Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland https://www.befg.de Die Nachrichten aus dem Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden de-de Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Wed, 10 Dec 2025 16:29:02 +0100 Wed, 10 Dec 2025 16:29:02 +0100 TYPO3 EXT:news news-3915 Wed, 03 Dec 2025 13:55:42 +0100 Kick-off Region 08 – ein gelungener Start in Hildesheim Jürgen Tischler https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/kick-off-region-08-ein-gelungener-start-in-hildesheim In 25 Regionen sollen Gemeinden in ihrer missionarischen Gemeindeentwicklung und in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstützt werden. In 25 Regionen sollen Gemeinden in ihrer missionarischen Gemeindeentwicklung und in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstützt werden. Das ist ein zentrales Anliegen von „Unser Bund – Segen bewegt“, dem neuen Strukturkonzept für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). An vielen Orten wird die Schaffung der Regionen bereits vorbereitet. In der Region 08 (Niedersachsen Mitte und Süd) war am 29. November Kick-off. Ein Bericht von Landesverbandsleiter Jürgen Tischler, der künftig als einer von vier Regionenkoordinatoren für die BEFG-Regionen in Ostdeutschland zuständig sein wird.

31 Gemeindevertreterinnen und -vertreter der neuen Region 08 kamen in der Kreuzkirche Hildesheim zusammen. Mit diesem Kick-off ist der Startschuss für die regionale Arbeit gefallen und der Transfer des Landesverbandes Niedersachsen – Ostwestfalen – Sachsen-Anhalt (NOSA) in künftig vier Regionen beginnt.

Seit dem Landesverbandstag im April 2025 hatte das Startteam diesen Tag vorbereitet. Alle Gemeinden waren eingeladen und gebeten worden, ihre Informationen im Vorfeld online in einen umfangreichen Fragebogen einzutragen. Gefragt wurde nach demografischen Grundlagen, Herausforderungen, Ressourcen und laufenden Gemeindeentwicklungsprozessen. Damit sich möglichst viele Gemeinden beteiligen, erhielten die ersten zehn Einsender ein kleines Paket für ihre nächste Gemeindeleitungssitzung. So liegen nun aussagekräftige Daten vor, die dem neuen Regionalteam als Arbeitsgrundlage dienen werden.

Als Landesverbandsleiter führte ich gemeinsam mit dem Startteam durch den Tag. Benedikt Elsner, Landesjugendpastor und ab 1. Januar 2026 Regionenkoordinator Nord, eröffnete mit einem geistlichen Impuls zum Bild des Sämanns aus einem Gleichnis Jesu. In den fünf Stunden des Treffens standen vor allem Kennenlernen, Austausch und die Klärung von Fragen rund um Auftrag und Arbeitsweise des Regionalteams im Fokus.###3_IMAGES###In einem kreativen Prozess wurde ein breit aufgestelltes Regionalteam aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Gemeinden gewählt. Gesegnet und dafür legitimiert wurden: Antonia Schmidt (Hannover-Kronsberg), Susanne Schulz (Uslar), Marcelino Rova Fraga (Hannover-Linden), Dortje Brandes (Göttingen), Friederike Heinze (Hildesheim) und Ines Löw (Hameln). Ergänzt wird das Team durch den Regionalreferenten oder die Regionalreferentin für Jugend und Gemeindeentwicklung, den Regionenkoordinator Benedikt Elsner sowie bis Ende 2026 durch mich als Landesverbandsleiter und den stellvertretenden Landesverbandsleiter Dr. Stefan Voges.

Viele Rückmeldungen zeigten: Der Tag wurde als lebendig, gut strukturiert und zugleich herzlich erlebt. Eine Kennenlern-Runde zu Beginn, gestaltet von Wolfgang Bauer, und ein Wimmelbild zur eigenen Gefühlslage im Prozess „Unser Bund 2025“ halfen, schnell in einen offenen Austausch zu kommen. Dankbar verabschiedeten die Teilnehmenden das Startteam, das seinen temporären Auftrag mit diesem Kick-off erfüllt hat.

Wir freuen uns auf die nächsten Schritte in Region 08, für die ein schlüssiger Namensvorschlag noch gesucht wird.

Fotos: Jürgen Tischler

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news-3914 Tue, 02 Dec 2025 10:24:48 +0100 VEF-Mitgliederversammlung: richtungsweisende Entscheidungen Vereinigung Evangelischer Freikirchen https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/vef-mitgliederversammlung-richtungsweisende-entscheidungen Bei der Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Burbach warf der 100. Geburtstag der Vereinigung seine Schatten voraus. 2026 feiert die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ihr 100-jähriges Jubiläum. Bei ihrer Mitgliederversammlung in Burbach haben die Delegierten der VEF am 25. und 26. November mit einer neu gegründeten Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt, einer Geschäftsstellenleiterin und den Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier richtungsweisende Entscheidungen getroffen.

Im winterlichen Siegerland trafen sich die Delegierten der Mitgliedskirchen der VEF, um über aktuelle Themen zu sprechen und Weichenstellungen für die Zukunft zu entscheiden. So fand Präsident Marc Brenner dankende Worte für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), der maßgeblich die neu gegründete VEF-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt trägt. Neun Gemeindebünde unterschrieben die Vereinbarung, die die Zusammenarbeit mit den Personen zur Verfahrensbegleitung regelt. „Mit der VEF-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt haben wir jetzt eine Adresse auch für die kleineren Gemeindebünde, um Betroffene zu hören und ihnen angemessenen Raum zu geben. Und Aufarbeitungskommissionen beginnen immerhin bei einzelnen unserer Mitgliedsbünde. Wir bleiben an dem Thema dran“, unterstrich Brenner. Die Informationen über Erreichbarkeit und Vorgehensweisen werden ab Januar auf vef.de und den Webseiten der beteiligten Gemeindebünde zu finden sein.

Ebenfalls ab Januar 2026 wird BEFG-Pastorin Jasmin Jäger die neu geschaffene Position der Geschäftsstellenleitung einnehmen. Seit vielen Jahren kennt Jasmin Jäger die VEF. Sie wird auch weiterhin die Rundfunkbeauftragung ausfüllen. Nun wird sie zusätzlich die Öffentlichkeitskommunikation verantworten sowie Prozesse anstoßen und Präsident und Vorstand entlasten. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Jasmin Jäger eine Person gefunden haben, die nicht nur die VEF bereits gut kennt, sondern diese Stelle mit Ausstrahlung und Kompetenz ausfüllt“, so VEF-Präsident Marc Brenner. Jasmin Jäger arbeitet zukünftig 50 Prozent für die VEF. Mit der anderen Hälfte ihrer Arbeitszeit wird sie weiterhin als Referentin im Generalsekretariat des BEFG in Elstal tätig sein.

Ein Hauch von Feierlichkeit entstand bereits, als von den Planungen für das 100-jährige Jubiläum der VEF berichtet wurde. Ein Magazin ist in Planung, das im SCM Bundes-Verlag erscheinen wird und die bunte Vielfalt aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der VEF sowohl auf Papier als auch digital darstellen wird. Am Geburtstag selbst, dem 29. April 2026, wird ein Gottesdienst mit Festakt und Empfang in der Lukas-Gemeinde in Berlin-Schöneberg stattfinden. Auch per Live-Stream werden die Festlichkeiten ab 18 Uhr zu verfolgen sein. Der Bundespräsident ist eingeladen.

Die Feierlichkeiten werden ergänzt durch die Jahrestagung des Vereins für Freikirchenforschung, die sich vom 30. April bis zum 2. Mai in Berlin-Wedding mit der VEF beschäftigen wird. Expertinnen und Experten werden in Vorträgen und Diskussionen die Geschichte und aktuelle Wirkung und Vernetzungen der VEF erörtern. Für Interessierte auch aus anderen kirchlichen Denominationen sehr empfohlen. Weitere Informationen werden zeitnah auf der Webseite freikirchenforschung.de zu finden sein.

Im Bericht des Beauftragten am Sitz der Bundesregierung gab Konstantin von Abendroth den Wunsch der Bundespräsidialamtsleitung weiter, sich am Tag des Ehrenamts zu beteiligen (ehrentag.de). Den 77. Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 hat der Bundespräsident zum „Ehrentag“ ausgerufen, um ehrenamtliches Engagement zu würdigen und zu fördern. Kirchen und Freikirchen seien wichtige Stützen unserer Demokratie, was durch hohes ehrenamtliches Engagement zum Ausdruck kommt.

Auch beim Rückblick auf das 500-jährige Täufergedenken wurde der Bundespräsident zitiert. „Die Täuferbewegung hat Teil an unserer demokratischen Entwicklung“, so Frank-Walter Steinmeier beim Festakt am 21. September in Hamburg. Doris Hege, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden, bekräftigte ihren Wunsch, dass das Gedenken in die Zukunft reicht und zu einem mündigen Glauben ermutigt.

Bereits eingearbeitet hat sich der neue Kirchenasylbeauftragte beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), Pastor i.R. Frank Fornaçon, der sich den Delegierten vorstellte. Er ist in diesem Jahr auf Rechtsanwalt Andreas Hantschel gefolgt und ist über kirchenasyl(at)vef.de als Ansprechpartner für VEF-Gemeinden zu erreichen.

Mehrere Gäste haben in diesem Jahr die Mitgliederversammlung ergänzt. Der vor Ort ansässige Wycliff e.V. stellte seine Arbeit in Sprachforschung und Bibelübersetzung vor. Die Vorstellung der Deutschen Bibelgesellschaft und der Bibelsoftware Logos ergänzten den Fokus auf die Bibel. Und die PROVITA-Stiftung gab einen Einblick in ihre Arbeit zu lebensethischen Themen, zu der zum Beispiel die Initiative „Lebens?fragen“ gehört.

Die Mitgliederversammlung tagt zwei Mal im Jahr. Die nächste Tagung findet am 30. April 2026 in Berlin statt.

 

Wertvolle Termine zum Wahrnehmen:

13.-16.03.2026 Aufbaukurs Konfessionskunde des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim zum Thema „Freikirchen“, siehe www.konfessionskundliches-institut.com
29.04.2026 Feierlichkeiten zu 100 Jahre VEF, ab 18 Uhr mit Livestream
30.04.-02.05.2026 Jahrestagung des Vereins für Freikirchenforschung in Berlin, www.freikirchenforschung.de

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news-3912 Thu, 27 Nov 2025 10:58:08 +0100 „Ein Kunstwerk auf dem Acker Gottes“ Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ein-kunstwerk-auf-dem-acker-gottes Thema der Offenen Präsidiumssitzung am 21. und 22. November in Elstal war der Veränderungsprozess „Unser Bund 2025 – Segen bewegt“. Thema der Offenen Präsidiumssitzung (OPS) am 21. und 22. November in Elstal war der Veränderungsprozess „Unser Bund 2025 – Segen bewegt“ (UB25). Dazu hatte das Präsidium Mitarbeitende des BEFG, die Leitungen der Landesverbände, die Landes-GJW-Vorstände, die Ständige Konferenz der Hauptamtlichen im GJW (SKH), den Bundesvorstand des GJW sowie die Verhandlungsleitenden des Bundesrates und einzelner Arbeitskreise des Bundes eingeladen. Deutlich wurde an beiden Tagen, dass der UB25-Prozess alle Beteiligten fordert und zugleich neue Chancen eröffnet. „Wir sind der Acker Gottes“, sagte BEFG-Präsidentin Natalie Georgi in ihrer Andacht zu 1. Korinther 3,5-9. „Alles, was wir heute tun, ist Teil eines größeren Kunstwerks, das Gott mit uns gestaltet.“

Die OPS solle „Resonanzraum“ sein, in dem unterschiedliche Perspektiven mit Achtung und Wertschätzung gehört werden, hieß es am Anfang der Tagung. So zeigte bereits der Präsidiumsbericht zu Beginn der Veranstaltung, dass sich die Mitglieder bewusst sind, wie herausfordernd die aktuellen Änderungen für viele sind. Gleichzeitig wurde betont, dass die Veränderungen breit getragen und bewusst entschieden worden seien, um den Bund für die Zukunft handlungsfähig zu machen. „Wir wollen eine Kirche des Dialogs bleiben, eine Kirche, in der Gemeinden ein Netzwerk bilden und in der wir miteinander unterwegs sind“, sagte Natalie Georgi. Den Mitarbeitenden wurde angeboten, gute Begleitung im Veränderungsprozess zu erhalten – zum Beispiel durch Supervision.###3_IMAGES###In einem Gottesdienst hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, mithilfe von Symbolhandlungen das abzugeben, was sie im Zusammenhang mit UB25 belastet, und dem Ausdruck zu verleihen, was ihnen Hoffnung gibt. Sie konnten für sich beten und sich segnen lassen. Präsidiumsmitglied Dr. Michael Rohde predigte über den Aaronitischen Segen und hob dessen Dreiklang hervor: Gottes Bewahrung („Der Herr segne dich und behüte dich“), seine leuchtende und gnädige Zuwendung („Der Herr lasse sein Angesicht leuchten…“) und der Frieden, den er schenkt („Der Herr erhebe sein Angesicht…“): „Es ist Gott, der Schöpfer, der bewahren will, und Jesus Christus, der seine Gnade schenken will, und der Heilige Geist, der seinen Frieden geben will. So segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist im Alltag“, so Rohde.###3_IMAGES###Prozesskoordinator Christoph Bartels erinnerte an die drei Phasen des UB25-Prozesses: Voraussetzungen schaffen (bis Ende 2025), Aufbau und Transformation (2026) sowie Feinschliff und Festigung (2027). Der Bund befinde sich nun am Ende der ersten Phase und viele Teilprojekte seien bereits gestartet. Rund 80 Personen engagieren sich in verschiedenen Arbeitsgruppen. Bartels beschrieb die aktuelle Situation als eine Art Werkstattgemeinschaft, in der wichtige Grundlagen gelegt werden, auch wenn nicht alle Beteiligten später Teil der neuen Struktur sein werden.###3_IMAGES###In kurzen Einblicken wurden die Teilprojekte vorgestellt. In der zukünftigen Personalabteilung müssen künftig rund 120 bis 130 Personen administrativ betreut werden – ein komplexes Vorhaben, wie Teilprojekt-Leiter Thomas Seibert schilderte. Im Bereich Fördermittel wurde deutlich, dass vor allem Regionen, die nicht deckungsgleich mit Bundesländern sind, intensivere Beratung benötigen. Der Arbeitskreis Ordnungen arbeitet daran, die beschlossenen Strukturen in die Verfassung, die Geschäfts- und Wahlordnung des Bundesrats sowie weiterer Ordnungen zu überführen. In den Regionen wird unter anderem geschaut, wie die Bereiche Gemeindeentwicklung und Junge Gemeinden gut gestaltet werden können und wo hier noch Unterstützungsbedarf besteht.  Das Teilprojekt GJW befasst sich unter anderem mit der Frage, wie Jugendverbandlichkeit erhalten bleibt und die jungen Parlamente starten können. Auch die digitale Infrastruktur wird umfassend betrachtet – von Hardware über Software bis zu Datenschutzfragen. Im Bereich Finanzen ging es um die Weiterentwicklung des Bundesbeitragsmodells sowie um konkrete Schritte in der Prüfung eines Teilverkaufs des Elstaler Campus’, dessen Erlöse zur Entschuldung des Bundes beitragen sollen.

Bei einer Austauschrunde hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, Hoffnung, Befürchtungen und Sachfragen zu äußern, die sie im Zusammenhang mit dem UB25-Prozess bewegten. „Generationen verbinden sich neu“, „mehr Ehrenamtliche beteiligen sich“, „stärkere Nähe zu den Gemeinden“ und „zusätzliche Motivation“ waren Statements, die als Hoffnung geäußert wurden. „Die intrinsische Motivation der Leute können wir nicht erzeugen“, sagte Bartels, „aber wir können Strukturen schaffen, in denen Motivation entstehen kann.“ Und mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschten sich, „dass wir neu entdecken, was unsere Mission ist. Dass wir nicht Kirche für uns selbst sind, sondern Kirche für andere sein können. Einige Teilnehmende berichteten von Teams in den Regionen, die bereits jetzt neue Impulse setzen. Sachfragen wurden unter anderem zur künftigen Struktur des GJW sowie zu Budgetverantwortung und Personalentscheidungen in den Regionen gestellt. Unter den geäußerten Befürchtungen fanden sich Zweifel daran, ob der Aufbruch mit geringeren Ressourcen gelingen kann, sowie die Sorge vor Wissensverlust. Zugleich wurde überlegt, wie Kompetenzen dokumentiert und Übergänge gestaltet werden können.###3_IMAGES###Am zweiten Tag lud die Methode „Rückblick aus der Zukunft“ dazu ein, sich gedanklich ins Jahr 2027 zu versetzen und zu beschreiben, wie die Transformation gelungen ist. Dabei entstand ein hoffnungsvolles Bild: bessere Kommunikation zwischen Regionen und Gemeinden, gestärkte Jugendbeteiligung, neue Wertschätzungskultur, engagiertes Ehrenamt, bereichsübergreifende Kompetenzen, verlässliche digitale Strukturen, Innovationsfonds, missionarische Aufbrüche, gestaltete Übergänge und Dankesfeiern, größere finanzielle Spielräume und niedrigschwellige Beteiligungsmodelle. Immer wieder wurde betont, wie wichtig Vernetzung ist. Genannt wurde auch die Notwendigkeit, Macht abzugeben, um Neues zu ermöglichen.

