Was benötigen die Gemeinden?

Das erste Plenum im Rahmen des Prozesses „Unser Bund 2025“

Am Samstag, dem 14. Oktober, fand im Rahmen des Prozesses „Unser Bund 2025 – Zukunft gestalten“ das erste Plenum in der EFG Göttingen statt. Dabei ging es um die Themenfelder „Junge Gemeinde“, „Regionale Ebene“ und „Theologische Ausbildung“.

Das Plenum ist eine Gruppe von 100 Personen, die aus Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Gemeinden und Einrichtungen des BEFG besteht. Zusätzlich nahmen etwa 20 Personen aus der erweiterten Projektgruppe und der Projektgruppe teil. „Wir versuchen gemeinsam zu überlegen, welche Strukturen wir für die Zukunft haben wollen“, so GJW-Referentin Rike Schlüter, die Mitglied der Projektgruppe ist. „Und weil wir in der Projektgruppe wenig Leute sind, die da viel drüber nachdenken können, aber auf keinen Fall alle Perspektiven einnehmen können, ist uns besonders das Plenum wichtig, weil wir da tatsächlich aus allen Ecken von Deutschland, aus unterschiedlichen Altersgruppen und Gemeinden und Werken Leute zusammen holen, um gemeinsam zu überlegen.“

Das Plenum startete mit einer Andacht, gefolgt von einer kreativen Arbeit. Mithilfe der Metapher einer Gartensiedlung wurde eine Kurzgeschichte über den Prozess erzählt. Die Teilnehmenden wurden dazu aufgefordert, ihr eigenes Ende dieser Kurzgeschichte zu entwerfen. Dies ermöglichte einen kreativen Einstieg ins Thema und die Erarbeitung von Zielen und Visionen für den Prozess, wie zum Beispiel die Stärkung der Gemeinschaft.

Nach einigen prozessorganisatorischen Informationen konzentrierte sich das Plenum auf den inhaltlichen Schwerpunkt des Tages: die Frage „Was benötigen die Gemeinden?“ Ein zentrales Ziel des Prozesses „Unser Bund 2025“ besteht in der Gestaltung von Strukturen, die den Gemeinden effektiver und unmittelbarer dienen. Inhaltlich wurde an den Strukturfeldern „Junge Gemeinde / GJW“, „Regionale Ebene / Landesverbände“ und „Theologische Ausbildung“ gearbeitet. Die Teilnehmenden formulierten ihre Perspektive auf die Bedarfe der Gemeinden an die neue Struktur in Bezug auf diese drei Themen und hielten die Ergebnisse fest. In einer abschließenden offenen Podiumsdiskussion (Fishbowl) wurden die Ergebnisse vertieft und diskutiert. „Es geht ja gar nicht darum, dass wir alle gleich sind. Es geht darum, dass jede Gemeinde ihren Dienst, den sie als Auftrag hat, wirklich ausführen kann“, so Prof. Dr. Thorsten Kurzawa, Landesverbandsleiter Berlin- Brandenburg. Er erlebte das Plenum als „sehr lebendig“ und hofft, dass eine zukunftsfähige Struktur gefunden wird, durch die der Bund „einfach Hilfen anbietet für Gemeinden, dass sie ihren Dienst erfüllen können.“

Die Ergebnisse des Tages und die gewonnenen Erkenntnisse wurden verschriftlicht und werden in den nächsten Prozess-Schritten weiterverfolgt und den Arbeitsgruppen zur Verfügung gestellt, die konkrete Strukturentwürfe für die drei Themenbereiche erarbeiten.

Besonders hervorzuheben ist das Engagement des Teams der EFG Göttingen, das nicht nur für musikalische Unterstützung am Morgen sorgte, sondern auch für eine ausgezeichnete Verpflegung über den gesamten Tag hinweg. Herzlichen Dank!

Der Fokus des Prozesses liegt in den nächsten Wochen auf der Weiterarbeit der Arbeitsgruppen zu den drei Strukturfeldern. Beim nächsten Plenum am 3. Februar 2024 sollen diese Entwürfe dann reflektiert werden. Die engagierte und konstruktive Atmosphäre des ersten Plenums bildete eine solide Grundlage für die drei kommenden Treffen. Auch Pastor Daniel Storek erlebte den Austausch als „sehr konstruktiv“ und hofft, „dass der Bund zukunftsfähig gemacht wird. Mir geht es gar nicht darum, das eine sein zu lassen oder etwas Neues aufzunehmen, sondern es geht darum, dass wir als Bundesgemeinschaft in unsere Gesellschaft hineinwirken können, dass wir eine gewisse Relevanz haben, Menschen zu erreichen mit dem, was ihre Nöte und ihre Probleme sind.“ 

Eine weitere Möglichkeit, die Perspektive der Gemeinden auf den Prozess zu verstärken, ist die geplante Online-Veranstaltung am 24. Oktober. Dort wird ebenfalls die Frage nach den Bedürfnissen der Gemeinden an die Bundesstruktur im Mittelpunkt stehen.

Ein Artikel von Christoph Bartels