Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.
BUND AKTUELL Nr. 8 | 6. August 2020

Liebe Leserin, lieber Leser,


nun sind wir schon ein halbes Jahr im Corona-Modus. Das Leben hat sich verändert – stärker und umfassender, als wir es in dieser globalen Art und Weise seit langem erlebt haben. Kaum ein Lebensbereich ist davon ausgenommen. Dabei scheint es, dass wir in Deutschland die Herausforderungen besser bewältigen als an vielen anderen Orten der Welt. Trotzdem merken wir, wie das normale Leben, das wir kannten, erst einmal vergangen ist.

Auch das Leben in unseren Gemeinden ist von den Einschränkungen und Veränderungen stark betroffen. Viele kreative Ideen sind entstanden und umgesetzt worden, um das Gemeindeleben aufrechtzuerhalten. Gemeindegrenzen haben sich dadurch auch ein wenig aufgehoben, weil es nun auch online möglich ist, mal hier oder dort „reinzuschauen“. Auch seelsorgerliche Angebote gehen via Internet und vieles andere mehr.

Trotzdem merken wir, dass das „neue Normal“ noch keinen richtigen Sitz in unserem Leben gefunden hat. Die Begegnungen fehlen uns, das gemeinsame Singen und das unbefangene Aufeinanderzugehen ebenso. Wir Menschen halten viel aus und unsere Belastungsgrenzen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sind weit. Aber irgendwie sind wir alle von der Sehnsucht beseelt, dass es doch wieder so werden soll, wie es war und wie wir es seit langem gewohnt sind.

Viele haben aber auch das Gefühl, dass es eine Rückkehr zum Gewohnten nicht mehr geben wird. Wer weiß, wie lange uns dieses Virus noch begleiten wird? Wer kann sagen, welche Auswirkungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik noch zu erwarten sind? Sind wir vielleicht längst in eine neue Wirklichkeit aufgebrochen? Wer weiß?!

In letzter Zeit ist mir immer wieder das Wort aus 2. Timotheus 1,7 begegnet: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ An dieser Stelle gibt es für uns Christinnen und Christen den entscheidenden Dreh- und Angelpunkt. Es ist Gottes Geist, der uns nicht verzagen lässt, der die Furcht kleiner hält als die Zuversicht und der uns immer wieder den Mut gibt, auch in eine noch ungewisse Zukunft zu gehen. Wir können und dürfen unser Gemeindeleben kreativ gestalten. Wir werden manches hinter uns lassen, wir werden aber auch Neues gewinnen. Gottes Liebe in Jesus Christus ist dafür der Beweggrund. Er hat uns die Freiheit geschenkt, die wir brauchen, damit unser Leben gelingen kann.

Diesen Geist, der Mut und Zuversicht schenkt, wünsche ich insbesondere den Menschen im Libanon, die von verheerendem Leid, Zerstörungen und einer allgemeinen Krise des Landes betroffen sind. Lasst uns für sie beten!

Michael Noss
Präsident





Hilfe nach Explosion in Beirut

Gebet für den Libanon

Die libanesische Hauptstadt Beirut wurde am Dienstag von einer verheerenden Explosion erschüttert. Ein Video der Lebanese Society for Educational and Social Development (LSESD) zeugt von unberschreiblichem Leid. „Uns fehlen die Worte und wir sind zutiefst erschüttert“, schreibt Generalsekretär Christoph Stiba an den libanesischen Baptistenbund und sichert ihnen Unterstützung zu: „Eure Gebetsanliegen sollen unsere sein. Als Bund bitten wir unsere Mitglieder, für den Libanon zu beten und auch finanziell zu helfen.“ German Baptist Aid unterstützt seit vielen Jahren Projekte der LSESD. Unabhängig von der aktuellen Katastrophe wurde in diesen Tagen eine Unterstützung von 40.000 Euro auf den Weg gebracht, da die Menschen im Libanon bereits von einer allgemeinen Krise betroffen sind. Aufgrund der verheerenden Explosion wurde dieser Betrag in einer Spontansitzung des Katastrophenhilfekomitees nun um 20.000 Euro erhöht.

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Themenheft „gewagt! mündig leben“

Material für Gottesdienste und Gemeindegruppen

Der Verein „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V “ hat einen Materialband zum Thema „gewagt! mündig leben“ veröffentlicht. Eine echte Fundgrube mit Entwürfen für Gottesdienste und Bibelstunden sowie Hintergrundinformationen rund um das Täufergedenken. Das Themenjahr 2020 markiert den Start einer fünfjährigen Themenreihe zum 500. Gedenken an den Beginn der Täuferbewegung 1525. Das erste Themenheft greift dabei die Forderung nach Religions- und Gewissensfreiheit auf. „Dass dieses Verständnis von Religionsfreiheit heute Grundlage unseres Zusammenlebens ist, dazu hat auch die täuferische Tradition beigetragen “, schreibt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seinem Grußwort, „mit ihrem Beharren auf der Freiheit des Einzelnen, der Begrenzung staatlicher Macht in Glaubensfragen und der Ablehnung von Gewalt.“

