Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland https://www.befg.de Die Nachrichten aus dem Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden de-de Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Fri, 19 Jul 2024 12:11:53 +0200 Fri, 19 Jul 2024 12:11:53 +0200 TYPO3 EXT:news news-3704 Thu, 04 Jul 2024 11:48:06 +0200 „Wie eine Aussichtsplattform“ Agnes Hofmann /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wie-eine-aussichtsplattform Rund 30 Pastoren und Pastorinnen sowie ihre Ehepartner trafen sich vom 17. bis 20. Juni in Weltersbach zur Tagung für Ordinierte Mitarbeitende vor dem Übergang in den Ruhestand. Rund 30 Pastoren und Pastorinnen sowie ihre Ehepartner trafen sich vom 17. bis 20. Juni in Weltersbach zur Tagung für Ordinierte Mitarbeitende vor dem Übergang in den Ruhestand. Teilnehmerin Agnes Hofmann ist mit einem Pastor verheiratet. Hier berichtet sie, dass sie die „Tagung wie eine Aussichtsplattform“ in die kommende Lebensphase erlebt hat.

Wir alle, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung, sind in einer ähnlichen Ausgangslage: Wir – oder wie in meinem Fall: unsere Partner – sind zwei Jahre bis einige Monate vor der Beendigung des vollzeitlichen Dienstes. Was macht das mit uns? Was ist zu bedenken, wenn es in Richtung Rente geht? In diesem Sinne war die Tagung wie eine Aussichtsplattform. Ein Innehalten und sich nach allen Seiten umschauen. Da gab es erst einmal ausführlich Zeit für den Blick zurück. Einen ganzen Vormittag lang gab es die Möglichkeit, sich in kleiner Runde gegenseitig mitteilen, wie wir aus dem „Pastorendasein“ kommen. Was nehmen wir mit?  Was kann und was muss losgelassen werden?  Was ist bis jetzt nicht möglich gewesen oder zu kurz gekommen? Sofort waren Nähe und Verständnis da. Niemand musste sich lange erklären – gemeinsam seufzen und sich freuen war einfach gut. 

Dann gab es Zeit für den Blick nach vorne. Der Austausch über Pläne und Träume hatte Platz, ebenso wie viele Ideen zur nachberuflichen Lebensphase. Reicht das Einkommen? Sind weitere Einsatzgebiete, auch Verdienstmöglichkeiten im Gemeindekontext denkbar? Wie grenzt man sich ab? Was wird neu möglich?  Zu diesen Fragen war der Talentscout unseres Bundes Samuel Holmer da, denn Talente waren bei der Tagung zuhauf vertreten. 

Und dann war Zeit für die Bestandsaufnahme. Welche Wendepunkte und veränderten Einstellungen sind dran?  Was ist jetzt bewusst zu gestalten, zu sortieren, zu beantragen? Mir gefiel das Bild von einem landenden Flugzeug, um die Zeit vor der Rente noch mal zu unterteilen in Flug, Sinkflug, Landung, Ausrollen. Da konnte ich mich genauer verorten. Udo Hermann, der Leiter des BEFG-Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde, gab dazu wichtige Renteninformationen, die vor der Antragsstellung beachtet werden müssen. Jutta und Dieter Teubert und Inge und Peter Krusemark brachten liebevoll vorbereitete Impulse.

In der Gruppe kameradschaftlich auf die neue Lebensphase zuzusteuern und dabei gemeinsam viel zu lachen, zu weinen, Sorgen zu teilen, zu seufzen und Informationen aufzusaugen, war eine gute Zeit. In allem wurde eine wohltuende Würdigung des Dienstes auch zusätzlich ausgedrückt in einem Essengehen und kulturellem Leckerbissen. Für mich als Partnerin, die noch nicht in Rente geht, war es sinnvoll, dabei zu sein. Ich konnte meinen Mann erleben in seinem Prozess, mich selbst mit anderen Partnerinnen austauschen, und wir konnten als Paar gemeinsam auf dieser Aussichtsplattform sein. Vielen Dank!

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news-3703 Thu, 04 Jul 2024 11:13:45 +0200 Miteinander für das Gute einstehen Jasmin Jäger /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/miteinander-fuer-das-gute-einstehen Der BEFG-Fachkreis Christen und Muslime war zu Gast bei der Deutschen Islam Akademie in Berlin. Der BEFG-Fachkreis Christen und Muslime war zu Gast bei der Deutschen Islam Akademie in Berlin.

„Ein Ziel des Fachkreises Christen und Muslime ist es, interreligiöse Begegnungen zu fördern und mit Muslimen in den Dialog zu treten“, so Fachkreiskoordinator Thomas Klammt. Am 13. Juni bot sich den Mitgliedern des Fachkreises die Gelegenheit dazu. Sie waren zu Gast bei der Deutschen Islam Akademie in Berlin. Die Akademie gehört keiner Moschee oder lokalen Gemeinde an, Menschen aus unterschiedlichen religiösen und nichtreligiösen Kreisen kommen hierher, berichtete Imam Ender Cetin, der den Fachkreis herzlich in den Räumen der Akademie in Berlin begrüßte.

Gemeinsam mit Sümeyye Khan und Levent Yükcü, die in Projekten der Akademie mitarbeiten, stellten sich alle gegenseitig vor. Dabei zeigte sich, dass die Vertreterin und die Vertreter der Deutschen Islam Akademie bisher wenig Berührungspunkte mit Freikirchen und Baptisten hatten. BEFG-Präsidiumsmitglied Volker Bohle erläuterte die Struktur des freikirchlichen Bundes, für den beispielsweise typisch ist, dass Gemeinden selbstständig über ihre Gemeindearbeit vor Ort entscheiden und sich zudem auch selbst finanzieren. Auch in muslimischen Gemeinden sei so ein selbstbestimmtes Handeln üblich, so Ender Cetin „Uns ist es ein Anliegen, miteinander für die demokratischen Werte und das Gute in unserer Gesellschaft einzustehen und sich dafür zu engagieren“, betonte Bohle. Dafür sei es notwendig, dass Christen und Muslime miteinander sprechen.

Begegnung und Dialog ständen bei der Deutschen Islam Akademie im Mittelpunkt, so Ender Cetin. Er arbeitet als Seelsorger in Gefängnissen und ist in dem Schulprojekt „Meet2Respect“ aktiv, wo er zusammen mit einem Rabbiner in Schulen für gegenseitiges Verständnis und Respekt wirbt. Darüber hinaus biete die Akademie regelmäßige Veranstaltungen zu Themen wie Antisemitismus oder Rassismus und Workshops, in denen Interessierte muslimisches Leben kennenlernen können („Islam Ouside The Box“) an, so Sümeyye Khan. Ein Weg und eine Chance für den Dialog sei es, sich auf Gemeinsamkeiten zu berufen und persönliche Begegnungen in den Vordergrund zu stellen. Denn die religiöse Überzeugung sei, so Fachkreismitglied Schirin Wiesand, ein Merkmal, das einen Menschen ausmache. „Wir wollen Menschen muslimischen oder christlichen Glaubens nicht allein auf dieses Merkmal festlegen, sondern darüber hinaus Gemeinsamkeiten finden und Kooperationen ermöglichen.“ Gemeinsam waren sich alle einig: Sie wollen weiterhin das Gespräch suchen und ein demokratisches Miteinander fördern – gemäß Martin Luther Kings Traum, dass alle Menschen in gegenseitigem Respekt, Würde, Gerechtigkeit und Frieden zusammenleben.

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news-3700 Tue, 02 Jul 2024 15:31:19 +0200 Hilfe mit Adventskalendern Hannelore Becker, Geschäftsführerin Stiftung „Chance zum Leben“ /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/hilfe-mit-adventskalendern Eine besondere Unterstützerin der Stiftung „Chance zum Leben“ ist die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schneeberg. Die Stiftung „Chance zum Leben“ unterstützt schnell und unbürokratisch Schwangere und Familien, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, weil alle gesetzlichen Leistungsansprüche ausgeschöpft sind und nicht ausreichen. Um helfen zu können ist die Stiftung natürlich ihrerseits auf Unterstützer angewiesen. Eine besondere Unterstützerin ist die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schneeberg. Hannelore Becker, Referentin der Stiftung „Chance zum Leben“ berichtet, wie es dazu kam.

Die Geschichte der Stiftung mit der EFG Schneeberg hat schon 2010 begonnen: Angelika L., ein aktives Mitglied der Gemeinde, hatte in der Zeitschrift „Die Gemeinde“ gelesen, dass die Stiftung einen Preis ausgesetzt hatte für den erfolgreichsten „Wucherer“. Aus fünf Euro Startkapital sollte durch eine beliebige Aktion mehr Geld für die Stiftung gemacht werden. Mehr als 700 zusätzliche Euro wucherte Angelika aus Schneeberg und gewann damit den ersten Preis. Seitdem ist das Anliegen der Stiftung auch für die Gemeinde Schneeberg ein Anliegen.

Und das zeigt sich nicht nur durch finanzielle Unterstützung, sondern auch ganz handwerklich-praktisch. Seit zwei Jahren packen und verschicken sechs Frauen je zehn großartige Pakete mit leckerem, praktischem und auch erzgebirgischem Inhalt als Gewinne für den Adventskalender der Stiftung. Außerdem ist die Gemeinde seit Jahren mit über 200 Kalenderbestellungen absolute Spitzenreiterin der Kalenderaktion. Der Verkauf der Adventskalender, der seit 2018 jedes Jahr im Oktober startet, ist die Hauptspendenaktion der Stiftung.

So wurde es Zeit, die Gemeinde wieder einmal persönlich zu besuchen, sich zu bedanken und etwas zurückzugeben. Vom 22. bis 26. Mai war ich zu einem Frauenfrühstück und zum Dankesagen eingeladen. Ein guter Anlass über die Arbeit der Stiftung zu berichten und im schönen neugebauten Saal der Gemeinde zu predigen, die gerade kurz vorher ihr 100. Jubiläum gefeiert hat.

Nach vielen persönlichen Gesprächen, Ermutigungen für die Arbeit, finanzieller Unterstützung und dem Erleben einer lebendigen Gemeinde und einer wunderschönen Landschaft ging es zurück nach Hannover.

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news-3692 Thu, 06 Jun 2024 11:24:46 +0200 Gebet für den Nahen Osten /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gebet-fuer-den-nahen-osten-1 Der BEFG-Fachkreis Christen und Juden hat sich bei seinem halbjährlichen Treffen am 31. Mai über die Entwicklung im Nahen Osten seit dem 7. Oktober 2023 ausgetauscht. Der BEFG-Fachkreis Christen und Juden hat sich bei seinem halbjährlichen Treffen am 31. Mai über die Entwicklung im Nahen Osten seit dem 7. Oktober 2023 ausgetauscht und stellt den Gemeinden zwei Gebete zur Verfügung.

„Wir haben über die Geiseln gesprochen, die nach wie vor von der Hamas gefangenen gehalten werden, über die Angriffe auf Israel durch den Iran, über die Opfer im Gazastreifen. Wir haben unsere Gedanken und Gefühle dazu geteilt und auch unsere Ohnmacht“, berichtet Dr. Michael Rohde über das Beiratstreffen. „Wir suchen Zuflucht im Gebet. Wir bitten Gott um Erbarmen und Frieden und einen Neuanfang auf allen Seiten, so schwer es uns fällt, nach menschlichen Maßstäben optimistisch zu sein.“ Leider führe die Gewalt zu Gegengewalt und schüre Hass aufeinander, so Rohde. „Wir wollen an der Seite des Volkes Israel stehen, jüdisches Leben schützen, und zugleich bedauern wir jedes Opfer von Gewalt und Unrecht.“

Für den gottesdienstlichen Gebrauch stellt der Fachkreis zwei unterschiedlich lange Gebete zur Verfügung. „Wer ebenfalls Gebete formulieren und weitergeben möchte, kann sie uns gerne zusenden und wir erweitern bei Gelegenheit unsere Sammlung oder nehmen sie in die nächste Handreichung für den Israelsonntag auf.“

Kurze Fürbitte

(Michael Rohde)

 

Vater im Himmel,

tröste, tröste Dein Volk Israel und die Menschen in Gaza,

so bitten wir Dich als Gott allen Trostes!

Barmherziger Gott,

tröste alle Opfer von Gewalt und Hass im Nahen Osten!

Heiliger Geist, schenke vielen Regierungen und Gruppen die Kraft zur Überwindung von alter und neuer Feindschaft.

Wir wissen keinen einfachen Ausweg,

doch wir fliehen zu Dir: Herr, erbarme Dich, schenke Deinen Frieden!

Amen

Friedensgebet

(Deborah Storek)

 

Herr, unser Gott,

Wir kommen zu Dir mit dem, was uns aufwühlt.

Wir bringen Dir den Krieg im Nahen Osten.

Wir klagen Dir die Not und die Verzweiflung,

dort und auch bei uns.

 

Du Gott des Friedens,

Wir beten für die Menschen in Israel:

Du siehst die Verwüstungen durch den Terror.

Die Ohnmacht, die Angst, die Hoffnungslosigkeit.

Heile die Verwundeten an Leib und Seele,

Tröste die Trauernden und Traumatisierten.

Steh den Geiseln bei und denen, die um sie bangen.

 

Du Gott des Friedens,

Wir beten für die Menschen in Gaza:

Du siehst die Verwüstungen durch den Krieg.

Die Ohnmacht, die Angst, die Hoffnungslosigkeit.

Heile die Verwundeten an Leib und Seele,

Tröste die Trauernden und Traumatisierten.

Steh den Hilflosen bei, die um ihr Überleben bangen.

 

Du Gott des Friedens,

Wir sehen keinen Ausweg aus der Gewalt.

Aber Du kannst Frieden wirken.

Dir vertrauen wir uns an, auf Dich hoffen wir.

Lass auch bei uns nicht den Hass das letzte Wort behalten.

Mach uns zu Werkzeugen Deines Friedens

Und stärke unsere Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Amen.

 

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news-3690 Wed, 05 Jun 2024 08:20:52 +0200 Das Licht weitertragen Tom Goeller /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/das-licht-weitertragen Das diesjährige Bundesjugendtreffen (BUJU) des Gemeindejugendwerks in Otterndorf widmet sich dem Buch Jona. Das diesjährige Bundesjugendtreffen (BUJU) des Gemeindejugendwerks in Otterndorf widmet sich dem Buch Jona. In den Bibelarbeiten und Gottesdiensten zu den vier Kapiteln des Propheten im Alten Testament entfaltet sich das Thema „Travelling Light“ mit seiner doppelten Bedeutung: Das Licht weitertragen und selbst mit leichtem Gepäck unterwegs sein. Auf dem Weg zu und mit Gott muss man nicht viel dabeihaben. Jede Spende für das BUJU ermöglicht eine Veranstaltung für junge Menschen, um zu verstehen: Gott ist genug. Deshalb bittet der Bund wieder um Spenden für das Bundesjugendtreffen des GJW.

Oft schließt bereits die Atmosphäre eines Ortes die Seele auf. „Die hohen Leuchttürme, die den Schiffen vor der Küste den Weg weisen, sowie die Aussicht über das flache Land und die Nordsee weiten in Otterndorf den Blick eines jeden Betrachters. Auch Jugendliche, die am BUJU teilnehmen, können ‚hohe Leuchttürme‘ werden und mit einem ‚weiten Blick‘ für die biblischen Botschaften den Mitmenschen in ihrem Umfeld den Weg weisen.“ So beschreiben Christoph Stiba (BEFG-Generalsekretär) und Volker Springer (Kaufm. Geschäftsführer) den tieferen Sinn des BUJU. Ein Grundtenor des BUJU lautet: Mit Gott gelingt das Leben, mitten in allen Herausforderungen. „Jugendliche sind stets die Zukunft einer jeden Gesellschaft. Sind sie durch das BUJU geistlich gestärkt, können sie viel leichter Versuchungen widerstehen und Gefahren vermeiden“, so Stiba und Springer weiter.

Ganz konkret finanzieren 100 Euro einen vergünstigten Platz für junge Menschen, die nach Deutschland geflohen sind und sich das BUJU ohne Unterstützung nicht leisten könnten. Letztlich hilft jede Spende für das BUJU jungen Menschen, damit diese eine Entscheidung für Jesus treffen. Auf diese Weise geben Spender so das Licht der Liebe Gottes an die Jugend weiter: Travelling Light

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news-3689 Wed, 05 Jun 2024 08:00:28 +0200 Ukraine nicht vergessen! Tom Goeller /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ukraine-nicht-vergessen Hilfsgüter im Wert von mehr als 2,3 Millionen Euro hat der BEFG über seine Hilfsorganisation German Baptist Aid seit Kriegsbeginn in die Ukraine geschickt. Hilfsgüter im Wert von mehr als 2,3 Millionen Euro hat der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) über seine Hilfsorganisation German Baptist Aid seit Kriegsbeginn in die Ukraine geschickt. Die bisherigen Spendenmittel für das Ukraine-Hilfsprojekt sind aufgebraucht. Der BEFG möchte aber weiterhin helfen. Deshalb bittet der Bund wieder um Spenden für die Ukraine.

Etwa einmal monatlich startet ein LKW mit 20 Tonnen Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Die Hilfsgüter werden an den Koordinator der humanitären Hilfe im ukrainischen Baptistenbund überbracht. Von dort aus werden Grundnahrungsmittel in Form von Konserven sowie Mehl, Zucker, Salz, Wasch- und Reinigungsmittel in besonders stark unterversorgte Regionen weitertransportiert, darunter auch in Gebiete, die von Kampfhandlungen betroffen sind. Auch Geflüchtete innerhalb der Ukraine werden damit unterstützt.   

Eine Frau (50) aus der Region Donezk erzählt etwa, sie sei mit ihrer Familie geflohen, weil ihr Haus durch die Kämpfe unbewohnbar geworden ist: „Wir sind den Spenderinnen und Spendern sehr dankbar für ihre Fürsorge, für ihr Mitdenken und ihre Anteilnahme den Menschen in schwierigen Umständen gegenüber.“

Eine andere Frau (60) floh mit Habseligkeiten, die in eine Plastiktüte passten, aus der inzwischen russisch-besetzten Region Luhansk. Auch sie betont angesichts der Hilfe ihre Dankbarkeit für die Güter aus Deutschland: „Wir erhalten hier sowohl Nahrungsmittel als auch psychologischen und moralischen Beistand.“  

Seit der Eskalation weiterer Krisen rückt die Ukraine in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend in den Hintergrund. Und ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine wird immer unwahrscheinlicher. Doch die Not bleibt. Und sie ist groß! Deshalb lädt der BEFG dazu ein, mit einer Spende an die Ukraine-Hilfe des BEFG mitzuwirken, dass die Kriegsnot gemildert werden kann.

