
Foto: David Vogt
Wirksam verbunden und gefördert, getragen von starkem Engagement
Bundesrat 2026: Bericht der Präsidentin und des Generalsekretärs
Mit Jesus Christus in der Mitte, getragen vom starken Engagement der Ehren- und Hauptamtlichen vor Ort und in der überregionalen Arbeit – so beschrieben Natalie Georgi und Dr. Maximilian Zimmermann die Arbeit des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in ihrem gemeinsamen Bericht an den Bundesrat. Die Präsidentin und der Generalsekretär des BEFG stellten auch die Mitgliederstatistik 2025 vor und gingen auf die Entwicklungen beim ChristusForum Deutschland ein.
Schwerpunkt der Bundesratstagung, die vom 13. bis 16. Mai in Kassel stattfindet, sind Beratungen zum Erneuerungsprozess „Unser Bund – Segen bewegt“, kurz UB25. Dazu sagte Maximilian Zimmermann: „Wir arbeiten und beten dafür, dass diese neue Struktur dazu beiträgt, dass unsere Gemeinden wirksam verbunden, gestärkt und gefördert werden. Und wir beten, dass Jesus Christus, der Herr unserer Gemeinden und der Herr unseres Bundes, diese neue Struktur mit Leben erfüllt – nicht zuletzt durch Menschen, die er in den Dienst beruft.“ Mit Verweis auf die „Rechenschaft vom Glauben“ beschrieb er das geistliche Fundament der Freikirche: „Es ist der eine Herr in der Mitte unserer 759 Ortsgemeinden, der uns zusammenschließt; und es ist der eine Geist inmitten unserer 759 Ortsgemeinden, der uns verbindet – das ist die Einheit in all unserer Verschiedenheit.“ Mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen stellte sich der Generalsekretär hinter das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat: „Gerade in diesen Zeiten wollen wir als Gemeinde Jesu Christi und als Bund für die Werte und für die Inhalte unseres Glaubens einstehen. Und gleichzeitig wollen wir das heute und in Zukunft unabhängig und getrennt von jeglicher politischen Einflussnahme tun.“
Der Dank an die Menschen, die sich im BEFG engagieren, nahm im Bericht viel Raum ein. „Als eine Gemeindebewegung, die das Anliegen des Priestertums aller Gläubigen im Herzen trägt, sind wir aus Überzeugung eine Bundesgemeinschaft, die vom Ehrenamt mitgetragen wird“, hob Natalie Georgi hervor. „Es sind manchmal die späten Abendstunden und die wertvollen Wochenenden, die Ihr als Ehrenamtliche in das Leben unserer Gemeinden, in die Neustrukturierung unseres Bundes, in die bisherigen Landesverbände, in die entstehenden Regionen, in die Gremien, in die Fach- und Arbeitskreise und in die vielen Initiativen unserer Bundesgemeinschaft investiert. Das ist ein riesiges Geschenk. Wir danken Euch dafür“. Die Präsidentin richtete sich auch an die hauptamtlichen Bundesmitarbeitenden, die durch Stellenabbau und die Auflösung von Arbeitsbereichen von UB25 besonders betroffen seien. „Wir danken Euch, dass Ihr Euch mit kritischen Anfragen und konstruktiven Ideen in den Prozess eingebracht habt und nun so tatkräftig daran mitarbeitet, dass die Arbeit des Bundes in neuer Form wachsen kann. Allen, deren Dienstzeit demnächst endet, wollen wir nochmal von Herzen danken für das, was Ihr für den Bund getan habt. Ihr hinterlasst Segenspuren, die über Eure Dienstzeit hinauswirken werden.“ Maximilian Zimmermann würdigte die hauptamtlichen Mitarbeitenden der Landesverbände und Landes-GJWs, für die sich durch die Schaffung der Regionen auch viel verändere: „Wir danken Euch, dass Ihr den Übergang so klar und so besonnen und so kraftvoll mitgestaltet und mitprägt. Immer wieder ist es beeindruckend zu sehen, wie Ihr mit großer Wertschätzung für das, was war, und mit einer hoffnungsvollen Klarheit für das, was kommt, in die neue Struktur hineingeht.“
