Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland https://www.befg.de Die Nachrichten aus dem Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden de-de Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Mon, 15 Jun 2026 02:43:15 +0200 Mon, 15 Jun 2026 02:43:15 +0200 TYPO3 EXT:news news-3990 Wed, 10 Jun 2026 13:52:34 +0200 Offen für Begegnungen, Fragen und Glauben Jürgen Tischler https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/offen-fuer-begegnungen-fragen-und-glauben Begegnungscafé der EFG Bernburg Beim 24. Sachsen-Anhalt-Tag vom 5. bis 7. Juni in Bernburg zeigte sich, wie Kirche Menschen erreichen kann. Die kleine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Bernburg gestaltete gemeinsam mit der Neuapostolischen Kirche im Kirchendorf rund um die Schloßkirche ein Begegnungscafé. 

Gemeinsam mit Pastor Jürgen Tischler, Referent für Gemeindeentwicklung im Landesverband NOSA, wurde ein Konzept entwickelt, das Menschen zum Nachdenken und Gespräch einlud. Besonders die Wand mit der Frage „Welche Frage würden Sie Gott stellen?“ entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten. Im Laufe der drei Tage füllte sie sich mit sehr persönlichen, kritischen und bewegenden Fragen.

Herzstück des gemeinsamen Auftritts war die Eventkirche als Begegnungscafé. Bereits im Vorfeld hatten die Verantwortlichen gemeinsam mit Pastor Jürgen Tischler, Referent für Gemeindeentwicklung im Landesverband Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt (NOSA), ein Konzept entwickelt, das Menschen miteinander ins Gespräch bringen sollte.

Besonders die Fragenwand zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Dort konnten Menschen ihre persönliche Frage an Gott aufschreiben. Im Laufe der drei Tage entstand ein eindrucksvolles Bild dessen, was viele bewegt: Fragen nach Leid, Gerechtigkeit, Zukunft, Sinn und persönlichem Glauben standen neben kritischen und kontroversen Anfragen. Die vollständig gefüllte Wand zeigte, dass spirituelle Fragen auch heute viele Menschen beschäftigen.

Ein weiterer Anziehungspunkt war das Glücksrad, das vor allem bei Kindern und Familien beliebt war. Zu gewinnen gab es Bibelverse zu Themen wie Segen, Vertrauen und Hoffnung sowie kleine Leckereien. Die Resonanz war groß. Besonders beeindruckte die Offenheit vieler Kinder und Jugendlicher gegenüber den biblischen Impulsen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass grundlegendes Wissen über die Bibel oft nur noch wenig vorhanden ist. Namen wie König David oder zentrale biblische Geschichten waren vielen nicht bekannt. Umso erfreulicher war das Interesse an Bibelteilen sowie an Gesprächen darüber. 

Als großer Gewinn wurde die herzliche und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Neuapostolischen Kirche erlebt. Gemeinsam gelang es, eine offene Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen gerne verweilten. Dazu trug auch der Standort bei: Direkt am Eingang des Kirchendorfes bildeten die Eventkirche und das Bibelmobil aus Görlitz einen einladenden Anlaufpunkt.

Für die Eventkirche war es bereits ungefähr der zehnte Einsatz beim Sachsen-Anhalt-Tag innerhalb von 13 Jahren. Dennoch stach Bernburg besonders hervor. Noch nie wurde bei einem solchen Einsatz so viele Gespräche geführt und so viel Kaffee ausgeschenkt. Fast durchgehend waren Menschen am Stand, sodass die Zahl der Mitarbeitenden zeitweise kaum ausreichte. Unterstützung kam aus den Gemeinden Schöningen, Quedlinburg, Aschersleben und Magdeburg.

Am Ende überwog bei aller Müdigkeit die Dankbarkeit. Solche Einsätze verlangen viel Vorbereitung, Zeit und Kraft. Gleichzeitig eröffnen sie die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen und Kirche sichtbar zu machen. Der Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg hat gezeigt, dass Fragent nach Orientierung, Hoffnung und Glauben weiterhin viele Menschen bewegen.

Besonders bemerkenswert bleibt, was die kleine Gemeinde Bernburg gemeinsam mit ihrem engagierten Pastor im Ruhestand, Winfried Wolter, auf die Beine gestellt hat. Mit Mut, Gastfreundschaft und viel ehrenamtlichem Einsatz wurde Kirche mitten im Leben der Menschen erlebbar. Für alle Beteiligten bleibt die Erfahrung: Es lohnt sich, hinauszugehen, präsent zu sein und Menschen offen zu begegnen.

 

]]>
news-3984 Thu, 04 Jun 2026 09:59:55 +0200 Ehemaliger Bundesdirektor Gerd Rudzio verstorben https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ehemaliger-bundesdirektor-pastor-ir-gerd-rudzio-verstorben Ein Nachruf auf Pastor i. R. Gerd Rudzio. Pastor i. R. Gerd Rudzio ist am 25. Mai im Alter von 92 Jahren verstorben. Über viele Jahrzehnte engagierte er sich im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden als Pastor, Bundesdirektor und geistlicher Begleiter zahlreicher Menschen. „Für Gerd Rudzio stand aus tiefster Herzensüberzeugung das Evangelium der Gnade und Hoffnung durch Jesus Christus im Mittelpunkt seines Dienstes“, schreiben BEFG-Präsidentin Natalie Georgi und Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann in ihrem Nachruf. Den BEFG prägte er „mit großer Verlässlichkeit, ruhiger Sachlichkeit und klarer Orientierung.“ Zugleich wurde er als aufmerksamer Gesprächspartner, kluger Vermittler und Mensch mit Humor und Herzenswärme geschätzt. [Nachruf als PDF herunterladen]

Nachruf auf Gerd Rudzio


* 27. Juli 1933         † 25. Mai 2026

Pastor i.R. Gerd Rudzio, ehemaliger Bundesdirektor des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), ist am Pfingstmontag, dem 25. Mai, im Alter von 92 Jahren verstorben. 

Gerd Rudzio wurde am 27. Juli 1933 in Lyck (ehemals Ostpreußen) als Sohn gläubiger Eltern geboren. Die Erfahrungen von Krieg, Flucht und Neuanfang prägten seine Kindheit und Jugend. Nach einigen Jahren in seiner Geburtsheimat kam die Familie im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg zunächst nach Itzehoe und später nach Solingen, wo sie eine neue Heimat fand. In dieser Zeit empfing Gerd Rudzio seine klare Berufung zum Predigtdienst. Er begann daraufhin seine Ausbildung am Theologischen Seminar Hamburg-Horn.

Nach seiner Hochzeit mit Gerlinde Rudzio, geborene Mascher, begann er 1960 seinen Dienst als Pastor in Düsseldorf. Weitere Stationen seines Gemeindedienstes waren Tübingen, München und Marburg. Besonders der Dienst in München stellte damals eine große Herausforderung dar, da zahlreiche Stationsgemeinden in einem weiten Radius betreut werden mussten. Mit großem Engagement, organisatorischem Geschick und geistlicher Leidenschaft nahm er diese Aufgabe wahr.

Von 1985 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1996 versah Gerd Rudzio seinen Dienst als Bundesdirektor unseres Bundes – zunächst gemeinsam mit Manfred Otto, später im Team mit Eckhard Schaefer. In dieser Aufgabe prägte er unseren Bund mit großer Verlässlichkeit, ruhiger Sachlichkeit und klarer Orientierung. Er war ein guter Verwalter, zielstrebig, durchsetzungsstark und zugleich ein ausgeprägter Teamplayer, der flexibel auf neue Herausforderungen reagieren konnte.

International engagierte sich Gerd Rudzio im Baptistischen Weltbund (BWA) und der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF). Ebenso lag ihm die Hans-Herter-Indienhilfe sehr am Herzen. Viele Jahre gehörte er dem Aufsichtsrat des damaligen Diakoniewerks Bethel an. Darüber hinaus leitete er über Jahrzehnte den damaligen Vermittlungsausschuss des Bundes und war vielen Pastorinnen und Pastoren als vertrauensvoller Gesprächspartner und seelsorgerlicher Begleiter ein wichtiger „Vertrauensbruder“.

Seine Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter nahmen Gerd Rudzio als einen Menschen wahr, der anderen freundlich, fröhlich und zugewandt begegnete. Er hatte Humor und oft einen passenden Spruch auf den Lippen. Man konnte immer mit ihm reden. Er hörte aufmerksam zu, suchte das Verbindende und baute Brücken – zwischen Generationen, Gemeinden und unterschiedlichen geistlichen Prägungen innerhalb unseres Bundes. 

Für Gerd Rudzio stand aus tiefster Herzensüberzeugung das Evangelium der Gnade und Hoffnung durch Jesus Christus im Mittelpunkt seines Dienstes. Sein Glaube war geprägt von einer konservativen, werteorientierten und evangelistischen Grundhaltung. Er nahm seinen Auftrag, Menschen für Gott zu gewinnen, sehr ernst und blieb diesem Anliegen bis ins hohe Alter treu verbunden.

Seiner Frau Gerlinde, seinen Kindern und allen Angehörigen sprechen wir unsere tiefe Anteilnahme aus.

Im Namen des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

Pastorin Natalie Georgi (Präsidentin) und Pastor Dr. Maximilian Zimmermann (Generalsekretär)


Die Trauerandacht findet statt am Freitag, dem 5. Juni um 10 Uhr in der Kreuzkirche, Eichenstraße 15 in 26131 Oldenburg. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof Eversten, Zietenstraße 6, 26131 Oldenburg.

 

]]>
news-3982 Wed, 20 May 2026 08:42:40 +0200 Bundesfinanzen 2025 und 2026: Umsetzung von UB25 beginnt Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesfinanzen-2025-und-2026-umsetzung-von-ub25-beginnt Der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, legte am 15. Mai den Delegierten der Bundesratstagung in Kassel einen ausgeglichenen Haushalt für 2025 vor. Der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, legte am 15. Mai den Delegierten der Bundesratstagung in Kassel einen ausgeglichenen Haushalt für 2025 vor. Außerdem erläuterte er, dass aufgrund der durch UB25 getriebenen starken Personalveränderungen und Investitionen in EDV der Haushalt für das laufende Jahr nicht vergleichbar zu den Vorjahren sei. Zudem wird ein neues Bundesbeitragsmodell erarbeitet, das regionale und gemeindliche Unterschiede berücksichtigt.

Jahresrechnung 2025

Das Bundesopfer und die Bundesbeiträge haben sich gegenüber dem Vorjahr erneut leicht verbessert. Letzteres liege in erster Linie daran, dass mehr Gemeinden als bisher ihren Bundesbeitrag voll bezahlen, erklärte Springer. Erlöse aus Objektverkäufen von aufgelösten Bundesgemeinden von rund einer Million hätten die Unterdeckung vor Rücklagenauflösung aufgefangen und die Liquidität um rund 300.000 Euro verbessert. Insgesamt seien nur etwa 60% der geplanten Rücklagenauflösung benötigt worden, erläuterte Springer weiter. Die vorhandene Liquidität sowie ausreichende Rücklagen seien eine „gute Ausgangsbasis für die Umsetzung der Strukturreform ‚Unser Bund 25‘ (UB25) in den Jahren 2026 und 2027“. Allerdings bleibe unverändert das Ziel, das strukturelle finanzielle Defizit in den kommenden Jahren abzubauen. Dem Präsidium, den Finanzsachverständigen und der Bundesgeschäftsführung wurde vom Bundesrat mit 99% der Stimmen Entlastung erteilt.

Haushaltsplanung 2026

2026 stehe im Zeichen des Übergangs zur neuen UB25-Struktur, leitete Springer seine Haushaltsplanung ein. Dies bedinge eine Neuordnung der Dienstbereiche und Verwaltungseinheiten und führe ab Herbst zu einem deutlichen Personalabbau, dem ein leichter Personalzuwachs im Bereich Finanzen sowie im neuen Aufgabenbereich der Koordinatoren für die künftigen Regionen gegenübersteht. Alles in allem würden die Personalkosten in 2026 noch einmal geringfügig steigen und in 2027 dann merklich sinken.

Einmalkosten entstünden durch hohe Investitionen im Rahmen von UB25, insbesondere im EDV-Bereich. So bedürfe es etwa neuer Software-Lösungen für die zentrale Adressverwaltung sowie einer Neugestaltung des Webauftritts des Bundes und der neuen Regionen. Hardware-Anschaffungen sowie EDV-Schulungen ergänzen die umfangreichen Investitionsvorhaben. Den größten Einzelposten bei den Ausgaben mit rund 300.000 Euro mache jedoch die Förderung von Missionsprojekten aus.

Der Bundesrat beschloss mit 93 Prozent der Delegiertenstimmen die Annahme des Haushaltsplans für das Jahr 2026. Weiterhin folgte der Bundesrat einem Antrag des Präsidiums, ab 2027 den Bundesbeitrag sowie die bisherigen Landesverbandsbeiträge zu einem einheitlichen Beitrag von 108,00 Euro zusammenzuführen, wobei für die Gemeinden im bisherigen Landesverband Norddeutschland eine einmalige Reduzierung auf 105,00 Euro beschlossen wurde.

Schließlich folgte der Bundesrat mit großer Mehrheit der Empfehlung des in 2025 beauftragten Arbeitskreises, der einen Verkauf von Immobilien in Elstal prüfen sollte. Der Arbeitskreis fand passende Käufer, so dass im Laufe des Jahres drei Gebäude und eine Grundstücksfläche in Elstal veräußert werden. Gerade in Hinblick auf das bisherige strukturelle Finanzdefizit wird mit den Verkäufen eine deutliche Entschuldung und damit ein größerer finanzieller Spielraum erreicht.

Finanzplanung 2027

Abweichend von den Vorjahren gab der kaufmännische Geschäftsführer außerdem einen Ausblick auf das Jahr 2027 und erläutere „worauf es ankommt, damit der Erneuerungsprozess auch finanziell gelingt“. Die Bundesbeiträge bleiben dabei mit rund Zweidrittel der Gesamteinnahmen „auch weiterhin von entscheidender Bedeutung“ und werden im Zuge des Transformationsprozesses der Landesverbände hin zu Regionen um deren Beitragsanteil erweitert. Springer ermutigte zudem die Verantwortlichen in den zukünftigen Regionen zur bewussten Stärkung des Fundraisings.

Für das kommende Jahr ist die Vorstellung eines neue Bundesbeitragsmodell vorgesehen. Einen ersten Eindruck konnten sich Interessierte in einem Forum am Donnerstagnachmittag verschaffen. Die bislang rein auf Mitgliederzahlen basierenden Beitragsberechnung soll um eine finanzkraftbasierte Variante ergänzt werden. Ziel ist es, mehr Fairness bei der Aufbringung der Mittel für die übergemeindlichen Aufgaben der Regionen und des Bundes zu erreichen. Denn die Kaufkraft fällt in Deutschland regional sehr unterschiedlich aus. Gemeinden unterscheiden sich zum Teil stark in ihrer Mitgliederstruktur und in ihrem Mitgliedverständnis. Dennoch zahlen bisher alle Gemeinden den gleichen Mitgliedsbeitrag. Die besonderen Faktoren sollen künftig stärker Berücksichtigung finden. Ziel ist es, dem Bundesrat nächstes Jahr einen entsprechenden Antrag vorzulegen, um das neue Beitragsmodell ab 2028 anwenden zu können.

 

]]>
news-3981 Tue, 19 May 2026 13:50:28 +0200 Hinsehen – hinhören – aufarbeiten Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/hinsehen-hinhoeren-aufarbeiten Die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG hat ihren Auftrag geklärt und wird nach dem Bundesrat beginnen, erste Interviews zu führen. Die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hat ihren Auftrag geklärt und wird nach dem Bundesrat beginnen, erste Interviews zu führen. Der Bundesrat hatte 2024 die Gründung der Kommission beschlossen.

„Sexualisierte Gewalt verletzt die Würde und Integrität von Menschen. Sie zerstört Vertrauen, verletzt Beziehungen und kann Betroffene ein Leben lang belasten.“ Mit diesen Worten begann Anna Eberbach den Bericht der Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG (KAsG) an den Bundesrat. Gerade im Raum von Kirche und Gemeinde seien wir deshalb gefragt: hinzusehen, hinzuhören und aufzuarbeiten, wo Gewalt geschehen ist.

Der Kommission gehören an: Prof. Andreas Bochmann, Anna Eberbach, Thorsten Graff, Alexandra Hensel, Martina Jänicke, Olaf Kormannshaus, Tilo Kuhlmann, Jens Mankel, Miriam Schaufelberger und Claudia Sokolis-Bochmann. Die Aufarbeitungskommission richtet sich vor allem an Betroffene. Darüber hinaus richtet sie sich an Angehörige, ehemalige und aktuelle Mitarbeitende, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Gemeindemitglieder sowie Personen, die Hinweise auf Strukturen, Verantwortlichkeiten, Umgangsweisen oder Versäumnisse geben können. Alle Informationen werden vertraulich behandelt. Daten werden anonymisiert und unter Beachtung des Datenschutzes ausgewertet.

Andreas Bochmann, BEFG-externes Mitglied der KAsG, führte aus, dass ein zentraler Bestandteil der bisherigen Arbeit in der Auftragsklärung bestanden habe. Dabei stünden die Fragen im Fokus, was der Auftrag konkret umfasst und welche Aspekte ausdrücklich davon ausgenommen sind: „Wir verstehen unseren Auftrag darin, Erfahrungen, Strukturen, Dynamiken, Entscheidungswege und institutionelle Bedingungen in den Blick zu nehmen.“ Dazu gehörten zum Beispiel die Fragen: Welche Strukturen haben Übergriffe ermöglicht oder begünstigt? Wurden Betroffene gehört? Konnten Personen trotz Hinweisen weiter in Funktionen tätig bleiben?###3_IMAGES###„Wir sind keine Ermittlungsbehörde. Wir führen keine juristischen Untersuchungen durch. Wir ersetzen keine Strafverfolgung, keine anwaltliche Beratung und keine therapeutische Begleitung“, betonte Bochmann. Wenn es um aktuelle Gefährdung, konkrete Verdachtsfälle oder notwendige Schutzmaßnahmen gehe, seien andere Stellen zuständig, insbesondere die Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt im BEFG. Aufgabe der Kommission sei die Aufarbeitung: „Wir hören, dokumentieren, anonymisieren, werten aus und suchen nach Mustern und Lernaufgaben für den BEFG.“

„Wir haben beraten, wie Gespräche mit Betroffenen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sicher, sensibel und verantwortlich gestaltet werden können. Und wir haben uns mit Datenschutz, Anonymisierung, Dokumentation und Auswertung beschäftigt“, beschrieb Anna Eberbach, Sprecherin der Kommission, die bisherige Arbeit. „Wir haben außerdem daran gearbeitet, welche Standards für Interviews gelten sollen.“

Die ersten Interviews sollen nach dem Bundesrat geführt werden. Der Prozess beginnt mit einer Meldung. Meldungen sind ab sofort möglich, per E-Mail an aufarbeitungskommission(at)befg.de. Es reiche zunächst, Kontakt aufzunehmen und mitzuteilen, dass jemand etwas erlebt hat, etwas beobachtet hat oder Informationen weitergeben möchte. „Unter sexualisierter Gewalt verstehen wir dabei jede Form von Grenzverletzung, Übergriff oder Gewalt, bei der Sexualität eingesetzt wird, um Macht auszuüben, Menschen zu beschämen, zu kontrollieren, zu verletzen oder auszunutzen“, erläuterte Andreas Bochmann.

