Jesusabenteuer im Asylbewerberheim, einer Wohnsitzlosenhilfe und auf dem Bahnhofsplatz

Vom 01. bis 05. Oktober 2014 gab es die zweite Auflage des Jesusabenteuers in Baden-Württemberg. Die missionarische Aktion des Landesverbandes BaWü in Zusammena

Die Idee des Teams vom Landesverband: Statt Konferenzen und Vorträge über missionarische Gemeindearbeit zu halten, wird Teilnehmenden aus Baptistengemeinden in Baden-Württemberg ermöglicht, in eine missionarische Arbeit vor Ort hinein zu schnuppern und sich dem eigenen Potential entsprechend einzubringen. „Wir kommen, um der Gemeinde zu helfen und von ihr zu lernen. Wir wollen nicht zur Last fallen, sondern eigene Erfahrungen mit Jesus machen und ein hilfreicher Gewinn sein. Deshalb versorgen wir uns auch selbst“, sagt dazu Pastor Jörg Lüling aus Lampertheim, Vorsitzender des Arbeitskreises Mission und Leiter des Einsatzes.

In einem Aalener Asylbewerberheim, zu dem die Gemeinde bereits Kontakte pflegt, ist die Gruppe deshalb mit Gesellschaftsspielen, Nail Painting, Musik, Fotostudio und „einfach viel Zeit“ an einem Nachmittag aktiv geworden. Joel Makamba, selbst mit drei Jahren als Asylbewerber aus Afrika nach Deutschland gekommen, meinte dazu: „Ich konnte endlich ein bisschen von dem zurückgeben, was ich selbst in Deutschland und mit Jesus erlebt habe.“ Im Haus der Caritas für Wohnsitzlose wurde mit ca. 20 Betroffenen ein Drei-Gänge-Menü gekocht, geredet, gegessen und viel gelacht. Hans, Teilnehmer beim Jesusabenteuer, der zwei Jahre seines Lebens ebenfalls auf der Straße verbracht hat: „Mich hat gewundert und bereichert, wie vorurteilsfrei uns Christen die Wohnsitzlosen begegnet sind.“ Außerdem konnte vier Senioren im Altenheim ein Nachmittag  an der frischen Luft durch helfende Rollstuhl-Schieber ermöglicht werden. Am Wertstoffhof in direkter Nachbarschaft der Gemeinde freuten sich Mitarbeiter und mehr als 50 Bürger über tatkräftige Hilfe beim Entsorgen des Mülls. Manche blieben auch noch für einen Plausch und eine Tasse Kaffee. Ebenfalls heiße Getränke gab es abends am „Brandstifter-Mobil“ auf dem Bahnhofsplatz. Die Jugendgruppe der Gemeinde - die Brandstifter - ist dort jeden Donnerstagabend mit einem Wohnwagen anzutreffen. Neben Kuchen und Tee bringen die Mitarbeitenden vor allem Zeit und viel ! Liebe mit. In den vergangenen zwei Jahren sind so Freundschaften und feste Beziehungen zu den Jugendlichen gewachsen, die dort oft abhängen und die Zeit totschlagen. Beim „dinner for one“ am Freitag - einem sporadisch stattfindenden Abend mit gemeinsamem Essen und knackigem Lobpreis - haben Jugendliche aus dieser Szene gekocht und einen lang einstudierten Tanz aufgeführt. Nebenbei haben sie ihren Eltern die Gemeinde vorgestellt, die ebenfalls eingeladen war, um der Verschiedenheit und Buntheit der Baptisten vor Ort ein Gesicht zu geben.

Da der Wochenplan kurzfristig umgestellt werden musste, war am Samstag noch freie Zeit zu füllen. Nach einer Gebetszeit und dem Austausch von Gedanken und Eindrücken ging es in Gruppen los: In den Stadtgarten, zum Rathaus, in ein Wohngebiet, um dort zu sehen, wo sich ein neues Abenteuer mit Jesus finden ließe. Das war für einige eine neue Erfahrung. Es ergaben sich interessante Kontakte und bereichernde Begegnungen mit Menschen aus der Ukraine, der Türkei und aus Deutschland. Nicht bei allen bestätigten sich die Gebetseindrücke, was aber mit viel Spaß und Gelassenheit angenommen wurde. „Das war immer noch besser, als gelangweilt zu Hause in die Glotze starren“, kommentierte einer der Teilnehmer. Das Fazit von Pastor Gunnar Bremer, Brackenheim, Referent im Dienstbereich Mission des BEFG und Mitarbeiter beim Jesusabenteuer: „Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als in Gottes Spur und mit seiner Liebe Menschen zu begegnen. Das Jesusabenteuer macht das möglich an der Seite von Christen, die diesen Weg bereits mit viel Hingabe und Ausdauer gehen. Für alle Teilnehmenden ist das absolut bereichernd.“

Das nächste Jesusabenteuer wird im September 2015 in Friedrichshafen am Bodensee stattfinden.


Ein Artikel von Gunnar Bremer