aus.

Im Namen des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

Pastorin Natalie Georgi (Präsidentin) und Pastor Christoph Stiba (Generalsekretär)

Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 29. Januar 2026, um 12 Uhr in der Christuskirche Garstedt (Kirchenstraße 12, 22848 Norderstedt) statt.

]]>
news-3922 Thu, 15 Jan 2026 15:20:01 +0100 BEFG ruft Gemeinden zum Gebet für die Menschen im Iran auf Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/befg-ruft-gemeinden-zum-gebet-fuer-die-menschen-im-iran-auf Die deutsch-persische Gemeindeentwicklung im BEFG hat einen Brief zur aktuellen Lage im Iran veröffentlicht. Die Situation im Iran bleibt weiterhin sehr ernst. Landesweite Proteste, massive Gewalt und die nahezu vollständige Abschaltung des Internets prägen derzeit den Alltag vieler Menschen. Auch in Gemeinden des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ist die Sorge groß, zahlreiche Mitglieder sind eng mit Familienangehörigen und Freundeskreisen im Iran verbunden. Vor diesem Hintergrund hat die deutsch-persische Gemeindeentwicklung im BEFG einen Brief zur aktuellen Lage veröffentlicht.

Pastor Omid Homayouni hat ihn in deutscher und persischer Sprache verfasst. Der Brief beschreibt die Situation, nimmt biblische Perspektiven auf und ruft Gemeinden zu Gebet, Mitgefühl und Solidarität mit den Menschen im Iran auf. Er wird vom gesamten Leitungsteam der deutsch-persischen Gemeindeentwicklung getragen. 

„Wir leiden mit den iranischen Geschwistern in unseren Gemeinden und mit ihren Angehörigen im Iran“, so BEFG-Präsidentin Natalie Georgi und BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Wir beten und hoffen mit ihnen. Und wir erwarten von den politisch Verantwortlichen in Deutschland und weltweit, dass sie sich mit Nachdruck für ein Ende der Gewalt einsetzen. Friedlich, aber entschieden. Zugleich vertrauen wir darauf, dass Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, auch in dieser Situation Frieden wirken kann.“

Der BEFG ermutigt Gemeinden, den Brief in Gottesdiensten, Gebetszeiten und Gemeindeveranstaltungen zu nutzen.

]]>
news-3920 Thu, 18 Dec 2025 12:36:12 +0100 Tagung „Theologische Ausbildung der Zukunft“ Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/tagung-theologische-ausbildung-der-zukunft Erstmals diskutierten Vertreterinnen und Vertreter fast aller evangelischen theologischen Hochschulen in freikirchlicher oder freier Trägerschaft gemeinsam über die „Theologische Ausbildung der Zukunft“. Erstmals trafen sich vom 12. bis 14. Dezember in Elstal bei Berlin Vertreterinnen und Vertreter fast aller evangelischen theologischen Hochschulen in freikirchlicher oder freier Trägerschaft, um über die „Theologische Ausbildung der Zukunft“ zu beraten. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie die Hochschulen enger zusammenarbeiten können, um weiterhin wissenschaftlich fundiert Hauptamtliche für den pastoralen Dienst auszubilden – und hier den Bedarf der Ortsgemeinden der Freikirchenbünde zu decken.

Eingeladen hatte die Theologische Hochschule Elstal (TH Elstal) des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Unter den mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren neben Hochschulleitenden und Studierenden auch Leitungsmitglieder der Freikirchen. BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba berichtete, Grund für die Einladung zur Tagung sei neben der „Krise, der theologischen Ausbildung in vielen Kirchen“ auch der Strukturprozess seiner Freikirche. So habe der Bundesrat, das Kirchenparlament des BEFG, im Mai 2025 das Präsidium und die TH Elstal beauftragt, „bis zum Jahr 2035 eine neue theologische Ausbildungsstätte zu entwickeln, die gemeinsam von mehreren Freikirchen in Deutschland getragen wird“. Um ergebnisoffen gemeinsam über Möglichkeiten der Zusammenarbeit ins Gespräch zu kommen, habe man diese Tagung initiiert. „Ich bin überzeugt davon, dass wir nur miteinander in die Zukunft gehen können“, so Stiba. „Wir brauchen auch in Zukunft eine wissenschaftliche theologische Ausbildung mit einem deutlichen Gemeindebezug. Das ist die Stärke unserer Ausbildungsstätten: wissenschaftliche Theologie in gewollter Ausrichtung auf einen starken Bezug zur Gemeindepraxis.“

Prof. Dr. Volker Gäckle, Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, ging in seinem Einstiegsvortrag über den „Klimawandel in der theologischen Ausbildungslandschaft“ zunächst auf die von Stiba erwähnte Krise ein. Demnach gebe es nicht ausreichend Menschen, die Theologie studieren und später in den Gemeindedienst gehen. Zu wenige blieben dann bis zur Rente im pastoralen Dienst. „Wir werden das Problem, mit dem wir es zu tun haben, nicht als Ausbildungsstätten allein lösen können, sondern nur in Zusammenarbeit mit anderen Ausbildungsstätten, Kirchen, Verbänden und Gemeinden und mit einer großen Veränderungsbereitschaft“, denn, so Gäckle: „Die Krise des Theologiestudiums ist in erster Linie die Folge der Krise des pastoralen Amtes. Beides muss zusammen betrachtet werden.“ Um diesen Problemen zu begegnen, sei ein langer Atem nötig. Es gelte, den Online-Bereich zu stärken, Studienformate flexibler zu gestalten und die Arbeit der Hochschulen noch professioneller aufzustellen. Dr. Martin Knispel, der die Tagung mit konzipiert hatte, hielt fest, dass die herausfordernde Lage den Teilnehmerinnen und Teilnehmern seiner Beobachtung nach bewusst sei: „Wir waren uns alle einig, dass die sich verändernde Situation in Deutschland im Blick auf Demografie, kleiner werdende Verbände und Kirchen und schwindende Finanzen deutlichen Handlungsbedarf anzeigen, der nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Wir können uns ein weiteres ‚Nebeneinander‘ nicht mehr leisten.“###3_IMAGES###Darrell Jackson, Principal des Whitley College im australischen Melbourne, zeigte auf, wie theologische Ausbildung in ökumenischer Zusammenarbeit gelingen kann. Das 1890 gegründete baptistische Whitley College gehört zusammen mit vielen anderen kirchlichen Einrichtungen, darunter auch einem katholischen College, zur University of Divinity. Entscheidend für das Miteinander sei „die ökumenische Weite der Universität bei gleichzeitiger Bewahrung der konfessionellen Besonderheiten der einzelnen Colleges“. Diese hätten beispielsweise jeweils eine eigene Bibliothek, doch es gebe gemeinsame Standards und Studierende könnten die Angebote der verschiedenen Colleges nutzen. Durch die Kooperation sei der Studienabschluss besonders renommiert. Für Prof. Dr. Carsten Claußen von der TH Elstal gehört auch die enge Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und ihrem Träger zu den Erfolgsfaktoren des wachsenden Whitley College: „Der Baptistenbund will Gemeinden gründen, und dafür bildet das College Hauptamtliche aus. Wenn eine Kirche mit Mut vorangeht, hat das auch Auswirkungen auf die Theologie und die Studierenden.“ Dass es erfolgreiche Kooperationen nicht nur in Übersee gibt, machte CVJM-Generalsekretär Hansjörg Kopp deutlich. Er berichtete von dem gemeinsamen Prozess der CVJM-Hochschule und der Evangelischen Hochschule Darmstadt, die im kommenden Jahr zur Evangelischen Hochschule Hessen fusionieren werden.

Nach Vorträgen über rechtliche Rahmenbedingungen für eine Hochschule mit mehreren Betreibern und über verschiedene Fusionsmodelle stellte Steffen Kern, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, sein Zwischenfazit zur Hälfte der Tagung unter die Überschrift „Einfach mal machen“. Es brauche Mut, eine gemeinsame Hochschule an den Start zu bringen, und die Zahl der Herausforderungen sei groß, so Kern: „Aber ich bin überzeugt: So ein Projekt bietet nicht nur ungeahnte Chancen. Es hat Verheißung.“

Welche Hauptamtlichen brauchen die Gemeinden? Was wünschen sich Studierende? Wie lassen sich konfessionelle Identität und ökumenische Weite in einem Hochschulprofil verbinden? Und wie kann eine gemeinsame Hochschule konkret aussehen? Um diese Fragen ging es in Workshops am Samstagnachmittag. In einer Podiumsdiskussion am Abend betonte Prof. Dr. Dr. Martin Rothkegel von der TH Elstal, Zusammenarbeit sei nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in der Forschung der freikirchlichen Institute nötig. Auch die studentische Perspektive auf die theologische Ausbildung der Zukunft kam immer wieder zur Sprache. So nahmen sieben Studentinnen und ein Student an der Tagung teil. Jule Lukasik, Mennonitin und Studentin an der TH Elstal, forderte dazu auf, Studierende auch in die weitere Entwicklung mit einzubeziehen. Zudem sei es wichtig, künftig mehr sozial unterprivilegierten Menschen Zugang zum Theologiestudium zu ermöglichen.

„Vermutlich hat es noch nie eine so breit aufgestellte Tagung mit Vertretern so vieler theologischer Ausbildungswege gegeben“, so das Fazit von Prof. Dr. Carsten Claußen, der in der Vorbereitung federführend war. „In den Vorträgen und in vielen Gesprächen wurde deutlich, dass uns in der theologischen Ausbildung viel mehr verbindet als uns trennt. Jetzt bedarf es mutiger Schritte von Seiten der Institute und ihrer Träger, um auf eine gemeinsame Zukunft zuzugehen. Darauf hoffe ich.“ Das Ziel des BEFG bleibe die Neugründung einer Hochschule, andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung seien eher an lockeren Kooperationen interessiert, so Claußen. Für alle Hochschulen, die die Zusammenarbeit weiterentwickeln wollen, wird es im Februar 2026 eine Videokonferenz und danach über ein halbes Jahr verteilt weitere Präsenztreffen geben.

]]>
news-3915 Wed, 03 Dec 2025 13:55:42 +0100 Kick-off Region 08 – ein gelungener Start in Hildesheim Jürgen Tischler https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/kick-off-region-08-ein-gelungener-start-in-hildesheim In 25 Regionen sollen Gemeinden in ihrer missionarischen Gemeindeentwicklung und in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstützt werden. In 25 Regionen sollen Gemeinden in ihrer missionarischen Gemeindeentwicklung und in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstützt werden. Das ist ein zentrales Anliegen von „Unser Bund – Segen bewegt“, dem neuen Strukturkonzept für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). An vielen Orten wird die Schaffung der Regionen bereits vorbereitet. In der Region 08 (Niedersachsen Mitte und Süd) war am 29. November Kick-off. Ein Bericht von Landesverbandsleiter Jürgen Tischler, der künftig als einer von vier Regionenkoordinatoren für die BEFG-Regionen in Ostdeutschland zuständig sein wird.

31 Gemeindevertreterinnen und -vertreter der neuen Region 08 kamen in der Kreuzkirche Hildesheim zusammen. Mit diesem Kick-off ist der Startschuss für die regionale Arbeit gefallen und der Transfer des Landesverbandes Niedersachsen – Ostwestfalen – Sachsen-Anhalt (NOSA) in künftig vier Regionen beginnt.

Seit dem Landesverbandstag im April 2025 hatte das Startteam diesen Tag vorbereitet. Alle Gemeinden waren eingeladen und gebeten worden, ihre Informationen im Vorfeld online in einen umfangreichen Fragebogen einzutragen. Gefragt wurde nach demografischen Grundlagen, Herausforderungen, Ressourcen und laufenden Gemeindeentwicklungsprozessen. Damit sich möglichst viele Gemeinden beteiligen, erhielten die ersten zehn Einsender ein kleines Paket für ihre nächste Gemeindeleitungssitzung. So liegen nun aussagekräftige Daten vor, die dem neuen Regionalteam als Arbeitsgrundlage dienen werden.