Damit Aufarbeitung möglich wird, braucht die Aufarbeitungskommission Informationen, Erfahrungsberichte und Hinweise. Darum richtete Anna Eberbach einen ausdrücklichen Appell an Betroffene: „Wenn Sie sexualisierte Gewalt im Kontext des BEFG erlebt haben oder wenn Sie Hinweise geben möchten, melden Sie sich bei uns. Sie müssen nicht sofort alles erzählen. Sie entscheiden, was Sie mitteilen möchten und in welchem Tempo.“

Und sie ergänzte an Gemeinden, Einrichtungen, Verantwortliche, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gerichtet: „Machen Sie auf diese Möglichkeit aufmerksam. Geben Sie die Kontaktadresse weiter und weisen Sie darauf hin, dass Meldungen möglich sind.“ Dazu gibt es auf befg.de/aufarbeitung Instagram-Tafeln, einen Flyer und eine Gemeindebriefvorlage.

Der Bundesrat hat zudem mit 99,5 Prozent Zustimmung beschlossen, den Paragrafen „Seelsorgegeheimnis und Amtsverschwiegenheit“ der Datenschutzordnung (DSO-BUND) dahingehend zu ändern, dass Aufzeichnungen mit ausdrücklicher schriftlicher Einwilligung betroffener Personen der Kommission offengelegt werden dürfen.

]]>
news-3980 Tue, 19 May 2026 12:51:37 +0200 Segen bewegt – über Grenzen hinweg Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/segen-bewegt-ueber-grenzen-hinweg Beim Bundesgottesdienst ging es um Gemeinden als Orte, an denen Menschen heil werden können, um Barrieren, die überwunden werden, und darum, dass Gottes Gegenwart mitten im Alltag erfahrbar wird. Am 17. Mai wurde der Bundesgottesdienst des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland live aus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde baptisten.schöneberg übertragen. Unter dem Thema „Segen bewegt – über Grenzen hinweg“ ging es um Gemeinden als Orte, an denen Menschen heil werden können, um Barrieren, die überwunden werden, und darum, dass Gottes Gegenwart mitten im Alltag erfahrbar wird. Der Gottesdienst bildete den Abschluss der Bundesratstagung 2026, die vom 13. bis 16. Mai in Kassel stattfand und zu der sich mehr als 1.000 Gäste und Delegierte getroffen hatten.

BEFG-Präsidentin Natalie Georgi und BEFG-Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann predigten über die Begegnung von Petrus und Johannes mit dem gelähmten Mann an der Tempelpforte aus Apostelgeschichte 3. In ihrer dialogischen Predigt gaben sie dem Mann den Namen „Raphael“ – als Zeichen dafür, dass Menschen mehr sind als ihre Einschränkungen oder Zuschreibungen. Georgi sagte: „Raphael ist mehr als eine Diagnose. Er ist mehr als der Gelähmte. Er ist ein Mensch mit einer Geschichte.“

Im Mittelpunkt der Predigt stand die Frage, welche sichtbaren und unsichtbaren Grenzen Menschen heute daran hindern, Zugang zu Gemeinden zu finden. Natalie Georgi sprach von sprachlichen, gesellschaftlichen und inneren Barrieren: „Es gibt vielleicht aber auch unsichtbare Mauern einer geschlossenen Gesellschaft, wo jeder seinen Platz hat und es sehr schwer ist hereinzukommen.“

Maximilian Zimmermann knüpfte daran an und sagte: „Ich wünsche mir tief in meinem Inneren eine ganz offene Kirche. Ganz offene Gemeinden.“ Gleichzeitig sei Gemeinde aber nicht beliebig: „Ich wünsche mir eine Kirche ohne Grenzen, aber ich wünsche mir gleichzeitig eine Kirche, die ganz feste Werte hat und die nach Gnade und Wahrheit fragt.“

Die Heilung des gelähmten Mannes verstanden die Predigenden auch als Bild für Teilhabe und Inklusion. Georgi sagte: „Für mich ist dieses Wunder auch ein Inklusionswunder.“ Heilung bedeute nicht nur körperliche Wiederherstellung, sondern auch, wieder Teil von Gemeinschaft zu werden.###3_IMAGES###Besonders wichtig war beiden der Gedanke, dass Gottes Wirken nicht auf Kirchenräume beschränkt bleibt. Zimmermann betonte: „Das Wunder passiert direkt vor dem Tor mitten in der Welt.“ Und weiter: „Das Allerheiligste, Gottes Gegenwart, hat sich auf den Weg nach draußen gemacht.“ Gemeinden seien deshalb eingeladen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, Menschen wahrzunehmen und ihnen Gottes Segen zuzusprechen.

Die Predigt endete mit einer gemeinsamen Vision von Gemeinde: Orte, „an denen Menschen gesehen werden“, „an denen Raum geschaffen wird für Gottesbegegnung im Drinnen wie im Draußen“ und „in denen wir, bewegt vom Segen Gottes, Grenzen überwinden und abbauen in Gnade und in Wahrheit“.

Bereits zu Beginn des Gottesdienstes blickten Georgi und Zimmermann im Gespräch mit Moderatorin Pastorin Dagmar Wegener auf die Bundesratstagung zurück. Ein Highlight für Georgi war die Rückmeldung eines Erstteilnehmers, der ihr sagte: „Das ist fantastisch, was ihr hier geschafft habt: mit so vielen Menschen gemeinsam Kirche zu gestalten.“ Zimmermann hob besonders das Engagement der vielen Ehrenamtlichen hervor: „Wenn ihr nicht mitmachen würdet, könnten wir schlicht und ergreifend nicht so Kirche sein und Gemeinde sein, wie wir sind.“

Teil des Gottesdienstes war auch ein Fürbitten-Video mit Stimmen aus den neu entstehenden 25 Regionen des Bundes. Gebetet wurde unter anderem für gesellschaftlichen Zusammenhalt, für Kinder und Jugendliche, für ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitende, für Einsame, Suchende und Menschen in Krisen. Eine Bitte lautete: „Hilf uns, die sichtbaren und unsichtbaren Grenzen wahrzunehmen und Lösungen zu finden, damit Menschen sich willkommen fühlen und teilhaben können.“

Die Kollekte des Gottesdienstes war für die Vernetzung junger Menschen in den Regionen bestimmt. Und auch die Schriftlesung wurde von zwei jungen Menschen, Helene Kühl und Luna Zehe, gehalten. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Jan Primke, der Bundesratstagungs-Band und der Schöneberg-Band.

Während der Gottesdienst-Übertragung waren konstant rund 500 Geräte gleichzeitig zugeschaltet. Viele Gemeinden verfolgten den Gottesdienst gemeinsam live in ihren Gemeinderäumen, manche zeitversetzt, und auch zu Hause feierten viele den Gottesdienst mit. Der Live-Chat zeigte, wie verbindend der Gottesdienst wirkte. Grüße kamen unter anderem aus Lübeck-Kücknitz, Flensburg, Dresden, Schwerin, Regensburg, Schorndorf, Salem am Bodensee, Südtirol und sogar aus Freetown in Sierra Leone. Viele Gemeinden schrieben, dass sie den Gottesdienst gemeinsam im Gemeindesaal verfolgten. Genannt wurden beispielsweise rund 80 Teilnehmende in Dresden, etwa 70 in Schorndorf oder 65 in Schwerin. Eine Teilnehmerin schrieb zum Abschluss: „Danke für die Gemeinschaft über den Äther.“

]]>
news-3979 Tue, 19 May 2026 09:35:34 +0200 „Der richtige Mann in dieser Zeit“ Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-richtige-mann-in-dieser-zeit Christoph Stiba und 15 weitere Mitarbeitende wurden bei der Bundesratstagung aus ihrem Dienst beim BEFG verabschiedet. Mit großer Dankbarkeit und stehenden Ovationen ist Christoph Stiba auf der Bundesratstagung als Mitarbeiter des BEFG verabschiedet worden. In seiner Laudatio würdigte der frühere BEFG-Präsident Hartmut Riemenschneider den langjährigen Generalsekretär mit den Worten: „Du warst der richtige Mann in dieser Zeit.“ Seit 2009 war Stiba Leiter des Dienstbereichs Mission, 2013 übernahm er das Amt des Generalsekretärs. Bereits zum 1. April war er aus dem Amt des Generalsekretärs verabschiedet worden. Im Rahmen der Bundesratstagung wurden außerdem 15 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschiedet oder ihre bevorstehende Verabschiedung angekündigt.

BEFG-Präsidentin Natalie Georgi erinnerte an Stibas langjährigen Einsatz für die Bundesgemeinschaft und dankte ihm für seinen Dienst. Die Laudatio hielt Hartmut Riemenschneider, der Präsident des Bundes war, als Christoph Stiba das Amt des Generalsekretärs übernahm.

Riemenschneider würdigte Stiba als „ausgleichend, kompetent, empathisch, freundlich, integrativ und inklusiv“. Besonders dankte er auch Stibas Ehefrau Carolin: „So eine Berufung kann man nur leben, wenn man sie zusammen trägt.“

In seiner Laudatio zeichnete Riemenschneider das Bild eines Menschen, der mit Neugier und Ausdauer unterwegs ist. Er erinnerte an eine gemeinsame Reise im Rahmen der Arbeit der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) nach Israel. Während einer Wanderung habe Christoph Stiba immer noch „um die nächste Kurve“ schauen wollen, wenn andere längst umkehren wollten – ein Bild, das für ihn auch Stibas Dienst im BEFG geprägt habe: die Bereitschaft, gemeinsam mit Gemeinden neue Wege zu suchen und Entwicklungen offen entgegenzugehen.

Ein zweites Bild nahm Riemenschneider aus Offenbarung 3,12 auf: die „Säulen im Tempel Gottes“. Stiba sei für den Bund zu einer solchen tragenden Säule geworden. Besonders in schwierigen Situationen habe er Empathie bewiesen, unterschiedliche Positionen ernst genommen und Gemeinden dabei begleitet, notwendige Entscheidungen zu treffen. Wo Konflikte den Weg versperrten, habe er zugleich Klarheit und Konsequenz gezeigt.

Auch über den BEFG hinaus habe sich Stiba in zahlreichen Gremien eingebracht, unter anderem in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), deren Präsident er von 2017 bis 2023 war, sowie bei ProChrist, Willow Creek Deutschland, in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und in der EBF. Riemenschneider hob hervor, dass Stiba stets das große Ganze im Blick gehabt, Veränderungen gefördert sowie Krisen und Konflikte konstruktiv begleitet habe.

Die Zusammenarbeit mit ihm sei „locker und zielführend“ gewesen und auch der Humor sei nie zu kurz gekommen, sagte Riemenschneider.

Zum Abschluss wünschte er Christoph und Carolin Stiba Gottes Segen und Begleitung für den weiteren Weg und die kommenden Entscheidungen.###3_IMAGES###Die Delegierten und Gäste des Bundesrates dankten Christoph Stiba mit stehenden Ovationen. Natalie Georgi betonte: „Du merkst, wie dankbar wir sind für deinen Dienst und dafür, wie viel du uns als Bundesgemeinschaft gegeben hast.“ Als Geschenk überreichte sie ihm zusammen mit Präsidiumsmitglied Dorothee Oesemann einen Gutschein für eine Ballonfahrt: „Damit du mit etwas Abstand auf die Welt und auf das blicken kannst, was du in den vergangenen Jahren beim Bund erlebt hast.“

Christoph Stiba bedankte sich für die Freundlichkeit und das Vertrauen, das er in den vergangenen Jahren erlebt habe. „Ich habe diesen Dienst wirklich gerne getan – mit allem, was dazugehört“, sagte er. Er habe seinen Dienst als großen Segen erlebt. Abschließend zitierte er Worte des Apostels Paulus über Freude und Gebet und sprach den Anwesenden zu: „Der Friede Gottes wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.“

Neben Christoph Stiba wurden im Rahmen der Bundesratstagung weitere 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschiedet oder ihre bevorstehende Verabschiedung angekündigt. Die Gründe für das Ende ihrer Dienstzeit sind unterschiedlich: Einige wechseln in neue Aufgaben, andere gehen in den Ruhestand. Zudem enden manche Dienstverhältnisse aufgrund des laufenden Umstrukturierungsprozesses UB25.

Bereits im Bericht von Präsidentin und Generalsekretär zu Beginn der Bundesratstagung war dieser Prozess ausdrücklich thematisiert worden. Natalie Georgi und Dr. Maximilian Zimmermann dankten den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundes für ihren Einsatz und räumten zugleich ein, dass die Veränderungen für viele mit Belastungen, Unsicherheit und schmerzlichen Abschieden verbunden seien. Durch die Verlagerung von Stellen aus der Bundesgeschäftsstelle in die Regionen endeten Dienstwege, Teams veränderten sich und vertraute Arbeitsfelder könnten nicht in bisheriger Form fortgeführt werden.

Mit konkreten Bildern und Namen der zu verabschiedenden Menschen vor Augen, die über die große Leinwand im Saal eingeblendet wurden, erinnerte Zimmermann noch einmal an diese Situation. Man sei sich schmerzlich bewusst, dass der Bund nicht allen Begabungen und Berufungen weiterhin einen Platz bieten könne, sagte er. Zugleich dankte er den von den Stellenverlagerungen Betroffenen dafür, dass sie den Veränderungsprozess trotz aller Herausforderungen konstruktiv begleitet und mitgetragen hätten.

]]>
news-3978 Mon, 18 May 2026 11:09:28 +0200 „Etwas heilt, wenn Menschen einfach machen“ Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/etwas-heilt-wenn-menschen-einfach-machen Am Freitagabend konnten die Teilnehmenden der Bundesratstagung aus fünf verschiedenen Programmangeboten wählen. Worship mit Abendmahl, ein Dokumentarfilm über die EBMI-Arbeit in Mosambik, Lyrik mit „Hope-Musik“, eine lange Menschenschlange an einem Pommes-Stand und gesellige Gespräche in einer Lounge. Was hat das mit dem Bundesrat zu tun? Eine Reportage.

Fünf Räume – ein Ziel

Ein gesellschaftliches Abendprogramm in fünf Räumen. Am dritten Tag der Bundesratstagung 2026 in Kassel. Warum? Weil es für eine Tagung essenziell ist, den formellen Wissensaustausch des Tages durch informelle zwischenmenschliche Beziehungen zu ergänzen und zu festigen. Ein Abendprogramm fördert stets das Netzwerken, stärkt den Teamgeist und bietet den Teilnehmern und Teilnehmerinnen eine Auszeit vom inhaltlich dichten Ratsprogramm.

Worship im blauen Wohnzimmer

###3_IMAGES###Direkt neben dem großen Festsaal im Kasseler Kongress Palais schließt sich der „Blaue Saal“ an, architektonisch ein beeindruckendes Ambiente aus neo-klassizistischen Säulen, erbaut im frühen 20. Jahrhundert. Farblich gehalten in einem satten Blau, die herausragenden Säulenelemente und Emporen in Gold abgesetzt. 602 Personen finden hier Platz. Und dennoch nennt der Dortmunder Musik-Produzent und Liedermacher Jan Primke, der sich besonders in der christlichen Musikszene einen Namen gemacht hat, den „Blauen Saal“ ein „Wohnzimmer“. Es sei kein klassisches Wohnzimmer wie zu Hause, meint Primke, „aber wir gestalten es dazu um. Ich weiß, dass die Zuhörer dafür kommen.“ Man könne auch in einer großen Halle „eine tolle Atmosphäre schaffen“, ist der Musiker überzeugt. Schon seit Jahren ist er der musikalische Gestalter der gesamten Bundesratstagung.

Wie im Vorjahr, hat Primke wieder Studierende der Theologischen Hochschule Elstal dazu eingeladen, während des Worships ein Abendmahl anzubieten. Passt das? Ist Abendmahl nicht originär Bestandteil eines Gottesdienstes? Primke betrachtet den Worship-Abend tatsächlich als eine Art Gottesdienst. „Die Dimension des Abendmahls fand ich bei einem ‚Wohnzimmer-Worship‘ ohnehin schon immer schön, weil wir in dem Moment gemeinsam an den Tisch des Herrn kommen. Wir treffen uns eben nicht nur, um gemeinsam Lieder zu singen.“ Vielmehr gebe das Abendmahl als Teil des Worships jedem Einzelnen die Möglichkeit, „in geistlicher Tiefe wirklich an dem Gottesmoment, der erzeugt wird, zu partizipieren“. Für den Abend wünscht sich Primke, dass die Teilnehmenden auch „zum Kreuz kommen“, ihre Lasten dort ablegen. Außerdem hat er in diesem Jahr den Musikabend um eine kleine Andachtspredigt erweitert: zum Psalm 98 „Singt dem Herrn ein neues Lied“. Ihn interessiert: „Warum singen wir eigentlich neue Lieder? Was macht das mit uns im Alltag? Wie kann das auch bei nichtmusikalischen Personen zu etwas Neuem führen?“

Zu frischem Wasser

In seiner Predigt ging er darauf ein: Wenn man – wie der Psalm 98 anregt – neue Lieder singt, dann könne man nicht einfach neue Lieder um des Neuseins willen spielen. Vielmehr soll „etwas Belebendes und geistlich Gewinnbringendes“ hinzukommen, vor allem an neuen Texten. Denn „hinter jeder neuen Liedzeile steckt auch ein neues Erlebnisfeld“, ist Primke überzeugt. Das „neue Lied“ bewege Menschen, „zu frischem Wasser“, sagt Primke und verweist damit als Metapher auf Gottes lebensspendende Kraft und geistliche Erquickung. Diesen Impuls setzt der Dortmunder Musik-Allrounder am Worship-Abend überzeugend um.

Denn Primke spielt mit seiner Band eine Reihe völlig neuer Titel. Sie wurden von ihm, von Mitgliedern seiner Band sowie von Robin Zabel komponiert. Zabel ist unter anderem bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Primke im Musik-Podcast „Kreuztonarten“. Primke liegt auf dem Herzen, dass sich seine Zuhörer für neues geistliches Wachstum anregen lassen, dass sie bereit sind, „dies für sich selbst zu finden“, sagt er.

Wichtig sei ihm aber auch, festzuhalten, dass die neuen Lieder keine Abwertung alter Lieder bedeuteten. Sie zählen vielmehr zu jenem Liedgut, das „uns über lange Zeit getragen hat.“ Die alten Lieder würden durch die neuen Songs „weder gelöscht noch verneint“.  Die Band legt los. Auch der Anbetungssong „Wohnzimmer“ aus dem Jahr 2021, Text und Komposition von Dania König und Primke, ist dabei und ist inzwischen selbst zu einem Klassiker geworden, der natürlich am Worship-Abend im „Blauen Wohnzimmersaal“ nicht fehlen darf. Primke beschrieb den Song einmal als Ausdruck, Gott im eigenen Wohnzimmer zu ehren, und dann Gottes Liebe aus den eigenen vier Wänden hinaus in die Welt zu tragen. Besonders anrührend auch der Song „Goodness of God“ von Jenn Johnson, ein Lied, das die Treue, Güte und Barmherzigkeit Gottes im täglichen Leben und in schwierigen Zeiten feiert.

