
Foto: Helen Kümmel
Er ist immer wiedergekommen
Abschied von Elimar Brandt als Vorstand der Borghardt Stiftung
Mit einem Festakt wurde Pastor Elimar Brandt am 23. September als Vorstand der Borghardt Stiftung feierlich verabschiedet.
„Kommst Du morgen wieder?“ Die Frage stellte 2012 ein Bewohner mit geistiger Behinderung aus der Borghardt Stiftung in Stendal Pastor Elimar Brandt. Dieser war von der Diakonie Mitteldeutschland gebeten worden, bei der Sanierung der in finanzielle Schieflage geratenen Einrichtung zu helfen. Brandt, der mit 65 Jahren eigentlich schon im Ruhestand war, sagte zu, besuchte die Einrichtung und sah sich – nicht zuletzt durch die Frage des Bewohners – in die Pflicht genommen. Nach nun fast 14 Jahren wurde Elimar Brandt nun am 23. September als Vorstand der Borghardt Stiftung verabschiedet.
Der 78-jähige hinterlässt eine Einrichtung, die auf einer soliden finanziellen Basis steht und um weitere Arbeitszweige gewachsen ist. Vier Kindertagesstätten sind dazu gekommen. 200 Mitarbeitende begleiten 157 Menschen mit Behinderung und über 200 Kinder in Stendal und Osterburg. Zur Verabschiedung waren viele langjährige Weggefährten aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der Evangelischen Kirche, der Diakonie und der Politik nach Stendal gekommen, darunter auch die Präsidentin des Bundes, Natalie Georgi.
Die Grußworte aus der Politik eröffnete die Sozialministerin von Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne (SPD), die Elimar Brandt mit der Verdienstnadel des Landes Sachsen-Anhalt auszeichnete. Sie hob den stets fairen, freundlichen und zielorientierten Stil Brandts hervor. In über zehnjähriger Zusammenarbeit sei eine Freundschaft gewachsen. Auch die Berliner Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege, Ellen Haußdörfer (SPD), hob die persönliche Note in allen Begegnungen mit Elimar Brandt hervor. Sie habe in ihm einen erfahrenen Berater, dessen christliche Motivation sie teile. „Mein Taufvers würde auch zu Elimar Brandt passen: Alles was ihr tut, soll in Liebe geschehen.“
Bewohnerinnen und Bewohnern mit schwerer Behinderung brachten auch Dankes- und Abschiedsworte zum Ausdruck, indem sie mit Gebärden das Lied „Gottes guter Segen sei mit euch“ unterstrichen. Dass einige Mitarbeitende in ihren Grußworten „die Jahre unter Elimar Brands Leitung als die besten Berufsjahre“ bezeichneten, rundete die Veranstaltung ab.
Brandt dankte den Gästen und verband seinen Dank mit einem Appell zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, der alle Menschen einschließe: „Die, die heute Stimmung gegen Fremde und Arme machen, werden, wenn sie an die Macht kommen, auch den Behinderten das Leben schwer machen.“ Das müsse verhindert werden. Brandts Nachfolger als Vorstand der 150 Jahre alten Stiftung, Andreas Schulz, beendete den Festakt, indem er das Lied anstimmte, das am Ende jeder von Elimar Brandt geleiteten Wochenandachten stand: „Vater im Himmel wir danken dir“.
Im Anschluss an die offizielle Verabschiedung wurde dann bis in den Abend hinein mit allen Bewohnenden und Mitarbeitenden im großen Zelt gefeiert.
Ein Artikel von Frank Fornaçon