Maximilian Zimmermann stellte die aktuelle Mitgliederstatistik vor, für die in diesem Jahr nur wenige, zentrale Kennwerte erhoben wurden, bevor es kommendes Jahr wieder eine ausführliche Statistik geben wird. Zum 31. Dezember 2025 gehörten zum BEFG 759 Gemeinden mit 71.199 Mitgliedern. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 757 Mitglieder oder 1,05 Prozent. „Dass dieser Trend sich fortsetzt, dass wir auch weiterhin einen zahlenmäßigen Rückgang zu verzeichnen haben, ist kein Grund zur Freude; dass es der niedrigste Rückgang seit dem Jahr 2018 ist, vielleicht ein zarter Grund zu Freude“, so Zimmermann. Als Missionsbewegung werde der Bund sich mit dem Rückgang nicht anfreunden, denn „wir wünschen uns, dass immer mehr Menschen Jesus Christus kennenlernen – weil wir uns nichts Besseres für Menschen vorstellen können.“ Gleichzeitig dürfe der Blick auf den Bund nicht allein von Zahlen bestimmt werden, weil das Neue Testament eine Form von Wachstum beschreibe, die mehr sei. So fordere der Apostel Paulus im Epheserbrief dazu auf, wahrhaftig zu sein in der Liebe und „in allen Stücken“ zu wachsen „zu dem hin, der das Haupt ist, Christus“. Dafür, dass in BEFG-Gemeinden im vergangenen Jahr 1.714 Menschen getauft wurden, sei er dankbar, so Zimmermann: „Wir freuen uns über jeden einzelnen Menschen, der sich auf das Bekenntnis seines Glaubens hin für Zeit und Ewigkeit mit Jesus Christus verbinden lässt. Die Anzahl der Taufen ist übrigens der höchste Wert der letzten sieben Jahre.“
Natalie Georgi ging auf den Beschluss des ChristusForums Deutschland (CFD) von 2024 ein, eigene Körperschaftsrechte anzustreben. Dadurch befinde sich der BEFG in einer Zeit des Übergangs. Mit dem CFD sei vereinbart, „diese Zeit friedvoll und im geschwisterlichen Gespräch“ zu gestalten. „Wir respektieren die Entscheidung des ChristusForums und wir begegnen ihr in der Haltung, das ChristusForum schweren Herzens, aber im Segen ziehen zu lassen.“ Dies bedeute für sie: „Wir halten das ChristusForum nicht gegen seinen Willen fest, führen keinen Trennungsstreit und tragen unseren Teil dazu bei, dass wir uns am Ende des Prozesses als Geschwister begegnen und einander wohlwollend segnen können.“ Die Präsidentin berichtete über ihren Besuch der Jahrestagung des CFD am 20. und 21. März: „Wir haben miteinander unseren Herrn im Lobpreis angebetet, gemeinsam unseren Glauben im Abendmahl bekannt, die Liebe zur Gemeinde Jesu geteilt und ich habe diese besondere geistliche Verbundenheit gespürt. Deshalb haben wir noch einmal beim ChristusForum dafür geworben, dass wir uns um die Einheit und unseren gemeinsamen Auftrag in der Welt bemühen und ernsthaft zu prüfen, ob ein gemeinsamer Weg in einem Bund möglich ist. Wir sind überzeugt, dass es mehr Verbindendes als Trennendes gibt und dass es möglich ist, die Einheit in Christus in Vielfalt zu leben.“
Natalie Georgi dankte den Mitgliedern der Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BEFG, deren Einrichtung der Bundesrat im Vorjahr beschlossen hatte. „Der Schmerz, der Menschen in unserer Mitte zugefügt worden ist, darf nicht übersehen werden.“ Sie berichtete auch über eine neue Entwicklung in den Vorgängen rund um das Diakoniewerk Bethel, die den BEFG vor allem in den Jahren 2015 bis 2017 beschäftigt hatten. So sei es nach einer jahrelangen Auseinandersetzung in einem Vergleich gelungen, Versorgungssicherheit für die Bethel-Schwestern zu erreichen. „Unser besonderer Dank gilt allen, die sich so beharrlich für die Belange der Schwestern stark gemacht haben und sie auch finanziell unterstützt haben.“
Am Ende erinnerte Natalie Georgi an die Konflikte in aller Welt. „Ohne den Unterschied zwischen den Angreifern und den Angegriffenen zu verwischen, beten wir für alle Menschen auf allen Seiten, denen die Kriegshandlungen Tag für Tag unvorstellbares Leid zufügen.“ Sie warnte vor eine Zunahme der Gewalt: „So sehr wir das Bedürfnis nach Sicherheit verstehen, so sehr beklagen wir als Kirche in täuferischer Tradition die zunehmende weltweite Aufrüstung.“ Auch an die politisch Verantwortlichen gerichtet ermutigte Georgi dazu, sich für Frieden einzusetzen: „Die Spirale von Gewalt und Gegengewalt muss durchbrochen werden von Menschen des Friedens, der Liebe und der Besonnenheit.“
Ein Artikel von Dr. Michael Gruber