Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland https://www.befg.de Die Nachrichten aus dem Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden de-de Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Fri, 09 Oct 2026 17:27:08 +0200 Fri, 09 Oct 2026 17:27:08 +0200 TYPO3 EXT:news news-4031 Thu, 01 Oct 2026 16:18:00 +0200 Gemeinsam verwurzelt, gemeinsam wachsen Dr. Maximilian Zimmermann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gemeinsam-verwurzelt-gemeinsam-wachsen Seit 2024 besteht zwischen der National Baptist Convention of Namibia (NBCN) und dem BEFG. Eine kleine Delegation des BEFG hat den Partnerbund besucht. Seit dem Jahr 2024 besteht zwischen der National Baptist Convention of Namibia (NBCN) und dem BEFG eine Partnerschaft und seit 2026 ist die NBCN Vollmitglied von EBM INTERNATIONAL. Der namibische Bund besteht aus vier Associations (Landesverbänden) und insgesamt 83 Gemeinden. Nachdem NBCN-Generalsekretär Lukas Ndjamba und Partnerschaftskoordinator Jonas Kakenge Mbwenga den BEFG bereits in den letzten Jahren in Deutschland besucht hatten  – in Elstal zur Unterzeichnung der Partnerschaft und in Kassel zur Bundesratstagung –, war es uns als BEFG ein dringendes Anliegen, nun einen Gegenbesuch bei unseren Partnern in Namibia zu machen.

Am 26. August hat sich nun eine kleine Delegation unseres Bundes auf den Weg gemacht, um unseren Partnerbund in Namibia zu besuchen. Anlass war die National Assembly, also die Ratstagung des namibischen Bundes. Wir, Volker Bohle (Präsidium des Bundes), Maximilian Zimmermann (Generalsekretär des Bundes) und Agathe Dziuk (Gemeindejugendwerk), kamen nach einem langen Nachtflug in den frühen Morgenstunden des 27. August in Windhoek, der Hauptstadt Namibias an. Die meisten Gemeinden des namibischen Bundes liegen zwar im Norden des Landes, jedoch hat die Assembly, auch aus logistischen Gründen, in der Hauptstadt stattgefunden. Wir sind in Namibia sehr herzlich und zuvorkommend von Lukas Ndjamba und Jonas Kakenge empfangen worden und recht zentral in Windhoek auf dem Gelände der Namibia University of Science and Technology untergebracht worden. Obwohl wir aus dem Spätsommer der Nordhalbkugel in den Spätwinter der Südhalbkugel geflogen sind, waren die Temperaturen denen in Deutschland sehr ähnlich.

Am Morgen des darauffolgenden Tages wurden wir von unseren Gastgebern abgeholt und fuhren gemeinsam auf das Gelände der weitläufigen Augustine Secondary School in Windhoek. In der Veranstaltungshalle der Schule fand die Assembly in den folgenden beiden Tagen statt. Die Leitung sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Versammlung hießen uns sehr herzlich willkommen. Auch die Geschwister aus Südafrika waren inzwischen angekommen, unter anderem vertreten durch Charles Makoaeba Junius Serokolo, Präsident der Baptist Convention of South Africa, und Ria Tintswalo Mojapelo, Regionalrepräsentantin von EBM INTERNATIONAL für das Südliche Afrika. Die Versammlung war geprägt von viel Gemeinschaft, gemeinsamem Singen sowie Predigten und Seminare und stand unter dem Thema: „Rooted to growth“ ( „Verwurzelt, um zu wachsen“ ) – in Anlehnung an Kolosser 2,6-7: „Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich in Seminaren Themen gewidmet wie „Konfliktlösung in Gemeinden“, „Frauen in einer wachsenden Organisation stärken und empowern“, aber auch „Stärkung und Empowering der jungen Generation“. Das letztgenannte Seminar führten Volker Bohle und Agathe Dziuk mit den jungen Menschen der Konferenz durch. Weitere inhaltliche Teile, zu denen wir eingeladen waren, waren ein Seminar zum Thema „Leitungskonzepte“, eine Predigt zum Konferenzthema und eine Bibelarbeit zu der Frage: „Stärkung der Beziehung von Ortsgemeinde und Bund – warum eine Bundesgemeinschaft ein Segen ist“. Es war für mich deutlich spürbar, dass besonders das letzte Thema die Menschen bewegt hat. Schon die ersten Gemeinden des Neuen Testaments waren dadurch verbunden, dass sie voneinander wussten, füreinander gebetet haben, füreinander gesorgt haben, miteinander geteilt haben und durch Menschen miteinander verbunden waren. Auch die Gemeinden in Namibia brauchen einander und profitieren spürbar voneinander, indem sie durch die National Baptist Convention miteinander verbunden sind; auch wenn es – wie wahrscheinlich in den meisten Ortsgemeinden dieser Welt – immer wieder den Willen braucht, vom Miteinander zum Füreinander zu kommen.

Im Rahmen der Konferenz gab es auch ein Treffen der Delegation unseres Bundes mit der Leitung des namibischen Bundes, der NBCN-Exekutive. Von beiden Seiten der Partnerschaft ist betont worden, dass wir dankbar sind, gemeinsam und auf Augenhöhe seit 2024 unterwegs zu sein. Die Partnerschaft ist zunächst auf fünf Jahre angelegt.###3_IMAGES###Ein besonderes Ereignis war die Ordination von fünf Pastoren im Rahmen der Versammlung. Die angehenden Pastoren ließen sich in bewegender Weise auf ihren Dienst in den Ortsgemeinden verpflichten. Sie wurden dann im Anschluss gemeinsam mit ihren Ehefrauen von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Versammlung persönlich gesegnet und damit für den Dienst gestärkt. Der sich daran anschließende Jubel, Tanz und Gesang haben uns tief beeindruckt.

Am Sonntag hatten wir die Gelegenheit, den Gottesdienst in der Ongulumbashe Baptist Church in Windhoek zu besuchen. Das Gemeindehaus befindet sich in einem so genannten „informal settlement“, also in einem Stadtgebiet, in dem die Menschen vor allem in Wellblechhütten leben. Das Gemeindehaus war im Jahr 2024 durch eine Flut schwer beschädigt worden. Der BEFG konnte durch finanzielle Hilfe dazu beitragen, dass das Gebäude wiederhergestellt werden konnte. Auch hier wurden wir wieder herzlich empfangen. Wir haben einen Gruß des Bundes ausgerichtet und die Gemeinde um Gebet für uns und unseren Bund gebeten.

Agathe Dziuk und ich sind am selben Tag wieder zurück nach Deutschland geflogen. Volker Bohle ist mit Vertretern des Bundes für eine weitere Woche in den Norden des Landes gereist, denn zwei Drittel der Gemeinden (53) befinden sich im Norden und Nordosten Namibias, entlang des Okavangoflusses. Der Besuch der Gemeinden im Norden hat gezeigt, dass die Partner­schaft nicht nur auf der Leitungsebene wichtig ist, sondern dass sie auch in der Begegnung mit den Ortsgemeinden selbst, ihren Mitgliedern und verantwortlichen Mitarbeitenden von Bedeutung ist. Die Verkündigung in den sehr lebendigen Gottesdiensten, mit viel Musik und Tanz, aber auch eine Schulung für leitende Mitarbeitende vor Ort wur­den positiv wahrgenommen. Es ist zudem gut aufgenommen worden, direkte Gespräche mit Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugend­arbeit, den Frauengruppen und Gemeindeleitungen zu führen.###3_IMAGES###Die Beschreibung der Partnerschaft des Bundes mit der National Baptist Convention of Namibia (NBCN) als eine „in via“-Partnerschaft ist sehr zutreffend. Die Begleitung auf dem Weg der NBCN, Mitglied von EBM INTERNATIONAL zu werden, was wir im Rahmen des Partnerschaftsvertrages beschlossen haben, ist bereits abgeschlossen. Gleichzeitig ist es gut, noch einige Zeit beratend gemeinsam unterwegs zu sein. Frauen bilden, wie fast überall in Afrika, eine starke Gruppe in den Gemeinden. Da es in unserem Bund keine klassische Frauenarbeit mehr gibt, stellt sich die Frage, wie hier Partnerschaft bilateral gestaltet werden kann. Der bereits begonnene Austausch auf der Ebene der Pastorinnen und Pastoren in Zoom-Treffen kann weiterhin ein guter Teil dieser Partnerschaft sein. Im Bereich der Jugendarbeit ist die Begegnung und der Workshop mit den Jugendvertretern auf unserer Bundesratstagung ein guter Anfang.

Da die Pastoren in Namibia alle im Nebenamt und ehrenamtlich ihren Dienst wahrnehmen, ist die gemeinsame Entscheidung, in die Bereiche von Leiterschaft und Theologie zu investieren, sehr hilfreich. Das geschieht auch in der Zusam­men­arbeit mit EBM INTERNATIONAL, vor allem aber mit den EBM -Partnerbünden, der Baptist Convention of South Africa, deren Vertreterinnen und Vertreter auch an der Konferenz teilgenommen haben, aber auch mit der Baptist Convention of Malawi.

Gemeinsam verwurzelt im Glauben an Jesus Christus wollen wir in den kommenden Jahren diesen besonderen Weg einer Partnerschaft gehen, Gemeinden aus unterschiedlichen Kontinenten und Kulturen, mit unterschiedlichen Herausforderungen und Chancen. Dazu gehört auch das Gebet füreinander. Und wir sind dankbar dafür, dass die Geschwister der NBCN auch für uns in unseren Veränderungsprozessen vor Gott eintreten. Gemeinsam verwurzelt, um gemeinsam zu wachsen.

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news-4032 Thu, 01 Oct 2026 15:23:09 +0200 Mit dem Fahrrad von Gemeinde zu Gemeinde Christel Pusch https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/mit-dem-fahrrad-von-gemeinde-zu-gemeinde Eine kleine Gruppe aus Nord-Bayern machte sich mit dem Fahrrad auf den Weg, um Gemeinden miteinander zu verbinden. „Segen bewegt“ – das Jahresthema des BEFG wird in der Region Bayern-Nord ganz praktisch: Eine kleine Gruppe machte sich im September mit dem Fahrrad auf den Weg, um Gemeinden miteinander zu verbinden. Ein Bericht von Christel Pusch.

In der Region 21 (Bayern-Nord) möchten wir uns von Gottes Segen bewegen lassen. Frank Sczesny hatte da die gute Idee, ganz praktisch von Gemeinde zu Gemeinde zu radeln. Nordbayern ist sehr großflächig. So haben wir uns auf einen kleinen Teil Frankens beschränkt. Unser Regionenkoordinator Christopher Rinke hat die Idee von Anfang unterstützt und ist mit uns geradelt. Zusätzlichen Rückenwind bekamen wir durch ein Ehepaar aus einer BEFG-Gemeinde im Siegerland, welches sich unbedingt mit uns auf den Weg machen wollte. Die Tour startete am 3. September in Bayreuth. Dort hatte die Gemeinde Friedrichstraße eine exquisite Tafel vorbereitet und hieß uns willkommen. Wir verbrachten den Abend als eine Gelegenheit der Gemeinschaft mitten in den Ferien. Mit Lobpreis und Gebet wurden wir für die Reise gesegnet. Am nächsten Morgen fuhren wir zu sechst durch die wunderschöne Fränkische Schweiz über so manche Steigung nach Ebermannstadt. Dort wurden wir mit einem großen Willkommensschild und Seifenblasen liebevoll erwartet. Wir stärkten uns an leckerem Essen. Zu Nacht bezogen wir Quartier in Forchheim, wo ein schöner Biergarten zur Gemeinschaft einlud. Am Samstag erreichten wir Bamberg. Aus dem Gemeindehaus tönte uns Lobpreismusik entgegen. Wir aßen miteinander und besichtigten das Gemeindehaus. Wie schon in den anderen Gemeinden waren wir schnell miteinander vertraut. Für die letzte Etappe mussten wir gegen den Wind anstrampeln.###3_IMAGES### Ermutigt wurden wir durch eine Radlerin, die uns aus Haßfurt entgegengekommen war. Die kleine Haßfurter EFG bewies innere Größe und hatte zu einem  „Abend der fünf Kontinente“ eingeladen. Pünktlich um 19 Uhr waren circa 80 Gäste versammelt. Ein Buffet mit internationalen Spezialitäten, inklusive „fränkischem Kochkäs“, war bereit. Aus fünf Kontinenten gab es interessante Beiträge. Wir konnten nicht anders als Gott zu loben und die Gemeinschaft zu genießen. Höhepunkt unserer Tour war dann am Sonntagmorgen der Abendmahlsgottesdienst mit aktuellen Zeugnissen von Menschen aus allen Generationen. Unser Fazit: Es lohnt sich, niederschwellig miteinander unterwegs zu sein und uns von Gottes Segen bewegen zu lassen. Wer ist beim nächsten Mal dabei?

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news-4030 Thu, 01 Oct 2026 10:44:51 +0200 Vielfältige und ermutigende Begegnungen Matthias Dichristin https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/vielfaeltige-und-ermutigende-begegnungen Die Ratstagung der Europäischen Baptistischen Föderation fand in diesem Jahr in Albanien statt. Samantha Mail, David Burau, Dr. Michael Rohde, Matthias Dichristin und BEFG-Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann waren als Delegierte des Bundes vom 23. bis 26. September auf dem EBF-Council in Albanien. Dr. Michael Kisskalt für EBM INTERNATIONAL und André Peter für die Jüngerschaftsbewegung Biglife waren ebenfalls aus Deutschland angereist. Matthias Dichristin berichtet von den Eindrücken während der Ratstagung.

„Warum Gott Leid in der Welt zulässt, können wir wieder in zehn oder 20 Jahren diskutieren. Jetzt stehen wir morgens auf, beten, hören einander zu und schauen, wo wir helfen können.“ Dieser Satz von Pastor Igor Bandura, dem Vizepräsidenten und Projektmanager des ukrainischen Baptistenbundes hat manche aus der deutschen Delegation tief bewegt, auch sein Hinweis darauf, dass diese einfachen und gleichzeitig so wirksamen Schritte des Dienens auch für unsere Hauptamtlichen Teil der Ausbildung sein sollten. Auf dem EBF-Council wurde wieder deutlich, wie sehr Gott inmitten aller Krisen wirkt.

Der Präsident des albanischen Baptistenbundes Edmond Pulacaj hat uns in seinem wunderschönen „Land der Adler“ im Namen des kleinen Baptistenbundes willkommen geheißen. In Albanien gibt es neun Gemeinden, die sehr aktiv sind. Eine Sozialarbeit in Lezhe, wo Pastor Edmond arbeitet, unterstützt German Baptist Aid seit vielen Jahren. Präsidiumsmitglied David Burau und ich konnten das Projekt und die Gemeinden im Anschluss an den Rat noch besuchen.

Die vielfältigen Begegnungen, wie mit Igor Bandura aus der Ukraine, waren das Highlight in den Tagen. Mit Pastor César Sotomayor aus Graz, der die Partnerschaften in der EBF-Region koordiniert, konnten Gespräche geführt werden, wie wir uns zukünftig als Gemeindebund in diesem Bereich einbringen. Aktuell wird eine Arbeit in der Westbank unterstützt und wir wollen gerne in der Region aktiv bleiben. Dazu gab es auch Gespräche mit dem Generalsekretär des irakischen Baptistenbundes, Pastor Ara Badalian aus Bagdad. Und der belarussische Generalsekretär Pastor Leonid Milhovich berichtete ein wenig von dem Rehabilitationsprojekt für Alkoholkranke in Minsk, das ebenfalls seit langer Zeit von German Baptist Aid unterstützt wird.###3_IMAGES###Es war auch ermutigend, die Teilnehmenden des neuen Ausbildungsprogrammes des Internationalen Baptistischen Theologischen Seminars in Amsterdam (IBTS) zu erleben. Neun junge Menschen aus verschiedenen Ländern vernetzen sich für zwölf Monate, nehmen an unterschiedlichen (Online-)Veranstaltungen teil und haben dabei enge Begleitung. Der EBF-Council markiert Anfang und Ende des Jahres. Die 18- bis 20-Jährigen kommen aktuell unter anderem aus Tadschikistan, Portugal, Frankreich, Bulgarien und Italien.

Inhaltlich ging es viel um die Apostelgeschichte: Daniel McGinnis vom Theologischen Seminar St. Hild in Yorkshire hat an drei Vormittagen seine Forschung über dieses Bibelbuch zur Entstehung von Kirche präsentiert. Passend dazu entfaltete der Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes, Dr. Elijah Brown, wie innerhalb der baptistischen Welt bis 2033 eine Bewegung zu Apostelgeschichte 2 angestoßen werden soll, dem sogenannten Acts2-Movement. Auf fünf Pfaden sollen Menschen ganzheitlich mit der guten Nachricht von Jesus in Berührung kommen.

Das Highlight der Konferenz war vielleicht ein Podium, dass die ehemalige Vizepräsidentin der Baptist World Alliance, Pastorin Dimitrina Oprenova aus Sofia, Bukarest, mit ihrem Mann Teodor feinfühlig moderiert hat. Stimmen aus dem Libanon, aus Israel und der Ukraine haben nebeneinander über ihre Erfahrungen mit Gott im Krieg gesprochen und ganz offen die Frage diskutiert, ob Versöhnung möglich ist. In dieser Gesprächsrunde konnte manche Frage nicht abschließend geklärt werden, aber es war beeindruckend zu erleben, mit welcher Hingabe und Treue die Christinnen und Christen in diesen Ländern Gott und ihren Mitmenschen dienen. Joy El Kazzi von der Organisation Thimar im Libanon, mit der German Baptist Aid viele Hilfen umsetzt, erzählte davon, wie tägliche Bombenalarme das Leben prägen und wie die Hoffnung dabei manchmal sinkt: „Aber wir glauben in allem, dass Gott treu ist und die Welt in seiner Hand hält. Diese Zuversicht lässt uns täglich weitermachen.“ Sie und Igor Bandura sind Gesichter unserer Partner, die wir schon lange persönlich kennen und zu denen in den Jahren der Zusammenarbeit eine echte vertrauensvolle Verbindung entstanden ist.

Wir sagen den Geschwistern immer wieder in unseren Begegnungen zu, dass wir für sie beten. Dazu möchten wir auch die Bundesgemeinden herzlich ermutigen.

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news-4028 Wed, 30 Sep 2026 11:10:48 +0200 Nach 18 Jahren: ewigkite.de beendet Referat für Kommunikation (nach einem Artikel von Carsten Hokema) https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/nach-18-jahren-ewigkitede-beendet Mit einem Dankgottesdienst in der EFG Esens ist das Projekt ewigkite.de des BEFG offiziell zu Ende gegangen. Mit einem Dankgottesdienst in der EFG Esens ist am letzten Augustwochenende 2026 das Projekt ewigkite.de des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) offiziell zu Ende gegangen. 18 Jahre lang war das Projekt auf mehr als 110 Drachenfesten vor allem im Norden Deutschlands unterwegs.

Flugdrachen, eine aufblasbare Kirche, eine Kirchenhüpfburg und eine aus fünf großen Fahnen bestehende Kirche gehörten zum Erscheinungsbild von ewigkite.de. Dort, wo Menschen ihre Freizeit verbrachten und zunächst einmal nicht mit Kirche rechneten, wollte das Projekt präsent sein, Begegnungen ermöglichen und unkompliziert mit Menschen über Gott und den Glauben ins Gespräch kommen.

Damit setzte ewigkite.de das Motto des BEFG-Dienstbereichs Mission „Wir gehen hin“ auf ganz praktische Weise um. Kirche wartete nicht darauf, dass Menschen zu ihr kamen, sondern machte sich selbst auf den Weg – auf Drachenfeste, an Strände und mitten hinein in das bunte Treiben der Veranstaltungen.

Für manche Menschen, die zuvor wenig oder gar keinen Kontakt zum christlichen Glauben hatten, wurde ewigkite.de im Laufe der Jahre zu „ihrer Kirche“. Begegnungen wiederholten sich von Jahr zu Jahr, Kontakte entstanden und Beziehungen wuchsen.