Der Worship-Abend mit seinen „neuen Liedern“ findet seinen Abschluss jedoch mit einem sehr alten Lied – noch dazu einem deutschen Volkslied: „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius aus dem Jahr 1779. „Weil ich daran die letzte Strophe so sehr liebe“, sagt Primke. Sie lautet: „So legt euch denn, ihr Brüder, / in Gottes Namen nieder; / kalt ist der Abendhauch. / Verschon uns, Gott, mit Strafen / und lass uns ruhig schlafen. / Und unsern kranken Nachbarn auch!“

Etwas heilt

###3_IMAGES###Um Heilung ging es auch in einem in dunklen Farben gehaltenen hohen Saal nebenan. Vorherrschend ist die Farbe Schwarz, von ein wenig Grün und Terracotta hie und da aufgehellt. Im antikisierten Stil bepinselt, blicken die griechische Göttin der Jagd, Diana, und Neptun von den Wänden auf die Besucher herunter. „Pompejianischer Stil“ wird diese Wandmalerei genannt. Elena Becker aus Ennepetal und Jasmin Brückner aus Halle an der Saale, die in diesem Raum Lyrik und meditative Musik anbieten, sind beide „total begeistert“ von dem Ambiente. Sie halten es für passend, für das, was sie an dem Abend vermitteln wollen. Die Lyrikerin Jasmin rezitiert aus ihrer Gedichtsammlung „Kontur“ mit Worten wie diesen: „Etwas heilt, / bei denen, / die zum ersten Mal die Worte aussprechen, / die sie so lang vor dem Außen vergraben haben.“ Und: „Etwas heilt, / wenn Menschen einfach machen.“

Jasmin und Elena, genannt Elli, sind erst „seit Januar dieses Jahres gemeinsam unterwegs“. Kennengelernt haben sich beide Künstlerinnen auf einem „Freak-Stock-Festival“ in Eichstätt, das jährlich von den „Jesus Freaks“ veranstaltet wird. Die „Jesus Freaks“ entstanden vor etwa dreißig Jahren als christliche Szene-Kirche für Punks und Metal-Fans. Jasmin: „Die Jesus Freaks sind für Leute, die nicht im Mainstream unterwegs sind. Heute sind sie aber gar nicht mehr so punkig, wie am Anfang.“ Und genau dies spürt man dann auch am Abend im „Pompeji-Saal“.

Denn Elli entlockt zwei Klangschalen sanfte, melodische Töne und singt dazu auf Englisch: „I am loved, from the bottom of my soul I am loved – ich bin geliebt, aus tiefstem Herzen bin ich geliebt“.

Als Ziel für den Abend haben sich beide Künstlerinnen vorgenommen, jenes mit den Zuhörerinnen und Zuhörern zu teilen, was sie selbst bewegt und was sie in ihre „Texte und Lieder gegossen haben“, erklärt Jasmin. Und weiter: „Wir teilen gerne viel von uns, um eine Anschlussfähigkeit zu schaffen.“ Das heißt: Sie wünschen sich, dass die Zuhörenden in den Gedichten und Liedern etwas finden, das sie berührt. Und sie möchten Menschen ermutigen. „Du darfst manchmal loslassen / vom ganzen Rest der Welt“, lautet denn eine der Gedichtverszeilen von Jasmin, die sie an dem Abend vorträgt und die die Band von Elli mit raumfüllenden, sanften Tönen untermalt. Für manch eine Zuhörerin mag dies zu tiefer Entspannung geführt haben, für einen anderen Zuhörer zur Verarbeitung intensiver Gefühle, die möglicherweise die Debatten des Tages verursacht haben.

Zum Handeln anregen

###3_IMAGES###Um etwas ganz anders – aber durchaus auch um Gefühle - geht es in einem Seitentrakt des Konferenzgebäudes. Die Europäische Baptistische Mission International (EBMI) zeigte Interessierten einen einstündigen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2025 über das Sozialzentrum „Sekeleka“ in Mosambik. Gedreht hat den Film die spanischstämmige Schweizerin Eli Padilla. Die Dokumentation (Trailer auf Spanisch TRAILER - Película documental "SEKELEKA: Ciudad Refugio" ) erzählt die Geschichte des „Sekeleka Inklusions-Zentrum“, das sich um schutzbedürftige Kinder, insbesondere solche mit Behinderungen, in einer Region kümmert, in der diese oft ausgestoßen werden. Die Einrichtung befindet sich in der Kleinstadt Macia im Süden Mosambiks, nahe der Hauptstadt Maputo.

Michael Fischbeck, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising bei EBMI und Organisator dieses Teils des Abends, erhofft sich, dass er „Menschen mit hineinnehmen kann in dieses Projekt“. Er glaubt: Diese Sozialarbeit teilt „Jesu Liebe ganz praktisch“. Der Film mache deutlich, „dass es Familien und gerade Kindern mit Behinderungen besser geht in einem Land, in dem es nicht normal ist, dass Behinderte Unterstützung erfahren.“ Vielmehr gebe es in dem afrikanischen Land Stigmatisierung, betroffene Kinder würden „weggesperrt oder versteckt“. Fischbeck erhofft sich außerdem, dass die Anwesenden sehen, „wie die Verknüpfung von diakonischer Arbeit mit dem Evangelium in anderen Ländern funktioniert“. Das Ziel der Dokumentarfilmerin Padilla war es, eine emotionale Reaktion hervorrufen, die „zum Handeln anregt“, anstatt nur einen sentimentalen Film zu schaffen. Fischbeck ist überzeugt: Das Projekt „Sekeleka“ verändere „im Kleinen die Gesellschaft von Mosambik“. Es sei „wunderbar, dass wir das unterstützen dürfen und den Menschen zeigen, dass im Reich Gottes durch EBM International und unsere Missionare Schönes passiert“.

BUJU-Feeling auf dem Bundesrat

###3_IMAGES###Und dann ’gibt es da noch die GJW-Pommes. Auf einem Innenhof weist eine lange Menschenschlange darauf hin, wo noch etwas Schönes passiert – für das leibliche Wohl. Tobias Köpke, Referent für den Freiwilligendienst beim Gemeindejugendwerk, frittiert unter einer riesigen Dampfwolke die Kartoffelschnitze. Dieses Jahr geht die Pommes-Aktion zum Wohle des Bundesjugendtreffens (BUJU) Anfang August in Krelingen. Tobias: „Weil es auch beim BUJU Pommes geben wird, haben wir uns gedacht, wir wollen ein bisschen BUJU-Feeling auch auf den Bundesrat bringen. Und wir wollen nebenbei die Botschaft des BUJU (Soli Deo Gloria! - BUJU 2026) verbreiten, also das Leitmotto ‚Soli Deo Gloria‘.“ Es bedeute, Gott allein die Ehre zu geben und es bedeute weiterhin, den Menschen Gutes zu tun. Schließlich sei dies „Teil des christlichen Liebesgebotes.“

Der Pommesverkauf soll dazu beitragen, jungen Menschen, die sich die Auslagen für das BUJU nicht leisten können, die Teilnahme zu erleichtern. Tobias hat deshalb mehr Pommes eingekauft als im vergangenen Jahr und ist durch die hohe Anzahl der Anstehenden überzeugt, richtig kalkuliert zu haben. „Die Pommes bekommen wir alle los“, freut er sich.

Auch GJW-Leiterin Lea Herbert packt mit an und verteilt Pommes auf Pappschalen. Sie sagt: „Für das BUJU schlägt mein Herz ganz besonders. Ich finde es toll, zu sehen, wie viele Ratsteilnehmerinnen und -teilnehmer sich hier anstellen, um einen Teil der Ausgaben für die Pommes dem BUJU zugutekommen zu lassen.“

Diese Fundraising-Aktion für das BUJU ist alleine aufgrund des Preisleistungsverhältnisses ein bemerkenswerter Erfolg. Den Ausgaben von etwa 300 Euro stehen Einnahmen von etwa 1.200 Euro gegenüber. Well done, Tobi!

]]>
news-3977 Sat, 16 May 2026 14:09:05 +0200 Rückenwind für das Engagement der Gemeinden Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/rueckenwind-fuer-das-engagement-der-gemeinden Mit überwältigender Mehrheit hat der Bundesrat in Kassel Änderungen an der Verfassung der Freikirche beschlossen. Mit überwältigender Mehrheit hat der Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Kassel Änderungen an der Verfassung der Freikirche beschlossen. „Das gibt uns Rückenwind für die Umsetzung unserer neuen Struktur ‚Unser Bund – Segen bewegt‘ (UB25), die Gemeinden in ihrem missionarischen Engagement und der Arbeit mit jungen Menschen stärken soll“, betonte BEFG-Präsidentin Natalie Georgi. Auch zwei weitere Ordnungen wurden mit demselben Ziel geändert.

Die Bundesratstagung vom 13. bis 16. Mai war darauf ausgerichtet, den rechtlichen Rahmen für die im Vorjahr inhaltlich beschlossene Struktur UB25 zu schaffen. Neben der Verfassung verabschiedeten die Delegierten Änderungen an der Geschäftsordnung sowie der Wahlordnung des Bundesrats. „Alle Generationen bringen sich ein und gestalten gemeinsam Kirche“, so beschrieb Präsidentin Natalie Georgi das Grundanliegen von UB25, das durch die Bundesratsbeschlüsse nun weiter vorangetrieben werden könne. Der Bund wird in 25 Regionen aufgeteilt, in denen Teams aus Haupt- und Ehrenamtlichen die Gemeinden vor Ort unterstützen. Regionale Teams werden zusammen mit Regionalreferentinnen und Regionalreferenten in den neuen, kleineren Einheiten die missionarische Gemeindeentwicklung und die Arbeit mit jungen Menschen fördern. Für BEFG-Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann bietet die neue Struktur die Chance, die Bundesgemeinschaft zu stärken: „Wir wollen als Gemeinden, die durch Jesus Christus und durch den Geist verbunden sind, Ressourcen teilen und uns gegenseitig dabei unterstützen, Gottes Liebe in Worten und Taten an die Menschen in unserer Nachbarschaft weiterzugeben.“

Nach dem Bundesrat 2025 war ein Arbeitskreis einberufen worden, der alle Ordnungen des BEFG gesichtet, den Änderungsbedarf durch UB25 definiert, Prioritäten gesetzt und Vorschläge für neue Formulierungen gemacht hat. All dies geschah in enger Abstimmung mit dem Präsidium des Bundes, dem UB25-Kernteam und dem Bundesratspräsidium. „Das Engagement, die Sorgfalt und der Weitblick, mit dem der AK Ordnungen gearbeitet hat, sind enorm“, wie Natalie Georgi hervorhob. „Wir danken Hanna Gellinek, Harald Kufner, Birte McCloy, Michael Noss, Miriam Schaufelberger und Christoph Stiba herzlich für ihre Arbeit, ohne die die Bundesratsbeschlüsse nicht möglich gewesen wären.“ Vor den Beschlüssen berieten die Delegierten in Kassel intensiv über die vorgeschlagenen Änderungen. Alle Vorschläge zur Verfassung, zur Wahlordnung des Bundesrats sowie zur Geschäftsordnung des Bundesrats wurden erläutert. Es gab Raum für Rückfragen und Diskussionen.###3_IMAGES###Eine zentrale Änderung an den Rechtstexten betrifft die Schaffung der 25 Regionen, die die zwölf Landesverbände ablösen. Die Verfassung und auch die Geschäftsordnung sowie die Wahlordnung des Bundesrats bilden damit nun das Grundkonzept von UB25 mit den Regionen, den neuen Regionalreferentinnen und -referenten sowie den Regionalteams ab. Ebenfalls geregelt wird eine inhaltliche Entscheidung zur Leitungsstruktur, die der Bundesrat erst in diesem Jahr getroffen hat. Dem Präsidium des Bundes gehören demnach ab 2027 zehn statt wie bisher zwölf gewählte Mitglieder an. Hinzu kommen – wie bisher – ein vom ChristusForum Deutschland und – neu –  ein vom Gemeindejugendwerk (GJW) berufenes Mitglied. In die Präsidiumsausschüsse zu Personal, Finanzen/Recht und Theologie können künftig jeweils bis zu vier Personen berufen werden, die nicht dem Präsidium angehören.

Die 25 Regionen gehen laut Verfassung offiziell am 1. Januar 2027 an den Start. Doch bereits jetzt arbeiten Menschen in ganz Deutschland intensiv daran, sie auf den Weg zu bringen. „Wir konnten junge Leute begeistern, ganz viele unter 30“, berichtete eine Frau den Delegierten beim Bundesrat. Eine andere Frau sagte: „Wir hatten bei uns bisher wenig Vernetzung. UB25 hat uns in Bewegung gebracht, da geht richtig etwas. Es ist toll, wie die Vernetzung mehr wird.“ Im Bericht aus den Regionen wurde also deutlich, dass bereits jetzt viel entsteht, an anderen Orten aber auch noch Menschen gesucht werden. BEFG-Generalsekretär Maximilian Zimmermann ermutigte in diesem Zusammenhang dazu, UB25 „nicht als zusätzliches To-do zu sehen, sondern als Chance, sich gegenseitig zu unterstützen“.

Auch sonst stand der Bundesrat im Zeichen von UB25. Die Delegierten stimmten nach intensiver Diskussion dem Verkauf einiger Immobilien auf dem Campus des BEFG in Elstal bei Berlin zu, um die Entschuldung des Bundes im Rahmen von UB25 voranzutreiben. Dabei sei gewährleistet, dass die Funktionen des Campus‘ für die Freikirche erhalten bleiben, so der kaufmännische Geschäftsführer des Bundes Volker Springer. Thema eines Forums war die Beteiligung junger Menschen durch junge Parlamente, die im Rahmen von UB25 entwickelt werden sollen. Dazu sagte Hélena Noß aus dem GJW: „Wenn wir gemeinsam Glauben leben, wenn wir gemeinsam Gemeinde sind, kann daraus etwas ganz Wunderbares werden.“

]]>
news-3976 Fri, 15 May 2026 15:01:45 +0200 Resolution des Bundesrates 2026 https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/resolution-des-bundesrates-2026 Der Bundesrat 2026 hat am 15. Mai eine Resolution verabschiedet. Wir wissen um die Krisen dieser Welt wie den Klimawandel, das Artensterben, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, die Kriege, die ungerechte Verteilung der Güter, den Rassismus, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir müssen uns diesen Krisen und dem eigenen Anteil daran stellen.

Wir wissen, dass sich weltweit eine destruktive Machtpolitik durchsetzt, die auf Gewalt – insbesondere gegen Frauen - und Vernichtung baut. Ressourcen, die zwingend für den Schutz der Lebensgrundlagen eingesetzt werden müssten, fließen in Rüstungsgüter. Das Völkerrecht wird angegriffen und ist in Gefahr. Das betrifft sowohl die Menschenrechte als auch das Prinzip von Rechtsstaatlichkeit und die internationale Ordnung im Grundsatz.

Im Wissen um die Häufung dieser Rechtsbrüche und Gefahren in jüngster Zeit bekennen wir uns als Kirche zu den unveräußerlichen Menschenrechten, dem Recht kommender Generationen auf den Erhalt der Lebensgrundlagen und dem Recht unserer Umwelt auf Schutz und Bewahrung. Als Christinnen und Christen sehen wir uns in der Verantwortung, uns aus ganzem Herzen und mit aller Kraft (1) für das Globalwohl und die Menschenrechte zu engagieren. Wir bekennen unseren Glauben an Gott, dessen Geist die Liebe ist. Jedes Leben ist von Gott gegeben und gleich kostbar. Wir glauben an Jesus Christus, der auf der Seite der Entrechteten steht und folgen seinem Aufruf zu Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe.

Wir widersetzen uns der Logik zunehmender Bewaffnung und Aufrüstung als Weg zu einem dauerhaften und nachhaltigen Frieden. Wir distanzieren uns von antidemokratischem Extremismus und allen Ideologien der hierarchischen Ungleichheit. (2) Wir lehnen in aller Entschiedenheit die Ausgrenzung von Minderheiten wie etwa Menschen mit Migrationsgeschichte, Jüdinnen und Juden, Angehörigen aller religiösen und ethnischen Minderheiten, queeren Menschen oder Menschen mit Behinderungen ab.

Der Bundesrat begrüßt alle zivilgesellschaftlichen und politischen Bemühungen, die sich gewaltlos dem Schutz aller Menschen widmen.

Der Bundesrat ruft alle Christinnen und Christen, Gemeinden, Werke und Organe unseres Bundes auf: Seid wachsam, schaut hin und vernetzt euch mit allen Menschen guten Willens, um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen!

Wir fordern die Bundesregierung auf, den Rechtsstaat zu schützen und sich für die Beachtung der Menschenrechte und des Völkerrechts einzusetzen und die Bewahrung der Schöpfung und der Weltgemeinschaft zur obersten Priorität politischen Handelns zu machen.

Wir setzen dabei unsere Hoffnung auf Gott, die Quelle allen Lebens und aller Liebe, die diese Welt verwandeln kann und wird, Gerechtigkeit schafft und Frieden werden lässt. Wir erinnern an die Bitte Jesu: „Bleibet hier und wachet mit mir!“

Kassel, 15. Mai 2026

 

(1)  „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“ Dies ist das große und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Matthäus 22, 37ff. Elberfelder Bibel.

(2) Der Bundesrat bekräftigt die Resolution zu „Demokratie und Menschenwürde" vom 11. Mai 2024.

 

 

Download Resolution als PDF

]]>
news-3975 Fri, 15 May 2026 11:55:38 +0200 Segen ist keine Einbahnstraße Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/segen-ist-keine-einbahnstrasse Wie kann Segen zwischen den Generationen fließen? Dieser Frage widmete sich der Konferenzabend „Segen bewegt … UNS“ im Rahmen der Bundesratstagung. Wie kann Segen zwischen den Generationen fließen? Dieser Frage widmete sich der Konferenzabend „Segen bewegt … UNS“ im Rahmen der Bundesratstagung. Unterschiede und Annäherung wurden durch in ein interaktives Bühnenformat sichtbar.

Moderatorin Lea Herbert, Leiterin des Dienstbereichs Kinder und Jugend im BEFG, eröffnete den Abend mit einem Gedanken, der sich durch die gesamte Veranstaltung zog: „Segen ist keine Einbahnstraße.“ Junge Menschen könnten durch ältere gesegnet werden – und ältere durch jüngere. Grundlage dafür sei Begegnung auf Augenhöhe.

Dafür wurde ein besonderes Gesprächsformat gewählt: Auf der Bühne war ein begehbares Spielfeld aus farbigen Linien aufgeklebt, das wie ein offener rechter Winkel angelegt war. Vor jeder Frage nahmen die sechs Diskussionsteilnehmenden zwischen 17 und 66 Jahren ihre Ausgangsposition ein. Antwortete jemand, konnten die anderen sichtbar reagieren: Wer zustimmte, rückte näher heran, wer anderer Meinung war, blieb auf Abstand oder ging weiter weg. So wurde während des gesamten Abends sichtbar, wo Nähe entstand, wo Unterschiede blieben und wie Gespräch Veränderung ermöglicht. Thomas, Noa, Anja, Harald, Johanna und Elias, die nur mit ihren Vornamen vorgestellt wurden, kamen auf diese Weise in einen lebendigen Austausch über Kirche, Gesellschaft, Angst und Hoffnung.