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news-3687 Thu, 23 May 2024 09:50:43 +0200 Die aktuelle Relevanz des täuferischen Erbes Prof. Dr. Joshua T. Searle /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/die-aktuelle-relevanz-des-taeuferischen-erbes Prof. Dr. Joshua Searle und drei Studierende der Theologischen Hochschule Elstal nahmen an einer mennonitischen Konferenz in der Schweiz teil, in der es um das täuferische Erbe ging. Anfang Mai versammelten sich in der Schweiz Mennoniten aus ganz Europa, um wichtige Themen im Zusammenhang mit der täuferischen Identität und Mission in einer sich schnell verändernden Welt zu diskutieren. Als Gäste nahmen Prof. Dr. Joshua Searle (Professor für Missionsstudien) und die Studierenden Anika Eichstadt, Bastian Baller und Alexander Hämmerling von der Theologischen Hochschule Elstal teil. Ein Bericht von Joshua Searle.

Das European Mennonite Students of Theology Meeting (EMSTM) fand vom 2. bis 5. Mai unter der Schirmherrschaft der Konferenz der Schweizer Mennoniten statt. Die Konferenz begann im Mennonitischen Bildungszentrum Bienenberg bei Basel, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich in Plenarsitzungen unter dem übergeordneten Thema „Zeugnis“ mit dem täuferischen Erbe befassten. Diese Sitzungen wurden vor der atemberaubenden alpinen Kulisse des Bienenberg-Campus abgehalten und waren von Momenten des Gebets sowie informellen Austausch- und Reflexionszeiten bei Tee und Kaffee geprägt.

Im Verlauf der Konferenz begaben sich die Teilnehmer auf eine Reise in das Jura-Gebirge und verbrachten Zeit am Mont Dedos, einem täuferischen Rückzugsort im Herzen des Bergmassivs. Der Besuch des Mont Dedos und der „Ziegenkapelle“ – einer Höhle in einem abgelegenen Wald – fügte der Konferenz historische Perspektive hinzu. Unsere Pilgerreise zur Höhlenkapelle ermöglichte Einblicke in die heimlichen Versammlungen von Anabaptisten, die an diesem abgelegenen Ort Zuflucht vor den Kirchen- und Staatsbehörden suchten, die sie über Jahrhunderte verfolgten und unterdrückten.

Die Gruppe hörte bewegende Zeugnisse von unseren mennonitischen Gastgebern, die die mutigen Taten der Familie Burkhalter schilderten, die in den 1980er-Jahren Flüchtlinge aus Zaire gegen den Willen der Schweizer Behörden beherbergte. Neun Monate lang verbarg die Familie Burkhalter den zairischen Flüchtling Mathieu Musey und seine Familie in ihrem ländlichen Bauernhaus in den Jura-Bergen, als sie von Schweizer Behörden verfolgt wurden.

Als sie damals gefragt wurden, warum sie die Flüchtlingsfamilie beherbergen wollten, kommentierte ein Familienmitglied: „Wir erinnerten uns daran, dass unsere Vorfahren als Mennoniten ebenfalls Verfolgung erleiden mussten. Auf der Flucht aus ihrer Heimat fanden sie Zuflucht in den Bergen des Jura, wo wir noch heute leben. In diesem Sinne beschlossen wir, den ungeliebten und verfolgten Mitgliedern unserer Gesellschaft zu helfen – den Flüchtlingen.“###3_IMAGES###Schließlich entdeckten die Behörden das abgelegene Versteck, und Musey und seine Familie wurden verhaftet und nach Zaire abgeschoben. Die Boulevardzeitungen der Zeit stellten sich auf die Seite der Behörden und diffamierten Musey und seine Familie als „Schmarotzer“ und „Betrüger“, die „gerechterweise“ zurück in die Brutalität und Korruption Zaires unter Diktator Mobutu Sese Seko geschickt wurden.

Die Geschichte hatte, wie so viele täuferischen Erzählungen von Verfolgung, kein glückliches Ende, aber die Episode sorgte damals in der Schweizer Gesellschaft für einen Skandal und deckte systemische Ungerechtigkeiten auf.

Aufgrund des durch den Fall erzeugten öffentlichen Interesses wurde später bekannt, dass die Bundesanwaltschaft in der ganzen Schweiz jahrelang in rechtswidriger Weise umfangreiche politische Überwachung und Informationsbeschaffung in Zusammenarbeit mit Polizeibehörden betrieben hatte.

Am Mont Dedos wurden wir von einer jüngeren Generation der Familie Burkhalter empfangen: Raphael und seiner Frau Maude. Ihre bewegenden Geschichten über den mutigen Einsatz ihrer Vorfahren zum Schutz einer Flüchtlingsfamilie berührten alle Anwesenden zutiefst und unterstrichen die bleibende Relevanz des täuferischen Erbes von Mitgefühl und Widerstand gegen Ungerechtigkeit.

Während der Konferenz waren die Diskussionen von tiefen Überzeugungen geprägt, die von den täuferischen und baptistischen Traditionen geteilt werden. Diese Überzeugungen umfassen ein Bekenntnis zur Gläubigentaufe, zur Trennung von Kirche und Staat, zur Jüngerschaft und zur Bereitschaft, Verfolgung um des Evangeliums willen zu ertragen. Als baptistische Gäste dieses täuferischen-mennonitischen Treffens waren wir Elstaler besonders dankbar, das Zeugnis unserer täuferischen Freunde und Kollegen kennenzulernen.

Rückblickend auf unsere Zeit zusammen glaube ich, dass die EMSTM-Konferenz ein wertvolles Forum für Dialog, Reflexion und Gemeinschaftsaufbau innerhalb der täuferischen Tradition darstellt. Die Parallelen zwischen mennonitischen und baptistischen Glaubensüberzeugungen verdeutlichen die gemeinsamen Grundlagen und geteilten Prinzipien, die diese Gemeinschaften vereinen.

Die geteilten Erfahrungen, differenzierten Diskussionen und die Beziehungen, die während der Konferenz geschmiedet wurden, verdeutlichten die anhaltende Relevanz und Resonanz der täuferischen Vision in der heutigen komplexen und sich wandelnden Welt.

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news-3684 Thu, 16 May 2024 15:02:42 +0200 Bundesrat: Abschlussbericht zu „Im Dialog zum Kreuz“ Dr. Michael Gruber /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesrat-abschlussbericht-zu-im-dialog-zum-kreuz „Der Tod Jesu Christi bewirkt Heil für uns Menschen.“ Dieser Glaubenskonsens ist durch den BEFG-Gesprächsprozess „Im Dialog zum Kreuz“ erneut bekräftigt worden. „Der Tod Jesu Christi bewirkt Heil für uns Menschen.“ Dieser Glaubenskonsens ist durch den BEFG-Gesprächsprozess „Im Dialog zum Kreuz“ erneut bekräftigt worden, wie auf der Bundesratstagung in Kassel in einem Forum und im Plenum berichtet wurde. Das Präsidium des Bundes empfiehlt den Gemeinden, das für den Prozess entwickelte biblisch-theologische Material weiter in Gottesdiensten und Bibelgesprächen zu nutzen, um das gemeinsame Zeugnis zu stärken. 

Volker Bohle, Mitglied des Präsidiums und Co-Vorsitzender des Theologischen Ausschusses, berichtete auf dem Bundesrat zunächst über den Beginn des Gesprächsprozesses vor zwei Jahren. Nach der Kontroverse um einzelne Aussagen zu Tod Jesu am Kreuz hatte der Bundesrat 2022 den Auftrag gegeben, ein konstruktives Gespräch darüber anzuregen. Daraufhin wurde ein Arbeitskreis gegründet, dem Vertreterinnen und Vertreter aus Theologischem Ausschuss und somit ChristusForum und Theologischer Hochschule Elstal, Gemeindejugendwerk sowie Geistlicher Gemeindeerneuerung, Akademie Elstal und Landesverband Thüringen angehörten. Unter Leitung von Daniel Mohr und Silke Sommerkamp von der Akademie Elstal wurden dann verschiedene Formate entwickelt: ein Podcast, eine Materialsammlung und regionale Dialogveranstaltungen. Im Austausch sei der Konsens über die Heilsbedeutung des Todes Jesu sehr deutlich geworden, wie Bohle betonte. Dabei seien in den Gesprächen die unterschiedlichen Zugänge innerhalb des Neuen Testamtens zum Thema Kreuz positiv aufgenommen worden. Wie die Wirkung des Kreuzes auf das individuelle Leben beschrieben werde, sei wiederum vielfältig: „Dass bestimmte Zugänge zum Kreuz mit unterschiedlichen Biografien und Prägungen leichter oder schwerer fallen, war immer wieder Thema in den Regionalveranstaltungen. Von daher war und ist es gut, die eigene Lebens- und Glaubensgeschichte zu reflektieren und zugleich verstehen zu lernen, was andere bewegt und geprägt hat.“ Abschließend zitierte Bohle zwei Stellen aus den „Rechenschaft vom Glauben“, in denen der Tod Jesu und seine Auferstehung als heilsentscheidend beschrieben werden. Die Rechenschaft sei, wie in ihr zu lesen ist, „Ausdruck und Zeugnis der Übereinstimmung der Gemeinden im Glauben“. ###3_IMAGES###Akademieleiter Daniel Mohr unterstrich die „sehr große Einheit darüber, dass Jesus für uns mit seinem Tod am Kreuz Heil bewirkt hat und auch, dass das Kreuz, mit der Auferstehung, die herausragende Stellung im Heilsgeschehen hat. Jesus ging diesen Schritt bewusst.“ In den Gesprächen sei oft betont worden, „dass wir persönlich als Zeugnis vom Kreuz reden sollten und auf die Lebensumstände der Menschen achten, denen wir so vom Evangelium erzählen.“ Grundsätzlich sei der theologische Austausch, zumindest von den am Dialog Beteiligten, in großer Breite sehr geschätzt worden, „und immer wieder kam auch die Aussage, dass wir das eigentlich viel öfter als Bund und zu verschiedenen Themen machen sollten“. 

In einer ausführlichen Bibelarbeit hatte Prof. Dr. Carsten Claußen von der Theologischen Hochschule Elstal zuvor im Bundesratsforum „Im Dialog zum Kreuz“ anhand zahlreicher Bibelstellen aus dem Neuen wie auch dem Alten Testament Grundlagen der Sühnetheologie beschrieben, die er im Plenum noch einmal zusammenfasste. „Der Sohn Gottes ist als Gottesknecht am Kreuz gestorben, um stellvertretend für die Sünden der Menschen Sühne zu leisten.“ Durch seinen Tod und seine Auferstehung habe Gott in Jesus Christus „in Existenzstellvertretung für die Menschen ein für alle Mal Versöhnung in Kraft gesetzt“, so Claußen. „Auch in der Diskussion im Forum wurde deutlich: Beides, Jesu Kreuz und Auferstehung, sind für unseren Glauben von größter und zentraler Bedeutung.“

Gemeinsam wird zum Ausdruck gebracht, das die Beschäftigung mit dem Kreuz eine Lebensaufgabe bleibt und uns als einzelne sowie als Bund ins Bibelstudium, zum Austausch und vor allem zu unserem auferstandenen Herrn führt.

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news-3683 Thu, 16 May 2024 09:58:25 +0200 Bundesfinanzen 2023 und 2024: Investitionen in Strukturveränderung Tom Goeller /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesfinanzen-2023-und-2024-investitionen-in-strukturveraenderung Der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, legte am 10. Mai den Delegierten der Bundesratstagung in Kassel einen ausgeglichenen Haushalt für 2023 vor. Der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, legte am 10. Mai den Delegierten der Bundesratstagung in Kassel einen ausgeglichenen Haushalt für 2023 vor. Außerdem unterstrich er in seinem Bericht zu den Finanzen des Bundes die Notwendigkeit, in die Zukunft zu investieren. Dazu zählen das Projekt „Unser Bund 2025 – Zukunft gestalten (UB25)“, die Revitalisierung von Gemeinden, Gemeindegründungsprojekte und Ausbildung. Dies wird auch das Jahr 2024 betreffen. Mit dem Projekt UB25 sollen regionale Gemeindeentwicklungsregionen (GER) eingeführt und die Entwicklung von Gemeinden gefördert werden.  

Im zurückliegende Haushaltsjahr 2023 konnte ein kleiner Überschuss von 3.621 Euro erwirtschaftet werden, trotz sinkender Bundesbeiträge aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen sowie geringerer Beteiligung am Bundesopfer, also Spenden für die Bundesarbeit. Das Bundesopfer sei laut Springer erneut unter den Erwartungen geblieben und sank um 129.000 Euro, der Bundesbeitrag um 77.000 Euro.  

Verschuldung sinkt stetig

Zufrieden zeigte sich Springer über die Entwicklung bei der Verschuldung. Diese resultiert aus Kauf, Sanierung und Ausbau des Bildungszentrums in Elstal kurz vor der Jahrtausendwende. Von den ursprünglich mehr als 26 Millionen Euro Schulden seien zurzeit Verbindlichkeiten in Höhe von 8,7 Millionen Euro geblieben. Die Tilgungen in 2023 beliefen sich auf rund 250.000 Euro. 

Oncken-Pensionen abgeschlossen

Der Oncken Verlag war ursprünglich eine Tochtergesellschaft des Bundes in der Rechtsform einer GmbH. Im Jahr 2006 beschloss der Bundesrat des BEFG die Trennung von der Gesellschaft. Daraus resultierte seither eine Mithaftung des BEFG für die Pensionsansprüche der dortigen Mitarbeiter. „Dieses Kapitel konnte im Jahr 2023 abgeschlossen werden“, teilte Springer mit. Nach der Insolvenz der GmbH in 2019 übernahm der Pensions-Sicherungsverein (PSVaG) die Verpflichtungen aus den Pensionen. Der BEFG leistete im vergangenen Jahr einen Ausgleich für seine Mithaftung in Höhe von 311.000 Euro an den PSVaG. Hierfür waren in den Vorjahren bereits ausreichende Rückstellungen gebildet worden. 

Rücklagenverwendung

Aus den Rücklagen wurden 2023 insgesamt 397.200 Euro ertragswirksam aufgelöst. Der Löwenanteil entfiel auf Investitionen für den Strukturprozess UB25 und auf die Personalentwicklung. Die Rücklagenentnahme sei deutlich niedriger als geplant ausgefallen, sei aber immer noch recht hoch, berichtete Springer. 

Fazit

Mit Blick auf die schwierigen Rahmenbedingungen zeigte sich Springer „erleichtert und dankbar“, zumal infolge von nennenswerten Erlösen aus einem Objektverkauf eine deutliche Stärkung von Rücklagen und Liquidität erreicht werden konnte. Ohne Aussprachebedarf erteilte der Bundesrat dem Präsidium, der Geschäftsführung sowie den Finanzsachverständigen die Entlastung. 

Haushaltsplanung 2024 

Des Weiteren stellte Springer dem Bundesrat die Haushaltsplanung 2024 vor. Alleine 770.000 Euro seien für Zukunftsprojekte vorgesehen. Davon sollen als größter Posten 450.000 Euro in die Mission, in die Revitalisierung von Gemeinden und in Gemeindegründungsprojekte fließen. Weitere 150.000 Euro dienten der Finanzierung des Zukunftsprozesses UB25. 

Ausgaben, Einnahmen, Rücklagen

Bei den Einnahmen durch den Bundesbeitrag geht Springer wieder von einer leichten Erhöhung von circa 30.000 Euro auf 4,8 Millionen Euro aus. Zuschüsse, Erbschaften, Zinsen und Rücklagenauflösung trügen zum ausgeglichenen Haushalt bei. An Rücklagenauflösung seien 2024 insgesamt 782.000 Euro geplant. Davon soll der größte Teil in Höhe von 218.000 Euro in Gemeindegründungsprojekte und regionale Projekte investiert werden. 104.800 Euro sind für Revitalisierungsprogramme von Gemeinden vorgesehen. 

Andreas Raschke, Mitglied der Finanzsachverständigen, bedankte sich bei Volker Springer. Bei ihm „erleben wir eine große Transparenz und das Aussprechen und Anhören auch schmerzhafter Wahrheiten“, sagte er. 

Aussprache

Es folgte eine kurze Aussprache, in deren Mittelpunkt die Sorge über Gemeindeauflösungen stand. Springer sagte dazu, dass Gemeindeauflösungen neben Sorge und Trauer einen weiteren Aspekt hätten: „Ich empfinde die Übertragung der Vermögen aus Gemeindeauflösungen stets auch als eine hohe Wertschätzung gegenüber dem Bund, als ein segensreiches Vermächtnis an die Bundesgemeinschaft.“ 

Haushaltsplan beschlossen

Der Haushaltsplan des BEFG – inklusive ChristusForum Deutschland (CFD) –  für das Jahr 2024 wurde vom Bundesrat bei vier Gegenstimmen und 14 Enthaltungen beschlossen. 

Bundesbeitrag um zwei Euro erhöht

Für das kommende Jahr trug Dorothee Oesemann, Mitglied des Präsidiums und des Finanzausschusses, den Delegierten den Antrag des Präsidiums und der Bundesgeschäftsführung vor, eine Erhöhung der Bundesbeiträge um zwei Euro auf 79 Euro pro Jahr und Mitglied zu beschließen. Dies könne zwar die aktuellen Kostensteigerungen im Bundeshaushalt nicht auffangen, stelle aber einen Kompromiss dar.

Andreas Raschke ergänzte, dass die Erhöhung um zwei Euro der Inflationsrate entspräche. Deshalb befürworteten die Finanzsachverständigen den Antrag. Der Bundesrat stimmte der vorgeschlagenen Erhöhung des Beitrags für 2025 um zwei Euro mit 67 Gegenstimmen und 31 Enthaltungen zu. 

Fazit

„Wir finanzieren uns in Teilen weiterhin bewusst aus Rücklagen, um zukunftssichernde Investitionen zu tätigen“, betonte Springer. Zudem würden Rücklagen und Liquidität durch zunehmende Sondererlöse aus Immobilienverkäufe und Erbschaften gestärkt. Dennoch bleibe das Erfordernis, „die Kostenseite zu reduzieren. Die notwendigen Anpassungen sollen jedoch im Rahmen des Zukunftsprozesses ‚Unser Bund 2025 – Zukunft gestalten‘ gezielt gesteuert werden.“ Der Haushalt 2024 stehe für den im Vorjahr eingeschlagenen Weg: die „Fortführung der investiven, zukunftsorientierten Planung“.

