
Stabwechsel bei ProChrist: Roland Werner wird neuer erster Vorsitzender
Fünfköpfiges Evangelisations-Team berufen: Ihm gehört auch Carsten Hokema an
Vom 3. bis 10. März findet in Stuttgart die Evangelisation ProChrist statt, die per Fernsehsatellit an rund 600 Orte in Deutschland und etwa 300 weitere in 16 europäischen Ländern übertragen wird. In der Leitung von ProChrist gibt es demnächst personelle Veränderungen.
Bei ProChrist dreht sich das Personalkarussell: Auch zwei Baptisten sind betroffen: Einer geht, einer kommt. Der erste Vorsitzende des evangelistischen Vereins, der Baptist Raimund Utsch (72/Marl) – früherer Vorstand der Ruhrkohle AG – gibt sein Ehrenamt ab. Nachfolger wird Roland Werner, der Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland. Der 55-Jährige Theologe und Sprachwissenschaftler übernimmt das Amt am 1. April. Das beschloss die ProChrist-Mitgliederversammlung in Kassel. Werner ist seit 1997 Vereinsmitglied von ProChrist; bei den Jugendevangelisationen JesusHouse 1998 in Nürnberg und im Jahr 2000 in Hannover trat er als Verkündiger auf. „Es liegt mir seit vielen Jahren sehr am Herzen, Menschen in der persönlichen Begegnung und bei evangelistischen Veranstaltungen mit Jesus bekannt zu machen“, sagte Werner nach seiner Wahl. Utsch wollte einer Pressemeldung zufolge nach 18 Jahren im ProChrist-Gremium seinen Platz an einen jüngeren Nachfolger weitergeben.
Auch ProChrist-Leiter Ulrich Parzany (Kassel) scheidet aus dem Vorstand aus. Der 71-jährige Pfarrer und frühere CVJM-Generalsekretär legt zum 31. März sein Amt in jüngere Hände, steht aber weiterhin als Prediger bei örtlichen ProChrist-Veranstaltungen zur Verfügung. Künftig tritt ein fünfköpfiges Evangelisten-Team in Aktion: Ihm gehört auch der Baptistenpastor Carsten Hokema (Oldenburg) an. Weitere Mitglieder sind Roland Werners Ehefrau, die Referentin und Autorin Elke Werner (56/Marburg), der Pfarrer Matthias Clausen (40/Greifswald), der Dozent und JesusHouse-Leiter Klaus Göttler (47/Wuppertal), sowie der Vorsitzende des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes „die Apis“, Pfarrer Steffen Kern (39/Walddorfhäslach bei Reutlingen). Sie gestalten auch regionale ProChrist-Wochen.
Wie der 48-jährige Hokema der Zeitschrift GEMEINDE sagte, habe er die Berufung in Absprache mit dem Dienstbereich Mission gerne angenommen, weil das Thema Evangelisation sich in den letzten Jahren als sein persönliches Schwerpunktthema herauskristallisiert habe. Vorausgegangen seien viele Gespräche, weiche Knie und Gebete. Er selbst fühle sich dabei „eher als einer, der von außen dazu kommt“. Denn als Gemeindepastor habe er ProChrist bisher nur einmal durchgeführt. Evangelisieren sei aber seine Lieblingsbeschäftigung: „Von der Liebe Gottes spreche ich mehr als gerne.“ Allerdings habe er in den vergangenen Jahren im Dienstbereich Mission gelernt, „dass die besten Evangelisationskonzepte nichts bringen, wenn nicht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort ein ‚evangelistisches Herz’ haben“. Er räumte ein, dass er sich da „selbst an die Nase fassen“ müsse: „Ich muss Evangelisation immer wieder neu lernen!“ Sein eigenes evangelistisches Lernfeld sei „ewigkite.de“: „Wenn ich fünf bis sieben mal pro Jahr zu den Drachenfesten unterwegs bin und dort auf Nichtchristen treffe, dann merke ich, dass ich jeweils neu nach Worten und Taten suchen muss, um das Evangelium an den Mann oder die Frau zu bringen.“ Bei ProChrist habe er zugesagt, weil er sich gerne dort einbringe, „wo sich etwas bewegt und wo es in erster Linie um das Evangelium geht“. Er sei begeistert von den kommunikativen Evangelisationsformaten des Dienstbereichs Mission, die er gerne bei ProChrist einbringen wolle: „Ich freue mich drauf, und gleichzeitig habe ich auch feuchte Hände.“
Für die geistliche und strategische Leitung von ProChrist ist in Zukunft der geschäftsführende Vorstand zuständig. Ihm gehören neben dem ersten Vorsitzenden dessen Stellvertreter, die Kauffrau Margarete Hühnerbein (Haiger) und der Dozent Klaus Göttler, sowie Geschäftsführer Michael Klitzke (Kassel) an.
Ein Artikel von Klaus Rösler