„Was braucht deine Generation?“, lautete die Einstiegsfrage an die Gesprächsteilnehmerinnen und Gesprächsteilnehmer. „Meine Generation ist voll energiegeladen und eine extrem laute Generation“, stellte die 23-jährige Noa fest. „Wir brauchen es aber, dass uns zugehört wird und wir uns gehört fühlen, weil wir echt coole und schlaue Sachen zu sagen haben.“ Diese Aussage ergänzte die 17-jährige Johanna. Sie wünschte sich zudem, dass ältere Menschen die jüngeren unterstützen und ihnen Zuversicht vermitteln.  ###3_IMAGES###Die ältere Generation hob hervor, dass sie ihre Verantwortung sehr bewusst wahrnehme. Harald, der zu den sogenannten „Boomern“ gehört, sprach davon, dass seine Generation „ein Herz für die jüngere Generation“ brauche. Und Thomas warb für mehr Mut und gesellschaftliches Engagement: „Wir ruhen uns zu sehr auf dem aus, was unsere Eltern oder wir erreicht haben.“ Anja, 53 Jahre alt, wünschte sich, dass Ältere bewusst Platz machen und jüngeren Menschen Verantwortung zutrauen.

Immer wieder ging es um die Frage, wie Kirche oder Gemeinde Segen weitergeben könne. Die Teilnehmenden träumten von einer generationenübergreifenden, inklusiven und gesellschaftlich relevanten Kirche. „Wo in der Gesellschaft kommen sonst alle Generationen zusammen?“, fragte Elias, Pastor für Junge Gemeinde. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Kirche nicht nur um sich selbst kreisen dürfe, sondern stärker auf gesellschaftliche Themen eingehen müsse. „In Fragen der Schöpfungsgerechtigkeit und Klimagerechtigkeit muss in unseren Gemeinden noch viel, viel mehr passieren“, nannte Anja als Beispiel.###3_IMAGES###Zukunftsängste, Polarisierung, Fake News und fehlende Gesprächsbereitschaft zwischen den Menschen beschäftigten viele auf dem Podium. Harald, viele Jahre Pastor im BEFG, beschrieb seine Sorge über gesellschaftliche Gräben: „Man redet nicht mehr miteinander, schon gar nicht mit Leuten, die eine anderer Meinung haben.“ Gemeinden könnten Modell-Orte für Gespräch und Zuhören sein. Auch Johanna sagte: „Ich glaube, es wird viel geredet, aber nicht mehr miteinander und weniger überprüft.“ Dass Gemeinde ein Ort sei, an dem zugehört werde, komme zwar vor, sei aber ihrer Erfahrung nach zu wenig der Fall. Thomas sagte von sich: „Ich persönlich spüre keine Angst.“ Noa hingegen machte deutlich, dass ihr vieles in der aktuellen gesellschaftlichen und weltpolitischen Entwicklung Angst mache, sie sich davon aber nicht lähmen lassen wolle. Dies unterstrich Elias, indem er das biblische „Fürchte dich nicht“ so interpretierte: „‚Fürchte dich nicht‘ bedeutet: Angst ist da, Hoffnung ist da und Trost ist da, weil Gott da ist.“

Dass junge Menschen nicht einfach pauschal beurteilt werden wollen, wurde ebenfalls deutlich. Mehrere Teilnehmende widersprachen dem Vorwurf, die junge Generation sei unengagiert. Elias schilderte die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher und führte aus, dass junge Erwachsene einer permanenten Konfrontation mit Krisen ausgesetzt seien, die oftmals Ohnmachtsgefühle auslösen könnten. „Viele möchten sich engagieren, sehen aber keinen Raum, wo sie gehört werden“, sagte Noa.

Im letzten Teil des Abends wurde die Frage nach der Hoffnung gestellt. „Mir macht Hoffnung, wenn Leuten im Namen Jesus zusammenkommen“, sagte Johanna. „Auch wenn sie mit ihrer Angst kommen, gibt es mir Hoffnung, denn alles, was man teilt, wird irgendwie einfacher.“ Und auch Anja stellte fest: „Mir gibt so ein Abend wie heute Abend Hoffnung, dass verschiedene Generationen miteinander ins Gespräch kommen über Themen, die uns bewegen, in dieser Wertschätzung, die wir heute Abend erlebt haben.“ Und sie schloss sich vorangegangenen Voten an: „Wenn wir Jesus nicht hätten, hätten wir ohnehin keinen Grund zur Hoffnung.

Währenddessen kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Spielfeld Schritt für Schritt aufeinander zu. Dieser sichtbare Moment inspirierte auch den Abschlusssatz von Moderatorin Lea Herbert: „Wenn man über Hoffnung spricht, rückt man näher zusammen.“

Musikalisch wurde der Abend von der BUJU-Band gestaltet.

]]>
news-3974 Fri, 15 May 2026 10:38:48 +0200 Kirche für Dich – inklusive Kirche gestalten Wolfgang Günter (Die Gemeinde) https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/kirche-fuer-dich-inklusive-kirche-gestalten Bei der Bundesratstagung hat der Arbeitskreis Inklusion des Gemeindejugendwerks (GJW) das Forum „Kirche für Dich – inklusive Kirche gestalten“ organisiert. Wolfgang Günter war dabei und berichtet. Bei der Bundesratstagung hat der Arbeitskreis Inklusion des Gemeindejugendwerks (GJW) das Forum „Kirche für Dich – inklusive Kirche gestalten“ organisiert. Wolfgang Günter war dabei und berichtet.

Landläufig versteht man unter Inklusion, dass in Gebäuden Fahrstühle eingebaut und Rampen angebracht werden, dass Texte auch in Blindenschrift und in Leichter Sprache präsentiert werden. Nicht ganz falsch, aber keineswegs die ganze Wahrheit. Im Forum 5 „Kirche für Dich – inklusive Kirche gestalten“ führten Mira Kuder vom GJW und Prof. Dr. Carsten Claußen, Professor für Neues Testament an der Theologischen Hochschule Elstal, mit zwei Impulsen in das Thema ein.

Die gesellschaftliche Relevanz des Themas beleuchtete Mira Kuder anhand der Grundannahme, dass Inklusion schlicht und einfach Vielfalt bedeutet. Konkret heiße das: Allen sollte ganz selbstverständlich Teilhabe ermöglicht werden, und zwar nicht von oben herab oder erst auf Nachfrage. Wir reden nicht davon, dass jemand „behindert ist“, sondern dass jemand behindert wird. Unsere Aufgabe besteht also darin, die Situation so zu verändern, dass Teilhabe möglich wird.  Inklusion wird dann nicht als Last empfunden, sondern als Vielfalt und Bereicherung betrachtet. Natürlich werde das nie zu einhundert Prozent gelingen, doch wichtig sei es, überhaupt anzufangen.

Carsten Claußen führte zunächst Matthäus 21,14 an: „Dann kamen im Tempel Blinde und Gelähmte zu ihm, und er machte sie gesund.“ In unseren Gemeinden erleben wir ebenfalls, dass Menschen zu uns kommen, doch nicht alle werden geheilt. Theologisch steht die Frage nach der Gottesebenbildlichkeit dahinter. Wie sehen Menschen aus, die Gott nach seinem Bild geschaffen hat? Ein Gedanke des an Kinderlähmung erkrankten Theologen Ulrich Bach helfe hier weiter: Gottes Herrlichkeit wird nicht nur in Heilung offenbar, sondern ebenso, wo ein nicht Geheilter Gottes Gnade genug sein lässt. Das Reich Gottes ist kein Reparaturbetrieb für das, was wir für Beeinträchtigungen halten. Gottesebenbildlichkeit hat nichts mit einem vollkommenen Körper zu tun, sondern damit, sich an Gottes Gnade genügen zu lassen.

Immer wieder wurden die Teilnehmenden selbst beteiligt, indem sie zum Beispiel nach den Aspekten gefragt wurden, die sie am meisten interessierten, oder in Kleingruppen über ihre Erfahrungen und Wünsche in der Gemeindearbeit gefragt wurden. Zum Schluss unterstrich Mira Kuder noch einmal, dass Jesus sein Handeln darauf richte, Gemeinschaft wiederherzustellen – auch wenn das in Gemeinden nicht immer so gelebt werde und Einzellösungen und Ausnahmen angeboten würden, statt bestimmte Situationen von Grund auf zu ändern. Dabei spielt das Stichwort Ambiguitätstoleranz eine entscheidende Rolle – die Fähigkeit, andere Standpunkte als den eignen auszuhalten. Und manchmal gibt es ganz einfache Lösungen, die praktisch nichts kosten, um Teilhabe zu ermöglichen, zum Beispiel beim Abendmahl glutenfreies Brot und Traubensaft anzubieten oder Lieder in zwei Sprachen zu singen.

Bisher ist der Arbeitskreis Inklusion in das GJW eingebunden. Eine Ausweitung auf den ganzen Bund wird angestrebt. Am 29. Juni wird von 19:00 bis 21:00 Uhr ein Auftakttreffen für alle Interessierten angeboten. Es findet per Zoom statt und ist kostenlos. Die Anmeldung ist hier möglich.  

]]>
news-3973 Thu, 14 May 2026 22:04:52 +0200 „Kinder und Jugendliche mündig machen, ist eine zutiefst geistliche Aufgabe“ Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/kinder-und-jugendliche-muendig-machen-ist-eine-zutiefst-geistliche-aufgabe Wie kann Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Gemeinden konkret aussehen? Dieser Frage widmete sich das Forum „UB25 – Junge Parlamente – Partizipation weiterdenken“. Wie kann Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Gemeinden konkret aussehen? Dieser Frage widmete sich das Forum „UB25 – Junge Parlamente – Partizipation weiterdenken“ auf der Bundesratstagung des BEFG. Dass Partizipation weit mehr als eine Organisationsfrage ist, unterstrich Simon Werner, der das Forum moderierte: „Wir hören viel von strukturellen Überlegungen, aber Kinder und Jugendliche mündig machen, zum Mitdenken, Mitreden und Mitglauben, ist eine zutiefst geistliche Aufgabe.“

Im wortwörtlichen Mittelpunkt des Forums stand die sogenannte Partizipationspyramide*, die aus großen Pappkartons mitten im Saal aufgebaut wurde. Die verschiedenen Ebenen der Beteiligung wurden dabei sowohl aus der Perspektive Erwachsener als auch aus der Sicht junger Menschen betrachtet. Die siebenteilige Pyramide unterscheidet zwischen Vorstufen und Stufen der Partizipation. Die Vorstufen werden nach Erfahrung von Tobias Köpke in vielen Gemeinden bereits umgesetzt. Schwieriger werde es dagegen bei den Stufen „Mitbestimmung zulassen“, „Entscheidungskompetenz teilweise abgeben“ und „Entscheidungsmacht übertragen“.

Ein Mittel zur Umsetzung dieser Stufen sind die Jungen Parlamente, die im Rahmen des BEFG-Strukturprozesses „Unser Bund – Segen bewegt“ (UB25) in den neu geschaffenen Regionen etabliert werden sollen. Hélena Noß machte deutlich, worum es bei Jungen Parlamenten im Kern gehe: „Kindern und Jugendlichen passiert es oft, dass sie übersehen werden.“ Deshalb brauche es bewusst gestaltete Räume, in denen junge Stimmen gehört werden. Sie stellte das neu erschienene Handbuch „Junge Stimmen stärken. Junge Parlamente in Gemeinde und Bund“ vor, das praktische Hilfen, Methoden und Leitfäden enthält. Dabei betonte sie: „Das Buch hat nicht den einen Weg, wie es auf jeden Fall klappt. Aber viele Wege, wie man starten kann.“ Wichtig sei vor allem, überhaupt anzufangen – auch im Kleinen, etwa mit kurzen Beteiligungsformaten im Kindergottesdienst. „Wenn wir gemeinsam Glauben leben, wenn wir gemeinsam Gemeinde sind, kann daraus etwas ganz Wunderbares werden“, zeigte sie sich überzeugt.

Carl Heng Thay Buschmann sprach über Voraussetzungen gelingender Beteiligung. Er betonte, die Bereitschaft, jungen Menschen zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen, sei „der entscheidende Nährboden. Wenn wir diese Haltung verinnerlicht haben, dann gelingen auch Junge Parlamente.“ Partizipation dürfe dabei nicht als trockene Pflicht verstanden werden: „Partizipation ist nicht dröge, sondern attraktiv.“ Dafür brauche es Verlässlichkeit, langfristige Strukturen, kreative „Herzensprojekte“ und Veranstaltungen, die Freude machen.###3_IMAGES###In der anschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass viele Menschen ähnliche Herausforderungen erleben: fehlende Mitarbeitende, mangelnde Unterstützung seitens der Eltern oder praktische Fragen der Umsetzung.

Auf die Frage, wie Beteiligung trotz knapper Ressourcen möglich werden könne, mahnte Tobias Köpke, dass dies viel mit Prioritätensetzung zu tun habe: „Dann muss man andere Arbeit vielleicht reduzieren.“

Zum Abschluss waren alle Teilnehmenden eingeladen, persönlich weiterzudenken: Was lässt sich schnell und einfach umsetzen? Was ist besonders wichtig geworden? Und wofür soll in der eigenen Gemeinde künftig bewusst Zeit investiert werden? Das Forum machte deutlich: Junge Parlamente verstehen sich nicht nur als neues Format, sondern als Ausdruck einer Gemeindekultur, in der Kinder und Jugendliche aktiv mitgestalten können und geistlich ernst genommen werden. Die Rückmeldungen aus dem Forum soll in die Entwicklung der Jungen Parlamente im Rahmen von UB25 einfließen.

*von Straßburger und Rieger

]]>
news-3972 Thu, 14 May 2026 14:12:56 +0200 „Gottes Segen bewegt … zum Aufbruch“ Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gottes-segen-bewegt-zum-aufbruch In ihrer Predigt im Himmelfahrtsgottesdienst auf der Bundesratstagung sprach Pastorin Natalie Georgi, BEFG-Präsidentin, die Einladung aus, mit Gottes Segen Aufbruch zu wagen. In ihrer Predigt im Himmelfahrtsgottesdienst auf der Bundesratstagung sprach Pastorin Natalie Georgi, Präsidentin des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), die Einladung aus, mit Gottes Segen Aufbruch zu wagen.

„Ich weiß, ich werd’s lieben, wenn ich angekommen bin“, griff Pastorin i.R. Andrea Kallweit-Bensel das Eröffnungslied auf. Sie führte durch den Himmelfahrtsgottesdienst der Bundesratstagung mit dem Thema „Gottes Segen bewegt … zum Aufbruch“, der online nacherlebt werden kann. Sie ist überzeugt: „Aufbruch beginnt nicht mit einer Entscheidung, sondern mit Segen.“

Mit der Himmelfahrt Jesu beginnt etwas Neues. Die Jünger erlebten einen geistlichen Aufbruch. Präsidiumsmitglied Dorothee Oesemann, Pastorin Dagmar Wegener und Andrea Kallweit-Bensel gaben frei nach Lukas 24,26-53 Stimmen der Jünger nach der Himmelfahrt wieder: „Irgendwie stand da plötzlich ein Toter zwischen uns und lächelte wie ein Geist“, so eine erschrockene Stimme. „Ich kann nicht anders glauben, wenn ich Jesus nicht anfassen kann“, äußerte eine andere. „Dann verschwand er. Er entschwebte in den Himmel. Und dann ist er nicht mehr gesehen worden.“ Die Jünger erkannten eine neue Wahrheit: Jesus ist auferstanden. Fortan veränderte sich ihre Beziehung zu Jesus grundlegend.###3_IMAGES###„Es ist so schön, euch zu sehen und gemeinsam unterwegs zu sein“, begann BEFG-Präsidentin Pastorin Natalie Georgi ihre Predigt. Sie hob das Bild hervor, dass Jesus seine Jünger segnete und während des Segnens verschwand. „Er geht im Segen.“ Dieser Segen höre nicht auf. Er gehe weiter von den Jüngern damals bis zu uns heute. Sie lud ein, sich vorzustellen, wie Jesus seine Hand auf ihre Schultern legt und sie segnet. „Die Jünger hatten nach Himmelfahrt nicht mehr Jesus zum Anfassen. Deswegen mussten sie aufbrechen“, so Georgi. Auch wenn sie etwas loslassen mussten, so sei doch ihr Gewinn, dass Gott etwas Größeres machen würde. So seien sie ausgesendet, zu verkündigen: „Gott möchte sich mit dir versöhnen.“ Dabei hielten sie fest an Jesu Gegenwart, die nicht mehr leibliche, sondern geistige Realität sei. Die BEFG-Präsidentin ermutigte zum Aufbruch: „In diesem Segen dürfen wir wandeln, leben, zweifeln, hadern, hinterfragen und auch schwächeln.“

„Mich hat herzlich verlangt“, so Jesus beim letzten Abendmahl. Die Anwesenden feierten im Anschluss an die Predigt das Abendmahl und hatten die Möglichkeit, für sich beten zu lassen. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Jan Primke und seiner Band gestaltet.###3_IMAGES###Die National Baptist Convention of Namibia (NBCN) wurde vor einer Woche in das Missionswerk EBM INTERNATIONAL aufgenommen. Der BEFG hat eine Partnerschaft mit der NBCN. Jonas Kakenge Mbwenga, der Koordinator der Partnerschaft von Seiten der NBCN, berichtete – wie auch beim Eröffnungsabend, dass er Segen im gegenseitigen Voneinander-Lernen erlebt hat. Die Kollekte des Gottesdienstes kommt der Partnerschaft mit der National Baptist Convention of Namibia zugute.

Am Abschluss des Gottesdienstes wurden Dr. Maximilian Zimmermann, der am 1. April seinen Dienst als Generalsekretär begonnen hat, und Natalie Georgi, die beide dieses Jahr zum ersten Mal den Bundesrat leiten, unter den Segen Gottes gestellt.

]]>
news-3970 Thu, 14 May 2026 13:30:00 +0200 Wirksam verbunden und gefördert, getragen von starkem Engagement Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wirksam-verbunden-und-gefoerdert-getragen-von-starkem-engagement Christus in der Mitte, starkes Engagement, die Mitgliederstatistik 2025 und Entwicklungen bei CFD, darum ging es im Bericht von Natalie Georgi und Dr. Maximilian Zimmermann. Mit Jesus Christus in der Mitte, getragen vom starken Engagement der Ehren- und Hauptamtlichen vor Ort und in der überregionalen Arbeit – so beschrieben Natalie Georgi und Dr. Maximilian Zimmermann die Arbeit des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in ihrem gemeinsamen Bericht an den Bundesrat. Die Präsidentin und der Generalsekretär des BEFG stellten auch die Mitgliederstatistik 2025 vor und gingen auf die Entwicklungen beim ChristusForum Deutschland ein.