Als Landesverbandsleiter führte ich gemeinsam mit dem Startteam durch den Tag. Benedikt Elsner, Landesjugendpastor und ab 1. Januar 2026 Regionenkoordinator Nord, eröffnete mit einem geistlichen Impuls zum Bild des Sämanns aus einem Gleichnis Jesu. In den fünf Stunden des Treffens standen vor allem Kennenlernen, Austausch und die Klärung von Fragen rund um Auftrag und Arbeitsweise des Regionalteams im Fokus.###3_IMAGES###In einem kreativen Prozess wurde ein breit aufgestelltes Regionalteam aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Gemeinden gewählt. Gesegnet und dafür legitimiert wurden: Antonia Schmidt (Hannover-Kronsberg), Susanne Schulz (Uslar), Marcelino Rova Fraga (Hannover-Linden), Dortje Brandes (Göttingen), Friederike Heinze (Hildesheim) und Ines Löw (Hameln). Ergänzt wird das Team durch den Regionalreferenten oder die Regionalreferentin für Jugend und Gemeindeentwicklung, den Regionenkoordinator Benedikt Elsner sowie bis Ende 2026 durch mich als Landesverbandsleiter und den stellvertretenden Landesverbandsleiter Dr. Stefan Voges.

Viele Rückmeldungen zeigten: Der Tag wurde als lebendig, gut strukturiert und zugleich herzlich erlebt. Eine Kennenlern-Runde zu Beginn, gestaltet von Wolfgang Bauer, und ein Wimmelbild zur eigenen Gefühlslage im Prozess „Unser Bund 2025“ halfen, schnell in einen offenen Austausch zu kommen. Dankbar verabschiedeten die Teilnehmenden das Startteam, das seinen temporären Auftrag mit diesem Kick-off erfüllt hat.

Wir freuen uns auf die nächsten Schritte in Region 08, für die ein schlüssiger Namensvorschlag noch gesucht wird.

Fotos: Jürgen Tischler

]]>
news-3914 Tue, 02 Dec 2025 10:24:48 +0100 VEF-Mitgliederversammlung: richtungsweisende Entscheidungen Vereinigung Evangelischer Freikirchen https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/vef-mitgliederversammlung-richtungsweisende-entscheidungen Bei der Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Burbach warf der 100. Geburtstag der Vereinigung seine Schatten voraus. 2026 feiert die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ihr 100-jähriges Jubiläum. Bei ihrer Mitgliederversammlung in Burbach haben die Delegierten der VEF am 25. und 26. November mit einer neu gegründeten Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt, einer Geschäftsstellenleiterin und den Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier richtungsweisende Entscheidungen getroffen.

Im winterlichen Siegerland trafen sich die Delegierten der Mitgliedskirchen der VEF, um über aktuelle Themen zu sprechen und Weichenstellungen für die Zukunft zu entscheiden. So fand Präsident Marc Brenner dankende Worte für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), der maßgeblich die neu gegründete VEF-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt trägt. Neun Gemeindebünde unterschrieben die Vereinbarung, die die Zusammenarbeit mit den Personen zur Verfahrensbegleitung regelt. „Mit der VEF-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt haben wir jetzt eine Adresse auch für die kleineren Gemeindebünde, um Betroffene zu hören und ihnen angemessenen Raum zu geben. Und Aufarbeitungskommissionen beginnen immerhin bei einzelnen unserer Mitgliedsbünde. Wir bleiben an dem Thema dran“, unterstrich Brenner. Die Informationen über Erreichbarkeit und Vorgehensweisen werden ab Januar auf vef.de und den Webseiten der beteiligten Gemeindebünde zu finden sein.

Ebenfalls ab Januar 2026 wird BEFG-Pastorin Jasmin Jäger die neu geschaffene Position der Geschäftsstellenleitung einnehmen. Seit vielen Jahren kennt Jasmin Jäger die VEF. Sie wird auch weiterhin die Rundfunkbeauftragung ausfüllen. Nun wird sie zusätzlich die Öffentlichkeitskommunikation verantworten sowie Prozesse anstoßen und Präsident und Vorstand entlasten. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Jasmin Jäger eine Person gefunden haben, die nicht nur die VEF bereits gut kennt, sondern diese Stelle mit Ausstrahlung und Kompetenz ausfüllt“, so VEF-Präsident Marc Brenner. Jasmin Jäger arbeitet zukünftig 50 Prozent für die VEF. Mit der anderen Hälfte ihrer Arbeitszeit wird sie weiterhin als Referentin im Generalsekretariat des BEFG in Elstal tätig sein.

Ein Hauch von Feierlichkeit entstand bereits, als von den Planungen für das 100-jährige Jubiläum der VEF berichtet wurde. Ein Magazin ist in Planung, das im SCM Bundes-Verlag erscheinen wird und die bunte Vielfalt aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der VEF sowohl auf Papier als auch digital darstellen wird. Am Geburtstag selbst, dem 29. April 2026, wird ein Gottesdienst mit Festakt und Empfang in der Lukas-Gemeinde in Berlin-Schöneberg stattfinden. Auch per Live-Stream werden die Festlichkeiten ab 18 Uhr zu verfolgen sein. Der Bundespräsident ist eingeladen.

Die Feierlichkeiten werden ergänzt durch die Jahrestagung des Vereins für Freikirchenforschung, die sich vom 30. April bis zum 2. Mai in Berlin-Wedding mit der VEF beschäftigen wird. Expertinnen und Experten werden in Vorträgen und Diskussionen die Geschichte und aktuelle Wirkung und Vernetzungen der VEF erörtern. Für Interessierte auch aus anderen kirchlichen Denominationen sehr empfohlen. Weitere Informationen werden zeitnah auf der Webseite freikirchenforschung.de zu finden sein.

Im Bericht des Beauftragten am Sitz der Bundesregierung gab Konstantin von Abendroth den Wunsch der Bundespräsidialamtsleitung weiter, sich am Tag des Ehrenamts zu beteiligen (ehrentag.de). Den 77. Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 hat der Bundespräsident zum „Ehrentag“ ausgerufen, um ehrenamtliches Engagement zu würdigen und zu fördern. Kirchen und Freikirchen seien wichtige Stützen unserer Demokratie, was durch hohes ehrenamtliches Engagement zum Ausdruck kommt.

Auch beim Rückblick auf das 500-jährige Täufergedenken wurde der Bundespräsident zitiert. „Die Täuferbewegung hat Teil an unserer demokratischen Entwicklung“, so Frank-Walter Steinmeier beim Festakt am 21. September in Hamburg. Doris Hege, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden, bekräftigte ihren Wunsch, dass das Gedenken in die Zukunft reicht und zu einem mündigen Glauben ermutigt.

Bereits eingearbeitet hat sich der neue Kirchenasylbeauftragte beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), Pastor i.R. Frank Fornaçon, der sich den Delegierten vorstellte. Er ist in diesem Jahr auf Rechtsanwalt Andreas Hantschel gefolgt und ist über kirchenasyl(at)vef.de als Ansprechpartner für VEF-Gemeinden zu erreichen.

Mehrere Gäste haben in diesem Jahr die Mitgliederversammlung ergänzt. Der vor Ort ansässige Wycliff e.V. stellte seine Arbeit in Sprachforschung und Bibelübersetzung vor. Die Vorstellung der Deutschen Bibelgesellschaft und der Bibelsoftware Logos ergänzten den Fokus auf die Bibel. Und die PROVITA-Stiftung gab einen Einblick in ihre Arbeit zu lebensethischen Themen, zu der zum Beispiel die Initiative „Lebens?fragen“ gehört.

Die Mitgliederversammlung tagt zwei Mal im Jahr. Die nächste Tagung findet am 30. April 2026 in Berlin statt.

 

Wertvolle Termine zum Wahrnehmen:

13.-16.03.2026 Aufbaukurs Konfessionskunde des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim zum Thema „Freikirchen“, siehe www.konfessionskundliches-institut.com
29.04.2026 Feierlichkeiten zu 100 Jahre VEF, ab 18 Uhr mit Livestream
30.04.-02.05.2026 Jahrestagung des Vereins für Freikirchenforschung in Berlin, www.freikirchenforschung.de

]]>
news-3912 Thu, 27 Nov 2025 10:58:08 +0100 „Ein Kunstwerk auf dem Acker Gottes“ Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ein-kunstwerk-auf-dem-acker-gottes Thema der Offenen Präsidiumssitzung am 21. und 22. November in Elstal war der Veränderungsprozess „Unser Bund 2025 – Segen bewegt“. Thema der Offenen Präsidiumssitzung (OPS) am 21. und 22. November in Elstal war der Veränderungsprozess „Unser Bund 2025 – Segen bewegt“ (UB25). Dazu hatte das Präsidium Mitarbeitende des BEFG, die Leitungen der Landesverbände, die Landes-GJW-Vorstände, die Ständige Konferenz der Hauptamtlichen im GJW (SKH), den Bundesvorstand des GJW sowie die Verhandlungsleitenden des Bundesrates und einzelner Arbeitskreise des Bundes eingeladen. Deutlich wurde an beiden Tagen, dass der UB25-Prozess alle Beteiligten fordert und zugleich neue Chancen eröffnet. „Wir sind der Acker Gottes“, sagte BEFG-Präsidentin Natalie Georgi in ihrer Andacht zu 1. Korinther 3,5-9. „Alles, was wir heute tun, ist Teil eines größeren Kunstwerks, das Gott mit uns gestaltet.“

Die OPS solle „Resonanzraum“ sein, in dem unterschiedliche Perspektiven mit Achtung und Wertschätzung gehört werden, hieß es am Anfang der Tagung. So zeigte bereits der Präsidiumsbericht zu Beginn der Veranstaltung, dass sich die Mitglieder bewusst sind, wie herausfordernd die aktuellen Änderungen für viele sind. Gleichzeitig wurde betont, dass die Veränderungen breit getragen und bewusst entschieden worden seien, um den Bund für die Zukunft handlungsfähig zu machen. „Wir wollen eine Kirche des Dialogs bleiben, eine Kirche, in der Gemeinden ein Netzwerk bilden und in der wir miteinander unterwegs sind“, sagte Natalie Georgi. Den Mitarbeitenden wurde angeboten, gute Begleitung im Veränderungsprozess zu erhalten – zum Beispiel durch Supervision.###3_IMAGES###In einem Gottesdienst hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, mithilfe von Symbolhandlungen das abzugeben, was sie im Zusammenhang mit UB25 belastet, und dem Ausdruck zu verleihen, was ihnen Hoffnung gibt. Sie konnten für sich beten und sich segnen lassen. Präsidiumsmitglied Dr. Michael Rohde predigte über den Aaronitischen Segen und hob dessen Dreiklang hervor: Gottes Bewahrung („Der Herr segne dich und behüte dich“), seine leuchtende und gnädige Zuwendung („Der Herr lasse sein Angesicht leuchten…“) und der Frieden, den er schenkt („Der Herr erhebe sein Angesicht…“): „Es ist Gott, der Schöpfer, der bewahren will, und Jesus Christus, der seine Gnade schenken will, und der Heilige Geist, der seinen Frieden geben will. So segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist im Alltag“, so Rohde.###3_IMAGES###Prozesskoordinator Christoph Bartels erinnerte an die drei Phasen des UB25-Prozesses: Voraussetzungen schaffen (bis Ende 2025), Aufbau und Transformation (2026) sowie Feinschliff und Festigung (2027). Der Bund befinde sich nun am Ende der ersten Phase und viele Teilprojekte seien bereits gestartet. Rund 80 Personen engagieren sich in verschiedenen Arbeitsgruppen. Bartels beschrieb die aktuelle Situation als eine Art Werkstattgemeinschaft, in der wichtige Grundlagen gelegt werden, auch wenn nicht alle Beteiligten später Teil der neuen Struktur sein werden.###3_IMAGES###In kurzen Einblicken wurden die Teilprojekte vorgestellt. In der zukünftigen Personalabteilung müssen künftig rund 120 bis 130 Personen administrativ betreut werden – ein komplexes Vorhaben, wie Teilprojekt-Leiter Thomas Seibert schilderte. Im Bereich Fördermittel wurde deutlich, dass vor allem Regionen, die nicht deckungsgleich mit Bundesländern sind, intensivere Beratung benötigen. Der Arbeitskreis Ordnungen arbeitet daran, die beschlossenen Strukturen in die Verfassung, die Geschäfts- und Wahlordnung des Bundesrats sowie weiterer Ordnungen zu überführen. In den Regionen wird unter anderem geschaut, wie die Bereiche Gemeindeentwicklung und Junge Gemeinden gut gestaltet werden können und wo hier noch Unterstützungsbedarf besteht.  Das Teilprojekt GJW befasst sich unter anderem mit der Frage, wie Jugendverbandlichkeit erhalten bleibt und die jungen Parlamente starten können. Auch die digitale Infrastruktur wird umfassend betrachtet – von Hardware über Software bis zu Datenschutzfragen. Im Bereich Finanzen ging es um die Weiterentwicklung des Bundesbeitragsmodells sowie um konkrete Schritte in der Prüfung eines Teilverkaufs des Elstaler Campus’, dessen Erlöse zur Entschuldung des Bundes beitragen sollen.