In der Auswertung sagten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass sich ihr Blick von Problemen hin zu neuen Möglichkeiten verschoben hatte. Das gemeinsame „Wir“ sei spürbar geworden, hieß es. Zudem wurde mehrfach auf die geistliche Dimension des Prozesses hingewiesen: das Vertrauen darauf, dass Gott Wachstum schenkt und das „Unverfügbare“ in seiner Hand liegt. Hervorgehoben wurde auch die Bedeutung, auf breiter Ebene davon zu erzählen, wie der Veränderungsprozess erlebt wird, damit deutlich wird, wohin der Weg führt. Ebenso wurde der Wunsch geäußert, transparent zu machen, wer welche Verantwortung trägt. Auch die Idee eines FAQ-Formats wurde aufgenommen. Zudem wurde der Wunsch genannt, neue Gesichter, Rollen und Verantwortlichkeiten bald sichtbar zu machen.###3_IMAGES###So prägte ein Gedanke von Natalie Georgi die gesamte OPS: „Dass Unsicherheit und Hoffnung nebeneinanderstehen dürfen – und dass Gott Segen schenkt, wo Menschen sich einbringen, um gemeinsam Zukunft zu gestalten.“

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news-3911 Wed, 19 Nov 2025 10:00:00 +0100 Neuer Theologischer Grundkurs in Stuttgart gestartet Steffen Peterseim, Kursleiter und Lehrer für AT https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/neuer-theologischer-grundkurs-in-stuttgart-gestartet Die Südkursgruppe des Theologischen Grundkurses startete am Wochenende 7. bis 9. November 2025. Die Südkursgruppe des Theologischen Grundkurses startete am Wochenende 7. bis 9. November 2025.

Zwölf Teilnehmer:innen aus baptistischen und methodistischen Gemeinden trafen sich im bbz in Stuttgart-Giebel.
Bis Juli 2027 werden sie zusammen mit den Lehrer:innen Robert Hoffmann, Steffen Peterseim, Rainer Zimmerschitt und Almuth Zipf mit Bibel, Theologie und Glaube auseinandersetzen.

Den Theologische Grundkurs gibt es außerdem in Rudolstadt und Vechta. Weitere Informationen gibt es auf der unten verlinkten Seite.

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news-3910 Tue, 18 Nov 2025 10:41:54 +0100 Wie die Hirten – Wir gehen hin und erzählen von Jesus Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wie-die-hirten-wir-gehen-hin-und-erzaehlen-von-jesus Für die Mission in Deutschland bitten Christoph Stiba und Volker Springer um eine Spende zu Weihnachten. Ein Kernanliegen des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ist die Mission. Der Bund unterstützt etwa Gründungen neuer Gemeinden und die Revitalisierung von Gemeinden in einer Krise. Damit sie ihre Mission leben können. Deshalb bitten Generalsekretär Christoph Stiba und der kaufmännische Geschäftsführer Volker Springer zur Weihnachtszeit um eine Spende für die Mission.

„Es begab sich aber zu der Zeit …“, beginnt der Evangelist Lukas die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem. Vor der Stadt erschien den Hirten ein Engel, der zu ihnen sagte: „Ich verkündige euch große Freude …; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus.“ Die Hirten eilten nach Bethlehem, um nachzusehen, fanden „das Kind in der Krippe liegen“ und waren so begeistert, dass sie „das Wort ausbreiteten“, das der Engel zu ihnen gesagt hatte, erzählt Lukas.

„Hirten verstanden bereits, dass sie von dem Engel einen Auftrag, eine Mission, erhalten hatten“, so Stiba und Springer. Zum Missionsauftrag gehört für den Bund, Gemeindegründungsprojekte zu unterstützen. Etwa die „Ekklesia Schifferstadt“ in Rheinland-Pfalz. Sie begann 2016 als Hauskreis. „Heute zeigen sich besonders Jugendliche sehr interessiert“, sagt Annette Spoor, Leiterin der jungen Gemeinde.

Auch „Pulsschlag Deggendorf“ in Bayern gehört zu den geförderten Gründungsprojekten. „Wir haben 2019 mit sieben Personen in Gasthöfen angefangen“, erklärt ihr Leiter Christoph Busch. „In den ersten Gemeinderäumen hatten wir keine Stühle. Dennoch sind Menschen zu uns gekommen, vor allem Studenten.“ Es gibt aber auch alteingesessene Gemeinden, die sich die Zukunftsfrage stellen. Für sie bietet der Bund das Projekt:Revitalisierung. Ein Beispiel aus dem Ruhrgebiet: „Im vorletzten Jahr war ich zum Gottesdienst in Recklinghausen. Mit mir waren acht Leute gekommen“, erinnert sich Martin Seydlitz, Referent im BEFG-Landesverband NRW. „Der Zweifel, ob es hier wirklich noch weitergehen konnte, war mit Händen greifbar.“ Aber der mit einem Begleiter gestartete Revitalisierungsprozess des Bundes kam offenbar genau zur richtigen Zeit. „Im Oktober dieses Jahres waren es schon wieder 30 Personen, die zum Gottesdienst kamen! Es gibt auch wieder einen Frauen- und Männertreff.

Mission auf neue Weise lebt seit kurzem André Peter. „Als Bund unterstützen wir ihn bei seinem Projekt ‚Jüngerschaft und Gemeindeaufbau‘“, berichten Stiba und Springer. „Mit einfachen Fragen lesen wir die Bibel so, dass sie ganz alltagsrelevant in unser Leben spricht,“ erklärt Peter den neuen Ansatz. Inspiriert von Besuchen bei Baptisten in England, die schon länger mit diesen Prinzipien arbeiten, möchte er auch die Gemeinden des Bundes neu ermutigen.

Christoph Stiba und Volker Springer bitten deshalb: „Liebe Geschwister, lassen Sie uns dieses Jahr zu Weihnachten wieder wie die Hirten die guten Nachrichten von Bethlehem weitergeben. Mit Ihrer Spende können wir Projekte wie die hier vorgestellten, unterstützen. Bitte spenden Sie großzügig für die Mission unseres Bundes, damit viele Menschen in der Nachfolge Jesu leben und wirken.“

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news-3907 Thu, 06 Nov 2025 11:54:35 +0100 „Unity of Purpose“: Alan Donaldson in Elstal Joshua Searle https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/unity-of-purpose-alan-donaldson-in-elstal Alan Donaldson, Generalsekretär der European Baptist Federation (EBF), besuchte kürzlich die Theologische Hochschule Elstal. Alan Donaldson, Generalsekretär der European Baptist Federation (EBF), besuchte am 16. Oktober die Theologische Hochschule Elstal. Während seines Besuchs ermutigte er Studierende der Hochschule sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BEFG mit inspirierenden Geschichten, wie Gott durch baptistische Gemeinden in der gesamten EBF wirkt. Die EBF umfasst eine große Vielfalt von Ländern, von Kontinentaleuropa und Großbritannien über den Nahen Osten bis nach Zentralasien.

Im Gespräch hob Donaldson hervor, wie die EBF-Gemeinden trotz unterschiedlicher theologischer oder ethischer Positionen eine „Unity of Purpose“ – eine Einheit des gemeinsamen Auftrags – bewahren. Diese Verbundenheit in Christus ermögliche es, gemeinsam an der Mission Gottes zu arbeiten.

Donaldson berichtete außerdem von den Auszeichnungen, die er und Elijah Brown, Generalsekretär der Baptist World Alliance (BWA), kürzlich von Wolodymyr Selenskyi für ihre Unterstützung der Ukraine erhalten haben. In diesem Zusammenhang würdigte er besonders den Beitrag von German Baptist Aid für die Ukraine-Hilfe.

Die Studierenden bestärkte Donaldson, sich aktiv in die Arbeit der EBF und der BWA einzubringen, um den Glauben und die Mission in Europa und darüber hinaus weiter voranzubringen.

„Es war mir eine große Freude, Zeit mit den Lehrenden, Studierenden und BEFG-Mitarbeitenden in Elstal zu verbringen“, sagte Donaldson. „Ermutigend war es für mich, gemeinsam die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit zu erörtern, während wir über die gemeinschaftliche Dimension der Mission Gottes nachdachten, wie sie in Johannes 13 beschrieben wird.“

Der Besuch Alan Donaldsons in Elstal hinterließ bleibende Eindrücke und inspirierte dazu, gemeinsam im Glauben zu wachsen, Brücken der Einheit zu bauen und das Evangelium Christi in Europa und weltweit zu verkünden.

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news-3903 Fri, 17 Oct 2025 10:00:00 +0200 „Klassik am Wochenende“ in Berlin 2025 Holger Catenhusen https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/klassik-am-wochenende-in-berlin-2025 Ein musikalisches Wochenende in Berlin Am Anfang stand der Wunsch: „Verleih uns Frieden“. In der Vertonung von Heinrich Schütz, gesungen von etwa 80 Sängerinnen aus ganz Deutschland, erfüllte jene Friedensbitte den Kirchsaal der EFG Berlin-Steglitz. Der Projektchor von Klassik am Wochenende begann mit dieser Motette sein diesjähriges Abendkonzert am 26. Juli, die einst Heinrich Schütz unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges komponiert hatte. 

Unter der Leitung von Martin Sellke wurde an drei Tagen ein vielseitiges Konzertprogramm einstudiert. Gesangssolisten begleiteten den Chor bei Mendelssohns „Lobgesang“, ebenso wie ein Instrumentalensemble. Das Programm erstreckte sich durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte. Vom Frühbarock des Heinrich Schütz, zu Johann Sebastian Bach und der Romantik von Mendelssohn, als auch Tonschöpfungen der Moderne von John Rutter und Knut Nystedt, reichte das Programm. Klassischer Jazzgesang wurde von Finja Sellke, Sopran, wunderbar klingend dargeboten.
Sogar ein hebräisches Lied erklang als Tenorsolo mit Instrumentalbegleitung.

Die Anrufung Gottes, das Loben, Flehen und Danken – das ist der geistliche Kern der Musik, die zu hören war. Im Sonntagsgottesdienst in der Baptistenkirche Wedding verband sich diese Botschaft auf vielfältige Weise mit dem gesprochenen geistlichen Wort. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, konstatierte einst der jüdische Philosoph Martin Buber. Die Chorgemeinschaft, die freundliche Aufnahme in der Baptistengemeinde im Wedding fand, war dafür ein lebendiges Beispiel.

 

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news-3901 Thu, 09 Oct 2025 10:00:00 +0200 „Entscheidungschristentum – Erbe und Potential täuferischer und anderer Freikirchen für die Zukunft der Kirche“ Simon Werner https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/entscheidungschristentum-erbe-und-potential-taeuferischer-und-anderer-freikirchen-fuer-die-zukunft-der-kirche Diskussion historischer Wurzeln und aktueller Herausforderungen (frei-)kirchlicher Glaubens- und Entscheidungsformen. In zeitlicher Nähe und innerem Zusammenhang zum Festakt 500 Jahre Täufertum fand vom 19. bis 21. September in der Christuskirche Hamburg Altona ein gemeinsames Symposion der Gesellschaft für Freikirchliche Theologie und Publizistik (GFTP) und des Vereins für Freikirchenforschung  statt. Etwa 70 Interessierte diskutierten historische Perspektiven und (sehr) aktuelle Herausforderungen einer bestimmten Sozialform von Kirche, wie sie den (klassischen) Freikirchen und in Deutschland daneben auch den landeskirchlichen Gemeinschaften zu eigen ist.  

Prof. Dr. Jonathan Reinert (Reutlingen), Prof. Dr. Frank Lüdke (Marburg) und Prof. Dr. Miriam van Veen (Göttingen) beleuchteten die Kategorie der Entschiedenheit im Glauben der Täuferbewegung im 16. Jahrhundert sowie die Bedeutung persönlicher Glaubensentscheidungen in der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts. 

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Marburg), Prof. Dr. Ralf Miggelbrink (Essen) und Prof. Dr. Oliver Pilnei (Elstal) gingen der Frage nach, welche Rolle „Entscheidung“ und „Entschiedenheit“ heute in Kirche und Gemeinde spielen. Dabei setzten sie vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Konfession -  evangelisch-landeskirchlich, katholisch und baptistisch - sehr unterschiedliche Schwerpunkte. Die Dringlichkeit der Frage welche Bedeutung die Kategorie Entscheidung in unserer Kirche hat, mag mit einer Zahl verdeutlicht sein: Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zählt derzeit noch circa 72000 Mitglieder, Knapp 35.000 Mitglieder sind summiert in den letzten 25 Jahren ausgetreten. 

Hochaktuell gerahmt wurden diese Beiträge von den Vorträgen von Prof. Dr. David Gushee (Atlanta, USA) und Dr. Maria Hinsenkamp (Hagen). Mit seinem Vortrag „Believers Churches als Auslaufmodell? – Eine amerikanische Perspektive“ warnte der bekannte baptistische Ethiker David Gushee vor dem Aufstieg eines „trumpistischen post-evangelikalen autoritären reaktionären Christentums“, das sich zunehmend von den Werten der Nachfolge Jesu entferne. Dieses autoritär reaktionäre Christentum befinde sich in einer Säkularisierungsentwicklung hin zu einem post-christlichen Status. Es fehle eine Autorität, die mit gemeinschaftlich organisierter Stimme das Evangelium stark machen und dieser Entwicklung entgegenstehen könne wie es zurzeit vor allem der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten gelinge. Aber gerade in dieser Situation sei die Tradition der Believers Churches und deren Betonung der Nachfolge kein Auslaufmodell. Sie stünden nun vor der Herausforderung, ihre Stimme neu zu finden und ihre Ressourcen zu bündeln, um den „Verwüstungen der aktuellen Regierung“ entgegenzustehen. 

Maria Hinsenkamp präsentierte die Ergebnisse ihrer Forschung unter dem Titel „Kingdom Minded Network Christianity (KiNC) als Herausforderung für etablierte Freikirchen und Zukunftsmodell des Christentums?“. Sie beschrieb, wie neocharismatische Bewegungen den Begriff „Reich Gottes“ mit weltlicher Macht verbinden und damit autoritären Tendenzen Vorschub leisten. Ihre Analyse deckte sich mit den Beschreibungen Gushees zu weiten Teilen.

Mit diesen herausfordernden Gedanken am Ende des akademischen Teils der Tagung waren die Teilnehmenden eingeladen, am Samstagabend an einer musikalischen Veranstaltung im Rahmen der „Nacht der Kirchen“ in Hamburg teilzunehmen, bei der ein Podiumsgespräch Impulse und Inspirationen der Täuferbewegung für die Gegenwart aufgriff.

Zu all dem in Verbindung stand natürlich auch noch der Festakt in der Christuskirche Altona und der Festgottesdienst in der Mennonitenkirche zu Hamburg und Altona, die anlässlich des Gedenkens zu 500 Jahre Täuferbewegung stattfanden. Unter den Gästen war auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

 

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news-3898 Thu, 02 Oct 2025 09:58:09 +0200 Verwoben – 75 Jahre Europäische Baptistische Föderation Matthias Dichristin (und Michael Rohde) https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/verwoben-75-jahre-europaeische-baptistische-foederation Vom 24. bis 27. September fand die jährliche Ratstagung der EBF in Amman/Jordanien statt. Vom 24. bis 27. September fand die jährliche Ratstagung der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) in Amman/Jordanien statt. In diesem Jahr wurde das 75-jährige Jubiläum der Vereinigung von Baptistenbünden aus Europa und dem Nahen Osten gefeiert. Heute zählen 59 Bünde aus 52 Ländern mit fast 750.000 Mitgliedern zur EBF. Spannende Begegnungen und Vorträge zogen sich durch das Programm, und die Kriegssituation in der Region prägte die Aufrufe zu Frieden und Solidarität von arabischen Christen. Ein besonderer Fokus lag auf Berichten aus Gaza und dem Westjordanland. 

