„Klassik am Wochenende“ in Berlin 2025

Am Anfang stand der Wunsch: „Verleih uns Frieden“

Am Anfang stand der Wunsch: „Verleih uns Frieden“. In der Vertonung von Heinrich Schütz, gesungen von etwa 80 Sängerinnen aus ganz Deutschland, erfüllte jene Friedensbitte den Kirchsaal der EFG Berlin-Steglitz. Der Projektchor von Klassik am Wochenende begann mit dieser Motette sein diesjähriges Abendkonzert am 26. Juli, die einst Heinrich Schütz unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges komponiert hatte. 

Unter der Leitung von Martin Sellke wurde an drei Tagen ein vielseitiges Konzertprogramm einstudiert. Gesangssolisten begleiteten den Chor bei Mendelssohns „Lobgesang“, ebenso wie ein Instrumentalensemble. Das Programm erstreckte sich durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte. Vom Frühbarock des Heinrich Schütz, zu Johann Sebastian Bach und der Romantik von Mendelssohn, als auch Tonschöpfungen der Moderne von John Rutter und Knut Nystedt, reichte das Programm. Klassischer Jazzgesang wurde von Finja Sellke, Sopran, wunderbar klingend dargeboten.
Sogar ein hebräisches Lied erklang als Tenorsolo mit Instrumentalbegleitung.

Die Anrufung Gottes, das Loben, Flehen und Danken – das ist der geistliche Kern der Musik, die zu hören war. Im Sonntagsgottesdienst in der Baptistenkirche Wedding verband sich diese Botschaft auf vielfältige Weise mit dem gesprochenen geistlichen Wort. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, konstatierte einst der jüdische Philosoph Martin Buber. Die Chorgemeinschaft, die freundliche Aufnahme in der Baptistengemeinde im Wedding fand, war dafür ein lebendiges Beispiel.

Ein Artikel von Holger Catenhusen