
Ökumenisches Tauffest am See in Nordhorn
Baptisten feiern Taufgottesdienst mit Katholiken, Lutheranern und Reformierten
Können vier Konfessionen gemeinsam ein Tauffest feiern, auch wenn ganz unterschiedliche Taufverständnisse vertreten werden? In Nordhorn haben am 28. Juni Katholiken, Lutheraner, Reformierte und Baptisten einen gemeinsamen Taufgottesdienst am Vechtesee gefeiert. Weit über 500 Menschen lobten gemeinsam Gott und genossen diese besondere Atmosphäre. Simon Werner, Pastor der Baptistenkirche Nordhorn, berichtet.
Im und am Wasser wurden 33 Menschen getauft, darunter Kinder und Jugendliche. Die Gemeinde sprach gemeinsam das Glaubensbekenntnis und dann kam Bewegung in die Menge, denn die Täuflinge und deren Familien wurden nun an oder in den See beziehungsweise an die Taufschalen gebeten. Und zugleich waren alle anderen Besucher eingeladen, sich an ihre eigene Taufe erinnern zu lassen. Dazu standen zehn Personen bereit, die mit einem Wasserkreuz auf Stirn oder Handfläche und mit einem Segenszuspruch an die Wirksamkeit der Taufe und an ihre Bedeutung im alltäglichen Leben erinnerten.
Als Baptisten haben wir diesen Gottesdienst gern mitgefeiert, denn wir leben hier seit vielen Jahren in einem außerordentlich guten ökumenischen Klima. Dazu hat schon vor vielen Jahren die Gründung der ökumenischen Bildungsstätte Kloster Frenswegen beigetragen, die von sechs Konfessionen – darunter auch die Baptisten – getragen wird.
Aus dem guten ökumenischen Klima heraus entstand auch die Idee für den Gottesdienst. Er war getragen von der gegenseitigen Zuwendung über die Grenzen der Konfessionen hinweg. Er sollte nicht die Unterschiede herausstellen, sondern das Einende – die uns allen gemeinsame Taufe – feiern. Und in der Tat, bei der gemeinsamen Feier bleiben Unterschiede sichtbar – jede Konfession hat nach ihrer eigenen Art getauft. Aber durch die gemeinsame Feier waren die Unterschiede nur noch Unterschiede und keine Trennungen mehr.
Als Baptisten konnten wir unser Verständnis der Taufe in vollem Umfang einbringen, und wir verzichteten gleichzeitig darauf, die Praxis der anderen Kirchen zu werten beziehungsweise als „falsch“ abzuqualifizieren.
Unter den Besucherinnen und Besuchern des Festes und unter den Pastorinnen und Pastoren der beteiligten Kirchen war in der Rückschau recht schnell klar, dass ein Tauffest in dieser Art gern öfter gefeiert werden könnte.
Ein Artikel von Simon Werner