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news-3681 Wed, 15 May 2024 16:16:17 +0200 Gemeinden fördern, um Gottes Auftrag in der Welt zu erfüllen Dr. Michael Gruber /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gemeinden-foerdern-um-gottes-auftrag-in-der-welt-zu-erfuellen Der BEFG erwägt, seine Landesverbände in kleinere Gemeindeentwicklungsregionen umzugestalten, um Gemeinden bestmöglich zu unterstützen. Die theologische Ausbildung soll weiterentwickelt werden. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden erwägt, seine Landesverbände in kleinere Gemeindeentwicklungsregionen umzugestalten, um seine Gemeinden bestmöglich zu unterstützen. Mit demselben Ziel soll die theologische Ausbildung weiterentwickelt werden, um den Bedarf an Hauptamtlichen für die Arbeit vor Ort zu decken.  Der Bundesrat hat sich in einer Trend-Abstimmung mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, beide Konzepte aus dem Strukturprozess „Unser Bund 2025 – Zukunft gestalten“ entsprechend weiterzuentwickeln. 

„Unser Bund 2025 – Zukunft gestalten“ (UB25) war der thematische Schwerpunkt der Plenarsitzungen auf der BEFG-Bundesratstagung 2024. Damit wurden die Gemeinden durch ihre Vertreterinnen und Vertreter in den breit angelegten Beteiligungsprozess einbezogen. Bisher entwickelte Ideen wurden vorgestellt und von den Delegierten aus den Gemeinden ausführlich diskutiert. Im Vorfeld hatten sich die beiden Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern „Regionale Ebene und Landesverbände“ und „GJW und junge Gemeinde“ zusammengeschlossen und das Konzept der sogenannten Gemeindeentwicklungsregionen entwickelt. Die Arbeitsgruppe zur „Theologischen Ausbildung“ hatte Vorschläge zu einer kurz- bis mittelfristigen Weiterentwicklung der Arbeit der Theologischen Hochschule Elstal konzipiert und als langfristige Perspektive den überkonfessionellen Zusammenschluss von Ausbildungsstätten und somit die Gründung einer neuen Hochschule vorgeschlagen. Beide Grundkonzepte wurden vor der Bundesratstagung bereits ausführlich in einem UB25-Plenum behandelt, dem rund 100 Menschen aus Gemeinden, Werken und Einrichtungen des BEFG angehören. Die Prozessbegleiter Dr. Stefan Lingott und Christoph Bartels, BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba und die anderen neun Mitglieder der UB25-Projektgruppe stellten die Konzepte auf dem Bundesrat vor. 

Gemeindeentwicklungsregionen

BEFG-Referentin Samantha Mail und Jürgen Tischler vom BEFG-Landesverband NOSA führten in das Konzept der Gemeindeentwicklungsregionen ein. „Dahinter steht die Idee, dass die Entwicklung von Gemeinden im Vordergrund steht, denn wir sind ein Bund von Gemeinden“, so Tischler. Administrative Aufgaben wolle man zentral organisieren, damit man sich in den Regionen voll auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren könne. In diesem Sinne sollen die zwölf Landesverbände in 25 bis 35 Gemeindeentwicklungsregionen, kurz: GER umgewandelt werden. In jeder dieser Regionen übernehmen Teams aus Ehren- und Hauptamtlichen gemeinsam Verantwortung für die individuelle Entwicklung der Gemeinden. Für jede GER arbeiten zwei Personen hauptamtlich: eine für Gemeindeentwicklung, eine für junge Gemeinde. Beide tun dies mit 50 Prozent ihrer Arbeitszeit. Mit der anderen halben Stelle sind sie jeweils in einer Gemeinde der Region, für überregionale Aufgaben des Bundes oder in einem anderen, dem Bund nahestehenden Werk tätig. Auch andere Konstellationen sind denkbar. Angestellt sind diese Hauptamtlichen beim BEFG, der sich um Personalentwicklung und -management kümmert. Samantha Mail unterstrich das mit diesem Konzept verbundene Ziel: „Mit diesen zielgerichteten Netzwerken wollen wir die Vitalität und die Entwicklungsprozesse der Gemeinden unseres Bundes fördern, um sie zu unterstützen, Gottes Auftrag in der Welt zu erfüllen.“ 

Nachdem die Delegierten Gelegenheit hatten, Verständnisfragen zu diesem Konzept zu stellen, wurde die Diskussion eröffnet. Zu Beginn verlasen Martin Seydlitz, Jonathan Walzer und Lars Heinrich ein Votum, in dem sich die Leiterinnen und Leiter aller zwölf Landesverbände ausdrücklich hinter die Grundidee der GER stellen. Das von ihnen formulierte „Aber“ habe einzig damit zu tun, „dass wir so sehr von der Richtung überzeugt sind, dass wir mehr davon wollen! Mehr Stärkung der Gemeinden, mehr Aufmerksamkeit für die Regionen!“ Um keine zu großen Regionen zu haben, wünsche man sich deshalb mehr Regionen. Zudem müsse man den Zuschnitt der Regionen gemeinsam mit den Gemeinden entwickeln – und dies in Ruhe ohne zu großen Zeitdruck. Während der Aussprache im Plenum wurde gefordert, die Regionen bei Entscheidungen über Stellenbesetzungen maßgeblich zu beteiligen, was nach Angaben der UB25-Projektgruppe auch geplant ist. Zudem wurde in der Diskussion von den Delegierten die Bedeutung der Freiwilligkeit hervorgehoben. Und tatsächlich ist zwar eine flächendeckende GER-Struktur vorgesehen, doch ob sich eine Gemeinde aktiv daran beteiligen möchte, kann sie frei entscheiden. Kritisch diskutiert wurden die 50:50-Stellen, bei denen Hauptamtliche zur Hälfte in einer Gemeinde und zur anderen Hälfte für die GER arbeiten. Dies könne zu einer Überlastung führen, so ein Einwand. Jürgen Tischler räumte ein, anfangs auch skeptisch gewesen zu sein: „Mittlerweile glaube ich daran, dass das funktioniert, weil die Hauptamtlichen durch ein zentrales Personalmanagement unterstützt werden sollen.“ Jennifer Aworour und Arne Zander, Vorsitzende und 2. Vorsitzender des GJW-Bundesvorstands, hoben in einem gemeinsamen Statement die von der UB25-Projektgruppe geteilte Sicht hervor, dass die Jugendverbandlichkeit des GJW in der neuen Struktur erhalten bleiben muss, denn diese eröffne „jungen Menschen einen Erprobungsraum, ihre Impulse zu entwickeln, die unsere Kirche voranbringen“. Aktuell wird daran gearbeitet, wie die Jugendverbandlichkeit in die neue Struktur integriert wird.###3_IMAGES###Insgesamt stieß das GER-Konzept bei den Delegierten auf breite Zustimmung, was sich darin zeigte, dass in der abschließenden Trend-Abstimmung 87,4 Prozent von ihnen mit Ja dafür stimmten. Damit signalisierten sie, dass sie sowohl die Weiterarbeit im Sinne des Konzeptes als auch die Überprüfung seiner Umsetzbarkeit und die Anpassung bei Bedarf unterstützen. Das weiterbearbeitete Konzept soll dem Bundesrat 2025 zur Entscheidung vorgelegt werden. 

Finanzen

Der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG Volker Springer ging auf Fragen der Finanzierung ein. Unter seiner Leitung hatte eine UB25-Finanzkommission einen Finanzrahmen ermittelt, indem sie eine Bestandsaufnahme sämtlicher übergemeindlicher Haushalte im Bund vorgenommen hatte. Alle Beispielrechnungen seien noch sehr grob, weil ja das UB25-Gesamtkonzept noch gar nicht stehe, wie Springer betonte. Dennoch sei absehbar, dass ein „nennenswerter Betrag für zentrale Stellen in Elstal verfügbar“ sein werde. „Dies ist auch notwendig, weil neben der Administration auch weiterhin inhaltliche Arbeit für den ganzen Bund geleistet werden soll.“ Würde man die Zahl der Gemeindeentwicklungsregionen allerdings deutlich erhöhen, fehle das Geld für die zentrale Arbeit, so Springer. 

Theologische Ausbildung

UB25-Projektgruppenmitglieder Prof. Dr. Thorsten Kurzawa, Leiter des Landesverbands Berlin-Brandenburg und Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, und Prof. Dr. Ralf Dziewas von der Theologischen Hochschule Elstal stellten das Konzept für die theologische Ausbildung vor. Ziel sei es, langfristig die Ausbildung qualifizierter Hauptamtlicher wie auch Ehrenamtlicher für die Arbeit in den Gemeinden sicherzustellen, so Kurzawa: „Dabei sollen die Theologische Hochschule und die Gemeinden auf Augenhöhe zusammenarbeiten.“ Wie das funktionieren kann, stellte Dziewas am Beispiel des geplanten dualen Studiums vor: „Anstatt dass Gemeinden ihre besten Leute zu uns nach Elstal schicken, damit diese nach dem Studium in irgendeine Gemeinde gehen, heißt es beim dualen Studium: Wir wollen gute Leute, die Ihr Euch im Gemeindedienst vorstellen könnt, gemeinsam mit Euch ausbilden.“ Das Konzeptpapier schlägt zwei weitere Maßnahmen vor, durch die kurz- bis mittelfristig der Zugang zu theologischer Bildung flexibler und für mehr Zielgruppen ermöglicht werden soll. So soll das bereits bestehende „Angebot kleinerer Studien-Etappen“ ausgebaut werden, wodurch sich Menschen beispielsweise fürs Predigen in der Gemeinde ausbilden lassen können. Zudem ist ein Masterstudiengang für Nichttheologen angedacht, die bereits einen wissenschaftlichen Abschluss in einem anderen Gebiet haben und auf diese Weise schneller einen theologischen Abschluss erwerben und als Hauptamtliche in der Gemeinde arbeiten könnten. Als langfristige Perspektive schlägt das Konzept vor, dass sich bis 2035 mehrere theologische Ausbildungsstätten zusammenschließen und eine neue Hochschule gründen. Hier solle der BEFG strategische Schritte unternehmen und auf andere Freikirchen und Gemeinschaften zugehen. Eine solche größere Hochschule schaffe Synergieeffekte und sei langfristig wirtschaftlich zu betreiben. ###3_IMAGES###In der anschließenden Diskussion dankte Josephine Dietz, die Sprecherin der Studierenden der TH Elstal, für das Konzept: „Wir begrüßen die Entwicklung. Wir wurden gehört und stehen hinter dem Ergebnis.“ Auf die Frage einer Delegierten aus Baden-Württemberg unterstrich Thorsten Kurzawa, dass auch geografisch weit von Elstal entfernte Gemeinden sich am dualen Studium beteiligen könnten. Auf die Frage, was „die Kunden“, also die potenziellen Studierenden wollen, hob er hervor, dass bei ansonsten abnehmenden Studierendenzahlen das Interesse an dualen Studiengängen hoch sei. Angesprochen auf das in manchen Kreisen schlechte Image der TH Elstal als angeblich einseitig liberale Hochschule antwortete Ralf Dziewas: „Alle Dozierenden in Elstal lehren auf der Basis der ‚Rechenschaft vom Glauben‘. Und wer sagt, in Elstal werde keine Sühnetheologie gelehrt, der lügt.“ Ein Delegierter hob hervor, dass die BEFG-Gemeinden sich hinter ihre Hochschule stellen und diese stärken müssten. Auf die Rolle der Gemeinden ging auch Samantha Mail ein: „Gemeinden sind dafür verantwortlich, dass Räume geschaffen werden, in denen Menschen eine Berufung in den Dienst erleben.“ Am Ende fand das Konzept die Zustimmung von 93,8 Prozent der Delegierten. 

Wie es weitergeht

Christoph Stiba, Christoph Bartels und Dr. Stefan Lingott zeigten am Ende der gut fünfstündigen Beratungen an drei Konferenztagen auf, wie es nun weitergeht. Nach dem Bundesrat werden neue Arbeitsgruppen einberufen und sich mit der „Leitung des BEFG“ und der „Bundesgeschäftsstelle und den Dienstbereichen“ befassen. Erst, nachdem alle Strukturfelder behandelt worden sind, kann ein Gesamtkonzept „Unser Bund 2025“ erstellt und vom Bundesrat 2025 entschieden werden. Die Trend-Abstimmungen des Bundesrats 2024 sind eine Bestätigung, dass in die vorgeschlagene Richtung weitergearbeitet werden soll. Doch das, was bei dieser Konferenz vorgelegt wurde, muss noch konkretisiert und weiterentwickelt werden. Und: Durch die nun kommenden Felder können sich Änderungen ergeben. „Wir sind ein gutes Stück gegangen, doch wir haben noch viel Arbeit vor uns“, wie Christoph Stiba am Ende des Bundesrats sagte. „Allen, die bisher und künftig mitarbeiten, ein herzliches Dankeschön. Als Bundesgemeinschaft wollen wir hier gemeinsam weitergehen und unseren Gott um seine Unterstützung bitten. Denn hinter all unseren strukturellen Plänen steht das eine Ziel: Sein Reich in dieser Welt mitgestalten.“ 

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news-3680 Wed, 15 May 2024 15:17:23 +0200 Bundesrat: Forum „500 Jahre Täuferbewegung“ Julia Grundmann /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesrat-forum-500-jahre-taeuferbewegung Im Forum zum Täufergedenken ging es um die Bedeutung der Täuferbewegung für Gemeinde und Gesellschaft heute. Im Forum zum Thema „500 Jahre Täuferbewegung: Radikal genug für das Reich Gottes?“ beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Relevanz des anstehenden Gedenkjahres 2025, den Auswirkungen der Bewegung für das heutige Gemeindeleben und den Einsatzmöglichkeiten der Ausstellung zum Täufergedenken.

Prof. Dr. Martin Rothkegel von der Theologischen Hochschule Elstal präsentierte in einem Impulsreferat einige Kernthesen zur Gestaltung des Gedenkjahres. So könne das Täufergedenken 2025 freikirchlichen Gemeinden Mut zur nonkonformistischen Nachfolge Jesu machen. Nationalismus, Militarismus, Ressourcenverknappung, Klimawandel, die Kluft zwischen Arm und Reich, die Verfolgung von ethnischen, religiösen und sexuellen Minderheiten, Flucht- und Migrationsbewegungen würden stetig bedrängender. „Christinnen und Christen werden dazu zunehmend Stellung beziehen müssen. Auch sie werden in einer Welt, die sich radikal verändert, vor die Notwendigkeit radikaler Veränderungen gestellt.“ Weiter betonte Martin Rothkegel die Möglichkeit, durch das Gedenkjahr Baptistengemeinden und ihre Anliegen der Öffentlichkeit näherzubringen: „Das Täufergedenken 2025 ist eine Gelegenheit zur Verständigung über täuferisch-freikirchliche Identität, die wir nicht versäumen dürfen. Zugleich ist es ein Anlass, die politische und gesellschaftliche Relevanz der täuferisch-freikirchlichen Tradition ins Bewusstsein zu rufen.“

Zur Tradition der Täuferbewegung gehören auch die Gemeindemitgliederversammlungen, wie sie heute in Baptistengemeinden üblich sind. Prof. Dr. Maximilian Zimmermann von der Theologischen Hochschule Elstal machte deutlich, dass diese zwar nach demokratischen Verfahren ablaufen, letztlich aber einen Ort darstellten, an dem gemeinsam um die Erkenntnis des Willens Christi gerungen werde: „Es geht nicht darum, dass wir uns mit unseren Überzeugungen möglichst durchsetzen oder sogar im Vorfeld Mehrheiten schmieden, um unseren Willen für die Gemeinde durchzusetzen, sondern: Es geht darum, dass wir als geistbegabte Versammelte versuchen, den Willen Christi für unsere Gemeinde zu suchen und zu finden.“ Insofern werde nicht in erster Line demokratische Willensbildung, sondern christokratische Willenssuche betrieben, so Zimmermann. Weil Gemeindeversammlungen also nicht nur ein notwendiger administrativer Akt seien, sondern ein geistliches Geschehen, sollten sie auch als geistliche Veranstaltung gestaltet und durchgeführt werden.

Dass die Dekade „500 Jahre Täufergedenken“ nicht nur für die interne Reflexion über die eigene Identität der Gemeinden hilfreich ist, sondern auch eine gute Möglichkeit bietet, ökumenische und gesellschaftliche Impulse zu setzen, machte, wie schon zuvor Martin Rothkegel, auch Lars Heinrich, Pastor der EFG Tübingen und Referent des Landesverbands Baden-Württemberg deutlich. Er ermunterte dazu, sich am eigenen Ort auf die Spuren der Täufer zu begeben – so sei schon manches Stück interessante Stadtgeschichte entdeckt worden. Darüber hinaus hob er die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten hervor, die die Wanderausstellung über die Täuferbewegung bietet – sowohl in den Gemeinderäumen als auch in öffentliche Einrichtungen wie Stadtbibliotheken, Museen und Straßenfesten. Anliegen der Ausstellung sei es, so erklärte Reinhard Assmann, Mitglied des Historischen Beirats des Präsidiums des Bundes, nicht nur ein historisches Ereignis zu beleuchten, sondern auch die Brücke zur Gegenwart zu schlagen und aktuelle Herausforderungen für die Gesellschaft aufgreifen. So würden beispielsweise für zehn unterschiedliche Themenbereiche jeweils eine Täuferbiografie aus der Frühzeit und eine Person aus der späteren Geschichte vorgestellt: „Männer und Frauen, die auf unterschiedliche Art wagten, ein nonkonformes Leben zu führen, indem sie zum Beispiel auf Waffengewalt verzichteten, sich konsequent gegen Diskriminierung einsetzten oder für die Anerkennung von Menschenrechten kämpften.“ In der Beschäftigung mit den einzelnen dargestellten kurzen Biografien entdeckten die Anwesenden in einer Gruppenarbeit schnell aktuelle Bezüge, zum Beispiel in Bezug auf Gewaltlosigkeit und Diskriminierung, aber auch bei der Frage, wie Baptisten und Baptistinnen heute durch die Gesellschaft wahrgenommen werden.