Schwerpunkt der Bundesratstagung, die vom 13. bis 16. Mai in Kassel stattfindet, sind Beratungen zum Erneuerungsprozess „Unser Bund – Segen bewegt“, kurz UB25. Dazu sagte Maximilian Zimmermann: „Wir arbeiten und beten dafür, dass diese neue Struktur dazu beiträgt, dass unsere Gemeinden wirksam verbunden, gestärkt und gefördert werden. Und wir beten, dass Jesus Christus, der Herr unserer Gemeinden und der Herr unseres Bundes, diese neue Struktur mit Leben erfüllt – nicht zuletzt durch Menschen, die er in den Dienst beruft.“ Mit Verweis auf die „Rechenschaft vom Glauben“ beschrieb er das geistliche Fundament der Freikirche: „Es ist der eine Herr in der Mitte unserer 759 Ortsgemeinden, der uns zusammenschließt; und es ist der eine Geist inmitten unserer 759 Ortsgemeinden, der uns verbindet – das ist die Einheit in all unserer Verschiedenheit.“ Mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen stellte sich der Generalsekretär hinter das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat: „Gerade in diesen Zeiten wollen wir als Gemeinde Jesu Christi und als Bund für die Werte und für die Inhalte unseres Glaubens einstehen. Und gleichzeitig wollen wir das heute und in Zukunft unabhängig und getrennt von jeglicher politischen Einflussnahme tun.“

Der Dank an die Menschen, die sich im BEFG engagieren, nahm im Bericht viel Raum ein. „Als eine Gemeindebewegung, die das Anliegen des Priestertums aller Gläubigen im Herzen trägt, sind wir aus Überzeugung eine Bundesgemeinschaft, die vom Ehrenamt mitgetragen wird“, hob Natalie Georgi hervor. „Es sind manchmal die späten Abendstunden und die wertvollen Wochenenden, die Ihr als Ehrenamtliche in das Leben unserer Gemeinden, in die Neustrukturierung unseres Bundes, in die bisherigen Landesverbände, in die entstehenden Regionen, in die Gremien, in die Fach- und Arbeitskreise und in die vielen Initiativen unserer Bundesgemeinschaft investiert. Das ist ein riesiges Geschenk. Wir danken Euch dafür“. Die Präsidentin richtete sich auch an die hauptamtlichen Bundesmitarbeitenden, die durch Stellenabbau und die Auflösung von Arbeitsbereichen von UB25 besonders betroffen seien. „Wir danken Euch, dass Ihr Euch mit kritischen Anfragen und konstruktiven Ideen in den Prozess eingebracht habt und nun so tatkräftig daran mitarbeitet, dass die Arbeit des Bundes in neuer Form wachsen kann. Allen, deren Dienstzeit demnächst endet, wollen wir nochmal von Herzen danken für das, was Ihr für den Bund getan habt. Ihr hinterlasst Segenspuren, die über Eure Dienstzeit hinauswirken werden.“ Maximilian Zimmermann würdigte die hauptamtlichen Mitarbeitenden der Landesverbände und Landes-GJWs, für die sich durch die Schaffung der Regionen auch viel verändere: „Wir danken Euch, dass Ihr den Übergang so klar und so besonnen und so kraftvoll mitgestaltet und mitprägt. Immer wieder ist es beeindruckend zu sehen, wie Ihr mit großer Wertschätzung für das, was war, und mit einer hoffnungsvollen Klarheit für das, was kommt, in die neue Struktur hineingeht.“

Maximilian Zimmermann stellte die aktuelle Mitgliederstatistik vor, für die in diesem Jahr nur wenige, zentrale Kennwerte erhoben wurden, bevor es kommendes Jahr wieder eine ausführliche Statistik geben wird. Zum 31. Dezember 2025 gehörten zum BEFG 759 Gemeinden mit 71.199 Mitgliedern. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 757 Mitglieder oder 1,05 Prozent. „Dass dieser Trend sich fortsetzt, dass wir auch weiterhin einen zahlenmäßigen Rückgang zu verzeichnen haben, ist kein Grund zur Freude; dass es der niedrigste Rückgang seit dem Jahr 2018 ist, vielleicht ein zarter Grund zu Freude“, so Zimmermann. Als Missionsbewegung werde der Bund sich mit dem Rückgang nicht anfreunden, denn „wir wünschen uns, dass immer mehr Menschen Jesus Christus kennenlernen – weil wir uns nichts Besseres für Menschen vorstellen können.“ Gleichzeitig dürfe der Blick auf den Bund nicht allein von Zahlen bestimmt werden, weil das Neue Testament eine Form von Wachstum beschreibe, die mehr sei. So fordere der Apostel Paulus im Epheserbrief dazu auf, wahrhaftig zu sein in der Liebe und „in allen Stücken“ zu wachsen „zu dem hin, der das Haupt ist, Christus“. Dafür, dass in BEFG-Gemeinden im vergangenen Jahr 1.714 Menschen getauft wurden, sei er dankbar, so Zimmermann: „Wir freuen uns über jeden einzelnen Menschen, der sich auf das Bekenntnis seines Glaubens hin für Zeit und Ewigkeit mit Jesus Christus verbinden lässt. Die Anzahl der Taufen ist übrigens der höchste Wert der letzten sieben Jahre.“

Natalie Georgi ging auf den Beschluss des ChristusForums Deutschland (CFD) von 2024 ein, eigene Körperschaftsrechte anzustreben. Dadurch befinde sich der BEFG in einer Zeit des Übergangs. Mit dem CFD sei vereinbart, „diese Zeit friedvoll und im geschwisterlichen Gespräch“ zu gestalten. „Wir respektieren die Entscheidung des ChristusForums und wir begegnen ihr in der Haltung, das ChristusForum schweren Herzens, aber im Segen ziehen zu lassen.“ Dies bedeute für sie: „Wir halten das ChristusForum nicht gegen seinen Willen fest, führen keinen Trennungsstreit und tragen unseren Teil dazu bei, dass wir uns am Ende des Prozesses als Geschwister begegnen und einander wohlwollend segnen können.“ Die Präsidentin berichtete über ihren Besuch der Jahrestagung des CFD am 20. und 21. März: „Wir haben miteinander unseren Herrn im Lobpreis angebetet, gemeinsam unseren Glauben im Abendmahl bekannt, die Liebe zur Gemeinde Jesu geteilt und ich habe diese besondere geistliche Verbundenheit gespürt. Deshalb haben wir noch einmal beim ChristusForum dafür geworben, dass wir uns um die Einheit und unseren gemeinsamen Auftrag in der Welt bemühen und ernsthaft zu prüfen, ob ein gemeinsamer Weg in einem Bund möglich ist. Wir sind überzeugt, dass es mehr Verbindendes als Trennendes gibt und dass es möglich ist, die Einheit in Christus in Vielfalt zu leben.“

Natalie Georgi dankte den Mitgliedern der Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG, deren Einrichtung der Bundesrat im Vorjahr beschlossen hatte. „Der Schmerz, der Menschen in unserer Mitte zugefügt worden ist, darf nicht übersehen werden.“ Sie berichtete auch über eine neue Entwicklung in den Vorgängen rund um das Diakoniewerk Bethel, die den BEFG vor allem in den Jahren 2015 bis 2017 beschäftigt hatten. So sei es nach einer jahrelangen Auseinandersetzung in einem Vergleich gelungen, Versorgungssicherheit für die Bethel-Schwestern zu erreichen. „Unser besonderer Dank gilt allen, die sich so beharrlich für die Belange der Schwestern stark gemacht haben und sie auch finanziell unterstützt haben.“

Am Ende erinnerte Natalie Georgi an die Konflikte in aller Welt. „Ohne den Unterschied zwischen den Angreifern und den Angegriffenen zu verwischen, beten wir für alle Menschen auf allen Seiten, denen die Kriegshandlungen Tag für Tag unvorstellbares Leid zufügen.“ Sie warnte vor eine Zunahme der Gewalt: „So sehr wir das Bedürfnis nach Sicherheit verstehen, so sehr beklagen wir als Kirche in täuferischer Tradition die zunehmende weltweite Aufrüstung.“ Auch an die politisch Verantwortlichen gerichtet ermutigte Georgi dazu, sich für Frieden einzusetzen: „Die Spirale von Gewalt und Gegengewalt muss durchbrochen werden von Menschen des Friedens, der Liebe und der Besonnenheit.“

]]>
news-3971 Thu, 14 May 2026 11:02:10 +0200 Gottes Segen bewegt … weltweit Wolfgang Günter (Die Gemeinde) https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gottes-segen-bewegt-weltweit Der erste Konferenzabend am 13. Mai weitete den Blick über unseren Bund hinaus und führte die Zuhörer und Zuhörerinnen ins Staunen darüber, wie Gott weltweit Segen schenkt. Der erste Konferenzabend am 13. Mai weitete den Blick über unseren Bund hinaus und führte die Zuhörer und Zuhörerinnen ins Staunen darüber, wie Gott weltweit Segen schenkt. David Burau, Mitglied des Präsidiums, und Julia-Kathrin Raddek, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei EBM INTERNATIONAL, moderierten und stellten die internationalen Gäste vor.

Eigentlich hätten zwei Vertreter der National Baptist Convention of Namibia auf der Bühne sitzen sollen. Doch deren Generalsekretär Lukas Ndjamba wurde das Einreisevisum verweigert, so dass nur Jonas Kakenge Mbwenga, Biologielehrer und Schulleiter, uns einen Einblick in das Land im südlichen Afrika schenkte. Es gab Neuigkeiten zu vermelden: Auf dem Missionsrat, der kurz zuvor in Norderstedt stattgefunden hatte, wurde der namibische Bund in die EBM INTERNATIONAL-Familie aufgenommen. Als Voraussetzung dafür musste ein Projekt eingereicht werden. Mbwenga berichtete von geplanten Gemeindegründungen, die angesichts der klimatischen Bedingungen und der weiten Entfernungen in diesem dünn besiedelten Land herausfordernd sind. Zurzeit gibt es 50 kleine Gemeinden mit etwa 11.000 Mitgliedern. Die Leitfrage in diesem Gespräch lautete: Was können wir voneinander lernen? Mbwenga verwies zunächst auf die gute Organisation und hilfreichen Strukturen in Deutschland einerseits und die namibische Verwurzelung in der Gemeinschaft andererseits – zwei Bereiche, in denen man voneinander profitieren könne. Doch dahinter stehe noch etwas anderes und noch Wichtigeres: die Bereitschaft, einander zuzuhören und sich auf Augenhöhe zu begegnen. So könne sogar das dunkle Kapitel der Kolonialgeschichte aufgearbeitet werden.###3_IMAGES###Im Anschluss berichtete Hürrem Carolin Keskin von der Gemeindearbeit in der Türkei. Sie ist die Tochter von Ertan Cevik und in ihrer Gemeinde die einzige, die in einer christlichen Familie aufwuchs. Denn in der Türkei sind weit über 99 Prozent der Bevölkerung Muslime. Dass eine ganze Familie zum Glauben kommt, geschieht höchst selten. Eher fürchte sich jemand, der Christus gefunden hat, vor der Reaktion seiner Familie, die mit einer Entscheidung für den christlichen Glauben nicht einverstanden sei. Und doch konnte sie von solchen Segensgeschichten erzählen, wo ein Familienmitglied mehrere Angehörige für den Glauben begeistern konnte. Vor diesem Hintergrund agieren die türkischen Baptistengemeinden vorsichtig, denn häufig werden sie als westlich orientierte Störenfriede betrachtet. Immer wieder müssen sie betonen, dass sie ihr Land lieben und es ihnen nur um die Beziehung zu Christus geht. Und sie führen auch keine missionarischen Straßeneinsätze durch, genießen aber in ihrem eigenen Gemeindehaus alle Freiheiten. Grundstück und Gebäude gehören übrigens dem Staat, der also jederzeit die Möglichkeit hat, der Gemeinde den Versammlungsort wegzunehmen. Auch darum sei Vorsicht geboten.

Ria Tintswalo Mojapelo, die EBM-Regionalreferentin für das südliche Afrika, zeigte Beispiele auf, wie in der Missionsarbeit stereotype Vorstellungen und hartnäckige Klischees durchbrochen werden können. Ein markantes Beispiel: In den Gemeinden, die sie als EBM-Referentin besucht, sei es häufig kaum vorstellbar, dass Frauen predigen dürfen. Doch ihre Funktion öffnet ihr Türen, und auf mancher Kanzel war sie die erste Frau. Mojapelo gab die Frage nach durchbrochenen Stereotypen weiter. Eine wichtige Erkenntnis: Die Missionsarbeit von EBM INTERNATIONAL ist keine Einbahnstraße. Früher war es üblich und wurde auch allgemein akzeptiert, dass der globale Norden Missionare aussendet und der globale Süden empfängt. Das hat sich von Grund auf geändert. Missionsarbeit ist viel glaubwürdiger, wenn sie partnerschaftlich betrieben wird und es kein Hierarchiegefälle gibt.###3_IMAGES###Dr. Michael Kißkalt, der Generalsekretär von IBM INTERNATIONAL, wies am Schluss des Abends darauf hin, dass durch ihre Missionsarbeit pro Jahr etwa anderthalb Millionen Menschen erreicht werden. Auch er betonte, wie wichtig es ist, in den Dialog zu treten und hinzuhören – auch um ganz praktische Hilfe anzubieten. Dabei führte er ein interessantes Beispiel aus der Türkei an: Junge Menschen strömen in die Gemeinden, weil sie gehört haben, dass man dort frei reden könne und ernst genommen werde. So üben sie Demokratie ein und hören ganz nebenbei etwas über Jesus. Kißkalt berichtete, dass er kurz vor seiner Abreise zur Bundeskonferenz die Nachricht bekommen habe, einer der leitenden Mitarbeiter von EBMI sei zusammen mit zwei anderen Baptistenpastoren im Nordosten Indiens überfallen und umgebracht worden. Er hat, nachdem er bereits Morddrohungen erhalten hatte, seinen Dienst nun mit dem Leben bezahlt. Als Christen, so Kißkalt, schweben wir nicht auf Wolke Sieben, sondern stellen uns der Realität, treten vor Gott und versuchen einen Weg zu finden, mit der Situation umzugehen.

Der Abend schloss mit dem Lied „Halte uns fest“, begleitet von Jan Primke und Band, die den Abend musikalisch umrahmt hatte – und zwar in drei Sprachen. So spiegelte sich die Vielfalt, die diesen Abend prägte, auch in diesem Lied wider.

]]>
news-3969 Mon, 11 May 2026 13:33:52 +0200 Bundesratstagung: „Segen bewegt“ – Gemeinden als Hoffnungsorte Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesratstagung-segen-bewegt-gemeinden-als-hoffnungsorte Rund 1.000 Menschen kommen vom 13. bis 16. Mai im Kongress Palais in Kassel zur Bundesratstagung 2026 des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) zusammen. Rund 1.000 Menschen kommen vom 13. bis 16. Mai im Kongress Palais in Kassel zur Bundesratstagung 2026 des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) zusammen. Gemeinsam feiern sie Gottesdienst, erhalten ermutigende Impulse und beraten über wichtige Zukunftsfragen der Freikirche. Die Programmpunkte der Glaubenskonferenz stehen ebenso wie die anstehenden Beschlüsse des Kirchenparlaments unter dem Leitmotiv „Segen bewegt“, wie BEFG-Präsidentin Natalie Georgi betont: „Wir wollen unsere mehr als 750 Gemeinden in ganz Deutschland als Hoffnungsorte stärken.“

Der Bundesrat 2026 knüpft nahtlos an die Beschlüsse aus dem Vorjahr an. 2025 hatten die Delegierten beschlossen, die Strukturen des BEFG grundlegend zu verändern, um die Gemeinden in ihrer missionarischen Ausrichtung und ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bestmöglich zu stärken. In diesem Jahr soll der rechtliche Rahmen für diese neue Struktur „Unser Bund – Segen bewegt“, kurz UB25, geschaffen werden. „Wir stehen vor der Aufgabe, dem bereits Beschlossenen eine klare, verbindliche und nachhaltige Ordnung zu verleihen. Wir haben damit die Chance, Handlungsspielräume und Strukturen zu schaffen, die unseren Gemeinden dienen und für die Zukunft tragfähig sind“, so Präsidentin Natalie Georgi, die das übergeordnete Ziel so beschreibt: „Wir sind vom Segen Gottes bewegt, und diesen Segen wollen wir in Worten und Taten an die Menschen im Umfeld unserer Gemeinden weitergeben.“

In einem Forum am Donnerstag wird auf dem Bundesrat berichtet, wie die 25 Regionen, die laut UB25-Konzept Anfang 2027 offiziell starten, bereits jetzt gemeinsam auf dem Weg sind. „Dass unsere Ortsgemeinden missionarische Kraft haben und dass junge Menschen den Freiraum haben, sich wirksam in das Leben der Ortsgemeinde einzubringen – das ist das Ziel von UB25“, so fasst es der neue BEFG-Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann zusammen.  „Wir wünschen uns, dass dies in einem guten Miteinander aller Generationen passiert.“ Dieses Ziel kommt auch in der Konferenz zum Ausdruck. So nimmt ein weiteres Forum die Partizipation junger Menschen in den Blick. Der Konferenzabend am Donnerstag lädt laut Programm dazu ein, „zuzuhören und zu staunen, wenn junge Menschen erzählen, was sie beschäftigt, bewegt und glauben lässt“.

Zu Beginn der Konferenz am Mittwochabend beleuchtet das baptistische Missionswerk EBM INTERNATIONAL die globale Perspektive von „Segen bewegt“, wie im Programm zu lesen ist: „Wie Neugier und echtes Interesse statt Angst vor Andersartigkeit helfen können, die Vielfalt der christlichen Glaubenszeugnisse als bereichernd zu erleben, und wie gemeinsames Lernen gelingen kann, dazu lädt dieser Abend ein.“ Im Himmelfahrtsgottesdienst am Donnerstag predigt Präsidentin Natalie Georgi über den „Segen Jesu – eine Kraft, die in Bewegung setzt“. Sie beschreibt die Himmelfahrt Jesu als Aufbruch und zeigt auf, was das für Christinnen und Christen heute bedeutet. Unter der Überschrift „Segen bewegt … im miteinander Ringen um die Mitte“ gehen bei den fünf Bibelarbeiten am Freitag jeweils zwei Theologen beziehungsweise Theologinnen auf unterschiedliche Aspekte des Konferenzmottos ein. Generalsekretär Dr. Maximilian Zimmermann befasst sich in seiner Bibelarbeit am Samstag mit dem bekannten Wort Jesu Christi: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“

Beratungen über die Finanzen des Bundes nach einer Bibelarbeit, Berichte der Arbeitsbereiche nach einem Gottesdienst, Diskussionen über juristische Feinheiten und danach gemeinsamer Gesang mit der Konferenzband um Jan Primke – Natalie Georgi schätzt „die bunte Vielfalt bei der Bundesratstagung. Da kommen alle Facetten kirchlichen Lebens zusammen.“

Wie einige Bundesratsveranstaltungen wird auch der Bundesgottesdienst am Tag nach der Konferenz live auf YouTube übertragen. Er kommt aus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Berlin-Schöneberg. Natalie Georgi und Dr. Maximilian Zimmermann „staunen in ihrer Predigt über das, was in Apostelgeschichte 3 geschieht – und fragen sich gemeinsam, was wir als Gemeinden geben können und wie wir Segen für Menschen sein können, über Grenzen hinweg“.

