
Plauschplatz – der Online-Treffpunkt während der Bundesratstagung
135 Gesprächsteilnehmer nutzten den geschützten Raum
Miteinander ins Gespräch kommen und sich austauschen – das ist Bestandteil jeder Bundesratstagung. Und Möglichkeiten dafür gibt es viele: an den Ausstellungsständen, in den Foren, in den Plenarsitzungen, in der Mittagspause oder am Abend im Café. Auf elektronischem Weg kam man in diesem Jahr erstmals auch über den eigens für die Bundesratstagung erstellten Kurznachrichtendienst Plauschplatz ins Gespräch. 135 Delegierte und Gäste der Ratstagung nutzten den Plauschplatz und beteiligten sich nach erfolgter Registrierung mit insgesamt 445 Kommentaren an den Diskussionen rund um den Bundesrat.
„Wir sind ganz ‚neu‘ hier und super gespannt auf diese Tage!“ schrieb eine Gesprächsteilnehmerin zu Beginn und ein anderer war „gespannt, was hier so geplauscht wird.“ Nach anfänglichen Einzelkommentaren entwickelten sich schon bald Dialoge und später auch Unterhaltungen mit mehreren Gesprächsteilnehmern. Zum Beispiel die „Neuregelung für Ordinierte Mitarbeiter im Anfangsdienst“ wurde beim Plauschplatz intensiv diskutiert. Dabei konnten auch ganz konkrete Verständnisfragen beantwortet werden, wie „Zahlt jede Gemeinde die Umlage oder nur Gemeinden die neue Ordinierte Mitarbeiter anstellen, die im Anfangsdienst sind?“ „Jede Gemeinde, die einen Ordinierten Mitarbeiter hat, soll zahlen“, lautete die Antwort.
Nachdem im letzten Jahr die Diskussionen über den öffentlichen Kurznachrichtendienst Twitter bereits auf gute Resonanz gestoßen waren, sollte nun mit dem Plauschplatz ein geschützter Raum für inhaltliche Diskussionen geschaffen werden. Nebenbei konnten so auch die Teilnehmer von ihrem Rederecht Gebrauch machen, die sich nicht an das Rednermikrofon im Plenum stellen wollten. Zwei Botschafter des Publikums berichteten regelmäßig in den Plenarsitzungen, was gerade auf dem Plauschplatz besprochen wurde. Mitunter fanden die Gespräche aber auch zeitversetzt statt. So wurde der Tagesordnungspunkt „Homosexualität“ auf dem Plauschplatz schon thematisiert bevor er in der Plenarveranstaltung verhandelt wurde. Dabei galt die Sorge der Gesprächsteilnehmer vor allen Dingen dem Ton der Verhandlungen: „Ich hoffe, dass wir kontroverse Positionen akzeptieren können, dass wir sie aber vortragen, ohne einander zu diskreditieren oder anzugreifen.“
Auch ein hellbraunes Lederetui mit neogelbem Lami-Füller wurde durch eine Fundsachenanzeige auf dem Plauschplatz wieder an seine Besitzerin zurückgegeben. Die Nutzer äußerten Lob zum Programm („Ich bin beeindruckt von den vielen leidenschaftlichen Mitarbeitern des BEFG! Tolle Leute! Burner! Weiter so!“) und Kritik („LANGWEILIG!!! Bitte hört endlich auf, es war gut, aber wir haben genug gehört“). Außerdem gab es die Möglichkeit, Fotos hochzuladen, von der Einzelne auch Gebrauch machten. Insgesamt war der Plauschplatz hilfreich und unterhaltsam für den Austausch mit anderen Anwesenden. Über den öffentlichen Kurznachrichtendienst „Twitter“ wurden diejenigen informiert, die nicht vor Ort dabei sein konnten, aber trotzdem am Verlauf der Veranstaltung interessiert waren. Ungefähr 50 Nutzer und Nutzerinnen traten über diese Plattform zu Themen der Bundesratstagung miteinander in Kontakt.
Der Plauschplatz wurde programmiert von netzleuchten.com
Ein Artikel von Julia Grundmann