Bereits 1950, als die EBF gegründet wurde, prägten große Umbrüche die Region um Jordanien. „Seit unserer Entstehung sind wir für den Frieden miteinander verbunden“, sagte Alan Donaldson, Generalsekretär der EBF. „Unsere Einheit ist ein Zeugnis des Evangeliums in einer geteilten Welt.“ Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten während des Kongresses, ermutigte Pastorin Lynn Green, Generalsekretärin der britischen Baptisten und neugewählte Vizepräsidentin des Baptistischen Weltbundes (Baptist World Alliance), die Teilnehmenden, als baptistische Gemeinschaften vor Ort miteinander verwoben zu sein. Passend zum Konferenzthema „Woven together for peace“ („Zusammen verwoben für den Frieden“) nutze sie das Bild von einem Loch in einem Kleidungsstück: „So wie Löcher gestopft werden, können wir als Baptisten Beziehungen heilen, Lücken füllen und Zerbrüche überwinden.“ Dazu brauche es wie beim tatsächlichen Flicken eines Loches, „dass wir über die Ränder hinausgehen, Grenzen erweitern und wirklich die Fäden unserer Geschichten unter- und übereinanderlegen“.###3_IMAGES###Pastor Nabil Costa von der German Baptist Aid-Partnerorganisation Thimar aus dem Libanon war eine von vielen Stimmen aus der Region, die dazu aufgerufen haben, zu beten und finanzielle Unterstützung im Nahen Osten weiter zu stärken. Viele Menschen sind andauernd auf der Flucht, die Situation in Syrien bleibt unberechenbar und Hilfsprojekte stehen treu Menschen zur Seite, die ihre Heimat verlassen mussten. Besonders der bevorstehende Winter wird große Herausforderungen mit sich bringen.

Sein Cousin, Pastor Charles Costa (ebenfalls Libanon), wurde nach zwei Jahren als Vizepräsident nun zum EBF-Präsidenten gewählt. Gemeinsam mit dem schottischen Generalsekretär Alan Donaldson und der neuen Vizepräsidentin Dr. Einike Pilli aus Estland leitet er die EBF in den nächsten Jahren. In seiner Rede sprach er leidenschaftlich davon, sich im Angesicht aller Konflikte und Herausforderungen für Frieden und Versöhnung einzusetzen. „Jesus ist der Friedefürst und es ist unser Auftrag als Kirche, diese Wesensart Gottes in die Welt zu bringen“. Viele religiöse und staatliche Vertreter haben an dem Festabend zum 75. Jubiläum teilgenommen, der in Auszügen im jordanischen Fernsehen übertragen wurde. ###3_IMAGES###An der Vorkonferenz zu humanitärer Arbeit hat Ehepaar Kakish aus Ramallah (Westbank) teilgenommen. Pastor Munir arbeitet seit 47 Jahren mit seiner Frau Sharon in Palästina. Sie meinte mit einem Augenzwinkern: „Bei Gott ist das immer noch ein Kurzzeiteinsatz“. Es ist beeindruckend, wie sich das Ehepaar für die Menschen in ihren Gemeinden in Ramallah, Ramla (auf israelischem Gebiet) und Gaza einsetzt. Pastor Munir zeigte Bilder von der dort zerstörten Baptistengemeinde und erzählte davon, wie die Christen sich immer noch treffen. Mehr als 700 Menschen konnte bisher in der Westbank und im Gazastreifen durch die Gemeinde von Munir und Sharon Kakish mit der Bereitstellung von Lebensmitteln geholfen werden. Als deutscher Bund leisten wir auf diesem Weg weiter Hilfe und rufen dringend zu Spenden an den Katastrophenhilfefonds auf.###3_IMAGES###Dr. Michael Rohde, Pastor in Kassel-Möncheberg, nahm an einer theologischen Vorkonferenz teil und berichtet von unterschiedlichen Impulse: Den Auftakt machte Professor Yohanna Katanacho (Israel) zum Thema „Fallstricke und Verheißungen der Predigt des Alten Testaments“. Katanacho zeigte, wie Jesus auf sechs verschiedene Weise selbst mit dem Alten Testament umgegangen ist und die Texte nicht wörtlich verstanden hat, sondern für seine Verkündigung gebrauchte. Rami Halaseh (Jordanien/USA) empfahl Baptisten heute, die Theologie der Baptisten im 17. Jahrhundert stärker zu beachten für ihre eigene Bildung von Grundsätzen. Anthony Peck (Großbritannien) erläuterte wie den ersten Täufern vor 500 Jahren und später den Baptisten Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit enorm wichtig gewesen sind. Er erinnerte an den Einsatz für diese Freiheiten gegenüber der staatlichen Macht wie von Thomas Helwys gegen König James. Dr. Toivo Pilli (Estland) warb dafür, baptistische Identität durch Erzählungen und Erzählen zu stärken. Beispielhafte nannte er Geschichten vom Preis der Nachfolge, von lebensverändernden Bekehrungen und von respektvoller aber radikaler Uneinigkeit. Anna Robins (Kanada) erinnerte an die Herrschaft Jesu Christi, welche baptistische Identität prägt und kritisch gegen jede Obrigkeit macht. In der Geschichte haben Baptisten mit Stillschweigen oder Anpassung auf staatliches Handeln oder auf Propaganda reagiert, Robin empfahl dagegen einen prophetisch-kritischen Umgang. Dabei zeigte sie anhand der biblischen Texte der Propheten Nathan und Elia und nach Matthäus 10, wie solche Prophetie in Form einer Erzählung, in direkter Kritik oder schlauer Intervention aussehen kann. In einem anschaulichen Bild stellten die Anwesenden fest, dass Elemente der Identität wie Legosteine bekannt sind, aber je nach Land und Kultur unterschiedlich zusammengefügt werden. Für Rohde war diese Vorkonferenz eine besondere Erfahrung, bei der verschiedene (Erzähl-)Fäden aus unterschiedlichen Kulturen von Jesus Christus zu einer gemeinsamen Identität zusammengewoben wurden.

Vor der Konferenz besuchte ich im Auftrag von German Baptist Aid das Zarqa Life Center. Zarqa ist eine Stadt mit 635.160 Einwohnern, nordöstlich von Amman. Hier werden Frauen gefördert, die Fluchterfahrungen haben. Es ist ein sicherer und ruhiger Ort, um aufzutanken, Gemeinschaft zu erleben und neue Kompetenzen zu erlernen. Es gibt seit Kurzem ein offenes Kaffee für junge Erwachsene. Ein besonderer Fokus liegt in der psychologischen Einzelberatung durch eine ausgebildete Fachkraft. Die Projektleiterin Gertrud Khouri kam als Deutsche in das Land und hat dort geheiratet. Sie spricht fließend Arabisch und hat eine beeindruckende Nähe zu den Frauen. Auf die Frage, nach einem prägenden Erlebnis, erzählt sie sichtlich gerührt folgende Geschichte: „An einem Muttertag haben wir den Frauen im Projekt Blumen geschenkt – eine Frau umarmte mich mit Tränen in den Augen und sagte: ‚Ich habe noch nie in meinem Leben eine Blume geschenkt bekommen.‘“###3_IMAGES###Jordanien ist ein vielfältiges, gastfreundliches und kulturell reichhaltiges Land. Mehrere Touren wurden rund um die Konferenz veranstaltet und so konnten die Teilnehmenden den Ort der Taufe Jesu, das Tote Meer oder den Berg Nebo besuchen. Von hier aus hat Mose am Ende der Wüstenwanderung vom einen Heiligen Land in das andere geschaut. Es gab auch noch eine Tour in die im Süden des Landes liegende Felsenstadt Petra. In Jordanien leben fast 12 Millionen Menschen – knapp sieben Millionen in der Metropolregion Amman. Viele Millionen Palästinenser leben dort. Das Land gilt seit langem als sicher und stabil, was einzigartig in der Region ist. Die Menschen sind stolz auf ihr Land und die konstitutionelle Monarchie. Die Anzahl der Christen geht in der Region schon lange zurück. Allerdings ist die jordanische Politik tolerant gegenüber allen Religionen und es leben fünf Prozent Christen im Land.

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news-3897 Wed, 01 Oct 2025 13:47:28 +0200 Er ist immer wiedergekommen Frank Fornaçon https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/er-ist-immer-wiedergekommen Mit einem Festakt wurde Pastor Elimar Brandt am 23. September als Vorstand der Borghardt Stiftung feierlich verabschiedet. Mit einem Festakt wurde Pastor Elimar Brandt am 23. September als Vorstand der Borghardt Stiftung feierlich verabschiedet. 

„Kommst Du morgen wieder?“ Die Frage stellte 2012 ein Bewohner mit geistiger Behinderung aus der Borghardt Stiftung in Stendal Pastor Elimar Brandt. Dieser war von der Diakonie Mitteldeutschland gebeten worden, bei der Sanierung der in finanzielle Schieflage geratenen Einrichtung zu helfen. Brandt, der mit 65 Jahren eigentlich schon im Ruhestand war, sagte zu, besuchte die Einrichtung und sah sich – nicht zuletzt durch die Frage des Bewohners – in die Pflicht genommen. Nach nun fast 14 Jahren wurde Elimar Brandt nun am 23. September als Vorstand der Borghardt Stiftung verabschiedet.

Der 78-jähige hinterlässt eine Einrichtung, die auf einer soliden finanziellen Basis steht und um weitere Arbeitszweige gewachsen ist. Vier Kindertagesstätten sind dazu gekommen. 200 Mitarbeitende begleiten 157 Menschen mit Behinderung und über 200 Kinder in Stendal und Osterburg. Zur Verabschiedung waren viele langjährige Weggefährten aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der Evangelischen Kirche, der Diakonie und der Politik nach Stendal gekommen, darunter auch die Präsidentin des Bundes, Natalie Georgi.

Die Grußworte aus der Politik eröffnete die Sozialministerin von Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne (SPD), die Elimar Brandt mit der Verdienstnadel des Landes Sachsen-Anhalt auszeichnete. Sie hob den stets fairen, freundlichen und zielorientierten Stil Brandts hervor. In über zehnjähriger Zusammenarbeit sei eine Freundschaft gewachsen. Auch die Berliner Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege, Ellen Haußdörfer (SPD), hob die persönliche Note in allen Begegnungen mit Elimar Brandt hervor. Sie habe in ihm einen erfahrenen Berater, dessen christliche Motivation sie teile. „Mein Taufvers würde auch zu Elimar Brandt passen: Alles was ihr tut, soll in Liebe geschehen.“

Bewohnerinnen und Bewohnern mit schwerer Behinderung brachten auch Dankes- und Abschiedsworte zum Ausdruck, indem sie mit Gebärden das Lied „Gottes guter Segen sei mit euch“ unterstrichen. Dass einige Mitarbeitende in ihren Grußworten „die Jahre unter Elimar Brands Leitung als die besten Berufsjahre“ bezeichneten, rundete die Veranstaltung ab.

Brandt dankte den Gästen und verband seinen Dank mit einem Appell zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, der alle Menschen einschließe: „Die, die heute Stimmung gegen Fremde und Arme machen, werden, wenn sie an die Macht kommen, auch den Behinderten das Leben schwer machen.“ Das müsse verhindert werden. Brandts Nachfolger als Vorstand der 150 Jahre alten Stiftung, Andreas Schulz, beendete den Festakt, indem er das Lied anstimmte, das am Ende jeder von Elimar Brandt geleiteten Wochenandachten stand: „Vater im Himmel wir danken dir“.

Im Anschluss an die offizielle Verabschiedung wurde dann bis in den Abend hinein mit allen Bewohnenden und Mitarbeitenden im großen Zelt gefeiert.

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news-3896 Tue, 30 Sep 2025 16:17:50 +0200 20 Jahre AK Internet Christian Kuntze https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/20-jahre-ak-internet In diesem Jahr feiert der Arbeitskreis Internet sein 20-jähriges Jubiläum. Ein Bericht von Christian Kuntze. Kaum zu glauben: In diesem Jahr feiert der Arbeitskreis Internet (AKI) sein 20-jähriges Jubiläum. Wie bei vielen technischen Entwicklungen konnte damals nicht jeder gleich etwas mit diesem Begriff anfangen. Hier war viel Überzeugungsarbeit nicht nur in den Gemeinden nötig. Ein Bericht von Christian Kuntze.

Wenn wir heute im Internet surfen, tun wir das in der Regel im World Wide Web (WWW), also auf Internetseiten, deren Adresse mit den drei Buchstaben www beginnt. Solche Seiten gibt es seit Anfang der 1990er Jahre. Wer sich etwas mehr mit Geschichte beschäftigen möchte: Bitkom e. V. veröffentlichte 2021 einen interessanten Artikel zum 30. Geburtstag der ersten Webseite. Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre stiegen dann auch die ersten Gemeinden ein und programmierten ihre erste Website. Dabei war noch viel Handarbeit im Spiel: Wer eine Website erstellte, musste sich erst einmal gründlich in die Materie einarbeiten. Bestimmt wurden diese Seiten oft belächelt: Braucht man so einen neumodischen Kram überhaupt, wenn es doch Gemeindebriefe, Telefon Bekanntmachungen im Gottesdienst gibt? Internetzugänge waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht so verbreitet und auch die heute nicht mehr wegzudenkenden Smartphones waren noch in weiter Ferne.

Im Jahr 2004 hatte der damalige Landesverband Westfalen die Idee, Gemeinden bei der Gestaltung von Webseiten zu unterstützen. Der AK Internet war zunächst als regionaler Kreis ins Leben gerufen worden. Es wurde eine Webseite entwickelt, die bei Bedarf einfach kopiert und pro Gemeinde individualisiert werden konnte. Diese Seite besaß bereits die Inhalte, die praktisch in jeder Gemeinde vorkamen. Das Prinzip dieser Musterseite hat sich bewährt und bis heute nicht grundlegend geändert. Natürlich hat sich der Umfang wesentlich vergrößert. Neben Texten und rechtssicheren Bildern stellen wir heute mit der Musterseite verschiedene Werkzeuge für die Gemeindearbeit zur Verfügung. Ein interner Bereich mit einer Gottesdienstplanung gehört genauso dazu wie eine Bildergalerie und vieles mehr.

Die ersten Mitarbeiter haben hier einen guten Grundstock geliefert. Das persönliche Know-how einzelner Mitarbeiter wirkt hier bis heute nach. Es wurden beispielsweise Komponenten entwickelt, welche die Arbeit des zentralen Supports erleichtern und auch aktuell noch im Einsatz sind.

„Der AK Internet bietet digitale Tools, die auf die Gemeindearbeit zugeschnitten und somit für Gemeinden eine echte Hilfe sind. Mich begeistert immer wieder, was die Mitarbeitenden hier ehrenamtlich auf die Beine stellen. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Gemeinden, die das Angebot noch nicht kennen, sollten es sich auf jeden Fall anschauen.“

Dr. Michael Gruber, Leiter der BEFG-Kommunikation

Waren es zunächst nur wenige Gemeinden, die das Angebot nutzten, sind es inzwischen über 200 Gemeinden, Einrichtungen und Initiativen geworden. Dadurch haben sich manche Strukturen verändert. Der AKI wechselte 2021 vom Landesverband zum BEFG. Die Bereitstellung von Webspace auf eigenen Servern wurde zurückgefahren. Die meisten Gemeinden nutzen das Angebot des Providers IONOS, mit dem wir eine Kooperation haben und der uns einen besonderen Zugang bereitstellt, um auch hier die Gemeinden zu unterstützen. 

Mit der Coronapandemie änderten sich für die Gemeinden viele Arbeitsweisen. Es kam der Wunsch nach Onlinegottesdiensten und Möglichkeiten zu Onlinetreffen auf. Hier hat der Arbeitskreis Internet innerhalb kürzester Zeit reagiert und eine Plattform für diese Dienste eingerichtet, die aus Sicht des Datenschutzes alle Anforderungen unseres Bundes erfüllt. „Miteinander“ hat sich als Videokonferenzplattform für Hauskreise, Gemeindeleitungen oder im Bereich von Beratung und Seelsorge etabliert. Gleiches gilt für das Umfragewerkzeug – eine gute Hilfe, wenn Termine abgestimmt oder digital Entscheidungen getroffen werden müssen.

Auch wenn die Arbeit sehr technisch geprägt ist, gibt es auch kreative Lösungen, die gut bei den Gemeinden ankommen. „Für Dich“ zum Beispiel ist eine Aktion, die mit Aufklebern Menschen Gottes Wort näher bringt.

Der Artikel ist in Die Gemeinde 19/20-2025 erschienen.