Möglich wurde der Start des Projektes durch den Missionspreis 2008 von Andere Zeiten e.V.. Mit dem Preisgeld konnten unter anderem die Aufblasbare Kirche und weiteres Material angeschafft werden. Die Aufblasbare Kirche wurde dreimal für unterschiedliche christliche Werke nachgebaut. In den folgenden Jahren sorgten Sponsoren sowie Einzelspenderinnen und Einzelspender dafür, dass ewigkite.de seine Arbeit fortsetzen konnte.

Besondere Aufmerksamkeit in der Drachenszene erregte das Projekt 2013 mit der Herstellung eines 98 Quadratmeter großen Einleinerdrachens. Er zeigt eine Weltkarte mit der Aufschrift ‚Mit dem Himmel verbunden‘. Der Drachen selbst, aber auch die Aufschrift sorgten für viele Gespräche auf Drachenfesten.

„Wir sind dankbar für die wunderbare Zeit, die wir hatten, und für die vielen Menschen, denen wir begegnet sind“, sagt Pastor Carsten Hokema aus Hamburg, der der Initiator und das Gesicht von ewigkite.de war. „Sie haben uns auch beigebracht, bodenständiger von unserem Glauben zu reden.“

In den vergangenen Jahren wurde es allerdings zunehmend schwieriger, genügend Mitarbeitende und Zeit für die Einsätze zu finden. Ewigkite.de war deshalb immer seltener auf Drachenfesten vertreten. Schließlich fiel die Entscheidung, das Projekt nach 18 Jahren zu beenden.

Der Abschied fand bewusst in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Esens statt, die ewigkite.de über viele Jahre eng verbunden war. Bei dem Dankgottesdienst stand nicht allein das Ende des Projektes im Mittelpunkt. Vor allem die Erinnerung an zahlreiche Begegnungen, gemeinsame Erlebnisse und die Freude über das, was in 18 Jahren möglich geworden war, prägten den Gottesdienst.

Das Projekt ewigkitesurfen.de, welches sich ausschließlich an kitesurfende Sportlerinnen und Sportler wendet, wurde bereits 2018 aus ewigkite.de ausgegliedert und bleibt über Pastor Erik Neumann aus Cuxhaven an die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers angebunden.

Die Internetseite ewigkite.de wird zum Ende des Jahres 2026 abgeschaltet.

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news-4022 Wed, 09 Sep 2026 13:55:43 +0200 Gemeinsam für starke Gemeinden Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gemeinsam-fuer-starke-gemeinden Traditionsgemäß bitten der Generalsekretär und der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG zu Erntedank um Spenden für die allgemeine Arbeit des Bundes. Etwa 760 Gemeinden gehören zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Hinter dieser Zahl stehen Menschen, die ihren Glauben leben, weitergeben und ihre Orte mitgestalten. „Mit Ihrer Spende zu Erntedank tragen Sie dazu bei, dass diese Menschen und unsere Gemeinden auch in Zukunft gut begleitet und unterstützt werden können“, sagt Dr. Maximilian Zimmermann, Generalsekretär des Bundes.

Dafür spenden

Damit dies gelingt, will der Bund im kommenden Jahr durch die Regionalreferentinnen und Regionalreferenten die Gemeindeentwicklung fördern. Und auch die jungen Menschen sollen im Bund mitgestalten. Ein Weg dahin ist der Aufbau von Jungen Parlamenten. Für all diese Schritte ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, den Regionen und der Bundesgeschäftsstelle geplant. „Unser Erneuerungsprozess soll dazu dienen, dass sich Regionen und Gemeinden noch besser auf ihre Kernaufgabe der Verkündigung der Guten Botschaft Gottes in Wort und Tat konzentrieren können“, so Zimmermann.

Zur bisherigen und künftigen Arbeit haben sich einige Verantwortliche aus den Regionen geäußert: Renate Girlich-Bubeck etwa, Leiterin des bisherigen Landesverbandes Baden-Württemberg, ist vor allem dankbar für die Mitarbeitenden des Bundes, „die uns Hilfen in kompetenter und zugewandter Weise gegeben haben. Ohne sie wären unsere Aufgaben im Landesverband vielfach nicht möglich gewesen“. Aufgrund der „kompetenten Begleitung durch den Bund im aktuellen Umstrukturierungsprozess“ blickt sie optimistisch in die Zukunft.

Philipp Rüdiger, Regionalreferent in Thüringen, glaubt, dass der Bund gerade für kleine Gemeinden „einen großen Auftrag“ hat. Mit dem Finanztopf „Gemeinden helfen Gemeinden“ des Bundes werden Gemeinden darin unterstützt, „wie sie wieder Vision bekommen und Menschen erreichen können“, sagt er. Auf diese Weise werde „Gemeinden vor Ort ganz praktisch geholfen“. Nur aufgrund von Spenden sei es möglich, „dass kleine Gemeinden nicht alleine bleiben.“

In Rheinland-Pfalz und Saarland hat der Transformationsprozess bereits begonnen. Der neue Regionalteamleiter Südwest, Pastor Jörg Lüling, merkt an, dass es in der Region nur 30 Gemeinden gibt. „Das schlägt sich natürlich auch auf die Finanzen nieder. Deshalb sind wir dankbar, dass wir in Zukunft durch die Veränderungen in der Lage sein werden, zwei Personalstellen zu realisieren. Dadurch kann eine viel bessere und sinnvollere Vernetzung durchgeführt werden, die wir alleine niemals hätten stemmen können.“

Letztlich verfolgt der Erneuerungsprozess das eine Ziel, dass Gemeinden darin gestärkt werden, die Liebe Gottes zu bezeugen und in die Welt zu bringen. „Und dass wir ganz persönlich und tagtäglich von der Liebe Gottes leben, wird so eindrücklich sichtbar an Erntedank“, sagt Zimmermann, „wenn wir auf die bunten Gaben in unseren Gottesdiensten blicken. Wo Menschen aus dieser Liebe Gottes schöpfen und etwas von ihr weitergeben, sind wir von Herzen dankbar dafür.“

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news-4020 Thu, 03 Sep 2026 12:19:32 +0200 Drei iranische Pastorinnen ordiniert Thomas Klammt https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/drei-iranische-pastorinnen-ordiniert In den vergangenen zwei Monaten sind Maryam Köhr, Pouneh Mekwandy und Mahboubeh Jafari ordiniert worden. In den letzten zwei Monaten wurden drei iranische Pastorinnen ordiniert – wir erleben besondere Zeiten des Segens! Nachdem im Frühjahr neun Teilnehmende des Pastoralen Integrations- und Ausbildungs-Programms ihre Weiterbildung mit Zertifikat abgeschlossen haben, erhielten nun die ersten drei von ihnen diese Anerkennung im BEFG und Bestätigung ihres Dienstes in unseren Gemeinden – mit ihrer jeweils ganz eigenen Prägung.

Maryam Köhr aus Datteln war bisher als Friseur-Meisterin tätig, und ist jetzt Pastorin in der EFG Recklinghausen. Maryam sagt: „Manchmal habe ich aufgrund der Hindernisse, die sich mir in den Weg gestellt haben, an meiner Berufung gezweifelt. Doch immer wieder gab es eine Stimme in meinem Inneren und Bibelverse, die mir von außen gezeigt haben, dass Gott mit mir ist. Das Einzige, was ich manchmal bedauere, ist, dass ich diese Entscheidung, Gott zu dienen, nicht schon viel früher getroffen habe.“ Neben der deutschen und der farsisprachigen Gruppe wird diese Gemeinde auch von Christen aus afrikanischen Ländern geprägt. Der Ordinationsgottesdienst ging am Ende in eine bewegte Lobpreis-Session über, bei der Menschen unterschiedlichster Herkunft mit Musik, Gesang und Tanz beteiligt waren.###2_IMAGES### Pouneh Mekwandy ist gelernte Erziehungswissenschaftlerin und hat gemeinsam mit ihrem Mann vor einigen Jahren die Gemeinde „Taaj“ („Krone“) in Essen gegründet. Zur Ordination kamen befreundete Pastoren aus Norwegen und Dänemark angereist und aus London die Witwe eines bekannten iranischen Pastors, der wenige Wochen zuvor verstorben war. Pouneh gab auf bewegende Weise Bericht von ihrem Weg im Glauben und Dienst, und dankte ausdrücklich für das Pastorale Integrations- und Ausbildungs-Programm, das ein so prägender Teil ihrer geistlichen Reise geworden ist. „Ich bin von Herzen dankbar, dass meine Berufung und mein Dienst nun auch durch die Ordination im BEFG offiziell bestätigt wurden. Für mich ist dies zugleich Ermutigung und Verantwortung, Jesus Christus und seiner Gemeinde treu zu dienen.“###2_IMAGES### Mahboubeh Jafari ist jetzt Pastorin in der Auferstehungskirche in Hamburg, Rübenkamp. Außerdem leitet sie das Gründungsprojekt Agape, eine Online-Gemeinschaft, in der farsisprachige Menschen aus verschiedenen Orten verbunden sind, auch aus Armenien und dem Iran. Mit diesem Projekt geht auch die Gemeindegründung im BEFG neue Wege der grenzüberschreitenden Wirkung. „Für mich ging es an diesem Tag nicht darum, einen Titel zu bekommen. Es war vielmehr so als würde ich den Ruf noch einmal neu hören: Christus zu lieben und den Menschen zu dienen, die er mir anvertraut hat“, sagte Jafari anlässlich ihrer Ordination. ###2_IMAGES### 
Vor zehn Jahren gab Gott uns die Vision von „deutsch-persischer Gemeindeentwicklung“ - heute sehen wir die Realität an vielen Orten unseres Landes und sind mit zwölf farsisprachigen Ordinierten im BEFG gesegnet. Im November werden über zwanzig Verantwortliche zusammenkommen um die nächsten Schritte dieser Entwicklung im Gebet und Austausch zu erkunden.

 

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news-4019 Tue, 01 Sep 2026 15:17:14 +0200 Dank für gemeinsame Wege Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/dank-fuer-gemeinsame-wege Bei einem gemeinsamen Grillfest der Mitarbeiterschaft auf dem Campus in Elstal würdigte Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann alle scheidenden Kolleginnen und Kollegen individuell. Insgesamt 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ihren Dienst beim BEFG in diesem Jahr beendet oder werden ihn in den kommenden Monaten beenden. Die Gründe sind unterschiedlich: Einige gehen in den Ruhestand, andere orientieren sich beruflich neu, weitere Veränderungen stehen in Zusammenhang mit dem Strukturprozess UB25. Bei einem gemeinsamen Grillfest der Mitarbeiterschaft auf dem Campus in Elstal würdigte Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann alle scheidenden Kolleginnen und Kollegen individuell.

Es gehe darum, „nochmal gemeinsam stehen zu bleiben – bevor es weiter geht, bevor die Wege sich auch trennen, bevor die neuen Wege hier und woanders weiter gehen“, so Zimmermann. Für jede und jeden der scheidenden Mitarbeitenden hatte der Generalsekretär persönliche Worte und ein Bibelwort vorbereitet. Zu jedem der Angesprochenen sagte er: „Ich danke dir für das, was ich von dir mitbekommen habe, und ich danke dir für das, was du aus meiner persönlichen Sicht in unsere Weggemeinschaft hineingegeben hast.“ Dabei kamen neben den unterschiedlichen beruflichen Leistungen vor allem persönliche Eigenschaften und besondere Beiträge der Gewürdigten zur Sprache. Immer wieder wurde deutlich, dass vieles von dem, was Mitarbeitende eingebracht haben, weit über den eigenen Aufgabenbereich hinaus Wirkung entfaltet hat. Anschaulich malte Zimmermann den Zuhörenden vor Augen, wie vielfältig die Aufgaben und Begabungen der Mitarbeitenden waren und wie viel sie über etliche Jahre hinweg in den BEFG, seine Gemeinden und in Menschen investiert haben.

Für die Mitarbeitenden, die bei dem Treffen nicht dabei sein konnten, wurde die Würdigung aufgezeichnet, sodass sie die persönlichen Worte noch nachträglich ansehen können.

Im Anschluss ergriff auch BEFG-Präsidentin Natalie Georgi das Wort und betete für die gesamte Mitarbeiterschaft und besonders für die Kolleginnen und Kollegen, die Abschied nehmen, und bat um Gottes Segen für ihre weiteren Wege.

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news-4014 Wed, 19 Aug 2026 11:55:51 +0200 „Der Tisch des Herrn ist kein Eintopf, sondern ein Buffet“ Natalie Georgi und Dr. Maximilian Zimmermann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-tisch-des-herrn-ist-kein-eintopf-sondern-ein-buffet Vom 6. bis 10. Juli fand die Jahrestagung des Baptistischen Weltbunds in Kanada statt. Vom 6. bis 10. Juli fand in Toronto die diesjährige Versammlung des Baptistischen Weltbundes (BWA) statt. BEFG-Präsidentin Natalie Georgi und Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann waren als Delegierte dabei. Sie berichten von Begegnungen mit Christen und Christinnen aus 65 Ländern, theologischen Impulsen, aktuellen Herausforderungen und der Frage, wie Einheit in Vielfalt gelebt werden kann.

Einheit in Vielfalt – das ist in Toronto nicht nur ein Satz, sondern das wahre Leben. Leanne Friesen, Pastorin und Leiterin eines der vier großen kanadischen Baptistenbünde und Mit-Gastgeberin beim diesjährigen Treffen des Baptistischen Weltbundes (Baptist World Alliance, BWA) in Toronto, hieß die Delegierten in der kulturell vielfältigsten Stadt der Welt willkommen – mehr als 50 Prozent der Einwohner Torontos sind nicht in Kanada geboren, der Bürgermeister in Hong Kong. In den Räumlichkeiten der Tyndale University mit ihrer wunderschönen Kapelle versammelte sich die „BWA-Familie“ in all ihrer Vielfalt aus 65 Ländern um den einen Tisch des Herrn und um das eine Evangelium: „The Table of Christ – One Gospel, Many People“, so lautet das Thema der diesjährigen Versammlung. 

Wir, Natalie Georgi, Präsidentin des BEFG, und Dr. Maximilian Zimmermann, Generalsekretär des BEFG, haben die Konferenz Anfang Juli als Delegierte des Bundes besucht. Es war ein Geschenk und eine riesige Bereicherung zu erleben, wie baptistischer Glaube und baptistisches Leben aus 65 verschiedenen Ländern in diesen fünf Tagen zusammenkam und miteinander geteilt wurde. Starke geistliche Impulse, theologische Vertiefungen, Berichte aus allen Regionen der Baptist World Alliance, zahlreiche Arbeitsgruppen, die Verabschiedung von vier Resolutionen, gemeinsames geistliches Leben, sowie unzählige persönliche Begegnungen und Gespräche prägten die Tage in und mit der BWA-Familie. 

Leanne Friesen ermutigte in ihrer Predigt zu dem kurzen Satz der Jünger am Tisch des Herrn „Herr, bin ich’s?“ (Mt 26,22) darüber nachzudenken, worin wir als Menschen unserer Kultur unsere Identität finden: Wie kommen wir von dem „Danke, dass ich so nicht bin“ (in Anlehnung an Lukas 18,11) zu dem, wer wir in Christus sind und wofür wir einstehen? Die kanadischen Gastgeber sprachen offen, sympathisch, ehrlich, selbstkritisch und zugleich warmherzig und liebevoll darüber, was sie und ihre Kultur ausmacht: Offenheit, Toleranz, Vielfalt, Freundlichkeit, aber eben auch, hier und da, eine Prise „Danke, dass wir so nicht sind“. Und es war inspirierend, herausfordernd und stärkend zugleich, diese Fragen an sich selbst, die eigene Person und die eigene Kultur heranzulassen. Offen thematisiert wurde auch das unermessliche Unrecht, das bis in die jüngere Vergangenheit der indigenen Bevölkerung in Kanada widerfahren ist.

Theologisch vertieft wurde ein Teil dieser Gedanken durch den Vortrag von Dr. Daniel Zacharias, Professor für Neues Testament am kanadischen Acadia Divinity College in Mi’kma’ki (Nova Scotia). Als Baptist und Christ mit indigenen Wurzeln benannte er, dass sich das Evangelium, die gute Botschaft, durch die Art und Weise, wie es der indigenen Bevölkerung begegnet ist, für diese als schlechte Botschaft erwiesen hat – nämlich als ausschließliche Verneinung des indigenen Lebens und der indigenen Kultur. Demgegenüber rief Zacharias zu einem Verständnis des Evangeliums auf, das kultursensibel ist und die Vielfalt in Einheit wahrt, denn: „Der Tisch des Herrn ist kein Eintopf, sondern ein Buffet“ – der Glaube an Christus kocht die Unterschiede nicht zu einem gleichschmeckenden Einheitsbrei ein, sondern vereint die vielfältigen und besonderen Speisen durch das eine Evangelium an dem einem Tisch des einen Herrn. Daniel Zacharias hat hier ein starkes persönliches und zugleich theologisch tiefes Plädoyer dafür gehalten, dass Unterschiede im Glauben bleiben dürfen und dass Christen und Christinnen zugleich ihre Einheit in Jesus Christus finden können. Daniel Zacharias wurde für sein Engagement im Rahmen der Ratstagung der Denton & Janice Lotz Human Rights Award 2026 verliehen.###3_IMAGES###Auch die Berichte und Zeugnisse aus den verschiedenen Regionen der BWA haben eindrucksvoll gezeigt, dass die Themen und Herausforderungen keineswegs überall die gleichen sind. In großer Solidarität und Verbundenheit haben wir als BWA-Familie miteinander das Schwere getragen, geklagt, gebetet und uns genauso über die Segengeschichten aus den unterschiedlichen Bünden und Regionen gefreut und Gott gelobt.

Alan Donaldson, Generalsekretär der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF), wies auf die Herausforderung des (zum Teil sogenannten christlichen) Nationalismus in Europa hin und auf die wichtige christliche Botschaft, dass jeder Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen ist. Die Ehrenpräsidentin der Asia Baptist Woman Union, Vernette Myint Myint San (Myanmar/Singapur), brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass durch die TV-Bilder der Fußballweltmeisterschaft das Gebet eine Öffentlichkeit bekommen hat – und bezog sich dabei auf das Gebet einiger Spieler der Nationalmannschaften Curaçaos und Deutschlands in der Vorrunde der WM.

Die BWA-Familie wird größer: Mit großer Freude hat die BWA-Gemeinschaft die Mongolian Baptist Convention als Mitglied des Baptistischen Weltbundes aufgenommen. Der Baptistenbund in der Mongolei umfasst 14 Gemeinden mit 500 Mitgliedern.

Der Rat hat außerdem vier Resolutionen verabschiedet. Die erste Resolution ruft Gemeinden dazu auf, Barrieren abzubauen, um Menschen mit Beeinträchtigungen und Unterstützungsbedarf ohne Hindernisse am Tisch des Herrn willkommen zu heißen („Empowering and Caring for People with Disabilities and Special Needs“). Die zweite Resolution ruft die Gemeinden dazu auf, sich entschieden für Kinder einzusetzen, die in herausfordernden, prekären und bedrohlichen Situationen leben – durch Armut, Vertreibung, Gewalt, Ausbeutung und Trennung von ihren Familien („Serving Vulnerable Children“). Die dritte Resolution ruft zu einem ganzheitlichen Missionsverständnis auf, das das Evangelium in Wort und Tat verkündigt und sich auf alle Bereiche des Menschenlebens bezogen wissen möchte; außerdem weist die Resolution darauf hin, dass Mission im globalen Christentum nicht von wenigen und einzelnen Orten, etwa vom „Westen“, ausgeht und als Einbahnstraßenkommunikation funktioniert, sondern dass Mission polyzentrisch entsteht, also überall aufbrechen kann und aufbricht: damit Menschen sich wechselseitig zwischen Ländern, Kulturen und Weltregionen dienen und begegnen („Integral und Polycentric Mission as Guiding Missional Principles“). Die vierte Resolution des BWA-Rats 2026, die – wie alle anderen – mit überwältigender Mehrheit verabschiedet wurde, ruft dazu auf, in der Nachfolge Jesu als Friedensstifter in dieser Welt zu wirken und sich für eine verantwortliche und respektvolle Beziehung zwischen Ländern und Nationen einzusetzen ( „Just Peace and Accountability Among Nations“).