Insgesamt wurde deutlich, dass das Täufergedenken 2025 eine wertvolle Gelegenheit für freikirchliche Gemeinden ist, ihre Identität zu stärken, ökumenische Impulse zu setzen und sich den Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft zu stellen. Es ist eine Einladung, sich radikal für das Reich Gottes einzusetzen, sowohl in der Gegenwart als auch in Zukunft.

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news-3679 Wed, 15 May 2024 15:09:24 +0200 Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG Jasmin Jäger /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/aufarbeitung-sexualisierter-gewalt-im-befg Der Bundesrat hat mit einer überwältigenden Mehrheit die Bildung einer Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden beschlossen. Der Bundesrat hat mit einer überwältigenden Mehrheit die Bildung einer Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden beschlossen.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kappeln sowie die Gemeinde Schleswig wollen sich proaktiv für Aufarbeitung und Verantwortungsübernahme bei der Thematik „sexualisierte Gewalt" im BEFG einsetzen und haben daher einen Antrag beim Bundesrat gestellt. Nora Lange und Matthias Lange stellten die Anträge vor. Beide zielen darauf, dass der Bundesrat 2025 eine Kommission einberuft, die sich der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt innerhalb des BEFG widmet. „Wir halten es für ein Zeichen der Glaubwürdigkeit und auch für unsere Pflicht als Zeugen des Evangeliums, uns bei diesem Thema um Transparenz, Klarheit und Ehrlichkeit zu bemühen“, so Nora Lange. Die Anträge unterscheiden sich hauptsächlich darin, welche Personen in der Kommission vertreten sein sollen. Der Antrag der EFG Schleswig betont „ausdrücklich Personen, welche nicht in Verbindung zu unserer Bundesgemeinschaft stehen“ und wurde als weitergehender Antrag zuerst verhandelt. Die Kommission soll unter anderem die Geschichten der Opfer und Beschuldigten hören und soll festhalten, wie in den betroffenen Gemeinden und Einrichtungen jeweils mit den Opfern und den Beschuldigten umgegangen wurde. Der Antrag beinhaltet zudem, dass das Präsidium in Zusammenarbeit mit der Kommission einen Leitfaden für Gemeinden und Einrichtungen veröffentlicht, wie sie bei Verdacht auf oder Wissen um sexualisierte Gewalt vorgehen sollen.

„Als Präsidium und Bundesgeschäftsführung begrüßen wir ausdrücklich den Antrag der EFG Kappeln und den Antrag der EFG Schleswig. Aufarbeitung – und damit einhergehend, Unrecht aufzudecken und Schweigen zu brechen – ist uns ein Anliegen“, so Generalsekretär Christoph Stiba. „Bei allen Überlegungen und Beratungen wollen wir Betroffene beteiligen und unverzweckt ihre eigene Stimme zu Gehör bringen.“ Stiba berichtete von einer Spurgruppe, die sich bereits mit der Frage der Aufarbeitung beschäftigt hat, und verwies darauf, dass ebenso Personalakten gesichtet werden sollen. Darüber hinaus unterstrich er die Unabhängigkeit der neu zu gründenden Kommission und ihren Raum für eigene Erkenntnisse und Vorschläge: „Viele aufgeworfene Fragen wird erst die Kommission beantworten können, auch die nach den Ressourcen.“

„Aus Sicht der Prävention sexualisierter Gewalt ist Aufarbeitung notwendig“, so GJW-Referent Jason Querner, Mitglied im Fachkreis Sichere Gemeinde, in der Aussprache. Seit 2017 gibt es im BEFG eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt – für Kinder, Jugendliche und seit diesem Jahr explizit auch für Erwachsene. Und bereits seit 15 Jahren ist das Gemeindejugendwerk mit dem Präventionskonzept „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“ unterwegs. In der Aussprache wurde außerdem der Wunsch geäußert, dass andere Formen von Gewalt mitbedacht werden, und dass seelsorgliche Kompetenz in der Kommission vertreten sein sollte. Der Vertrauensrat der Pastorenschaft begrüßte und unterstützte den Antrag. 98,5 Prozent der Delegierten sprachen sich für den Antrag und somit die Gründung einer Kommission zur Aufarbeitung aus.

Zuvor unterstrichen Michael Noss und Christoph Stiba im Bericht des Präsidenten und Generalsekretärs die Bedeutung des Themas. „Wir sind bestürzt darüber, dass Menschen in unseren Gemeinden oder im Kontext unseres Gemeindebundes sexualisierte Gewalt erlebt haben“, so Generalsekretär Christoph Stiba. „Dafür gibt es keine Rechtfertigung und es erfüllt uns mit Scham. Räume des Vertrauens, als solche betrachten wir unsere Gemeinden ja, konnten von Tätern genutzt werden, die als Vertrauenspersonen ihre Macht missbraucht und Menschen an Körper, Seele und Geist Schaden zugefügt haben. Nichts widerspricht dem Evangelium von der Liebe Gottes, die jedem Menschen gilt, mehr.“ Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba drückten als Vertreter des BEFG aus, dass sie sich an die Seite der Opfer stellen und Verantwortung für Prävention, Intervention und Aufarbeitung übernehmen wollen. 

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news-3676 Tue, 14 May 2024 13:43:04 +0200 „Die Weisheit, die von Gott kommt“ Julia Grundmann /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/die-weisheit-die-von-gott-kommt Der gemeinsame Bundesgottesdienst des BEFG fand dieses Jahr am 12. Mai statt. Einmal im Jahr einen gemeinsamen Bundesgottesdienst zu feiern, ist mittlerweile schon eine kleine Tradition im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Und so hatten die Mitglieder, Freunde und Freundinnen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden, aber auch andere Interessierte am 12. Mai zum fünften Mal die Gelegenheit, diesem Gottesdienstformat beizuwohnen. Der Gottesdienst wurde aus der Baptistengemeinde in Berlin-Schöneberg übertragen. Gemeindepastorin Dagmar Wegener moderierte den Gottesdienst.

Auf YouTube anschauen

Michael Schubach, Pastor der EFG Stollberg, nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit hinein in die Betrachtung von Jakobus 3,13-18 – ein Text, der gewissermaßen das „Hohelied der Weisheit“ darstelle. Anstatt Weisheit in eine starre Definition zu zwängen, beschrieb er ihre Wirkungsweise anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag.

Schubachs Predigt illustrierte, dass Weisheit stets „von oben“ komme. Wenn man sie erlangen wolle, dann sei „ein unverzichtbarer Schritt dahin die Umkehrung unserer Lebensrichtung: Nicht länger nach oben!“ Denn die Weisheit von Gott komme aus entgegengesetzter Richtung: von oben, „aber nicht von oben herab in Überheblichkeit, sondern in Selbsterniedrigung. Die Spitze göttlicher Weisheit gipfelt in der Erniedrigung von Jesus am Kreuz.“ Er betonte, dass göttliche Weisheit sich in Uneigennützigkeit, Friedfertigkeit, Lernbereitschaft, im Zuhören und in der Barmherzigkeit zeige. Diese Weisheit führe nicht zur Spaltung und Zerrüttung, sondern zur Förderung von Frieden und Gerechtigkeit. Vor der Predigt war bereits ein kurzer Videoclip eingespielt worden, in dem verschiedene Befragte berichteten, was für sie die Weisheit bedeutet.

Die Möglichkeiten für die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher, über einen QR-Code eigene Gebetsanliegen einzubringen, verlieh der Fürbitte des Gottesdienstes eine besondere Tiefe und Verbundenheit. Die wachsende Wortwolke verdeutlichte vor allem die drängende Sehnsucht nach Frieden inmitten einer Welt voller Herausforderungen und Konflikte. Auch Weisheit, Liebe und Ehrfurcht vor Gott wurden häufig als Gebetsanliegen genannt.###3_IMAGES###Christoph Stiba und Michael Noss, Generalsekretär und Präsident des BEFG, berichteten von der Bundesratstagung, die am Vortag zu Ende gegangen war. Besonders begeistert zeigte sich Michael Noss davon, dass am Ende von Diskussionen und Kontroversen wieder einmal ein Gefühl der Einheit gestanden habe. „Nicht unbedingt im Sinne von Einigkeit in der Meinung, sondern ein großes und tiefes Gefühl der Einheit und Zusammengehörigkeit“.

Josephine Dietz, Studentin der Theologischen Hochschule Elstal, trug ein Poetry zum Thema Weisheit vor. Darin regte sie zum Nachdenken über die Weisheit an, indem sie fragte „Ist es weise nicht bei den Schwachen zu stehen? Gott nicht mehr im Nächsten zu sehen? Am Kreuz einfach vorüber zu gehen? Jesus und sein Werk nicht anzunehmen?“

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes wurde von einer Band der Baptisten Schöneberg und Jan Primke übernommen, der auch die Bundesratstagung bereits musikalisch begleitet hatte.

Online schalteten sich während des Livestreamings knapp 500 Geräte zu, mit dabei die Gemeinde des predigenden Pastors mit 60 Leuten. In der EFG Leichlingen-Kuhle feierten ungefähr 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und in der EFG Nürnberg Am Südring, rund 90 Besucherinnen und Besucher den Gottesdienst gemeinsam vor dem Bildschirm.

Die Kollekte des Bundesgottesdienstes soll der Gründung ukrainischer Gemeinden in Deutschland zugutekommen. Es kann auch im Nachhinein noch gespendet werden.

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news-3675 Tue, 14 May 2024 09:08:45 +0200 Bundesrats-Forum: 15 Jahre Sichere Gemeinde Wolfgang Günter, Die Gemeinde /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesrats-forum-15-jahre-sichere-gemeinde Das Forum blickte nicht nur zurück auf 15 Jahre „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“, sondern ermöglichte auch einen Ausblick, wie es beim Kindesschutz weitergehen soll. Eines der Bundesrats-Foren am Nachmittag des Himmelfahrtstages drehte sich um „Sichere Gemeinde“. Es war nicht nur eine Rückschau auf 15 Jahre Präventionsarbeit mit der Kampagne „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“, sondern schenkte den Teilnehmenden auch die Möglichkeit zu einem Ausblick. Gemeinde-Redakteur Wolfgang Günter berichtet, wie er das Forum erlebt hat.

Drei Schritte wurden den Zuhörerinnen und Zuhörern vorgestellt: Prävention, Intervention und Aufarbeitung. Anna Eberbach als Gastgeberin moderierte und stellte Pastorin Anja Bloedorn als Anwältin des Publikums vor, die später Fragen und Ideen der Teilnehmenden aufgriff. Diese wurden an GJW-Referent Jason Querner und an Verfahrensbegleiter Reinhard Herrmann zur Weiterarbeit übergeben. Zwischen den einzelnen Teilen sorgte Robin Zabel am Digitalpiano für Musik, die dazu ermunterte, eigenen Gedanken nachzuhängen. 

Im ersten Impulsreferat nahm uns Jason Querner zunächst in die Anfangszeit hinein. 2009 war sexualisierte Gewalt an Kindern noch kein Gesprächsthema, weder in der Gesellschaft noch in unseren Gemeinden. Doch es gab sie – man redete nur nicht darüber. Das GJW nahm dabei eine Vorreiterrolle ein und veröffentlichte Konzepte und Schulungsmaterial noch vor den anderen Kirchen – und zwar so gutes und hilfreiches, dass manches von anderen kopiert wurde. Ein Zeichen dafür, dass wir auf einem guten Weg sind. 

Zwei Dinge stellte Jason Querner als besonderes Problem heraus: erstens unserer kongregationalistische Struktur, die vieles Gute mit sich bringt, auf der anderen Seite aber verhindert, dass man einer Gemeinde irgendetwas vorschreiben könnte – und sei es auch im Dienst einer guten Sache. Deshalb ist hier besonders die Leitungsebene jeder Gemeinde gefragt, die aktiv Strukturen und Regeln schaffen kann, um sexualisierter und anderen Formen von Gewalt möglichst früh einen Riegel vorzuschieben. 

Zweitens wird ein großer Teil der Gemeindearbeit von Ehrenamtlichen getragen. So gut das ist, hat es doch eine Kehrseite, dass nämlich Mitarbeitende häufig wechseln und damit Wissen verlorengeht. 

Noch einmal ein Rückblick: Geblieben ist der Verhaltenskodex, der in den fünfzehn Jahren kaum verändert worden ist und der von allen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, unterschrieben werden soll. 

Zum Schluss stellte Jason Querner noch eine These vor:

Das Präsidium unseres Bundes möge über die aktuellen Kapazitäten in den verschiedenen GJWs hinaus zentral eine Person zu Fragen des Kinderschutzes und der Gewaltprävention im BEFG anstellen.

Denn einerseits sehen wir, dass die personellen Kapazitäten erschöpft sind, andererseits bewirkt Prävention, dass es zu Veränderung kommt. 

Als zweiter Referent kam Reinhard Herrmann von der unabhängigen Anlaufstelle gegen sexualisierte Gewalt im BEFG zu Wort. Er schilderte, wie die Intervention aussieht, wenn es in einer Gemeinde zu Übergriffen kommt. Am Anfang steht ein Gespräch mit der betroffenen Person. Die Verfahrensbegleitung nimmt, wenn von der betroffenen Person gewünscht, Kontakt zur Leitung der involvierten Gemeinde auf, informiert darüber, dass es eine Meldung gab und vereinbart einen Gesprächstermin. In diesem Gespräch kommen Einzelheiten und Namen zur Sprache. Welche Informationen weitergegeben werden dürfen, entscheidet die betroffene Person. Der weitere Weg kann ganz unterschiedlich aussehen, abhängig zum Beispiel davon, ob die Taten schon lange zurückliegen oder gerade passiert sind und der Täter noch in der Gemeinde ist. 

Es ist es wichtig, dass Betroffene gehört werden und ihnen geglaubt wird. Denn oft haben sie schon einen langen und schmerzhaften Weg hinter sich, und die Anlaufstelle ist häufig schon ihr fünfter oder sechster Versuch, Hilfe zu finden. Ganz wichtig: die Täter/ Täterinnen müssen gehen, die Betroffenen sollen bleiben. 

Wie geht es weiter? Am 10 April 2024 hat die Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) über ein Konzept für gemeinsame Standards und zur Einrichtung einer Anlaufstelle für Freikirchen entschieden. Die Mehrzahl der Mitglieder wird teilnehmen, einige sind aktuell noch in der Klärungsphase, da sie zum Beispiel auch eigene Anlaufstellen besitzen.

Zum Schluss stellte Reinhard Herrmann seine These vor, über die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ebenfalls abstimmen konnten:

Wir begrüßen, dass die Anlaufstelle erweitert wurde für alle Personen, die von sexualisierter Gewalt in unserem Bund betroffen sind. Das Forum „15 Jahre Sichere Gemeinde“ spricht sich dafür aus, dass die Anlaufstelle auf alle Formen der Gewalt ausgeweitet wird.

Denn es gibt in unseren Gemeinden nicht nur sexualisierte, sondern auch andere Formen von Gewalt. 

Für den dritten Schritt, die Aufarbeitung, gab es keine Referentin oder Referenten aus unseren Reihen. Das macht eine schmerzliche Lücke deutlich, denn dieser dritte Schritt ist unbedingt notwendig. Dazu gab es auf dem Bundesrat zwei Anträge, die später verhandelt wurden. Aus dem Publikum wurden Äußerungen von Betroffenen verlesen, die der EKD-Aufarbeitungsstudie (ForuM) entstammten, und die Zuhörer und Zuhörerinnen sichtlich anrührten. 

Die These lautete demzufolge:

Gute Präventionsarbeit ist auf Aufarbeitung angewiesen. Das Forum „15 Jahre Sichere Gemeinde“ spricht sich für einen konsequenten und ganzheitlichen Umgang mit Gewalt und Machtmissbrauch aus. Das Präsidium möge Möglichkeiten zur Aufarbeitung entwickeln. 

Die Teilnehmenden sprachen sich mit deutlicher Mehrheit für die Annahme dieser Thesen aus.

Eine Dokumentation der Beiträge finden Sie auf der Seite des GJW

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news-3674 Sat, 11 May 2024 17:25:26 +0200 Resolution des Bundesrats: Demokratie und Menschenwürde /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/resolution-des-bundesrats-demokratie-und-menschenwuerde Am 11. Mai 2024 hat der Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden die Resolution „Demokratie und Menschenwürde“ verabschiedet. Am 11. Mai 2024 hat der Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden die Resolution „Demokratie und Menschenwürde“ verabschiedet. Der Antrag dazu war vom gleichnamigen Bundesratsforum eingebracht worden, das der Beirat „Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung“ gestaltet hatte. Im Folgenden ist die Resolution im Wortlaut nachzulesen.

Wir feiern in diesen Tagen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das 75 Jahre alt wird. Es gibt uns die Grundregeln für unser Zusammenleben, schreibt unsere Freiheitsrechte fest und den Schutz unserer Menschenwürde. Es ist die Grundlage unserer Demokratie. Mit Sorge nehmen wir als Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) wahr, dass diese freiheitlich-demokratische Grundordnung infrage gestellt wird und immer mehr Menschen in unserem Land rechtsextreme Einstellungen teilen. Es gibt eine wachsende Polarisierung und Gewaltbereitschaft in verschiedenen Teilen der Gesellschaft. Gräben vertiefen und verhärten sich. Antisemitismus, Rassismus, Fremden- und Muslimfeindlichkeit sind weit verbreitet, und die Tendenz ist steigend. Das verändert das politische Klima und hat Einfluss darauf, wie wir Demokratie leben. Dabei ist der Rechtsextremismus das größte Problem für unsere Demokratie. Politische Parteien wie die AfD verstärken die Polarisierung in der Gesellschaft. Besonders als Deutsche gilt es, hier aufzumerken und diesen Tendenzen frühzeitig entgegenzuwirken.

Die vielfältigen Krisen in unserer Welt führen zu großen Flucht- und Migrationsbewegungen: Kriege und Terror in der Ukraine, im Nahen Osten und auf dem afrikanischen Kontinent, Armut und Hunger im globalen Süden, die weltweite Klimakatastrophe. Auf solche Krisen und Veränderungen mit Ablehnung, Hass, Spaltung und Ausgrenzung zu reagieren, hat sich nicht nur in der Vergangenheit als katastrophal erwiesen. Aktuell kommen verstärkt Angriffe auf jüdische Einrichtungen und jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie Gewalt gegenüber politischen Repräsentantinnen und Repräsentanten hier in Deutschland dazu. Dies widerspricht unserem christlichen Glauben, der Aufforderung, unseren Nächsten in Liebe zu begegnen, und dem Bekenntnis, dass alle Menschen als „Ebenbilder Gottes“ geschaffen sind (Genesis 1,27).