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news-3895 Mon, 22 Sep 2025 14:37:38 +0200 500 Jahre Täuferbewegung: Mut, Frieden, Verantwortung, Freiheit Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/500-jahre-taeuferbewegung-mut-frieden-verantwortung-freiheit Mit Festakt, Pilgerweg und Festgottesdienst erinnerten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen am 21. September an 500 Jahre Täuferbewegung. Mit einem Festakt in der baptistischen Christuskirche Hamburg-Altona, einem ökumenischen Pilgerweg und einem Festgottesdienst in der Mennonitenkirche zu Hamburg und Altona erinnerten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen am 21. September an 500 Jahre Täuferbewegung. Unter den Gästen war auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

In seinem Grußwort beim Festakt betonte Steinmeier: „Die Täufer sind ein Teil unserer europäischen Freiheitsgeschichte.“ Sie hätten gelehrt, dass Mündigkeit und Verantwortung untrennbar zusammengehören: „Wer mündig glaubt und handelt, der denkt nicht nur an sich, der übernimmt immer auch Verantwortung – für sich, für andere und für das Gemeinwohl.“ Demokratie lebe von Bürgerinnen und Bürgern, die Verantwortung freiwillig und verbindlich für die Gemeinschaft übernehmen und sie aktiv mitgestalten.

Steinmeier hob zugleich das täuferische Friedenszeugnis hervor: Auch wenn Demokratien heute ihre Freiheit militärisch schützen müssten, bleibe das Ideal der Gewaltlosigkeit unverzichtbar: „Denn es ist richtig, für die eigenen Überzeugungen einzustehen – aber eben friedlich.“ Die Tradition gewaltfreier Zivilcourage sei ein Geschenk für die Gesellschaft, etwa bei der Friedlichen Revolution in der DDR und bis in die Gegenwart.

Auch die Baptistin Prof. Dr. Andrea Strübind und die Mennonitin PD Dr. Astrid von Schlachta griffen in ihrer Festrede das Thema Frieden auf. Sie zeigten, dass Friedenshandeln ein nonkonformer und oft mühsamer Weg sei, der nicht erst bei tätlichen Attacken beschritten werden müsse: Gewalt beginne bereits dort, wo andere beschimpft, diffamiert und stigmatisiert und damit in ihrem Menschsein entwertet werden: „Fangen wir bereits dort an, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen.“
Strübind und von Schlachta erinnerten an vier zentrale Aspekte der täuferischen Tradition: Taufe als bewusstes Bekenntnis des Einzelnen, Freiheit und Verantwortung, Nonkonformismus sowie Friedenstüchtigkeit und Dialog. Täuferinnen und Täufer hätten über Jahrhunderte hinweg gezeigt, dass Mut, eigene Wege und schöpferischer Nonkonformismus Voraussetzungen für gesellschaftliche Erneuerung und Verantwortung seien.###3_IMAGES###
Reverend Christopher Easthill, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), merkte augenzwinkernd an: „Dass wir heute gemeinsam mit dem höchsten Vertreter unseres Staates 500 Jahre Täuferbewegung gedenken, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.“ Er würdigte das Zeugnis der Täuferinnen und Täufer, die sich durch Gewaltverzicht, freie Glaubensentscheidung und radikale Nachfolge Jesu oft der Obrigkeit verdächtig machten. Gerade heute seien diese Werte hochaktuell: Mündigkeit, Verantwortung, Frieden und Hoffnung aktiv zu leben und die Stimme der Friedenskirchen auch in Krisenzeiten hörbar zu machen.

Musikalisch und szenisch gestaltet wurde die Veranstaltung vom Ensemble Schirokko Hamburg und Gertrud Geisler. Beim anschließenden Pilgerweg zwischen der Christuskirche und der Mennonitengemeinde beteiligten sich die Gäste mit Bannern und Gesang.

Im Festgottesdienst am späteren Nachmittag hielten Strübind, von Schlachta und Dr. Verena Hammes, Geschäftsführerin der ACK, gemeinsam eine dialogische Predigt, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Gespräch setzte. Sie erinnerten an den Mut der Täuferinnen und Täufer, für Freiheit, Gewaltlosigkeit und Glaubenszeugnis einzutreten, mahnten zur sprachfähigen Hoffnung im Hier und Jetzt und forderten dazu auf, die Gesellschaft aktiv im Sinne von Gerechtigkeit und Frieden mitzugestalten. Das Leitwort „Gewagt!“ und 1. Petrus 3,15-17 („Seid stets bereit, jedem Rechenschaft abzulegen von der Hoffnung, die euch erfüllt“) betonten, so die Predigerinnen, dass Glaube nicht nur im Herzen, sondern in Tat und Wort wirksam werde.

Unter der Überschrift „Heilende Worte aus der Ökumene“ sprachen Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Dr. Gerhard Feige, Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz und Pastor Marc Brenner, Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) mit Rainer Burkart über Chancen, Herausforderungen und versöhnlichen Impulse ökumenischer Begegnung.

Die Täuferbewegung entstand im frühen 16. Jahrhundert als reformatorische Strömung neben der Wittenberger und der Schweizer Reformation. Die Gedenkveranstaltung wurde vom Verein „500 Jahre Täuferbewegung 2025“ organisiert und bildete den Abschluss von fünf Themenjahren unter dem Motto "Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025", die in vielen Gemeinden, in der Ökumene und im internationalen Austausch die täuferische Tradition neu ins Gespräch brachten.

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news-3894 Fri, 19 Sep 2025 09:29:45 +0200 Dem täuferischen Erbe verbunden und verpflichtet https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/dem-taeuferischen-erbe-verbunden-und-verpflichtet Anlässlich des Gedenkens an 500 Jahre Täuferbewegung erinnert der BEFG an das Erbe der frühen Täuferinnen und Täufer. Anlässlich des Gedenkens an 500 Jahre Täuferbewegung erinnert der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) an das Erbe der frühen Täuferinnen und Täufer: die Grundsätze der Religionsfreiheit, die Glaubenstaufe, die freiwillige und verbindliche Gemeindemitgliedschaft in der Nachfolge Christi und die Trennung von Kirche und Staat.

„Als Baptistinnen und Baptisten wissen wir uns dem täuferischen Erbe verbunden und verpflichtet“, betonen BEFG-Präsidentin Natalie Georgi und BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba im aktuellen Wort des Präsidiums. Die Täuferbewegung, die als dritter Hauptstrom der Reformation gilt, stand von Anfang an für die Freiheit des Glaubens und die Ablehnung von Gewalt. Angesichts politischer Krisen und gesellschaftlicher Polarisierung rufen sie dazu auf, sich für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Religionsfreiheit einzusetzen. „Unsere täuferische Tradition erinnert uns daran, in den verschiedenen Lebensbereichen gewaltfrei zu wirken und eine respektvolle Diskussions- und Konfliktkultur zu pflegen.“ Gerade vor dem Hintergrund der gewaltvollen Geschichte täuferischer und nicht-täuferischer Kirchen äußern sich beide dankbar „für das gewachsene ökumenische Miteinander, das an vielen Orten in den letzten Jahrzehnten entstanden ist“, sowie für die vielfältigen, auch ökumenischen Aktivitäten zum Täufergedenken 2025. Sie ermutigen, konfessionelle Unterschiede als bereichernde Vielfalt wertzuschätzen und sie als Bezeugung des einen Evangeliums von Jesus Christus zu verstehen.  

Ein Artikel von  

Im Wortlaut

Gedenken an 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025

Wort des Präsidiums im September 2025

In diesem Jahr erinnern wir uns gemeinsam mit vielen Christinnen und Christen an 500 Jahre Täuferbewegung, deren Beginn traditionell mit der ersten täuferischen Glaubenstaufe, die Ende Januar 1525 in Zürich stattfand, verbunden wird. Als Baptistinnen und Baptisten wissen wir uns dem täuferischen Erbe verbunden und verpflichtet: den Grundsätzen der Religionsfreiheit, der Glaubenstaufe, der freiwilligen und verbindlichen Gemeindemitgliedschaft in der Nachfolge Christi und der Trennung von Kirche und Staat.

Die frühen Täuferinnen und Täufer wollten als mündige Menschen gemeinsam ein an biblischen Maßstäben ausgerichtetes Leben führen. Aus dem Studium der Bibel gewannen sie die Erkenntnis, dass die Taufe dem persönlich bezeugten Glauben eines Menschen folgt. Sie lehrten als dritter Hauptstrom der Reformation, dass der Glaube ein freies Geschenk Gottes ist, das kein Mensch erzwingen kann. Ihr Ideal war die Glaubens- und Religionsfreiheit, die sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle anderen Menschen forderten, sowie ihr Einsatz für die konsequente Trennung von Kirche und Staat und für Frieden und Gewaltlosigkeit.

Als Baptistinnen und Baptisten stehen wir in der Tradition der Täuferbewegung und sind von ihrem Glaubenszeugnis geprägt. Die Ursprünge der ersten Baptistengemeinden waren eng mit mennonitischen Gemeinden verflochten. Die frühen Täuferinnen und Täufer erlitten aufgrund ihrer Überzeugungen Ausgrenzung, Vertreibung und Verfolgung bis hin zu Hinrichtung und Folter. Bis ins 20. Jahrhundert hinein waren täuferische Kirchen und ihre Mitglieder mit Diffamierungen und Repressionen konfrontiert. Wir gedenken der Tausenden von Märtyrern und Märtyrerinnen.

Einzelne Täufer verfolgten leider radikal und gewaltsam ihre Ziele. Die dauerhafte Verfolgung verstärkte in täuferischen Gemeinschaften die Absonderung von der Gesellschaft. Wir wollen uns als BEFG weiterhin selbstkritisch damit auseinandersetzen, wo wir in Vergangenheit und Gegenwart über den Glauben und die Frömmigkeit unserer nicht-täuferischen Geschwister geurteilt haben und urteilen. Wir blicken auf diese 500-jährige Geschichte zurück, in der es viel Leid, Ausgrenzung, gegenseitige Polemik und konfessionelle Konflikte gab.

Umso dankbarer sind wir für das gewachsene ökumenische Miteinander, das an vielen Orten in den letzten Jahrzehnten entstanden ist. Ökumenische Versöhnungsprozesse (Healing of Memories) führten dazu, dass die Geschichte zwischen täuferischen und nicht-täuferischen Kirchen aufgearbeitet wurde und wechselseitiges Verständnis gewachsen ist. Von dieser Annäherung – insbesondere in Bezug auf die Taufe – zeugt auch der Abschlussbericht der Lehrgespräche zwischen dem BEFG und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD): „Kirchengemeinschaft auf dem Weg“.

Wir sind dankbar für die vielfältigen Aktivitäten zum Täufergedenken 2025 in den Bundesgemeinden, in anderen freikirchlichen Gemeinden, insbesondere der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden, und in der Ökumene. Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung und Begleitung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. Grundlage dafür ist insbesondere die fünfjährige Aktion „gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung“, die nicht nur zurückblickt, sondern überlegt, welche bleibenden Impulse und Inspiration die täuferische Bewegung für die Gegenwart und Zukunft bietet.

Unsere täuferische Tradition erinnert uns daran, in den verschiedenen Lebensbereichen gewaltfrei zu wirken und eine respektvolle Diskussions- und Konfliktkultur zu pflegen. Gerade angesichts politischer Krisen und Konflikte wollen wir uns für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Denn: „Ungerechtigkeit an irgendeinem Ort bedroht die Gerechtigkeit an jedem anderen“, so der Menschenrechtler und Baptistenpastor Martin Luther King jr., der sich gewaltlos gegen den Rassismus in den USA gestellt hat. Gewalt hat vielen Facetten. Unsere Gemeinden sollen gewaltfreie und sichere Räume sein. Daher wollen wir jeglicher Form von Gewalt – so auch sexualisierter Gewalt – entschieden entgegentreten.

Der Grundsatz der Religions- und Glaubensfreiheit ist heute im Grundgesetz verankert und gemeinsame Überzeugung von Christinnen und Christen aller Konfessionen (Charta Oecumenica, Art. 12). Angesichts der kulturkämpferischen Polarisierungen unserer Gesellschaft gilt es auch weiterhin für Gefährdungen der Religionsfreiheit wachsam zu sein. In der Gegenwart lernen wir, konfessionelle Unterschiede als eine bereichernde Vielfalt wertzuschätzen und sie als Bezeugung des einen Evangeliums von Jesus Christus zu verstehen. So ermutigen wir die Bundesgemeinden, des 500-jährigen Erbes der Täuferbewegung ökumenisch zu gedenken. Als Teil der ganzen Christenheit suchen wir die Gemeinschaft und Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Kirchen, den Dialog mit dem Judentum und das Gespräch mit anderen Religionen (Leitbild des BEFG, Leitsatz 11).

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit“, heißt es im Galaterbrief 5,1. Deswegen wollen wir aufstehen, wo Menschen unterdrückt werden, wo sie ausgegrenzt und verurteilt werden. Denn Gottes Geist führt in die Weite und schafft Räume für alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit. Möge das 500-jährige Erbe der Täuferbewegung uns immer wieder daran erinnern, das Evangelium in den Herausforderungen der Gegenwart zu verkündigen und in Freiheit zu gestalten.

Natalie Georgi                                                          Christoph Stiba
Präsidentin                                                              Generalsekretär

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news-3893 Thu, 18 Sep 2025 11:48:40 +0200 Theologische Hochschule Elstal bei der Jungen Ökumene Carl Heng Thay Buschmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/die-th-elstal-bei-der-jungen-oekumene Die ACK Deutschland hat zum ersten Mal junge ökumenisch interessierte Menschen am 9. und 10. September eingeladen, um sich zu vernetzen, auszutauschen und ihre Themen mit der ACK zu besprechen. Wir – Jule Lukasik, Anika Eichstädt und Carl Heng Thay Buschmann – von der Theologischen Hochschule Elstal waren bei der Jungen Ökumene der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) dabei. Die ACK Deutschland hat zum ersten Mal junge ökumenisch interessierte Menschen am 9. und 10. September nach Köln eingeladen, um sich zu vernetzen, auszutauschen, aber auch ihre Themen mit der ACK zu besprechen. Carl Heng Thay Buschmann berichtet.

Gut ökumenisch haben wir uns zuerst in dem Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde Köln-Mülheim getroffen. Bei einem gemeinsamen Essen gab es ein erstes Kennenlernen, wo alle Fragen rund um die Konfessionen und die ACK gestellt werden konnten. Danach wurden in intensiven Austauschrunden fünf Themen herauskristallisiert, die am nächsten Tag mit der gesamten ACK-Mitgliederversammlung bei ihrem Studientag besprochen werden sollten. Wir einigten uns auf:

1. Junge Erwachsene als „verlorene Zielgruppe“ – Wie kann die Ökumene junge Menschen gezielter ansprechen und einbinden? Ist hier vielleicht auch die Ökumene vor Ort eine wertvolle Ressource, um eine gemeinsame Arbeit für junge Erwachsene aufzubauen?

2. Ökumenische Erfahrungen als Lern- und Reflexionsräume – Wie fördern sie konfessionelle Identität und persönliche Entwicklung? Gegenseitige Besuche und Begegnungen sind sehr bereichernd, können aber auch durch andere Formen des Glaubenslebens irritieren. Hier braucht es gute Reflexion und Anleitung, damit aus der ökumenischen Erfahrung auch eine Lernerfahrung werden kann.

3. Ökumenische Vielfalt vor Ort strategisch nutzen – Wie lässt sich das Potenzial ökumenischer Vielfalt in Gemeinden nutzen? Jede Ortsgemeinde bringt ihr eigenes Profil mit. Wie können wir durch die Vielfalt der Ökumene gut unseren Ort erreichen und für die Menschen viele Anknüpfungspunkte an die Kirche schaffen?   

4. Ist Kirche Kirche, wenn sie nicht politisch ist? – Die Kirche muss politisch sein, besonders, wenn ein weiter Politikbegriff angewandt wird, und sich in der Gesellschaft einbringen.

5. Partizipation junger Menschen in der Ökumene – Welche Wege und Strukturen braucht es? Diese Frage wird die Ökumene und die ACK weiterhin begleiten. Dieses Treffen der Jungen Ökumene war ein guter Anfang und wir sind gespannt, wie es sich in der Zukunft entwickeln wird.

Am nächsten Tag waren wir als Junge Ökumene in Zweiergruppen für die Themen verantwortlich. Nach einer kurzen Vorstellung in großer Runde und einem Schreibgespräch kam es zu drei von uns moderierten Runden, wo wir erst die Themen bearbeitet und geschärft haben und am Ende pro Thema drei Forderungen erstellt haben, die wir dem ACK-Vorstand zur Verfügung gestellt haben. Wir wurden als Junge Ökumeniker von der Versammlung wertschätzend aufgenommen und es kam zu guten Gesprächen über die Gegenwart und Zukunft der Ökumene. Nach dem Studientag konnten wir auch noch ausschnitthaft an der ACK-Mitgliederversammlung teilnehmen und so einen Einblick in ihre Arbeit erhalten. Wir danken der ACK sehr für die Möglichkeit so in ihre Arbeit zu schnuppern und, dass wir mit unseren Themen und Anliegen so präsent sein konnten. Uns wurde bleibend wichtig: Die junge Generation ist nicht nur die Zukunft der Ökumene, sondern kann und will auch ihre Gegenwart sein.