Bereits im Jahr 2024 hat der Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes, Elijah Brown, das Acts-2-Movement vorgestellt und an den Start gebracht. Es soll Gemeinden erneuern und die Welt durch das Evangelium verändern. Bis ins Jahr 2033 ist die baptistische Weltgemeinschaft eingeladen und aufgerufen, auf den Pfaden von Apostelgeschichte 2,42-47 unterwegs zu sein – auf dem Zeugnispfad (Ziel: 450 Millionen Glaubenszeugnisse weltweit bis 2033), auf dem Nachbarschaftspfad (Ziel: 500.000 Menschen weltweit bis 2033, die sich geistlich und seelsorgerlich in ihrer Nachbarschaft einsetzen), auf dem Bibelpfad (Ziel: die Unterstützung von 1.159 Bibelübersetzungen in Sprachen, in die die Bibel bisher noch nicht übersetzt ist), auf dem Pfad der Religionsfreiheit (Ziel: 1.000.000 Unterschriften für die Petition der BWA zur Religions- und Gewissensfreiheit bis 2033) und auf dem Fürsorgepfad (Ziel: 1.000.000.000 konkrete Hilfeleistungen weltweit bis 2033). In Toronto haben erste Gemeinden und Bünde davon berichtet, wie sie sich in das Acts-2-Movment eingeklinkt haben. So hat beispielsweise der Dänische Baptistenbund entschieden, pro Jahr einen der fünf Wege in den Blick zu nehmen. Lone Møller-Hansen berichtete, dass man dafür eine eigene Bibellese-App entwickelt hat, die den Gemeinden in Dänemark zur Verfügung steht. Apostelgeschichte 2 ist auch für die baptistische Bewegung in Deutschland von Anfang an prägend gewesen. Wir würden uns freuen, wenn auch wir uns auf unsere Weise dieser weltweiten baptistischen Bewegung anschließen würden und werden in einer der nächsten Präsidiumssitzungen darüber sprechen, wie das konkret aussehen kann. 

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news-4009 Thu, 06 Aug 2026 08:52:44 +0200 Engagiert und motiviert Tobias Pohl https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/engagiert-und-motiviert Die Gemeinde blickt zurück auf bewegte Jahre: von der Gründung unter widrigen Umständen über einen mutigen Beschluss bis hin zu sozial-diakonischem und ökumenischem Engagement. Am 30. August feiert die Baptistengemeinde Am Tiergarten in Frankfurt am Main Jubiläum. Tobias Pohl, langjähriges Mitglied der Gemeinde und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, blickt zurück auf 175 bewegte Jahre: von der Gründung unter widrigen Umständen über einen mutigen Beschluss und die Entstehung neuer Gemeinden bis hin zu sozial-diakonischem Engagement mit einem Kunstprojekt und einer Spielstube für sozial benachteiligte Kinder.

Sie sind verschrien als Wiedertäufer und Sektierer. Und doch gründen 33 mutige Männer und Frauen am 31. August 1851 eine Gemeinde gläubig getaufter Christen, genannt „Baptisten“. Sie wählen dafür das preußische Offenbach, da Frankfurt am Main zu der Zeit noch eine freie Reichstadt war. Nach der preußischen Annexion 1866 gilt auch in Frankfurt Religionsfreiheit und die Gemeinde konstituiert sich dort neu als „Gemeinde Frankfurt am Main“.

Die Gemeinde wächst stetig. 120 Mitglieder kaufen ein Grundstück Am Tiergarten 50, dort, wo die Gemeinde auch heute noch zuhause ist. Sie können 1888 voller Stolz in ihre eigene kleine Kapelle einziehen. Die Kapelle wird rasch zu klein. Die Geschwister fassen einen mutigen Beschluss: Sie kaufen ein angrenzendes Grundstück, reißen die erst 25 Jahre alte Kapelle ab, bauen zur Straße hin ein vierstöckiges Wohnhaus und daran anschließend ein Gemeindehaus. Am 15. Juni 1913 zieht die Festversammlung in das neue Gebäude ein, das auch heute noch genutzt wird.

Die Gemeinde feiert 1951 ihr hundertjähriges Jubiläum. 561 Mitglieder hat die Gemeinde zu dieser Zeit. Viele Geschwister sind nach dem 2. Weltkrieg aus anderen Gemeinden der ehemaligen Ostgebiete nach Frankfurt gekommen. Die Geschwister wohnen weit verstreut im Rhein-Main-Gebiet. Oft bilden sich vor Ort Hauskreise, aus denen Stationen und im Laufe der Jahre auch selbstständige Gemeinden werden.

Nach 175 Jahren gehören heute zur Muttergemeinde Am Tiergarten noch 109 Mitglieder, die engagiert und motiviert Gemeinde in der Großstadt Frankfurt leben. Lag der Schwerpunkt der Gemeinde in den ersten 100 Jahren vor allem auf Evangelisation und Mission, so rückte in den letzten 75 Jahren das sozial-diakonische Engagement in den Vordergrund.###3_IMAGES###Über mehrere Jahrzehnte betreuen Geschwister der Gemeinde in einer Spielstube sozial benachteiligte Kinder. Es werden regelmäßig Feiern für obdachlose Menschen ausgerichtet und bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie ist der Gottesdienstraum unter der Woche ein Winterspielplatz für kleine Kinder und ihre Eltern. Heute gibt es mit „Ostend in Motion“ ein wöchentliches Kunstprojekt für Kinder.

Die Hinwendung zu den Menschen im Stadtviertel zeigt sich bei Hoffesten, Public Viewing und Kinoabenden, Konzerten, Grünkohl essen und in einer lebendigen Ökumene. Gemeinsam mit den anderen christlichen Kirchen im Stadtviertel werden Passionsandachten und öffentliche Gottesdienste im benachbarten Zoo gefeiert und Stadteilfeste mit organisiert.

Immer wieder stellt die Gemeinde ihre Räume auch anderen christlichen Gruppen zur Verfügung. Aktuell gibt es eine vietnamesische Gruppe und die Chin Mission Church als Tochtergemeinde, eine lebendige und muntere Gemeinschaft von Christinnen und Christen aus Myanmar.

Die Gemeinde selbst ist geprägt von einer großen theologischen Offenheit. Schon in den 1960er-Jahren wurde eine Frau in die Gemeindeleitung berufen und später auch eine Pastorin. Die Gemeinde hat sich über die Jahre ihre liberale Theologie bewahrt und blickt zuversichtlich auf die nächsten Jahre, um mit Gottes Führung Gemeinde in und für Frankfurt zu sein.

Alle sind eingeladen, das Jubiläum in einem Festgottesdienst zu feiern am Sonntag, 30. August 2026, um 11 Uhr. Die Festpredigt wird Udo Hermann, Leiter des BEFG-Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde, halten.

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news-4007 Wed, 15 Jul 2026 14:58:38 +0200 „Wir kamen mit unseren Lasten – und gingen mit neuer Hoffnung“ Thomas Klammt https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wir-kamen-mit-unseren-lasten-und-gingen-mit-neuer-hoffnung Die deutsch-persische Gemeindeentwicklung gibt Impulse für die Gemeindearbeit mit farsisprachigen Menschen. So fand im Juni das Seminar „Balsam für die Seele“ in Elstal statt. In den vergangenen Jahren haben viele farsisprachige Menschen aus dem Iran und Afghanistan in BEFG-Gemeinden zum christlichen Glauben gefunden. Die deutsch-persische Gemeindeentwicklung gibt Impulse für die Gemeindearbeit mit diesen Menschen. So fand für Farsisprachige im Juni das Seminar „Balsam für die Seele“ in Elstal statt. Thomas Klammt, BEFG-Referent für Integration und Fortbildung, berichtet.

Aus verschiedensten Ecken Deutschlands, unter anderem aus Regensburg, Mainz, Düsseldorf, Oldenburg und Eisenhüttenstadt, kamen sie angereist: dreißig Menschen, die aus dem Iran geflüchtet sind, und im Glauben und in unseren Gemeinden Heimat gefunden haben. Das Team der deutsch-persischen Gemeindeentwicklung im BEFG hatte ein Seminar unter dem Titel „Balsam für die Seele – heil werden durch Gottes Kraft“ vorbereitet.  Die Teilnehmenden brachten ihre Sorgen, Ängste, Verletzungen und Enttäuschungen mit, die sie seit Jahren mit sich trugen, und die in den vergangenen Monaten durch die Kriegsereignisse im Iran noch einmal verstärkt wurden. Am Samstagvormittag machte Raymond Mathis es ganz anschaulich: Er zerschlug ein Tongefäß, und lud dazu ein, eine Scherbe für sich zu nehmen, etwas vom eigenen Schmerz darauf zu schreiben, und sie dann zum Kreuz zu bringen. Amir Paryari predigte darüber, dass unsere Wunden uns Gott näherbringen können, weil er im Leid gegenwärtig ist. Zohreh Niazi Vahdati ermutigte dazu, die vergebende und heilende Kraft Gottes persönlich in Anspruch zu nehmen und sich segnen zu lassen. Beim Schleifen von Holzkreuzen, Aquarellmalen, Gedichte verfassen oder Musik machen konnte man zur Ruhe kommen, die eigenen Erfahrungen ausdrücken oder verarbeiten. Omid Homayouni brachte am Abend die Leiterinnen und Leiter und die ganze Gruppe ins Gespräch darüber, wie sie Hoffnung, Glaube, Freude und Frieden persönlich erleben. Die Jugendlichen, die mit ihren Eltern gekommen waren, hatten am Samstag Spaß beim Kickern und Tischtennisspielen, aber auch beim Musikmachen und Malen. Mit Musik und Tanz wurde am Samstagabend die Hochzeit von Zohreh und Behzad nachträglich gefeiert. Alle haben die Gemeinschaft, die Gespräche und die gegenseitige Ermutigung sehr genossen. Möglich wurde dieses Seminar durch die finanzielle Unterstützung von einzelnen Gemeinden und aus zwei Fördertöpfen des BEFG. Wir hoffen, dass solche Angebote auch in den nächsten Jahren möglich sein werden.

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news-4004 Wed, 08 Jul 2026 10:02:49 +0200 Friedrich Schneider verstorben https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/friedrich-schneider-verstorben Pastor i. R. Friedrich Schneider ist am 3. Juli im Alter von 71 Jahren verstorben. Pastor i. R. Friedrich Schneider ist am 3. Juli im Alter von 71 Jahren verstorben. Als langjähriges Mitglied der Bundesgeschäftsführung und Referent in verschiedenen Bereichen des BEFG gestaltete er die Entwicklung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden über viele Jahre maßgeblich mit. Mit großer Weitsicht, Kreativität und Besonnenheit setzte er wichtige Impulse für Gemeindeentwicklung, Kommunikation und die Zusammenarbeit im Bund. „Seine Überzeugung von der Menschenfreundlichkeit Gottes prägte seinen Umgang mit anderen. Es ging ihm darum, Menschen zu stärken, Gemeinden zu unterstützen und gemeinsam mit anderen Gottes Liebe sichtbar und erfahrbar zu machen.“, schreiben BEFG-Präsidentin Natalie Georgi und Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann in ihrem Nachruf. [Nachruf als PDF herunterladen]

Nachruf auf Friedrich Schneider

* 11. Juli 1954         † 3. Juli 2026

Mit großer Traurigkeit und tiefer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von Pastor Friedrich Schneider, ehemaliges Mitglied der Bundesgeschäftsführung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Am 3. Juli ist er im Alter von 71 Jahren in Oldenburg nach schwerer Krankheit verstorben.

Über fast vier Jahrzehnte hat Friedrich Schneider Gemeinden begleitet, Menschen ermutigt und die Entwicklung unseres Bundes mit großer Kreativität, innovativen Impulsen und geistlicher Weitsicht mitgestaltet und -geprägt.

Friedrich Schneider wurde am 11. Juli 1954 in Cuxhaven geboren. Nach seinem Theologie-Studium an der Universität Bochum und am Theologischen Seminar in Hamburg begann er 1980 seinen pastoralen Dienst in der Baptistengemeinde Elmshorn. Von 1989 bis 1996 war er Pastor der Kreuzkirche Oldenburg. Anschließend wechselte er in die überregionale Arbeit des BEFG: zunächst als Medienreferent, von 2003 bis 2014 als Leiter des Dienstbereichs Gemeindeentwicklung und Mitglied der Bundesgeschäftsführung und ab 2014 bis zu seinem Ruhestand als Referent für Theologie, Gemeinde und Gesellschaft.

Friedrich Schneider stellte sich stets mit offenen Augen und einem weiten Herzen den Herausforderungen und Veränderungen der Zeit. Er war überzeugt davon, dass jede Zeit ihre eigenen Chancen mit sich bringt. Veränderungen sah er immer als Möglichkeit, neu zu fragen, neu zu lernen und Gottes Wirken in der Gegenwart zu entdecken.

Diese Haltung prägte auch seinen Dienst im BEFG. Unter seiner Mitwirkung entstanden wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Bundes: Die Arbeit der Zukunftskommission und die Neuausrichtung der Bundesstrukturen um die 2000er-Jahre herum, das Beraternetzwerk für Gemeinden, der Ausbau der Bildungsarbeit für Ehrenamtliche, die Gestaltung der Bundesratstagung sowie neue Wege in der Kommunikation waren nur einige davon. Auch der Aufbau des damaligen Fachbereichs Familie und Generationen war eine Aufgabe, in die er viel Kreativität, Engagement und Herzblut investierte.

Besonders am Herzen lag Friedrich Schneider die Frage, wie der Bund und seine Gemeinden Menschen in einer sich wandelnden Gesellschaft erreichen können. Deshalb engagierte er sich mit Begeisterung in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des Bundes. Er setzte sich dafür ein, dass gute Inhalte Menschen erreichen und dass Gemeinden miteinander verbunden bleiben. Weil es ihm wichtig war, dass Christinnen und Christen sich über Konfessionsgrenzen hinweg gemeinsam in die Gesellschaft einbringen, investierte Friedrich Schneider immer auch in die ökumenische Zusammenarbeit – sei es in der der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), auf Kirchentagen oder beim Reformationsjubiläum 2017. Er war viele Jahre lang Mitglied im Aufsichtsrat des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP).

Er war ein kluger Kopf und hatte die Fähigkeit, Entwicklungen früh wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und gemeinsam mit anderen neue Wege zu gestalten. Dabei stellte er sich nie in den Vordergrund, sondern wirkte in der ihn ausmachenden ruhigen, besonnenen und humorvollen Art.
  
Friedrich Schneider war ein Teamplayer und ein Gemeinschaftsmensch. Wer ihm begegnete, erlebte einen zugewandten, aufmerksamen und einfühlsamen Menschen. Er hörte zu, nahm andere ernst und suchte das Verbindende. Seine Überzeugung von der Menschenfreundlichkeit Gottes prägte seinen Umgang mit anderen. Es ging ihm darum, Menschen zu stärken, Gemeinden zu unterstützen und gemeinsam mit anderen Gottes Liebe sichtbar und erfahrbar zu machen.

Bis zuletzt blieb Friedrich Schneider von einer tiefen Gelassenheit und Dankbarkeit geprägt. Sein Vertrauen auf Gott trug ihn auch durch die letzten Monate seiner schweren Erkrankung. Die Hoffnung, die er verkündigt und gelebt hatte, blieb auch in dieser Zeit seine tragende Kraft. Besonders wichtig war ihm das Wort aus dem zweiten Timotheusbrief:

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7)

Dieses Bibelwort hat Friedrich Schneider in seinem Dienst und in seinem Leben begleitet. Es beschreibt zugleich vieles von dem, was ihn auszeichnete: seinen Mut, neue Wege zu gehen, seine Liebe zu Menschen und seine besonnene Art, auch schwierige Situationen zu gestalten.

Viele seiner Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter verdanken Friedrich Schneider Ermutigung, Orientierung und fördernde Begleitung. 

Wir sind Gott dankbar für das Leben und den Dienst von Friedrich Schneider. Die Hoffnung auf Gottes Zukunft und auf die Auferstehung ist unser Trost.

Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei seiner Frau Andrea, seinen Kindern und Enkelkindern sowie allen Angehörigen, Freundinnen und Freunden. Wir trauern mit ihnen und bitten Gott, sie in ihrer Trauer zu begleiten und ihnen seine Nähe spürbar werden zu lassen.

Pastorin Natalie Georgi (Präsidentin) und Pastor Dr. Maximilian Zimmermann (Generalsekretär)

Die Trauerfeier findet statt am Montag, dem 13. Juli, um 12 Uhr in der Kreuzkirche, Eichenstraße 15 in 26131 Oldenburg. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof nebenan. Danach findet in der Kreuzkirche ein Erinnerungs-Fest mit gemeinsamem Essen statt, zu dem alle herzlich eingeladen sind.

 

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news-4005 Tue, 07 Jul 2026 10:24:00 +0200 Personeller Wechsel beim Historischen Lexikon Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/personeller-wechsel-beim-historischen-lexikon Das Lexikon umfasst mittlerweile die Biografien von über 380 Menschen aus dem Baptismus und aus dem BEFG. Roland Fleischer übergibt die Bearbeitung an Sabine Hübner. Die Geschichte des Baptismus und des BEFG erforschen, deren Bedeutung wachhalten und an besondere Jubiläen erinnern, das gehört zu den Aufgaben des Historischen Beirats. Der vom Präsidium des BEFG eingerichtete Arbeitskreis verantwortet auch das Historische Lexikon, bei dem es nun einen personellen Wechsel gibt.

Vor zehn Jahren begann die Arbeit am Historischen Lexikon, seit sechs Jahren ist es online – und mittlerweile umfasst es die Biografien von über 380 Menschen aus Baptismus und Bund. In einem gleitenden Übergang übergibt Roland Fleischer nun die Bearbeitung an Sabine Hübner. Sie gehört ebenfalls zum Historischen Beirat, ist Mitglied der EFG Wuppertal-Rolandstraße, Mitherausgeberin der Festschrift für Prof. Dr. Andrea Strübind und arbeitet bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Einige Personenartikel haben beide schon gemeinsam verfasst, zuletzt den zu Dr. Heinrich Christian Rust.

„Das Historische Lexikon hält Geschichte lebendig und ist von unschätzbarem Wert für unseren Bund“, betont BEFG-Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann, der dazu ermutigt, es zu nutzen und darin online zu stöbern. „Die Stunden, die in dieses Projekt geflossen sind, lassen sich wohl kaum zählen. Ich bin Roland Fleischer, Sabine Hübner und allen, die daran mitgewirkt haben oder es aktuell und künftig tun, für ihr Engagement sehr dankbar. Das gilt auch für die Arbeit des ganzen Historischen Beirats.“ Roland Fleischer, Gregor Helms und Hartmut Wahl scheiden in diesem Jahr aus dem Beirat aus, aber auch Neuberufungen stehen an.

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news-4001 Thu, 02 Jul 2026 12:49:34 +0200 Regionalteam für Sachsen-Anhalt aufgestellt und legitimiert Jürgen Tischler https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/regionalteam-fuer-sachsen-anhalt-aufgestellt-und-legitimiert Vertreterinnern und Vertreter der Gemeinden in Sachsen-Anhalt wählten bei ihrer Regionaltagung ihr Regionalteam. Der künftige Regionalreferent Jürgen Tischler berichtet. Vertreterinnern und Vertreter der Gemeinden in Sachsen-Anhalt wählten bei ihrer Regionaltagung ihr Regionalteam. In der neuen Struktur soll es die Gemeinden der Region in ihrer Zusammenarbeit und bei der Gemeindeentwicklung unterstützen. Der künftige Regionalreferent Jürgen Tischler berichtet von der Tagung.

