Foto: Jens Haverland / ACK

Theologische Hochschule Elstal bei der Jungen Ökumene

Junge Erwachsene für die Ökumene in Gegenwart und Zukunft

Wir – Jule Lukasik, Anika Eichstädt und Carl Heng Thay Buschmann – von der Theologischen Hochschule Elstal waren bei der Jungen Ökumene der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) dabei. Die ACK Deutschland hat zum ersten Mal junge ökumenisch interessierte Menschen am 9. und 10. September nach Köln eingeladen, um sich zu vernetzen, auszutauschen, aber auch ihre Themen mit der ACK zu besprechen. Carl Heng Thay Buschmann berichtet.

Gut ökumenisch haben wir uns zuerst in dem Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde Köln-Mülheim getroffen. Bei einem gemeinsamen Essen gab es ein erstes Kennenlernen, wo alle Fragen rund um die Konfessionen und die ACK gestellt werden konnten. Danach wurden in intensiven Austauschrunden fünf Themen herauskristallisiert, die am nächsten Tag mit der gesamten ACK-Mitgliederversammlung bei ihrem Studientag besprochen werden sollten. Wir einigten uns auf:

1. Junge Erwachsene als „verlorene Zielgruppe“ – Wie kann die Ökumene junge Menschen gezielter ansprechen und einbinden? Ist hier vielleicht auch die Ökumene vor Ort eine wertvolle Ressource, um eine gemeinsame Arbeit für junge Erwachsene aufzubauen?

2. Ökumenische Erfahrungen als Lern- und Reflexionsräume – Wie fördern sie konfessionelle Identität und persönliche Entwicklung? Gegenseitige Besuche und Begegnungen sind sehr bereichernd, können aber auch durch andere Formen des Glaubenslebens irritieren. Hier braucht es gute Reflexion und Anleitung, damit aus der ökumenischen Erfahrung auch eine Lernerfahrung werden kann.

3. Ökumenische Vielfalt vor Ort strategisch nutzen – Wie lässt sich das Potenzial ökumenischer Vielfalt in Gemeinden nutzen? Jede Ortsgemeinde bringt ihr eigenes Profil mit. Wie können wir durch die Vielfalt der Ökumene gut unseren Ort erreichen und für die Menschen viele Anknüpfungspunkte an die Kirche schaffen?   

4. Ist Kirche Kirche, wenn sie nicht politisch ist? – Die Kirche muss politisch sein, besonders, wenn ein weiter Politikbegriff angewandt wird, und sich in der Gesellschaft einbringen.

5. Partizipation junger Menschen in der Ökumene – Welche Wege und Strukturen braucht es? Diese Frage wird die Ökumene und die ACK weiterhin begleiten. Dieses Treffen der Jungen Ökumene war ein guter Anfang und wir sind gespannt, wie es sich in der Zukunft entwickeln wird.

Am nächsten Tag waren wir als Junge Ökumene in Zweiergruppen für die Themen verantwortlich. Nach einer kurzen Vorstellung in großer Runde und einem Schreibgespräch kam es zu drei von uns moderierten Runden, wo wir erst die Themen bearbeitet und geschärft haben und am Ende pro Thema drei Forderungen erstellt haben, die wir dem ACK-Vorstand zur Verfügung gestellt haben. Wir wurden als Junge Ökumeniker von der Versammlung wertschätzend aufgenommen und es kam zu guten Gesprächen über die Gegenwart und Zukunft der Ökumene. Nach dem Studientag konnten wir auch noch ausschnitthaft an der ACK-Mitgliederversammlung teilnehmen und so einen Einblick in ihre Arbeit erhalten. Wir danken der ACK sehr für die Möglichkeit so in ihre Arbeit zu schnuppern und, dass wir mit unseren Themen und Anliegen so präsent sein konnten. Uns wurde bleibend wichtig: Die junge Generation ist nicht nur die Zukunft der Ökumene, sondern kann und will auch ihre Gegenwart sein.

Ein Artikel von Carl Heng Thay Buschmann