Bei einer Austauschrunde hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, Hoffnung, Befürchtungen und Sachfragen zu äußern, die sie im Zusammenhang mit dem UB25-Prozess bewegten. „Generationen verbinden sich neu“, „mehr Ehrenamtliche beteiligen sich“, „stärkere Nähe zu den Gemeinden“ und „zusätzliche Motivation“ waren Statements, die als Hoffnung geäußert wurden. „Die intrinsische Motivation der Leute können wir nicht erzeugen“, sagte Bartels, „aber wir können Strukturen schaffen, in denen Motivation entstehen kann.“ Und mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschten sich, „dass wir neu entdecken, was unsere Mission ist. Dass wir nicht Kirche für uns selbst sind, sondern Kirche für andere sein können. Einige Teilnehmende berichteten von Teams in den Regionen, die bereits jetzt neue Impulse setzen. Sachfragen wurden unter anderem zur künftigen Struktur des GJW sowie zu Budgetverantwortung und Personalentscheidungen in den Regionen gestellt. Unter den geäußerten Befürchtungen fanden sich Zweifel daran, ob der Aufbruch mit geringeren Ressourcen gelingen kann, sowie die Sorge vor Wissensverlust. Zugleich wurde überlegt, wie Kompetenzen dokumentiert und Übergänge gestaltet werden können.###3_IMAGES###Am zweiten Tag lud die Methode „Rückblick aus der Zukunft“ dazu ein, sich gedanklich ins Jahr 2027 zu versetzen und zu beschreiben, wie die Transformation gelungen ist. Dabei entstand ein hoffnungsvolles Bild: bessere Kommunikation zwischen Regionen und Gemeinden, gestärkte Jugendbeteiligung, neue Wertschätzungskultur, engagiertes Ehrenamt, bereichsübergreifende Kompetenzen, verlässliche digitale Strukturen, Innovationsfonds, missionarische Aufbrüche, gestaltete Übergänge und Dankesfeiern, größere finanzielle Spielräume und niedrigschwellige Beteiligungsmodelle. Immer wieder wurde betont, wie wichtig Vernetzung ist. Genannt wurde auch die Notwendigkeit, Macht abzugeben, um Neues zu ermöglichen.

In der Auswertung sagten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass sich ihr Blick von Problemen hin zu neuen Möglichkeiten verschoben hatte. Das gemeinsame „Wir“ sei spürbar geworden, hieß es. Zudem wurde mehrfach auf die geistliche Dimension des Prozesses hingewiesen: das Vertrauen darauf, dass Gott Wachstum schenkt und das „Unverfügbare“ in seiner Hand liegt. Hervorgehoben wurde auch die Bedeutung, auf breiter Ebene davon zu erzählen, wie der Veränderungsprozess erlebt wird, damit deutlich wird, wohin der Weg führt. Ebenso wurde der Wunsch geäußert, transparent zu machen, wer welche Verantwortung trägt. Auch die Idee eines FAQ-Formats wurde aufgenommen. Zudem wurde der Wunsch genannt, neue Gesichter, Rollen und Verantwortlichkeiten bald sichtbar zu machen.###3_IMAGES###So prägte ein Gedanke von Natalie Georgi die gesamte OPS: „Dass Unsicherheit und Hoffnung nebeneinanderstehen dürfen – und dass Gott Segen schenkt, wo Menschen sich einbringen, um gemeinsam Zukunft zu gestalten.“

]]>
news-3911 Wed, 19 Nov 2025 10:00:00 +0100 Neuer Theologischer Grundkurs in Stuttgart gestartet Steffen Peterseim, Kursleiter und Lehrer für AT https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/neuer-theologischer-grundkurs-in-stuttgart-gestartet Die Südkursgruppe des Theologischen Grundkurses startete am Wochenende 7. bis 9. November 2025. Die Südkursgruppe des Theologischen Grundkurses startete am Wochenende 7. bis 9. November 2025.

Zwölf Teilnehmer:innen aus baptistischen und methodistischen Gemeinden trafen sich im bbz in Stuttgart-Giebel.
Bis Juli 2027 werden sie zusammen mit den Lehrer:innen Robert Hoffmann, Steffen Peterseim, Rainer Zimmerschitt und Almuth Zipf mit Bibel, Theologie und Glaube auseinandersetzen.

Den Theologische Grundkurs gibt es außerdem in Rudolstadt und Vechta. Weitere Informationen gibt es auf der unten verlinkten Seite.

]]>
news-3910 Tue, 18 Nov 2025 10:41:54 +0100 Wie die Hirten – Wir gehen hin und erzählen von Jesus Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wie-die-hirten-wir-gehen-hin-und-erzaehlen-von-jesus Für die Mission in Deutschland bitten Christoph Stiba und Volker Springer um eine Spende zu Weihnachten. Ein Kernanliegen des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ist die Mission. Der Bund unterstützt etwa Gründungen neuer Gemeinden und die Revitalisierung von Gemeinden in einer Krise. Damit sie ihre Mission leben können. Deshalb bitten Generalsekretär Christoph Stiba und der kaufmännische Geschäftsführer Volker Springer zur Weihnachtszeit um eine Spende für die Mission.

„Es begab sich aber zu der Zeit …“, beginnt der Evangelist Lukas die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem. Vor der Stadt erschien den Hirten ein Engel, der zu ihnen sagte: „Ich verkündige euch große Freude …; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus.“ Die Hirten eilten nach Bethlehem, um nachzusehen, fanden „das Kind in der Krippe liegen“ und waren so begeistert, dass sie „das Wort ausbreiteten“, das der Engel zu ihnen gesagt hatte, erzählt Lukas.

„Hirten verstanden bereits, dass sie von dem Engel einen Auftrag, eine Mission, erhalten hatten“, so Stiba und Springer. Zum Missionsauftrag gehört für den Bund, Gemeindegründungsprojekte zu unterstützen. Etwa die „Ekklesia Schifferstadt“ in Rheinland-Pfalz. Sie begann 2016 als Hauskreis. „Heute zeigen sich besonders Jugendliche sehr interessiert“, sagt Annette Spoor, Leiterin der jungen Gemeinde.

Auch „Pulsschlag Deggendorf“ in Bayern gehört zu den geförderten Gründungsprojekten. „Wir haben 2019 mit sieben Personen in Gasthöfen angefangen“, erklärt ihr Leiter Christoph Busch. „In den ersten Gemeinderäumen hatten wir keine Stühle. Dennoch sind Menschen zu uns gekommen, vor allem Studenten.“ Es gibt aber auch alteingesessene Gemeinden, die sich die Zukunftsfrage stellen. Für sie bietet der Bund das Projekt:Revitalisierung. Ein Beispiel aus dem Ruhrgebiet: „Im vorletzten Jahr war ich zum Gottesdienst in Recklinghausen. Mit mir waren acht Leute gekommen“, erinnert sich Martin Seydlitz, Referent im BEFG-Landesverband NRW. „Der Zweifel, ob es hier wirklich noch weitergehen konnte, war mit Händen greifbar.“ Aber der mit einem Begleiter gestartete Revitalisierungsprozess des Bundes kam offenbar genau zur richtigen Zeit. „Im Oktober dieses Jahres waren es schon wieder 30 Personen, die zum Gottesdienst kamen! Es gibt auch wieder einen Frauen- und Männertreff.

Mission auf neue Weise lebt seit kurzem André Peter. „Als Bund unterstützen wir ihn bei seinem Projekt ‚Jüngerschaft und Gemeindeaufbau‘“, berichten Stiba und Springer. „Mit einfachen Fragen lesen wir die Bibel so, dass sie ganz alltagsrelevant in unser Leben spricht,“ erklärt Peter den neuen Ansatz. Inspiriert von Besuchen bei Baptisten in England, die schon länger mit diesen Prinzipien arbeiten, möchte er auch die Gemeinden des Bundes neu ermutigen.

Christoph Stiba und Volker Springer bitten deshalb: „Liebe Geschwister, lassen Sie uns dieses Jahr zu Weihnachten wieder wie die Hirten die guten Nachrichten von Bethlehem weitergeben. Mit Ihrer Spende können wir Projekte wie die hier vorgestellten, unterstützen. Bitte spenden Sie großzügig für die Mission unseres Bundes, damit viele Menschen in der Nachfolge Jesu leben und wirken.“

]]>
news-3907 Thu, 06 Nov 2025 11:54:35 +0100 „Unity of Purpose“: Alan Donaldson in Elstal Joshua Searle https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/unity-of-purpose-alan-donaldson-in-elstal Alan Donaldson, Generalsekretär der European Baptist Federation (EBF), besuchte kürzlich die Theologische Hochschule Elstal. Alan Donaldson, Generalsekretär der European Baptist Federation (EBF), besuchte am 16. Oktober die Theologische Hochschule Elstal. Während seines Besuchs ermutigte er Studierende der Hochschule sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BEFG mit inspirierenden Geschichten, wie Gott durch baptistische Gemeinden in der gesamten EBF wirkt. Die EBF umfasst eine große Vielfalt von Ländern, von Kontinentaleuropa und Großbritannien über den Nahen Osten bis nach Zentralasien.

Im Gespräch hob Donaldson hervor, wie die EBF-Gemeinden trotz unterschiedlicher theologischer oder ethischer Positionen eine „Unity of Purpose“ – eine Einheit des gemeinsamen Auftrags – bewahren. Diese Verbundenheit in Christus ermögliche es, gemeinsam an der Mission Gottes zu arbeiten.

Donaldson berichtete außerdem von den Auszeichnungen, die er und Elijah Brown, Generalsekretär der Baptist World Alliance (BWA), kürzlich von Wolodymyr Selenskyi für ihre Unterstützung der Ukraine erhalten haben. In diesem Zusammenhang würdigte er besonders den Beitrag von German Baptist Aid für die Ukraine-Hilfe.

Die Studierenden bestärkte Donaldson, sich aktiv in die Arbeit der EBF und der BWA einzubringen, um den Glauben und die Mission in Europa und darüber hinaus weiter voranzubringen.

„Es war mir eine große Freude, Zeit mit den Lehrenden, Studierenden und BEFG-Mitarbeitenden in Elstal zu verbringen“, sagte Donaldson. „Ermutigend war es für mich, gemeinsam die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit zu erörtern, während wir über die gemeinschaftliche Dimension der Mission Gottes nachdachten, wie sie in Johannes 13 beschrieben wird.“

Der Besuch Alan Donaldsons in Elstal hinterließ bleibende Eindrücke und inspirierte dazu, gemeinsam im Glauben zu wachsen, Brücken der Einheit zu bauen und das Evangelium Christi in Europa und weltweit zu verkünden.

]]>
news-3903 Fri, 17 Oct 2025 10:00:00 +0200 „Klassik am Wochenende“ in Berlin 2025 Holger Catenhusen https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/klassik-am-wochenende-in-berlin-2025 Ein musikalisches Wochenende in Berlin Am Anfang stand der Wunsch: „Verleih uns Frieden“. In der Vertonung von Heinrich Schütz, gesungen von etwa 80 Sängerinnen aus ganz Deutschland, erfüllte jene Friedensbitte den Kirchsaal der EFG Berlin-Steglitz. Der Projektchor von Klassik am Wochenende begann mit dieser Motette sein diesjähriges Abendkonzert am 26. Juli, die einst Heinrich Schütz unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges komponiert hatte. 

Unter der Leitung von Martin Sellke wurde an drei Tagen ein vielseitiges Konzertprogramm einstudiert. Gesangssolisten begleiteten den Chor bei Mendelssohns „Lobgesang“, ebenso wie ein Instrumentalensemble. Das Programm erstreckte sich durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte. Vom Frühbarock des Heinrich Schütz, zu Johann Sebastian Bach und der Romantik von Mendelssohn, als auch Tonschöpfungen der Moderne von John Rutter und Knut Nystedt, reichte das Programm. Klassischer Jazzgesang wurde von Finja Sellke, Sopran, wunderbar klingend dargeboten.
Sogar ein hebräisches Lied erklang als Tenorsolo mit Instrumentalbegleitung.