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Tomás Mackey ist neuer BWA-Präsident

Erste virtuelle Ratstagung der Baptist World Alliance

Vom 21. bis 23 Juli fand die erste Online-Ratstagung des Baptistischen Weltbunds (BWA) statt. Während dieser Konferenz wurde der Argentinier Tomás Mackey als neuer Präsident eingeführt. Tomás Mackey ist in diesem Amt Nachfolger von Paul Msiza, der nach fünfjähriger Dienstzeit verabschiedet wurde. Paul Msiza hatte gute Kontakte zum BEFG und war mehrfach zu Besuch in Deutschland, zum Beispiel auf der Bundesratstagung im Jahr 2016 in Kassel. Dort sprach er zum Thema „Bunte Gemeinde – Staunen über Christus im Anderen“. Der neue Präsident Tomás Mackey, Theologieprofessor aus Buenos Aires, bringe sich seit mehr als 30 Jahren aktiv in die Arbeit des Baptistischen Weltbunds ein, hieß es in einer Presseerklärung, zuletzt im Exekutivkomitee sowie als Vorsitzender der Kommission für theologische Ausbildung. Zudem sei Mackey an den theologischen Gesprächen mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen beteiligt gewesen. BEFG-Präsident Michael Noss und BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba nahmen als Delegierte des deutschen Bundes an der Ratstagung teil, BEFG-Referent Thomas Klammt als Mitglied der BWA-Exekutive.

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Gedenken an 75 Jahre Hiroshima und Nagasaki

Stellungnahme unterzeichnet

Foto: Giada Nard/Pixabay

Vor 75 Jahren explodierte die erste Atombombe am 6. August über Hiroshima und am 9. August 1945 eine weitere über Nagasaki. In Gedenken an die Bombardierung der japanischen Städte haben der Arbeitskreis „Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung“ und mehr als 180 weitere Gruppen und Organisationen eine gemeinsame interreligiöse Erklärung unterzeichnet. Darin bekräftigen sie, „dass das Vorhandensein auch nur einer einzigen Atomwaffe gegen die grundlegenden Prinzipien unserer verschiedenen Glaubenstraditionen verstößt und alles, was uns lieb und teuer ist, durch unvorstellbare Zerstörung bedroht.“ Daher fordern sie die Regierungen auf, Atomwaffen vollständig abzulehnen und den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen zu unterzeichnen. Sobald 50 Staaten den Vertrag der Vereinten Nationen (UN) ratifizieren, wird dieser in Kraft treten.

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Aktuelles aus den Landesverbänden

Zuhause mitten in Wetter

Foto: ruhrkirche

Eine Gemeinde wagt mehr als den Tapetenwechsel: Die ruhrkirche in Wetter wagt einen Neubau. Die Gemeinde hat das Gelände eines ehemaligen Autohaues gekauft. „Wir wünschen uns, dass unser neues Gemeindezentrum auch außerhalb der Gottesdienste zu einem Zuhause für Menschen in Wetter wird“, so Martin Sinn (l.), der Leiter der Finanzen für das Projekt. Pastor Timo de Buhr (r.) erklärt die Baupläne: „Am wichtigsten für uns war die Praktikabilität, dass das Gebäude möglichst multifunktional und zukunftsorientiert ist. Es soll von innen funktionieren und Raum für das haben, was uns wichtig ist und was wir anbieten wollen. Gemeinde ist ja kein Gebäude – ein Gebäude ist etwas, das uns dienen soll, damit Gemeindeleben dort stattfinden kann.“

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Agilitätstraining

Im komplexen Gemeindealltag mutige Entscheidungen treffen

Foto: Februar 2020

Der Gemeindealltag steht in der heutigen Zeit zunehmend vor komplexen Herausforderungen. Das Umfeld verändert sich stark und kontinuierlich. Die Gemeindemitglieder orientieren sich wie selbstverständlich auch an anderen Denominationen. Das Angebot christlicher Alternativen wächst rasant, und Ehrenamtliche sind oftmals schwer zu finden. Das Entwicklungsteam des BEFG bietet dazu regionale Agilitätstrainings an. Sie zeigen, wie solche Herausforderungen flexibel und mit Gewinn für die Gemeinde gestaltet werden können. Einige Termine und Orte stehen bereits fest. „Wir kommen auch gerne zu Euch in Eure Region“, so Stefan ter Haseborg, Leiter des Entwicklungsteams. 

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BUJU Xile

Nächstes Jahr dann auf Burg Feuerstein

Das BUJU Xile am 1. August war das erste digitale BUJU in der über 50-jährigen Geschichte des BUJUs. Per Livestream und Videokonferenz konnten die Teilnehmenden eine abwechslungsreiche Mischung aus Lobpreis, Inputs und Talkrunden miterleben. Das Thema „Exil“ drehte sich um die biblische Person Jeremia: sein Wirken, seine Botschaft, seine Erfahrungen mit Gott übertragen in die heutige Zeit mit all ihren Fragen, Unsicherheiten und Herausforderungen. Zahlreiche Jugendgruppen nutzten den Tag und das schöne Wetter, um ein gemeinschaftliches Event mit Public Viewing daraus zu machen. Unter www.buju.de/xile gibt es bald die Sessions zum Nachhören. Und es steht fest: Das nächste BUJU findet vom 28. Juli bis zum 1. August 2021 auf Burg Feuerstein statt.