Als BEFG stehen wir in einer langen demokratischen Tradition, der wir uns verpflichtet wissen. Themen wie Gerechtigkeit, Menschenrechte und Religionsfreiheit sind schon seit unserer Gründungszeit leitend. Nach der „Rechenschaft vom Glauben“[1] (RvG) sind „Gleichgültigkeit und Trägheit, Angst und Selbstbehauptung Ausdruck der Trennung von Gott“ (RvG 1.2). „Weil wir von der Versöhnung mit Gott herkommen, sind wir berufen, der Versöhnung auch zwischen den Menschen zu dienen. In diesem Geiste leisten Christen ihren Beitrag zur Verständigung [...]. Sie setzen sich ein für den Abbau jeglicher Diskriminierung von Menschen durch Menschen und wirken für den Frieden in der Welt“ (RvG 2.II.2). Deshalb fordern wir alle Gemeinden in unserem Bund und alle Mitglieder und Mitarbeitenden auf, sich in allen Arbeitsfeldern weiterhin und engagiert für die Stärkung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und für die Achtung der Würde aller Menschen einzusetzen.

Dies kann in Gottesdiensten und Predigten, in Gruppenstunden und anderen Aktivitäten geschehen. Vor allem aber geschieht es in der persönlichen Haltung, die wir in Gesprächen in unserem Umfeld, in unserem öffentlichen Engagement vor Ort, im interreligiösen und interkulturellen Dialog und in unseren Social-Media-Aktivitäten an den Tag legen. Und es geschieht durch unsere Teilnahme an Wahlen. Im Blick auf die 2024 anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament und zu den Landtagen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen und für zukünftige Wahlen halten wir fest:  Rechtsextreme Parteien können für Christinnen und Christen kein Ort politischer Betätigung sein und sind nicht wählbar.


[1] Die „Rechenschaft vom Glauben“ ist das Bekenntnis der deutschsprachigen Baptisten und des ganzen Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, siehe www.rechenschaft-vom-glauben.de.

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news-3673 Sat, 11 May 2024 12:41:55 +0200 Mini-Festival mit Krimi im Gottesdienst Tom Goeller /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/mini-festival-mit-krimi-im-gottesdienst Am Freitagabend gab es beim Bundesrat ein buntes Programm mit Impro-Theater, Wohnzimmer-Worship, Silent Disco, Raum der Stille und Essen im Innenhof. Ziel der Gestaltung des Abends des dritten Tages der Bundesratstagung sei es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz nach vielen Sitzungen und Diskussionen über „anstrengende Themen“ Entspannung zu ermöglichen, erklärte Dennis Sommer, einer der Planer und Konferenzgestalter. „Dafür veranstalten wir ein ‚Mini-Festival‘ mit Parallelprogrammen“, begründete er das Vorhaben. Die Idee sei, dass man in einem Freeflow (fließenden Übergang) in dem gesteckten Zeitrahmen von eineinhalb Stunden überall und zu jeder Zeit teilnehmen könne. „Deshalb haben wir die Vielzahl an vorhandenen Räumen genutzt, und können parallel fünf Angebote bereitstellen.“

Liebe, Streit, Mord und Totschlag

Das Ehepaar Bettina und Simon Becker von der Villa Wertvoll in Magdeburg arrangierte eine Mischung aus Improvisations-Theater und Konzert. Dabei wurden die Zuschauerinnen und Zuschauer eingebunden und ermutigt, selbst aktiv zu werden. 27 der etwa 80 Zuschauer wurden durch Losverfahren bestimmt, sich auf der Bühne kreativ zu beteiligen. Bettina Becker animierte das Publikum, sich Vorgaben für die Kurztheaterstücke auszudenken, etwa, zu welchen Titeln gespielt werden sollte. Auch das Genre wurde durch das Publikum bestimmt. Die jeweils ausgeloste „Schauspieler-Gruppe“ führte sodann die spontanen Sketche auf, mit Titeln wie „Schneewittchen und die kreative Verwendung der Kollekte“, „Verliebt in der Sauna“, „Krimi im Gottesdienst“ und „Der Streit ums Erbe“. Simon Becker begleitete den Theaterabend am Piano mit phantasie- und klangvollen Stücken, die das Publikum zusätzlich begeisterten.   

Sound of Silence

Wer es individuell bevorzugte, konnte in eine „Silent Disco“ (Stille Tanzveranstaltung) gehen. Das funktionierte folgendermaßen: Jeder Besucher erhielt am Eingang einen Kopfhörer. Denn die Musik wurde nicht hörbar in Raum abgespielt, sondern erreichte direkt über die Headsets die Ohren des Empfängers. Zur Kopfhörermusik wurde dann getanzt. Entweder einzeln oder mit einem Partner; jedoch hörte jeder nur seine ausgewählte Musik.

DJ Rasmus nannte als Ziel dieses Raums: „Zusammen Spaß haben und nach dem langen Sitzen während des Tags am Abend den Körper bewegen.“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten Angebote aus drei Kanälen auswählen und zwischendurch auch hin- und herswitchen. Rasmus legte für zwei Kanäle die beiden Musik-Genres House und Techno auf. Beide Stilrichtungen gelten als die beliebtesten Genres der modernen elektronischen Tanzmusik. House ist song-orientiert, auf 4/4-Rhythmus mit positiven Vibes (emotionale Schwingungen) ausgerichtet und daher definitiv wunderschön zu zweit oder in einer kleinen Gruppe tanzbar. Techno hingegen wirkt mit seinen komplexen Beats und dem experimentellen Einsatz von Synthesizern und Drum Machines futuristisch und bedarf keines Tanzpartners. DJ Rasmus hatte allerdings auch einen dritten Kanal mit gängigerer Musik im Angebot: Christoph Stiba (BEFG-Generalsekretär) und Michael Noss (Präsident des BEFG) hatten gemeinsam eine Playlist zusammengestellt: Christoph Stiba wählte Musik der englischen Rockband „Queen“ (1979 – 1991) aus und Michael Noss Musikstücke des legendären amerikanischen Folk-, Rock- und Bluesmusikers Bob Dylan.###3_IMAGES###

Raum der Stille

Wirklich ruhig ging es im Raum der Stille zu, den die „Geistliche Gemeindeerneuerung“ (GGE) im BEFG anbot. Ein Raum für individuelles Gebet. Edith Becker, die den Raum gestaltet hatte, erklärte dem Interessierten: „Man kann hier Platz nehmen oder knien und einfach Gott erleben. Er dient auch dazu, Menschen, die Ministry suchen, zu segnen.“  Die Idee für ihre Deko hat Edith Becker auf übersinnliche Weise erfahren: „Ich bin überhaupt kein Träumer. Ich hatte erst mal keine Idee für die Ausgestaltung des Raumes. Dann war ich im Urlaub und bekam einen Traum. Ich habe das Kreuz, mit einem weißen Tuch umwickelt, gesehen und verschiedene Tuchbahnen davor.“ Ich habe mir den Traum dann später als einen Entwurf aufgemalt. Die Tücher bedeckten vom Kreuz her in langen Bahnen Richtung Innenraum den Boden. Edith erklärte die Farben: „Gold für die Herrlichkeit Gottes, Rot für das Blut Jesu, Dunkelblau für Wasser, Grün für Wiesen. Alles zusammen dient das Arrangement der Entspannung und Schönheit. Ich bin dankbar für diese Trauminspiration.“ 

Soul im Wohnzimmer

Das sogenannte „Wohnzimmer“ mit Worship (Lobpreis) von Jan Primke und seiner Band war der Hauptmagnet des Abends. Der Dortmunder ist seit 2011 Frontman der „Worship Café Band Witten“ und spielte unter anderem beim „Starlight Express Musical“ in Bochum.  Beruflich ist er zudem Synchron- und Werbesprecher von Hörfunkspots und spricht den täglichen Podcast der Herrnhuter Losungen.  Seine tiefe, sonore Stimme erreichte an dem Worship-Abend mit modernen Lobpreisliedern definitiv die Seelen und Herzen der „Wohnzimmer“-Gäste, die sich zum Mitsingen und Mitsummen mitreißen ließen. Außerdem wurden musikalisch umhüllte Segnungen angeboten. Häufig entstanden Momente des give and take: die mit Lobpreisliedern animierten Teilnehmer steckten wiederum die Band zu immer neuen Höhepunkten an. Ein wahrhaft herrlicher Herrlichkeitsabend, ganz erfüllt vom Geist Gottes. ###3_IMAGES###

Pommes-Inspiration

„Der Gaumen kann im Freien inspiriert werden“, weißt Dennis Sommer schmunzelnd auf die kulinarische Komponente des Festivals hin. Wer wollte – und dies waren viele – konnte sich eine Portion Pommes Frites kaufen - eine Fundraising-Aktion des Gemeindejugendwerks (GJW). Sie diente dazu, jenen, die es sich nicht leisten können, Plätze für das Bundesjugendtreffen (BUJU) von Jugendlichen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden vom 30. Juli bis 3. August in Ottendorf bei Kiel zu finanzieren, erklärte der an der Fritteuse schwitzende Tobias Köpke vom GJW. Und er zeigte sich begeistert über die lange Schlange an Menschen, die geduldig, aber hungrig vor der GJW-Pommesbude anstanden. „Es ist großartig! Wir kommen mit dem Frittieren gar nicht hinterher. So macht es dann auch richtig Spaß.“ Der Andrang war so groß, dass in einem örtlichen Lebensmittelgeschäft riesige Pommes-Tüten nachgekauft werden mussten.

Fazit: Ein nötiger, erfrischender Abend im Festival-Stil für Leib und Seele - jene Beiden, die in den Beratungssitzungen und bewegten Aussprachen stets am meisten beansprucht werden.

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news-3672 Sat, 11 May 2024 12:15:10 +0200 Bundesrat votiert für „Kirchengemeinschaft auf dem Weg“ zwischen BEFG und VELKD Jasmin Jäger /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesrat-votiert-fuer-kirchengemeinschaft-auf-dem-weg-zwischen-befg-und-velkd Die Delegierten der Bundesratstagung des BEFG stimmten mit über 90 Prozent dem Ergebnis der Lehrgespräche zwischen BEFG und der VELKD zu. Die Delegierten der Bundesratstagung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden stimmten mit über 90 Prozent dem Ergebnis der Lehrgespräche zwischen BEFG und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD) zu. Darin sprechen sich beide Kirchen für eine „Kirchengemeinschaft auf dem Weg“ aus – eine Form der Kirchengemeinschaft, die das Miteinander der Kirchen stärkt, ohne eigene Positionen in der Tauffrage aufzugeben.

„Kirchengemeinschaft auf dem Weg“ – hinter dieser Überschrift verbirgt sich nicht nur der Titel eines Forums bei der Bundesratstagung, sondern in erster Linie der Titel eines Abschlussberichtes. Die Lehrgespräche, die der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in den Jahren 2017 bis 2023 mit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland geführt hat, sind zu einem Ergebnis gekommen. „Kirchengemeinschaft auf dem Weg“ heißt der Abschlussbericht des Dialogs. Das gleichnamige Bundesratsforum hat sich mit dem Dokument beschäftigt und unterstützt es mit großer Mehrheit, berichtete Prof. Dr. Oliver Pilnei, Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal und Mitglied der Lehrgesprächskommission. Die Kirchenleitungen der VELKD haben dem Dokument bereits im Herbst 2023 zugestimmt.

„Kirchengemeinschaft zielt nicht“, so Pilnei, „auf eine Fusion oder eine Union von Kirche. Es geht um ein geordnetes Miteinander der beteiligten Kirchen.“ Im Blick auf die Taufe sei eine vollumfängliche Kirchengemeinschaft zwischen Baptisten und Lutheranern nicht möglich. „Denn Baptisten erkennen die Säuglingstaufe nach wie vor nicht an.“ Die Pointe der Argumentation sei dabei, dass die Taufe in dem Bericht als Teil eines mehrschrittigen Prozesses des Christwerdens betrachtet werde. Das mache es den Baptisten möglich, den Weg zum Christsein mit Säuglingstaufe als evangeliumsgemäß anzuerkennen – nämlich dann, wenn zu ihm ein späteres persönliches Glaubensbekenntnis aufgrund des Hörens auf das Evangelium und der Eintritt in die Nachfolge Jesu gehört. Darüber hinaus haben Baptisten und Lutheraner zum Beispiel ein gemeinsames Verständnis des Evangeliums von Jesus Christus.###3_IMAGES###„Was bedeutet nun ‚Kirchengemeinschaft auf dem Weg‘ für die Ortsgemeinden?“, lautete eine Frage in dem Forum. „Die Verantwortung für das geistliche Leben liegt nach wie vor in den Ortsgemeinden“, erläuterte Prof. Dr. Oliver Pilnei. „Ein geordnetes Miteinander, wie es das Dokument beschreibt, bietet eine theologische Grundlage und es schenkt eine Sprache, um das ökumenische Miteinander zu gestalten und auch Wege für ganz praktische Fragen zu finden.“ In der Aussprache im Bundesrat wurde zum Beispiel darauf verwiesen, dass die Erteilung von Vokationen an baptistische Lehrerinnen und Lehrern erleichtert werde. „Das, was vereinbart wurde, muss anfangen zu leben. Das ist dann unsere Aufgabe!“, so Prof. Dr. Volker Spangenberg, der bei der Aussprache und im Forum auf Fragen antwortete. „‚Kirchengemeinschaft auf dem Weg‘ heißt erstmal auch, sich auf den Weg zu machen, um die Gemeinschaft mit Leben zu füllen.“ Der Abschlussbericht empfiehlt beiden Kirchen, noch bestehende Differenzen nicht als kirchentrennend zu bewerten und die Gemeinschaft zum Beispiel in Form des Kanzeltausches oder im Abendmahl zu suchen.

Im Namen des Präsidiums empfahl Prof. Dr. Michael Rohde den Delegierten, den Dialogbericht zustimmend entgegenzunehmen und damit zu erklären, dass der BEFG die darin beschriebene Kirchengemeinschaft bilden will. Manfred Ewaldt, der den BEFG bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) vertritt und das jährliche Treffen der ACK-Delegierten der Landesverbände leitet, drückte seine Freude aus und betonte, dass die ACK-Delegierten einmütig die Annahme des Abschlussberichtes empfehlen. Auch Prof. Dr. Uwe Swarat brachte seine Freude zum Ausdruck: „Wir können eine Kirchengemeinschaft bilden, ohne dass die Lutheraner weiter verlangen, dass wir ihre Säuglingstaufe wie unsere Glaubenstaufe gleichwertig anerkennen. Das tun sie nicht mehr und dafür sind wir sehr dankbar.“ Die Delegierten der Bundesratstagung stimmten mit 90,6 Prozent für die Bildung der beschriebenen Kirchengemeinschaft.

BEFG-Präsident Michael Noss bedankte sich unter dem Beifall der Anwesenden herzlich für die theologische Grundsatzarbeit in diesem sechsjährigen Prozess bei Generalsekretär Christoph Stiba, Prof. Dr. Oliver Pilnei, Prof. Dr. Volker Spangenberg, Prof. Dr. Christoph Stenschke, Prof. Dr. Andrea Strübind, Prof. Dr. Uwe Swarat und Dr. Ulf Beiderbeck. „Wir schreiben hier auch ein Stück Geschichte.“

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news-3671 Sat, 11 May 2024 10:25:14 +0200 Konferenzabend beim Bundesrat: Gerecht anders leben Wolfgang Günter, Zeitschrift Die Gemeinde /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/konferenzabend-beim-bundesrat-gerecht-anders-leben Ideengeberinnen, Mutmacher, Vorreiterinnen – das waren die drei Vortragenden, die am Himmelfahrtstag den Konferenzabend gestalteten. Ideengeberinnen, Mutmacher, Vorreiterinnen – das waren die drei Vortragenden, die am Himmelfahrtstag den Konferenzabend gestalteten. In der von Jana Bednarz und Prof. Dr. Oliver Pilnei moderierten Veranstaltung inspirierten sie die Zuhörer und Zuhörerinnen.

Auf YouTube anschauen

„Ich wünsche dir, dass du nie vergisst, dass du wichtig bist. Einen Unterschied machst, eine Stimme hast.“ So beginnt der Segen, mit dem die Kinder der Villa Wertvoll in Magdeburg nach einem Workshoptag nach Hause entlassen werden. Hier können sie sich in Workshops künstlerisch entfalten und lernen nicht nur bestimmte Fertigkeiten, sondern erfahren auch, dass sie geliebt und wichtig sind. Bettina Becker, gelernte Industriekauffrau, Theologin, Streetworkerin und Theaterpädagogin, ging zunächst der Frage nach, was denn überhaupt gerecht ist. Als Mutter von drei Kindern weiß sie genau, dass das manchmal gar nicht so einfach zu entscheiden ist.

Anschaulich stellte sie das mit einem Luftballon dar, der aufgepustet wunderbar anzusehen ist, doch immer Gefahr läuft zu zerplatzen, wenn ihm der Stachel eines Kaktus zu nahekommt.

Diese Stacheln, die es schwer machen, allen Menschen gerecht zu werden, finden wir überall. Schon in den Startbedingungen, mit denen man sich aufmacht, um etwas zu erreichen, ist Ungerechtigkeit im Keim angelegt. Aus einem bestimmten Land zu kommen etwa kann einem Kind Steine in den Weg legen. Auch wenn es um das Gehalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Villa Wertvoll geht, kann man gar nicht eindeutig entscheiden, was Unrecht ist. Auch hier lauern Stacheln. Ist es gerecht, allen das gleiche Gehalt zu zahlen, wenn doch einige eine lange Ausbildung hinter sich haben, eine Familie in der Heimat versorgen müssen oder auch eine größere Summe geerbt haben, sodass sie es eigentlich gar nicht nötig haben zu arbeiten?

Kurz: Sich immer und überall hundertprozentig gerecht zu verhalten, so dass der Luftballon jederzeit vor den Stacheln geschützt ist, das geht einfach nicht. Doch bevor jemand angesichts dieser Aussichten in Schockstarre verfällt und gar nichts mehr tut, lautet Bettina Beckers Ratschlag:   Packen wir etwas an. Lassen wir uns darauf ein, dass wir etwas bewegen können. Werden wir kreativ. Wir müssen die Welt nicht retten. Das hat Jesus schon getan. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott wirklich sein Reich kommen lässt, wenn wir ihn darum bitten.