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news-3892 Wed, 10 Sep 2025 15:03:57 +0200 Erntedank: „Wir kennen die Menschen persönlich“ Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/erntedank-wir-kennen-die-menschen-persoenlich Für die allgemeine Arbeit des Bundes bitten Christoph Stiba und Volker Springer wieder traditionell zum Erntedankfest um ein Bundesopfer. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hat den Auftrag, zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen zu handeln. Damit er diesen Auftrag erfüllen kann, bedarf es der Unterstützung aller. Auch finanziell. Deshalb bitten der Generalsekretär des Bundes, Pastor Christoph Stiba, und der kaufmännische Geschäftsführer, Volker Springer, um eine Spende für die Arbeit auf Bundesebene.

Damit sich Gemeinden auf ihre Kernaufgabe der Verkündigung des Wortes Gottes in Wort und Tat konzentrieren können, werden sie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundes beraten. Diese unterstützen die Gemeinden und engagieren sich für die Bundesgemeinschaft.

Kontakt zu vielen Ortsgemeinden unterhält zum Beispiel Andrea Freutel. Ihr Arbeitsbereich ist seit 22 Jahren die Treuhandverwaltung des Bundes. Kurz gesagt, es geht um Schutz und Verwaltung von Vermögenswerten von Gemeinden. „Hier berate ich die Ortsgemeinden rund um ihre Gebäude, zu sämtlichen laufenden Geschäften, fertige Vollmachten und Bestätigungen für deren Rechtsgeschäfte an. Hinzu kommen Grundbucherklärungen und Anträge“, gibt Andrea Auskunft.

Die Buchhaltung ist das Rückgrat aller Finanzen. „Wir beraten Kassenverwalter von Gemeinden, wenn Sie spezielle Fragen haben, etwa zu Spenden, zu modernen elektronischen Zahlungswegen oder auch zu den Bundesbeiträgen“, erklärt Katja Kähne.###3_IMAGES###Der Projektkoordinator von German Baptist Aid und der Katastrophenhilfe, Matthias Dichristin, erhielt vor kurzem einen Anruf eines ehemaligen Gemeindeleiters: „Wir würden als Gemeinde gerne den Menschen im Gazastreifen helfen und finden keine gute Spendenorganisation.“ Matthias Dichristin konnte ihm umgehend weiterhelfen. Denn German Baptist Aid verfügt über direkte Kontakte vor Ort. „Spenden und Hilfe kommen nicht nur an – wir kennen die Menschen persönlich, die an allen Enden der Welt Gutes tun, auch mit unserer Unterstützung“, ist Matthias begeistert. Und er freut sich, wenn er wieder sein Wissen mit einer Gemeinde teilen konnte.

Julia Grundmann ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Teil des Teams, das die Arbeit des Bundes sichtbar macht. „Mein Ziel ist es, zu zeigen, was wir gemeinsam als Bund bewegen“, sagt sie. Auf diese Weise werde deutlich, welche Unterstützungsmöglichkeiten der Bund anbietet: etwa in Beratung, Ausbildung und Mission. „Ich freue mich, wenn unsere Kommunikation dazu beiträgt, dass Gemeinden erleben, dass sie Teil eines großen Ganzen sind und dass Menschen inspiriert werden, Teil dieser lebendigen Gemeinschaft zu sein.“

Das Erntedankfest bietet eine Möglichkeit, Danke zu sagen. Der Generalsekretär des Bundes, Pastor Christoph Stiba, und der kaufmännische Geschäftsführer, Volker Springer, sind sich sicher: „Mit einer Spende für die Arbeit des Bundes können Sie die solidarische Gemeinschaft von 767 Gemeinden unseres Bundes unterstützen. Darüber würden wir uns freuen.“

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news-3891 Thu, 04 Sep 2025 10:18:13 +0200 Prävention, Intervention und Aufarbeitung Anna Eberbach https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/praevention-intervention-und-aufarbeitung Was unterscheidet Aufarbeitung von Prävention und Intervention? Wo kann wer Unterstützung erfahren und wie? Sexualisierte Gewalt ist eine gravierende Verletzung der Würde und Integrität von Menschen. Sie zerstört Vertrauen und kann Betroffene ein Leben lang belasten.

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) übernimmt Verantwortung, indem er nun auf drei Ebenen aktiv ist: Prävention, Intervention und Aufarbeitung. Die verschiedenen Bausteine dienen dazu, Schutzräume zu gestalten, von sexualisierter Gewalt betroffenen Personen im Akutfall sofort beizustehen und vergangenes Unrecht sichtbar zu machen – immer mit ihrem Einverständnis und unter Wahrung ihrer Anonymität. Beim letzten Bundesrat wurde eine Aufarbeitungskommission eingesetzt. Was unterscheidet Aufarbeitung von den anderen Bereichen? Wo kann wer Unterstützung erfahren und wie?

Prävention – Schutzräume gestalten

Prävention hat das Ziel, sexualisierte Gewalt gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Kampagne des Gemeindejugendwerks  „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“ verfolgt dieses Ziel. Gemeinden übernehmen Verantwortung, indem sie Strukturen schaffen, die Missbrauch vorbeugen, und eine Kultur des respektvollen, achtsamen Miteinanders fördern. Dazu gehören:

  • Schutzkonzepte in der Gemeinde mit klaren Regeln, wie Zusammenarbeit verlässlich und sicher gestaltet wird – in Kinder- und Jugendarbeit, in Gruppen und auch in Leitungsstrukturen.
  • Sensibilisierung und Schulung, die Verantwortliche befähigen, Grenzverletzungen wahrzunehmen, anzusprechen und geeignete Schritte einzuleiten.
  • Ansprechpersonen für Kinderschutz, die vor Ort vertraulich zur Verfügung stehen.

Bisher konzentrieren sich die verbindlichen Präventionsmaßnahmen im BEFG insbesondere auf den Bereich von Kindern und Jugendlichen. Für Erwachsene gibt es bisher noch keine gleichermaßen etablierten Schutzkonzepte oder Präventionsarbeit, auch wenn die Sensibilisierung in Gemeinden im gesamten Bund wächst.

Alle weiteren Informationen zur Arbeit des Gemeindejugendwerks und seiner Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche gibt es unter gjw.de/sichere-gemeinde.

Weiterführende Informationen zum Online-Coaching zur Erstellung eines Schutzkonzeptes sind unter befg.de/coaching-kinderschutzkonzept zu finden.

So wird Prävention zu einem sichtbaren Ausdruck dafür, dass die Gemeinden sichere Orte sein sollen – Orte, an denen Betroffene ernst genommen werden, alle Schutz und Würde erfahren und eine Sensibilität und Verantwortungsübernahme aller zur größtmöglichen Sicherheit beiträgt.

Intervention – Handeln im akuten Fall

Wenn ein Verdacht oder ein Vorfall sexualisierter Gewalt bekannt wird, ist entschlossenes Handeln erforderlich. Intervention bedeutet: Schutz für Betroffene, sofortiges Stoppen von Gewalt und konsequente Klärung der Verantwortung.

Das heißt konkret:

  • Betroffene sollten ernst genommen und geschützt werden – Schweigen oder Bagatellisieren dürfen keinen Platz haben.
  • Klare und vor dem Akutfall definierte Verfahren auf der Basis eines Schutzkonzeptes greifen, indem Gemeinden sofort interne Ansprechpersonen, Fachstellen oder auch externe Institutionen wie Jugendamt und Polizei einbeziehen.
  • Juristische Schritte müssen im Verdachtsfall eingeleitet werden.

Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt im BEFG

Damit Betroffene nicht allein bleiben, gibt es die unabhängige Anlaufstelle im BEFG:

  • Über das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch (0800 22 55 530) können sich Betroffene, Angehörige oder auch unsichere Personen anonym und kostenfrei beraten lassen.
  • Wer direkt Kontakt sucht, kann eine E-Mail an anlaufstelle(at)befg.de schreiben. Verfahrensbegleiterinnen und -begleiter nehmen die Anliegen entgegen, leiten diese – mit Zustimmung der Betroffenen – an die jeweilige Gemeinde oder Einrichtung weiter und begleiten die nächsten Schritte.
  • Über die Anlaufstelle kann zudem ein Beschwerdeverfahren gegen Täterinnen und Täter, die hauptamtlich im BEFG tätig sind, eingeleitet werden.

Das Ziel ist immer zweifach: unmittelbare Unterstützung für Betroffene zu gewährleisten und gleichzeitig Strukturen so zu verändern, dass künftige Taten verhindert werden können.

NINA e. V. / Hilfetelefon: nina-info.de
BEFG-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt: befg.de/anlaufstelle

Aufarbeitung – Verantwortung übernehmen

Aufarbeitung bedeutet, erlittenes Unrecht nicht im Verborgenen zu lassen. Sie setzt an der Vergangenheit an, schafft Räume für die Erfahrungen der Betroffenen und will Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft ziehen.

Dazu wurde im BEFG eine Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ins Leben gerufen. Ihre Aufgaben sind: sexualisierte Gewalt sichtbar machen, Fälle und strukturelle Ursachen aufdecken, Betroffenen Gehör geben und das Schweigen durchbrechen.

Die Kommission möchte eng mit bestehenden Initiativen wie Sichere Gemeinde und der Anlaufstelle für Betroffene zusammenarbeiten, um Prävention und Hilfe weiter zu verbessern.

Im Zentrum steht die Anerkennung des Leids: Persönliche Berichte werden respektvoll aufgenommen und dokumentiert. Gemeinden und Einrichtungen des Bundes sind gefordert, soweit Betroffene zustimmen, auch für Transparenz zu sorgen. Gleichzeitig werden Strukturen kritisch geprüft, Fehlentwicklungen benannt und neue Regeln erarbeitet, um Machtmissbrauch künftig unmöglich zu machen.

Die Kommission berichtet jährlich an den Bundesrat und legt nach drei Jahren einen ausführlichen Abschlussbericht vor. Dieser wird konkrete Empfehlungen enthalten, wie der BEFG dauerhaft Sicherheit stärken, Betroffene begleiten und eine Kultur des Hinsehens fördern kann. 

Damit wird deutlich: Aufarbeitung ist nicht nur ein Blick zurück, sondern ein Prozess, der die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden sichert, Vertrauen wiederherstellt und den gemeinsamen Auftrag stärkt, sichere Räume zu schaffen.

Solltest Du Fragen oder Anliegen haben, kannst Du dich jederzeit an aufarbeitungskommission(at)befg.de wenden.

Orientierung für Betroffene

Wer selbst betroffen ist oder Kenntnis von einem Vorfall hat:

  • Bei unmittelbarer Gefahr: sofort an die Polizei (110) oder an das zuständige Jugendamt wenden.
  • Für Beratung und Unterstützung: das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch (0800 22 55 530) nutzen oder an anlaufstelle(at)befg.de schreiben.
  • In deiner Gemeinde: nach den Ansprechpersonen für Kinderschutz und Prävention fragen.

„Du bist nicht allein.“  Es gibt geschulte Menschen, die zuhören, unterstützen und die Seite der von Gewalt betroffenen Personen stärken. Prävention, Intervention und Aufarbeitung sind Ausdruck der Verantwortung, die Gemeinden und der BEFG übernehmen wollen – damit Gewalt klar benannt, konsequent verhindert und solidarisch aufgearbeitet wird.

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news-3890 Tue, 02 Sep 2025 10:34:44 +0200 Treffen der Aufarbeitungskommission Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/treffen-der-aufarbeitungskommission Nach dem Bundesrat hat sich die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden konstituiert und ihre Arbeitsweise konkretisiert. Nach dem Bundesrat hat sich die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden konstituiert und ihre Arbeitsweise konkretisiert.

Die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt wurde beim letzten Bundesrat berufen. Sie befindet sich aktuell in der Phase der internen Konzeptionierung. Das bedeutet, dass die Mitglieder derzeit die Arbeitsweise und Abläufe für die zukünftige Bearbeitung von Anfragen und Fällen erarbeiten. Bei ihrem letzten Treffen Mitte August hat die Kommission beschlossen, künftig narrative, also erzählende Interviews zu führen. In einem zweiten Schritt sollen daraus Thesen zur Aufdeckung und Analyse von sexualisierter Gewalt, begünstigenden Bedingungen und Strukturen im BEFG gebildet werden. Unter befg.de/aufarbeitung sind ab sofort weitere Informationen zur Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG zu finden.

Von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen können sich an die Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt wenden. Neben dieser Möglichkeit der Intervention können sie auch Kontakt zur Aufarbeitungskommission aufnehmen. „Ihr seid nicht allein. Es gibt geschulte Menschen, die Euch zuhören und beistehen wollen“, so Anna Eberbach, Sprecherin der Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG. Wer Fragen oder Anliegen hat, kann sich jederzeit eine E-Mail an aufarbeitungskommission(at)befg.de schreiben. Die Kommission bittet um Geduld und Verständnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine inhaltlichen Rückmeldungen oder weiterführenden Informationen gegeben werden können.

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news-3880 Tue, 29 Jul 2025 15:03:36 +0200 Menschen in schwerer Not weiter zur Seite stehen Matthias Dichristin https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/menschen-in-schwerer-not-weiter-zur-seite-stehen Es ist beeindruckend, wie vielfältig und unterschiedlich die Hilfe ist, die wir als Gemeindebund in unserem baptistischen Netzwerk auf der ganzen Welt leisten. „Es ist beeindruckend wie vielfältig und unterschiedlich die Hilfe ist, die wir als Gemeindebund in unserem baptistischen Netzwerk auf der ganzen Welt leisten“, so Matthias Dichristin. Hier berichtet der Projektkoordinator über die Arbeit der Katastrophenhilfe.

Mit 220.000 Euro wurden in der ersten Jahreshälfte 2025 unzählige Menschen in sieben Ländern unterstützt, die von unterschiedlichen Katastrophen betroffen sind. Auffällig ist, dass uns auch Hilfe bei Katastrophen möglich ist, die keinerlei mediale Aufmerksamkeit erhalten. Und selbst in Myanmar und in der Westbank sowie im Gazastreifen ist Hilfe angekommen, weil persönliche Kontakte zu einheimischen Pastoren bestehen.

Für die beiden letztgenannten Krisengebiete haben wir jeweils 10.000 Euro aus der Katastrophenhilfe zur Verfügung gestellt, um Nahrungsmittelhilfe und medizinische Notversorgung zu ermöglichen. Pastor Munir Kakesh aus Ramallah (Westbank) arbeitet seit Jahrzehnten in Kooperation mit der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF). German Baptist Aid fördert dabei kontinuierlich seine Gemeindearbeit. Aktuell unterstützt Pastor Kakesh erneut Menschen, die aus dem Gazastreifen in die Westbank geflohen sind und bringt auch einen Teil der Hilfsgüter direkt nach Gaza. Die Chin Mission in Frankfurt ist Teil unseres Netzwerkes „Internationale Mission in Deutschland“ (IMD) und trifft sich in der Baptistengemeinde Frankfurt am Tiergarten. Persönliche Kontakte des Gemeindepastors Ceu zu Pastor Thawng in seiner Heimat haben es möglich gemacht, dass zehn Gemeinden in Mandalay (Myanmar) Unterstützung erhalten haben. Angefangen hat der Kontakt direkt nach dem Erdbeben, als Thomas Klammt, der für die IMD verantwortlich ist, Pastor Ceu zusicherte, dass wir für sie und alle Freunde und Angehörige im Land beten. Schnell war uns in Elstal klar: Wir können nicht nur beten, wir können auch etwas tun!###3_IMAGES###

In der Türkei konnten die letzten Spendengelder für die Erdbebenopfer aus dem Jahr 2023 eingesetzt werden. Insgesamt wurde in den zwei Jahren mit 400.000 Euro geholfen. Bis heute sind Menschen, die alles verloren haben, auf Hilfe angewiesen. Pastor Abdullah, der lange in Istanbul Gemeinde gebaut hat, hilft nun direkt in der Erdbebenregion, wo er aufgewachsen ist.

Über das Netzwerk von EBM INTERNATIONAL konnten wir bei zwei Klimakatastrophen helfen, die keinerlei Aufmerksamkeit in unseren Nachrichten erhalten haben: Zu Jahresbeginn gab es eine große Dürrekatastrophe in Malawi. Der örtliche Baptistenbund engagiert sich schon lange in einem Camp nördlich der Hauptstadt Lilongwe (Dzaleka), wo viele Menschen leben, die vor den Unruhen aus dem Kongo vertrieben wurden. Mit 10.000 Euro wurde besonders Waisen und Menschen mit Behinderungen in 300 Haushalten geholfen.