„Danke für diesen warmen Morgen, danke für diesen heißen Tag!“ Mit dieser Umdichtung des bekannten Liedes eröffnete Hartmut Bick die Regionaltagung. Am bis dato heißesten Tag des Jahres trafen sich im Schalom-Haus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Schönebeck fast 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Abgeordnete aus den 18 Gemeinden in Sachsen-Anhalt. Die Zusammenkunft war bereits vor einem Jahr verabredet und seit Monaten vorbereitet worden. Ziel des Tages war es, für die Region Sachsen-Anhalt ein legitimiertes Regionalteam zusammenzustellen und damit einen wichtigen Schritt in der neuen regionalen Struktur zu gehen.

Der Tag begann mit einer Andacht von Markus Schmid aus Halle zu Epheser 4. Mit anschaulichen Beispielen machte er deutlich, wie wichtig es sei, zwischen gemeindlicher Verwaltung und dem Bau des Reiches Gottes zu unterscheiden – und doch beides verantwortungsvoll im Blick zu behalten. Dabei, so der Impuls, müsse dem Bau des Reiches Gottes immer der Vorrang zukommen, ohne die notwendigen Verwaltungsfragen zu vernachlässigen.

Anschließend stellte Regionenkoordinator Jürgen Tischler die aktuellen Herausforderungen für Sachsen-Anhalt dar und erläuterte die Veränderungen gegenüber der bisherigen Arbeit im Landesverband. Eine besondere Aufgabe für die Region sei die Anstellung einer Regionalreferentin oder eines Regionalreferenten Jugend mit 50 Prozent sowie der Aufbau einer tragfähigen GJW-Struktur im Land.

Erfreulich war die breite Beteiligung der anwesenden Gemeinden. In einem Prozess aus Gebet, Gespräch und gegenseitigem Hören wurde ein Regionalteam aus acht Personen berufen. Dieses Team wurde anschließend von der versammelten Gemeinschaft gesegnet. Die Wahlleitung lag beim stellvertretenden Landesverbandsleiter Stefan Voges, der auch die Segensgebete sprach.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorstellung von Jürgen Tischler als künftigem Regionalreferenten für Gemeindeentwicklung in Sachsen-Anhalt ab dem 1. Januar 2027. Er skizzierte seine zukünftige Arbeitsweise, die Begleitung von Gemeinden, Vernetzung, Beratung, Workshops und die Förderung missionarischer und organisatorischer Entwicklung miteinander verbinden soll. Für diese Aufgabe bat er die Versammlung um ein Votum. Nach Beratung in seiner Abwesenheit erfolgte die geheime Abstimmung mit 100 Prozent Zustimmung.

Neben den formalen Schritten prägten auch Begegnung, Austausch und Gastfreundschaft den Tag. Die Gemeinde Schönebeck sorgte im Schalom-Haus für eine gute Versorgung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In einem Kennenlernprozess mit der Methode „Kugellager“ kamen Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Gemeinden miteinander ins Gespräch, lernten mehrere andere Gemeinden näher kennen und teilten Fragen, Erfahrungen und ermutigende Entwicklungen.

So wurde die Regionaltagung zu einem Tag der Orientierung, Legitimation und Ermutigung. Mit großer Freude konnte das Regionalteam für Sachsen-Anhalt aufgestellt und gesegnet werden. Damit ist ein wichtiger Grundstein gelegt, damit die Gemeinden der Region künftig stärker vernetzt zusammenarbeiten, Verantwortung gemeinsam wahrnehmen und Gemeindeentwicklung vor Ort gezielt unterstützen können.

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news-4000 Fri, 26 Jun 2026 15:52:19 +0200 „Vertieftes Verständnis von Bibeltexten“ Dr. Stefan Stiegler https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/vertieftes-verstaendnis-von-bibeltexten Mit der Übergabe der Zertifikate und einem Abschlussgottesdienst ging Mitte Juni im St. Antoniushaus in Vechta der Nordkurs des Theologischen Grundkurses der VEF zu Ende. Am Wochenende vom 12. bis 14. Juni ging mit der Übergabe der Zertifikate und einem Abschlussgottesdienst im St. Antoniushaus in Vechta der Nordkurs des Theologischen Grundkurses der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) zu Ende. In 18 Monaten bearbeiteten zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer insgesamt 32 Lehrbriefe und verfassten zwei Exegesen. An insgesamt neun Wochenendseminaren diskutierten und vertieften sie die Ergebnisse. Dozent Dr. Stefan Stiegler hat einige ihrer Rückmeldungen gesammelt.

Hier ein paar Original-Stimmen von Teilnehmenden. Auf die Frage „Wie hast Du die 18 Monate erlebt? Was waren die besonderen Herausforderungen?“ antworten sie: „Die Erwartungen wurden übertroffen. In jedem Seminar wurden spannende Themen behandelt.“ – „Herausfordernd war der umfangreiche Lesestoff der Lehrbriefe und die Bearbeitung der Fragen bis zum folgenden Seminar.“ – „Besonders herausfordernd waren die beiden Exegesen (NT und AT). Ich war erstaunt darüber, unter welchen unterschiedlichen Gesichtspunkten ein biblischer Text für eine Predigtvorbereitung betrachtet werden sollte.“ – „Es gab aber auch inhaltliche Herausforderungen. Manches war mir völlig neu.“

Auf die Frage „Wie hat sich Dein Blick auf Bibel und Glauben verändert?“ wurde Folgendes formuliert: „Mein Blick auf die Bibel hat sich durch das Kennenlernen der geschichtlichen Hintergründe (z.B. des jüdischen Volkes) deutlich verändert. Mir ist klargeworden, wie oberflächlich mein Bibelwissen war.“ – „Mein Glauben hat neue wertvolle Aspekte gewonnen, eine wesentlich ‚freiere‘ Gottesbeziehung.“

Ein Teilnehmer antwortet auf die Frage, ob der Kurs seine Erwartungen erfüllt habe: „Absolut. Ich denke, dass ich ein ordentliches Bibelwissen bereits mitgebracht habe, aber nun verstehe ich Hintergründe und Zusammenhänge viel besser. Ich habe Methoden kennengelernt, um mir selbst ein vertieftes Verständnis von Bibeltexten zu erarbeiten. Ich habe mich viel intensiver mit Inhalten des Glaubens beschäftigt, als ich das vorher getan habe. Und ich habe sehr viele praktische Hinweise bekommen, etwa zu Gottesdienstgestaltung und Predigt aber auch zu Gesprächsführung und Seelsorge. All das hat mich persönlich in meiner Beziehung zu Jesus Christus weitergebracht, und ich fühle mich nun gut gerüstet für alle Aufgaben, die ich in der Gemeinde übernommen habe. Wichtig war für mich, dass wir uns auch schwierigen Themen gestellt haben, zum Beispiel dem Verhältnis von Schöpfung und Evolution, der Frage nach dem Leid in der Welt, der Gewalt im Alten Testament oder auch dem Verständnis der Johannesoffenbarung. Wir haben nicht überall fertige Antworten gefunden, aber wir haben Denkmöglichkeiten aufgezeigt bekommen, wie wir mit diesen Themen umgehen können, so dass jeder damit seine eigene Sicht finden kann. Wir hatten viele tiefe Gespräche – auch abseits des offiziellen Programms. Unsere Wochenenden mit den Gottesdiensten, die wir gemeinsam gefeiert haben, waren für mich auch immer eine geistlich intensive Zeit.“

Als Lehrerteam (Manfred Kasemann – NT und Leitung, Dr. Stefan Stiegler – AT, Volkmar Schuster – Theologische Fragen und Jörg Mathern – Praktische Theologie) sind wir sehr dankbar für die gemeinsame Zeit und wünschen allen den reichen Segen unseres guten Gottes beim Umsetzen des Gelernten in die Gemeindepraxis.

Der nächste Nordkurs startet vom 8. bis 10. Januar 2027 im St. Antoniushaus in Vechta. Wir freuen uns auf Anmeldungen bei Ute Jahn in der Geschäftsstelle des Theologischen Grundkurses oder telefonisch unter 015560 314804. Weitere Informationen und alle Termine auf unserer Homepage.

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news-3998 Thu, 18 Jun 2026 10:30:57 +0200 Nicht frieren müssen bei minus 24 Grad! Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/nicht-frieren-muessen-bei-minus-24-grad Der Generalsekretär unseres Bundes und der kaufmännische Geschäftsführer bitten darum, den Katastrophenhilfefonds winterfest zu machen, damit ab Oktober wieder Winterhilfen geleistet werden kann. In den zerbombten Städten in der Ukraine wird es im Winter bitterkalt. Und in den Flüchtlingsunterkünften im Nahen Osten fehlt es ebenfalls an Decken und Heizöfen. Der Generalsekretär unseres Bundes, Dr. Maximilian Zimmermann, und der kaufmännische Geschäftsführer, Volker Springer, bitten darum, unseren Katastrophenhilfefonds winterfest zu machen, damit wir ab Oktober wieder Winterhilfen finanzieren können.

Am 10. Februar wurde die Energieinfrastruktur der ukrainischen Hauptstadt Kiew so stark zerstört, dass Zehntausende Einwohner einen Großteil des Winters ohne Zentralheizung verbringen mussten. Diese Nachricht ging um die Welt. Auch weitere ukrainische Städte waren betroffen. Millionen von Ukrainerinnen und Ukrainern mussten plötzlich ohne Heizung, ohne Strom und ohne Wasser auskommen, froren bei einer Eiseskälte von bis zu minus 24 Grad. „Eine unerträglich leidvolle Situation“, so Dr. Maximilian Zimmermann, Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Denn nicht nur im Freien war es lebensgefährlich, auch in den Wohnungen entstanden lebensbedrohliche Zustände. 

„Heute erscheint das alles weit weg. Doch der nächste Winter kommt“, sagt Zimmermann und bittet deshalb gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, darum, „jetzt im Sommer einen Beitrag zu leisten, um für den kommenden Winter vorzusorgen. Bitte helfen Sie uns, unseren Katastrophenhilfefonds winterfest zu machen, damit wir ab Oktober wieder Winterhilfen finanzieren können.“

Mit einer Spende von 500 Euro kann etwa eine Baptistengemeinde in der Ukraine für einen Wintermonat beheizt werden. „Gemeinsam mit der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) konnten wir im vergangenen Jahr die Energieversorgung von 400 Gemeinden sichern. Dafür stellten wir 150.000 Euro aus unserem Hilfsfonds zur Verfügung. Diese Mittel sichern nicht nur das Gemeindeleben und die Gottesdienste, sondern die Räume bleiben Orte der Zuflucht, in denen warme Mahlzeiten verteilt werden und die vom Krieg traumatisierten Menschen ihr Herz ausschütten können“, so Zimmermann.

Auch im Nahen Osten will der BEFG „wieder mit einer großen fünfstelligen Summe helfen“, kündigt der kaufmännische Geschäftsführer des Bundes, Volker Springer, an. Mittels einer Partnerorganisation in Syrien und im Libanon könne dort unterstützt werden, wo es am nötigsten ist: „Zuerst wird jenen geholfen, die mehr als einmal vertrieben wurden und deren Familie aus mehr als sieben Personen besteht. Außerdem werden Familien mit Schwangeren, Älteren und Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen besonders berücksichtigt“, ergänzt Springer und weiß: „Eine Spende von 40 Euro finanziert eine Decke und einen Teppich, um den Boden einer Notunterkunft wärmer zu halten. Mit 15 Euro können ein Paar Winterstiefel oder eine warme Jacke finanziert werden.“

Maximilian Zimmermann und Volker Springer laden deshalb dazu ein, den Menschen in Kriegs- und Katastrophengebieten mit einer Spende für Wärme im kommenden Winter zu helfen.

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden | IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
Verwendungszweck: P 45004 Sommerspende GBAid

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news-3997 Wed, 17 Jun 2026 16:35:13 +0200 Gott allein die Ehre Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gott-allein-die-ehre Viele junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren werden sich in diesem Sommer auf dem Bundesjugendtreffen (BUJU) mit dem Leitspruch „Soli Deo Gloria“ beschäftigen. Viele junge Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren werden sich in diesem Sommer auf dem Bundesjugendtreffen (BUJU) mit dem Leitspruch „Soli Deo Gloria“ beschäftigen. Der lateinische Satz bedeutet: „Gott allein die Ehre“. Der Generalsekretär des Bundes, Dr. Maximilian Zimmermann, sowie der kaufmännische Geschäftsführer, Volker Springer, bitten um Ihre Spende, damit junge Menschen daran teilnehmen können.

„‚Soli Deo Gloria.‘ Was bedeutet es, diesen Satz heute zu leben? Wie sieht ein Leben aus, das allein nach der Ehre Gottes fragt? Und: Welche Freiheit liegt darin? Sich diesen Fragen zu stellen und Antworten für das eigene Leben zu formulieren, dafür steht das BUJU“, so Maximilian Zimmermann. Das BUJU ist für ihn ein Ort, „an dem Glaube entsteht, wächst und herausgefordert wird. Und das geschieht oft am besten in der gelebten Gemeinschaft unter Gleichaltrigen“, ist Zimmermann überzeugt. Und weiter: „Es ist unsere Hoffnung, dass in den jungen Menschen der Wunsch wächst, zur Ehre Gottes zu leben; denn darin liegt ein großer Zuspruch und eine große Kraft.“

Das BUJU wird in diesem Jahr vom 1. bis 5. August in Krelingen ausgerichtet, bekannt durch sein christliches Freizeitzentrum. Hier haben seit sechzig Jahren viele junge Menschen Gott erlebt und Schritte im Glauben unternommen. Generationen von Jugendlichen haben hier gelacht, gezweifelt, gebetet – und sind dabei immer wieder Jesus begegnet.

Dass das auch in diesem Jahr geschieht, ist auch der große Wunsch des kaufmännischen Geschäftsführers des Bundes, Volker Springer. „Dass Gott handelt, haben wir nicht in unseren Händen. Dass die Rahmenbedingungen passen und dass möglichst viele teilnehmen können– dafür setzen wir uns ein“, betont Springer. Beide Bundesvertreter bitten deshalb um finanzielle Unterstützung. 270 Euro ermöglichen einem Jugendlichen die Teilnahme, der sich das BUJU sonst nicht leisten könnte. 100 Euro helfen, Mitarbeitende zu unterstützen, die diese Tage begleiten und prägen. 

Beim BUJU gibt es stets die lauten und die leisen Momente. Von der großen Bühne für die Musikbands, die den Lobpreis gestalten, bis zur grünen Wiese für Stille, Ruhe und Gemeinschaft in der Schönheit der Schöpfung Gottes.

„Gott allein die Ehre“ – dieser Satz soll „nicht einengen, sondern Mut machen, die Freiheit zu suchen, die in einem Leben zur Ehre Gottes liegt“, erklärt Zimmermann weiter und ist überzeugt: „Druck haben junge Menschen genug: Sie werden bewertet, verglichen und suchen nach Orientierung. Wer bin ich? Was macht mich wertvoll? Was zählt wirklich? Wessen Ehre oder Anerkennung soll ich suchen? Auf dem BUJU hören sie: Du bist gewollt. Du bist geliebt. Du bist gehalten. Nicht, weil Du etwas leistest, sondern weil Gottes Liebe reicht. Und diese Liebe ist aller Ehre wert.“

Maximilian Zimmermann und Volker Springer betonen: „Wir veranstalten das BUJU, damit junge Menschen diesen Gott der Liebe kennenlernen; und weil wir glauben, dass ein Leben zur Ehre Gottes eine Wohltat ist.“ In diesem Sinne bitten wir Sie um eine Sommerspende: Zur Ehre Gottes und zum Wohl der jungen Menschen.

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden | IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
Verwendungszweck: P 51726 Spende BUJU 2026

 

 

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news-3990 Wed, 10 Jun 2026 13:52:34 +0200 Offen für Begegnungen, Fragen und Glauben Jürgen Tischler https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/offen-fuer-begegnungen-fragen-und-glauben Begegnungscafé der EFG Bernburg Beim 24. Sachsen-Anhalt-Tag vom 5. bis 7. Juni in Bernburg zeigte sich, wie Kirche Menschen erreichen kann. Die kleine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Bernburg gestaltete gemeinsam mit der Neuapostolischen Kirche im Kirchendorf rund um die Schloßkirche ein Begegnungscafé. 

Gemeinsam mit Pastor Jürgen Tischler, Referent für Gemeindeentwicklung im Landesverband NOSA, wurde ein Konzept entwickelt, das Menschen zum Nachdenken und Gespräch einlud. Besonders die Wand mit der Frage „Welche Frage würden Sie Gott stellen?“ entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten. Im Laufe der drei Tage füllte sie sich mit sehr persönlichen, kritischen und bewegenden Fragen.

Herzstück des gemeinsamen Auftritts war die Eventkirche als Begegnungscafé. Bereits im Vorfeld hatten die Verantwortlichen gemeinsam mit Pastor Jürgen Tischler, Referent für Gemeindeentwicklung im Landesverband Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt (NOSA), ein Konzept entwickelt, das Menschen miteinander ins Gespräch bringen sollte.

Besonders die Fragenwand zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Dort konnten Menschen ihre persönliche Frage an Gott aufschreiben. Im Laufe der drei Tage entstand ein eindrucksvolles Bild dessen, was viele bewegt: Fragen nach Leid, Gerechtigkeit, Zukunft, Sinn und persönlichem Glauben standen neben kritischen und kontroversen Anfragen. Die vollständig gefüllte Wand zeigte, dass spirituelle Fragen auch heute viele Menschen beschäftigen.

Ein weiterer Anziehungspunkt war das Glücksrad, das vor allem bei Kindern und Familien beliebt war. Zu gewinnen gab es Bibelverse zu Themen wie Segen, Vertrauen und Hoffnung sowie kleine Leckereien. Die Resonanz war groß. Besonders beeindruckte die Offenheit vieler Kinder und Jugendlicher gegenüber den biblischen Impulsen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass grundlegendes Wissen über die Bibel oft nur noch wenig vorhanden ist. Namen wie König David oder zentrale biblische Geschichten waren vielen nicht bekannt. Umso erfreulicher war das Interesse an Bibelteilen sowie an Gesprächen darüber. 

Als großer Gewinn wurde die herzliche und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Neuapostolischen Kirche erlebt. Gemeinsam gelang es, eine offene Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen gerne verweilten. Dazu trug auch der Standort bei: Direkt am Eingang des Kirchendorfes bildeten die Eventkirche und das Bibelmobil aus Görlitz einen einladenden Anlaufpunkt.

Für die Eventkirche war es bereits ungefähr der zehnte Einsatz beim Sachsen-Anhalt-Tag innerhalb von 13 Jahren. Dennoch stach Bernburg besonders hervor. Noch nie wurde bei einem solchen Einsatz so viele Gespräche geführt und so viel Kaffee ausgeschenkt. Fast durchgehend waren Menschen am Stand, sodass die Zahl der Mitarbeitenden zeitweise kaum ausreichte. Unterstützung kam aus den Gemeinden Schöningen, Quedlinburg, Aschersleben und Magdeburg.

Am Ende überwog bei aller Müdigkeit die Dankbarkeit. Solche Einsätze verlangen viel Vorbereitung, Zeit und Kraft. Gleichzeitig eröffnen sie die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen und Kirche sichtbar zu machen. Der Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg hat gezeigt, dass Fragent nach Orientierung, Hoffnung und Glauben weiterhin viele Menschen bewegen.

Besonders bemerkenswert bleibt, was die kleine Gemeinde Bernburg gemeinsam mit ihrem engagierten Pastor im Ruhestand, Winfried Wolter, auf die Beine gestellt hat. Mit Mut, Gastfreundschaft und viel ehrenamtlichem Einsatz wurde Kirche mitten im Leben der Menschen erlebbar. Für alle Beteiligten bleibt die Erfahrung: Es lohnt sich, hinauszugehen, präsent zu sein und Menschen offen zu begegnen.