]]>
news-3968 Fri, 08 May 2026 15:00:00 +0200 Ostersingwoche 2026 Wilfried Lorenz https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ostersingwoche-2026 Wie in jedem Jahr begann an Ostermontag die Ostersingwoche Immer am Ostermontag beginnt die Ostersingwoche, zu der BEFG Musik jährlich einlädt. Wie schon so oft fand sie dieses Jahr wieder in Sandkrug nahe bei Oldenburg/OL statt, diesmal mit den meisten Teilnehmenden seit langer Zeit. Die „Evangelischen Gästehäuser“ boten erneut ihre bewährt gute Unterkunft und hervorragende Verpflegung.

Auf dem musikalischen Programm standen viele neue Lieder aus dem Chorbuch „Deinetwegen“ für Chöre mit dem Anliegen, Gott zu loben und seine Botschaft zu verbreiten, aber auch drei Sätze aus dem klassischen Bereich.

Mit seiner temperament- und humorvollen Art der Chorleitung und seinem präzisen Umgang mit den Noten und Texten motivierte Martin Sellke (Jüchen) die Sängerinnen und Sänger zu begeistertem Einsatz und gleichzeitig hoher Aufmerksamkeit. Dazu kam die vielseitige Klavierbegleitung, erstmals von Christian Hoffmann (Braunschweig).

Die Ev. Methodistische Kirchengemeinde in Oldenburg bot dem Chor der Ostersingwoche nicht nur die Gelegenheit am Samstagnachmittag ein geistliches Konzert in ihrer schönen Friedenskirche vorzutragen, sondern auch am Sonntagmorgen den Gottesdienst mit vielen Liedern zu gestalten.

Die Predigt hielt Dagmar Wegener (Berlin), die während der gesamten Singwoche auch schon jeden Morgen und jeden Abend in Andachten für geistliche Anregungen gesorgt hatte.

Auch in 2027 wird es wieder eine Ostersingwoche geben - wir freuen uns darauf!

 

]]>
news-3966 Wed, 06 May 2026 09:31:17 +0200 Segen bewegt – mit der „Zeitmaschine“ ins Jahr 2036 Uwe Rennwald https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/segen-bewegt-mit-der-zeitmaschine-ins-jahr-2036 Am 25. April kamen rund 130 Delegierte aus Gemeinden des Landesverbandes Norddeutschland zu ihrer letzten Ratstagung in der Gemeinde in Lüneburg zusammen. Am 25. April 2026 kamen rund 130 Delegierte aus 40 von 59 Gemeinden des Landesverbandes Norddeutschland zu ihrer letzten Ratstagung in der Gemeinde in Lüneburg (Friedenskirche) zusammen.

Pastor Benedikt Elsner, Regionenkoordinator Nord des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), führte mit dem Geleitwort „Segen bewegt“ von Beginn an zum Schwerpunkt der Tagung. Er ermutigte anhand eines Vergleiches aus dem Vereinsleben dazu, die Chancen der neuen Strukturen zu nutzen. Dazu berichtete er von den gravierenden Veränderungen, die auch auf Bundesebene eintreten und großes Engagement erfordern. Er sei froh und dankbar, dass sich überall die Starterteams in den Regionen gebildet haben. Gleichzeitig bleiben Herausforderungen für die Gemeinden bestehen, zum Beispiel schwindende finanzielle Möglichkeiten und die ehrenamtliche Arbeit neben den Anforderungen des Alltags.

Robin Zabel, Landesjugendreferent im Gemeindejugendwerk (GJW) Norddeutschland und künftiger Referent für Kinder und Jugendliche in den Regionen 1 und 2, moderierte die „Zeitmaschine“. In Kleingruppen zu zweit, zu viert und danach zu acht Personen wurden Wünsche und Ziele für die künftige Arbeit festgehalten. Am Nachmittag setze sich der Austausch in den künftigen Regionen 1 und 2 fort, wobei es besonders um die weiteren Schritte in der Kommunikation und die Entwicklung der Themen und Ziele für die Regionen ging. Gleichzeitig war es die Gelegenheit, die Sprecher der neuen Regionen, Chris Hosberg (in Vertretung für Wolfgang Grote) für die Region 1, und Michael Krämer-Gfrörer für die Region 2 sowie weitere Mitwirkende in den Regionalteams kennenzulernen.###3_IMAGES###Neben diesem inhaltlichen und zeitlichen Schwerpunkt hatten die aktuellen Berichte und Planungen für das laufende Jahr zwar einen geringeren Umfang als in den Vorjahren, dennoch wurden wichtige Beschlüsse getroffen. So wurden der Haushalt 2026 und auch die Vermögensaufteilung zum Jahresende einstimmig verabschiedet.

Dr. Dieter Radtke leitete durch die Tagung und erinnerte an die Entwicklung der früheren „Vereinigung Norddeutschland“, die erstmals im Jahre 1907 eine Ratstagung durchführte. Damals habe man sich noch über drei Tage getroffen und eine gemeinsame Dampferfahrt im Programm gehabt. Vieles habe sich seither verändert, er sei aber sehr dankbar für die zuletzt konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Leitung. Besonders dankte er Robin Zabel für sein Engagement im GJW.

Der Tag wurde mit besonderem Dank an den stellvertretenden Leiter des Landesverbandes, Dr. Dieter Radtke (Kiel) und sein ausscheidendes Leitungsteam und mit der Segnung der neuen Regionalteams 1 und 2 beendet.

]]>
news-3965 Thu, 30 Apr 2026 10:45:00 +0200 Abschied und Aufbruch Simone Maibaum https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/abschied-und-aufbruch Mit einer spürbaren Mischung aus Dankbarkeit, Wehmut und Zuversicht fand die letzte Landesverbandstagung NOSA statt. Mit einer spürbaren Mischung aus Dankbarkeit, Wehmut und Zuversicht fand die letzte Landesverbandstagung NOSA (Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt) in Gifhorn statt. Nach 35 Jahren geht der Verband im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. (BEFG) in eine neue Struktur über: Künftig wird die Arbeit in vier Regionen organisiert.

Schon die humorvolle Begrüßung durch Landesverbandsleiter Jürgen Tischler und seinen Stellvertreter Dr. Stefan Voges ließ erkennen: Diese Tagung steht im Spannungsfeld von Abschied und Aufbruch – wobei der Blick nach vorn im Laufe des Tages zunehmend an Gewicht gewann.

„Der Dienst am Kind ist Gottesdienst“

Im geistlichen Impuls setzte Lea Herbert, Leiterin des Dienstbereichs Kinder und Jugend im BEFG, einen klaren theologischen Akzent. Ausgehend von Matthäus 18 und Markus 10 erinnerte sie daran, dass Kinder nicht nur Teil der Gemeinde sind, sondern in besonderer Weise im Zentrum von Jesu Aufmerksamkeit stehen.
Ihre zugespitzte Aussage: „Der Dienst am Kind ist Gottesdienst.“ Damit verband sie eine konkrete Herausforderung: Gemeinden sind eingeladen, eine echte „Komm-Kultur“ für Kinder zu entwickeln. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen junge Menschen nicht nur teilnehmen, sondern mitreden, mitgestalten und Verantwortung übernehmen können.

Beteiligung junger Menschen stärken

Unter dem Tagungsthema „Mitreden – mitmachen – mitgestalten. Die Stärkung der Gemeinde durch die Beteiligung junger Menschen“ wurde intensiv darüber nachgedacht, wie Beteiligung praktisch gelingen kann.
Im Fokus standen Fragen wie:
•    Was macht Mitarbeit für junge Menschen attraktiv?
•    Wie kann ein lebendiger Austausch zwischen Regionalteams und künftigen „Jungen Parlamenten“ entstehen?

Deutlich wurde: Es braucht Formate echter Beteiligung – nicht nur Anhörung, sondern Mitgestaltung auf Augenhöhe. Unterstützung soll dabei das in Vorbereitung befindliche Handbuch „Junge Stimmen stärken“ bieten. Ein konkreter Ausblick kam von Benedikt Elsner, Regionenkoordinator Nord: Für den 3. Oktober 2026 ist das „NOSIVAL“ geplant – idealerweise als gemeinsamer Auftakt für die Jungen Parlamente in Niedersachsen Mitte-Süd und Ost-Niedersachsen.

Arbeit in neuen Regionen

Ein besonderer Teil der Tagung war dem Kennenlernen innerhalb der neuen Regionen ab 2027 gewidmet. In Arbeitsgruppen tauschten sich die Teilnehmenden über Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen bei der Beteiligung junger Menschen aus. In den formalen Sitzungsteilen (mit 93 Abgeordneten und 11 Gästen) wurden zahlreiche Beschlüsse – überwiegend einstimmig – gefasst. So wurde unter anderem der Antrag der Gemeinde Wunstorf als selbstständige Gemeinde bestätigt. Die Baukollekte 2026 kommt der Gemeinde Wernigerode zugute, die für die Sanierung des Daches ihres Gemeindezentrums „Arche“ vor großen Herausforderungen steht. Erfreuliche Personalnachrichten konnte Olaf Mohring weitergeben: Mehrere pastorale Stellen wurden neu besetzt. Zudem verstärken Susanne Schulz (Landesverband) und Noah Rosiak (GJW) künftig die Arbeit in Verwaltung und Organisation.

Dank und Abschied

Im abschließenden Teil der Tagung wurde deutlich, wie sehr die gemeinsame Geschichte den Landesverband geprägt hat. Ein herzlicher Dank ging an die gastgebende Gemeinde Gifhorn sowie an alle Mitarbeitenden und Verantwortlichen. Mit bewegenden Worten verabschiedeten Jürgen Tischler und Stefan Voges die Versammlung aus der bisherigen Struktur. Stefan Voges brachte es auf den Punkt:
„Wir sind Teil dieses Moments.“ Jürgen Tischler nahm die ambivalenten Gefühle auf – Freude über das Erreichte und Fragen mit Blick auf die Zukunft. Seine Ermutigung: „Wir gehen weiter.“ In Anlehnung an 1. Korinther 3 betonte er: Gott selbst ist es, der Wachstum schenkt – das entlastet und eröffnet zugleich Raum zur aktiven Mitgestaltung.

Segen für den Neubeginn

Die neu gebildeten Regionalteams wurden unter Gebet und Segen in ihren Dienst gesandt. Ein kleines, aber sprechendes Zeichen zum Abschluss: Alle Leitenden erhielten Gartenhandschuhe und alle Teilnehmenden Samen – als Symbol für das, was wächst und Gestalt gewinnt. So endete die letzte Landesverbandstagung mit einem klaren Ausblick: „Danke NOSA – auf in die Regionen!“

]]>
news-3963 Fri, 17 Apr 2026 09:00:00 +0200 Einzigartig - Theologische Weiterbildung für Menschen mit Migrationsgeschichte Thomas Klammt https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/einzigartig-theologische-weiterbildung-fuer-menschen-mit-migrationsgeschichte Von Herbst 2023 bis März 2026 absolvierten 11 Personen das Pastorale Integrations- und Ausbildungs-Programm. Dass an einem Seminartag ein iranischer Pastor die Trinitätslehre erklärt, eine namibische Pastorin den Blick auf die geistliche Welt richtet, ein englischer Professor zur persönlichen Spiritualität ermutigt, und ein deutscher Referent die pastoralen Aufgaben und Rollen entfaltet, und das alles in verständlichem Deutsch und getränkt mit Gemeindeerfahrungen – das gibt es wohl nur im Pastoralen Integrations- und Ausbildungs-Programm des BEFG!

Im März 2026 traf sich die aktuelle Gruppe zum letzten Mal: elf Teilnehmende aus fünf Geburtsländern, beruflich ausgebildet als Erziehungswissenschaftlerin, Friseurmeisterin, Sozialarbeiter, Ingenieur, Altenpfleger, Regisseur, Mediziner, wohnhaft in Hamburg, Bremen, Datteln, Essen, Leverkusen, Mainz, Worms, Erlangen und München.

Seit Herbst 2023 war diese Gruppe miteinander unterwegs, intensiv begleitet von der einzigartigen Studienleitung aus vier Personen mit vier verschiedenen Muttersprachen, zwei davon selbst durch PIAP qualifiziert und in Gemeinden des BEFG angestellt. Inhaltlich wurden die Blockseminare unterstützt durch das Kollegium der Theologischen Hochschule und von Verantwortlichen des BEFG.

Diesmal zum Beispiel vom Kaufmännischen Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, der in einer Gesprächsrunde nicht nur über Finanzen und Rechtsstrukturen, sondern auch über seinen persönlichen Glauben und seine Berufung zu erzählen wusste. Bei einem festlichen Abend haben wir ein leckeres Drei-Gänge-Menü genossen und sehr viel Wertschätzung für die Leitung und die Teilnehmenden des Kurses ausgedrückt, mit Dankesworten, Geschenken, Geschichten.

In ihren Abschlussarbeiten haben die Teilnehmenden ihre persönliche PIAP-Geschichte reflektiert:

  • „Ich habe während des Kurses erkannt, dass Gott mir die ganze Zeit beigestanden ist: Er hat für meine Familie gesorgt, er hat mir Disziplin gegeben, als es notwendig war, er hat meinen Arbeitgeber berührt, damit ich die freie Zeit für die verschiedenen Aktivitäten bekomme.“
  • „Die größte Lektion, die ich in diesen drei Jahren gelernt habe, ist, dass Gemeindeleitung nicht nur bedeutet, andere zu leiten, sondern vor allem, mein eigenes Herz zu leiten. Auch mein Verständnis von Mission hat sich verändert. Mission ist für mich heute weniger ein Programm und mehr eine Beziehung.“
  • „Ich lernte, geistliche Erfahrungen kritisch zu prüfen und zwischen subjektivem Empfinden und geistlicher Leitung zu unterscheiden. Dadurch wurde mein Glaube nicht schwächer, sondern tragfähiger und stärker verwurzelt.“
  • „Was ich gelernt habe: Man kann verschiedene Meinungen haben und sich trotzdem dann in Liebe begegnen, wenn wir die Meinungen als Meinungen betrachten und nicht als persönlichen Angriff wahrnehmen. Für mich ist das oft schwierig und da muss ich noch an mir arbeiten.“
  • „Die Stärke von PIAP ist das Personalteam. Sie besteht nicht nur aus Akademikern, sondern aus authentischen Christen mit unterschiedlichen Praxiserfahrungen im Gemeindedienst. Sie vermitteln nicht nur theologisches Hochschulwissen, sondern vereinfachen komplexe Lehrinhalte mit zahlreichen Beispielen aus ihrer Praxis-Erfahrung.“
  • „Meine drei Jahre bei PIAP haben mich sehr verändert, und ich habe gelernt, erst zuzuhören, dann zu reagieren. PIAP vermittelte mir nicht nur Methoden, sondern half mir auch, eine Haltung der Liebe, des Zuhörens und der Verantwortung gegenüber anderen zu entwickeln.“
  • „Die Ausbildung ist eine sehr gute Möglichkeit für Menschen, die keine Gelegenheit haben, an einer Universität zu studieren. Ich empfehle sie gerne weiter.“

Wir freuen uns, dass wir für den Abschluss nun Zertifikate ausstellen dürfen, und die Teilnehmenden dann ihre Ordination als Pastorin bzw. Pastor im BEFG planen können. Im Herbst 2026 soll ein neuer PIAP-Kurs beginnen – Informationen und Bewerbungsmöglichkeit hier: www.befg.de/piap

]]>
news-3962 Thu, 16 Apr 2026 10:53:20 +0200 Wachstum und gelebte Vielfalt Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wachstum-und-gelebte-vielfalt Am 21. März fand die letzte Ratstagung des Landesverbands Südwest in Mainz statt. In der „Kreuzkirche Mainz“ trafen sich am 21. März 2026 die 33 Delegierten der Gemeinden des Landesverbandes Südwest (Rheinland-Pfalz und Saarland) zum letzten Mal, um die Überleitung in die neue Struktur des BEFG zu besprechen. Als Gäste nahmen zudem Almut Siodlaczek (Mitglied des BEFG-Präsidiums), Lea Herbert (Leiterin des GJW) und die neue Regionen-Koordinatorin Michelle Mackels teil.

Almut Siodlaczek hob in ihrem Bericht aus dem Präsidium hervor, dass der Ansatz der UB25-Reform darin bestehe, die bislang „gefühlte Zentralisierung“ des Bundes hin zu einer deutlichen Erweiterung der Bundesarbeit für die Basis der Gemeinden weiterzuentwickeln. Almut ermutigte die Gemeinden, stärker als bisher konkret auf junge Gläubige zuzugehen, um diese für einen vollzeitlichen Dienst zu gewinnen. Für Interessenten biete die Theologische Hochschule Elstal beste Voraussetzungen in der Ausbildung.

Von Tipps und Gemeindewachstum

Besonderen Wert legte die Ratsversammlung dieses Mal auf den Erfahrungsaustausch untereinander. In den Berichten aus den Gemeinden drückte sich die Vielfalt des gelebten Glaubens aus. Die Gemeinde Alzey informierte über eine persisch-sprachige Gruppe in ihrer Gemeinde, die ein KI-unterstütztes Übersetzungsprogramm nutzt, ein Beispiel, das auch bei weiteren Gemeinden auf Interesse stieß. Aus Bad Kreuznach war zu erfahren, dass die Gemeinde dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert und aufgrund von Wachstum im Bereich Kinder- und Jugendarbeit nach einem größeren Gebäude sucht. Die Credogemeinde in Remagen und die Gemeinde Bendorf verabschiedeten sich, da sie künftig einer anderen Region angehören werden. Aus der EFG Bendorf war noch zu erfahren, dass die Gemeinde bis vor kurzem drohte, altersbedingt „auszusterben“. Seit kurzem haben es sich jedoch vier junge Christen zur Aufgabe gemacht, die Gemeinde neu zu beleben. Daher der Appell aus der Gemeinde: „Betet für Bendorf!“ Auch in der EFG Ingelheim wurde ein Veränderungsprozess gestartet. Die Kinder- und Jugendarbeit wächst, allerdings fehlt es an jungen Erwachsenen. Gute Nachrichten gab es ebenfalls aus der EFG Worms am Rhein. Dort gab es positive Erfahrungen mit gästeorientierten Veranstaltungen, indem die Gemeinde zielgruppenorientierte Gottesdienste anbot. Auch die Jugendgruppe wächst kontinuierlich.

Wachstum und Erweiterung erlebt auch die EFG Osthofen. Nach drei Jahren Bauzeit konnten dort vor kurzem neue Räume eröffnet werden. Von sonntäglich 100 bis 120 Gottesdienstbesuchern konnte die Gastgebergemeinde Mainz berichten. Unter ihren Gläubigen gibt es zudem eine große Gruppe iranischer Christen, die derzeit vor allem von der aktuellen politischen Situation bewegt sind.

Saarbrücken hat sich im Laufe des Jahres dazu entschieden, „Willkommensgemeinde“ zu werden, nachdem es über das Thema Umgang mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen einige Austritte gegeben hatte. Die Gemeinde steht nun vor finanziellen Herausforderungen und hat außerdem andere Räume bezogen. Dennoch lautet ihr Jahresthema zuversichtlich „Wie im Himmel“.