Die Region Manipur im Nordosten Indiens grenzt an Bangladesch und Myanmar. Regelmäßig bringt Starkregen große Überflutungen. Im Juni 2025 wurden nach Berichten mehr als 35.000 Häuser beschädigt. Viele Familien haben alles verloren. Mit 10.000 Euro konnte eine erste Nothilfe durch Compassion Manipur, dem Partner von EBM INTERNATIONAL, unterstützt werden (Headerbild).

Und natürlich stehen wir weiter an der Seite unserer Geschwister in der Ukraine. Aktuell engagieren wir uns nicht mehr mit Hilfstransporten, weil es effektiver ist, die Güter direkt im Land zu kaufen. Im Juni haben wir hierfür wieder 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Ein Teil der Gelder unterstützt auch die Kosten für Evakuierungsmaßnahmen aus dem Osten der Ukraine, wo das Leben von Menschen bedroht ist.

Wir rufen dringend zu Spenden auf, damit wir in der zweiten Jahreshälfte weiter schnell handeln können, um solche Hilfen zu unterstützen. Auf der hier verlinkten Spendenseite haben wir neben dem Katastrophenhilfefonds einen Klimafonds neu eingerichtet. Wer gerne Menschen im globalen Süden helfen möchte, die unverschuldet von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, kann gerne diesen neuen Fonds nutzen. Vielen Dank für jede Spende und jedes Gebet. So wird die Not konkret gelindert und kleine Hoffnungszeichen der Liebe Gottes kommen mitten im Leid der Menschen an.

Katastrophenfonds: Projektnummer 45004 - jetzt online spenden

Klimafonds: Projektnummer 45006 - jetzt online spenden

IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
(Konto des BEFG bei der Freikirchen.Bank Bad Homburg)

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news-3878 Thu, 24 Jul 2025 13:50:00 +0200 Ein Rückblick zur Reihe „Selig! – Akademie im Gespräch zum Jahresthema“ Daniel Mohr https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ein-rueckblick-zur-reihe-selig-akademie-im-gespraech-zum-jahresthema Sieben Online-Impulsabende zum Thema Mit der Online-Reihe „Selig!“ hat die Akademie Elstal das Jahresthema des Bundes „Dein Reich komme! gerecht anders leben“ aufgenommen und theologisch sowie praxisnah entfaltet.
An sieben Impulsabenden, verteilt über gut ein halbes Jahr, wurden die Seligpreisungen aus der Bergpredigt zum Ausgangspunkt für verschiedene Perspektiven.

Die Abende fanden jeweils online statt und wurden bewusst offen gestaltet: mit theologischen Impulsen, praktischen Ansätzen und Raum zur Diskussion. Ziel war es, das Jahresthema nicht nur aufzugreifen, sondern es in unterschiedlichen Arbeitsfeldern im Gemeindealltag zu konkretisieren.

Die einzelnen Abende im Überblick:

  • Reich Gottes auch online leben
    Formen des Christseins in der digitalen Welt
    Referent: Daniel Mohr
    Direkt zum Video und zur Präsentation
  • „Selig sind die Verfolgten …“ (Mt 5,10)
    Mit Menschen aus dem Iran im Gespräch über ihre Glaubenserfahrungen
    Referent: Thomas Klammt
    Direkt zum Video
  • Der Gerechtigkeitsvorsprung der biblischen Schriften (Mt 5,6)
    Eine Ermutigung für das Handeln der Gemeinde Jesu
    Referent: Simon Werner
    Direkt zum Video und zur Präsentation
  • „Selig sind die Barmherzigen …“ (Mt 5,7)
    Diakonie als Kommunikation des Reiches Gottes
    Referentin: Agathe Dziuk
    Direkt zum Video und zur Präsentation
  • Die Seligpreisungen – Lobpreis oder Klagelied?
    Liturgisch-musikalische Ansätze für den Gottesdienst
    Referent: Emanuel Enders (BEFG Musik)
    Direkt zum Video und zur Präsentation
  • Wie Gott in der Seelsorge gegenwärtig ist
    Geistliche Haltung und geistliche Ressourcen für das seelsorgliche Gespräch
    Referent: Jens Mankel
    Direkt zum Video
  • „Selig sind die geistlich Armen …“ (Mt 5,3)
    Wie in Zeiten zunehmender Extreme vermeintlichen Gewissheiten begegnen?
    Referentin: Silke Sommerkamp
    Direkt zum Video und zur Präsentation

Die Impulsteile aller Abende wurden aufgezeichnet und stehen auf der Website der Akademie als Videomitschnitte und Präsentationen zur Verfügung: https://befg.de/selig

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news-3874 Thu, 17 Jul 2025 12:30:00 +0200 Mitarbeitende im Weinberg des Herrn Ruth Schließer https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/abschluss-des-theologischen-grundkurses-ost-2023-2025 Der 23. Theologische Grundkurs ging im Juni 2025 zu Ende. Der Theologische Grundkurs der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) vermittelt in einem Zeitraum von 18 Monaten theologisches Grundwissen, das für die Mitarbeit in Gemeinden eine gründliche Basis und neue Impulse gibt. Ruth Schließer hat den Kurs absolviert und berichtet.

Mit einem festlichen Gottesdienst ging am 15. Juni 2025 der 23. Theologische Grundkurs für elf Teilnehmende mit der Übergabe der Urkunde auf dem Gelände des Bildungszentrum Elstal zu Ende.

Gestartet hat der Theologische Grundkurs im Oktober 2023 mit zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Begegnungs- und Bildungsstätte der Evangelisch-methodistischen Kirche Schwarzenshof. Einen Monat später kamen nochmals vier Interessierte dazu. Drei Teilnehmer haben im Laufe der eineinhalb Jahre den Theologischen Grundkurs wieder verlassen.

Die Teilnehmenden kamen aus der Evangelisch-methodistischen Kirche Berlins, Sachsens, Thüringens, aus Hessen und aus Baptistengemeinden in Berlin und Rudolstadt.

Während der Grundkurszeit haben wir insgesamt 32 Lehrbriefe bearbeitet, zwei Exegesen ausgearbeitet und eine Predigt vorbereitet und gehalten. Es mutete zuweilen wie ein Studium an.

Wir haben außer „studiert“ auch gefeiert (Bergfest nach der Hälfte der Grundkurszeit), Filme geschaut (die Jörg sorgfältig ausgesucht hat), ernste und fröhliche Gespräche geführt, Spaziergänge gemacht, eine Theateraufführung besucht und das eine und andere Glas Wein zusammen getrunken. Nicht zuletzt hatten wir ein wunderschönes Abschiedsfest.

Der Grundkurs war, darin sind sich alle einig, ein großer Gewinn, sowohl was die Inhalte, als auch die Freude am gemeinsamen „Studieren“ an den Wochenenden betraf. Hier bewiesen die vier Dozenten einen großen zeitlichen Einsatz, viel Geduld beim Vermitteln von Kenntnissen und bei der Besprechung der Lehrbriefe. An dieser Stelle sei Jörg, Katrin, Michael und Matthias nochmal herzlichen Dank gesagt!

Nicht zu vergessen sei Frau Jahn (Geschäftsstelle Werdau), die alles bestens organisiert hat. Herzlichen Dank liebe Frau Jahn!

Laut Urkunde werden wir für eine verantwortliche Mitarbeit in der Gemeinde empfohlen. Wir freuen uns, dass wir Mitarbeiter im Weinberg des Herrn sein dürfen, was wir alle längst sind, aber nun haben wir es schwarz auf weiß.

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news-3875 Thu, 17 Jul 2025 10:47:27 +0200 „Die gute Nachricht leben“ Prof. Dr. Andrea Klimt https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/die-gute-nachricht-leben Wie können wir die gute Nachricht in Wort und Tat verkündigen? Diese Frage stand im Fokus der 23. internationalen Konferenz der Baptist World Alliance in Brisbane, Australien, stattfand. Wie können wir die gute Nachricht in Wort und Tat verkündigen und in dieser zerrissenen Welt in unserem Leben umsetzen? Diese Frage stand im Fokus der 23. internationalen Konferenz der Baptist World Alliance (BWA), die vom 9. bis 12. Juli 2025 in Brisbane, Australien, stattfand. Prof. Dr. Andrea Klimt, Rektorin der Theologischen Hochschule Elstal und Professorin für Praktische Theologie, war dabei und berichtet.

Aus allen Teilen der Welt kamen Baptistinnen und Baptisten zusammen, um in Brisbane miteinander Gottesdienst zu feiern und sich tiefgreifenden Fragen für Kirche und Gesellschaft zu stellen und diese aus den Perspektiven der verschiedenen Regionen zu betrachten.

Eine Konferenz, die starke Akzente setzt

Schon die Eröffnung war ein starkes Zeichen gegen Nationalismus und Rassismus und für Inklusion. An der Seite der sehr auf Inklusion bedachten „Girl’s Brigade“ zogen die Teilnehmenden aus über 120 Ländern mit „ihren“ Fahnen ein. Auf jeder Fahne war ein Symbol für das jeweilige Land abgebildet: für den Libanon eine Zeder, für Frankreich ein Hahn, ein Adler für Ghana, für Österreich ein Edelweiß und die Kornblume für Deutschland. So entstand vor den Augen aller ein Gesamtkunstwerk. Eine gemeinsame Landschaft mit von Gott geschaffenen Vögeln, Blumen und Bäumen.###_3IMAGES###

Eine Konferenz, die motiviert

Ein starkes Programm für die kommenden Jahre präsentierte Elijah Brown, der Generalsekretär der BWA, am Eröffnungsabend. „Living the good news“ – die gute Nachricht leben. Unter dieser Überschrift stehen für den Weltbund der Baptisten die kommenden Jahre. Brown hofft auf eine weltweite (Wieder-)Erweckung der Christen, vor allem in den Ländern, in denen die Mitgliederzahlen der Kirchen gerade stark zurück gehen. Motiviert durch Apostelgeschichte 2,41-47 sollen Baptistinnen und Baptisten das Evangelium ausleben. Ihre eigene Geschichte von ihrem Glauben an Jesus Christus sollen sie anderen Menschen erzählen und sich mit kleinen Projekten diakonisch engagieren. Die weltweite Übersetzung der Bibel in alle Sprachen sollen sie durch Spenden und Gebete fördern und ein Bündnis für Religionsfreiheit eingehen. In ihrer eigenen (säkularen) Nachbarschaft sollen sie sich als Seelsorgerinnen und Seelsorger zur Verfügung stellen. 

Mit diesem Programm sollen die für Baptistengemeinden zentralen Bezüge des Evangeliums für die einzelne Person umsetzbar und lebbar werden: Evangelisation – Diakonie – Bibelverbreitung – Einsatz für Gerechtigkeit. Neu ist es, sich als Seelsorger oder Seelsorgerin für die eigene Nachbarschaft zu verstehen und den Nachbarn Gespräch und Gebet ausdrücklich anzubieten.

Eine starke Predigt gegen Lähmung

Marsha Scipio, die Direktorin der Baptist World Aid, machte Mut, sich gegen Ungerechtigkeit und für Frieden einzusetzen. Sie sprach von „lähmenden Zeiten (paralyzing times)“, in denen wir uns befänden. Heute dürfe die Kirche nicht schweigen, sondern müsse laut auf Ungerechtigkeit hinweisen und sich für Gerechtigkeit und Frieden engagieren. Theologie könne dabei helfen, sprachfähig zu werden. Sie erinnerte an Jürgen Moltmann, der als 17-jähriger Soldat in Kriegsgefangenschaft eine Lebenswende erfuhr und daraufhin Theologie studierte. Seine theologischen Beiträge haben Hoffnung begründet und Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit gefördert. Anschließend wurden die Teilnehmenden der Konferenz aufgefordert, das Bündnis für Religionsfreiheit zu unterschreiben. Damit sollte ein Zeichen dafür gesetzt werden, dass Glaube nicht an Nationalismus gebunden sein darf und die Baptisten sich weltweit dafür einsetzen, dass Menschen die Freiheit haben, ihren eigenen Glauben zu wählen und auch die Freiheit haben, nicht zu glauben.###_3IMAGES###

Vielfältiges Engagement weltweit

In vielen kleinen Arbeitsgruppen wurden einzelne Projekte mit diakonischem, missionarischem oder gesellschaftlichem Engagement vorgestellt. Weltweit setzen sich Baptisten gegen Prostitution und Menschenhandel ein. Sie arbeiten auf lokaler Ebene an sozialen Projekten für die Nachbarschaft und begegnen so aktuellen Nöten wie Armut und Einsamkeit. Sie versorgen Menschen nach Naturkatastrophen und öffnen ihre Gebäude, um Menschen Schutz in Kriegsgebieten zu gewähren. Sie ermutigen Menschen, sich politisch zu engagieren und fördern Frauen und Männer in Führungspositionen durch Gebet und Ausbildung.

Ermutigende Begegnungen

Bei einer Vorkonferenz der Baptistischen Frauen weltweit (7. bis 8. Juli 2025) haben mich zwei Frauen aus Papua Neuguinea angesprochen. Sie wollten wissen, wie ich heiße und woher ich komme. Aus Deutschland? Ja, für die Frauen in Deutschland haben sie schon als Gruppe vor der Konferenz gebetet. Diese Verbundenheit mit Frauen von der anderen Seite der Erde zu spüren, hat mich sehr berührt. Weltweit gibt es also Menschen, die für uns beten. Das mag wohl am Gebetskalender der BWA liegen. Jede Woche wird da für zwei der 134 Länder gebetet, aus denen die 53.000.000 Mitglieder der BWA kommen.###_3IMAGES###Neben der Vorkonferenz für Baptistische Frauen gab es auch ein Treffen der „nächsten Generation“, eine Konferenz für junge Baptistinnen und Baptisten.

Weltweit waren nicht nur einzelne Vertreter und Vertreterinnen der 266 Mitgliedunionen oder Institutionen, die zur BWA gehören, angereist, sondern auch ganze Gruppen, die dann in ihren traditionellen Gewändern gesungen oder getanzt haben oder auch ganze Chöre, die das Rahmenprogramm auf der „Weltbühne“ in den Pausen gestaltet haben.

Alle fünf Jahre findet seit 1905 eine Weltkonferenz statt, jeweils auf einem anderen Kontinent. In Australien konnten dadurch Gruppen aus Papua und Papua Neuguinea, aus Neu Seeland und den Philippinen, aus Indonesien und Indien verstärkt teilnehmen. In fünf Jahren wird die Konferenz in Europa stattfinden. Herzliche Einladung an alle deutschen Baptistinnen und Baptisten, einzeln oder in Gruppen teilzunehmen und sich mit inspirierenden Impulsen für die eigene Gemeindearbeit segnen zu lassen.

Danke für all die zweckgebundenen Spenden, die die Teilnahme an diesem Kongress ermöglicht haben.

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news-3867 Fri, 11 Jul 2025 12:30:00 +0200 „Möge die Macht mit dir sein...“ - Seelsorgetag NRW 2025 https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/moege-die-macht-mit-dir-sein-seelsorgetag-nrw-2025 Zum 5. mal fand der Seelsorgetag NRW statt. Zum 5. gemeinsamen Seelsorgetag NRW am 28.06.2025 kamen gut 140 Menschen nach Essen

Am 28. Juni 2025 fand im LIGHTHOUSE Essen der mittlerweile 5. gemeinsame Seelsorgetag NRW statt. Veranstaltet von Landesverband NRW und Akademie Elstal im BEFG sowie Region West und Institut Seelsorge & Beratung im Bund FeG, hatte ein gemeinsames Team unter der Leitung von Jens Mankel diesen Tag vorbereitet und dazu eingeladen. Über 120 Menschen erlebten einen „Insel- und Impulstag“ mit viel Zeit zur Begegnung. Das anregende Hauptreferat (siehe Folien und Audio unten) zum Thema „Möge die Macht mit dir sein” hielt Friederike Meißner. Die Leiterin des Referats Theologie, Seelsorge und Ethik der Diakonie Bethanien ermutigte zum „Tanz zwischen Macht und Ohnmacht“ und lud die Zuhörenden zur Selbstreflexion über Macht in der Seelsorge ein. Auch dem Phänomen der Ohnmacht wurde tiefgründig nachgegangen. Die insgesamt zwölf thematischen Workshops boten Information, Vertiefung und fachliche Impulse rund um das Thema Seelsorge. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen einhellig aus, das Format des Seelsorgetags NRW soll unbedingt weitergeführt werden. Eine Teilnehmerin schreibt: „Es war ein wunderbarer Tag. Wir sind ganz beseelt auf dem Nachhauseweg. Ich bin froh, dass es den Seelsorgetag gibt und ich heute daran teilnehmen konnte!“

Ein Artikel von 

 

Ein Feedback Slam von Annika Reckewell

Zwei verbündete Bünde luden ein zu Teil V der Saga:
Möge die Macht mit dir sein - Vom Tanz zwischen Macht und Ohnmacht in der Seelsorge
Der Einladung zum Tanz folgten Viele.