 

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news-3984 Thu, 04 Jun 2026 09:59:55 +0200 Ehemaliger Bundesdirektor Gerd Rudzio verstorben https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ehemaliger-bundesdirektor-pastor-ir-gerd-rudzio-verstorben Ein Nachruf auf Pastor i. R. Gerd Rudzio. Pastor i. R. Gerd Rudzio ist am 25. Mai im Alter von 92 Jahren verstorben. Über viele Jahrzehnte engagierte er sich im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden als Pastor, Bundesdirektor und geistlicher Begleiter zahlreicher Menschen. „Für Gerd Rudzio stand aus tiefster Herzensüberzeugung das Evangelium der Gnade und Hoffnung durch Jesus Christus im Mittelpunkt seines Dienstes“, schreiben BEFG-Präsidentin Natalie Georgi und Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann in ihrem Nachruf. Den BEFG prägte er „mit großer Verlässlichkeit, ruhiger Sachlichkeit und klarer Orientierung.“ Zugleich wurde er als aufmerksamer Gesprächspartner, kluger Vermittler und Mensch mit Humor und Herzenswärme geschätzt. [Nachruf als PDF herunterladen]

Nachruf auf Gerd Rudzio


* 27. Juli 1933         † 25. Mai 2026

Pastor i.R. Gerd Rudzio, ehemaliger Bundesdirektor des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), ist am Pfingstmontag, dem 25. Mai, im Alter von 92 Jahren verstorben. 

Gerd Rudzio wurde am 27. Juli 1933 in Lyck (ehemals Ostpreußen) als Sohn gläubiger Eltern geboren. Die Erfahrungen von Krieg, Flucht und Neuanfang prägten seine Kindheit und Jugend. Nach einigen Jahren in seiner Geburtsheimat kam die Familie im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg zunächst nach Itzehoe und später nach Solingen, wo sie eine neue Heimat fand. In dieser Zeit empfing Gerd Rudzio seine klare Berufung zum Predigtdienst. Er begann daraufhin seine Ausbildung am Theologischen Seminar Hamburg-Horn.

Nach seiner Hochzeit mit Gerlinde Rudzio, geborene Mascher, begann er 1960 seinen Dienst als Pastor in Düsseldorf. Weitere Stationen seines Gemeindedienstes waren Tübingen, München und Marburg. Besonders der Dienst in München stellte damals eine große Herausforderung dar, da zahlreiche Stationsgemeinden in einem weiten Radius betreut werden mussten. Mit großem Engagement, organisatorischem Geschick und geistlicher Leidenschaft nahm er diese Aufgabe wahr.

Von 1985 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1996 versah Gerd Rudzio seinen Dienst als Bundesdirektor unseres Bundes – zunächst gemeinsam mit Manfred Otto, später im Team mit Eckhard Schaefer. In dieser Aufgabe prägte er unseren Bund mit großer Verlässlichkeit, ruhiger Sachlichkeit und klarer Orientierung. Er war ein guter Verwalter, zielstrebig, durchsetzungsstark und zugleich ein ausgeprägter Teamplayer, der flexibel auf neue Herausforderungen reagieren konnte.

International engagierte sich Gerd Rudzio im Baptistischen Weltbund (BWA) und der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF). Ebenso lag ihm die Hans-Herter-Indienhilfe sehr am Herzen. Viele Jahre gehörte er dem Aufsichtsrat des damaligen Diakoniewerks Bethel an. Darüber hinaus leitete er über Jahrzehnte den damaligen Vermittlungsausschuss des Bundes und war vielen Pastorinnen und Pastoren als vertrauensvoller Gesprächspartner und seelsorgerlicher Begleiter ein wichtiger „Vertrauensbruder“.

Seine Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter nahmen Gerd Rudzio als einen Menschen wahr, der anderen freundlich, fröhlich und zugewandt begegnete. Er hatte Humor und oft einen passenden Spruch auf den Lippen. Man konnte immer mit ihm reden. Er hörte aufmerksam zu, suchte das Verbindende und baute Brücken – zwischen Generationen, Gemeinden und unterschiedlichen geistlichen Prägungen innerhalb unseres Bundes. 

Für Gerd Rudzio stand aus tiefster Herzensüberzeugung das Evangelium der Gnade und Hoffnung durch Jesus Christus im Mittelpunkt seines Dienstes. Sein Glaube war geprägt von einer konservativen, werteorientierten und evangelistischen Grundhaltung. Er nahm seinen Auftrag, Menschen für Gott zu gewinnen, sehr ernst und blieb diesem Anliegen bis ins hohe Alter treu verbunden.

Seiner Frau Gerlinde, seinen Kindern und allen Angehörigen sprechen wir unsere tiefe Anteilnahme aus.

Im Namen des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

Pastorin Natalie Georgi (Präsidentin) und Pastor Dr. Maximilian Zimmermann (Generalsekretär)


Die Trauerandacht findet statt am Freitag, dem 5. Juni um 10 Uhr in der Kreuzkirche, Eichenstraße 15 in 26131 Oldenburg. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof Eversten, Zietenstraße 6, 26131 Oldenburg.

 

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news-3982 Wed, 20 May 2026 08:42:40 +0200 Bundesfinanzen 2025 und 2026: Umsetzung von UB25 beginnt Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesfinanzen-2025-und-2026-umsetzung-von-ub25-beginnt Der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, legte am 15. Mai den Delegierten der Bundesratstagung in Kassel einen ausgeglichenen Haushalt für 2025 vor. Der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, legte am 15. Mai den Delegierten der Bundesratstagung in Kassel einen ausgeglichenen Haushalt für 2025 vor. Außerdem erläuterte er, dass aufgrund der durch UB25 getriebenen starken Personalveränderungen und Investitionen in EDV der Haushalt für das laufende Jahr nicht vergleichbar zu den Vorjahren sei. Zudem wird ein neues Bundesbeitragsmodell erarbeitet, das regionale und gemeindliche Unterschiede berücksichtigt.

Jahresrechnung 2025

Das Bundesopfer und die Bundesbeiträge haben sich gegenüber dem Vorjahr erneut leicht verbessert. Letzteres liege in erster Linie daran, dass mehr Gemeinden als bisher ihren Bundesbeitrag voll bezahlen, erklärte Springer. Erlöse aus Objektverkäufen von aufgelösten Bundesgemeinden von rund einer Million hätten die Unterdeckung vor Rücklagenauflösung aufgefangen und die Liquidität um rund 300.000 Euro verbessert. Insgesamt seien nur etwa 60% der geplanten Rücklagenauflösung benötigt worden, erläuterte Springer weiter. Die vorhandene Liquidität sowie ausreichende Rücklagen seien eine „gute Ausgangsbasis für die Umsetzung der Strukturreform ‚Unser Bund 25‘ (UB25) in den Jahren 2026 und 2027“. Allerdings bleibe unverändert das Ziel, das strukturelle finanzielle Defizit in den kommenden Jahren abzubauen. Dem Präsidium, den Finanzsachverständigen und der Bundesgeschäftsführung wurde vom Bundesrat mit 99% der Stimmen Entlastung erteilt.

Haushaltsplanung 2026

2026 stehe im Zeichen des Übergangs zur neuen UB25-Struktur, leitete Springer seine Haushaltsplanung ein. Dies bedinge eine Neuordnung der Dienstbereiche und Verwaltungseinheiten und führe ab Herbst zu einem deutlichen Personalabbau, dem ein leichter Personalzuwachs im Bereich Finanzen sowie im neuen Aufgabenbereich der Koordinatoren für die künftigen Regionen gegenübersteht. Alles in allem würden die Personalkosten in 2026 noch einmal geringfügig steigen und in 2027 dann merklich sinken.

Einmalkosten entstünden durch hohe Investitionen im Rahmen von UB25, insbesondere im EDV-Bereich. So bedürfe es etwa neuer Software-Lösungen für die zentrale Adressverwaltung sowie einer Neugestaltung des Webauftritts des Bundes und der neuen Regionen. Hardware-Anschaffungen sowie EDV-Schulungen ergänzen die umfangreichen Investitionsvorhaben. Den größten Einzelposten bei den Ausgaben mit rund 300.000 Euro mache jedoch die Förderung von Missionsprojekten aus.

Der Bundesrat beschloss mit 93 Prozent der Delegiertenstimmen die Annahme des Haushaltsplans für das Jahr 2026. Weiterhin folgte der Bundesrat einem Antrag des Präsidiums, ab 2027 den Bundesbeitrag sowie die bisherigen Landesverbandsbeiträge zu einem einheitlichen Beitrag von 108,00 Euro zusammenzuführen, wobei für die Gemeinden im bisherigen Landesverband Norddeutschland eine einmalige Reduzierung auf 105,00 Euro beschlossen wurde.

Schließlich folgte der Bundesrat mit großer Mehrheit der Empfehlung des in 2025 beauftragten Arbeitskreises, der einen Verkauf von Immobilien in Elstal prüfen sollte. Der Arbeitskreis fand passende Käufer, so dass im Laufe des Jahres drei Gebäude und eine Grundstücksfläche in Elstal veräußert werden. Gerade in Hinblick auf das bisherige strukturelle Finanzdefizit wird mit den Verkäufen eine deutliche Entschuldung und damit ein größerer finanzieller Spielraum erreicht.

Finanzplanung 2027

Abweichend von den Vorjahren gab der kaufmännische Geschäftsführer außerdem einen Ausblick auf das Jahr 2027 und erläutere „worauf es ankommt, damit der Erneuerungsprozess auch finanziell gelingt“. Die Bundesbeiträge bleiben dabei mit rund Zweidrittel der Gesamteinnahmen „auch weiterhin von entscheidender Bedeutung“ und werden im Zuge des Transformationsprozesses der Landesverbände hin zu Regionen um deren Beitragsanteil erweitert. Springer ermutigte zudem die Verantwortlichen in den zukünftigen Regionen zur bewussten Stärkung des Fundraisings.

Für das kommende Jahr ist die Vorstellung eines neue Bundesbeitragsmodell vorgesehen. Einen ersten Eindruck konnten sich Interessierte in einem Forum am Donnerstagnachmittag verschaffen. Die bislang rein auf Mitgliederzahlen basierenden Beitragsberechnung soll um eine finanzkraftbasierte Variante ergänzt werden. Ziel ist es, mehr Fairness bei der Aufbringung der Mittel für die übergemeindlichen Aufgaben der Regionen und des Bundes zu erreichen. Denn die Kaufkraft fällt in Deutschland regional sehr unterschiedlich aus. Gemeinden unterscheiden sich zum Teil stark in ihrer Mitgliederstruktur und in ihrem Mitgliedverständnis. Dennoch zahlen bisher alle Gemeinden den gleichen Mitgliedsbeitrag. Die besonderen Faktoren sollen künftig stärker Berücksichtigung finden. Ziel ist es, dem Bundesrat nächstes Jahr einen entsprechenden Antrag vorzulegen, um das neue Beitragsmodell ab 2028 anwenden zu können.

 

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news-3981 Tue, 19 May 2026 13:50:28 +0200 Hinsehen – hinhören – aufarbeiten Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/hinsehen-hinhoeren-aufarbeiten Die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG hat ihren Auftrag geklärt und wird nach dem Bundesrat beginnen, erste Interviews zu führen. Die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hat ihren Auftrag geklärt und wird nach dem Bundesrat beginnen, erste Interviews zu führen. Der Bundesrat hatte 2024 die Gründung der Kommission beschlossen.

„Sexualisierte Gewalt verletzt die Würde und Integrität von Menschen. Sie zerstört Vertrauen, verletzt Beziehungen und kann Betroffene ein Leben lang belasten.“ Mit diesen Worten begann Anna Eberbach den Bericht der Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG (KAsG) an den Bundesrat. Gerade im Raum von Kirche und Gemeinde seien wir deshalb gefragt: hinzusehen, hinzuhören und aufzuarbeiten, wo Gewalt geschehen ist.

Der Kommission gehören an: Prof. Andreas Bochmann, Anna Eberbach, Thorsten Graff, Alexandra Hensel, Martina Jänicke, Olaf Kormannshaus, Tilo Kuhlmann, Jens Mankel, Miriam Schaufelberger und Claudia Sokolis-Bochmann. Die Aufarbeitungskommission richtet sich vor allem an Betroffene. Darüber hinaus richtet sie sich an Angehörige, ehemalige und aktuelle Mitarbeitende, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Gemeindemitglieder sowie Personen, die Hinweise auf Strukturen, Verantwortlichkeiten, Umgangsweisen oder Versäumnisse geben können. Alle Informationen werden vertraulich behandelt. Daten werden anonymisiert und unter Beachtung des Datenschutzes ausgewertet.

Andreas Bochmann, BEFG-externes Mitglied der KAsG, führte aus, dass ein zentraler Bestandteil der bisherigen Arbeit in der Auftragsklärung bestanden habe. Dabei stünden die Fragen im Fokus, was der Auftrag konkret umfasst und welche Aspekte ausdrücklich davon ausgenommen sind: „Wir verstehen unseren Auftrag darin, Erfahrungen, Strukturen, Dynamiken, Entscheidungswege und institutionelle Bedingungen in den Blick zu nehmen.“ Dazu gehörten zum Beispiel die Fragen: Welche Strukturen haben Übergriffe ermöglicht oder begünstigt? Wurden Betroffene gehört? Konnten Personen trotz Hinweisen weiter in Funktionen tätig bleiben?###3_IMAGES###„Wir sind keine Ermittlungsbehörde. Wir führen keine juristischen Untersuchungen durch. Wir ersetzen keine Strafverfolgung, keine anwaltliche Beratung und keine therapeutische Begleitung“, betonte Bochmann. Wenn es um aktuelle Gefährdung, konkrete Verdachtsfälle oder notwendige Schutzmaßnahmen gehe, seien andere Stellen zuständig, insbesondere die Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt im BEFG. Aufgabe der Kommission sei die Aufarbeitung: „Wir hören, dokumentieren, anonymisieren, werten aus und suchen nach Mustern und Lernaufgaben für den BEFG.“

„Wir haben beraten, wie Gespräche mit Betroffenen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sicher, sensibel und verantwortlich gestaltet werden können. Und wir haben uns mit Datenschutz, Anonymisierung, Dokumentation und Auswertung beschäftigt“, beschrieb Anna Eberbach, Sprecherin der Kommission, die bisherige Arbeit. „Wir haben außerdem daran gearbeitet, welche Standards für Interviews gelten sollen.“

Die ersten Interviews sollen nach dem Bundesrat geführt werden. Der Prozess beginnt mit einer Meldung. Meldungen sind ab sofort möglich, per E-Mail an aufarbeitungskommission(at)befg.de. Es reiche zunächst, Kontakt aufzunehmen und mitzuteilen, dass jemand etwas erlebt hat, etwas beobachtet hat oder Informationen weitergeben möchte. „Unter sexualisierter Gewalt verstehen wir dabei jede Form von Grenzverletzung, Übergriff oder Gewalt, bei der Sexualität eingesetzt wird, um Macht auszuüben, Menschen zu beschämen, zu kontrollieren, zu verletzen oder auszunutzen“, erläuterte Andreas Bochmann.

Damit Aufarbeitung möglich wird, braucht die Aufarbeitungskommission Informationen, Erfahrungsberichte und Hinweise. Darum richtete Anna Eberbach einen ausdrücklichen Appell an Betroffene: „Wenn Sie sexualisierte Gewalt im Kontext des BEFG erlebt haben oder wenn Sie Hinweise geben möchten, melden Sie sich bei uns. Sie müssen nicht sofort alles erzählen. Sie entscheiden, was Sie mitteilen möchten und in welchem Tempo.“

Und sie ergänzte an Gemeinden, Einrichtungen, Verantwortliche, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gerichtet: „Machen Sie auf diese Möglichkeit aufmerksam. Geben Sie die Kontaktadresse weiter und weisen Sie darauf hin, dass Meldungen möglich sind.“ Dazu gibt es auf befg.de/aufarbeitung Instagram-Tafeln, einen Flyer und eine Gemeindebriefvorlage.

Der Bundesrat hat zudem mit 99,5 Prozent Zustimmung beschlossen, den Paragrafen „Seelsorgegeheimnis und Amtsverschwiegenheit“ der Datenschutzordnung (DSO-BUND) dahingehend zu ändern, dass Aufzeichnungen mit ausdrücklicher schriftlicher Einwilligung betroffener Personen der Kommission offengelegt werden dürfen.

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news-3980 Tue, 19 May 2026 12:51:37 +0200 Segen bewegt – über Grenzen hinweg Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/segen-bewegt-ueber-grenzen-hinweg Beim Bundesgottesdienst ging es um Gemeinden als Orte, an denen Menschen heil werden können, um Barrieren, die überwunden werden, und darum, dass Gottes Gegenwart mitten im Alltag erfahrbar wird. Am 17. Mai wurde der Bundesgottesdienst des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland live aus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde baptisten.schöneberg übertragen. Unter dem Thema „Segen bewegt – über Grenzen hinweg“ ging es um Gemeinden als Orte, an denen Menschen heil werden können, um Barrieren, die überwunden werden, und darum, dass Gottes Gegenwart mitten im Alltag erfahrbar wird. Der Gottesdienst bildete den Abschluss der Bundesratstagung 2026, die vom 13. bis 16. Mai in Kassel stattfand und zu der sich mehr als 1.000 Gäste und Delegierte getroffen hatten.

BEFG-Präsidentin Natalie Georgi und BEFG-Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann predigten über die Begegnung von Petrus und Johannes mit dem gelähmten Mann an der Tempelpforte aus Apostelgeschichte 3. In ihrer dialogischen Predigt gaben sie dem Mann den Namen „Raphael“ – als Zeichen dafür, dass Menschen mehr sind als ihre Einschränkungen oder Zuschreibungen. Georgi sagte: „Raphael ist mehr als eine Diagnose. Er ist mehr als der Gelähmte. Er ist ein Mensch mit einer Geschichte.“

Im Mittelpunkt der Predigt stand die Frage, welche sichtbaren und unsichtbaren Grenzen Menschen heute daran hindern, Zugang zu Gemeinden zu finden. Natalie Georgi sprach von sprachlichen, gesellschaftlichen und inneren Barrieren: „Es gibt vielleicht aber auch unsichtbare Mauern einer geschlossenen Gesellschaft, wo jeder seinen Platz hat und es sehr schwer ist hereinzukommen.“

Maximilian Zimmermann knüpfte daran an und sagte: „Ich wünsche mir tief in meinem Inneren eine ganz offene Kirche. Ganz offene Gemeinden.“ Gleichzeitig sei Gemeinde aber nicht beliebig: „Ich wünsche mir eine Kirche ohne Grenzen, aber ich wünsche mir gleichzeitig eine Kirche, die ganz feste Werte hat und die nach Gnade und Wahrheit fragt.“

Die Heilung des gelähmten Mannes verstanden die Predigenden auch als Bild für Teilhabe und Inklusion. Georgi sagte: „Für mich ist dieses Wunder auch ein Inklusionswunder.“ Heilung bedeute nicht nur körperliche Wiederherstellung, sondern auch, wieder Teil von Gemeinschaft zu werden.###3_IMAGES###Besonders wichtig war beiden der Gedanke, dass Gottes Wirken nicht auf Kirchenräume beschränkt bleibt. Zimmermann betonte: „Das Wunder passiert direkt vor dem Tor mitten in der Welt.“ Und weiter: „Das Allerheiligste, Gottes Gegenwart, hat sich auf den Weg nach draußen gemacht.“ Gemeinden seien deshalb eingeladen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, Menschen wahrzunehmen und ihnen Gottes Segen zuzusprechen.

Die Predigt endete mit einer gemeinsamen Vision von Gemeinde: Orte, „an denen Menschen gesehen werden“, „an denen Raum geschaffen wird für Gottesbegegnung im Drinnen wie im Draußen“ und „in denen wir, bewegt vom Segen Gottes, Grenzen überwinden und abbauen in Gnade und in Wahrheit“.

