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Online-Coaching: Ein Kinderschutzkonzept entwickeln

Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde

In der Aufarbeitung von (sexualisierter) Gewalt an Kindern und Jugendlichen wird immer wieder deutlich, dass Täterinnen und Täter ihr Vorgehen strategisch planen und ihre Machtpositionen aufgrund fehlender, unklarer oder nicht transparenter Regeln gezielt ausnutzen. Damit es nicht dem Zufall überlassen bleibt, ob Mädchen und Jungen geschützt werden, braucht auch Prävention in Gemeinden einen Plan: ein Schutzkonzept.

Schutzkonzepte zur Prävention und Intervention sind ein Zusammenspiel aus Analyse, strukturellen Veränderungen, Vereinbarungen und Absprachen sowie Haltung und Kultur in der Gemeinde. Die Verantwortung zur Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten liegt bei der Gemeindeleitung. Sie hat die Möglichkeit, Strukturen zu verändern und Gemeindekultur zu prägen.

Wie das Online-Coaching abläuft

Eine Gemeinde, die sich dazu entschließt ein Kinderschutzkonzept zu entwickeln, sollte ein Team mit der Aufgabe betrauen. So bekommen verschiedene Perspektiven eine Stimme, z. B. je eine Person aus der Gemeindeleitung, aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Eltern, Jugendliche und Personen mit besonderen Kenntnissen oder pädagogischer Vorerfahrung.

Ein bis drei Personen dieses Teams nehmen an unserem „Online-Coaching: Ein Kinderschutzkonzept entwickeln“ teil. Der Kurs besteht aus sechs Modulen à 120 Minuten. Je Kurs ist eine Teilnahme von fünf Gemeinden mit jeweils 1-3 Personen vorgesehen – eine Größe, die intensiven Austausch fördert.

In den Modulen geht es neben kompakten Inputs und qualifizierten Antworten durch die Referentin oder den Referenten auch um Austausch und Reflexion der Teilnehmenden. Je Modul bekommen die Teilnehmenden eine Aufgabe zur Eigenarbeit, die beim nächsten Modul präsentiert wird und praxisrelavantes Feedback erhält. Diese „Hausaufgaben“ bilden am Ende des Kurses das schriftlich festgehaltene Schutzkonzept.

Die Erarbeitung des Schutzkonzepts selbst erfolgt durch die Teilnehmenden mit ihren Teams in den Gemeinden in Eigenarbeit zwischen den Modulen und auch durch Reflexion mit anderen Teilnehmenden.

Feedback der Teilnehmenden

Das Ziel des Coachings

Beauftragte der Gemeinden werden Schritt für Schritt darin zu unterstützt ein Präventionskonzept zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und Machtmissbrauch in der eigenen Gemeinde zu entwickeln. Neben den einzelnen Bestandteilen eines Schutzkonzepts wird auch auf Aspekte wie die Potential-Risiko-Analyse der Gemeinde, sowie die Implementierung und Verstetigung des Schutzkonzepts eingegangen.

Die Zielgruppe

Das Coaching ist für Gemeinden gedacht, die bereits einige Schritte auf dem Weg zur sicheren Gemeinde gegangen sind. Dazu können z. B. die Teilnahme an Grundlagenschulungen des Gemeindejugendwerks (GJW), das Wissen um und bestenfalls Arbeiten mit einem Verhaltenskodex und die Einsichtnahme des erweiterten Führungszeugnisses zählen. Ebenfalls bietet das vom GJW veröffentlichte Handbuch eine gute Grundlage.

Ein Kinderschutzkonzept zu entwickeln, ist und bleibt auch mit unserem Coaching eine große Aufgabe für die beteiligten Personen der Gemeinde. Es braucht die Bereitschaft über mehrere Monate hinweg "on Top" zum Gemeindealltag am Thema dranzubleiben. Umso wichtiger ist eine klare Priorisierung und Wertschätzung dieses Vorhabens durch die Leitung, sowie die Bildung eines Teams zur Erstellung eines Kinderschutzkonzepts.

♥ Wir gehen mit euch mit!

Voraussetzungen zur Teilnahme

  • Die Teilnehmenden haben eine Beauftragung der Gemeinde zur Erstellung eines Schutzkonzepts und deren Unterstützung – im Idealfall gibt es ein Team zur Erstellung eines Schutzkonzeptes.

  • Die Teilnehmenden haben an einer Grundlagenschulung des GJWs oder etwas Vergleichbarem teilgenommen.

  • Die Teilnehmenden besitzen einen PC/Laptop mit Kamera und Mikrofon und sind bereit mit Bild und Ton an Meetings auf Zoom teilzunehmen.

  • Nicht verpflichtend, aber sehr empfohlen ist der Besitz und vorab das Lesen des Handbuchs „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“ (ISBN: 978-3-7519-5358-0).

Benefits der Teilnahme

  • Die Teilnehmenden erhalten Inputs zur Erstellung und zu Bestandteilen von Kinderschutzkonzepten, sowie zur Implementierung in der Gemeinde.

  • Die Teilnehmenden bekommen individuelle Begleitung und Rückmeldung durch eine Referentin oder einen Referenten mit doppelter Qualifikation; einerseits z.B. als Kinderschutzfachkraft (IsoFak), andererseits durch genaue Kenntnis des Settings einer freikirchlichen Gemeinde.

  • Die Teilnehmenden sind Teil einer festen "Weggemeinschaft". Die kleine Gruppengröße von max. zehn Personen aus fünf Gemeinden fördert intensiven Austausch und Feedback.

  • Die Teilnehmenden erhalten Schulungsmaterial zur Erstellung eines kompletten Kinderschutzkonzeptes.