Das LIGHTHOUSE in Essen wurde zur Bühne für Helfende und Haltgebende.
Möge die Macht mit dir sein –
kein Donnergrollen,
sondern leises Flüstern,
das die Seele berührte,
Verantwortung zum Leuchten brachte.

Pastorin Friederike Meißner führte aufs Parkett.
Lud ein zum Thema Macht­gewirr und Ohnmachtsfugen,
zerlegt die Schatten in schmackhafte Häppchen
und baute kluge Brücken zu Gottes unerschöpflicher Kraft.

Workshops über Traumata, die die Spielregeln ändern,
über Aggression, die uns antreibt;
über queeren Stimmen, die endlich Raum gewinnen,
bis zur Meditation, die die Sinne beflügelte.

Im Plenum pulsierten Impulse,
in Seminarräumen entfalteten sich Dialoge,
ehrliche Blicke trafen sich
wie Partner im Tanz der Erkenntnis.

Zwischen belegten Brötchen, Wraps und Kuchen
reichte Wissenschaft den Seelsorge-Herzen die Hand zum Tanz.
Zu einem gemeinsamen Rhythmus.
Freundschaften erblühten neu,
Bekanntschaften wurden zur Kraftquelle.

Unterschätze nie die dunkle Seite der Macht:
Wer Seelsorge schenkt, braucht Seelsorge selbst:
Erfahrene Begleiter:innen standen bereit,
lauschten Fragen, teilten Schweigen,

schufen Raum,
um den Rhythmus
dieses Tanzes neu zu hören.

Lasst uns diesen Tag lebendig halten –
in Gesprächen, Bildern,
in weiterführenden Visionen.

Möge unser gemeinsames Erleben
Menschen den Weg öffnen
zu Gottes Quellen
der Heilung und Hoffnung.

Allen Teilnehmenden des Seelsorge-Tages NRW, allen Seelsorger:innen:
Möge die Macht Gottes mit uns sein.

Annika Reckewell, Juni 2025.

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news-3864 Wed, 09 Jul 2025 15:24:00 +0200 Stellungnahme zur Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen zur Lage im Nahen Osten https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/stellungnahme-zur-erklaerung-des-oekumenischen-rates-der-kirchen-zur-lage-im-nahen-osten Während uns das Anliegen des ÖRK wichtig ist, das Leid in Gaza klar zu benennen und auf ein Ende des Kriegs hinzuwirken, halten wir drei grundlegende Punkte der ÖRK-Erklärung für problematisch. Als Vollmitglied hat der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) Stimmrecht in der ÖRK-Vollversammlung, nicht jedoch im Zentralausschuss, der vergangene Woche in Johannesburg getagt und die „Erklärung zu Palästina und Israel“ verabschiedet hat. Unser Vertreter Prof. Dr. Carsten Claußen hat vor Ort in Gesprächen aber die Position des BEFG eingebracht (hier sein Bericht der Tagung). Durch unsere ÖRK-Mitgliedschaft können wir uns somit an Debatten der Weltökumene beteiligen, auch an kontroversen.

Während uns das Anliegen des ÖRK wichtig ist, das Leid in Gaza klar zu benennen und auf ein Ende des Kriegs hinzuwirken, halten wir drei grundlegende Punkte der ÖRK-Erklärung für problematisch. Erstens erwähnt die Erklärung in keiner Weise die Taten der Hamas, die das erklärte Ziel hat, Israel auszulöschen – insbesondere die Massaker gegen Jüdinnen und Juden am 7. Oktober 2023. Dass die ÖRK-Erklärung darauf nicht eingeht, macht sie einseitig. Es entsteht der Eindruck, Israel sei alleine verantwortlich für die aktuelle Lage. Dies ist eindeutig zurückzuweisen. Zweitens ist der Begriff der Apartheid aus unserer Sicht unpassend, weil die historische Situation in Südafrika und die aktuelle Situation in Israel zu unterschiedlich sind. Drittens transportiert die Erklärung mit der Forderung nach „Sanktionen“ und „Desinvestitionen“ Narrative des antiisraelischen Antisemitismus. Das weisen wir klar zurück. Zusammengefasst geht die ÖRK-Erklärung aus unserer Sicht nicht ausreichend auf die komplexe Situation in Nahost ein, weist einseitig Schuld zu und verwendet vorbelastete Formulierungen.

Wichtig ist uns: Das Leid in Gaza und den zunehmenden Antisemitismus zu beklagen, darf kein Entweder-oder sein. Wir sind erschüttert vom Leid der Palästinenserinnen und Palästinenser, von Hunger, Vertreibung und der hohen Zahl an Toten. Unverrückbar ist für uns der Grundsatz, dass wir – unabhängig von der politischen Beurteilung – an der Seite der Opfer stehen. Den zunehmenden Antisemitismus sehen wir mit großer Sorge und jede Forderung, Israel oder jüdisches Leben auszulöschen, verurteilen wir aufs Schärfste.

Aussagen, die in der aktuellen Debatte den Eindruck erwecken könnten, das Handeln der israelischen Regierung sei der eigentliche Grund für antisemitische Übergriffe, halten wir ebenfalls für problematisch. Kritik an den politisch Verantwortlichen in Israel ist legitim, aber sie darf auf keinen Fall damit einhergehen, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland oder andernorts in ihrer Sicherheit bedroht sind.

9. Juli 2025, , Pressesprecher des BEFG

Zum Weiterlesen: BEFG-Präsidium zur Lage im Nahen Osten (Bericht aus der Sitzung am 20. und 21. Juni)

Korrekturhinweis: Wegen einer inhaltlichen Unschärfe wurde der folgende Satz am 11. Juli 2025 aus der Stellungnahme gestrichen: „Wir bedauern, dass der ÖRK-Zentralausschuss den Beschluss der ÖRK-Vollversammlung von 2022 nicht beachtet hat, wonach der Begriff Apartheid ‚die komplexe Realität in Israel und den palästinensischen Gebieten nicht in geeigneter Weise beschreibt' (siehe Stellungnahme der EKD vom 4. Juli 2025).“ Korrekt ist, dass es in der Vollversammlung keinen Konsens darüber gab, ob der Begriff Apartheid angemessen sei. Die entsprechende Erklärung ist hier nachzulesen.

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news-3865 Wed, 09 Jul 2025 15:07:32 +0200 1700 Jahre Konzil von Nizäa Referat für Kommunikation https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/1700-jahre-konzil-von-nizaea Vom 4. bis 7. Juni nahm Prof. Dr. Joshua T. Searle (2.v.l.) an einem besonderen ökumenischen Symposium in Rom teil. Vom 4. bis 7. Juni nahm Prof. Dr. Joshua T. Searle, Professor für Missionswissenschaft an der Theologischen Hochschule Elstal an einem besonderen ökumenischen Symposium in Rom teil. Veranstaltungsort war die Päpstliche Universität St. Thomas von Aquin (Ateneo Angelicum). 

Die internationale Konferenz stand unter dem Thema „Nicaea and the Church of the Third Millennium: Towards Catholic-Orthodox Unity“ („Nizäa und die Kirche des dritten Jahrtausends: Auf dem Weg zur katholisch-orthodoxen Einheit“) und war dem 1700. Jubiläum des Konzils von Nizäa gewidmet. 

Eine Aufgabe der Theologischen Hochschule Elstal ist es, den BEFG in ökumenischen Gremien und Konferenzen zu vertreten. In diesem Sinne war Searle eingeladen, eine baptistische Perspektive auf das nizäische Glaubensbekenntnis zu präsentieren. In seinem Vortrag wies er darauf hin, dass das Glaubensbekenntnis von Nizäa – auch wenn es bislang in freikirchlichen Kontexten eher wenig Präsenz gezeigt hat – in zentralen theologischen Punkten mit baptistischen Überzeugungen übereinstimmt: dem trinitarischen Gottesbild, der Göttlichkeit Christi sowie den historischen Ereignissen der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Searle betonte, dass das nizäische Bekenntnis ein starkes verbindendes Element sein könne, um den ökumenischen Austausch zu vertiefen, da es die gemeinsame Grundlage des christlichen Glaubens verdeutliche.

Zu weiteren Rednern und Rednerinnen der Tagung gehörten unter anderem Kardinal Kurt Koch, der in seinem Hauptreferat über „Das 1700. Jubiläum des Konzils von Nizäa: Eine ökumenische Chance und Herausforderung“ sprach. Weitere Beiträge kamen von Metropolit Job von Pisidia, Vorsitzender der Gemeinsamen Internationalen Kommission für den Theologischen Dialog zwischen der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche, sowie von Erzbischof Rowan Williams, dem früheren Erzbischof von Canterbury.

Ein besonderer Höhepunkt für alle teilnehmenden Theologen, Philosophinnen und Kirchenleitenden war eine Privataudienz bei Papst Leo XIV.

„Das Symposium war ein sehr bedeutendes und lehrreiches Ereignis und eine würdige Feier des nizäischen Glaubensbekenntnisses sowie seiner anhaltenden Bedeutung im Leben der weltweiten Kirche“, so das Fazit von Joshua Searle am Ende der Veranstaltung.

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news-3860 Thu, 03 Jul 2025 10:18:57 +0200 BEFG jetzt Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen Prof. Dr. Carsten Claußen https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/befg-jetzt-mitglied-im-oekumenischen-rat-der-kirchen Der BEFG wurde am 23. Juni in den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) aufgenommen. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) wurde am 23. Juni in den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) aufgenommen. Die Aufnahme fand auf der Sitzung des Zentralausschusses vom 18. bis 24. Juni im südafrikanischen Johannesburg statt. Davon berichtet Prof. Dr. Carsten Claußen von der Theologischen Hochschule Elstal, der als offizieller Vertreter des Bundes dabei war. 

Bereits 2021 hatte der Bundesrat beschlossen, dass der BEFG Antrag auf Mitgliedschaft im ÖRK stellt. 2023 waren wir – wie üblich – zunächst befristet aufgenommen worden, seit der Tagung in Südafrika ist unsere Freikirche unbefristetes Mitglied. In meinem kurzen Dankeswort erwähnte ich, dass uns Baptisten die Bibel und das Gebet, die Ortsgemeinde und das reformatorische Erbe besonders wichtig sind. Von unseren Anfängen an treten wir für Glaubens- und Gewissensfreiheit ein. Dafür wollen wir uns nun auch als eine von aktuell 365 Mitgliedskirchen einsetzen. Der ÖRK repräsentiert insgesamt 580 Millionen Christen aus mehr als 120 Ländern.

Begegnungen und Gespräche

Die sieben Tage waren angefüllt mit vielen interessanten Diskussionen und persönlichen Gesprächen im Plenum, in Kleingruppen, bei den gemeinsamen Mahlzeiten und auch bei einem Treffen mit anderen Baptisten. Während wir uns in unserer Freikirche oft mit unserem Auftrag als Ortsgemeinde oder als Bund beschäftigen, geht es beim ÖRK um die Fragen und Herausforderungen, die Christen und Christinnen weltweit bewegen. So haben wir uns beispielsweise über die Benachteiligung von Frauen in vielen Kirchen und Ländern ausgetauscht. Die Folgen des Klimawandels wurden unter anderem in Beiträgen von Geschwistern aus Ländern des Globalen Südens besonders deutlich. Das 1700-jährige Jubiläum des ersten ökumenischen Konzils von Nizäa und des damals entstandenen Bekenntnisses wurde als wichtiger Meilenstein für die Einheit der Christen gefeiert.###3_IMAGES###

Auf dem Weg zur Versöhnung

Frank Chikane, einer der Anführer der südafrikanischen Anti-Apartheid-Bewegung, stellte uns die aktuelle Lage in Südafrika dar und berichtete von seinem Kampf gegen die Benachteiligung schwarzer Afrikaner. Vierzig Jahre nach Entstehung des Kairos-Dokuments, das einst das Ende der Apartheid beschleunigte, ist die Situation im Land weiterhin schwierig. Den für mich eindrucksvollsten Vortrag hielt der anglikanische Theologe Michael Lapsley. Seit den 1970er-Jahren trat er in Südafrika als Pfarrer für Schulkinder ein, die von Folter, Inhaftierung und Ermordung bedroht waren. Selbst schwer von einem Briefbombenattentat gezeichnet, gründete er später eine inzwischen weltweit tätige Organisation, die sich für die „Heilung der Erinnerungen“ und die Versöhnung zwischen Konfliktparteien einsetzt. Lapsley ist ein lebendiges Zeugnis dafür, dass Hass und Gewalt nicht das letzte Wort haben.

Andachten, ein Gottesdienst und zwei Erinnerungsorte

Neben den Arbeitsgruppen und Plenumssitzungen waren die geistlichen Impulse in den Morgen- und Abendandachten, die von verschiedenen Kirchen gestaltet wurden, prägend für die Tagung. Am Sonntag waren die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer zu Gottesdiensten in lokalen Gemeinden eingeladen. Mit einer kleinen Gruppe besuchte ich den bunt gemischten Gottesdienst einer Methodistengemeinde, in der wir herzlich empfangen wurden. Die Gemeinde engagiert sich für Obdachlose, Kinder und Jugendliche, unterhält ein Hospiz und versucht, den Menschen im Stadtteil mit dem Evangelium zu dienen.

Am Sonntagnachmittag folgte ein Besuch des Apartheidsmuseums und des als Erinnerungsort gestalteten Gefängniskomplexes, in dem einst Mahatma Gandhi und Nelson Mandela inhaftiert waren. Die Vergangenheit der Apartheid ist in Johannesburg noch sehr präsent.###3_IMAGES###

Israel und Palästina

Unter den vielen Themen der Tagung wurde der kriegerische Konflikt in Palästina und Israel mit viel Engagement diskutiert. Die tiefe Betroffenheit über das Leid der Menschen auf allen Seiten war deutlich spürbar. Besonders ergreifend wurde die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen mit zehntausenden Toten wahrgenommen. Mit welchen Worten sollte der ÖRK zu einem Ende der Gewalt und zu einem gerechten Frieden aufrufen? Wären Begriffe wie „Apartheid” oder „Völkermord” geeignet, das sprachlose Entsetzen zu durchbrechen? Darüber haben wir in diesen sieben Tagen in Johannesburg viel gesprochen. Als Nicht-Mitglied im Zentralausschuss hatte ich zwar kein Stimmrecht. Ich habe jedoch die Gelegenheit genutzt, in einer ganzen Reihe von Gesprächen Akzente zu setzen. Natürlich darf das Existenzrecht Israels nicht bedroht werden. Das muss klar und deutlich gesagt werden. Aber klar ist auch: Der Krieg und die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen müssen schnellstmöglich beendet werden, um das Leben der Menschen zu retten. Über beides herrschte jenseits mancher Diskussion über die Wortwahl der Resolutionen große Einigkeit. (Lesen Sie hier eine Stellungnahme des BEFG zur ÖRK-Erklärung.)

Blick in die Zukunft

Durch unsere Mitgliedschaft im ÖRK haben wir jetzt die Chance, gemeinsam mit anderen Christinnen und Christen weltweit für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzutreten und das Evangelium zur Sprache zu bringen. Die nächste große Zusammenkunft des ÖRK wird die „Konferenz für Weltmission und Evangelisation“ im Jahr 2028 sein. Auch dabei sollten wir uns aktiv einbringen und teilnehmen.

 

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news-3856 Thu, 26 Jun 2025 08:09:02 +0200 Präsidium beruft Dr. Maximilian Zimmermann zum BEFG-Generalsekretär Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/praesidium-beruft-dr-maximilian-zimmermann-zum-befg-generalsekretaer „Mit Jesus Christus in unserer Mitte können wir mutig in die Zukunft gehen und Hoffnung in unsere Gesellschaft tragen“, so Zimmermann. Dr. Maximilian Zimmermann wird im kommenden Frühjahr Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Das Präsidium der Freikirche hat den 44-jährigen Theologen am 21. Juni berufen. Er wird sein neues Amt am 1. April 2026 als Nachfolger von Christoph Stiba antreten. „Mit Jesus Christus in unserer Mitte können wir mutig in die Zukunft gehen und Hoffnung in unsere Gesellschaft tragen“, so Zimmermann.