Bereits zu Beginn des Gottesdienstes blickten Georgi und Zimmermann im Gespräch mit Moderatorin Pastorin Dagmar Wegener auf die Bundesratstagung zurück. Ein Highlight für Georgi war die Rückmeldung eines Erstteilnehmers, der ihr sagte: „Das ist fantastisch, was ihr hier geschafft habt: mit so vielen Menschen gemeinsam Kirche zu gestalten.“ Zimmermann hob besonders das Engagement der vielen Ehrenamtlichen hervor: „Wenn ihr nicht mitmachen würdet, könnten wir schlicht und ergreifend nicht so Kirche sein und Gemeinde sein, wie wir sind.“

Teil des Gottesdienstes war auch ein Fürbitten-Video mit Stimmen aus den neu entstehenden 25 Regionen des Bundes. Gebetet wurde unter anderem für gesellschaftlichen Zusammenhalt, für Kinder und Jugendliche, für ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitende, für Einsame, Suchende und Menschen in Krisen. Eine Bitte lautete: „Hilf uns, die sichtbaren und unsichtbaren Grenzen wahrzunehmen und Lösungen zu finden, damit Menschen sich willkommen fühlen und teilhaben können.“

Die Kollekte des Gottesdienstes war für die Vernetzung junger Menschen in den Regionen bestimmt. Und auch die Schriftlesung wurde von zwei jungen Menschen, Helene Kühl und Luna Zehe, gehalten. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Jan Primke, der Bundesratstagungs-Band und der Schöneberg-Band.

Während der Gottesdienst-Übertragung waren konstant rund 500 Geräte gleichzeitig zugeschaltet. Viele Gemeinden verfolgten den Gottesdienst gemeinsam live in ihren Gemeinderäumen, manche zeitversetzt, und auch zu Hause feierten viele den Gottesdienst mit. Der Live-Chat zeigte, wie verbindend der Gottesdienst wirkte. Grüße kamen unter anderem aus Lübeck-Kücknitz, Flensburg, Dresden, Schwerin, Regensburg, Schorndorf, Salem am Bodensee, Südtirol und sogar aus Freetown in Sierra Leone. Viele Gemeinden schrieben, dass sie den Gottesdienst gemeinsam im Gemeindesaal verfolgten. Genannt wurden beispielsweise rund 80 Teilnehmende in Dresden, etwa 70 in Schorndorf oder 65 in Schwerin. Eine Teilnehmerin schrieb zum Abschluss: „Danke für die Gemeinschaft über den Äther.“

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news-3979 Tue, 19 May 2026 09:35:34 +0200 „Der richtige Mann in dieser Zeit“ Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-richtige-mann-in-dieser-zeit Christoph Stiba und 15 weitere Mitarbeitende wurden bei der Bundesratstagung aus ihrem Dienst beim BEFG verabschiedet. Mit großer Dankbarkeit und stehenden Ovationen ist Christoph Stiba auf der Bundesratstagung als Mitarbeiter des BEFG verabschiedet worden. In seiner Laudatio würdigte der frühere BEFG-Präsident Hartmut Riemenschneider den langjährigen Generalsekretär mit den Worten: „Du warst der richtige Mann in dieser Zeit.“ Seit 2009 war Stiba Leiter des Dienstbereichs Mission, 2013 übernahm er das Amt des Generalsekretärs. Bereits zum 1. April war er aus dem Amt des Generalsekretärs verabschiedet worden. Im Rahmen der Bundesratstagung wurden außerdem 15 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschiedet oder ihre bevorstehende Verabschiedung angekündigt.

BEFG-Präsidentin Natalie Georgi erinnerte an Stibas langjährigen Einsatz für die Bundesgemeinschaft und dankte ihm für seinen Dienst. Die Laudatio hielt Hartmut Riemenschneider, der Präsident des Bundes war, als Christoph Stiba das Amt des Generalsekretärs übernahm.

Riemenschneider würdigte Stiba als „ausgleichend, kompetent, empathisch, freundlich, integrativ und inklusiv“. Besonders dankte er auch Stibas Ehefrau Carolin: „So eine Berufung kann man nur leben, wenn man sie zusammen trägt.“

In seiner Laudatio zeichnete Riemenschneider das Bild eines Menschen, der mit Neugier und Ausdauer unterwegs ist. Er erinnerte an eine gemeinsame Reise im Rahmen der Arbeit der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) nach Israel. Während einer Wanderung habe Christoph Stiba immer noch „um die nächste Kurve“ schauen wollen, wenn andere längst umkehren wollten – ein Bild, das für ihn auch Stibas Dienst im BEFG geprägt habe: die Bereitschaft, gemeinsam mit Gemeinden neue Wege zu suchen und Entwicklungen offen entgegenzugehen.

Ein zweites Bild nahm Riemenschneider aus Offenbarung 3,12 auf: die „Säulen im Tempel Gottes“. Stiba sei für den Bund zu einer solchen tragenden Säule geworden. Besonders in schwierigen Situationen habe er Empathie bewiesen, unterschiedliche Positionen ernst genommen und Gemeinden dabei begleitet, notwendige Entscheidungen zu treffen. Wo Konflikte den Weg versperrten, habe er zugleich Klarheit und Konsequenz gezeigt.

Auch über den BEFG hinaus habe sich Stiba in zahlreichen Gremien eingebracht, unter anderem in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), deren Präsident er von 2017 bis 2023 war, sowie bei ProChrist, Willow Creek Deutschland, in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und in der EBF. Riemenschneider hob hervor, dass Stiba stets das große Ganze im Blick gehabt, Veränderungen gefördert sowie Krisen und Konflikte konstruktiv begleitet habe.

Die Zusammenarbeit mit ihm sei „locker und zielführend“ gewesen und auch der Humor sei nie zu kurz gekommen, sagte Riemenschneider.

Zum Abschluss wünschte er Christoph und Carolin Stiba Gottes Segen und Begleitung für den weiteren Weg und die kommenden Entscheidungen.###3_IMAGES###Die Delegierten und Gäste des Bundesrates dankten Christoph Stiba mit stehenden Ovationen. Natalie Georgi betonte: „Du merkst, wie dankbar wir sind für deinen Dienst und dafür, wie viel du uns als Bundesgemeinschaft gegeben hast.“ Als Geschenk überreichte sie ihm zusammen mit Präsidiumsmitglied Dorothee Oesemann einen Gutschein für eine Ballonfahrt: „Damit du mit etwas Abstand auf die Welt und auf das blicken kannst, was du in den vergangenen Jahren beim Bund erlebt hast.“

Christoph Stiba bedankte sich für die Freundlichkeit und das Vertrauen, das er in den vergangenen Jahren erlebt habe. „Ich habe diesen Dienst wirklich gerne getan – mit allem, was dazugehört“, sagte er. Er habe seinen Dienst als großen Segen erlebt. Abschließend zitierte er Worte des Apostels Paulus über Freude und Gebet und sprach den Anwesenden zu: „Der Friede Gottes wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.“

Neben Christoph Stiba wurden im Rahmen der Bundesratstagung weitere 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschiedet oder ihre bevorstehende Verabschiedung angekündigt. Die Gründe für das Ende ihrer Dienstzeit sind unterschiedlich: Einige wechseln in neue Aufgaben, andere gehen in den Ruhestand. Zudem enden manche Dienstverhältnisse aufgrund des laufenden Umstrukturierungsprozesses UB25.

Bereits im Bericht von Präsidentin und Generalsekretär zu Beginn der Bundesratstagung war dieser Prozess ausdrücklich thematisiert worden. Natalie Georgi und Dr. Maximilian Zimmermann dankten den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundes für ihren Einsatz und räumten zugleich ein, dass die Veränderungen für viele mit Belastungen, Unsicherheit und schmerzlichen Abschieden verbunden seien. Durch die Verlagerung von Stellen aus der Bundesgeschäftsstelle in die Regionen endeten Dienstwege, Teams veränderten sich und vertraute Arbeitsfelder könnten nicht in bisheriger Form fortgeführt werden.

Mit konkreten Bildern und Namen der zu verabschiedenden Menschen vor Augen, die über die große Leinwand im Saal eingeblendet wurden, erinnerte Zimmermann noch einmal an diese Situation. Man sei sich schmerzlich bewusst, dass der Bund nicht allen Begabungen und Berufungen weiterhin einen Platz bieten könne, sagte er. Zugleich dankte er den von den Stellenverlagerungen Betroffenen dafür, dass sie den Veränderungsprozess trotz aller Herausforderungen konstruktiv begleitet und mitgetragen hätten.

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news-3978 Mon, 18 May 2026 11:09:28 +0200 „Etwas heilt, wenn Menschen einfach machen“ Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/etwas-heilt-wenn-menschen-einfach-machen Am Freitagabend konnten die Teilnehmenden der Bundesratstagung aus fünf verschiedenen Programmangeboten wählen. Worship mit Abendmahl, ein Dokumentarfilm über die EBMI-Arbeit in Mosambik, Lyrik mit „Hope-Musik“, eine lange Menschenschlange an einem Pommes-Stand und gesellige Gespräche in einer Lounge. Was hat das mit dem Bundesrat zu tun? Eine Reportage.

Fünf Räume – ein Ziel

Ein gesellschaftliches Abendprogramm in fünf Räumen. Am dritten Tag der Bundesratstagung 2026 in Kassel. Warum? Weil es für eine Tagung essenziell ist, den formellen Wissensaustausch des Tages durch informelle zwischenmenschliche Beziehungen zu ergänzen und zu festigen. Ein Abendprogramm fördert stets das Netzwerken, stärkt den Teamgeist und bietet den Teilnehmern und Teilnehmerinnen eine Auszeit vom inhaltlich dichten Ratsprogramm.

Worship im blauen Wohnzimmer

###3_IMAGES###Direkt neben dem großen Festsaal im Kasseler Kongress Palais schließt sich der „Blaue Saal“ an, architektonisch ein beeindruckendes Ambiente aus neo-klassizistischen Säulen, erbaut im frühen 20. Jahrhundert. Farblich gehalten in einem satten Blau, die herausragenden Säulenelemente und Emporen in Gold abgesetzt. 602 Personen finden hier Platz. Und dennoch nennt der Dortmunder Musik-Produzent und Liedermacher Jan Primke, der sich besonders in der christlichen Musikszene einen Namen gemacht hat, den „Blauen Saal“ ein „Wohnzimmer“. Es sei kein klassisches Wohnzimmer wie zu Hause, meint Primke, „aber wir gestalten es dazu um. Ich weiß, dass die Zuhörer dafür kommen.“ Man könne auch in einer großen Halle „eine tolle Atmosphäre schaffen“, ist der Musiker überzeugt. Schon seit Jahren ist er der musikalische Gestalter der gesamten Bundesratstagung.

Wie im Vorjahr, hat Primke wieder Studierende der Theologischen Hochschule Elstal dazu eingeladen, während des Worships ein Abendmahl anzubieten. Passt das? Ist Abendmahl nicht originär Bestandteil eines Gottesdienstes? Primke betrachtet den Worship-Abend tatsächlich als eine Art Gottesdienst. „Die Dimension des Abendmahls fand ich bei einem ‚Wohnzimmer-Worship‘ ohnehin schon immer schön, weil wir in dem Moment gemeinsam an den Tisch des Herrn kommen. Wir treffen uns eben nicht nur, um gemeinsam Lieder zu singen.“ Vielmehr gebe das Abendmahl als Teil des Worships jedem Einzelnen die Möglichkeit, „in geistlicher Tiefe wirklich an dem Gottesmoment, der erzeugt wird, zu partizipieren“. Für den Abend wünscht sich Primke, dass die Teilnehmenden auch „zum Kreuz kommen“, ihre Lasten dort ablegen. Außerdem hat er in diesem Jahr den Musikabend um eine kleine Andachtspredigt erweitert: zum Psalm 98 „Singt dem Herrn ein neues Lied“. Ihn interessiert: „Warum singen wir eigentlich neue Lieder? Was macht das mit uns im Alltag? Wie kann das auch bei nichtmusikalischen Personen zu etwas Neuem führen?“

Zu frischem Wasser

In seiner Predigt ging er darauf ein: Wenn man – wie der Psalm 98 anregt – neue Lieder singt, dann könne man nicht einfach neue Lieder um des Neuseins willen spielen. Vielmehr soll „etwas Belebendes und geistlich Gewinnbringendes“ hinzukommen, vor allem an neuen Texten. Denn „hinter jeder neuen Liedzeile steckt auch ein neues Erlebnisfeld“, ist Primke überzeugt. Das „neue Lied“ bewege Menschen, „zu frischem Wasser“, sagt Primke und verweist damit als Metapher auf Gottes lebensspendende Kraft und geistliche Erquickung. Diesen Impuls setzt der Dortmunder Musik-Allrounder am Worship-Abend überzeugend um.

Denn Primke spielt mit seiner Band eine Reihe völlig neuer Titel. Sie wurden von ihm, von Mitgliedern seiner Band sowie von Robin Zabel komponiert. Zabel ist unter anderem bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Primke im Musik-Podcast „Kreuztonarten“. Primke liegt auf dem Herzen, dass sich seine Zuhörer für neues geistliches Wachstum anregen lassen, dass sie bereit sind, „dies für sich selbst zu finden“, sagt er.

Wichtig sei ihm aber auch, festzuhalten, dass die neuen Lieder keine Abwertung alter Lieder bedeuteten. Sie zählen vielmehr zu jenem Liedgut, das „uns über lange Zeit getragen hat.“ Die alten Lieder würden durch die neuen Songs „weder gelöscht noch verneint“.  Die Band legt los. Auch der Anbetungssong „Wohnzimmer“ aus dem Jahr 2021, Text und Komposition von Dania König und Primke, ist dabei und ist inzwischen selbst zu einem Klassiker geworden, der natürlich am Worship-Abend im „Blauen Wohnzimmersaal“ nicht fehlen darf. Primke beschrieb den Song einmal als Ausdruck, Gott im eigenen Wohnzimmer zu ehren, und dann Gottes Liebe aus den eigenen vier Wänden hinaus in die Welt zu tragen. Besonders anrührend auch der Song „Goodness of God“ von Jenn Johnson, ein Lied, das die Treue, Güte und Barmherzigkeit Gottes im täglichen Leben und in schwierigen Zeiten feiert.

Der Worship-Abend mit seinen „neuen Liedern“ findet seinen Abschluss jedoch mit einem sehr alten Lied – noch dazu einem deutschen Volkslied: „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius aus dem Jahr 1779. „Weil ich daran die letzte Strophe so sehr liebe“, sagt Primke. Sie lautet: „So legt euch denn, ihr Brüder, / in Gottes Namen nieder; / kalt ist der Abendhauch. / Verschon uns, Gott, mit Strafen / und lass uns ruhig schlafen. / Und unsern kranken Nachbarn auch!“

Etwas heilt

###3_IMAGES###Um Heilung ging es auch in einem in dunklen Farben gehaltenen hohen Saal nebenan. Vorherrschend ist die Farbe Schwarz, von ein wenig Grün und Terracotta hie und da aufgehellt. Im antikisierten Stil bepinselt, blicken die griechische Göttin der Jagd, Diana, und Neptun von den Wänden auf die Besucher herunter. „Pompejianischer Stil“ wird diese Wandmalerei genannt. Elena Becker aus Ennepetal und Jasmin Brückner aus Halle an der Saale, die in diesem Raum Lyrik und meditative Musik anbieten, sind beide „total begeistert“ von dem Ambiente. Sie halten es für passend, für das, was sie an dem Abend vermitteln wollen. Die Lyrikerin Jasmin rezitiert aus ihrer Gedichtsammlung „Kontur“ mit Worten wie diesen: „Etwas heilt, / bei denen, / die zum ersten Mal die Worte aussprechen, / die sie so lang vor dem Außen vergraben haben.“ Und: „Etwas heilt, / wenn Menschen einfach machen.“

Jasmin und Elena, genannt Elli, sind erst „seit Januar dieses Jahres gemeinsam unterwegs“. Kennengelernt haben sich beide Künstlerinnen auf einem „Freak-Stock-Festival“ in Eichstätt, das jährlich von den „Jesus Freaks“ veranstaltet wird. Die „Jesus Freaks“ entstanden vor etwa dreißig Jahren als christliche Szene-Kirche für Punks und Metal-Fans. Jasmin: „Die Jesus Freaks sind für Leute, die nicht im Mainstream unterwegs sind. Heute sind sie aber gar nicht mehr so punkig, wie am Anfang.“ Und genau dies spürt man dann auch am Abend im „Pompeji-Saal“.

Denn Elli entlockt zwei Klangschalen sanfte, melodische Töne und singt dazu auf Englisch: „I am loved, from the bottom of my soul I am loved – ich bin geliebt, aus tiefstem Herzen bin ich geliebt“.

Als Ziel für den Abend haben sich beide Künstlerinnen vorgenommen, jenes mit den Zuhörerinnen und Zuhörern zu teilen, was sie selbst bewegt und was sie in ihre „Texte und Lieder gegossen haben“, erklärt Jasmin. Und weiter: „Wir teilen gerne viel von uns, um eine Anschlussfähigkeit zu schaffen.“ Das heißt: Sie wünschen sich, dass die Zuhörenden in den Gedichten und Liedern etwas finden, das sie berührt. Und sie möchten Menschen ermutigen. „Du darfst manchmal loslassen / vom ganzen Rest der Welt“, lautet denn eine der Gedichtverszeilen von Jasmin, die sie an dem Abend vorträgt und die die Band von Elli mit raumfüllenden, sanften Tönen untermalt. Für manch eine Zuhörerin mag dies zu tiefer Entspannung geführt haben, für einen anderen Zuhörer zur Verarbeitung intensiver Gefühle, die möglicherweise die Debatten des Tages verursacht haben.

Zum Handeln anregen

###3_IMAGES###Um etwas ganz anders – aber durchaus auch um Gefühle - geht es in einem Seitentrakt des Konferenzgebäudes. Die Europäische Baptistische Mission International (EBMI) zeigte Interessierten einen einstündigen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2025 über das Sozialzentrum „Sekeleka“ in Mosambik. Gedreht hat den Film die spanischstämmige Schweizerin Eli Padilla. Die Dokumentation (Trailer auf Spanisch TRAILER - Película documental "SEKELEKA: Ciudad Refugio" ) erzählt die Geschichte des „Sekeleka Inklusions-Zentrum“, das sich um schutzbedürftige Kinder, insbesondere solche mit Behinderungen, in einer Region kümmert, in der diese oft ausgestoßen werden. Die Einrichtung befindet sich in der Kleinstadt Macia im Süden Mosambiks, nahe der Hauptstadt Maputo.

Michael Fischbeck, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising bei EBMI und Organisator dieses Teils des Abends, erhofft sich, dass er „Menschen mit hineinnehmen kann in dieses Projekt“. Er glaubt: Diese Sozialarbeit teilt „Jesu Liebe ganz praktisch“. Der Film mache deutlich, „dass es Familien und gerade Kindern mit Behinderungen besser geht in einem Land, in dem es nicht normal ist, dass Behinderte Unterstützung erfahren.“ Vielmehr gebe es in dem afrikanischen Land Stigmatisierung, betroffene Kinder würden „weggesperrt oder versteckt“. Fischbeck erhofft sich außerdem, dass die Anwesenden sehen, „wie die Verknüpfung von diakonischer Arbeit mit dem Evangelium in anderen Ländern funktioniert“. Das Ziel der Dokumentarfilmerin Padilla war es, eine emotionale Reaktion hervorrufen, die „zum Handeln anregt“, anstatt nur einen sentimentalen Film zu schaffen. Fischbeck ist überzeugt: Das Projekt „Sekeleka“ verändere „im Kleinen die Gesellschaft von Mosambik“. Es sei „wunderbar, dass wir das unterstützen dürfen und den Menschen zeigen, dass im Reich Gottes durch EBM International und unsere Missionare Schönes passiert“.

