Bund aktuell Nr. 8 | 6. August 2026
Lieber Leserin, lieber Leser,
[Natalie Georgi]: Wir grüßen Euch herzlich vom BUJU 2026 in Krelingen. Mit vielen jungen Menschen waren wir hier gemeinsam auf dem Weg und haben uns gefragt, was es heißt, Jesus nachzufolgen und zur Ehre Gottes zu leben. Soli Deo Gloria – Gott allein die Ehre. Das war das Thema des BUJUs in diesem Jahr.
[Dr. Maximilian Zimmermann]: Dabei wurde es auch ganz konkret. In unseren morgendlichen Bibelarbeiten / Bible Studies haben die jungen Menschen selbst einen Bibeltext gelesen und im Anschluss daran ihre Fragen zu diesen Texten gestellt. Darüber kamen wir als große BUJU-Lehr-Lerngemeinschaft ins Gespräch. Und das großartige ist: Die Bibeltexte selbst fingen an zu sprechen und zu wirken.
An einem Morgen standen zwei Bibeltexte im Mittelpunkt, in denen Gott sein Volk und die Menschen dazu aufruft, den Ruhetag, den Sabbat zu halten. Denn mit Gott unterwegs zu sein bedeutet auch: die eigenen Grenzen kennen und Ruhezeiten bewusst einzuhalten.
Von Gott selbst heißt es ganz am Anfang im zweiten Kapitel der Bibel, 1. Mose 2,2-3: Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
Und in den beiden Versionen der Zehn Gebote aus dem zweiten und aus dem fünften Buch Mose wird das Sabbatgebot mit Gottes eigenem Handeln begründet: dass Gott selbst am siebten Tag geruht hat und dass Gott selbst das Volk Israel aus der Sklaverei Ägyptens befreit hat. Denn Ruhe, das ist auch ein Zeichen der Freiheit, in die Gott führt.
Das hebräische Wort, das hinter dem Wort Sabbat steht, heißt in seiner Grundbedeutung soviel wie ruhen, aber auch aufhören, einstellen oder einfach: unterbrechen. Ein Sinn des Ruhetags ist es also, aufzuhören und den alltäglichen Fluss des Lebens heilsam zu unterbrechen – und in dieser Unterbrechung Ruhe vor Gott zu finden.
Wie beeindruckend eine Unterbrechung sein kann, haben wir vor wenigen Wochen erlebt, als wir das Jahrestreffen des Baptistischen Weltbundes in Toronto, Kanada besucht haben. Zwischen den Sitzungen und Seminaren hatten wir an einem Nachmittag die Gelegenheit, die berühmten Niagara-Fälle zu besichtigen. Ein beeindruckendes Schauspiel der Schöpfung. Der Fluss wird hier unterbrochen und die Wassermassen fallen bis zu 57 m in die Tiefe und erzeugen ein gewaltiges Rauschen.

Eine beeindruckende Unterbrechung: die Niagara-Fälle
Was ist eigentlich so faszinierend an diesen Wasserfällen, habe ich mich an diesem Nachmittag gefragt. Und vielleicht ist es genau das: Es ist die Schönheit und Faszination der Unterbrechung. Der Niagara-Fluss würde wahrscheinlich nie täglich so viele Besucherinnen und Besucher anziehen, wenn er an dieser Stelle nicht diese berühmte und wunderschöne Unterbrechung hätte: die Niagara Fälle.
Ein Ruhetag muss also nicht immer Stille bedeuten. Sabbat halten heißt eben auch: unseren alltäglichen Lebensfluss heilsam unterbrechen; etwas anders machen als wir es sonst den lieben langen Tag tun. Es heißt, den alltäglichen Fluss des Lebens unterbrechen und für Gott und Menschen wieder neu offen werden. Das ist die Schönheit der Unterbrechung, die Schönheit und die Freiheit des Innehaltens.
Und genau diese Erfahrung, die Schönheit der heilsamen Unterbrechung machen viele junge Menschen gerade jetzt auf dem BUJU. Eine besondere Zeit miteinander, aber vor allem mit Gott – glaubensstärkend, inspirierend, ermutigend. Eine bewusste Zeit mit dem Fokus: Gott allein die Ehre. Sie hören starke Impulse, machen sich ihre eigenen Gedanken, leben ihren Glauben kreativ und inspirierend und sind in Gemeinschaft mit Jesus und untereinander.
Wir wünschen Euch hier vom BUJU in Krelingen aus, dass auch Ihr eine heilsame, befreiende und schöpferische Unterbrechung erlebt, in der Ruhe einkehrt, vielleicht eine neue Perspektive, Zeit für Gott und mit Gott. Und wo es Euch an äußerer Ruhe mangelt, beten wir, dass Gott Euch Zeiten der inneren Ruhe und Unterbrechung schenkt: durch seinen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Gott segne Euch in diesen Sommerwochen.
Pastorin Natalie Georgi (Präsidentin), Pastor Dr. Maximilian Zimmermann (Generalsekretär)