Bericht - Dem Sterben leben geben
Ein Wochenendseminar im Institut für Seelsorge und Psychologie
Wie kann ein Mensch würdig sterben? Diese Frage beschäftigte 16 Seminarteilnehmer zwischen 25 und 89 Jahren im Bildungszentrum Elstal vom 4. bis 6. Juni 2010: Darunter Menschen mit und ohne Erfahrung in der Sterbebegleitung, Studierende des Theologischen Seminars Elstal (FH) und Teilnehmer mit ganz anderem beruflichen Hintergrund. Das veranstaltende Institut für Seelsorge und Psychologie (O. Kormannshaus) hatte dazu die Nordhorner Palliativ-Medizinerin Dr. Sigrid Leferink eingeladen, die in einfühlsamer Weise referierte. Neben medizinischen Daten zu Krankheits- und Sterbeprozessen wurden psychologische, theologische, juristische und ethische Themen behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt in allen Bereichen lag auf Fragen der Sterbebegleitung: Wie kann man einen sterbenden Menschen und dessen Angehörige auf der letzten Wegstrecke hilfreich begleiten? Hier stellte sich auch die Frage nach der Rolle des christlichen Glaubens. Die Seminarteilnehmer bedachten, dass im Mittelpunkt jeder Begleitung immer der Sterbende selbst mit seinen Bedürfnissen, Fragen und Ängsten und nicht der Begleitende mit seinem Glauben, seinen guten Ratschlägen und Ideen zu stehen hat.
Gemeinsam wurde auch der spanische Film „Das Meer in mir“ geschaut und besprochen, und damit in aufwühlender Weise die aktive Sterbehilfe thematisiert.
Einen geistlichen Rahmen für das Seminar bildeten Betrachtungen zu Psalm 90 in jüdischer und evangelischer Perspektive, welche einluden, die eigene Sterblichkeit neu vor Gott zu bedenken, um dadurch Richtung und Ziel des Lebens zu bestimmen.
Für alle Teilnehmer rückte das Thema Sterben wohl weiter dorthin, wo es hingehört: In die Normalität.
Jann-Hendrik Weber
Ein Artikel von Jann-Hendrik Weber