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Onleica 2.0

Die digitale JuLeiCa-Schulung

Vor etwa drei Monaten haben mehr als 170 junge Menschen an der ersten Onleica-Schulung teilgenommen. Nun gibt es eine Fortsetzung: Onleica 2.0! Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich kostenlos weiterbilden und die Jugendleitercard (JuLeiCa) erwerben. Im Zeitraum vom 2. bis zum 28. September findet die Onleica 2.0 immer mittwochs von 19:00 bis 21:30 Uhr via Zoom statt. Es gibt eine Vielzahl von Referentinnen und Referenten aus unterschiedlichen Kirchen und Verbänden. Dabei wird wie letztes Mal auf Selbststudium und Multiple-Choice-Fragen gesetzt. Neu ist, dass es vier verpflichtende Einheiten geben wird und zusätzlich bei fünf weiteren selbst ein Schwerpunkt gewählt werden kann.

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ZDF-Gottesdienst aus der EFG Bad Homburg

„Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit“

Foto: EFG Bad Homburg/H.Jung

Obwohl das Leben in Deutschland relativ sicher ist, lässt das subjektive Empfinden die Menschen immer vorsichtiger werden. Um das tief im Menschen verwurzelte Bedürfnis nach Sicherheit geht es im ZDF-Gottesdienst aus der EFG Bad Homburg am 16. August von 9:30 bis 10:15 Uhr. Pastor Harald Kufner hält die Predigt und andere Personen aus der Gemeinde berichten, welchen Stellenwert das Thema „Sicherheit“ für sie persönlich hat, welchen Preis sie bereit sind, dafür zu bezahlen, und ob und wie der christliche Glaube ihnen bei dieser Auseinandersetzung eine Hilfe sein kann.

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EBM INTERNATIONAL: Geschichten vom Missionsfeld

Wenn Zeichen zu Worten werden

Libras heißt die Gebärdensprache in Brasilien. Lucas, ein achtjähriger Junge aus dem Süden Brasiliens, drückt sich mit Libras aus, weil er nicht hören kann. „Mein Sohn lernte auf Libras zu beten und dann hat er bei uns in der Familie angefangen, die Gebete seinen Geschwistern beizubringen. Irgendwann sind wir als Familie dann in den Gottesdienst gegangen“, erzählt die Mutter von Lucas. Er ist einer von vielen gehörlosen Kindern, denen das CAIS-Gehörlosenzentrum in Ijuí geholfen hat. Seit 16 Jahren wird Kindern, Jugendlichen und ihren Familien dort Libras beigebracht und von klein auf gezeigt, was in der Bibel steht, damit sie Gottes Liebe erfahren.

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Der neue Just People-Kurs

Gemeinde- und Gruppenkurs von Micha Deutschland

Nach zwei Jahren ist es soweit: Der neue Just People-Kurs ist fertig! Der beliebte Gemeinde- und Gruppenkurs zu den Themen globaler Gerechtigkeit, Politik und Schöpfungsbewahrung kommt im Oktober frisch aus der Druckerpresse. Ganz neu geschrieben und konzipiert, bietet er ein breites Spektrum an Themen, Methoden und Challenges für den Alltag. Ideal für Hauskreise, Jugendgruppen und auch zum Selbst-Auseinanderdersetzen. Damit die letzten finanziellen Hürden bis zur Veröffentlichung gut gemeistert werden können, braucht Micha Deutschland noch Unterstützung. Als kleines Dankeschön gibt es das Kursheft direkt nach Hause geliefert.

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Ökumenischer Tag der Schöpfung 2020

(W)einklang

Foto: dioxin/photocase.de

Am Freitag, dem 4. September, findet um 16 Uhr die zentrale Feier zum ökumenischen Tag der Schöpfung in Landau in der Pfalz statt. Der Tag steht in diesem Jahr unter dem Motto „(W)einklang“. „Beim Tag der Schöpfung kann der christliche Schöpfungsglaube neu erfahren werden“, heißt es in der Einladung zur Feier. „Dieser Tag soll ein Fest der Freude, des Wahrnehmens und des Staunens, aber vielleicht auch der Klage sein. Der Tag hat seinen Schwerpunkt im Lob des Schöpfers. Er lässt sich wunderbar in ökumenischer Gemeinschaft feiern.“ Eine Teilnahme an der zentralen Feier ist nur mit vorheriger Online-Anmeldung bis zum 21. August möglich. Material und Gestaltungsanregungen für lokale Gottesdienste sowie Hinweise auf weitere regionale Veranstaltungen finden sich auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). 

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