Die Anrufung Gottes, das Loben, Flehen und Danken – das ist der geistliche Kern der Musik, die zu hören war. Im Sonntagsgottesdienst in der Baptistenkirche Wedding verband sich diese Botschaft auf vielfältige Weise mit dem gesprochenen geistlichen Wort. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, konstatierte einst der jüdische Philosoph Martin Buber. Die Chorgemeinschaft, die freundliche Aufnahme in der Baptistengemeinde im Wedding fand, war dafür ein lebendiges Beispiel.

 

]]>
news-3901 Thu, 09 Oct 2025 10:00:00 +0200 „Entscheidungschristentum – Erbe und Potential täuferischer und anderer Freikirchen für die Zukunft der Kirche“ Simon Werner https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/entscheidungschristentum-erbe-und-potential-taeuferischer-und-anderer-freikirchen-fuer-die-zukunft-der-kirche Diskussion historischer Wurzeln und aktueller Herausforderungen (frei-)kirchlicher Glaubens- und Entscheidungsformen. In zeitlicher Nähe und innerem Zusammenhang zum Festakt 500 Jahre Täufertum fand vom 19. bis 21. September in der Christuskirche Hamburg Altona ein gemeinsames Symposion der Gesellschaft für Freikirchliche Theologie und Publizistik (GFTP) und des Vereins für Freikirchenforschung  statt. Etwa 70 Interessierte diskutierten historische Perspektiven und (sehr) aktuelle Herausforderungen einer bestimmten Sozialform von Kirche, wie sie den (klassischen) Freikirchen und in Deutschland daneben auch den landeskirchlichen Gemeinschaften zu eigen ist.  

Prof. Dr. Jonathan Reinert (Reutlingen), Prof. Dr. Frank Lüdke (Marburg) und Prof. Dr. Miriam van Veen (Göttingen) beleuchteten die Kategorie der Entschiedenheit im Glauben der Täuferbewegung im 16. Jahrhundert sowie die Bedeutung persönlicher Glaubensentscheidungen in der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts. 

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Marburg), Prof. Dr. Ralf Miggelbrink (Essen) und Prof. Dr. Oliver Pilnei (Elstal) gingen der Frage nach, welche Rolle „Entscheidung“ und „Entschiedenheit“ heute in Kirche und Gemeinde spielen. Dabei setzten sie vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Konfession -  evangelisch-landeskirchlich, katholisch und baptistisch - sehr unterschiedliche Schwerpunkte. Die Dringlichkeit der Frage welche Bedeutung die Kategorie Entscheidung in unserer Kirche hat, mag mit einer Zahl verdeutlicht sein: Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zählt derzeit noch circa 72000 Mitglieder, Knapp 35.000 Mitglieder sind summiert in den letzten 25 Jahren ausgetreten. 

Hochaktuell gerahmt wurden diese Beiträge von den Vorträgen von Prof. Dr. David Gushee (Atlanta, USA) und Dr. Maria Hinsenkamp (Hagen). Mit seinem Vortrag „Believers Churches als Auslaufmodell? – Eine amerikanische Perspektive“ warnte der bekannte baptistische Ethiker David Gushee vor dem Aufstieg eines „trumpistischen post-evangelikalen autoritären reaktionären Christentums“, das sich zunehmend von den Werten der Nachfolge Jesu entferne. Dieses autoritär reaktionäre Christentum befinde sich in einer Säkularisierungsentwicklung hin zu einem post-christlichen Status. Es fehle eine Autorität, die mit gemeinschaftlich organisierter Stimme das Evangelium stark machen und dieser Entwicklung entgegenstehen könne wie es zurzeit vor allem der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten gelinge. Aber gerade in dieser Situation sei die Tradition der Believers Churches und deren Betonung der Nachfolge kein Auslaufmodell. Sie stünden nun vor der Herausforderung, ihre Stimme neu zu finden und ihre Ressourcen zu bündeln, um den „Verwüstungen der aktuellen Regierung“ entgegenzustehen. 

Maria Hinsenkamp präsentierte die Ergebnisse ihrer Forschung unter dem Titel „Kingdom Minded Network Christianity (KiNC) als Herausforderung für etablierte Freikirchen und Zukunftsmodell des Christentums?“. Sie beschrieb, wie neocharismatische Bewegungen den Begriff „Reich Gottes“ mit weltlicher Macht verbinden und damit autoritären Tendenzen Vorschub leisten. Ihre Analyse deckte sich mit den Beschreibungen Gushees zu weiten Teilen.

Mit diesen herausfordernden Gedanken am Ende des akademischen Teils der Tagung waren die Teilnehmenden eingeladen, am Samstagabend an einer musikalischen Veranstaltung im Rahmen der „Nacht der Kirchen“ in Hamburg teilzunehmen, bei der ein Podiumsgespräch Impulse und Inspirationen der Täuferbewegung für die Gegenwart aufgriff.

Zu all dem in Verbindung stand natürlich auch noch der Festakt in der Christuskirche Altona und der Festgottesdienst in der Mennonitenkirche zu Hamburg und Altona, die anlässlich des Gedenkens zu 500 Jahre Täuferbewegung stattfanden. Unter den Gästen war auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

 

]]>
news-3898 Thu, 02 Oct 2025 09:58:09 +0200 Verwoben – 75 Jahre Europäische Baptistische Föderation Matthias Dichristin (und Michael Rohde) https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/verwoben-75-jahre-europaeische-baptistische-foederation Vom 24. bis 27. September fand die jährliche Ratstagung der EBF in Amman/Jordanien statt. Vom 24. bis 27. September fand die jährliche Ratstagung der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) in Amman/Jordanien statt. In diesem Jahr wurde das 75-jährige Jubiläum der Vereinigung von Baptistenbünden aus Europa und dem Nahen Osten gefeiert. Heute zählen 59 Bünde aus 52 Ländern mit fast 750.000 Mitgliedern zur EBF. Spannende Begegnungen und Vorträge zogen sich durch das Programm, und die Kriegssituation in der Region prägte die Aufrufe zu Frieden und Solidarität von arabischen Christen. Ein besonderer Fokus lag auf Berichten aus Gaza und dem Westjordanland. 

Bereits 1950, als die EBF gegründet wurde, prägten große Umbrüche die Region um Jordanien. „Seit unserer Entstehung sind wir für den Frieden miteinander verbunden“, sagte Alan Donaldson, Generalsekretär der EBF. „Unsere Einheit ist ein Zeugnis des Evangeliums in einer geteilten Welt.“ Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten während des Kongresses, ermutigte Pastorin Lynn Green, Generalsekretärin der britischen Baptisten und neugewählte Vizepräsidentin des Baptistischen Weltbundes (Baptist World Alliance), die Teilnehmenden, als baptistische Gemeinschaften vor Ort miteinander verwoben zu sein. Passend zum Konferenzthema „Woven together for peace“ („Zusammen verwoben für den Frieden“) nutze sie das Bild von einem Loch in einem Kleidungsstück: „So wie Löcher gestopft werden, können wir als Baptisten Beziehungen heilen, Lücken füllen und Zerbrüche überwinden.“ Dazu brauche es wie beim tatsächlichen Flicken eines Loches, „dass wir über die Ränder hinausgehen, Grenzen erweitern und wirklich die Fäden unserer Geschichten unter- und übereinanderlegen“.###3_IMAGES###Pastor Nabil Costa von der German Baptist Aid-Partnerorganisation Thimar aus dem Libanon war eine von vielen Stimmen aus der Region, die dazu aufgerufen haben, zu beten und finanzielle Unterstützung im Nahen Osten weiter zu stärken. Viele Menschen sind andauernd auf der Flucht, die Situation in Syrien bleibt unberechenbar und Hilfsprojekte stehen treu Menschen zur Seite, die ihre Heimat verlassen mussten. Besonders der bevorstehende Winter wird große Herausforderungen mit sich bringen.

Sein Cousin, Pastor Charles Costa (ebenfalls Libanon), wurde nach zwei Jahren als Vizepräsident nun zum EBF-Präsidenten gewählt. Gemeinsam mit dem schottischen Generalsekretär Alan Donaldson und der neuen Vizepräsidentin Dr. Einike Pilli aus Estland leitet er die EBF in den nächsten Jahren. In seiner Rede sprach er leidenschaftlich davon, sich im Angesicht aller Konflikte und Herausforderungen für Frieden und Versöhnung einzusetzen. „Jesus ist der Friedefürst und es ist unser Auftrag als Kirche, diese Wesensart Gottes in die Welt zu bringen“. Viele religiöse und staatliche Vertreter haben an dem Festabend zum 75. Jubiläum teilgenommen, der in Auszügen im jordanischen Fernsehen übertragen wurde. ###3_IMAGES###An der Vorkonferenz zu humanitärer Arbeit hat Ehepaar Kakish aus Ramallah (Westbank) teilgenommen. Pastor Munir arbeitet seit 47 Jahren mit seiner Frau Sharon in Palästina. Sie meinte mit einem Augenzwinkern: „Bei Gott ist das immer noch ein Kurzzeiteinsatz“. Es ist beeindruckend, wie sich das Ehepaar für die Menschen in ihren Gemeinden in Ramallah, Ramla (auf israelischem Gebiet) und Gaza einsetzt. Pastor Munir zeigte Bilder von der dort zerstörten Baptistengemeinde und erzählte davon, wie die Christen sich immer noch treffen. Mehr als 700 Menschen konnte bisher in der Westbank und im Gazastreifen durch die Gemeinde von Munir und Sharon Kakish mit der Bereitstellung von Lebensmitteln geholfen werden. Als deutscher Bund leisten wir auf diesem Weg weiter Hilfe und rufen dringend zu Spenden an den Katastrophenhilfefonds auf.###3_IMAGES###Dr. Michael Rohde, Pastor in Kassel-Möncheberg, nahm an einer theologischen Vorkonferenz teil und berichtet von unterschiedlichen Impulse: Den Auftakt machte Professor Yohanna Katanacho (Israel) zum Thema „Fallstricke und Verheißungen der Predigt des Alten Testaments“. Katanacho zeigte, wie Jesus auf sechs verschiedene Weise selbst mit dem Alten Testament umgegangen ist und die Texte nicht wörtlich verstanden hat, sondern für seine Verkündigung gebrauchte. Rami Halaseh (Jordanien/USA) empfahl Baptisten heute, die Theologie der Baptisten im 17. Jahrhundert stärker zu beachten für ihre eigene Bildung von Grundsätzen. Anthony Peck (Großbritannien) erläuterte wie den ersten Täufern vor 500 Jahren und später den Baptisten Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit enorm wichtig gewesen sind. Er erinnerte an den Einsatz für diese Freiheiten gegenüber der staatlichen Macht wie von Thomas Helwys gegen König James. Dr. Toivo Pilli (Estland) warb dafür, baptistische Identität durch Erzählungen und Erzählen zu stärken. Beispielhafte nannte er Geschichten vom Preis der Nachfolge, von lebensverändernden Bekehrungen und von respektvoller aber radikaler Uneinigkeit. Anna Robins (Kanada) erinnerte an die Herrschaft Jesu Christi, welche baptistische Identität prägt und kritisch gegen jede Obrigkeit macht. In der Geschichte haben Baptisten mit Stillschweigen oder Anpassung auf staatliches Handeln oder auf Propaganda reagiert, Robin empfahl dagegen einen prophetisch-kritischen Umgang. Dabei zeigte sie anhand der biblischen Texte der Propheten Nathan und Elia und nach Matthäus 10, wie solche Prophetie in Form einer Erzählung, in direkter Kritik oder schlauer Intervention aussehen kann. In einem anschaulichen Bild stellten die Anwesenden fest, dass Elemente der Identität wie Legosteine bekannt sind, aber je nach Land und Kultur unterschiedlich zusammengefügt werden. Für Rohde war diese Vorkonferenz eine besondere Erfahrung, bei der verschiedene (Erzähl-)Fäden aus unterschiedlichen Kulturen von Jesus Christus zu einer gemeinsamen Identität zusammengewoben wurden.

