Offen für Begegnungen, Fragen und Glauben

EFG Bernburg beim 24. Sachsen-Anhalt-Tag

Beim 24. Sachsen-Anhalt-Tag vom 5. bis 7. Juni in Bernburg zeigte sich, wie Kirche Menschen erreichen kann. Die kleine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Bernburg gestaltete gemeinsam mit der Neuapostolischen Kirche im Kirchendorf rund um die Schloßkirche ein Begegnungscafé. 

Gemeinsam mit Pastor Jürgen Tischler, Referent für Gemeindeentwicklung im Landesverband NOSA, wurde ein Konzept entwickelt, das Menschen zum Nachdenken und Gespräch einlud. Besonders die Wand mit der Frage „Welche Frage würden Sie Gott stellen?“ entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten. Im Laufe der drei Tage füllte sie sich mit sehr persönlichen, kritischen und bewegenden Fragen.

Herzstück des gemeinsamen Auftritts war die Eventkirche als Begegnungscafé. Bereits im Vorfeld hatten die Verantwortlichen gemeinsam mit Pastor Jürgen Tischler, Referent für Gemeindeentwicklung im Landesverband Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt (NOSA), ein Konzept entwickelt, das Menschen miteinander ins Gespräch bringen sollte.

Besonders die Fragenwand zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Dort konnten Menschen ihre persönliche Frage an Gott aufschreiben. Im Laufe der drei Tage entstand ein eindrucksvolles Bild dessen, was viele bewegt: Fragen nach Leid, Gerechtigkeit, Zukunft, Sinn und persönlichem Glauben standen neben kritischen und kontroversen Anfragen. Die vollständig gefüllte Wand zeigte, dass spirituelle Fragen auch heute viele Menschen beschäftigen.

Ein weiterer Anziehungspunkt war das Glücksrad, das vor allem bei Kindern und Familien beliebt war. Zu gewinnen gab es Bibelverse zu Themen wie Segen, Vertrauen und Hoffnung sowie kleine Leckereien. Die Resonanz war groß. Besonders beeindruckte die Offenheit vieler Kinder und Jugendlicher gegenüber den biblischen Impulsen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass grundlegendes Wissen über die Bibel oft nur noch wenig vorhanden ist. Namen wie König David oder zentrale biblische Geschichten waren vielen nicht bekannt. Umso erfreulicher war das Interesse an Bibelteilen sowie an Gesprächen darüber. 

Als großer Gewinn wurde die herzliche und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Neuapostolischen Kirche erlebt. Gemeinsam gelang es, eine offene Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen gerne verweilten. Dazu trug auch der Standort bei: Direkt am Eingang des Kirchendorfes bildeten die Eventkirche und das Bibelmobil aus Görlitz einen einladenden Anlaufpunkt.

Für die Eventkirche war es bereits ungefähr der zehnte Einsatz beim Sachsen-Anhalt-Tag innerhalb von 13 Jahren. Dennoch stach Bernburg besonders hervor. Noch nie wurde bei einem solchen Einsatz so viele Gespräche geführt und so viel Kaffee ausgeschenkt. Fast durchgehend waren Menschen am Stand, sodass die Zahl der Mitarbeitenden zeitweise kaum ausreichte. Unterstützung kam aus den Gemeinden Schöningen, Quedlinburg, Aschersleben und Magdeburg.

Am Ende überwog bei aller Müdigkeit die Dankbarkeit. Solche Einsätze verlangen viel Vorbereitung, Zeit und Kraft. Gleichzeitig eröffnen sie die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen und Kirche sichtbar zu machen. Der Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg hat gezeigt, dass Fragent nach Orientierung, Hoffnung und Glauben weiterhin viele Menschen bewegen.

Besonders bemerkenswert bleibt, was die kleine Gemeinde Bernburg gemeinsam mit ihrem engagierten Pastor im Ruhestand, Winfried Wolter, auf die Beine gestellt hat. Mit Mut, Gastfreundschaft und viel ehrenamtlichem Einsatz wurde Kirche mitten im Leben der Menschen erlebbar. Für alle Beteiligten bleibt die Erfahrung: Es lohnt sich, hinauszugehen, präsent zu sein und Menschen offen zu begegnen.

Ein Artikel von Jürgen Tischler