Einen weiteren Akzent setzte Frank Heinrich, Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland, Politischer Beauftragter am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung und auch Gründungsmitglied einer Initiative gegen Menschenhandel. In seinem Impulsreferat nahm er die Zuhörenden mit in die Welt der modernen Sklaverei hinein. Vieles auf der Welt hat sich im Lauf der letzten Jahrhunderte – übrigens auch durch den Einsatz von Christen, wie gerne übersehen wird – verbessert, ob es nun um Religions- und Meinungsfreiheit, Frauenrechte, allgemeine Menschenrechte oder die Ächtung des Rassismus geht. Auch die Abschaffung der Sklaverei ist mit dem Namen eines Christen verbunden, William Wilberforce, Frank Heinrichs großes Vorbild. Doch trotzdem, so überraschend es auch klingt, sind heute viel mehr Menschen versklavt, ob nun in der Prostitution oder in der Produktion, als in jeder anderen geschichtlichen Epoche. Und das wird von den Bewohnern der westlichen Welt entscheidend unterstützt. Nur zwei Beispiele: In Deutschland hat statistisch gesehen jeder sechste Mann im Lauf der letzten sechs Wochen ein Bordell aufgesucht und damit Zuhälter unterstützt, die die Frauen versklaven. Und in manchen Teilen der Welt werden junge Männer bestens versorgt, und das nur aus einem Grund: weil sie menschliche Ersatzteilspender sind und auf Bestellung Organe liefern, die dann von deutschen Krankenkassen finanziert, hier bei uns transplantiert werden. Um noch einmal Wilberforce zu zitieren: Du kannst in die andere Richtung schauen, aber du kannst nicht sagen, du hättest es nicht gewusst.

Deshalb, so Frank Heinrichs Fazit, sollen wir die Freiheit, zu der uns Christus berufen hat, dazu nutzen, um anderen die Freiheit zu verschenken.###3_IMAGES###Den Abend beschloss die baptistische Theologin und Bibelübersetzerin Dr. Dr. Valérie Duval-Poujol aus Bordeaux mit einem Einblick in ein erschreckendes Problem, von dem viele sicherlich nicht geglaubt hatten, dass es existiert: häusliche Gewalt unter Christen. In Deutschland kam es im Jahr 2021 zu 301 Femiziden, dazu kommen noch etliche Mordversuche. Und das geschieht auch im Raum christlicher Gemeinden. Schlimmer noch, Gewalt gegen Frauen wird mitunter mit aus dem Zusammenhang gerissenen Bibelverse begründet: „Die Frau sei dem Mann untertan“ und anderen.

Valérie Duval-Poujol hat deshalb die Organisation Une place pour elle („Ein Platz für sie“) gegründet, die Frauen eine Stimme gibt. Und noch viele andere Möglichkeiten gibt es, etwa eine Charta gegen häusliche Gewalt, die man zum Beispiel in Gemeinden ans Schwarze Brett hängen kann. Ein Satz daraus: „Unsere Gemeinde bekräftigt, dass häusliche Gewalt in all ihren Formen unzulässig, nicht zu rechtfertigen und nicht mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren ist.“ Dieser Satz kann Frauen Mut machen und hat ihnen nachweislich Mut gemacht, ihre Geschichte jemandem anzuvertrauen. Darüber hinaus hat der baptistische Weltbund eine Seite eingerichtet: standagainstdv.net, übersetzt „Aufstehen gegen häusliche Gewalt (domestic violence)“, die viele englischsprachige Ressourcen bietet.

Mit einem Zitat von Martin Luther King beschloss sie diesen Abend: „Willst du Thermometer sein oder Thermostat?“ Mit anderen Worten: Willst du nur die Temperatur messen und zur Kenntnis nehmen, was auf dieser Welt alles schiefläuft, oder willst du eingreifen, regeln und die Situation zu Besseren verändern?

Der Konferenzabend lässt sich auf YouTube noch einmal nacherleben

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news-3670 Fri, 10 May 2024 16:32:52 +0200 Bundesrat: ChristusForum erläutert Trennungsbeschluss Dr. Michael Gruber /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesrat-christusforum-erlaeutert-trennungsbeschluss Der Beschluss des ChristusForums, sich vom BEFG zu trennen, war Thema auf der Bundesratstagung. In der Diskussion äußerten sich viele Delegierte enttäuscht über die Entscheidung. Auf der Bundesratstagung haben Mitglieder der Leitung des ChristusForums (CFD) erläutert, warum das CFD eigene Körperschaftsrechte anstrebt und sich vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) trennen will. In der anschließenden Diskussion äußerten viele Delegierte ihre Enttäuschung über den Beschluss, zu dem sich die BEFG-Leitung am 16. April geäußert hatte.

CFD-Geschäftsführer Alexander Rockstroh, Vorstandsmitglied Veit Claesberg und Geschäftsführungsmitglied Steffi Herhaus stellten die Gründe für den Beschluss der CFD-Mitgliederversammlung dar, die am 13. April mit 90,6 Prozent für eine Beantragung eigener Körperschaftsrechte votiert hatte. Claesberg beschrieb zunächst die „soziologische“ Perspektive. Bereits mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden im BEFG vor über 40 Jahren hätten sich viele Parallelstrukturen entwickelt. „Immer wieder entstand der Wunsch nach Eigenständigkeit in der Struktur.“ Bereits 2013 habe man den ersten Antrag auf eigene Körperschaftsrechte gestellt und sich ab 2018 neu aufgestellt, mit dem neuen Namen ChristusForum, einem neuen Logo. „Wir haben ein starkes Selbstbewusstsein entwickelt, streben nach Eigenständigkeit und bitten um eine freundliche Verabschiedung.“

Zudem gebe es theologische Gründe für die angestrebte Trennung. Veit Claesberg nannte die Kreuzestheologie und sexualethische Fragen als Beispiele: „Wir merken, dass wir theologisch anders ticken, anders aufgestellt sind und ein anderes Leitungsverständnis haben.“ Am Vortag hatten BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba in ihrem Bericht hierzu hervorgehoben, zum theologischen Kernthema der Kreuzestheologie habe es sowohl eine klare Haltung als auch Orientierung seitens der Leitung des BEFG gegeben. „Wenn mit dem Wunsch nach klarer Haltung und Orientierung seitens der Leitung des BEFG allerdings die Erwartung verbunden ist, dass wir ‚rote Linien‘ ziehen, Grenzen dessen formulieren, was in den Gemeinden, in den Initiativen, in den Arbeitskreisen und den Gremien noch gesagt oder gedacht werden darf, mithin dem Präsidium die Funktion einer Glaubenskongregation zugesprochen wird, solange es das sagt, was man selbst hören will, dann haben wir diese Erwartungen unseres Erachtens zurecht enttäuscht. Einen kongregationalistischen Gemeindebund von geistlich selbständigen Ortsgemeinden leitet man nicht hierarchisch, also von oben nach unten.“

Alexander Rockstroh beschrieb unterschiedliche Strukturmodelle, mit denen sich das ChristusForum im Rahmen seines Zukunftsprozesses befasst hatte. Die drei Modell innerhalb des Bundes seien aus verschiedenen Gründen verworfen worden, und so habe am Ende die Entscheidung gestanden, die Bemühung um eigene Körperschaftsrechte zu reaktivieren. Steffi Herhaus betonte, man wolle den Menschen im BEFG den Glauben nicht pauschal absprechen, wie dem CFD immer wieder vorgeworfen werde. Auch wolle man nicht die geistliche Einheit aufkündigen. Veit Claesberg stellte am Ende mögliche Optionen für eigene Körperschaftsrechte vor.###3_IMAGES###In der anschließenden rund 40-minütigen Aussprache dominierte die Enttäuschung über den CFD-Beschluss. Es gab aber auch Delegierte, die ihr Verständnis ausdrückten. Häufig fielen die Worte „enttäuscht“, „traurig“ und erschüttert“. Eine junge Delegierte fasste es so zusammen: „Als Gemeinde widersprechen wir den theologischen Gründen. Wir begreifen uns als konservativ. Auch wir befassen uns mit Bekenntnisfragen, und wir stellen uns dabei auf die Rechenschaft vom Glauben. Wir lassen Euch gehen, aber wir fühlen uns unverstanden. Und dass uns durch die Blume der Glaube abgesprochen wird, trifft viele unserer Mitglieder tief.“ Ein Pastor sagte, der Vorwurf, einzelnen Pastoren des BEFG sei die Kreuzestheologie nicht mehr so wichtig, habe ihn sehr verletzt. Ein Delegierter unterstrich hingegen die vom CFD herausgestellten theologischen Differenzen und zog das Fazit: „Ich wünsche Euch im ChristusForum viel Mut.“ Ein anderer dankte dem CFD für die Einmischung und beschrieb ihre Stimme als wichtig. Ein mit Körperschaftsrecht vertrauter Jurist hob hervor, dass die vom CFD genannten Wege zur Erlangung von eigenen Körperschaftsrechten Jahre dauern und auch scheitern könnten. Er warnte vor einer „jahrelangen Zitterpartie“.

„Wenn das CFD die geistliche Einheit erhalten will und gleichzeitig geistliche Gründe für die Trennung nenne, sei das schwierig“, betonte BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. Gleichzeitig unterstrich er, dass man an allen nun anstehenden Fragen konstruktiv arbeiten und Lösungen finden werde: „Wir werden weiter im Geist Gottes, der in uns lebt, miteinander umgehen.“ BEFG-Präsident Michael Noss hob am Ende hervor, er habe sich sehr gewünscht, dass das CFD im Bund bleibt: „Doch wenn Ihr gehen wollt, habt Ihr meinen Segen. Die Tür, durch die Ihr gehen wollt, schlagen wir nicht zu.“

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news-3667 Thu, 09 May 2024 17:30:00 +0200 Niedrigster Mitgliederrückgang dank höchster Zugangszahlen seit 2018 Referat für Kommunikation /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/niedrigster-mitgliederrueckgang-dank-hoechster-zugangszahlen-seit-2018 2023 haben die Gemeinden des BEFG die meisten Mitglieder seit 2018 hinzugewonnen. Dieser positive Trend verhindert keinen Mitgliederrückgang, doch dieser der niedrigste seit 2018. 2023 haben die Gemeinden des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) erstmals wieder mehr Mitglieder hinzugewonnen als in den beiden Jahren vor der Corona-Pandemie. Gleichzeitig sind die Mitgliederabgänge erstmals seit 2019 rückläufig. Diese positiven Trends verhindern keinen Mitgliederrückgang, doch dieser ist prozentual und in absoluten Zahlen der niedrigste seit 2018.

Zum 31. Dezember 2023 hatte der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden 73.029 Mitglieder. Dies berichtete BEFG-Kommunikationsleiter Dr. Michael Gruber bei der Vorstellung der Statistik auf der Bundesratstagung in Kassel. Dies entspreche einem Mitgliederrückgang von 849 Personen oder 1,15 Prozent. Im Vorjahr hatte der Rückgang noch bei 1.889 Mitgliedern oder 2,49 Prozent gelegen. Der Mitgliederrückgang sei 2023 so niedrig wie seit Jahren nicht mehr, weil die Mitgliederzugänge seit dem massiven Einbruch mit Beginn der Pandemie 2020 kontinuierlich stiegen, „2023 sogar deutlich. Wir freuen uns, dass besonders die Taufen mit einem Plus von 16,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weiter nach oben gehen.“ Die Zunahme der Zugänge und der leichte Rückgang bei den Abgängen hätten den Mitgliederrückgang nicht verhindert, jedoch dafür „gesorgt, dass sich die Schere weiter schließt“.

„Auch wenn die Austritte in den letzten beiden Jahren rückläufig sind, liegen sie zusammen mit den Streichungen weiterhin auf einem hohen Niveau“, zeigte Gruber auf. Hier sei eine häufig gestellte Frage, welchen Anteil aufgelöste Gemeinden haben, doch sie seien „nur für 189 von 4.096 Abgängen verantwortlich, was etwa 4,6 Prozent entspricht.“ So bestätige sich, was bereits die Recherchen in den letzten Jahren ergeben hätten: „Die Austritts- und Streichungsgründe sind sehr individuell und hängen mit der jeweiligen Gemeindesituation zusammen.“

Die Situation jeder Gemeinde sei anders, so Gruber: „Es gibt in unserem Bund große, mittelgroße, kleine und ja: auch sehr kleine Gemeinden. Für sehr kleine Gemeinden ist die Arbeit oft in besonderer Weise herausfordernd.“ Gleichzeitig gebe es bei jeder Gemeindegröße spezifische Herausforderungen wie auch Chancen. „Als Bund wollen wir Euch in Eurer Arbeit unterstützen. Und das auch ganz individuell, auf Eure Situation zugeschnitten, wie beispielsweise mit den Beratungsangeboten, dem Projekt:Revitalisierung, mit Evangelisationskonzepten, auch mit Arbeitsmaterial und vielen anderen Angeboten.“ Dies sei keine Einbahnstraße, so Gruber: „Denn jede Gemeinde ist einzigartig – und damit auch eine einzigartige Bereicherung für unseren Bund: auf eine Art und Weise, wie es die hier vorgestellten statistischen Zahlen nicht einmal im Ansatz darstellen können. Und so freuen wir uns, mit Euch diese Bundesgemeinschaft zu gestalten.“

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news-3669 Thu, 09 May 2024 15:46:18 +0200 Bundesrat: Aufruf zu einem gerechteren Leben Julia Grundmann /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesrat-aufruf-zu-einem-gerechteren-leben Im Himmelfahrtsgottesdienst auf der Bundesratstagung in Kassel riefen Diakoninnen des BEFG dazu auf, „in Wort und Tat daran mitzuarbeiten, Gottes Reich unter den Menschen sichtbar zu machen.“ Im Himmelfahrtsgottesdienst auf der Bundesratstagung in Kassel riefen die Diakoninnen, die diesen Gottesdienst gestalteten, dazu auf, die Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden aktiv mitzugestalten. Unter dem Motto „Was steht ihr da und schaut in den Himmel?“ machten sie durch vielfältige Beiträge deutlich: „Als Jüngerinnen und Jünger sind wir auch heute noch aufgefordert, nicht verträumt in den Himmel zu gucken, sondern in Wort und Tat daran mitzuarbeiten, Gottes Reich unter den Menschen sichtbar zu machen.“

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In kurzen eingespielten Videobeiträgen antworteten Diakoninnen und Diakone aus dem BEFG auf die Frage „Was bedeutet für dich ‚gerecht anders leben‘“? Da ging es zum Beispiel um Wertschätzung – auch gerade der Mitmenschen, die einem nicht sympathisch sind, um die besondere Förderung Jugendlicher oder darum, sich gegen Spaltungstendenzen in der Gesellschaft einzusetzen. Ebenfalls in einem Videobeitrag wurde die Arbeit des Vereins „Wir gestalten“ aus Berlin-Wedding mit Diakonin Mirjam Ekelmannvorgestellt. Was „gerecht anders leben“ in einer Führungsposition bedeuten kann, stellte Timon Blau, Diakon und Geschäftsführer der Servicedienste der Tabea Diakonie aus Hamburg, in einem Video vor.###3_IMAGES###In ihrer Doppelpredigt fragten Melanie Bergerhoff und Uta Hildebrandt ebenfalls danach, was das Thema der Bundesratstagung „Dein Reich komme! gerecht anders leben“ in der Praxis bedeutet. Melanie Bergerhoff sprach davon, dass es schon bei Kleinigkeiten im Alltag leicht vorkomme, sich ungerecht behandelt zu fühlen. Demnach stellten die Seligpreisungen und der damit einhergehende Verzicht eine besondere Herausforderung dar. Uta Hildebrandt stellte die Begriffe „gerecht“, „anders“, „leben“ als die drei Winkel eines fiktiven Dreiecks vor und fragte, ob man allen drei Ansprüchen gleichermaßen gerecht werden könne. Sie sei davon überzeugt, dass dies möglich sei, weil Jesus „uns dazu ermutigt“. Es müssten jedoch nicht immer alle drei Bereiche gleichermaßen erfüllt werden. Oft werde Verzicht zudem durch unerwartete Zuwendungen belohnt. Aber man könne auch darauf vertrauen, dass man nicht alles machen müsse: „Ich glaube, dass ich mich als Teil des Ganzen fühlen darf und dass meine Geschwister ihren Teil tun.“ Das Ergebnis der Bemühungen sei in jedem Fall ein heilsames: „Dein Reich komme!“###3_IMAGES###Die Kollekte des Gottesdienstes wurde für zwei diakonische Projekte gesammelt: Die Stiftung „Chance zum Leben“, die schwangere Frauen und Familien in finanziellen Schwierigkeiten unterstützt, sowie das „Netzwerk gegen Menschenhandel“, das sich für die Prävention und Bekämpfung von Menschenhandel einsetzt.

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news-3668 Thu, 09 May 2024 15:12:05 +0200 Eröffnungsabend der Bundesratstagung: „Das Blaue vom Himmel“ Julia Grundmann /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/eroeffnungsabend-der-bundesratstagung-das-blaue-vom-himmel Der Eröffnungsabend der Bundesratstagung war ein Feuerwerk von inspirierenden Worten und nachdenklich stimmenden Liedern. Unter dem Titel „Das Blaue vom Himmel - wer verspricht hier wem was?" nahmen Andreas Malessa, Sarah Kaiser und Samuel Jersak die Seligpreisungen Jesu genauer unter die Lupe und ließen den Eröffnungsabend der Bundesratstagung zu einem Feuerwerk von inspirierenden Worten und nachdenklich stimmenden Liedern werden.