Vor der Konferenz besuchte ich im Auftrag von German Baptist Aid das Zarqa Life Center. Zarqa ist eine Stadt mit 635.160 Einwohnern, nordöstlich von Amman. Hier werden Frauen gefördert, die Fluchterfahrungen haben. Es ist ein sicherer und ruhiger Ort, um aufzutanken, Gemeinschaft zu erleben und neue Kompetenzen zu erlernen. Es gibt seit Kurzem ein offenes Kaffee für junge Erwachsene. Ein besonderer Fokus liegt in der psychologischen Einzelberatung durch eine ausgebildete Fachkraft. Die Projektleiterin Gertrud Khouri kam als Deutsche in das Land und hat dort geheiratet. Sie spricht fließend Arabisch und hat eine beeindruckende Nähe zu den Frauen. Auf die Frage, nach einem prägenden Erlebnis, erzählt sie sichtlich gerührt folgende Geschichte: „An einem Muttertag haben wir den Frauen im Projekt Blumen geschenkt – eine Frau umarmte mich mit Tränen in den Augen und sagte: ‚Ich habe noch nie in meinem Leben eine Blume geschenkt bekommen.‘“###3_IMAGES###Jordanien ist ein vielfältiges, gastfreundliches und kulturell reichhaltiges Land. Mehrere Touren wurden rund um die Konferenz veranstaltet und so konnten die Teilnehmenden den Ort der Taufe Jesu, das Tote Meer oder den Berg Nebo besuchen. Von hier aus hat Mose am Ende der Wüstenwanderung vom einen Heiligen Land in das andere geschaut. Es gab auch noch eine Tour in die im Süden des Landes liegende Felsenstadt Petra. In Jordanien leben fast 12 Millionen Menschen – knapp sieben Millionen in der Metropolregion Amman. Viele Millionen Palästinenser leben dort. Das Land gilt seit langem als sicher und stabil, was einzigartig in der Region ist. Die Menschen sind stolz auf ihr Land und die konstitutionelle Monarchie. Die Anzahl der Christen geht in der Region schon lange zurück. Allerdings ist die jordanische Politik tolerant gegenüber allen Religionen und es leben fünf Prozent Christen im Land.

]]>
news-3897 Wed, 01 Oct 2025 13:47:28 +0200 Er ist immer wiedergekommen Frank Fornaçon https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/er-ist-immer-wiedergekommen Mit einem Festakt wurde Pastor Elimar Brandt am 23. September als Vorstand der Borghardt Stiftung feierlich verabschiedet. Mit einem Festakt wurde Pastor Elimar Brandt am 23. September als Vorstand der Borghardt Stiftung feierlich verabschiedet. 

„Kommst Du morgen wieder?“ Die Frage stellte 2012 ein Bewohner mit geistiger Behinderung aus der Borghardt Stiftung in Stendal Pastor Elimar Brandt. Dieser war von der Diakonie Mitteldeutschland gebeten worden, bei der Sanierung der in finanzielle Schieflage geratenen Einrichtung zu helfen. Brandt, der mit 65 Jahren eigentlich schon im Ruhestand war, sagte zu, besuchte die Einrichtung und sah sich – nicht zuletzt durch die Frage des Bewohners – in die Pflicht genommen. Nach nun fast 14 Jahren wurde Elimar Brandt nun am 23. September als Vorstand der Borghardt Stiftung verabschiedet.

Der 78-jähige hinterlässt eine Einrichtung, die auf einer soliden finanziellen Basis steht und um weitere Arbeitszweige gewachsen ist. Vier Kindertagesstätten sind dazu gekommen. 200 Mitarbeitende begleiten 157 Menschen mit Behinderung und über 200 Kinder in Stendal und Osterburg. Zur Verabschiedung waren viele langjährige Weggefährten aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der Evangelischen Kirche, der Diakonie und der Politik nach Stendal gekommen, darunter auch die Präsidentin des Bundes, Natalie Georgi.

Die Grußworte aus der Politik eröffnete die Sozialministerin von Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne (SPD), die Elimar Brandt mit der Verdienstnadel des Landes Sachsen-Anhalt auszeichnete. Sie hob den stets fairen, freundlichen und zielorientierten Stil Brandts hervor. In über zehnjähriger Zusammenarbeit sei eine Freundschaft gewachsen. Auch die Berliner Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege, Ellen Haußdörfer (SPD), hob die persönliche Note in allen Begegnungen mit Elimar Brandt hervor. Sie habe in ihm einen erfahrenen Berater, dessen christliche Motivation sie teile. „Mein Taufvers würde auch zu Elimar Brandt passen: Alles was ihr tut, soll in Liebe geschehen.“

Bewohnerinnen und Bewohnern mit schwerer Behinderung brachten auch Dankes- und Abschiedsworte zum Ausdruck, indem sie mit Gebärden das Lied „Gottes guter Segen sei mit euch“ unterstrichen. Dass einige Mitarbeitende in ihren Grußworten „die Jahre unter Elimar Brands Leitung als die besten Berufsjahre“ bezeichneten, rundete die Veranstaltung ab.

Brandt dankte den Gästen und verband seinen Dank mit einem Appell zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, der alle Menschen einschließe: „Die, die heute Stimmung gegen Fremde und Arme machen, werden, wenn sie an die Macht kommen, auch den Behinderten das Leben schwer machen.“ Das müsse verhindert werden. Brandts Nachfolger als Vorstand der 150 Jahre alten Stiftung, Andreas Schulz, beendete den Festakt, indem er das Lied anstimmte, das am Ende jeder von Elimar Brandt geleiteten Wochenandachten stand: „Vater im Himmel wir danken dir“.

Im Anschluss an die offizielle Verabschiedung wurde dann bis in den Abend hinein mit allen Bewohnenden und Mitarbeitenden im großen Zelt gefeiert.

]]>
news-3896 Tue, 30 Sep 2025 16:17:50 +0200 20 Jahre AK Internet Christian Kuntze https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/20-jahre-ak-internet In diesem Jahr feiert der Arbeitskreis Internet sein 20-jähriges Jubiläum. Ein Bericht von Christian Kuntze. Kaum zu glauben: In diesem Jahr feiert der Arbeitskreis Internet (AKI) sein 20-jähriges Jubiläum. Wie bei vielen technischen Entwicklungen konnte damals nicht jeder gleich etwas mit diesem Begriff anfangen. Hier war viel Überzeugungsarbeit nicht nur in den Gemeinden nötig. Ein Bericht von Christian Kuntze.

Wenn wir heute im Internet surfen, tun wir das in der Regel im World Wide Web (WWW), also auf Internetseiten, deren Adresse mit den drei Buchstaben www beginnt. Solche Seiten gibt es seit Anfang der 1990er Jahre. Wer sich etwas mehr mit Geschichte beschäftigen möchte: Bitkom e. V. veröffentlichte 2021 einen interessanten Artikel zum 30. Geburtstag der ersten Webseite. Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre stiegen dann auch die ersten Gemeinden ein und programmierten ihre erste Website. Dabei war noch viel Handarbeit im Spiel: Wer eine Website erstellte, musste sich erst einmal gründlich in die Materie einarbeiten. Bestimmt wurden diese Seiten oft belächelt: Braucht man so einen neumodischen Kram überhaupt, wenn es doch Gemeindebriefe, Telefon Bekanntmachungen im Gottesdienst gibt? Internetzugänge waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht so verbreitet und auch die heute nicht mehr wegzudenkenden Smartphones waren noch in weiter Ferne.

Im Jahr 2004 hatte der damalige Landesverband Westfalen die Idee, Gemeinden bei der Gestaltung von Webseiten zu unterstützen. Der AK Internet war zunächst als regionaler Kreis ins Leben gerufen worden. Es wurde eine Webseite entwickelt, die bei Bedarf einfach kopiert und pro Gemeinde individualisiert werden konnte. Diese Seite besaß bereits die Inhalte, die praktisch in jeder Gemeinde vorkamen. Das Prinzip dieser Musterseite hat sich bewährt und bis heute nicht grundlegend geändert. Natürlich hat sich der Umfang wesentlich vergrößert. Neben Texten und rechtssicheren Bildern stellen wir heute mit der Musterseite verschiedene Werkzeuge für die Gemeindearbeit zur Verfügung. Ein interner Bereich mit einer Gottesdienstplanung gehört genauso dazu wie eine Bildergalerie und vieles mehr.

Die ersten Mitarbeiter haben hier einen guten Grundstock geliefert. Das persönliche Know-how einzelner Mitarbeiter wirkt hier bis heute nach. Es wurden beispielsweise Komponenten entwickelt, welche die Arbeit des zentralen Supports erleichtern und auch aktuell noch im Einsatz sind.

„Der AK Internet bietet digitale Tools, die auf die Gemeindearbeit zugeschnitten und somit für Gemeinden eine echte Hilfe sind. Mich begeistert immer wieder, was die Mitarbeitenden hier ehrenamtlich auf die Beine stellen. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Gemeinden, die das Angebot noch nicht kennen, sollten es sich auf jeden Fall anschauen.“

Dr. Michael Gruber, Leiter der BEFG-Kommunikation

Waren es zunächst nur wenige Gemeinden, die das Angebot nutzten, sind es inzwischen über 200 Gemeinden, Einrichtungen und Initiativen geworden. Dadurch haben sich manche Strukturen verändert. Der AKI wechselte 2021 vom Landesverband zum BEFG. Die Bereitstellung von Webspace auf eigenen Servern wurde zurückgefahren. Die meisten Gemeinden nutzen das Angebot des Providers IONOS, mit dem wir eine Kooperation haben und der uns einen besonderen Zugang bereitstellt, um auch hier die Gemeinden zu unterstützen. 

Mit der Coronapandemie änderten sich für die Gemeinden viele Arbeitsweisen. Es kam der Wunsch nach Onlinegottesdiensten und Möglichkeiten zu Onlinetreffen auf. Hier hat der Arbeitskreis Internet innerhalb kürzester Zeit reagiert und eine Plattform für diese Dienste eingerichtet, die aus Sicht des Datenschutzes alle Anforderungen unseres Bundes erfüllt. „Miteinander“ hat sich als Videokonferenzplattform für Hauskreise, Gemeindeleitungen oder im Bereich von Beratung und Seelsorge etabliert. Gleiches gilt für das Umfragewerkzeug – eine gute Hilfe, wenn Termine abgestimmt oder digital Entscheidungen getroffen werden müssen.

Auch wenn die Arbeit sehr technisch geprägt ist, gibt es auch kreative Lösungen, die gut bei den Gemeinden ankommen. „Für Dich“ zum Beispiel ist eine Aktion, die mit Aufklebern Menschen Gottes Wort näher bringt.

Der Artikel ist in Die Gemeinde 19/20-2025 erschienen.

]]>
news-3895 Mon, 22 Sep 2025 14:37:38 +0200 500 Jahre Täuferbewegung: Mut, Frieden, Verantwortung, Freiheit Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/500-jahre-taeuferbewegung-mut-frieden-verantwortung-freiheit Mit Festakt, Pilgerweg und Festgottesdienst erinnerten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen am 21. September an 500 Jahre Täuferbewegung. Mit einem Festakt in der baptistischen Christuskirche Hamburg-Altona, einem ökumenischen Pilgerweg und einem Festgottesdienst in der Mennonitenkirche zu Hamburg und Altona erinnerten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen am 21. September an 500 Jahre Täuferbewegung. Unter den Gästen war auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

In seinem Grußwort beim Festakt betonte Steinmeier: „Die Täufer sind ein Teil unserer europäischen Freiheitsgeschichte.“ Sie hätten gelehrt, dass Mündigkeit und Verantwortung untrennbar zusammengehören: „Wer mündig glaubt und handelt, der denkt nicht nur an sich, der übernimmt immer auch Verantwortung – für sich, für andere und für das Gemeinwohl.“ Demokratie lebe von Bürgerinnen und Bürgern, die Verantwortung freiwillig und verbindlich für die Gemeinschaft übernehmen und sie aktiv mitgestalten.

Steinmeier hob zugleich das täuferische Friedenszeugnis hervor: Auch wenn Demokratien heute ihre Freiheit militärisch schützen müssten, bleibe das Ideal der Gewaltlosigkeit unverzichtbar: „Denn es ist richtig, für die eigenen Überzeugungen einzustehen – aber eben friedlich.“ Die Tradition gewaltfreier Zivilcourage sei ein Geschenk für die Gesellschaft, etwa bei der Friedlichen Revolution in der DDR und bis in die Gegenwart.

