Aktive aus dem Bund bringen freikirchliche Perspektive in den Kirchentag ein

BEFG-Mitwirkende gestalteten Bibelarbeiten, Podien und „Zentrum Gottesdienst“ mit

Auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart vom 3. bis 7. Juni war der BEFG nicht nur mit einem eigenen Informationsstand vertreten. Baptisten gestalteten auch die vielfältigen Angebote auf dem Glaubensfestival mit. In Bibelarbeiten, Diskussionen und Foren konnten sie eine freikirchliche Perspektive einbringen. Ihr Resümee: In der evangelischen Ökumene wurden die freikirchlichen Stimmen aufmerksam und mit viel Zustimmung wahrgenommen. Mehrere Mitarbeitende des Bundes sagten, dass ihnen auf dem Kirchentag, der unter dem Motto „damit ihr klug werdet“ (Psalm 90,12) stand, intensive Frömmigkeit und Sehnsucht nach Gottes Wort begegnet sei. 

BEFG-Pastorin Andrea Schneider, Rundfunkbeauftragte der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, unterstrich, auf dem Kirchentag habe es „sehr viel geistliche Nahrung“ gegeben. Ihre eigene <media 10014 _blank>Bibelarbeit</media> über den ungerechten Verwalter (Lukas 16,1-13) sei sehr gut angenommen worden. Die Pastorin legte das Gleichnis als „Mutmachwort“ aus und ermutigte die Zuhörer, Gott zu dienen anstatt dem Mammon und sowohl in ihrem persönlichen Leben als auch in der Gesellschaft zu „Gerechtigkeitsstreuern“ zu werden.

Im „Zentrum Gottesdienst“ moderierte Schneider die Predigtwerkstatt „Gut predigen – aber wie?“ Der Andrang war mit fast 400 Besuchern so groß, dass die Werkstatt in einen größeren Saal verlegt werden musste. Alle Podiumsredner waren sich einig, dass gutes Erzählen wichtig sei, um Menschen zu erreichen. Podiumsgast Carsten Hokema, BEFG-Regionalreferent für Norddeutschland im Dienstbereich Mission, sagte, er habe dies erlebt, wenn er vor sehr kirchendistanziertem Publikum, etwa auf Kitesurfing-Festivals, gepredigt habe.

Andrea Schneider moderierte außerdem das Podium „Klug werden durch die Weisheit anderer – Persönliches im Gottesdienst“. Hier ging es darum, wie die persönlichen Erfahrungen „normaler“ Menschen in den Dialog mit Predigten von Pastoren und Pastorinnen treten können. Da persönliche Zeugnisse in Baptistengemeinden zentral seien, sei dies ein „ursprünglich freikirchliches“ Thema, sagte die Pastorin.

Peter Jörgensen, Beauftragter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, organisierte das Podium „Aus Stuttgart 21 klug werden – Können Großprojekte Demokratie?“ mit. In der Diskussion sei deutlich geworden, dass Stuttgart 21 ein politischer Wendepunkt gewesen sei. „Die Regierenden wissen jetzt, dass sie Großprojekte nicht mehr ohne Bürgerbeteiligung durchsetzen können“, sagte Jörgensen. Gleichzeitig habe das Podium gezeigt, dass eine demokratische Beteiligungskultur der Basis erst noch erlernt werden müsse. „Da haben wir Freikirchen der Gesellschaft etwas voraus“, betonte der Pastor: „Unser Modell von Kirche hat schon immer die Beteiligung der Basis gelebt.“

Jörgensen gestaltete auch das Ökumene-Forum mit. Dort habe sich gezeigt, dass die gläubigen Laien Ökumene im Alltag selbstverständlich lebten und damit den kirchenpolitisch und wissenschaftlich Verantwortlichen weit voraus seien, so Jörgensen. Erfreulich sei gewesen, dass katholische und evangelische Theologen gefordert hätten, dass sich die theologischen Fakultäten der Universitäten für freikirchliche Professoren öffnen müssten.

Weitere Aktive aus dem Bund haben den Kirchentag mitgestaltet: Kerstin Geiger bot einen Bibliolog an. Ulrich Wendel war im „Zentrum Bibel“ aktiv. Andreas Malessa moderierte ein Podium über Familien und über Lobpreismusik und bot eine Bibelarbeit an. Das „Netzwerk gegen Menschenhandel“ gestaltete den Workshop „Loverboys: Menschenhändler – keine Märchenprinzen“.

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba nahm als Ehrengast am Kirchentag teil. „Ich habe den Kirchentag als bunt und vielfältig in einem positiven Sinn erlebt“, sagte Stiba. Dazu gehöre für ihn auch der pietistische Christustag mit dem Motto „Dein Wort macht uns klug“, der gleichzeitig in Stuttgart stattfand. Der Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen in Deutschland sei ein zentrales Thema in den Bibelarbeiten, Vorträgen, Foren und Grußworten auf dem Kirchentag gewesen, so Stiba. Dabei sei deutlich geworden, dass neue Perspektiven in diesen Fragen nötig seien und dass die Kirchen hierbei eine sehr bedeutende Rolle spielten: „Sie integrieren Flüchtlinge, koordinieren Flüchtlingshilfe, notfalls bis hin zu einem Kirchenasyl als letztes Mittel. Auch als Gemeinden des BEFG tun wir einen wichtigen christlichen und gesellschaftlich wirksamen Dienst, wo wir Flüchtlingen in unseren Gemeinden ein Zuhause geben.“ Angesichts der Bedeutung eines gemeinsamen Zeugnisses von Christen in der Gesellschaft zeigte sich der Generalsekretär erfreut, dass sich Baptisten an Bibelarbeiten, Podien und Foren beteiligt hätten und er immer wieder Geschwister aus Gemeinden des Bundes im Kirchentagsgeschehen getroffen habe.

Ein Artikel von Jenny Jörgensen