Harmonischer Abschied und Neubeginn

Der Landesverband Südwest gründete im September 2025 ein Starterteam, dessen Mitglieder – darunter auch Personen unter 30 Jahren – die Umsetzung der Strukturreform engagiert voranbringen. Ab September dieses Jahres ist beabsichtigt, eine Person für Gemeindeentwicklung und eine für Junge Gemeinden zu je fünfzig Prozent einzustellen. Damit liegt der Südwesten mit an der Spitze des Reformprozesses des Bundes.

Begonnen mit einem Gottesdienst voller Lobpreis endete die harmonische Ratstagung mit Abschlussgesang und Klavierbegleitung durch Pastor Mathis Hochhaus. Zurück bleibt der Eindruck, dass das „Haus Südwest“ für die Zukunft wohlbestellt ist.

]]>
news-3957 Wed, 15 Apr 2026 10:57:09 +0200 Es wächst schon – unerwartet anders und wunderbar vielfältig! Jan Vossloh https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/es-waechst-schon-unerwartet-anders-und-wunderbar-vielfaeltig Am 21. März fand die letzte Ratstagung des Landesverbands Baden-Württemberg in Karlsruhe statt. Am 21. März fand die letzte Ratstagung des Landesverbands Baden-Württemberg in Karlsruhe statt. Der Abschied von Gewohntem und Liebgewonnenem hatte an diesem Tag seinen Raum. Der Fokus lag aber auf dem Neuen, das bereits wächst. Ein Bericht von Jan Vossloh,  Pastor der EFG Urbach. 

Es wächst schon – unerwartet anders und wunderbar vielfältig! Unter diesem Zuspruch begrüßte die Leiterin des Landesverbands Baden-Württemberg, Renate Girlich-Bubeck, die ca. 100 Teilnehmenden zur letzten offizielle Ratstagung. In den letzten Jahren haben wir als Bund, Landesverband und Gemeinden den Boden für neues Wachstum vorbereitet. Wir haben unsere Strukturen umgegraben und dadurch unser Wurzelwerk ausgegraben und teilweise umgepflanzt. Erneuerung erzeugt Irritation. Christopher Rinke, Regionenkoordinator Süd, zeigte am Bild des Waldes auf, dass es manchmal notwendig ist, dass Altes zum Ende kommt. Innovation braucht Exnovation. Ebenso deutete er das Gleichnis Jesu vom Weizenkorn (Joh 12,24-26) so, dass Jesus selbst durch den Tod hindurchmusste, um Neues zu schaffen. Das ist eine implizite Aufforderung zu dem Weg einer entbehrungsreichen Nachfolge. Wir müssen auch Dinge loslassen lernen, auch das ist Nachfolge. Er gab uns die hoffnungsvolle Perspektive mit: „Aus einem gewachsenen Korn wird das Saatgut für die nächste Generation.“

Der Abschied von Gewohntem und Liebgewonnenem hatte an diesem Tag seinen Raum. Der Fokus lag aber auf dem Neuen, das bereits wächst. Mit den Regionalteams der drei Regionen Nord, Mitte und Süd wird die neue Struktur von UB25 mit Leben gefüllt und streckt schon ihre zarten Wurzeln in den vorbereiteten Boden. Unter der Leitung der beiden Referenten des Landesverbandes Thomas Greiner und Martin Englisch fanden am Nachmittag Workshops gezielt für die Regionen statt. Es war Zeit zum Kennenlernen und Hinhören, was in den Gemeinden der eigenen Region gut läuft und womit Gemeinden Not haben. Danach haben Thomas und Martin von den Delegierten eine Menge Wünsche und Anregungen für die Arbeit in den Regionen mitgenommen. Möge daraus auch neue Vernetzung und Hilfe für unsere Gemeinde entstehen. Holger Gohla stellte heraus, dass große Herausforderungen für Gemeinden auch in der neuen Struktur bestehen bleiben. Gemeinden sind oft gut ausgelastet. Es wird daher nicht alles gelöst, mit dem, was wir strukturell umsetzen können. Eine wichtige Hilfe ist die Vernetzung von Gemeinden untereinander und mit den Werken: Gemeindejugendwerk, Diakoniewerk, etc. – das ist nicht nur Hilfe bei Problemstellungen, sondern auch Quelle der Inspiration für die Gemeindearbeit.

Das neue Wachstum wurde am Ende real. Mit viel Tiefgang und Witz stellt Dirk Pusch das Jesus-Projekt Rottenburg vor. An dieser mit vielen Bildern aus der Flora versehenen Tagung fügte es sich organisch ein, dass das Jesus-Projekt seine Gottesdienste überwiegend in der Natur unter freiem Himmel feiert. Mit dieser Vorstellung wurde das sichtbar, was BEFG-Präsidentin Natalie Georgi in ihrem Grußwort an die Delegierten richtete: „Wir sind Gottes Mitarbeiter und ihr seid Gottes Ackerland“ (1. Kor 3,9).

An dieser Tagung durften wir sehen, dass wir alle Gottes Mitarbeiter sind, mit unterschiedlichen Begabungen, aber einig im Ziel wie Renate Girlich-Bubeck betonte: Zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen. Unser Ländle wird in Zukunft anders aussehen. Unerwartet anders. Bei aller Ungewissheit und offenen Fragen habe ich aber die Gewissheit, dass wir fähige Menschen in unseren Regionalteams haben, die gut von unserem Bund begleitet werden. So wird gesät und gegossen. Es ist deshalb das Gebetsanliegen für unsere drei Regionen mit 80 Gemeinden, dass Gott das Wachstum schenkt. Wunderbar vielfältig.

 

]]>
news-3956 Tue, 14 Apr 2026 15:39:50 +0200 Gebet für den Libanon Matthias Dichristin https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gebet-fuer-den-libanon Der BEFG bittet seine Gemeinden um Gebet für die aktuelle Situation im Libanon. Die Lage im Libanon verschärft sich zunehmend: Die Kriegshandlungen erreichen inzwischen auch das Zentrum von Beirut, zahlreiche Familien sind auf der Flucht. Lokale Partnerorganisationen von German Baptist Aid leisten unter schwierigen Bedingungen humanitäre Hilfe – von Notunterkünften über medizinische Versorgung bis hin zu psychosozialer Unterstützung. Der BEFG bittet seine Gemeinden um Gebet für die aktuelle Situation und die betroffenen Menschen. Matthias Dichristin, Koordinator von German Baptist Aid, berichtet.

Am Dienstag, dem 14. April, fanden zum ersten Mal direkte Gespräche zwischen politischen Vertretungen aus Israel und dem Libanon statt. Im Außenministerium der USA haben sich die libanesische Botschafterin und ihr israelischer Kollege getroffen. Ein historischer Moment, der deutlich macht, wie dramatisch die Lage im Nahen Osten ist.

(Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/gespraeche-libanon-israel-100.html)

Bereits vor Ostern haben unsere Projektpartner von Thimar (www.thimar.org) im Libanon zu einem Online-Gebetstreffen eingeladen, an dem 100 Menschen aus der ganzen Welt teilgenommen haben. Christoph Stiba und ich waren für unseren Bund bei dem Treffen dabei. Immer wieder betonen unsere Geschwister im Libanon, wie wichtig es ist, dass wir als Gemeinden in Deutschland an ihrer Seite stehen, für sie beten und dadurch eine Ermutigung sind. Eine Mitarbeiterin von Alia Abboud, die als Leiterin vor Ort seit vielen Jahren mit uns verbunden ist, schreibt nun nach Ostern, dass die Situation deutlich eskaliert ist: „Der 8. April markiert einen der härtesten Tage in diesem Konflikt mit Raketenangriffen, bis ins Zentrum von Beirut. In einem Umkreis von vier Kilometern rund um die Baptistische Schule in Beirut (BBS) sind mehrere Geschosse eingeschlagen, manche nur zwei Häuserblocks entfernt.“ Ein Mitarbeiter der Schule schreibt uns am 8. April, dass „die Situation hart ist. Unsere Leute sind der Gefahr ausgeliefert und über ihre Grenzen hinaus angespannt. Dennoch versuchen wir unser Bestes, um auf die Not zu antworten und für die Menschen, um uns herum da zu sein. Wir wissen, dass wir das alleine nicht tragen können und bitten um eure Gebete.“###3_IMAGES###An der BBS und am Arabisch Baptistischen Theologischen Seminar (ABTS) sind seit vielen Wochen Familien untergebracht, die ihr Zuhause verlassen mussten. Für diese Notversorgung konnten wir aus der Katastrophenhilfe des deutschen Bundes bereits 50.000 Euro zur Verfügung stellen. Auch das von uns unterstützte Bildungsprojekt Tahaddi berichtet davon, wie Nothilfe passiert: Tausende Decken, Kissen, Matratzen und Nahrungsmittel wurden verteilt. Viele Menschen haben medizinische Nothilfe erfahren. Über die Arbeit des Projektes SKILD, das Kinder mit Beeinträchtigungen und deren Familien unterstützt wird in diesen Kriegstagen ausgedehnter psychosozialer Beistand geleistet: Ausgebildete Therapeutinnen helfen Kindern und Angehörigen in Einzel- und Gruppensitzungen mit den erlebten Traumata umzugehen.

Das Projekt Tahaddi erhält mit 60.000 Euro im Jahr die größte finanzielle Unterstützung von German Baptist Aid. Insgesamt helfen wir mit mehr als 200.000 Euro pro Jahr im Libanon.

Gebetsanliegen von unseren Partnern aus dem Libanon:

  • Für das Team der BBS und alle Schülerinnen und Schüler mit ihren Familien: Dass Gott sie beschützt und sie den vertriebenen Familien helfen können.
  • Für die vielen Gemeinden, die in ihrem Umfeld nun auf die Not antworten: Mögen sie weiter mit Mitgefühl ausgestattet sein und die Hoffnung, die wir in Christus haben, teilen.
  • Für das ABTS: Dass es ein Ort der Zuflucht der Würde und des Friedens für die Vertriebenen sein kann.
  • Für die psychologische Unterstützung durch das Team von SKILD, das Trost und Stabilität inmitten der Unruhe ermöglichen kann.

Wir bitten Gott um Frieden und halten Fürbitte für alle vom Krieg betroffenen Menschen in der Region, insbesondere für die Zivilbevölkerung auf allen Seiten des Konflikts.

]]>
news-3953 Wed, 01 Apr 2026 20:19:50 +0200 Zimmermann: Der eine Herr verbindet uns Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/zimmermann-der-eine-herr-verbindet-uns Dr. Maximilian Zimmermann wurde als neuer Generalsekretär des BEFG eingeführt. Er folgt auf Christoph Stiba. Pastor Dr. Maximilian Zimmermann wurde am 1. April als neuer Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) eingeführt. Er ist der Nachfolger von Pastor Christoph Stiba, der nach 13 Jahren aus diesem Amt verabschiedet wurde. Mit einem festlichen Gottesdienst und einem anschließenden Empfang wurde die Staffelübergabe begangen. Zimmermann hob die Bedeutung der Einheit im Glauben hervor, die gerade in Zeiten der Polarisierung wichtig sei.

In seiner Ansprache stellte Dr. Maximilian Zimmermann die geistliche Grundlage des Gemeindebundes in den Mittelpunkt: „Es ist der eine Herr, in der Mitte unserer 767 Ortsgemeinden, der uns zusammenschließt. Und es ist der eine Geist, der uns verbindet – in aller Verschiedenheit.“ Diese Einheit sei nicht in erster Linie organisatorisch hergestellt, sondern geistlich begründet. Auftrag des BEFG sei es, diese geistliche Verbundenheit immer wieder neu sichtbar zu machen.

Auch mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen unterstrich Zimmermann die Bedeutung von Verbundenheit: „Ein Geschenk und eine große Chance ist es, dass es in Zeiten des Auseinanderdriftens Institutionen gibt, die genau das Gegenteil wollen: nämlich verbinden. Und genau das wollen wir, denn wir sind ein Bund – und ein Bund liebt es, zu verbinden.“ Diese Perspektive gelte ausdrücklich auch über die eigene Freikirche hinaus: „Wir wollen und können uns unseren Weg gar nicht anders vorstellen als in der Verbindung mit den anderen christlichen Kirchen, Werken, Gemeinden.“

Der bisherige Generalsekretär Christoph Stiba blickte dankbar auf seine Amtszeit zurück: „Ich habe meinen Dienst gerne und mit Freude getan.“ Der BEFG sei für ihn ein Bund, den man „liebhaben“ müsse – trotz aller Herausforderungen, die das Amt des Generalsekretärs mit sich bringe. Zugleich betonte er den gemeinsamen Auftrag der Gemeinden: „767 Gemeinden, die ein Ziel verfolgen: den christlichen Glauben zu leben, Menschen mit dem christlichen Glauben bekannt zu machen und etwas von der Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes in unsere beängstigend polarisierte und friedlose Zeit hineinzuleben.“ Gemeinde könne ein „Hoffnungsort“ sein, an dem sichtbar werde, was Nachfolge Jesu bedeute.

Die Predigt im Festgottesdienst hielt BEFG-Präsidentin Natalie Georgi. Ausgehend von 5. Mose 31 zog sie eine Linie von der biblischen Staffelübergabe zwischen Mose und Josua zur aktuellen Situation im BEFG: „Personen wechseln, aber die Zusage Gottes bleibt die Konstante. Wir müssen die Zukunft nicht fürchten, denn Gott ist ein Gott, der uns immer schon einen Schritt voraus ist.“ Zugleich betonte sie mit Blick auf das Selbstverständnis des Bundes: „Die Selbstständigkeit der Gemeinde ist unser Schatz, aber die Verbundenheit im Bund ist unsere Stärke.“###3_IMAGES###In den Grußworten wurde das Wirken des bisherigen Generalsekretärs breit gewürdigt und dem neuen Generalsekretär wurden gute Wünsche mit auf den Weg gegeben. Der Vorsitzende und die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) gestalteten ihre gemeinsame Rede mit vielen Sportmetaphern. So bezeichneten Reverend Christopher Easthill und Dr. Verena Hammes Christoph Stiba als „Spielmacher“, der das ökumenische Miteinander geprägt habe: Er habe „nicht den Ball im Alleingang ins Tor gebracht, sondern durch präzise Pässe das Zusammenspiel gestärkt“ und als „Brückenbauer“ den BEFG fest in die Gemeinschaft der Kirchen eingebunden. Mit Maximilian Zimmermann komme nun „frische Energie“ in das Amt. Er habe „das Zeug zum Spielgestalter“ und bringe den nötigen „Drive“ sowie „ökumenisches Fairplay“ mit. Für die Zusammenarbeit in der ACK sei entscheidend: „Er läuft nicht allein“ – vielmehr setze er auf gemeinsames Handeln in der ökumenischen Bewegung. Man freue sich auf die „ersten gemeinsamen Spielzüge“ und eine weiterhin enge Zusammenarbeit.

Auch von der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) wurde Zimmermanns Amtsantritt ausdrücklich begrüßt. EBF-Generalsekretär Alan Donaldson erklärte: „Es war eine Freude, Max vor einigen Monaten kennenzulernen und ihn nun in dieser neuen Rolle willkommen zu heißen.“ Die EBF sehe in seiner Berufung „einen wichtigen Schritt an einem entscheidenden Punkt im Dienst der baptistischen Familie in Deutschland“. Für seinen Dienst wünsche man ihm „Weisheit, Kraft und Frieden“. 

Jochen Geiselhart, Vizepräsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), würdigte den Wechsel als starkes Zeichen der Kontinuität im Miteinander der Kirchen. 

Eine besondere Perspektive brachte auch Bischof Emanuel von Christoupolis von der griechisch-orthodoxen Kirche ein. Er knüpfte an den Namen des scheidenden Generalsekretärs an und deutete „Christoph“ als „Christusträger“. So habe er Christoph Stiba stets wahrgenommen und erlebt. Er würdigte ihn als „Brückenbauer und engagierten Christen“. Mit Blick auf den neuen Generalsekretär betonte er, dass er sich auf die Zusammenarbeit sehr freue. Mit einem Augenzwinkern fügte der Bischof hinzu, er sei ebenso bereit, Maximilian Zimmermann die Orthodoxie nahezubringen, wie er es bei dessen Vorgänger gewesen sei. Deutlich wurde dabei auch sein Eindruck vom BEFG insgesamt: In diesem Haus sei spürbar, dass Ökumene ein Herzensanliegen ist – und bleiben müsse.###3_IMAGES###Das Bild der Staffelstabübergabe wurde gerne in den Grußworten aufgenommen. Die Rektorin der Theologischen Hochschule Elstal, Prof. Dr. Andrea Klimt, beschrieb die Situation als Spannung zwischen Veränderung und Kontinuität. Sie dankte Christoph Stiba für seine umsichtige Leitung, seinen Weitblick und seine Unterstützung der Hochschule. Zugleich würdigte sie Maximilian Zimmermanns Engagement während seiner Zeit als Professor an der Hochschule und seine Verbundenheit mit den Studierenden und dem Kollegium. Mit Blick auf beide formulierte sie eine geistliche Zusage, die zugleich Herausforderung sei: „Ihr seid Diener Christi! Nicht mehr und nicht weniger.“

Samuel Fischer, stellvertretender Werksleiter vom Forum Wiedenest, erinnerte an die vielfältigen Berührungspunkte vom Forum Wiedenest und dem BEFG in Mission, Ausbildung und Gemeindearbeit. Über Maximilian Zimmermann, der bis 2022 an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest unterrichtet hatte, sagte er: „Wir haben dich als jemanden kennengelernt, der mit großer Leidenschaft Projekte vorantreibt, der aber vor allem auch Menschen gewinnen und zusammenführen kann.“ Gerade diese Fähigkeit sei in einer Zeit wichtig, in der vieles auseinanderdrifte. 

Auch Henrik Otto vom Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) brachte in seinem Grußwort die enge Verbundenheit der beiden Gemeindebünde zum Ausdruck, in der man weit mehr teile als nur den ähnlichen Namen. Diese Nähe sei geprägt von gemeinsamem Glauben und einem ähnlichen Verständnis von Bund und Gemeinden. Otto würdigte Christoph Stiba nicht nur als profunden Kenner kirchlicher Leitungsarbeit und Strukturen, sondern vor allem als „guten und wohlwollenden Freund“. Mit Blick auf Maximilian Zimmermann zeigte sich Otto erwartungsvoll und zuversichtlich. Er habe ihn als klaren Denker und zugängliche Persönlichkeit wahrgenommen, von der wichtige Impulse für die Zukunft des Bundes zu erwarten seien.###3_IMAGES###Die Wertschätzung für den Dienst im Generalsekretariat wurde nicht nur in vorbereiteten Grußworten, sondern auch in einer offenen Zeit während des Gottesdienstes deutlich. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, Christoph Stiba und Maximilian Zimmermann spontan Worte des Dankes und Segens mitzugeben. Unter ihnen waren auch Stibas Vorgängerin im Amt, die ehemalige Generalsekretärin Regina Claas, sowie Elke Müller, Vorstandsvorsitzende der Freikirchen.Bank.