BUJU-Feeling auf dem Bundesrat

###3_IMAGES###Und dann ’gibt es da noch die GJW-Pommes. Auf einem Innenhof weist eine lange Menschenschlange darauf hin, wo noch etwas Schönes passiert – für das leibliche Wohl. Tobias Köpke, Referent für den Freiwilligendienst beim Gemeindejugendwerk, frittiert unter einer riesigen Dampfwolke die Kartoffelschnitze. Dieses Jahr geht die Pommes-Aktion zum Wohle des Bundesjugendtreffens (BUJU) Anfang August in Krelingen. Tobias: „Weil es auch beim BUJU Pommes geben wird, haben wir uns gedacht, wir wollen ein bisschen BUJU-Feeling auch auf den Bundesrat bringen. Und wir wollen nebenbei die Botschaft des BUJU (Soli Deo Gloria! - BUJU 2026) verbreiten, also das Leitmotto ‚Soli Deo Gloria‘.“ Es bedeute, Gott allein die Ehre zu geben und es bedeute weiterhin, den Menschen Gutes zu tun. Schließlich sei dies „Teil des christlichen Liebesgebotes.“

Der Pommesverkauf soll dazu beitragen, jungen Menschen, die sich die Auslagen für das BUJU nicht leisten können, die Teilnahme zu erleichtern. Tobias hat deshalb mehr Pommes eingekauft als im vergangenen Jahr und ist durch die hohe Anzahl der Anstehenden überzeugt, richtig kalkuliert zu haben. „Die Pommes bekommen wir alle los“, freut er sich.

Auch GJW-Leiterin Lea Herbert packt mit an und verteilt Pommes auf Pappschalen. Sie sagt: „Für das BUJU schlägt mein Herz ganz besonders. Ich finde es toll, zu sehen, wie viele Ratsteilnehmerinnen und -teilnehmer sich hier anstellen, um einen Teil der Ausgaben für die Pommes dem BUJU zugutekommen zu lassen.“

Diese Fundraising-Aktion für das BUJU ist alleine aufgrund des Preisleistungsverhältnisses ein bemerkenswerter Erfolg. Den Ausgaben von etwa 300 Euro stehen Einnahmen von etwa 1.200 Euro gegenüber. Well done, Tobi!

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news-3977 Sat, 16 May 2026 14:09:05 +0200 Rückenwind für das Engagement der Gemeinden Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/rueckenwind-fuer-das-engagement-der-gemeinden Mit überwältigender Mehrheit hat der Bundesrat in Kassel Änderungen an der Verfassung der Freikirche beschlossen. Mit überwältigender Mehrheit hat der Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Kassel Änderungen an der Verfassung der Freikirche beschlossen. „Das gibt uns Rückenwind für die Umsetzung unserer neuen Struktur ‚Unser Bund – Segen bewegt‘ (UB25), die Gemeinden in ihrem missionarischen Engagement und der Arbeit mit jungen Menschen stärken soll“, betonte BEFG-Präsidentin Natalie Georgi. Auch zwei weitere Ordnungen wurden mit demselben Ziel geändert.

Die Bundesratstagung vom 13. bis 16. Mai war darauf ausgerichtet, den rechtlichen Rahmen für die im Vorjahr inhaltlich beschlossene Struktur UB25 zu schaffen. Neben der Verfassung verabschiedeten die Delegierten Änderungen an der Geschäftsordnung sowie der Wahlordnung des Bundesrats. „Alle Generationen bringen sich ein und gestalten gemeinsam Kirche“, so beschrieb Präsidentin Natalie Georgi das Grundanliegen von UB25, das durch die Bundesratsbeschlüsse nun weiter vorangetrieben werden könne. Der Bund wird in 25 Regionen aufgeteilt, in denen Teams aus Haupt- und Ehrenamtlichen die Gemeinden vor Ort unterstützen. Regionale Teams werden zusammen mit Regionalreferentinnen und Regionalreferenten in den neuen, kleineren Einheiten die missionarische Gemeindeentwicklung und die Arbeit mit jungen Menschen fördern. Für BEFG-Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann bietet die neue Struktur die Chance, die Bundesgemeinschaft zu stärken: „Wir wollen als Gemeinden, die durch Jesus Christus und durch den Geist verbunden sind, Ressourcen teilen und uns gegenseitig dabei unterstützen, Gottes Liebe in Worten und Taten an die Menschen in unserer Nachbarschaft weiterzugeben.“

Nach dem Bundesrat 2025 war ein Arbeitskreis einberufen worden, der alle Ordnungen des BEFG gesichtet, den Änderungsbedarf durch UB25 definiert, Prioritäten gesetzt und Vorschläge für neue Formulierungen gemacht hat. All dies geschah in enger Abstimmung mit dem Präsidium des Bundes, dem UB25-Kernteam und dem Bundesratspräsidium. „Das Engagement, die Sorgfalt und der Weitblick, mit dem der AK Ordnungen gearbeitet hat, sind enorm“, wie Natalie Georgi hervorhob. „Wir danken Hanna Gellinek, Harald Kufner, Birte McCloy, Michael Noss, Miriam Schaufelberger und Christoph Stiba herzlich für ihre Arbeit, ohne die die Bundesratsbeschlüsse nicht möglich gewesen wären.“ Vor den Beschlüssen berieten die Delegierten in Kassel intensiv über die vorgeschlagenen Änderungen. Alle Vorschläge zur Verfassung, zur Wahlordnung des Bundesrats sowie zur Geschäftsordnung des Bundesrats wurden erläutert. Es gab Raum für Rückfragen und Diskussionen.###3_IMAGES###Eine zentrale Änderung an den Rechtstexten betrifft die Schaffung der 25 Regionen, die die zwölf Landesverbände ablösen. Die Verfassung und auch die Geschäftsordnung sowie die Wahlordnung des Bundesrats bilden damit nun das Grundkonzept von UB25 mit den Regionen, den neuen Regionalreferentinnen und -referenten sowie den Regionalteams ab. Ebenfalls geregelt wird eine inhaltliche Entscheidung zur Leitungsstruktur, die der Bundesrat erst in diesem Jahr getroffen hat. Dem Präsidium des Bundes gehören demnach ab 2027 zehn statt wie bisher zwölf gewählte Mitglieder an. Hinzu kommen – wie bisher – ein vom ChristusForum Deutschland und – neu –  ein vom Gemeindejugendwerk (GJW) berufenes Mitglied. In die Präsidiumsausschüsse zu Personal, Finanzen/Recht und Theologie können künftig jeweils bis zu vier Personen berufen werden, die nicht dem Präsidium angehören.

Die 25 Regionen gehen laut Verfassung offiziell am 1. Januar 2027 an den Start. Doch bereits jetzt arbeiten Menschen in ganz Deutschland intensiv daran, sie auf den Weg zu bringen. „Wir konnten junge Leute begeistern, ganz viele unter 30“, berichtete eine Frau den Delegierten beim Bundesrat. Eine andere Frau sagte: „Wir hatten bei uns bisher wenig Vernetzung. UB25 hat uns in Bewegung gebracht, da geht richtig etwas. Es ist toll, wie die Vernetzung mehr wird.“ Im Bericht aus den Regionen wurde also deutlich, dass bereits jetzt viel entsteht, an anderen Orten aber auch noch Menschen gesucht werden. BEFG-Generalsekretär Maximilian Zimmermann ermutigte in diesem Zusammenhang dazu, UB25 „nicht als zusätzliches To-do zu sehen, sondern als Chance, sich gegenseitig zu unterstützen“.

Auch sonst stand der Bundesrat im Zeichen von UB25. Die Delegierten stimmten nach intensiver Diskussion dem Verkauf einiger Immobilien auf dem Campus des BEFG in Elstal bei Berlin zu, um die Entschuldung des Bundes im Rahmen von UB25 voranzutreiben. Dabei sei gewährleistet, dass die Funktionen des Campus‘ für die Freikirche erhalten bleiben, so der kaufmännische Geschäftsführer des Bundes Volker Springer. Thema eines Forums war die Beteiligung junger Menschen durch junge Parlamente, die im Rahmen von UB25 entwickelt werden sollen. Dazu sagte Hélena Noß aus dem GJW: „Wenn wir gemeinsam Glauben leben, wenn wir gemeinsam Gemeinde sind, kann daraus etwas ganz Wunderbares werden.“

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news-3976 Fri, 15 May 2026 15:01:45 +0200 Resolution des Bundesrates 2026 https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/resolution-des-bundesrates-2026 Der Bundesrat 2026 hat am 15. Mai eine Resolution verabschiedet. Wir wissen um die Krisen dieser Welt wie den Klimawandel, das Artensterben, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, die Kriege, die ungerechte Verteilung der Güter, den Rassismus, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir müssen uns diesen Krisen und dem eigenen Anteil daran stellen.

Wir wissen, dass sich weltweit eine destruktive Machtpolitik durchsetzt, die auf Gewalt – insbesondere gegen Frauen - und Vernichtung baut. Ressourcen, die zwingend für den Schutz der Lebensgrundlagen eingesetzt werden müssten, fließen in Rüstungsgüter. Das Völkerrecht wird angegriffen und ist in Gefahr. Das betrifft sowohl die Menschenrechte als auch das Prinzip von Rechtsstaatlichkeit und die internationale Ordnung im Grundsatz.

Im Wissen um die Häufung dieser Rechtsbrüche und Gefahren in jüngster Zeit bekennen wir uns als Kirche zu den unveräußerlichen Menschenrechten, dem Recht kommender Generationen auf den Erhalt der Lebensgrundlagen und dem Recht unserer Umwelt auf Schutz und Bewahrung. Als Christinnen und Christen sehen wir uns in der Verantwortung, uns aus ganzem Herzen und mit aller Kraft (1) für das Globalwohl und die Menschenrechte zu engagieren. Wir bekennen unseren Glauben an Gott, dessen Geist die Liebe ist. Jedes Leben ist von Gott gegeben und gleich kostbar. Wir glauben an Jesus Christus, der auf der Seite der Entrechteten steht und folgen seinem Aufruf zu Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe.

Wir widersetzen uns der Logik zunehmender Bewaffnung und Aufrüstung als Weg zu einem dauerhaften und nachhaltigen Frieden. Wir distanzieren uns von antidemokratischem Extremismus und allen Ideologien der hierarchischen Ungleichheit. (2) Wir lehnen in aller Entschiedenheit die Ausgrenzung von Minderheiten wie etwa Menschen mit Migrationsgeschichte, Jüdinnen und Juden, Angehörigen aller religiösen und ethnischen Minderheiten, queeren Menschen oder Menschen mit Behinderungen ab.

Der Bundesrat begrüßt alle zivilgesellschaftlichen und politischen Bemühungen, die sich gewaltlos dem Schutz aller Menschen widmen.

Der Bundesrat ruft alle Christinnen und Christen, Gemeinden, Werke und Organe unseres Bundes auf: Seid wachsam, schaut hin und vernetzt euch mit allen Menschen guten Willens, um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen!

Wir fordern die Bundesregierung auf, den Rechtsstaat zu schützen und sich für die Beachtung der Menschenrechte und des Völkerrechts einzusetzen und die Bewahrung der Schöpfung und der Weltgemeinschaft zur obersten Priorität politischen Handelns zu machen.

Wir setzen dabei unsere Hoffnung auf Gott, die Quelle allen Lebens und aller Liebe, die diese Welt verwandeln kann und wird, Gerechtigkeit schafft und Frieden werden lässt. Wir erinnern an die Bitte Jesu: „Bleibet hier und wachet mit mir!“

Kassel, 15. Mai 2026

 

(1)  „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“ Dies ist das große und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Matthäus 22, 37ff. Elberfelder Bibel.

(2) Der Bundesrat bekräftigt die Resolution zu „Demokratie und Menschenwürde" vom 11. Mai 2024.

 

 

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news-3975 Fri, 15 May 2026 11:55:38 +0200 Segen ist keine Einbahnstraße Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/segen-ist-keine-einbahnstrasse Wie kann Segen zwischen den Generationen fließen? Dieser Frage widmete sich der Konferenzabend „Segen bewegt … UNS“ im Rahmen der Bundesratstagung. Wie kann Segen zwischen den Generationen fließen? Dieser Frage widmete sich der Konferenzabend „Segen bewegt … UNS“ im Rahmen der Bundesratstagung. Unterschiede und Annäherung wurden durch in ein interaktives Bühnenformat sichtbar.

Moderatorin Lea Herbert, Leiterin des Dienstbereichs Kinder und Jugend im BEFG, eröffnete den Abend mit einem Gedanken, der sich durch die gesamte Veranstaltung zog: „Segen ist keine Einbahnstraße.“ Junge Menschen könnten durch ältere gesegnet werden – und ältere durch jüngere. Grundlage dafür sei Begegnung auf Augenhöhe.

Dafür wurde ein besonderes Gesprächsformat gewählt: Auf der Bühne war ein begehbares Spielfeld aus farbigen Linien aufgeklebt, das wie ein offener rechter Winkel angelegt war. Vor jeder Frage nahmen die sechs Diskussionsteilnehmenden zwischen 17 und 66 Jahren ihre Ausgangsposition ein. Antwortete jemand, konnten die anderen sichtbar reagieren: Wer zustimmte, rückte näher heran, wer anderer Meinung war, blieb auf Abstand oder ging weiter weg. So wurde während des gesamten Abends sichtbar, wo Nähe entstand, wo Unterschiede blieben und wie Gespräch Veränderung ermöglicht. Thomas, Noa, Anja, Harald, Johanna und Elias, die nur mit ihren Vornamen vorgestellt wurden, kamen auf diese Weise in einen lebendigen Austausch über Kirche, Gesellschaft, Angst und Hoffnung.

„Was braucht deine Generation?“, lautete die Einstiegsfrage an die Gesprächsteilnehmerinnen und Gesprächsteilnehmer. „Meine Generation ist voll energiegeladen und eine extrem laute Generation“, stellte die 23-jährige Noa fest. „Wir brauchen es aber, dass uns zugehört wird und wir uns gehört fühlen, weil wir echt coole und schlaue Sachen zu sagen haben.“ Diese Aussage ergänzte die 17-jährige Johanna. Sie wünschte sich zudem, dass ältere Menschen die jüngeren unterstützen und ihnen Zuversicht vermitteln.  ###3_IMAGES###Die ältere Generation hob hervor, dass sie ihre Verantwortung sehr bewusst wahrnehme. Harald, der zu den sogenannten „Boomern“ gehört, sprach davon, dass seine Generation „ein Herz für die jüngere Generation“ brauche. Und Thomas warb für mehr Mut und gesellschaftliches Engagement: „Wir ruhen uns zu sehr auf dem aus, was unsere Eltern oder wir erreicht haben.“ Anja, 53 Jahre alt, wünschte sich, dass Ältere bewusst Platz machen und jüngeren Menschen Verantwortung zutrauen.

Immer wieder ging es um die Frage, wie Kirche oder Gemeinde Segen weitergeben könne. Die Teilnehmenden träumten von einer generationenübergreifenden, inklusiven und gesellschaftlich relevanten Kirche. „Wo in der Gesellschaft kommen sonst alle Generationen zusammen?“, fragte Elias, Pastor für Junge Gemeinde. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Kirche nicht nur um sich selbst kreisen dürfe, sondern stärker auf gesellschaftliche Themen eingehen müsse. „In Fragen der Schöpfungsgerechtigkeit und Klimagerechtigkeit muss in unseren Gemeinden noch viel, viel mehr passieren“, nannte Anja als Beispiel.###3_IMAGES###Zukunftsängste, Polarisierung, Fake News und fehlende Gesprächsbereitschaft zwischen den Menschen beschäftigten viele auf dem Podium. Harald, viele Jahre Pastor im BEFG, beschrieb seine Sorge über gesellschaftliche Gräben: „Man redet nicht mehr miteinander, schon gar nicht mit Leuten, die eine anderer Meinung haben.“ Gemeinden könnten Modell-Orte für Gespräch und Zuhören sein. Auch Johanna sagte: „Ich glaube, es wird viel geredet, aber nicht mehr miteinander und weniger überprüft.“ Dass Gemeinde ein Ort sei, an dem zugehört werde, komme zwar vor, sei aber ihrer Erfahrung nach zu wenig der Fall. Thomas sagte von sich: „Ich persönlich spüre keine Angst.“ Noa hingegen machte deutlich, dass ihr vieles in der aktuellen gesellschaftlichen und weltpolitischen Entwicklung Angst mache, sie sich davon aber nicht lähmen lassen wolle. Dies unterstrich Elias, indem er das biblische „Fürchte dich nicht“ so interpretierte: „‚Fürchte dich nicht‘ bedeutet: Angst ist da, Hoffnung ist da und Trost ist da, weil Gott da ist.“

Dass junge Menschen nicht einfach pauschal beurteilt werden wollen, wurde ebenfalls deutlich. Mehrere Teilnehmende widersprachen dem Vorwurf, die junge Generation sei unengagiert. Elias schilderte die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher und führte aus, dass junge Erwachsene einer permanenten Konfrontation mit Krisen ausgesetzt seien, die oftmals Ohnmachtsgefühle auslösen könnten. „Viele möchten sich engagieren, sehen aber keinen Raum, wo sie gehört werden“, sagte Noa.

Im letzten Teil des Abends wurde die Frage nach der Hoffnung gestellt. „Mir macht Hoffnung, wenn Leuten im Namen Jesus zusammenkommen“, sagte Johanna. „Auch wenn sie mit ihrer Angst kommen, gibt es mir Hoffnung, denn alles, was man teilt, wird irgendwie einfacher.“ Und auch Anja stellte fest: „Mir gibt so ein Abend wie heute Abend Hoffnung, dass verschiedene Generationen miteinander ins Gespräch kommen über Themen, die uns bewegen, in dieser Wertschätzung, die wir heute Abend erlebt haben.“ Und sie schloss sich vorangegangenen Voten an: „Wenn wir Jesus nicht hätten, hätten wir ohnehin keinen Grund zur Hoffnung.

Währenddessen kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Spielfeld Schritt für Schritt aufeinander zu. Dieser sichtbare Moment inspirierte auch den Abschlusssatz von Moderatorin Lea Herbert: „Wenn man über Hoffnung spricht, rückt man näher zusammen.“

Musikalisch wurde der Abend von der BUJU-Band gestaltet.

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news-3974 Fri, 15 May 2026 10:38:48 +0200 Kirche für Dich – inklusive Kirche gestalten Wolfgang Günter (Die Gemeinde) https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/kirche-fuer-dich-inklusive-kirche-gestalten Bei der Bundesratstagung hat der Arbeitskreis Inklusion des Gemeindejugendwerks (GJW) das Forum „Kirche für Dich – inklusive Kirche gestalten“ organisiert. Wolfgang Günter war dabei und berichtet. Bei der Bundesratstagung hat der Arbeitskreis Inklusion des Gemeindejugendwerks (GJW) das Forum „Kirche für Dich – inklusive Kirche gestalten“ organisiert. Wolfgang Günter war dabei und berichtet.

Landläufig versteht man unter Inklusion, dass in Gebäuden Fahrstühle eingebaut und Rampen angebracht werden, dass Texte auch in Blindenschrift und in Leichter Sprache präsentiert werden. Nicht ganz falsch, aber keineswegs die ganze Wahrheit. Im Forum 5 „Kirche für Dich – inklusive Kirche gestalten“ führten Mira Kuder vom GJW und Prof. Dr. Carsten Claußen, Professor für Neues Testament an der Theologischen Hochschule Elstal, mit zwei Impulsen in das Thema ein.

Die gesellschaftliche Relevanz des Themas beleuchtete Mira Kuder anhand der Grundannahme, dass Inklusion schlicht und einfach Vielfalt bedeutet. Konkret heiße das: Allen sollte ganz selbstverständlich Teilhabe ermöglicht werden, und zwar nicht von oben herab oder erst auf Nachfrage. Wir reden nicht davon, dass jemand „behindert ist“, sondern dass jemand behindert wird. Unsere Aufgabe besteht also darin, die Situation so zu verändern, dass Teilhabe möglich wird.  Inklusion wird dann nicht als Last empfunden, sondern als Vielfalt und Bereicherung betrachtet. Natürlich werde das nie zu einhundert Prozent gelingen, doch wichtig sei es, überhaupt anzufangen.