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Es ging um die scheinbar bizarre Situation, dass Jesus mit den Seligpreisungen in der Bergpredigt ausgerechnet den Leidenden gratuliert. „Würde ich mit strahlendem Lachen im Gesicht und Blumenstrauß in der Hand sagen: Gratuliere, Du bist arm! Ihr würdet mich entweder für vollkommen bekloppt oder aber für zynisch halten“, veranschaulichte Malessa diese Paradoxie. Auch ging er der Frage nach, an wen Jesus die Bergpredigt eigentlich richtet – und antwortete: „Die Seligpreisungen wenden sich an Euch und an mich, die wir auf die Vergebung, die Kompensation, auf die Vervollkommnung unsere moralischen und unserer spirituellen Mittelmäßigkeit hoffen.“###3_IMAGES###Wie man sich das Reich Gottes konkret vorstellen könne, erklärte Andreas Malessa anhand der Bibel und mit weiteren Beispielen. Er betonte, dass die „gerechte Welt Gottes“ nicht durch menschliche Anstrengungen erschaffen werden kann, sondern ein Geschenk Gottes bleibt. Dennoch könne sie als visionäre Zielsetzung Vertrauen stärken, zur Nächstenliebe ermutigen und Hoffnung stiften. So ähnlich wie eine schwangere Frau, die zwar schon ein Kind in sich trägt, es aber auch erst bekommt, könne man die Verwirklichung des Reiches Gottes auf der Erde betrachten, das zwar bereits angebrochen ist, aber noch erfüllt werden muss. Jesus ermutigt dazu, den Armen respektvoll zu begegnen, die Weinenden zu trösten, für Gerechtigkeit zu kämpfen und sich für den Frieden einzusetzen. „Damit stellt Ihr die gerechte Welt Gottes nicht selber her“, sagte Malessa dem Publikum, „aber Ihr stellt möglicherweise fest, dass Gott aus unseren halben Sachen ganzes Glück machen kann. Dass auch aus kleinen Herzen große Taten entstehen.“###3_IMAGES###Die musikalischen Beiträge von Sängerin Sarah Kaiser und Samuel Jersak auf dem Piano boten ebenfalls einen besonderen Blick auf die Seligpreisungen der deutlich machte, wie aktuell die Botschaft der Seligpreisungen auch heute noch ist.  Etwa durch das alte Luther-Lied „Aus tiefer Not schrei ich zu Dir“ mit neuem Text. Dort heißt es: „Fern von zu Hause lebe ich, vermisse meine Lieben. Ich spreche diese Sprache nicht, bin müde von den Kriegen. Ich bitte dich, erfrische mich, gieß Heilung über mein Gesicht. Ich hab‘ sonst nichts im Leben.“

Somit ergänzten die Lieder sehr eindrucksvoll die Reflexion über die Bedeutung der Seligpreisungen und machten die Worte Jesu in ihrer „poetischen Schönheit“ und in ihrer Vollmacht lebendig.

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news-3666 Tue, 07 May 2024 12:11:36 +0200 Eine Brücke zwischen den Kontinenten Jasmin Jäger /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/eine-bruecke-zwischen-den-kontinenten Die National Baptist Convention of Namibia hat eine Partnerschaft mit dem BEFG angefragt. Beide Bünde haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht und diese am 29. April feierlich unterzeichnet. Die National Baptist Convention of Namibia (NBCN) hat eine Partnerschaft mit dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden angefragt. Beide Bünde haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht und am 29. April in Elstal feierlich die „In Via Partnerschaft“ unterzeichnet.

Freudestrahlend wurde die Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Das war ein langer Weg: Pastor Lukas Ndjamba, Generalsekretär der National Baptist Convention of Namibia (NBCN), und Jonas Kakenge Mbwenga, der Koordinator der Partnerschaft seitens der NBCN, haben sich auf den Weg nach Elstal gemacht. Zuvor hatte eine Delegation aus Namibia bereits die Bundesratstagung 2023 besucht und Menschen aus dem BEFG und dem namibischen Bund haben einander – auch digital – kennengelernt, und Erwartungen an die Partnerschaft wurden formuliert. Pastorin i.R. Regina Claas koordiniert seit Anfang 2022 das Kennenlernen der Bünde seitens des BEFG und nun die sogenannte „In Via Partnerschaft“. Die ehemalige BEFG-Generalsekretärin, die in den letzten Jahren als Missionarin von EBM INTERNATIONAL im südlichen Afrika gearbeitet hat, führte auch durch die Festveranstaltung zur Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung.###3_IMAGES###BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba betonte in seiner Rede zu Philipper 4,4-8 die Freude und das Gebet füreinander als Teil der Partnerschaft: „Gebet kennt keine Grenzen. Es kann uns tief verbinden und ist eine Chance unserer Partnerschaft.“  Er nannte die Polarisierung in der Gesellschaft, die auch unter Christen verbreitet sei, als Gebetsanliegen. „Nehmt das Gebetsanliegen mit. Und wir wollen für Euch und Eure Sorgen beten.“ NBCN-Generalsekretär Lukas Ndjamba betonte ebenfalls das Gebet und drückte anhand von Philipper 1,3-8 seine Dankbarkeit für den Beginn der Partnerschaft aus. In Philipper 1,3 heißt es zum Beispiel: „Immer bin ich meinem Gott dankbar, wenn ich an euch denke, und das tue ich in jedem meiner Gebete mit großer Freude.“ „Unsere Gebete sind wie eine Brücke zwischen den Kontinenten. Sie bilden eine Brücke der Liebe“, so Regina Claas, die an die Jahreslosung „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ erinnerte. ###3_IMAGES###Was beinhaltet die „In Via Partnerschaft“? Beide Bünde wollen sich gemeinsam auf eine Reise begeben. Neben Gebet sind regelmäßige Online-Treffen und gemeinsame Projekte. Dabei unterstützt der BEFG die NBCN, Mitglied bei EBM INTERNATIONAL zu werden, durch die Projekte auch finanziell unterstützt werden können. Die „In Via Partnerschaft“ ist für einen Zeitraum von fünf Jahren angedacht. Es soll zudem auch Partnerschaften zwischen einzelnen Gemeinden geben. Gemeinden, die daran Interesse haben, können sich per E-Mail bei Regina Claas namibia-partnerschaft(at)befg.de melden.

Abschließend betete die anwesende Gemeinschaft, darunter auch Vertreterinnen und Vertreter von EBM INTERNATIONAL, die zur anstehenden Missionskonferenz angereist waren. Christoph Stiba überreichte den Gästen aus Namibia Abendmahlsgeschirr als Zeichen der Verbundenheit, und Fletcher Kaiya, EBM-Regionalrepräsentant für das Südliche Afrika, sprach einen Segen. Die Freude über die gemeinsame Partnerschaft wurde auch bei einem anschließenden Abendessen deutlich. ###3_IMAGES###

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news-3665 Tue, 07 May 2024 10:26:49 +0200 Bundesratstagung: „Dein Reich komme! gerecht anders leben“ Julia Grundmann /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesratstagung-dein-reich-komme-gerecht-anders-leben Die jährliche Bundesratstagung des BEFG findet vom 8. bis 11. Mai 2024 in Kassel statt. Die jährliche Bundesratstagung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) findet vom 8. bis 11. Mai 2024 in Kassel statt. Unter dem Thema „Dein Reich komme! gerecht anders leben“ versammeln sich knapp 1.000 Delegierte und Gäste, um Herausforderungen und Chancen der heutigen Zeit zu reflektieren und über Zukunftsperspektiven für den Gemeindebund zu entscheiden. Einige Veranstaltungen werden öffentlich gestreamt.

Das Thema „Dein Reich komme! gerecht anders leben“ ist inspiriert von den Seligpreisungen aus der Bergpredigt Jesu und soll dazu anregen, „nach einem gerechten Leben und nach Gottes Maßstäben“ zu fragen. „In einer Zeit, die von Umbrüchen und Unsicherheiten geprägt ist, kann dieses Thema Orientierung und Ankerpunkt bieten“, so BEFG-Präsident Michael Noss. „Die Bundesratstagung bietet eine wertvolle Plattform für Austausch und gemeinsames Engagement.“

Das vielfältige Programm der Tagung wird am Abend des 8. Mai mit einem inspirierenden Impuls von Andreas Malessa eröffnet. Der baptistische Theologe, Autor und Journalist wird über die ganzheitliche „heilende Wirkung“ der Seligpreisungen auf das Miteinander in Familie und Gesellschaft sprechen sowie über den „erfahrbaren Anbruch des Reiches Gottes, zu dem wir Christinnen und Christen berufen sind“. Sarah Kaiser und Samuel Jersak sorgen für die musikalische Gestaltung des Abends.

Weitere Highlights der Ratstagung sind der Himmelfahrtsgottesdienst am Donnerstagvormittag, der von Diakoninnen und Diakonen des BEFG gestaltet wird, und verschiedene Bibelarbeiten zu neu-  und alttestamentlichen Bibeltexten. Darüber hinaus gibt es Foren zu aktuellen gesellschaftlichen und kirchlichen Themen wie „Demokratie und Menschenwürde“ oder zum Abschlussdokument „Kirchengemeinschaft auf dem Weg“ der Lehrgespräche zwischen der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und dem BEFG. Ein ganz neues Format der Bundesratstagung findet am Freitagabend statt. Unter der Überschrift „Soul, Food and Sharing“ gibt es verschiedene parallel stattfindende Angebote, um „die Seele zu nähren und gemeinsam wertvolle Momente zu erleben“: Improvisationstheater, Möglichkeiten der Stille und des Gebets, „Wohnzimmerworship“ oder „Silent Disco“.

Ein besonderer Schwerpunkt der Sitzungen des Bundesrats liegt auf dem Erneuerungsprozess „Unser Bund 2025 – Zukunft gestalten“. Dieser zielt darauf ab, die Strukturen des BEFG so zu überarbeiten, dass sie dem inhaltlich-missionarischen Anliegen des BEFG dienlich sind und einen größtmöglichen Nutzen für die lokale, regionale und überregionale Arbeit der im Bund zusammengeschlossen Gemeinden darstellen. Christoph Stiba, Generalsekretär des BEFG, sagt dazu: „Der Zukunftsprozess unseres Bundes steht im Einklang mit unserem Ziel, den Gemeinden besser zu dienen und in Übereinstimmung mit den Ressourcen des BEFG zu agieren. Wir freuen uns darauf, auf der Bundesratstagung gemeinsam Ideen und Visionen für die Zukunft zu entwickeln.“

Weitere Tagesordnungspunkte, mit denen sich das höchste Entscheidungsgremium des BEFG beschäftigen wird, sind die Berichte aus den einzelnen Arbeitsbereichen des Bundes, der Entschluss des ChristusForums Deutschland, eigene Körperschaftsrechte anzustreben und sich vom BEFG zu trennen, und die Finanzen des BEFG, der sich durch freiwillige Spenden seiner Mitgliedsgemeinden finanziert.

Am Sonntag nach der Bundesratstagung findet ein gemeinsamer Bundesgottesdienst statt, der aus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Berlin-Schöneberg gestreamt wird. Unter der Überschrift „Dein Reich komme – unterwegs mit Frau Weisheit“ predigt Pastor Michael Schubach aus dem sächsischen Stollberg zu Jakobus 3,13-18. Josephine Dietz, Studentin der Theologischen Hochschule Elstal, geht in einem Poetry-Slam-Beitrag der Frage „Was ist Weisheit?“ nach. Musikalisch wird der Gottesdienst von einer Band der EFG Berlin-Schöneberg zusammen mit dem Musiker Jan Primke gestaltet. Gemeinden und Einzelpersonen an unterschiedlichen Orten sind eingeladen, den Gottesdienst, der auf YouTube übertragen wird, gemeinsam zu feiern. Es wird eine Kollekte für die ukrainische Gemeindegründungsarbeit in Deutschland gesammelt.

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news-3662 Thu, 02 May 2024 12:00:00 +0200 Ostersingwoche 2024 in Sandkrug Wilfried Lorenz /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ostersingwoche-2024-in-sandkrug Wie jedes Jahr fand über Ostern die Ostersingwoche statt. Diesmal waren 47 Teilnehmende dabei. Vom 1. bis 7. April 2024 fand die traditionelle Ostersingwoche statt. Wilfried Lorenz berichtet von den Tagen.

Der Klang eines Chores von 47 Singstimmen mit anregender Begleitung eines Klaviers (gespielt von Bertram Arendt, Oldenburg) und das Erleben eines temperamentvoll motivierenden Dirigenten (Martin Sellke, Jüchen) machte schon beim Proben große Freude und noch mehr beim Vortrag im Konzert und als musikalischer Beitrag in einem Gottesdienst.

Das Ergebnis der traditionell in der Woche nach Ostern stattfindenden „Ostersingwoche“ wurde diesmal am Samstagnachmittag in der Ev.-methodistischen Kirche in Edewecht im Ammerland vorgetragen. Es enthielt eine klassische Messe mit fünf Sätzen, viele aktuelle und auch ganz neu komponierte Chorlieder mit anspruchsvollen deutsch-sprachigen Texten und zwei englisch-sprachige Segenslieder. Am Sonntagmorgen bereicherten einige der Lieder den Gottesdienst in der Kreuzkirche der großen EFG Oldenburg.

Hier predigte die Pastorin Dagmar Wegener (Berlin), die auch die Singwoche schon geistlich begleitet hatte. In ihren täglichen Morgen- und Abendandachten hatte sie der Freizeitgemeinschaft wesentliche Bibeltexte mit dem Thema „Alles in Liebe“ nahegebracht und zu geistlicher Gemeinschaft angeregt.

Die schon lange bewährte Freizeitstätte „Evangelische Gästehäuser“ in Hatten-Sandkrug machte ihrem guten Ruf auch in diesem Jahr alle Ehre. Wir werden gerne wiederkommen.

Alle die nun Lust bekommen haben beim nächsten Mal selber dabei zu sein, sollten sich den Termin für die nächste Ostersingwoche (21. bis 27. April 2025) schon einmal im Kalender freihalten!

Der BEFG Musik bietet immer wieder Chorfreizeiten und Veranstaltungen zu Musik an. Alle geplanten Termine sind hier zu finden.

 

 

 

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news-3660 Fri, 19 Apr 2024 21:00:00 +0200 „Come together in Jesus“ Jan Vossloh /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/come-together-in-jesus Etwas mehr als 100 Personen kamen am 13. April zur Ratstagung des Landesverbands Baden-Württemberg zusammen. Etwas mehr als 100 Personen aus 35 Gemeinden des Landesverbands Baden-Württemberg kamen am 13. April zu ihrer jährlichen Ratstagung in der International Baptist Church (IBC) in Stuttgart-Vaihingen zusammen. Ein Bericht von Jan Vossloh aus Urbach.

„Come together in Jesus“ – dieses Thema haben wir auf unserer Landesverbandsratstagung erlebt und gelebt. In der Begrüßung betonte Renate Girlich-Bubeck, Leiterin des Landesverbandes, dass das Ziel der Ratstagung sei, gemeinsam als Gemeinden und Werke für den Auftrag gestärkt, motiviert und informiert zu werden, den wir von Christus erhalten haben. „Zur Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen“. Wir sind in Christus zusammengekommen. Wie ist das, Einheit in Christus zu leben? Pastor Keith Lategan aus der International Baptist Church (IBC), die selbst 40 Nationalitäten beheimatet, sagte in seinem Grußwort: „Es spielt keine Rolle wie unterschiedlich wir sind, weil wir in Christus eins sind.“ Einheit ist keine oberflächliche Beziehung, sondern eine tiefe Verbundenheit. Diese Einheit brauchen wir für die Gegenwart und Zukunft.

Die Themen der Ratstagung waren neben den Berichten der Theologischen Hochschule Elstal, dem Gemeindejugendwerk und dem Diakoniewerk auch ein ehrlicher Blick auf unseren Landesverband. Lars Heinrich, stellvertretender Leiter des Landesverbandes, sagte: „Wir teilen Freude und Leid miteinander. Jede Organisation trägt Werden und Vergehen in sich.“ Das bezieht sich zum einen auf die Suche der Gemeinden nach hauptamtlichen Mitarbeitenden. Auf vier suchende Gemeinde kommt eine zu vermittelnde Person. Zum anderen ist der Landesverband auf Menschen angewiesen, die sich engagieren. Es ist deshalb ein Grund zur Freude: Dorothee Heidecke aus der EFG Böblingen wurde nach einer Zeit der Hospitation in die Leitung des Landesverbandes gewählt. Ebenso haben die 82 stimmberechtigten Mitglieder den Weg für jüngere Menschen geebnet. Ab nächstem Jahr haben alle Gemeinden und Werke beim Landesverbandsrat ein U35-Mandat und können zusätzlich zu ihren Delegierten eine junge Person unter 35 Jahren abordnen.

Veränderung braucht Einheit: In Jesus zusammenkommen um Veränderung gemeinsam zu gestalten. Dr. Stefan Lingott, Mitglied der Steuergruppe UB25, stellte den aktuellen Stand im Prozess „Unser Bund 2025 – Zukunft gestalten“ (UB25) vor. Der Prozess soll „die Strukturen des BEFG so gestalten, dass sie den einzelnen Gemeinden besser und direkter dienen und in Einklang mit den Ressourcen des BEFG stehen und skalierbar sind entsprechend den zukünftigen Entwicklungen.“ Hierzu wurden die bestehenden Strukturen gründlich untersucht. Beim Bundesrat vom 8. bis 11. Mai werden die Delegierten über zwei Konzeptpapiere abstimmen. Das erste Papier behandelt die regionale Eben und junge Gemeinde. Das zweite Papier befasst sich mit der Theologischen Ausbildung unseres Bundes. Es ist wichtig, dass wir diese Veränderung gemeinsam gestalten.

Mit einem gemeinsamen Feierabendmahl und dem gegenseitig zugesungenen Wechselsegen „Du bist gesegnet. Ein Segen bist du“ sind die Delegierten in Christus auseinander gegangen. Räumlich getrennt, aber im Herzen und im Geist gestärkt und verbunden. Möge diese Einheit in Christus unsere Grundlage sein: in unseren Gemeinden, Landesverband und Bund.

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news-3651 Wed, 17 Apr 2024 12:00:00 +0200 Harzer Singtage 2024 in Wernigerode Ricarda Wrede /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/harzer-singtage-in-wernigerode-2024 Vom 23. bis 25. Februar 2024 fanden die 19. Harzer Singtage statt. Vom 23. bis 25. Februar 2024 fanden im bewährt gastfreundlichen CVJM-Huberhaus Wernigerode die 19. Harzer Singtage statt. Diesmal unter Leitung von Henning Worreschk und Christian Hoffmann am Klavier. Ricarda Wrede berichtet davon.

Es tat wieder einmal so gut in, diesmal in nicht ganz so großer Runde, gemeinsam zu singen, neue Chormusik kennenzulernen und einzustudieren, sowie neue Kontakte zu knüpfen und alte Kontakte zu pflegen.

Da es inzwischen leider nicht mehr so viele Gemeindechöre gibt, sind die Harzer Singtage auch immer eine hervorragenden Gelegenheit für chorlose Sänger:innen unter Anleitung wechselnder großartiger Chorleiter:innen Stücke einzustudieren und, auch zur großen Freude der EFG Wernigerode, am Sonntag in den örtlichen Gottesdienst mit einzubringen.

Auf ein Wiedersehen vom 28. Februar bis 02. März 2025, dann unter der Leitung von Sabine Heilmann.

