Dr. Maximilian Zimmermann

Zimmermann: Der eine Herr verbindet uns

Dr. Maximilian Zimmermann als Generalsekretär des BEFG eingeführt, Christoph Stiba verabschiedet

Pastor Dr. Maximilian Zimmermann wurde am 1. April als neuer Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) eingeführt. Er ist der Nachfolger von Pastor Christoph Stiba, der nach 13 Jahren aus diesem Amt verabschiedet wurde. Mit einem festlichen Gottesdienst und einem anschließenden Empfang wurde die Staffelübergabe begangen. Zimmermann hob die Bedeutung der Einheit im Glauben hervor, die gerade in Zeiten der Polarisierung wichtig sei.

In seiner Ansprache stellte Dr. Maximilian Zimmermann die geistliche Grundlage des Gemeindebundes in den Mittelpunkt: „Es ist der eine Herr, in der Mitte unserer 767 Ortsgemeinden, der uns zusammenschließt. Und es ist der eine Geist, der uns verbindet – in aller Verschiedenheit.“ Diese Einheit sei nicht in erster Linie organisatorisch hergestellt, sondern geistlich begründet. Auftrag des BEFG sei es, diese geistliche Verbundenheit immer wieder neu sichtbar zu machen.

Auch mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen unterstrich Zimmermann die Bedeutung von Verbundenheit: „Ein Geschenk und eine große Chance ist es, dass es in Zeiten des Auseinanderdriftens Institutionen gibt, die genau das Gegenteil wollen: nämlich verbinden. Und genau das wollen wir, denn wir sind ein Bund – und ein Bund liebt es, zu verbinden.“ Diese Perspektive gelte ausdrücklich auch über die eigene Freikirche hinaus: „Wir wollen und können uns unseren Weg gar nicht anders vorstellen als in der Verbindung mit den anderen christlichen Kirchen, Werken, Gemeinden.“

Der bisherige Generalsekretär Christoph Stiba blickte dankbar auf seine Amtszeit zurück: „Ich habe meinen Dienst gerne und mit Freude getan.“ Der BEFG sei für ihn ein Bund, den man „liebhaben“ müsse – trotz aller Herausforderungen, die das Amt des Generalsekretärs mit sich bringe. Zugleich betonte er den gemeinsamen Auftrag der Gemeinden: „767 Gemeinden, die ein Ziel verfolgen: den christlichen Glauben zu leben, Menschen mit dem christlichen Glauben bekannt zu machen und etwas von der Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes in unsere beängstigend polarisierte und friedlose Zeit hineinzuleben.“ Gemeinde könne ein „Hoffnungsort“ sein, an dem sichtbar werde, was Nachfolge Jesu bedeute.

Die Predigt im Festgottesdienst hielt BEFG-Präsidentin Natalie Georgi. Ausgehend von 5. Mose 31 zog sie eine Linie von der biblischen Staffelübergabe zwischen Mose und Josua zur aktuellen Situation im BEFG: „Personen wechseln, aber die Zusage Gottes bleibt die Konstante. Wir müssen die Zukunft nicht fürchten, denn Gott ist ein Gott, der uns immer schon einen Schritt voraus ist.“ Zugleich betonte sie mit Blick auf das Selbstverständnis des Bundes: „Die Selbstständigkeit der Gemeinde ist unser Schatz, aber die Verbundenheit im Bund ist unsere Stärke.“

Staffelstabübergabe

Festgemeinde

BEFG-Präsidentin Natalie Georgi

In den Grußworten wurde das Wirken des bisherigen Generalsekretärs breit gewürdigt und dem neuen Generalsekretär wurden gute Wünsche mit auf den Weg gegeben. Der Vorsitzende und die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) gestalteten ihre gemeinsame Rede mit vielen Sportmetaphern. So bezeichneten Reverend Christopher Easthill und Dr. Verena Hammes Christoph Stiba als „Spielmacher“, der das ökumenische Miteinander geprägt habe: Er habe „nicht den Ball im Alleingang ins Tor gebracht, sondern durch präzise Pässe das Zusammenspiel gestärkt“ und als „Brückenbauer“ den BEFG fest in die Gemeinschaft der Kirchen eingebunden. Mit Maximilian Zimmermann komme nun „frische Energie“ in das Amt. Er habe „das Zeug zum Spielgestalter“ und bringe den nötigen „Drive“ sowie „ökumenisches Fairplay“ mit. Für die Zusammenarbeit in der ACK sei entscheidend: „Er läuft nicht allein“ – vielmehr setze er auf gemeinsames Handeln in der ökumenischen Bewegung. Man freue sich auf die „ersten gemeinsamen Spielzüge“ und eine weiterhin enge Zusammenarbeit.

Auch von der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) wurde Zimmermanns Amtsantritt ausdrücklich begrüßt. EBF-Generalsekretär Alan Donaldson erklärte: „Es war eine Freude, Max vor einigen Monaten kennenzulernen und ihn nun in dieser neuen Rolle willkommen zu heißen.“ Die EBF sehe in seiner Berufung „einen wichtigen Schritt an einem entscheidenden Punkt im Dienst der baptistischen Familie in Deutschland“. Für seinen Dienst wünsche man ihm „Weisheit, Kraft und Frieden“. 