Auch die Baptistin Prof. Dr. Andrea Strübind und die Mennonitin PD Dr. Astrid von Schlachta griffen in ihrer Festrede das Thema Frieden auf. Sie zeigten, dass Friedenshandeln ein nonkonformer und oft mühsamer Weg sei, der nicht erst bei tätlichen Attacken beschritten werden müsse: Gewalt beginne bereits dort, wo andere beschimpft, diffamiert und stigmatisiert und damit in ihrem Menschsein entwertet werden: „Fangen wir bereits dort an, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen.“
Strübind und von Schlachta erinnerten an vier zentrale Aspekte der täuferischen Tradition: Taufe als bewusstes Bekenntnis des Einzelnen, Freiheit und Verantwortung, Nonkonformismus sowie Friedenstüchtigkeit und Dialog. Täuferinnen und Täufer hätten über Jahrhunderte hinweg gezeigt, dass Mut, eigene Wege und schöpferischer Nonkonformismus Voraussetzungen für gesellschaftliche Erneuerung und Verantwortung seien.###3_IMAGES###
Reverend Christopher Easthill, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), merkte augenzwinkernd an: „Dass wir heute gemeinsam mit dem höchsten Vertreter unseres Staates 500 Jahre Täuferbewegung gedenken, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.“ Er würdigte das Zeugnis der Täuferinnen und Täufer, die sich durch Gewaltverzicht, freie Glaubensentscheidung und radikale Nachfolge Jesu oft der Obrigkeit verdächtig machten. Gerade heute seien diese Werte hochaktuell: Mündigkeit, Verantwortung, Frieden und Hoffnung aktiv zu leben und die Stimme der Friedenskirchen auch in Krisenzeiten hörbar zu machen.

Musikalisch und szenisch gestaltet wurde die Veranstaltung vom Ensemble Schirokko Hamburg und Gertrud Geisler. Beim anschließenden Pilgerweg zwischen der Christuskirche und der Mennonitengemeinde beteiligten sich die Gäste mit Bannern und Gesang.

Im Festgottesdienst am späteren Nachmittag hielten Strübind, von Schlachta und Dr. Verena Hammes, Geschäftsführerin der ACK, gemeinsam eine dialogische Predigt, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Gespräch setzte. Sie erinnerten an den Mut der Täuferinnen und Täufer, für Freiheit, Gewaltlosigkeit und Glaubenszeugnis einzutreten, mahnten zur sprachfähigen Hoffnung im Hier und Jetzt und forderten dazu auf, die Gesellschaft aktiv im Sinne von Gerechtigkeit und Frieden mitzugestalten. Das Leitwort „Gewagt!“ und 1. Petrus 3,15-17 („Seid stets bereit, jedem Rechenschaft abzulegen von der Hoffnung, die euch erfüllt“) betonten, so die Predigerinnen, dass Glaube nicht nur im Herzen, sondern in Tat und Wort wirksam werde.

Unter der Überschrift „Heilende Worte aus der Ökumene“ sprachen Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Dr. Gerhard Feige, Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz und Pastor Marc Brenner, Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) mit Rainer Burkart über Chancen, Herausforderungen und versöhnlichen Impulse ökumenischer Begegnung.

Die Täuferbewegung entstand im frühen 16. Jahrhundert als reformatorische Strömung neben der Wittenberger und der Schweizer Reformation. Die Gedenkveranstaltung wurde vom Verein „500 Jahre Täuferbewegung 2025“ organisiert und bildete den Abschluss von fünf Themenjahren unter dem Motto "Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025", die in vielen Gemeinden, in der Ökumene und im internationalen Austausch die täuferische Tradition neu ins Gespräch brachten.

]]>
news-3894 Fri, 19 Sep 2025 09:29:45 +0200 Dem täuferischen Erbe verbunden und verpflichtet https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/dem-taeuferischen-erbe-verbunden-und-verpflichtet Anlässlich des Gedenkens an 500 Jahre Täuferbewegung erinnert der BEFG an das Erbe der frühen Täuferinnen und Täufer. Anlässlich des Gedenkens an 500 Jahre Täuferbewegung erinnert der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) an das Erbe der frühen Täuferinnen und Täufer: die Grundsätze der Religionsfreiheit, die Glaubenstaufe, die freiwillige und verbindliche Gemeindemitgliedschaft in der Nachfolge Christi und die Trennung von Kirche und Staat.

„Als Baptistinnen und Baptisten wissen wir uns dem täuferischen Erbe verbunden und verpflichtet“, betonen BEFG-Präsidentin Natalie Georgi und BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba im aktuellen Wort des Präsidiums. Die Täuferbewegung, die als dritter Hauptstrom der Reformation gilt, stand von Anfang an für die Freiheit des Glaubens und die Ablehnung von Gewalt. Angesichts politischer Krisen und gesellschaftlicher Polarisierung rufen sie dazu auf, sich für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Religionsfreiheit einzusetzen. „Unsere täuferische Tradition erinnert uns daran, in den verschiedenen Lebensbereichen gewaltfrei zu wirken und eine respektvolle Diskussions- und Konfliktkultur zu pflegen.“ Gerade vor dem Hintergrund der gewaltvollen Geschichte täuferischer und nicht-täuferischer Kirchen äußern sich beide dankbar „für das gewachsene ökumenische Miteinander, das an vielen Orten in den letzten Jahrzehnten entstanden ist“, sowie für die vielfältigen, auch ökumenischen Aktivitäten zum Täufergedenken 2025. Sie ermutigen, konfessionelle Unterschiede als bereichernde Vielfalt wertzuschätzen und sie als Bezeugung des einen Evangeliums von Jesus Christus zu verstehen.  

Ein Artikel von  

Im Wortlaut

Gedenken an 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025

Wort des Präsidiums im September 2025

In diesem Jahr erinnern wir uns gemeinsam mit vielen Christinnen und Christen an 500 Jahre Täuferbewegung, deren Beginn traditionell mit der ersten täuferischen Glaubenstaufe, die Ende Januar 1525 in Zürich stattfand, verbunden wird. Als Baptistinnen und Baptisten wissen wir uns dem täuferischen Erbe verbunden und verpflichtet: den Grundsätzen der Religionsfreiheit, der Glaubenstaufe, der freiwilligen und verbindlichen Gemeindemitgliedschaft in der Nachfolge Christi und der Trennung von Kirche und Staat.

Die frühen Täuferinnen und Täufer wollten als mündige Menschen gemeinsam ein an biblischen Maßstäben ausgerichtetes Leben führen. Aus dem Studium der Bibel gewannen sie die Erkenntnis, dass die Taufe dem persönlich bezeugten Glauben eines Menschen folgt. Sie lehrten als dritter Hauptstrom der Reformation, dass der Glaube ein freies Geschenk Gottes ist, das kein Mensch erzwingen kann. Ihr Ideal war die Glaubens- und Religionsfreiheit, die sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle anderen Menschen forderten, sowie ihr Einsatz für die konsequente Trennung von Kirche und Staat und für Frieden und Gewaltlosigkeit.

Als Baptistinnen und Baptisten stehen wir in der Tradition der Täuferbewegung und sind von ihrem Glaubenszeugnis geprägt. Die Ursprünge der ersten Baptistengemeinden waren eng mit mennonitischen Gemeinden verflochten. Die frühen Täuferinnen und Täufer erlitten aufgrund ihrer Überzeugungen Ausgrenzung, Vertreibung und Verfolgung bis hin zu Hinrichtung und Folter. Bis ins 20. Jahrhundert hinein waren täuferische Kirchen und ihre Mitglieder mit Diffamierungen und Repressionen konfrontiert. Wir gedenken der Tausenden von Märtyrern und Märtyrerinnen.

Einzelne Täufer verfolgten leider radikal und gewaltsam ihre Ziele. Die dauerhafte Verfolgung verstärkte in täuferischen Gemeinschaften die Absonderung von der Gesellschaft. Wir wollen uns als BEFG weiterhin selbstkritisch damit auseinandersetzen, wo wir in Vergangenheit und Gegenwart über den Glauben und die Frömmigkeit unserer nicht-täuferischen Geschwister geurteilt haben und urteilen. Wir blicken auf diese 500-jährige Geschichte zurück, in der es viel Leid, Ausgrenzung, gegenseitige Polemik und konfessionelle Konflikte gab.

Umso dankbarer sind wir für das gewachsene ökumenische Miteinander, das an vielen Orten in den letzten Jahrzehnten entstanden ist. Ökumenische Versöhnungsprozesse (Healing of Memories) führten dazu, dass die Geschichte zwischen täuferischen und nicht-täuferischen Kirchen aufgearbeitet wurde und wechselseitiges Verständnis gewachsen ist. Von dieser Annäherung – insbesondere in Bezug auf die Taufe – zeugt auch der Abschlussbericht der Lehrgespräche zwischen dem BEFG und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD): „Kirchengemeinschaft auf dem Weg“.

Wir sind dankbar für die vielfältigen Aktivitäten zum Täufergedenken 2025 in den Bundesgemeinden, in anderen freikirchlichen Gemeinden, insbesondere der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden, und in der Ökumene. Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung und Begleitung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. Grundlage dafür ist insbesondere die fünfjährige Aktion „gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung“, die nicht nur zurückblickt, sondern überlegt, welche bleibenden Impulse und Inspiration die täuferische Bewegung für die Gegenwart und Zukunft bietet.

Unsere täuferische Tradition erinnert uns daran, in den verschiedenen Lebensbereichen gewaltfrei zu wirken und eine respektvolle Diskussions- und Konfliktkultur zu pflegen. Gerade angesichts politischer Krisen und Konflikte wollen wir uns für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Denn: „Ungerechtigkeit an irgendeinem Ort bedroht die Gerechtigkeit an jedem anderen“, so der Menschenrechtler und Baptistenpastor Martin Luther King jr., der sich gewaltlos gegen den Rassismus in den USA gestellt hat. Gewalt hat vielen Facetten. Unsere Gemeinden sollen gewaltfreie und sichere Räume sein. Daher wollen wir jeglicher Form von Gewalt – so auch sexualisierter Gewalt – entschieden entgegentreten.

Der Grundsatz der Religions- und Glaubensfreiheit ist heute im Grundgesetz verankert und gemeinsame Überzeugung von Christinnen und Christen aller Konfessionen (Charta Oecumenica, Art. 12). Angesichts der kulturkämpferischen Polarisierungen unserer Gesellschaft gilt es auch weiterhin für Gefährdungen der Religionsfreiheit wachsam zu sein. In der Gegenwart lernen wir, konfessionelle Unterschiede als eine bereichernde Vielfalt wertzuschätzen und sie als Bezeugung des einen Evangeliums von Jesus Christus zu verstehen. So ermutigen wir die Bundesgemeinden, des 500-jährigen Erbes der Täuferbewegung ökumenisch zu gedenken. Als Teil der ganzen Christenheit suchen wir die Gemeinschaft und Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Kirchen, den Dialog mit dem Judentum und das Gespräch mit anderen Religionen (Leitbild des BEFG, Leitsatz 11).

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit“, heißt es im Galaterbrief 5,1. Deswegen wollen wir aufstehen, wo Menschen unterdrückt werden, wo sie ausgegrenzt und verurteilt werden. Denn Gottes Geist führt in die Weite und schafft Räume für alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit. Möge das 500-jährige Erbe der Täuferbewegung uns immer wieder daran erinnern, das Evangelium in den Herausforderungen der Gegenwart zu verkündigen und in Freiheit zu gestalten.

Natalie Georgi                                                          Christoph Stiba
Präsidentin                                                              Generalsekretär

]]>
news-3893 Thu, 18 Sep 2025 11:48:40 +0200 Theologische Hochschule Elstal bei der Jungen Ökumene Carl Heng Thay Buschmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/die-th-elstal-bei-der-jungen-oekumene Die ACK Deutschland hat zum ersten Mal junge ökumenisch interessierte Menschen am 9. und 10. September eingeladen, um sich zu vernetzen, auszutauschen und ihre Themen mit der ACK zu besprechen. Wir – Jule Lukasik, Anika Eichstädt und Carl Heng Thay Buschmann – von der Theologischen Hochschule Elstal waren bei der Jungen Ökumene der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) dabei. Die ACK Deutschland hat zum ersten Mal junge ökumenisch interessierte Menschen am 9. und 10. September nach Köln eingeladen, um sich zu vernetzen, auszutauschen, aber auch ihre Themen mit der ACK zu besprechen. Carl Heng Thay Buschmann berichtet.