Der BEFG Musik bietet immer wieder Chorfreizeiten und Veranstaltungen zu Musik an. Alle geplanten Termine sind hier zu finden.

 

 

 

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news-3654 Tue, 16 Apr 2024 17:00:00 +0200 „Dient einander!“ Regina Bauer /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/dient-einander Am 13. April trafen sich 113 Abgeordnete aus Niedersachsen, Ostwestfalen und Sachsen-Anhalt zur Ratstagung des Landesverbands NOSA.  Am 13. April 2024 war es mal wieder so weit: 113 Abgeordnete aus dem drei Bundesländer umspannenden Landesverband NOSA (Niedersachsen, Ostwestfalen, Sachsen-Anhalt) hatten sich zu ihrer jährlichen Ratstagung getroffen. Ein Bericht von Regina Bauer aus Northeim.

Bei schönstem Frühlingswetter waren sie gekommen und wurden durch die Gemeinde Minden mit Brötchen, Kaffee und Kuchen willkommen geheißen. Es gab ein herzliches Begrüßen: „wie schön, du bist auch da…“, „ach, wo kommst du denn her?“, „wie lange seid ihr denn heute schon unterwegs…?“ Der Landesverband erstreckt sich immerhin von Bielefeld bis Wittenberg und von Göttingen bis Walsrode. Da mussten einige schon sehr früh aufstehen!

Dirk Zobel als Mitglied der Landesverbandsleitung begrüßte die Abgeordneten und stimmte in das Thema des diesjährigen Treffens ein: „Dient einander!“ Dazu betrat Stefan Panter, Referent für Gemeindegründung im BEFG, eindrucksvoll mit Gehhilfe und Seil ausgerüstet, die Bühne. Er sprach zu dem Bibelwort aus 1. Korinther 1: „Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit Jesus Christus … dass ihr alle mit einer Stimme redet und lasst keine Spaltungen unter euch zu.“ Mit dem Bild der Seilschaft ließ sich verstehen, wie selbstverständlich es ist, den Bergführer vorn gehen zu lassen; wie notwendig es ist, das Seil nicht zu locker innerhalb der Seilschaft hängen zu lassen und die Positionen verantwortungsvoll zu bestimmen. So geht der Schwächste gleich vorn hinter dem Führer und der Stärkste geht hinten. Wir haben neu verstanden, dass wir zuallererst an Jesus hängen und nicht aneinander. Welche Entlastung!

Einander dienen wollte die Ratsgemeinschaft auch durch das Einsammeln der Kollekte. Die Gemeinde Schwülper hat hohe Sanierungskosten ihres denkmalgeschützen 400 Jahre alten Gemeindehauses zu stemmen. So konnte die Ratskollekte von über 1000 Euro ein kleines Zeichen der Solidarität sein. Im weiteren Verlauf beschloss der Landesverbandsrat, in diesem Jahr die Gemeinde Schwülper mit einer Baukollekte der Mitgliedsgemeinden zu unterstützen.

Den Ratsteil der Tagung leitete Wolfgang Bauer.  Jürgen Tischler, Leiter des Landesverbands und Referent für Gemeindeentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit wagte einen Rückblick auf die vergangene, extrem schwierige Ratstagung 2023 und zeigte sich dankbar für eine gute Entwicklung und ein konstruktives Miteinander. Der Ausblick war geprägt von den Entwicklungen des Prozesses „Unser Bund 2025 – Zukunft gestalten“. Christoph Bartels, Projektkoordinator des Prozesses, berichtete über die Zielsetzung und den Stand des Projekts. Weil beim Bundesrat in Kassel eine Richtungsentscheidung erwartet wird, wurden die Landesverbandsratsmitglieder aufgefordert, in ihren Regionalgruppen über die derzeitigen Prozesse zu beraten. Angedacht ist, anstatt der bestehenden 12 Landesverbände 25 bis 35 Gemeindeentwicklungsregionen zu bilden – mit entsprechendem Personal für überregionale Gemeindearbeit. Ziel aller Überlegungen soll sein, Strukturen so zu gestalten, dass sie Gemeinden besser dienen, und in Einklang stehen mit den Ressourcen des Bundes.

Benedikt Elsner, Leiter des GJW, stellte die neue Mitarbeiterin Jessica Rosiak als Verwaltungskraft vor. Mit Video-Einspielungen wurde ein buntes, interessantes Bild der Arbeit im GJW vermittelt und den Mitgliedern der Ratstagung ans Herz gelegt, ihre Jugendlichen zum BUJU zu entsenden. Der neue Bildungsreferent Bjerke Gfrörer grüßte per Video, da er gemeinsam mit Nordwestdeutschland für Niedersachsen angestellt ist und zeitgleich in Leer beim Landesverbandsrat im Dienst war.
Auch der Bund begrüßte den Landesverband mittels Videoeinspielung. BEFG-Präsident Michael Noss wies auf das neue Jahresthema hin: „Dein Reich komme! gerecht anders leben“.###3_IMAGES###Nach der Mittagspause – großes Lob an die Gemeinde Minden für die super Organisation und das leckere Essen! – ging es weiter mit Wahlen, Kassenbericht und Haushaltsplan. Jürgen Tischler und Stefan Voges wurden als Landesverbandsleiter und Stellvertreter wiedergewählt. Die Kassenverantwortliche Susanne Schulz berichtete von dem erstaunlichen Erlebnis, dass auf Nachfrage bei einigen Gemeinden, die ihren Landesverbandsbeitrag noch nicht gezahlt hatten, tatsächlich nochmal 15.000 Euro Nachzahlungen eingegangen sind. Das hilft dem Haushalt des Landesverbands sehr und so verzichtete die Landesverbandsleitung darauf, die Gemeinden zu bitten, für 2025 den Landesverbandsbeitrag anzuheben.

Für das Diakoniewerk Kirchröder Turm stellte der neue Gesamtleiter des Campus Springe, Rüdiger Jezewski, die Neubaupläne des Diakoniezentrums Springe vor und hob die Einzigartigkeit der unterschiedlichen Angebote für alte und pflegebedürftige Menschen hervor. Die christliche Drogentherapie Neues Land wurde von Andreas Löwe vorgestellt. Damit ist das Angebot verbunden, Vertreter des Neuen Lands in die Gemeinden einzuladen oder sich bei den „Tagen der offenen Tür“ einen Einblick in die Arbeit und vom Geist der Einrichtungen zu verschaffen.

Jürgen Tischler und Edith Becker verabschiedeten die Abgeordneten mit der Aufforderung, ihre Anliegen in Bezug auf die eigene Gemeinde auf eine vorbereitete Karte zu schreiben und an den ausgeteilten Karabinerhaken „zu hängen“. Dafür suchte sich jede und jeder ein Gegenüber aus einer anderen Gemeinde zum Austausch und für das Versprechen, füreinander zu beten.

Fazit: Ein absolut gelungener Landesverbandsrat mit vielen Möglichkeiten der Begegnung, mit geistlichen Impulsen, Gebeten, verantwortungsvoller Leitung und super Vorbereitung auf allen Ebenen.
Vielen Dank an alle Beteiligten!

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news-3650 Tue, 16 Apr 2024 11:14:32 +0200 Enttäuschung und Schmerz über die angestrebte Trennung /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/enttaeuschung-und-schmerz-ueber-die-angestrebte-trennung Mit seinem Beschluss, eigene Körperschaftsrechte anzustreben, hat das CFD den Weg bereitet, sich vom BEFG zu trennen und eine eigene Freikirche zu gründen. Mit seinem Beschluss, eigene Körperschaftsrechte anzustreben, hat das ChristusForum Deutschland² (CFD) am 13. April 2024 in seiner Jahresversammlung den Weg bereitet, sich vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) zu trennen und eine eigene Freikirche zu gründen. Dazu geben BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba im Namen des Präsidiums und der Geschäftsführung des Gemeindebundes dieses Statement [PDF] ab.

Der Beschluss des CFD, sich vom BEFG zu trennen, erfüllt uns mit Enttäuschung und Schmerz. Das CFD hat sich entschieden, eine 83 Jahre währende Geschichte aufzugeben, in der aus geistlichen und pragmatischen Gründen immer wieder an der Einheit festgehalten wurde. Der gemeinsame Bund war 1941/42 auch gegründet worden, um einen Beitrag zur Überwindung der konfessionellen Spaltung zu leisten, indem Christen in der Vielfalt der unterschiedlichen Traditionen die Einheit in Christus suchen und leben. Bis heute fühlen sich viele Gemeinden in diesem Bund gerade auch mit seiner konfessionellen Vielfalt zu Hause. Für sie ist die geplante Trennung in besonderem Maße schmerzhaft.

Die Trennung wird mit einem Zerrbild des Bundes begründet und geht von falschen Annahmen aus. Nur ein Beispiel: Vom CFD ist zu hören, im BEFG stelle man den Sühneopfertod und die Auferstehung Jesu infrage. Wer sich damit befasst und sich beispielsweise Statements und Andachten leitender Verantwortlicher durchliest oder sich den aktuellen Podcast der Theologischen Hochschule Elstal anhört, merkt schnell, wie unfair und übertrieben solch verallgemeinernde Aussagen sind. Auch in Fragen der Sexualethik wird mitunter der Eindruck erweckt, im BEFG gebe es ausschließlich liberale Positionen. Richtig ist, dass es in unserem Bund respektiert wird, wenn Gemeinden zu unterschiedlichen Erkenntnissen kommen; auch darin drückt sich die Selbstständigkeit der Ortsgemeinde im Sinne des Kongregationalismus aus. Wir möchten unser Ringen in Erkenntnisfragen nicht über Grenzziehungen oder rote Linien definieren, sondern am gemeinsamen Bekenntnis festhalten.

Dabei hat unser Bund ein klares gemeinsames Glaubensfundament. Wir stehen auf der Grundlage der Heiligen Schrift. Unsere Glaubensbasis haben wir in der „Rechenschaft vom Glauben“ zusammengefasst, die wiederum Bezug nimmt auf das Apostolische Glaubensbekenntnis, das – wie die Heilige Schrift – alle Christen verbindet. Auf dieser Basis, deren unverrückbare Mitte Christus ist, sind wir eine Kirche des Dialogs. In der Diskussion um die Trennungsabsichten des CFD wird der falsche Eindruck erweckt, Dialog sei mit Beliebigkeit gleichzusetzen. An dieser Stelle möchten wir hierzu das wiederholen, was Präsidium, Bundesgeschäftsführung und die Leiterinnen und Leiter der Landesverbände im November 2023 in ihrer Stellungnahme „Gemeinsam sind wir Bund!“ über das Miteinander der konfessionellen Traditionen im BEFG geschrieben haben:

Eine solche Übereinkunft setzt […] einen anhaltenden Dialog voraus. Dazu gehört die Bereitschaft, diese Übereinstimmung immer wieder neu in den Blick zu nehmen und ihre Konkretion auch miteinander auszudiskutieren. Solche theologischen Gespräche sind nie einfach, brauchen Zeit, Gebet und dauern mitunter viele Jahre. Dabei sind das geistliche Miteinander und das Beieinanderbleiben in aller Unterschiedlichkeit ein starkes Zeugnis für die Menschen in unseren Gemeinden und darüber hinaus. Eine Trennung wäre ein fatales Signal. Wir haben einen gemeinsamen Auftrag. Wir sind mit hineingenommen in Gottes Mission. Wir sind dazu berufen, in Einheit der Welt die gute Nachricht von Jesus Christus zu verkündigen. Diese Einheit untereinander macht uns glaubwürdig, damit die Welt glaubt. Lasst uns diese Einheit bewahren, wo sie vorhanden ist, schützen, wo sie gefährdet ist, und neu suchen, wo sie abhandengekommen ist. Wir sind berufen, das Band des Friedens zu knüpfen, mögliche Schritte aufeinander zuzugehen, vorhandene Vorurteile abzubauen und Einwände respektvoll zu formulieren und zu vertreten, Verschiedenheiten untereinander anzuerkennen, voneinander zu lernen, füreinander zu beten und gemeinsam Christus in Wort und Tat zu verkündigen. In diesem Sinne wünschen wir uns, dass wir uns den Glauben gegenseitig glauben. Wir wollen die Vielfalt in der Einheit, in der Jesus Christus das Zentrum ist und bleibt.

Traurig müssen wir erkennen, dass Teile des Bundes anderen Teilen des Bundes ihren Glauben nicht glauben. Gemeinden, in deren Geschichte die baptistische und die Brüder-Tradition bedeutsam sind, stehen jetzt möglicherweise vor einer Zerreißprobe. Da das CFD seine Beteiligung an „Unser Bund 2025 – Zukunft gestalten“ bereits im vergangenen Jahr beendet hat, halten sich die Auswirkungen des CFD-Beschlusses auf den Strukturprozess zwar in Grenzen. Und auch finanziell wäre der Austritt von CFD-Gemeinden zu verschmerzen. Aber geistlich ist es unseres Erachtens eine schwere Niederlage, weil das gemeinsame christliche Zeugnis in dieser Welt darunter leidet. Dennoch werden wir Wege finden, im Geiste des Evangeliums miteinander umzugehen. Wir werden gute Lösungen finden für die Gemeinden, die in die Entscheidung zwischen Bund und CFD gezwungen werden, sich aber aufgrund ihrer Geschichte und/oder Erfahrungen nicht entscheiden können oder wollen. Und wir werden Gott weiterhin und immer wieder um seinen Segen bitten, auch wenn wir der Überzeugung sind, dass dieser Weg der Trennung in eine falsche Richtung führt. Denn wir sind gewiss: Gott kann auf krummen Linien gerade schreiben. Das gilt im Leben jedes Menschen, jeder Gemeinde, jedes Gemeindebundes.

Als BEFG sind wir weiterhin Teil der Mission Gottes in dieser Welt, Gesandte und Botschafter des Reiches Gottes, wie wir es zuletzt auch in unserem überarbeiteten Leitbild zum Ausdruck gebracht haben. Und so blicken wir trotz Enttäuschung und Schmerz mit Zuversicht in die Zukunft, weil wir wissen: „Christus ist unser Friede“ (Epheser 2,14a).

Elstal, 16. April 2024

Michael Noss                      Christoph Stiba
Präsident                           Generalsekretär


[²] Bis 2020: Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden (AGB)

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news-3652 Sat, 13 Apr 2024 17:28:00 +0200 Freikirchen als sichere Räume Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) /aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/xx Zentrales Thema der Mitgliederversammlung war der Umgang mit sexualisierter Gewalt. Die Delegierten der 15 Freikirchen in der VEF haben in Kassel mit Vorfreude in die Zukunft geblickt. Im April 2026 wird die VEF 100 Jahre alt. Näher liegt der gemeinsame Gottesdienst mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im September 2024 anlässlich der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung zur Predigtgemeinschaft. Zentrales Thema der Mitgliederversammlung war jedoch der Umgang mit sexualisierter Gewalt.

„Wir werden weiter intensiv daran arbeiten, Menschen vor sexualisierter Gewalt zu schützen und Räume für Betroffene zu öffnen.“ Diese Worte von Marc Brenner, Präsident der VEF, spiegeln die Dynamik des Themas wider. Schutzkonzepte zur Prävention von sexualisierter Gewalt liegen inzwischen in allen Freikirchen der VEF vor. Für die Intervention bei akut auftretenden Fällen haben die meisten auch bereits Anlaufstellen oder Kommissionen eingerichtet. Damit diese Schutzmechanismen auf den neuesten Stand kommen, haben die Delegierten eine gemeinsame Erwartung von Mindeststandards verabschiedet. Die Arbeitsgruppe, die sich seit 2022 intensiv mit der Thematik beschäftigt, wird nun an den noch offenen Fragen zu einer möglichen gemeinsamen Anlauf- und Clearingstelle weiterarbeiten.

Schwieriger stellt sich die Frage der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in der Vergangenheit dar. Es gebe viele Hürden für eine proaktive systematische Aufarbeitung, so Konstantin von Abendroth, Beauftragter am Sitz der Bundesregierung. Er präsentierte hierzu eine interne Umfrage. In den meisten Freikirchen sind die Ortsgemeinden selbstständig, auch in der Personalführung. Personalakten aus der Vergangenheit sind daher eher datenschutzkonform gelöscht, anstatt aus Archivierungsinteresse erhalten geblieben.

Zudem sind Freikirchen von ihrer Struktur her stark durch ehrenamtliches Engagement der Mitglieder geprägt, das sich dementsprechend nicht in Personalakten niederschlägt. Die Freikirchen in der VEF sind darauf angewiesen, dass sich Betroffene melden, um konkrete Fälle aus der Vergangenheit aufzuarbeiten.

„Dass bis zu 90 Prozent aller Mitglieder Kenntnis und Zugang zu Anlaufstellen, auch für Erfahrungen aus der Vergangenheit, haben, ist ein gutes Zeichen“, so der Beauftragte. Für diese „Meldungen“ eine Haltung der Offenheit zu zeigen, ist derzeit die hauptsächliche Aufgabe beim Thema Aufarbeitung.###3_IMAGES###Die Kommunikation zu diesem und anderen Themen war über 12 Jahre lang die Aufgabe von Dr. Michael Gruber, der nun offiziell als Pressesprecher der VEF verabschiedet wurde. Marc Brenner dankte Michael Gruber für seinen professionellen Einsatz für die VEF. Michael Gruber leitet weiterhin das Referat für Kommunikation des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Elstal bei Berlin. Ein Nachfolger als Pressesprecher der VEF ist noch nicht gefunden.

„Evangelisch predigen“ lautet die kirchliche Vereinbarung, die am 15. September 2024 um 11 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin unterzeichnet wird. VEF-Präsident Marc Brenner und die amtierende Ratsvorsitzende der EKD, Kirsten Fehrs, werden die Unterzeichnenden sein. Konstantin von Abendroth wird bei dem gemeinsamen Festgottesdienst die Predigt halten. Im Text der Vereinbarung heißt es: Dies ist „ein Ergebnis des in den vergangenen drei Jahrzehnten im regelmäßigen Konsultationsprozess gewachsenen Vertrauens.“ Die Vereinbarung ermutigt zu Predigtgemeinschaft und Kanzeltausch. Interessierte sind zu dem Gottesdienst herzlich eingeladen.

Die Jubiläumsfeier der VEF wird genau 100 Jahre nach dem eigentlichen Gründungstag am 29. April 2026 im Rahmen eines Abendempfangs in Berlin stattfinden. Mit diesem hoffnungsvollen Ausblick endete die Mitgliederversammlung. Die nächste Mitgliederversammlung wird im November 2024 in Magdeburg stattfinden.

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