Maximilian Zimmermann, Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal, sagte nach seiner Berufung: „Ich danke von Herzen für das entgegengebrachte Vertrauen und freue mich auf den gemeinsamen Weg!“ Mit Blick auf die anstehende Umsetzung einer neuen Bundesstruktur, die der Bundesrat im Mai 2025 beschlossen hatte, zeigte er sich zuversichtlich: „Ja, als Bund stehen wir vor großen Aufgaben, aber auch vor großen Chancen.“ Das Motto des Strukturprozesses „Segen bewegt“ sei Ausdruck der unerschütterlichen Zusage Gottes: „Jesus Christus ist mitten unter uns und geht uns voran. Im Vertrauen auf ihn, im Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2. Tim 1,7) und in der Verbundenheit miteinander können wir mutig in die Zukunft gehen.“ In diesem Wissen könne der Gemeindebund seinen Auftrag erfüllen: „Als Gemeinden wollen wir die Hoffnung, die wir durch Jesus Christus haben, in Worten und mit Taten weitergeben – und dies nicht allein, sondern gemeinsam mit den Christinnen und Christen in den anderen Kirchen.“

BEFG-Präsidentin Natalie Georgi brachte ihre Freude über die Berufung zum Ausdruck: „Maximilian Zimmermann ist die richtige Person zur richtigen Zeit, davon sind wir als Präsidium überzeugt. Mit seiner ausgeprägten Kommunikationsfähigkeit, seiner theologischen Tiefe und seiner Liebe zu Jesus Christus und seiner Gemeinde wird er unseren Bund bereichern und wichtige Impulse für die Zukunft setzen.“ Dabei gehe es in besonderer Weise darum, die Umstrukturierung des Bundes mit Leben zu füllen und „bei aller Vielfalt den Blick auf Jesus Christus, unsere gemeinsame Mitte, zu stärken. Wir freuen uns über diese klare Berufung und möchten zusammen mit Maximilian Zimmermann die Zukunft unserer Kirche gestalten.“

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba wird seinen Dienst auf eigenen Wunsch zum 31. März 2026 beenden. Darüber war er mit dem Präsidium bereits seit zwei Jahren im Gespräch und hatte es nun im Mai dem Bundesrat mitgeteilt. „So schwer es ist, mit Christoph Stiba im kommenden Jahr eine prägende Persönlichkeit zu verabschieden, so dankbar sind wir, Maximilian Zimmermann als Nachfolger berufen zu haben“, hob Präsidentin Natalie Georgi hervor.

Dr. Maximilian Zimmermann wurde 1980 in München geboren. Seine theologische Ausbildung absolvierte er am Bibelseminar Bonn, am Theologischen Seminar Elstal (heute Theologische Hochschule Elstal), an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. 2016 wurde er zum Dr. theol. promoviert. Von 2010 bis 2017 war er Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Ratingen, von 2017 bis 2022 Dozent für Systematische Theologie an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest, als deren Studienleiter er von 2020 bis 2022 fungierte. Seit 2022 ist Zimmermann Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal. Seine Lehraufgaben wird er bis zum Ende des Wintersemesters 2025/26 erfüllen.

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news-3851 Wed, 11 Jun 2025 12:00:34 +0200 Immer mehr Geflüchtete brauchen Hilfe Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/immer-mehr-gefluechtete-brauchen-hilfe 122 Millionen Menschen haben aufgrund von Kriegen ihre Heimat verlassen. Deshalb lädt der BEFG dazu ein, für die Arbeit von Partnern vor Ort zu spenden. Immer mehr Menschen müssen aufgrund von Kriegen und Krisen ihre Heimat verlassen. Deshalb lädt der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) dazu ein, die Arbeit mit Geflüchteten dauerhaft finanziell zu unterstützen.

122 Millionen auf der Flucht

Laut dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) waren im vergangenen Jahr weltweit 122,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Das sind etwa eineinhalb Mal so viele Menschen, wie in ganz Deutschland leben. „German Baptist Aid reagiert auf diese Entwicklung und engagiert sich vor allem in der Unterstützung von Projekten, die von lokalen Gemeinden und Initiativen getragen werden“, sagt der BEFG-Generalsekretär und Pastor Christoph Stiba. In der Regel ist der Baptistenbund des jeweiligen Landes das verlässliche Gegenüber und der Garant für stabile und langfristige Kooperationen.

Leuchttürme im Leben der Ärmsten

Ein Beispiel: In den vergangenen Monaten hat die weitere Eskalation des kriegerischen Konflikts im Nahen Osten und dessen Auswirkung auf den Libanon die Arbeit von German Baptist Aid besonders stark geprägt. Viele Flüchtlingsfamilien waren bereits aufgrund des Krieges in Syrien gezwungen, in den benachbarten Libanon zu fliehen. Nun hat der aktuelle Konflikt diese Syrer erneut gezwungen, ihre Unterkünfte zu verlassen.

Im Beiruter Vorort Hay El Gharbeh arbeitet seit langem „Tahaddi“, der lokale Partner von German Baptist Aid, und versorgt Menschen, die in alten Containern leben, mit Heizgeräten, Decken, Schlafgelegenheiten, Essen und Unterrichtsmaterialien für die Kinder und Jugendlichen. Die Tochter einer Familie mit sieben Personen verdient mit ein paar Handarbeiten umgerechnet vier bis fünf Euro pro Woche hinzu. Damit unterstützt sie die ganze Familie. Sie sagt: „Meine Eltern tun alles für mich. Da freue ich mich, wenn ich ein wenig zurückgeben kann.“

Deshalb richten sich Christoph Stiba und der kaufmännische Geschäftsführer des Bundes, Volker Springer, an die Öffentlichkeit: „Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie etwas für die Flüchtlingshilfe von German Baptist Aid ‚geben‘ könnten, damit wir es weitergeben können. Damit unterstützen wir Projekte wie das geschilderte im Libanon – aber auch Geflüchtete aus der Ukraine, Serbien, im Irak und in Jordanien.“

Verwendungszweck: P 45909 Sommerspende für German Baptist Aid
Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden | IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
 

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news-3850 Wed, 11 Jun 2025 11:50:09 +0200 Jugendliche stärken Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/jugendliche-staerken Das GJW hat als Ziel, für Jugendliche einen Raum zu schaffen, in dem sie im Glauben wachsen können. Diese Arbeit bedarf finanzieller Unterstützung. Das Gemeindejugendwerk des BEFG hat als Ziel, dass es für Jugendliche einen Raum gibt, in dem sie ihr Potenzial entfalten und im Glauben wachsen können. Für diese Arbeit bedarf es finanzieller Unterstützung.

Potenzial entfalten

Traditionell lädt der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) jeden Sommer dazu ein, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu unterstützen. Das Gemeindejugendwerk des BEFG hat als Ziel, dass es für Jugendliche einen Raum gibt, in dem sie ihr Potenzial entfalten und im Glauben wachsen können. „Sie sind die Generation, auf deren Schultern künftig die Verantwortung für unsere Gemeinden und unsere Gesellschaft liegt“, sind Generalsekretär Christoph Stiba und der kaufmännische Geschäftsführer des Bundes, Volker Springer, überzeugt.

„Wir lesen schon in der Bibel, wie Gott immer wieder junge Männer und Frauen berief und begabte. Ob es der Hirtenjunge David war, der Goliath besiegte, oder der jugendliche Joseph, der ein Vertrauter des Pharaos wurde. Gott liebt die Kinder und Jugendlichen. Sie verkörpern Tatendrang, Lebensfreude und Unbeschwertheit. Mit diesen Menschen arbeitet das Gemeindejugendwerk“ erklärt Stiba.

Jesus im Alltag entdecken

Das GJW arbeitet stets daran, wie junge Menschen Jesus im Alltag entdecken können. Das bislang größte Projekt stellt die Entwicklung der Kindergottesdienst-App (KiGo-App) dar. Diese App ist nun einige Jahre alt und muss weiterentwickelt werden. Dafür wird Geld benötigt, denn Technik kostet immer. Das Material der KiGo-App enthält für jeden Sonntag Vorschläge zur Gestaltung des Kindergottesdienstes, die an Handys, Tablets oder PCs ausgesucht, bearbeitet und um eigene Ideen ergänzt werden können.

Wie das Elternhaus und die Schule, ist auch die Gemeinde ein wichtiger Raum, in dem Kinder und Jugendliche sich entwickeln können. Schon in Sprüche 20,29 heißt es: „Wir bewundern die Stärke der Jugend und respektieren die grauen Haare des Alters.“ Beide Bundesverantwortlichen appellieren deshalb: „Lassen Sie uns gemeinsam die ‚Stärke der Jugend‘ noch stärker machen.“

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden | IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
Verwendungszweck: P 51 726 Sommerspende für GJW

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news-3849 Tue, 10 Jun 2025 12:30:00 +0200 „Cantate Domino“ oder „Oh come, let us sing unto the Lord“ Dagmar Fischer https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ostersingwoche-2025 Jährlich findet die Ostersingwoche statt, so auch 2025. Worum es 2025 ging, berichtet Dagmar Fischer. Jährlich findet die Ostersingwoche statt, so auch 2025. Ein Bericht von Dagmar Fischer.

Damit ist eigentlich alles gesagt: Singen für unseren Herrn – genau das taten wir auf der diesjährigen Ostersingwoche in Sandkrug vom BEFG Musik der Akademie Elstal. Viele Wiederholungstäter, aber auch einige Neulinge, die sich super in die Gemeinschaft integriert haben. Aber wir haben natürlich auch ganz uneigennützig zu unserem eigenen Vergnügen gesungen, denn es macht einfach Spaß, unter der legendären Leitung von Martin Sellke mit so vielen anderen Sängerinnen und Sängern (42) eine romantische Motette von Mendelssohn zu erarbeiten, ältere Jugendchorschätzchen aus den 1980‘ern und 1990‘ern wiederzuentdecken („Die sind zu beneiden“...) und nagelneue peppige Songs zu schmettern. Am Klavier tatkräftig unterstützt von Bertram Arendt und z. T. auch mit Kongas begleitet von Rufus Böhringer. Natürlich durfte auch die vertonte Jahreslosung „Prüft alles und behaltet das Gute“ sowie ein Stück von John Rutter nicht fehlen. Uns wurden diesmal aber auch ungewohntere Klänge zugemutet, und zwar mit einer bearbeiteten Version des bekannten zeitgenössischen Werkes „Adiemus“ von Karl Jenkins und dem traditionellen indianischen Stück „Evening Rise“. Die insgesamt 13 Stücke wurden in einem Konzert in Oldenburg und z. T. auch noch mal in einem Gottesdienst in Edewecht vorgetragen.

Geistlich begleitet wurde die Freizeit wieder durch Pastorin Dagmar Wegener, die uns u. a. die Texte einiger von uns gesungenen Lieder einfühlsam noch einmal besonders nahe brachte – umrahmt von extra auf die Ostersingwoche zugeschnittenen Segenswünschen.

Sehen wir uns im nächsten Jahr? 

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news-3841 Sun, 01 Jun 2025 12:30:00 +0200 Reich Gottes entdecken – mitten im Leben https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/reich-gottes-entdecken-mitten-im-leben Am 1. Juni wurde der Bundesgottesdienst des BEFG live aus der Gemeinde der Baptisten.Schöneberg gestreamt. Am 1. Juni wurde der Bundesgottesdienst des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden live aus der Gemeinde der Baptisten.Schöneberg gestreamt. Bis zu 570 Geräte waren gleichzeitig zugeschaltet, darunter viele Gemeinden, die den Gottesdienst gemeinsam als ganze Gemeinde verfolgten. Der Gottesdienst bildete den Abschluss der Bundesratstagung, die vom 28. bis 31. Mai in Kassel stattfand.

Den Gottesdienst online anschauen

Diakonin Damaris Werner, die den Gottesdienst moderierte, begrüßte offiziell die neue Präsidentin Natalie Georgi, die auf der Bundesratstagung in Kassel gewählt worden war. Die Wahl der ersten Frau in dieses Amt sei für viele ein emotionales Ereignis gewesen. Auf die Frage, wo sie das Reich Gottes entdecke, erzählte Georgi von einer Beerdigung, bei der ein einziger Satz dafür gesorgt habe, dass sich eine Angehörige mit dem Verstorbenen versöhnen konnte. Georgi betonte: „Da ist Reich Gottes – wo Versöhnung geschieht, wo Worte etwas lösen, was sonst nicht passiert wäre.“ BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba knüpfte an: Auch für ihn sei das Reich Gottes dort spürbar, wo Freude, Freundlichkeit, Frieden und Treue Raum bekommen. – Wie beim Bundesrat in Kassel, wo 1.100 Menschen, die sehr unterschiedlich sind, „in einer fröhlichen, gelösten, friedvollen, durchaus auch spannungsvollen, aber immer geistlichen Atmosphäre“ gemeinsam über die Zukunft des Bundes beraten hätten. „Das war für mich ein Ausdruck des Reiches Gottes.“ Mit Blick auf die neue Struktur des Bundes, deren Umsetzung in Kassel beschlossen worden war, wünschte sich Georgi vor allem eines: „Dass Gemeinden gestärkt und vitalisiert werden.“ Die beste Struktur helfe nicht, wenn die Menschen nicht mitmachen: „Und deswegen sind wir es, die das zum Leben bringen.“

„Was muss passieren, dass ganz normales Leben plötzlich zum Reich Gottes wird?“ Diese Frage stellten Ruth und Thomas Greiner, Pastorin und Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Neu-Ulm/Ulm in ihrer Predigt und zeigten: Gott ist längst da, das Reich Gottes muss nicht erst gebaut werden. Vielmehr gelte es zu entdecken, wo Gott schon wirkt – mit offenen Augen und einem mitfühlenden Herz. 

Anhand der biblischen Geschichte von Jona machten die Predigenden deutlich, dass Gott nicht nur im Tempel oder der Kirche, sondern auch in Städten wie Ninive oder Berlin gegenwärtig ist. Thomas Greiner dazu: „Gott liebt Städte. Er liebt dort, wo viele Menschen sind“ und „Gott kümmert es, dass es genug Erzieherinnen gibt in unserem Land, dass der Nahverkehr funktioniert und Menschen mobil sind. Gott liebt Spielplätze und gute Ärzte und Orte zur Erholung und Eisdielen. All das kümmert Gott.“

Mit Verweis auf die Bibel zeigte Thomas Greiner: „Gottes Heilsgeschichte beginnt in einem Garten und endet in einer Stadt, … dem himmlischen Jerusalem.“ Für ihn ist klar: „Jesus ist nicht gekommen, um nur ein paar fromme Leute in den Himmel zu holen. … Jesus ist in diese Welt gekommen, weil er diese Welt zurückhaben will.“ Als Bild für das Wirken des Reiches Gottes nannte Greiner das Magnetfeld, das man nicht sieht, das aber alles durchdringt: „Dieser Magnet geht durch deine Uni, dein Krankenhaus, deine IT-Firma, die Polizeistation und die Marketingabteilung.“ Das Reich Gottes sei etwas, das „durch seine Ausstrahlung“ in Bewegung setzt. 

Die Predigt erinnerte auch an die soziale Dimension des Reiches Gottes. Ruth Greiner sprach von den Herausforderungen durch Zuzug und Zuwanderung – und davon, wie Christen und Christinnen hier als Stabilisatoren wirken können: „Wir können helfen, dass Menschen ankommen und sich gesehen fühlen. Dass der soziale Zusammenhalt funktioniert. Dass Menschen merken: Hier darf ich sein.“

Und schließlich wurde deutlich: Das Reich Gottes beginnt mit einer veränderten Perspektive. „Wir müssen aufhören, wie Jona unter dem Rizinusstrauch zu sitzen und zu schmollen, weil etwas nicht nach unserem Geschmack ist“, so Ruth Greiner. Stattdessen gelte es, „mit Gottes Augen zu sehen“ und mit einem Herzen voller Mitgefühl.

Die Kollekte des Gottesdienstes wurde für Micha Deutschland zusammengelegt. Passend zum BEFG-Jahresthema „Dein Reich komme! gerecht anders leben“ setzt sich diese Initiative für weltweite Gerechtigkeit und eine nachhaltige Lebensweise ein. Musikalisch gestalteten Jan Primke und die Band der Schöneberger Gemeinde den Gottesdienst. 

Trotz technischer Herausforderungen zu Beginn – der Stream war für einige Minuten unterbrochen – blieb die Stimmung im Live-Chat gut. Teilnehmende grüßten aus Offenburg, Berlin-Prenzlauer Berg, Stadthagen, Oberellen, Blankenburg im Harz und vielen weiteren Orten. Eine Teilnehmerin fasste die Begeisterung vieler zusammen: Durch den Bundesgottesdient „sind wir noch stärker verbunden, auch wenn wir nicht alle vor Ort dabei sein können.“

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