Gut ökumenisch haben wir uns zuerst in dem Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde Köln-Mülheim getroffen. Bei einem gemeinsamen Essen gab es ein erstes Kennenlernen, wo alle Fragen rund um die Konfessionen und die ACK gestellt werden konnten. Danach wurden in intensiven Austauschrunden fünf Themen herauskristallisiert, die am nächsten Tag mit der gesamten ACK-Mitgliederversammlung bei ihrem Studientag besprochen werden sollten. Wir einigten uns auf:

1. Junge Erwachsene als „verlorene Zielgruppe“ – Wie kann die Ökumene junge Menschen gezielter ansprechen und einbinden? Ist hier vielleicht auch die Ökumene vor Ort eine wertvolle Ressource, um eine gemeinsame Arbeit für junge Erwachsene aufzubauen?

2. Ökumenische Erfahrungen als Lern- und Reflexionsräume – Wie fördern sie konfessionelle Identität und persönliche Entwicklung? Gegenseitige Besuche und Begegnungen sind sehr bereichernd, können aber auch durch andere Formen des Glaubenslebens irritieren. Hier braucht es gute Reflexion und Anleitung, damit aus der ökumenischen Erfahrung auch eine Lernerfahrung werden kann.

3. Ökumenische Vielfalt vor Ort strategisch nutzen – Wie lässt sich das Potenzial ökumenischer Vielfalt in Gemeinden nutzen? Jede Ortsgemeinde bringt ihr eigenes Profil mit. Wie können wir durch die Vielfalt der Ökumene gut unseren Ort erreichen und für die Menschen viele Anknüpfungspunkte an die Kirche schaffen?   

4. Ist Kirche Kirche, wenn sie nicht politisch ist? – Die Kirche muss politisch sein, besonders, wenn ein weiter Politikbegriff angewandt wird, und sich in der Gesellschaft einbringen.

5. Partizipation junger Menschen in der Ökumene – Welche Wege und Strukturen braucht es? Diese Frage wird die Ökumene und die ACK weiterhin begleiten. Dieses Treffen der Jungen Ökumene war ein guter Anfang und wir sind gespannt, wie es sich in der Zukunft entwickeln wird.

Am nächsten Tag waren wir als Junge Ökumene in Zweiergruppen für die Themen verantwortlich. Nach einer kurzen Vorstellung in großer Runde und einem Schreibgespräch kam es zu drei von uns moderierten Runden, wo wir erst die Themen bearbeitet und geschärft haben und am Ende pro Thema drei Forderungen erstellt haben, die wir dem ACK-Vorstand zur Verfügung gestellt haben. Wir wurden als Junge Ökumeniker von der Versammlung wertschätzend aufgenommen und es kam zu guten Gesprächen über die Gegenwart und Zukunft der Ökumene. Nach dem Studientag konnten wir auch noch ausschnitthaft an der ACK-Mitgliederversammlung teilnehmen und so einen Einblick in ihre Arbeit erhalten. Wir danken der ACK sehr für die Möglichkeit so in ihre Arbeit zu schnuppern und, dass wir mit unseren Themen und Anliegen so präsent sein konnten. Uns wurde bleibend wichtig: Die junge Generation ist nicht nur die Zukunft der Ökumene, sondern kann und will auch ihre Gegenwart sein.

]]>
news-3892 Wed, 10 Sep 2025 15:03:57 +0200 Erntedank: „Wir kennen die Menschen persönlich“ Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/erntedank-wir-kennen-die-menschen-persoenlich Für die allgemeine Arbeit des Bundes bitten Christoph Stiba und Volker Springer wieder traditionell zum Erntedankfest um ein Bundesopfer. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hat den Auftrag, zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen zu handeln. Damit er diesen Auftrag erfüllen kann, bedarf es der Unterstützung aller. Auch finanziell. Deshalb bitten der Generalsekretär des Bundes, Pastor Christoph Stiba, und der kaufmännische Geschäftsführer, Volker Springer, um eine Spende für die Arbeit auf Bundesebene.

Damit sich Gemeinden auf ihre Kernaufgabe der Verkündigung des Wortes Gottes in Wort und Tat konzentrieren können, werden sie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundes beraten. Diese unterstützen die Gemeinden und engagieren sich für die Bundesgemeinschaft.

Kontakt zu vielen Ortsgemeinden unterhält zum Beispiel Andrea Freutel. Ihr Arbeitsbereich ist seit 22 Jahren die Treuhandverwaltung des Bundes. Kurz gesagt, es geht um Schutz und Verwaltung von Vermögenswerten von Gemeinden. „Hier berate ich die Ortsgemeinden rund um ihre Gebäude, zu sämtlichen laufenden Geschäften, fertige Vollmachten und Bestätigungen für deren Rechtsgeschäfte an. Hinzu kommen Grundbucherklärungen und Anträge“, gibt Andrea Auskunft.

Die Buchhaltung ist das Rückgrat aller Finanzen. „Wir beraten Kassenverwalter von Gemeinden, wenn Sie spezielle Fragen haben, etwa zu Spenden, zu modernen elektronischen Zahlungswegen oder auch zu den Bundesbeiträgen“, erklärt Katja Kähne.###3_IMAGES###Der Projektkoordinator von German Baptist Aid und der Katastrophenhilfe, Matthias Dichristin, erhielt vor kurzem einen Anruf eines ehemaligen Gemeindeleiters: „Wir würden als Gemeinde gerne den Menschen im Gazastreifen helfen und finden keine gute Spendenorganisation.“ Matthias Dichristin konnte ihm umgehend weiterhelfen. Denn German Baptist Aid verfügt über direkte Kontakte vor Ort. „Spenden und Hilfe kommen nicht nur an – wir kennen die Menschen persönlich, die an allen Enden der Welt Gutes tun, auch mit unserer Unterstützung“, ist Matthias begeistert. Und er freut sich, wenn er wieder sein Wissen mit einer Gemeinde teilen konnte.

Julia Grundmann ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Teil des Teams, das die Arbeit des Bundes sichtbar macht. „Mein Ziel ist es, zu zeigen, was wir gemeinsam als Bund bewegen“, sagt sie. Auf diese Weise werde deutlich, welche Unterstützungsmöglichkeiten der Bund anbietet: etwa in Beratung, Ausbildung und Mission. „Ich freue mich, wenn unsere Kommunikation dazu beiträgt, dass Gemeinden erleben, dass sie Teil eines großen Ganzen sind und dass Menschen inspiriert werden, Teil dieser lebendigen Gemeinschaft zu sein.“

Das Erntedankfest bietet eine Möglichkeit, Danke zu sagen. Der Generalsekretär des Bundes, Pastor Christoph Stiba, und der kaufmännische Geschäftsführer, Volker Springer, sind sich sicher: „Mit einer Spende für die Arbeit des Bundes können Sie die solidarische Gemeinschaft von 767 Gemeinden unseres Bundes unterstützen. Darüber würden wir uns freuen.“

]]>
news-3891 Thu, 04 Sep 2025 10:18:13 +0200 Prävention, Intervention und Aufarbeitung Anna Eberbach https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/praevention-intervention-und-aufarbeitung Was unterscheidet Aufarbeitung von Prävention und Intervention? Wo kann wer Unterstützung erfahren und wie? Sexualisierte Gewalt ist eine gravierende Verletzung der Würde und Integrität von Menschen. Sie zerstört Vertrauen und kann Betroffene ein Leben lang belasten.

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) übernimmt Verantwortung, indem er nun auf drei Ebenen aktiv ist: Prävention, Intervention und Aufarbeitung. Die verschiedenen Bausteine dienen dazu, Schutzräume zu gestalten, von sexualisierter Gewalt betroffenen Personen im Akutfall sofort beizustehen und vergangenes Unrecht sichtbar zu machen – immer mit ihrem Einverständnis und unter Wahrung ihrer Anonymität. Beim letzten Bundesrat wurde eine Aufarbeitungskommission eingesetzt. Was unterscheidet Aufarbeitung von den anderen Bereichen? Wo kann wer Unterstützung erfahren und wie?

Prävention – Schutzräume gestalten

Prävention hat das Ziel, sexualisierte Gewalt gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Kampagne des Gemeindejugendwerks  „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“ verfolgt dieses Ziel. Gemeinden übernehmen Verantwortung, indem sie Strukturen schaffen, die Missbrauch vorbeugen, und eine Kultur des respektvollen, achtsamen Miteinanders fördern. Dazu gehören:

  • Schutzkonzepte in der Gemeinde mit klaren Regeln, wie Zusammenarbeit verlässlich und sicher gestaltet wird – in Kinder- und Jugendarbeit, in Gruppen und auch in Leitungsstrukturen.
  • Sensibilisierung und Schulung, die Verantwortliche befähigen, Grenzverletzungen wahrzunehmen, anzusprechen und geeignete Schritte einzuleiten.
  • Ansprechpersonen für Kinderschutz, die vor Ort vertraulich zur Verfügung stehen.

Bisher konzentrieren sich die verbindlichen Präventionsmaßnahmen im BEFG insbesondere auf den Bereich von Kindern und Jugendlichen. Für Erwachsene gibt es bisher noch keine gleichermaßen etablierten Schutzkonzepte oder Präventionsarbeit, auch wenn die Sensibilisierung in Gemeinden im gesamten Bund wächst.

Alle weiteren Informationen zur Arbeit des Gemeindejugendwerks und seiner Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche gibt es unter gjw.de/sichere-gemeinde.

Weiterführende Informationen zum Online-Coaching zur Erstellung eines Schutzkonzeptes sind unter befg.de/coaching-kinderschutzkonzept zu finden.

So wird Prävention zu einem sichtbaren Ausdruck dafür, dass die Gemeinden sichere Orte sein sollen – Orte, an denen Betroffene ernst genommen werden, alle Schutz und Würde erfahren und eine Sensibilität und Verantwortungsübernahme aller zur größtmöglichen Sicherheit beiträgt.

Intervention – Handeln im akuten Fall

Wenn ein Verdacht oder ein Vorfall sexualisierter Gewalt bekannt wird, ist entschlossenes Handeln erforderlich. Intervention bedeutet: Schutz für Betroffene, sofortiges Stoppen von Gewalt und konsequente Klärung der Verantwortung.

Das heißt konkret:

  • Betroffene sollten ernst genommen und geschützt werden – Schweigen oder Bagatellisieren dürfen keinen Platz haben.
  • Klare und vor dem Akutfall definierte Verfahren auf der Basis eines Schutzkonzeptes greifen, indem Gemeinden sofort interne Ansprechpersonen, Fachstellen oder auch externe Institutionen wie Jugendamt und Polizei einbeziehen.
  • Juristische Schritte müssen im Verdachtsfall eingeleitet werden.

Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt im BEFG

Damit Betroffene nicht allein bleiben, gibt es die unabhängige Anlaufstelle im BEFG:

  • Über das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch (0800 22 55 530) können sich Betroffene, Angehörige oder auch unsichere Personen anonym und kostenfrei beraten lassen.
  • Wer direkt Kontakt sucht, kann eine E-Mail an anlaufstelle(at)befg.de schreiben. Verfahrensbegleiterinnen und -begleiter nehmen die Anliegen entgegen, leiten diese – mit Zustimmung der Betroffenen – an die jeweilige Gemeinde oder Einrichtung weiter und begleiten die nächsten Schritte.
  • Über die Anlaufstelle kann zudem ein Beschwerdeverfahren gegen Täterinnen und Täter, die hauptamtlich im BEFG tätig sind, eingeleitet werden.

Das Ziel ist immer zweifach: unmittelbare Unterstützung für Betroffene zu gewährleisten und gleichzeitig Strukturen so zu verändern, dass künftige Taten verhindert werden können.

NINA e. V. / Hilfetelefon: nina-info.de
BEFG-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt: befg.de/anlaufstelle

Aufarbeitung – Verantwortung übernehmen

Aufarbeitung bedeutet, erlittenes Unrecht nicht im Verborgenen zu lassen. Sie setzt an der Vergangenheit an, schafft Räume für die Erfahrungen der Betroffenen und will Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft ziehen.