  • Über die Kursdauer hinaus besitzen die Teilnehmenden Zugang zu einem Netzwerk von Expertinnen und Experten des Kinderschutzes (Sichere Gemeinde).

Die Module

Modul 1: Analysephase

Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die Inhalte der 6 Module und damit über die Inhalte eines Schutzkonzepts. Sie lernen einander und die Referentin bzw. den Referentn kennen und verstehen das Grundprinzip des Kurses. Sie erfahren, was in der Analysephase geschieht und wissen, was notwendig ist, um die ‚Aufgabe zum 2. Modul‘ zu erfüllen.

Modul 2: Erw. Führungszeugnis, Schulungen, Verhaltenskodex und Mindeststandards

Die Teilnehmenden bekommen Feedback zur ‚Aufgabe zum 2. Modul‘ und wissen, was sie verändern können. Sie erfahren, welche Rolle das Erweiterte Führungszeugnis, Schulungen und ein Verhaltenskodex in ihrem Schutzkonzept spielen und lernen die vom GJW (und voraussichtl. auch vom Bundesrat 2021) empfohlenen Mindeststandards bezüglich Sicherer Gemeinde kennen. Die Teilnehmenden wissen, was notwendig ist, um die ‚Aufgabe zum 3. Modul‘ zu erfüllen.

Modul 3: Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Die Teilnehmenden bekommen Feedback zur ‚Aufgabe zum 3. Modul‘ und wissen, was sie verändern können. Sie erfahren, welche Rolle die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in ihrem Schutzkonzept spielt und wissen, was notwendig ist, um die ‚Aufgabe zum 4. Modul‘ zu erfüllen.

Modul 4: Vertrauensperson, Kinderschutzbeauftragte und Vernetzung mit Fachkräften

Die Teilnehmenden bekommen Feedback zur ‚Aufgabe zum 4. Modul‘ und wissen, was sie verändern können. Sie erfahren, welche Aufgaben und Anforderungen an das Profil einer Vertrauensperson gestellt werden. Weiterhin kennen sie die Wichtigkeit eines funktionierenden Netzwerks, kennen die geläufigsten Anlaufstellen und wissen, wie erste Schritte in der eigenen regionalen Recherche gegangen werden können. Die Teilnehmenden wissen, was notwendig ist, um die ‚Aufgabe zum 5. Modul‘ zu erfüllen.

Modul 5: Handlungsplan

Die Teilnehmenden bekommen Feedback zur ‚Aufgabe zum 5 Modul‘ und wissen, was sie verändern können. Sie wissen, wie ein Handlungsplan aufgebaut sein kann. Sie lernen die Wichtigkeit der Dokumentation durch die Vertrauensperson sowie nötige und mögliche Interventionsschritte kennen. Die Teilnehmenden wissen, was notwendig ist, um die ‚Aufgabe zum 6. Modul‘ zu erfüllen.

Modul 6: Verstetigung, Implementierung, Überprüfung

Die Teilnehmenden bekommen Feedback zur ‚Aufgabe zum 6. Modul‘ und wissen, was sie verändern können. Die Module und ihre Inhalte wurden für sie sinnhaft verknüpft. Sie können ein in sich stimmiges Dokument erstellen, indem sie die Erarbeitung der einzelnen Module verknüpfen. Die Teilnehmenden kennen die weiteren Schritte zur Implementierung, Verstetigung und Überprüfung des Schutzkonzeptes. Die Teilnehmenden wissen, was notwendig ist, um die ‚Aufgabe nach dem 6. Modul‘ zu erfüllen und damit ihr nun erstelltes Konzept in die Tat umzusetzen.

Die Referentin

Anna Eberbach

Sozialpädagogin, Organisationsberaterin, Kinderschutzfachkraft, Coach

Anna Eberbach ist im Netzwerk "Beratung für Gemeinden" tätig. Sie weiß, wie Gemeinden ticken und bringt ihre fachliche Expertise ins Coaching ein: "Total angenehm! Sie strahlt gleichzeitig Kompetenz und Freundlichkeit aus.", "Anna ist Profi. Merkt man."

Termine


Wer sich für das erste Modul anmeldet, ist automatisch für den gesamten Kurs und alle weiteren Module angemeldet. Die Module beginnen jeweils um 18:30 Uhr und dauern zwei Stunden.

Kurs 02.22 bis 07.22
Modul 1: Do. 10. Februar 2022
Modul 2: Do. 10. März 2022
Modul 3: Do. 07. April 2022
Modul 4: Do. 12. Mai 2022
Modul 5: Do. 09. Juni 2022
Modul 6: Do. 07. Juli 2022

Kurs 09.22 bis 03.23*
Modul 1: Do. 29. September 2022
Modul 2: Do. 03. November 2022
Modul 3: Do. 01. Dezember 2022
Modul 4: Do. 19. Januar 2023
Modul 5: Do. 23. Februar 2023
Modul 6: Do. 30. März 2023

*Die Anmeldung wird freigeschaltet, sobald der vorangegangene Kurs ausgebucht ist.

Kosten


300,- € für Gemeinden mit bis zu 75 Mitgliedern
400,- € für Gemeinden mit 76 - 150 Mitgliedern
500,- € für Gemeinden mit 151 - 225 Mitgliedern
600,- € für Gemeinden ab 226 Mitgliedern
900,- € für Gemeinden außerhalb des BEFG*

*Aufgrund der sehr begrenzten Plätze werden in der Warteliste BEFG-Gemeinden priorisiert.

 

Zusätzliche individuelle Beratung ist möglich. Die Kosten orientieren sich an den Richtlinien des Netzwerks Beratung von Gemeinden.


Eine Zusammenarbeit der Akademie Elstal
mit dem Gemeindejugendwerk (Bundesgeschäftsstelle und Fachkreis Sichere Gemeinde)