Der Gottesdienst wurde von Volker Bohle, dem Stellvertreter der Präsidentin, moderiert. Er stellte den Tag unter das Wort der Herrnhuter Losung: „Ich will dir danken in großer Gemeinde; unter vielem Volk will ich dich rühmen.“ Dieses Wort lenke den Blick „vom Einzelnen hin zur Gemeinschaft“ und bringe zum Ausdruck, was den Tag präge: „Wir danken unserem Gott für das, was gewesen ist – und richten zugleich unseren Blick nach vorn.“ Im Übergang von Christoph Stiba zu Maximilian Zimmermann werde deutlich, dass der gemeinsame Weg des Bundes getragen sei von Gottes Gegenwart: „In seiner Gegenwart dürfen wir loslassen und gleichermaßen neu beginnen.“

 

]]>
news-3954 Tue, 31 Mar 2026 14:30:00 +0200 Jenseitsvorstellungen Maximiliane Kedaj https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/jenseitsvorstellungen Am 9. und 10. März fand der Konvent der Klinik- und Heimseelsorgenden im BEFG statt. „Was glauben Sie, was nach dem Tod kommt? Wie soll ich mir das vorstellen?“ – Diese Fragen werden in verschiedenen Variationen bei der Seelsorge im Krankenhaus, Heim und Hospiz gestellt. Mit dem Tod verbinden Menschen Hoffnungen, aber auch Ängste und jede Person bringt eine etwas andere Vorstellung davon mit, was einen jenseits des Sterbens erwarten könnte. Der Konvent der Klinik- und Heimseelsorgenden im BEFG griff dieses Thema vertiefend auf.

Am 9. und 10. März trafen sich die Klinik- und Heimseelsorgenden zum Austausch, zur Vernetzung und zur Fortbildung zum Thema  „Eschatologie – Jenseitsvorstellungen und Seelsorge“. Eschatologie ist die Lehre von dem, was nach dem Tod und nach dem Weltende kommt. 

Referent Prof. Dr. Ralf Dziewas gab einen gründlichen Überblick darüber, was die Bibel zu Jenseitsvorstellungen hergibt. Danach stiegen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die seelsorgerliche Praxis ein und beschäftigten sich  mit Jenseitsvorstellungen beschäftigten, die ihnen dort begegnen: Von der Vorstellung vom Paradies und einem Wiedersehen jenseits des Todes über Hölle und Wiedergeburt bis hin zur Verwesung. Es entstand ein reger Austausch zu den Erfahrungen und den Herausforderungen im Gespräch mit Menschen unterschiedlicher Prägungen und Vorstellungen aber auch darüber, wie eigene, christliche Jenseitsvorstellungen ins Gespräch gebracht werden können.
 
Den thematischen Abschluss bildete ein Vortrag zur Universaleschatologie, nachdem der Fokus bisher vor allem auf dem für die Seelsorge relevanten Schicksal des einzelnen Menschen lag. 

Mit neuen Gedanken, gestärkt durch die inhaltliche Beschäftigung, den kollegialen Austausch, geistliche Impulse und die Gemeinschaft kehrten alle Beteiligten in die Einrichtungen vor Ort zurück.

 

]]>
news-3949 Thu, 19 Mar 2026 10:30:36 +0100 „Christsein in einer nichtchristlichen Welt“ Anja Pallasch https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/christsein-in-einer-nichtchristlichen-welt Vom 25. bis 28. Februar hat der Konvent der Diakone und Diakoninnen in Elstal getagt. Vom 25. bis 28. Februar hat der Konvent der Diakone und Diakoninnen in Elstal getagt. Diakonin Anja Pallasch, Mitglied der Konventleitung, war dabei und berichtet. 

Einmal im Jahr trifft sich eine bunte Truppe aus unserem Bund: Krankenhausseelsorger und Jugenddiakoninnen, Studierende aus dem Master-Studiengang Diakonie und Sozialtheologie, Gemeindediakoninnen und Verantwortliche aus Diakoniewerken. Die Berufsbilder sind vielfältig, aber: Sie alle sind Diakoninnen und Diakone und sind verbunden durch ihren gemeinsamen diakonischen Auftrag.

Das Thema des Konventtreffens war in diesem Jahr „Christsein in einer nichtchristlichen Welt“. In mehreren Vorträgen wurden verschiedene Aspekte dazu beleuchtet, wie das Übersetzen des Evangeliums für eine säkularisierte Welt. Ein durch Krankheit kurzfristig ausgefallener Vortrag wurde spontan durch spannende Diskussionen in Kleingruppen ersetzt.

Bei einer Exkursion konnte die Baptistenkirche in Berlin-Wedding und ihre spannenden Projekte besichtigt werden, in denen Diakonin Mirjam Ekelmann tätig ist. Neben der Fortbildung stand auch die Konventversammlung auf dem Plan: Eine neue Konventleitung wurde gewählt und der Haushalt für dieses Jahr wurde verabschiedet. Dabei wurde auch beschlossen, die Diakonissen des Gesundheitswerks Bethel Berlin erneut finanziell zu unterstützen. Deren langjähriger Rechtsstreit mit dem Werk, auch ihr Lebensende in Würde verbringen zu können, ist dieses Jahr endlich erfolgreich gewesen. Es sind aber immer noch Anwaltskosten offen, zu denen die Konventversammlung einen Teil beigesteuert hat, sind die Diakonissen doch die Vorgängerinnen des heutigen Konvents.

Die Konventleitung hat bei ihrer ersten Sitzung Susan Jose zur 1. Vorsitzenden gewählt. Außerdem gehören zur neuen Konventleitung: Anja Pallasch, Pauline Burkhardt, Matthias Heyde und Almut Siodlaczek. 

]]>
news-3948 Thu, 19 Mar 2026 09:23:57 +0100 Ein würdiger Abschluss – und ein neuer Anfang Jonathan Walzer https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ein-wuerdiger-abschluss-und-ein-neuer-anfang Am 14. März fand die letzte Ratstagung des Landesverbands Bayern statt. Am 14. März fand die letzte Ratstagung des Landesverbands Bayern statt. Gastgeber war die EFG Landshut. Etwa 80 Personen waren gekommen, um dem Landesverband einen angemessenen Abschied zu ermöglichen.

José Luis Malnis, Pastor der Aviva-Arbeit im Landesverband, betonte in seiner Predigt, dass wir dazu berufen sind, ein Segen zu sein. Johan Drogt (EFG Straubing) und Jonathan Walzer (EFG Landshut) führten anschließend durch die Tagung, die viele als würdigen Abschluss der Landesverbandszeit sahen. In mehreren Anträgen wurde versucht, gute Voraussetzungen für die Arbeit in zukünftigen Regionen zu schaffen. Zudem wurde ein Antragsrecht für die Regionen im Bundesrat vorgeschlagen, das nun beim kommenden Bundesrat verhandelt werden kann. Das Ziel, die großen Finanzbestände des Landesverbands abzuschmelzen, ist weitestgehend gelungen. So konnten großzügig Projekte im Libanon, in Syrien, im GJW Bayern, in verschiedenen Gemeinden, mehrere Gemeindegründungsprojekte oder auch der Strukturprozess „UB25“ unterstützt werden. 

Christoph Bartels führte in den Zwischenstand von UB25 ein. Matthias Dichristin und Klaus-Peter Marquaß (Pastor i. R., Coburg), zeigten auf, wie es mit der Libanon-Partnerschaft weitergeht, die jetzt unter das Dach von German Baptist Aid überführt wird. 

Zum Schluss läuteten alle anwesenden ehemaligen Landesverbandsleiter den Landesverband mit einer symbolischen Glocke aus. Alle lebenden ehemaligen Leiter waren vom Landesverband Bayern als Ehrengäste eingeladen worden. Agnes Hofmann, die Tochter des ehemaligen Evangelisten Karlheinz Gromberg, motivierte mit emotionalen Worten die Anwesenden, das Wachsende im Reich Gottes zu suchen und zu fördern. 

Wir sind dankbar für die Gastfreundschaft der Gemeinde, das gute Miteinander untereinander und die positiven Voraussetzungen, die einen Start der Regionen in Bayern erleichtern sollten.

 

]]>
news-3946 Wed, 18 Mar 2026 12:39:48 +0100 Zwischen Sorge und Hoffnung Thomas Klammt https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/zwischen-sorge-und-hoffnung Das jährliche Treffen der Verantwortlichen für deutsch-persische Gemeindeentwicklung im BEFG stand am 12. und 13. März 2026 unter besonderen Vorzeichen. Das jährliche Treffen der Verantwortlichen für deutsch-persische Gemeindeentwicklung im BEFG stand am 12. und 13. März 2026 unter besonderen Vorzeichen: Seit Wochen hat sich die Situation im Iran zugespitzt und das löst bei den Menschen im Iran und im Exil zugleich Hoffnung und Sorge aus.

Die Leiterinnen und Leiter farsisprachiger Gruppen in den Gemeinden sind gleichermaßen betroffen wie herausgefordert, den Menschen Hoffnung und Trost in diesen Zeiten der Verunsicherung zu spenden. Da tat es gut, Zeit für Austausch und Gebet füreinander zu haben, und die Gastfreundschaft durch Pastorin Zohreh Niazi Vahdati in Dortmund zu genießen. Konkret arbeiteten wir daran, welche Botschaft wir zum persischen Neujahrsfest an die Gemeinden senden können, wie wir uns auf dem Bundesrat in Kassel im Mai präsentieren und welche Themen für die nächsten Online-Seminare (jeden letzten Montag im Monat) dran sind. Ein besonderes Seminarwochenende wird für Anfang Juni in Elstal geplant: „Balsam für die Seele“ soll den Teilnehmenden wertvolle Impulse zum Umgang mit Schmerz und Verunsicherung, Vergebung und Hoffnung vermitteln. Schließlich haben wir darüber beraten, wie die Arbeit der deutsch-persischen Gemeindeentwicklung in den neuen Strukturen des Bundes noch breiter aufgestellt werden kann. Dazu wird eine statistische Untersuchung und das Angebot von Impulstagen im nächsten Jahr geplant. Und wenn das Wunder geschieht, wollen wir bereit sein, die Gemeindeentwicklung in einem freien Iran zu unterstützen.

]]>
news-3944 Wed, 11 Mar 2026 12:00:00 +0100 Harzer Singtage mit dem Motto „Siehe, ich mache alles neu“ Marlis Büsching, Teilnehmerin https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/harzer-singtage-mit-dem-motto-siehe-ich-mache-alles-neu Zu den 21. Harzer Singtage, die unter dem Motto der Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ nach Wernigerode lockten, kamen etwa 50 Sangesfreudige. Die 21. Harzer Singtage von BEFG Musik fanden 2026 unter dem Motto der Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ statt. Etwa 50 Sangesfreudige waren dabei –  aus ganz Deutschland im Huberhaus nach Wernigerode.

He´ll lead us through - nein sie leitete uns hindurch, nicht durchs Wasser, sondern durch vier große Singeinheiten: Gesangspädagogin Sabine Heilmann, eine versierte Musikreferentin die uns 30 Frauen- und 18 Männerstimmen mit viel Schwung und Humor ungeahnte Töne, Zisch- und Summlaute entlockte und unter der Klavierbegleitung von Christian Hoffmann neues Liedgut aus dem Chorheft Deinetwegen sowie Bachs Lobet Gott in seinem Heiligtum einübte. Energiegeladen forderte sie uns heraus: „Stellt euch vor, was ihr da singt, hört aufeinander, schaut einander freudig an, bleibt locker und denkt nicht so viel!“. Der Chor durfte Unter deinem Angesicht im Gottesdienst der EFG Wernigerode die „Ernte mit acht frisch eingeübten neuen Liedern einfahren“, so Heilmann mit zufriedenem Seufzer, welche die Gottesdienstbesucher mit begeistertem Applaus quittierten, darunter den fröhlichen Kanon: Ich mach alles neu.

Welch ein Zeichen deiner Liebe - die gute Verpflegung des Huberhauses wurde durchweg gelobt, Burkhard Stein leitete uns durch Andacht und Abendsegen und eine Stadtführung durch die wunderschöne Fachwerkstadt Wernigerode rundete die Harzer Singtage ab. „Die Sonne geht auf. Die Sonne geht unter, das Morgenlicht leuchtet weiter in uns“, „ein Türöffner für Herz und Seele“, begeisterte sich Edith Becker, Sopranistin aus Veltheim, „dieses Lied begleitet nun nicht nur mich als fröhlicher Ohrwurm durch meinen Alltag. Habe das Lied gleich gestern im Kindergarten ausprobiert“. 

„Deinetwegen“ neue Lieder für Chöre und Gemeinden, Verlag Singende Gemeinde – Blessings 4 You GmbH, Stuttgart 2025 hier

]]>
news-3942 Mon, 02 Mar 2026 14:11:24 +0100 Praxisnahes Studium: Damit Gemeinden fit für die Zukunft bleiben Tom Goeller https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/praxisnahes-studium-damit-gemeinden-fit-fuer-die-zukunft-sind Es ist bewährte Tradition, zu Ostern die Theologische Hochschule Elstal mit einer Spende zu unterstützen, ob persönlich oder mit der Osterkollekte in der Gemeinde. Danke dafür! Es ist seit 1959 eine bewährte Tradition, zu Ostern die Theologische Hochschule Elstal mit einer Spende zu unterstützen, ob individuell oder mit der Osterkollekte in der Gemeinde. Im Theologiestudium erwerben die Studentinnen und Studenten Kompetenzen, mit denen sie später Gemeinden missionarisch und diakonisch verändern oder begründet und ganz bewusst Altbewährtes bewahren können. 

Dafür spenden

An der Theologischen Hochschule Elstal wird es ab Oktober den neuen Master-Studiengang „Theologie und innovative Gemeindeentwicklung“ geben. „Er ist besonders als Angebot für Interessierte aus freikirchlichen Gemeinden konzipiert und kann auch studiert werden, während man berufstätig ist“, erklärt Ralf Dziewas, Professor für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie an der TH Elstal. Ermöglicht werde dies „durch eine Mischung aus Onlinestudium, eigenständigem Lernen, Praxis vor Ort sowie einzelnen Präsenzwochen“. Nach dem Abschluss sei eine Ordination in den pastoralen oder diakonischen Dienst möglich. 

„Zielgruppe sind Personen, die in Gemeinden aktiv sind, und sich für eine berufliche Tätigkeit im Gemeindekontext weiterbilden wollen“, erläutert Dziewas weiter. Voraussetzung: ein vorheriger Studienabschluss in einem anderen Fach als Theologie. Neben dem Eintauchen in Bibel und Theologie lege der Studiengang einen Schwerpunkt auf Innovation: Wie können Gemeinden fit für die Zukunft gemacht werden? Wie kann man neue Formen christlicher Gemeinschaften und Gemeinden gestalten? Dziewas verweist darauf: „Auch Handwerkszeug für Gemeindegründungen wird von erfahrenen Praxispartnern vermittelt.“

„Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden fördert und begleitet bereits seit längerem zahlreiche Gemeindegründungsprojekte in Deutschland, um Wege zu Menschen zu finden, die neue Formen des Glaubens suchen“, ergänzt Christoph Stiba, Generalsekretär des Bundes.

„Besonders schätze ich die praxisnahe Vorbereitung auf die Arbeit in Gemeinde und Diakonie“, lobt etwa die Studentin Annegret Lewin. Um diese für die Gemeinden gewinnbringende praxisorientierte Richtung vermitteln zu können, bedürfe es ständig weiterer Investitionen, betont Volker Springer, kaufmännischer Geschäftsführer des Bundes. Und bittet deshalb um Spenden für die TH Elstal. 

Denn auch die rasante technische Entwicklung sowie neue Gewohnheiten von Menschen werden an der TH Elstal aufgegriffen. Die digitale Verkündigung der Botschaften Jesu ist längst Realität, wissen Lehrende und Studierende gleichermaßen zu berichten. Im Unterricht zum Beispiel bringt der technische Fortschritt Pauline Burkhardt ganz konkret weiter: „Als alleinerziehende Mutter sind die hybriden Möglichkeiten der TH Elstal für mich ein wirklicher Segen. Ich kann sowohl in Präsenz als auch von Zuhause an den Vorlesungen teilnehmen. Für eine flächendeckende, stabile und nutzerfreundliche Umsetzung braucht es jedoch kontinuierlich Mittel. Wer heute in Hybridlehre investiert, stärkt Menschen in besonderen Lebenssituationen den Rücken.“

Gleiches gilt für die Teilnehmer an den offenen Lehrveranstaltungen für die Gemeinden. Pastorin Katrin Laug aus Gelsenkirchen etwa besuchte vergangenes Semester als virtuelle Gasthörerin die Vorlesung „Herausforderungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“: „Die Online-Teilnahme an der Vorlesung gab mir die Möglichkeit, mich mit einem konkreten Thema tiefer zu beschäftigen, für dessen Ausarbeitung ich in meinem alltäglichen Gemeindedienst sonst keine Kapazitäten habe. Ich habe die Vorlesung als fachlich fundiert und gut verständlich erlebt und der Praxisbezug wurde durch den Austausch miteinander deutlich“, lobt die Pastorin dieses Angebot. 

Wer immer sich aus einer Gemeinde für theologische Fragen interessiere, könne online zugeschaltet werden oder sich künftig manche Lehrveranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt als Video ansehen, macht Dziewas auf die neuen Angebotsarten aufmerksam. „Das ist besonders für Ehrenamtliche interessant“, ist er überzeugt. Eine jener Ehrenamtlichen Gasthörerinnen ist Andrea Kroneisl, Diakonin einer österreichischen Baptistengemeinde. Sie nahm kürzlich an einer Vorlesung über das Alte Testament teil: „Das ist so genial, dass man auch von Wien aus als Gasthörer teilnehmen kann! Es macht Spaß, die Ideen und Überlegungen der jungen Leute zu hören, und es gibt so viel Neues, das ich lerne“, begeistert sich die Wienerin. 

Bei allen Neuerungen ist es dem Studierenden Alexander Hämmerling jedoch auch wichtig, zu betonen: „Für mich ist die TH Elstal der Inbegriff von theologischer Weite und ein Ort, an dem der Glaube hinterfragt, gefordert und gefördert wird. Gleichzeitig laden die Lehrenden und der Unterricht dazu ein, immer auf die Mitte, auf Jesus, zu schauen.“ Ähnlich sieht es Kaspar Hollmann. Er studiert an der TH Elstal, „weil man hier denken darf und nicht theologisch oder philosophisch bevormundet wird.“

Und Kathryn Powell ist dankbar für ihr Studium an der TH Elstal, denn hier habe sie „lebendige Theologiekurse erlebt“, mit Kommilitonen und Professoren, „die in der Praxis verwurzelt und vom Evangelium geprägt“ seien. „Ich kann hier in einem baptistischen Kontext studieren, mich mit anderen aus der Konfession vernetzen und mich auf meinen zukünftigen Dienst und meine Gemeindearbeit vorbereiten. Und das alles mit einer guten Portion Freude.“

Es sei seit Jahrzehnten eine bewährte Tradition, mit einer Osterspende die Theologische Hochschule Elstal zu unterstützen, erinnern Stiba und Springer. Sie sei eine Hochschule im Wandel, die gezielt in moderne Lehrformate und technische Infrastruktur investiere, damit die künftigen Pastoren und Pastorinnen sowie Diakone und Diakoninnen praxisnah in den Gemeinden wirken können, betonen beide. Genau dafür brauche die Hochschule weiter Unterstützung. Deshalb bitten Stiba und Springer wieder darum, die Theologische Hochschule Elstal zu Ostern mit einer besonderen Spende zu bedenken.

 

 

]]>