Dazu wurde im BEFG eine Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ins Leben gerufen. Ihre Aufgaben sind: sexualisierte Gewalt sichtbar machen, Fälle und strukturelle Ursachen aufdecken, Betroffenen Gehör geben und das Schweigen durchbrechen.

Die Kommission möchte eng mit bestehenden Initiativen wie Sichere Gemeinde und der Anlaufstelle für Betroffene zusammenarbeiten, um Prävention und Hilfe weiter zu verbessern.

Im Zentrum steht die Anerkennung des Leids: Persönliche Berichte werden respektvoll aufgenommen und dokumentiert. Gemeinden und Einrichtungen des Bundes sind gefordert, soweit Betroffene zustimmen, auch für Transparenz zu sorgen. Gleichzeitig werden Strukturen kritisch geprüft, Fehlentwicklungen benannt und neue Regeln erarbeitet, um Machtmissbrauch künftig unmöglich zu machen.

Die Kommission berichtet jährlich an den Bundesrat und legt nach drei Jahren einen ausführlichen Abschlussbericht vor. Dieser wird konkrete Empfehlungen enthalten, wie der BEFG dauerhaft Sicherheit stärken, Betroffene begleiten und eine Kultur des Hinsehens fördern kann. 

Damit wird deutlich: Aufarbeitung ist nicht nur ein Blick zurück, sondern ein Prozess, der die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden sichert, Vertrauen wiederherstellt und den gemeinsamen Auftrag stärkt, sichere Räume zu schaffen.

Solltest Du Fragen oder Anliegen haben, kannst Du dich jederzeit an aufarbeitungskommission(at)befg.de wenden.

Orientierung für Betroffene

Wer selbst betroffen ist oder Kenntnis von einem Vorfall hat:

  • Bei unmittelbarer Gefahr: sofort an die Polizei (110) oder an das zuständige Jugendamt wenden.
  • Für Beratung und Unterstützung: das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch (0800 22 55 530) nutzen oder an anlaufstelle(at)befg.de schreiben.
  • In deiner Gemeinde: nach den Ansprechpersonen für Kinderschutz und Prävention fragen.

„Du bist nicht allein.“  Es gibt geschulte Menschen, die zuhören, unterstützen und die Seite der von Gewalt betroffenen Personen stärken. Prävention, Intervention und Aufarbeitung sind Ausdruck der Verantwortung, die Gemeinden und der BEFG übernehmen wollen – damit Gewalt klar benannt, konsequent verhindert und solidarisch aufgearbeitet wird.

]]>
news-3890 Tue, 02 Sep 2025 10:34:44 +0200 Treffen der Aufarbeitungskommission Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/treffen-der-aufarbeitungskommission Nach dem Bundesrat hat sich die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden konstituiert und ihre Arbeitsweise konkretisiert. Nach dem Bundesrat hat sich die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden konstituiert und ihre Arbeitsweise konkretisiert.

Die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt wurde beim letzten Bundesrat berufen. Sie befindet sich aktuell in der Phase der internen Konzeptionierung. Das bedeutet, dass die Mitglieder derzeit die Arbeitsweise und Abläufe für die zukünftige Bearbeitung von Anfragen und Fällen erarbeiten. Bei ihrem letzten Treffen Mitte August hat die Kommission beschlossen, künftig narrative, also erzählende Interviews zu führen. In einem zweiten Schritt sollen daraus Thesen zur Aufdeckung und Analyse von sexualisierter Gewalt, begünstigenden Bedingungen und Strukturen im BEFG gebildet werden. Unter befg.de/aufarbeitung sind ab sofort weitere Informationen zur Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG zu finden.

Von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen können sich an die Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt wenden. Neben dieser Möglichkeit der Intervention können sie auch Kontakt zur Aufarbeitungskommission aufnehmen. „Ihr seid nicht allein. Es gibt geschulte Menschen, die Euch zuhören und beistehen wollen“, so Anna Eberbach, Sprecherin der Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG. Wer Fragen oder Anliegen hat, kann sich jederzeit eine E-Mail an aufarbeitungskommission(at)befg.de schreiben. Die Kommission bittet um Geduld und Verständnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine inhaltlichen Rückmeldungen oder weiterführenden Informationen gegeben werden können.

]]>
news-3880 Tue, 29 Jul 2025 15:03:36 +0200 Menschen in schwerer Not weiter zur Seite stehen Matthias Dichristin https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/menschen-in-schwerer-not-weiter-zur-seite-stehen Es ist beeindruckend, wie vielfältig und unterschiedlich die Hilfe ist, die wir als Gemeindebund in unserem baptistischen Netzwerk auf der ganzen Welt leisten. „Es ist beeindruckend wie vielfältig und unterschiedlich die Hilfe ist, die wir als Gemeindebund in unserem baptistischen Netzwerk auf der ganzen Welt leisten“, so Matthias Dichristin. Hier berichtet der Projektkoordinator über die Arbeit der Katastrophenhilfe.

Mit 220.000 Euro wurden in der ersten Jahreshälfte 2025 unzählige Menschen in sieben Ländern unterstützt, die von unterschiedlichen Katastrophen betroffen sind. Auffällig ist, dass uns auch Hilfe bei Katastrophen möglich ist, die keinerlei mediale Aufmerksamkeit erhalten. Und selbst in Myanmar und in der Westbank sowie im Gazastreifen ist Hilfe angekommen, weil persönliche Kontakte zu einheimischen Pastoren bestehen.

Für die beiden letztgenannten Krisengebiete haben wir jeweils 10.000 Euro aus der Katastrophenhilfe zur Verfügung gestellt, um Nahrungsmittelhilfe und medizinische Notversorgung zu ermöglichen. Pastor Munir Kakesh aus Ramallah (Westbank) arbeitet seit Jahrzehnten in Kooperation mit der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF). German Baptist Aid fördert dabei kontinuierlich seine Gemeindearbeit. Aktuell unterstützt Pastor Kakesh erneut Menschen, die aus dem Gazastreifen in die Westbank geflohen sind und bringt auch einen Teil der Hilfsgüter direkt nach Gaza. Die Chin Mission in Frankfurt ist Teil unseres Netzwerkes „Internationale Mission in Deutschland“ (IMD) und trifft sich in der Baptistengemeinde Frankfurt am Tiergarten. Persönliche Kontakte des Gemeindepastors Ceu zu Pastor Thawng in seiner Heimat haben es möglich gemacht, dass zehn Gemeinden in Mandalay (Myanmar) Unterstützung erhalten haben. Angefangen hat der Kontakt direkt nach dem Erdbeben, als Thomas Klammt, der für die IMD verantwortlich ist, Pastor Ceu zusicherte, dass wir für sie und alle Freunde und Angehörige im Land beten. Schnell war uns in Elstal klar: Wir können nicht nur beten, wir können auch etwas tun!###3_IMAGES###

In der Türkei konnten die letzten Spendengelder für die Erdbebenopfer aus dem Jahr 2023 eingesetzt werden. Insgesamt wurde in den zwei Jahren mit 400.000 Euro geholfen. Bis heute sind Menschen, die alles verloren haben, auf Hilfe angewiesen. Pastor Abdullah, der lange in Istanbul Gemeinde gebaut hat, hilft nun direkt in der Erdbebenregion, wo er aufgewachsen ist.

Über das Netzwerk von EBM INTERNATIONAL konnten wir bei zwei Klimakatastrophen helfen, die keinerlei Aufmerksamkeit in unseren Nachrichten erhalten haben: Zu Jahresbeginn gab es eine große Dürrekatastrophe in Malawi. Der örtliche Baptistenbund engagiert sich schon lange in einem Camp nördlich der Hauptstadt Lilongwe (Dzaleka), wo viele Menschen leben, die vor den Unruhen aus dem Kongo vertrieben wurden. Mit 10.000 Euro wurde besonders Waisen und Menschen mit Behinderungen in 300 Haushalten geholfen.

Die Region Manipur im Nordosten Indiens grenzt an Bangladesch und Myanmar. Regelmäßig bringt Starkregen große Überflutungen. Im Juni 2025 wurden nach Berichten mehr als 35.000 Häuser beschädigt. Viele Familien haben alles verloren. Mit 10.000 Euro konnte eine erste Nothilfe durch Compassion Manipur, dem Partner von EBM INTERNATIONAL, unterstützt werden (Headerbild).

Und natürlich stehen wir weiter an der Seite unserer Geschwister in der Ukraine. Aktuell engagieren wir uns nicht mehr mit Hilfstransporten, weil es effektiver ist, die Güter direkt im Land zu kaufen. Im Juni haben wir hierfür wieder 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Ein Teil der Gelder unterstützt auch die Kosten für Evakuierungsmaßnahmen aus dem Osten der Ukraine, wo das Leben von Menschen bedroht ist.

Wir rufen dringend zu Spenden auf, damit wir in der zweiten Jahreshälfte weiter schnell handeln können, um solche Hilfen zu unterstützen. Auf der hier verlinkten Spendenseite haben wir neben dem Katastrophenhilfefonds einen Klimafonds neu eingerichtet. Wer gerne Menschen im globalen Süden helfen möchte, die unverschuldet von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, kann gerne diesen neuen Fonds nutzen. Vielen Dank für jede Spende und jedes Gebet. So wird die Not konkret gelindert und kleine Hoffnungszeichen der Liebe Gottes kommen mitten im Leid der Menschen an.

Katastrophenfonds: Projektnummer 45004 - jetzt online spenden

Klimafonds: Projektnummer 45006 - jetzt online spenden

IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
(Konto des BEFG bei der Freikirchen.Bank Bad Homburg)

]]>
news-3878 Thu, 24 Jul 2025 13:50:00 +0200 Ein Rückblick zur Reihe „Selig! – Akademie im Gespräch zum Jahresthema“ Daniel Mohr https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ein-rueckblick-zur-reihe-selig-akademie-im-gespraech-zum-jahresthema Sieben Online-Impulsabende zum Thema Mit der Online-Reihe „Selig!“ hat die Akademie Elstal das Jahresthema des Bundes „Dein Reich komme! gerecht anders leben“ aufgenommen und theologisch sowie praxisnah entfaltet.
An sieben Impulsabenden, verteilt über gut ein halbes Jahr, wurden die Seligpreisungen aus der Bergpredigt zum Ausgangspunkt für verschiedene Perspektiven.

Die Abende fanden jeweils online statt und wurden bewusst offen gestaltet: mit theologischen Impulsen, praktischen Ansätzen und Raum zur Diskussion. Ziel war es, das Jahresthema nicht nur aufzugreifen, sondern es in unterschiedlichen Arbeitsfeldern im Gemeindealltag zu konkretisieren.

Die einzelnen Abende im Überblick:

  • Reich Gottes auch online leben
    Formen des Christseins in der digitalen Welt
    Referent: Daniel Mohr
    Direkt zum Video und zur Präsentation
  • „Selig sind die Verfolgten …“ (Mt 5,10)
    Mit Menschen aus dem Iran im Gespräch über ihre Glaubenserfahrungen
    Referent: Thomas Klammt
    Direkt zum Video
  • Der Gerechtigkeitsvorsprung der biblischen Schriften (Mt 5,6)
    Eine Ermutigung für das Handeln der Gemeinde Jesu
    Referent: Simon Werner
    Direkt zum Video und zur Präsentation
  • „Selig sind die Barmherzigen …“ (Mt 5,7)
    Diakonie als Kommunikation des Reiches Gottes
    Referentin: Agathe Dziuk
    Direkt zum Video und zur Präsentation
  • Die Seligpreisungen – Lobpreis oder Klagelied?
    Liturgisch-musikalische Ansätze für den Gottesdienst
    Referent: Emanuel Enders (BEFG Musik)
    Direkt zum Video und zur Präsentation
  • Wie Gott in der Seelsorge gegenwärtig ist
    Geistliche Haltung und geistliche Ressourcen für das seelsorgliche Gespräch
    Referent: Jens Mankel
    Direkt zum Video
  • „Selig sind die geistlich Armen …“ (Mt 5,3)
    Wie in Zeiten zunehmender Extreme vermeintlichen Gewissheiten begegnen?
    Referentin: Silke Sommerkamp
    Direkt zum Video und zur Präsentation

Die Impulsteile aller Abende wurden aufgezeichnet und stehen auf der Website der Akademie als Videomitschnitte und Präsentationen zur Verfügung: https://befg.de/selig

]]>