Jochen Geiselhart, Vizepräsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), würdigte den Wechsel als starkes Zeichen der Kontinuität im Miteinander der Kirchen. 

Eine besondere Perspektive brachte auch Bischof Emanuel von Christoupolis von der griechisch-orthodoxen Kirche ein. Er knüpfte an den Namen des scheidenden Generalsekretärs an und deutete „Christoph“ als „Christusträger“. So habe er Christoph Stiba stets wahrgenommen und erlebt. Er würdigte ihn als „Brückenbauer und engagierten Christen“. Mit Blick auf den neuen Generalsekretär betonte er, dass er sich auf die Zusammenarbeit sehr freue. Mit einem Augenzwinkern fügte der Bischof hinzu, er sei ebenso bereit, Maximilian Zimmermann die Orthodoxie nahezubringen, wie er es bei dessen Vorgänger gewesen sei. Deutlich wurde dabei auch sein Eindruck vom BEFG insgesamt: In diesem Haus sei spürbar, dass Ökumene ein Herzensanliegen ist – und bleiben müsse.

Alan Donaldson

Jochen Geiselhart

Bischof Emmanuel von Christoupolis

Das Bild der Staffelstabübergabe wurde gerne in den Grußworten aufgenommen. Die Rektorin der Theologischen Hochschule Elstal, Prof. Dr. Andrea Klimt, beschrieb die Situation als Spannung zwischen Veränderung und Kontinuität. Sie dankte Christoph Stiba für seine umsichtige Leitung, seinen Weitblick und seine Unterstützung der Hochschule. Zugleich würdigte sie Maximilian Zimmermanns Engagement während seiner Zeit als Professor an der Hochschule und seine Verbundenheit mit den Studierenden und dem Kollegium. Mit Blick auf beide formulierte sie eine geistliche Zusage, die zugleich Herausforderung sei: „Ihr seid Diener Christi! Nicht mehr und nicht weniger.“

Samuel Fischer, stellvertretender Werksleiter vom Forum Wiedenest, erinnerte an die vielfältigen Berührungspunkte vom Forum Wiedenest und dem BEFG in Mission, Ausbildung und Gemeindearbeit. Über Maximilian Zimmermann, der bis 2022 an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest unterrichtet hatte, sagte er: „Wir haben dich als jemanden kennengelernt, der mit großer Leidenschaft Projekte vorantreibt, der aber vor allem auch Menschen gewinnen und zusammenführen kann.“ Gerade diese Fähigkeit sei in einer Zeit wichtig, in der vieles auseinanderdrifte. 

Auch Henrik Otto vom Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) brachte in seinem Grußwort die enge Verbundenheit der beiden Gemeindebünde zum Ausdruck, in der man weit mehr teile als nur den ähnlichen Namen. Diese Nähe sei geprägt von gemeinsamem Glauben und einem ähnlichen Verständnis von Bund und Gemeinden. Otto würdigte Christoph Stiba nicht nur als profunden Kenner kirchlicher Leitungsarbeit und Strukturen, sondern vor allem als „guten und wohlwollenden Freund“. Mit Blick auf Maximilian Zimmermann zeigte sich Otto erwartungsvoll und zuversichtlich. Er habe ihn als klaren Denker und zugängliche Persönlichkeit wahrgenommen, von der wichtige Impulse für die Zukunft des Bundes zu erwarten seien.

Prof. Dr. Andrea Klimt

Samuel Fischer

Henrik Otto

Die Wertschätzung für den Dienst im Generalsekretariat wurde nicht nur in vorbereiteten Grußworten, sondern auch in einer offenen Zeit während des Gottesdienstes deutlich. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, Christoph Stiba und Maximilian Zimmermann spontan Worte des Dankes und Segens mitzugeben. Unter ihnen waren auch Stibas Vorgängerin im Amt, die ehemalige Generalsekretärin Regina Claas, sowie Elke Müller, Vorstandsvorsitzende der Freikirchen.Bank.

Der Gottesdienst wurde von Volker Bohle, dem Stellvertreter der Präsidentin, moderiert. Er stellte den Tag unter das Wort der Herrnhuter Losung: „Ich will dir danken in großer Gemeinde; unter vielem Volk will ich dich rühmen.“ Dieses Wort lenke den Blick „vom Einzelnen hin zur Gemeinschaft“ und bringe zum Ausdruck, was den Tag präge: „Wir danken unserem Gott für das, was gewesen ist – und richten zugleich unseren Blick nach vorn.“ Im Übergang von Christoph Stiba zu Maximilian Zimmermann werde deutlich, dass der gemeinsame Weg des Bundes getragen sei von Gottes Gegenwart: „In seiner Gegenwart dürfen wir loslassen und gleichermaßen neu beginnen.“

Ein Artikel von Julia Grundmann