Carsten Claußen führte zunächst Matthäus 21,14 an: „Dann kamen im Tempel Blinde und Gelähmte zu ihm, und er machte sie gesund.“ In unseren Gemeinden erleben wir ebenfalls, dass Menschen zu uns kommen, doch nicht alle werden geheilt. Theologisch steht die Frage nach der Gottesebenbildlichkeit dahinter. Wie sehen Menschen aus, die Gott nach seinem Bild geschaffen hat? Ein Gedanke des an Kinderlähmung erkrankten Theologen Ulrich Bach helfe hier weiter: Gottes Herrlichkeit wird nicht nur in Heilung offenbar, sondern ebenso, wo ein nicht Geheilter Gottes Gnade genug sein lässt. Das Reich Gottes ist kein Reparaturbetrieb für das, was wir für Beeinträchtigungen halten. Gottesebenbildlichkeit hat nichts mit einem vollkommenen Körper zu tun, sondern damit, sich an Gottes Gnade genügen zu lassen.

Immer wieder wurden die Teilnehmenden selbst beteiligt, indem sie zum Beispiel nach den Aspekten gefragt wurden, die sie am meisten interessierten, oder in Kleingruppen über ihre Erfahrungen und Wünsche in der Gemeindearbeit gefragt wurden. Zum Schluss unterstrich Mira Kuder noch einmal, dass Jesus sein Handeln darauf richte, Gemeinschaft wiederherzustellen – auch wenn das in Gemeinden nicht immer so gelebt werde und Einzellösungen und Ausnahmen angeboten würden, statt bestimmte Situationen von Grund auf zu ändern. Dabei spielt das Stichwort Ambiguitätstoleranz eine entscheidende Rolle – die Fähigkeit, andere Standpunkte als den eignen auszuhalten. Und manchmal gibt es ganz einfache Lösungen, die praktisch nichts kosten, um Teilhabe zu ermöglichen, zum Beispiel beim Abendmahl glutenfreies Brot und Traubensaft anzubieten oder Lieder in zwei Sprachen zu singen.

Bisher ist der Arbeitskreis Inklusion in das GJW eingebunden. Eine Ausweitung auf den ganzen Bund wird angestrebt. Am 29. Juni wird von 19:00 bis 21:00 Uhr ein Auftakttreffen für alle Interessierten angeboten. Es findet per Zoom statt und ist kostenlos. Die Anmeldung ist hier möglich.  

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news-3973 Thu, 14 May 2026 22:04:52 +0200 „Kinder und Jugendliche mündig machen, ist eine zutiefst geistliche Aufgabe“ Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/kinder-und-jugendliche-muendig-machen-ist-eine-zutiefst-geistliche-aufgabe Wie kann Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Gemeinden konkret aussehen? Dieser Frage widmete sich das Forum „UB25 – Junge Parlamente – Partizipation weiterdenken“. Wie kann Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Gemeinden konkret aussehen? Dieser Frage widmete sich das Forum „UB25 – Junge Parlamente – Partizipation weiterdenken“ auf der Bundesratstagung des BEFG. Dass Partizipation weit mehr als eine Organisationsfrage ist, unterstrich Simon Werner, der das Forum moderierte: „Wir hören viel von strukturellen Überlegungen, aber Kinder und Jugendliche mündig machen, zum Mitdenken, Mitreden und Mitglauben, ist eine zutiefst geistliche Aufgabe.“

Im wortwörtlichen Mittelpunkt des Forums stand die sogenannte Partizipationspyramide*, die aus großen Pappkartons mitten im Saal aufgebaut wurde. Die verschiedenen Ebenen der Beteiligung wurden dabei sowohl aus der Perspektive Erwachsener als auch aus der Sicht junger Menschen betrachtet. Die siebenteilige Pyramide unterscheidet zwischen Vorstufen und Stufen der Partizipation. Die Vorstufen werden nach Erfahrung von Tobias Köpke in vielen Gemeinden bereits umgesetzt. Schwieriger werde es dagegen bei den Stufen „Mitbestimmung zulassen“, „Entscheidungskompetenz teilweise abgeben“ und „Entscheidungsmacht übertragen“.

Ein Mittel zur Umsetzung dieser Stufen sind die Jungen Parlamente, die im Rahmen des BEFG-Strukturprozesses „Unser Bund – Segen bewegt“ (UB25) in den neu geschaffenen Regionen etabliert werden sollen. Hélena Noß machte deutlich, worum es bei Jungen Parlamenten im Kern gehe: „Kindern und Jugendlichen passiert es oft, dass sie übersehen werden.“ Deshalb brauche es bewusst gestaltete Räume, in denen junge Stimmen gehört werden. Sie stellte das neu erschienene Handbuch „Junge Stimmen stärken. Junge Parlamente in Gemeinde und Bund“ vor, das praktische Hilfen, Methoden und Leitfäden enthält. Dabei betonte sie: „Das Buch hat nicht den einen Weg, wie es auf jeden Fall klappt. Aber viele Wege, wie man starten kann.“ Wichtig sei vor allem, überhaupt anzufangen – auch im Kleinen, etwa mit kurzen Beteiligungsformaten im Kindergottesdienst. „Wenn wir gemeinsam Glauben leben, wenn wir gemeinsam Gemeinde sind, kann daraus etwas ganz Wunderbares werden“, zeigte sie sich überzeugt.

Carl Heng Thay Buschmann sprach über Voraussetzungen gelingender Beteiligung. Er betonte, die Bereitschaft, jungen Menschen zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen, sei „der entscheidende Nährboden. Wenn wir diese Haltung verinnerlicht haben, dann gelingen auch Junge Parlamente.“ Partizipation dürfe dabei nicht als trockene Pflicht verstanden werden: „Partizipation ist nicht dröge, sondern attraktiv.“ Dafür brauche es Verlässlichkeit, langfristige Strukturen, kreative „Herzensprojekte“ und Veranstaltungen, die Freude machen.###3_IMAGES###In der anschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass viele Menschen ähnliche Herausforderungen erleben: fehlende Mitarbeitende, mangelnde Unterstützung seitens der Eltern oder praktische Fragen der Umsetzung.

Auf die Frage, wie Beteiligung trotz knapper Ressourcen möglich werden könne, mahnte Tobias Köpke, dass dies viel mit Prioritätensetzung zu tun habe: „Dann muss man andere Arbeit vielleicht reduzieren.“

Zum Abschluss waren alle Teilnehmenden eingeladen, persönlich weiterzudenken: Was lässt sich schnell und einfach umsetzen? Was ist besonders wichtig geworden? Und wofür soll in der eigenen Gemeinde künftig bewusst Zeit investiert werden? Das Forum machte deutlich: Junge Parlamente verstehen sich nicht nur als neues Format, sondern als Ausdruck einer Gemeindekultur, in der Kinder und Jugendliche aktiv mitgestalten können und geistlich ernst genommen werden. Die Rückmeldungen aus dem Forum soll in die Entwicklung der Jungen Parlamente im Rahmen von UB25 einfließen.

*von Straßburger und Rieger

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news-3972 Thu, 14 May 2026 14:12:56 +0200 „Gottes Segen bewegt … zum Aufbruch“ Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gottes-segen-bewegt-zum-aufbruch In ihrer Predigt im Himmelfahrtsgottesdienst auf der Bundesratstagung sprach Pastorin Natalie Georgi, BEFG-Präsidentin, die Einladung aus, mit Gottes Segen Aufbruch zu wagen. In ihrer Predigt im Himmelfahrtsgottesdienst auf der Bundesratstagung sprach Pastorin Natalie Georgi, Präsidentin des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), die Einladung aus, mit Gottes Segen Aufbruch zu wagen.

„Ich weiß, ich werd’s lieben, wenn ich angekommen bin“, griff Pastorin i.R. Andrea Kallweit-Bensel das Eröffnungslied auf. Sie führte durch den Himmelfahrtsgottesdienst der Bundesratstagung mit dem Thema „Gottes Segen bewegt … zum Aufbruch“, der online nacherlebt werden kann. Sie ist überzeugt: „Aufbruch beginnt nicht mit einer Entscheidung, sondern mit Segen.“

Mit der Himmelfahrt Jesu beginnt etwas Neues. Die Jünger erlebten einen geistlichen Aufbruch. Präsidiumsmitglied Dorothee Oesemann, Pastorin Dagmar Wegener und Andrea Kallweit-Bensel gaben frei nach Lukas 24,26-53 Stimmen der Jünger nach der Himmelfahrt wieder: „Irgendwie stand da plötzlich ein Toter zwischen uns und lächelte wie ein Geist“, so eine erschrockene Stimme. „Ich kann nicht anders glauben, wenn ich Jesus nicht anfassen kann“, äußerte eine andere. „Dann verschwand er. Er entschwebte in den Himmel. Und dann ist er nicht mehr gesehen worden.“ Die Jünger erkannten eine neue Wahrheit: Jesus ist auferstanden. Fortan veränderte sich ihre Beziehung zu Jesus grundlegend.###3_IMAGES###„Es ist so schön, euch zu sehen und gemeinsam unterwegs zu sein“, begann BEFG-Präsidentin Pastorin Natalie Georgi ihre Predigt. Sie hob das Bild hervor, dass Jesus seine Jünger segnete und während des Segnens verschwand. „Er geht im Segen.“ Dieser Segen höre nicht auf. Er gehe weiter von den Jüngern damals bis zu uns heute. Sie lud ein, sich vorzustellen, wie Jesus seine Hand auf ihre Schultern legt und sie segnet. „Die Jünger hatten nach Himmelfahrt nicht mehr Jesus zum Anfassen. Deswegen mussten sie aufbrechen“, so Georgi. Auch wenn sie etwas loslassen mussten, so sei doch ihr Gewinn, dass Gott etwas Größeres machen würde. So seien sie ausgesendet, zu verkündigen: „Gott möchte sich mit dir versöhnen.“ Dabei hielten sie fest an Jesu Gegenwart, die nicht mehr leibliche, sondern geistige Realität sei. Die BEFG-Präsidentin ermutigte zum Aufbruch: „In diesem Segen dürfen wir wandeln, leben, zweifeln, hadern, hinterfragen und auch schwächeln.“

„Mich hat herzlich verlangt“, so Jesus beim letzten Abendmahl. Die Anwesenden feierten im Anschluss an die Predigt das Abendmahl und hatten die Möglichkeit, für sich beten zu lassen. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Jan Primke und seiner Band gestaltet.###3_IMAGES###Die National Baptist Convention of Namibia (NBCN) wurde vor einer Woche in das Missionswerk EBM INTERNATIONAL aufgenommen. Der BEFG hat eine Partnerschaft mit der NBCN. Jonas Kakenge Mbwenga, der Koordinator der Partnerschaft von Seiten der NBCN, berichtete – wie auch beim Eröffnungsabend, dass er Segen im gegenseitigen Voneinander-Lernen erlebt hat. Die Kollekte des Gottesdienstes kommt der Partnerschaft mit der National Baptist Convention of Namibia zugute.

Am Abschluss des Gottesdienstes wurden Dr. Maximilian Zimmermann, der am 1. April seinen Dienst als Generalsekretär begonnen hat, und Natalie Georgi, die beide dieses Jahr zum ersten Mal den Bundesrat leiten, unter den Segen Gottes gestellt.

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news-3970 Thu, 14 May 2026 13:30:00 +0200 Wirksam verbunden und gefördert, getragen von starkem Engagement Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wirksam-verbunden-und-gefoerdert-getragen-von-starkem-engagement Christus in der Mitte, starkes Engagement, die Mitgliederstatistik 2025 und Entwicklungen bei CFD, darum ging es im Bericht von Natalie Georgi und Dr. Maximilian Zimmermann. Mit Jesus Christus in der Mitte, getragen vom starken Engagement der Ehren- und Hauptamtlichen vor Ort und in der überregionalen Arbeit – so beschrieben Natalie Georgi und Dr. Maximilian Zimmermann die Arbeit des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in ihrem gemeinsamen Bericht an den Bundesrat. Die Präsidentin und der Generalsekretär des BEFG stellten auch die Mitgliederstatistik 2025 vor und gingen auf die Entwicklungen beim ChristusForum Deutschland ein.

Schwerpunkt der Bundesratstagung, die vom 13. bis 16. Mai in Kassel stattfindet, sind Beratungen zum Erneuerungsprozess „Unser Bund – Segen bewegt“, kurz UB25. Dazu sagte Maximilian Zimmermann: „Wir arbeiten und beten dafür, dass diese neue Struktur dazu beiträgt, dass unsere Gemeinden wirksam verbunden, gestärkt und gefördert werden. Und wir beten, dass Jesus Christus, der Herr unserer Gemeinden und der Herr unseres Bundes, diese neue Struktur mit Leben erfüllt – nicht zuletzt durch Menschen, die er in den Dienst beruft.“ Mit Verweis auf die „Rechenschaft vom Glauben“ beschrieb er das geistliche Fundament der Freikirche: „Es ist der eine Herr in der Mitte unserer 759 Ortsgemeinden, der uns zusammenschließt; und es ist der eine Geist inmitten unserer 759 Ortsgemeinden, der uns verbindet – das ist die Einheit in all unserer Verschiedenheit.“ Mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen stellte sich der Generalsekretär hinter das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat: „Gerade in diesen Zeiten wollen wir als Gemeinde Jesu Christi und als Bund für die Werte und für die Inhalte unseres Glaubens einstehen. Und gleichzeitig wollen wir das heute und in Zukunft unabhängig und getrennt von jeglicher politischen Einflussnahme tun.“

Der Dank an die Menschen, die sich im BEFG engagieren, nahm im Bericht viel Raum ein. „Als eine Gemeindebewegung, die das Anliegen des Priestertums aller Gläubigen im Herzen trägt, sind wir aus Überzeugung eine Bundesgemeinschaft, die vom Ehrenamt mitgetragen wird“, hob Natalie Georgi hervor. „Es sind manchmal die späten Abendstunden und die wertvollen Wochenenden, die Ihr als Ehrenamtliche in das Leben unserer Gemeinden, in die Neustrukturierung unseres Bundes, in die bisherigen Landesverbände, in die entstehenden Regionen, in die Gremien, in die Fach- und Arbeitskreise und in die vielen Initiativen unserer Bundesgemeinschaft investiert. Das ist ein riesiges Geschenk. Wir danken Euch dafür“. Die Präsidentin richtete sich auch an die hauptamtlichen Bundesmitarbeitenden, die durch Stellenabbau und die Auflösung von Arbeitsbereichen von UB25 besonders betroffen seien. „Wir danken Euch, dass Ihr Euch mit kritischen Anfragen und konstruktiven Ideen in den Prozess eingebracht habt und nun so tatkräftig daran mitarbeitet, dass die Arbeit des Bundes in neuer Form wachsen kann. Allen, deren Dienstzeit demnächst endet, wollen wir nochmal von Herzen danken für das, was Ihr für den Bund getan habt. Ihr hinterlasst Segenspuren, die über Eure Dienstzeit hinauswirken werden.“ Maximilian Zimmermann würdigte die hauptamtlichen Mitarbeitenden der Landesverbände und Landes-GJWs, für die sich durch die Schaffung der Regionen auch viel verändere: „Wir danken Euch, dass Ihr den Übergang so klar und so besonnen und so kraftvoll mitgestaltet und mitprägt. Immer wieder ist es beeindruckend zu sehen, wie Ihr mit großer Wertschätzung für das, was war, und mit einer hoffnungsvollen Klarheit für das, was kommt, in die neue Struktur hineingeht.“

Maximilian Zimmermann stellte die aktuelle Mitgliederstatistik vor, für die in diesem Jahr nur wenige, zentrale Kennwerte erhoben wurden, bevor es kommendes Jahr wieder eine ausführliche Statistik geben wird. Zum 31. Dezember 2025 gehörten zum BEFG 759 Gemeinden mit 71.199 Mitgliedern. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 757 Mitglieder oder 1,05 Prozent. „Dass dieser Trend sich fortsetzt, dass wir auch weiterhin einen zahlenmäßigen Rückgang zu verzeichnen haben, ist kein Grund zur Freude; dass es der niedrigste Rückgang seit dem Jahr 2018 ist, vielleicht ein zarter Grund zu Freude“, so Zimmermann. Als Missionsbewegung werde der Bund sich mit dem Rückgang nicht anfreunden, denn „wir wünschen uns, dass immer mehr Menschen Jesus Christus kennenlernen – weil wir uns nichts Besseres für Menschen vorstellen können.“ Gleichzeitig dürfe der Blick auf den Bund nicht allein von Zahlen bestimmt werden, weil das Neue Testament eine Form von Wachstum beschreibe, die mehr sei. So fordere der Apostel Paulus im Epheserbrief dazu auf, wahrhaftig zu sein in der Liebe und „in allen Stücken“ zu wachsen „zu dem hin, der das Haupt ist, Christus“. Dafür, dass in BEFG-Gemeinden im vergangenen Jahr 1.714 Menschen getauft wurden, sei er dankbar, so Zimmermann: „Wir freuen uns über jeden einzelnen Menschen, der sich auf das Bekenntnis seines Glaubens hin für Zeit und Ewigkeit mit Jesus Christus verbinden lässt. Die Anzahl der Taufen ist übrigens der höchste Wert der letzten sieben Jahre.“

Natalie Georgi ging auf den Beschluss des ChristusForums Deutschland (CFD) von 2024 ein, eigene Körperschaftsrechte anzustreben. Dadurch befinde sich der BEFG in einer Zeit des Übergangs. Mit dem CFD sei vereinbart, „diese Zeit friedvoll und im geschwisterlichen Gespräch“ zu gestalten. „Wir respektieren die Entscheidung des ChristusForums und wir begegnen ihr in der Haltung, das ChristusForum schweren Herzens, aber im Segen ziehen zu lassen.“ Dies bedeute für sie: „Wir halten das ChristusForum nicht gegen seinen Willen fest, führen keinen Trennungsstreit und tragen unseren Teil dazu bei, dass wir uns am Ende des Prozesses als Geschwister begegnen und einander wohlwollend segnen können.“ Die Präsidentin berichtete über ihren Besuch der Jahrestagung des CFD am 20. und 21. März: „Wir haben miteinander unseren Herrn im Lobpreis angebetet, gemeinsam unseren Glauben im Abendmahl bekannt, die Liebe zur Gemeinde Jesu geteilt und ich habe diese besondere geistliche Verbundenheit gespürt. Deshalb haben wir noch einmal beim ChristusForum dafür geworben, dass wir uns um die Einheit und unseren gemeinsamen Auftrag in der Welt bemühen und ernsthaft zu prüfen, ob ein gemeinsamer Weg in einem Bund möglich ist. Wir sind überzeugt, dass es mehr Verbindendes als Trennendes gibt und dass es möglich ist, die Einheit in Christus in Vielfalt zu leben.“

Natalie Georgi dankte den Mitgliedern der Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG, deren Einrichtung der Bundesrat im Vorjahr beschlossen hatte. „Der Schmerz, der Menschen in unserer Mitte zugefügt worden ist, darf nicht übersehen werden.“ Sie berichtete auch über eine neue Entwicklung in den Vorgängen rund um das Diakoniewerk Bethel, die den BEFG vor allem in den Jahren 2015 bis 2017 beschäftigt hatten. So sei es nach einer jahrelangen Auseinandersetzung in einem Vergleich gelungen, Versorgungssicherheit für die Bethel-Schwestern zu erreichen. „Unser besonderer Dank gilt allen, die sich so beharrlich für die Belange der Schwestern stark gemacht haben und sie auch finanziell unterstützt haben.“

Am Ende erinnerte Natalie Georgi an die Konflikte in aller Welt. „Ohne den Unterschied zwischen den Angreifern und den Angegriffenen zu verwischen, beten wir für alle Menschen auf allen Seiten, denen die Kriegshandlungen Tag für Tag unvorstellbares Leid zufügen.“ Sie warnte vor eine Zunahme der Gewalt: „So sehr wir das Bedürfnis nach Sicherheit verstehen, so sehr beklagen wir als Kirche in täuferischer Tradition die zunehmende weltweite Aufrüstung.“ Auch an die politisch Verantwortlichen gerichtet ermutigte Georgi dazu, sich für Frieden einzusetzen: „Die Spirale von Gewalt und Gegengewalt muss durchbrochen werden von Menschen des Friedens, der Liebe und der Besonnenheit.“

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